#41

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 16:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Sonny


Der Begriff "Unrechtsstaat" stammt nicht aus dem Kalten Krieg, sondern ist erst in den letzten Jahren aufgekommen (jedenfalls habe ich das so empfunden) --- und er setzt sich gerade für die DDR immer mehr durch. (Was übrigens im Widerspruch dazu steht, daß man der DDR ja gleichzeitig die staatliche Souveränität abspricht --- insofern wäre es wohl besser, von einem "Unrechtssystem" zu sprechen.)



Sicher? War das nicht der Bundespräsident 1963? Hieß der nicht Lübke? Hatte er nicht einigen Grund, sich abzugrenzen?
Und das er (der Begriff Unrechtsstaat) in den letzten Jahren verstärkt benutzt wird, hat das nicht eher damit zu tun, dass unsere Politikerkaste merkt, dass ihre blühenden Blumenteppiche in den Augen der Bevölkerung zu welken beginnen? Und sie etwas braucht, um ihr Verhalten, sei es bei Abschöpfen der Bürger, bei wohl sehr bewußten Verletzungen des Grundgesetzes in den letzten Jahren von dem der DDR-Politik abzugrenzen, weil die Ähnlichkeit sonst zu sehr auffällt?
Ist das nicht sehr politisch?


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#42

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 18:17
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainman2
Hallo Wosch,

ich habe mit keiner Silbe behauptet, dass die DDR dem Maßstab des heutigen Begriffes "Rechtsstaat" standgehalten hätte. Diesem Begriff liegt eine entsprechende Definition zugrunde. Da sind wir ja auch soweit konform. Ich leugne auch mit keiner Silbe, dass in der DDR auch staatlich verordnet Recht gebeugt wurde und somit Unrecht geschehen ist. Das ist nicht der Punkt. Was mich nervt, ist die Verwendung des Begriffes Unrechtsstaat. Das ist finsterste Mottenkiste des kalten Krieges. Ihr könnt ja diesen Begriff verwenden, wenn Euer Seelenheil davon abhängt. Aber es steht auch mir frei zu sagen, dass dieser Begriff für eine Auseinandersetzung nix taugt, er ist schierer Unsinn. Wenn Du dazu eine belastbare Definition hast, bin ich natürlich offen dafür.

ciao Rainman




Jawohl Klaus-Peter, Gott sei Dank steht es Dir frei daß Du mit diesem Begriff umgehen kannst, wie Du es möchtest und für richtig hälst und genauso steht es mir auch zu. Daß Du heute sagen kannst, was immer Du möchtest, dafür sind Hundertausende bzw. Millionen in der ehemaligen DDR auf die Straße gegangen!! Nur alleine dafür sollte man sich schon mal bei Ihnen bedanken!!! Hast Du schon mal daran gedacht daß es auch Menschen gibt, denen großes Unrecht widerfahren ist und die hier von einigen Leuten erzählt bekommen, daß wäre Alles nicht so gewesen, nur weil sie selber an dem ganzen Schlammassel mitgewirkt hatten? Dich nervt nur der Begriff "Unrechtsstaat" aber das Unrecht als Solches streitest Du nicht ab? Das ist wie mit dem Wasserglas; nicht halbvoll und nicht halbleer!!Kannst Du Dir nicht vorstellen wie es die nervt, die unter diesem Unrecht zu leiden hatten, wenn man ihnen klarmachen will: Alles auf gesetzlicher Grundlage, also Alles rechtens? Nein Klaus-Peter, in diese Leute kannst Du Dich nicht reinversetzen, denn Du befand´st Dich ja auf der sicheren Seite, ohne Ambitionen nach irgendwelchen Freiheiten die man Millionen Menschen vorenthalten hatte. In diesem Zusammenhang täte mich schon mal interessieren was ein Politoffizier den Soldaten vermitteln mußte und wohl auch tat! Dafür wird es wahrscheinlich auch Direktiven gegeben haben, die wohl aber nur für den Dienstgebrauch bestimmt waren!?! Daß der Begriff "Unrechtsstaat" vielleicht juristisch nicht 100 % haltbar ist, dafür sorgen schon die Juristen, die diese Gesetze gemacht haben, das können die Herren, heißen sie doch auch nicht umsonst im Volksmund "Rechtsverdreher", warum darf man dem Kind nicht den Namen geben, den es verdient?? Wenn das also von einigen hier nicht erwünscht ist, so nenne ich dieses "Kind " eben mit seinem Spitznamen "Unrechtsstaat"!!! Dagegen dürften dann aber auch keine Einwände erhoben werden, denn ein Spitzname bedarf keiner wissentschaftlichen Klärung!!
Tut mir leid, wenn ich Dich wieder genervt habe, aber so ist das Leben, man kann es nicht immer so haben wie man es sich wünschen täte. Mich nervt hier übrigens auch so Einiges, aber ich will mich nicht beklagen, mich hat keiner in dieses Forum gezwungen und mir führt auch keiner die Hand zum Tippen, wenn Du verstehst was ich meine!!
Valium gibt es beim Arzt und nicht bei mir!!!

Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 19.03.2010 18:23 | nach oben springen

#43

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 18:29
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von S51
Sicher? War das nicht der Bundespräsident 1963? Hieß der nicht Lübke? Hatte er nicht einigen Grund, sich abzugrenzen?



Das hatte ich vielleicht etwas unklar ausgedrückt: Den Begriff "Unrechtsstaat" gab es natürlich seinerzeit schon (auch für die Zeit vor 1945, für das Dritte Reich und die Sowjetunion). Aber während des Kalten Krieges war er vergleichsweise unüblich --- die Rede von Bundespräsident Lübke zum 10. Jahrestag des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 war da also eher die Ausnahme.

Daß Lübke von Ost-Berlin in übler Weise angefeindet wurde, ist richtig --- in seiner Ablehnung des sowjetzonalen Regimes stand er aber damals in breiter Gesellschaft.

Zitat
Und das er (der Begriff Unrechtsstaat) in den letzten Jahren verstärkt benutzt wird, hat das nicht eher damit zu tun, dass unsere Politikerkaste merkt, dass ihre blühenden Blumenteppiche in den Augen der Bevölkerung zu welken beginnen? Und sie etwas braucht, um ihr Verhalten, sei es bei Abschöpfen der Bürger, bei wohl sehr bewußten Verletzungen des Grundgesetzes in den letzten Jahren von dem der DDR-Politik abzugrenzen, weil die Ähnlichkeit sonst zu sehr auffällt?



Nein, das würde ich nicht so sehen.

Vielmehr dürfte es damit zusammenhängen, daß die Rücksichtnahme auf ostdeutsche Befindlichkeiten immer mehr an Bedeutung verliert. Vor ein paar Jahren sagte man noch, Bundestagswahlen würden im Osten gewonnen --- das ist heute nicht mehr so.

Auf der anderen Seite ist in den letzten Jahren festzustellen, daß insbes. junge Menschen über die DDR z.T. erschreckend wenig wissen --- um dem abzuhelfen (z.B. in der Schule), sind griffige Ausdrücke wie "Unrechtsstaat" natürlich gut geeignet.

Zitat
Ist das nicht sehr politisch?



Das hatten wir ja an anderer Stelle bereits erörtert: Der Begriff "Unrechtsstaat" ist ursprünglich ein politischer, inzwischen aber auch ein juristischer Begriff.


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#44

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 18:40
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von karl143
Beispiel dafür ist zum B. das Fehlen der Verwaltungsgerichte. Wo konnte der Bürger diese Rechte einklagen? Sage mir wo?



Hallo Karl,

dies war in der DDR nicht über den Weg der Klage, sondern über den Weg der Eingabe geregelt. Zu diesem Zwecke gab es auch das "Gesetz über die Bearbeitung der Eingaben der Bürger" , welches dir scheinbar nicht bekannt ist. Dieses Ersetzte den bis dahin gültigen "Erlaß des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik über die Bearbeitung der Eingaben der Bürger" in dem diese Rechte auch schon festgeschrieben waren.

Damit war das Fehlen der Verwaltungsgerichte durch die Möglichkeit der Eingabe bestens kompensiert und dein Beispiel auch keine Begründung für einen angeblichen "Unrechtsstaat"!


Natuerlich kompensiert ein feudales "Gnadengesuch" (nichts weiter war die Eingabe) keine Verwaltungsgerichtsbarkeit. So konnte z.B. die Rechtmaessigkeit/Verfassungsmaessigkeit von Gesetzen nicht mittels Eingaben geprueft werden.

-Th


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#45

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 18:41
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Alfred

Zitat von karl143
Tatsache ist doch aber, das alles was kein Rechtsstaat ist - ein Unrechtsstaat ist. Es gibt Recht und Unrecht. Dazwischen gibt es nichts.

Karl,
dann nur mal eine Frage.
Die USA halten sich seit Jahren nicht an Regeln, was ist denn die USA für DICH ?


Und welche Regeln - das Territorium der USA betreffend - waeren das?

-Th


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#46

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 18:43
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von karl143
@ Feliks,
das war mir nicht bekannt. Es ist aber wohl ein Unterschied, ob ich als Bürger ein unabhängiges Gericht anrufen kann, oder ich habe ein Recht auf eine Eingabe. Wer bearbeitete denn die Eingabe?
Unabhängige Richter, oder staatliche Stellen?



Staatliche Stellen, die jedoch oft für den Bürger entschieden und sich wie ein unabhängiges Gericht peinlichst genau an die gesetzlichen Vorgaben hielten.
Hätten sie dies nicht getan, dann wären nach §13 jede Menge Nachteile möglich gewesen die niemand riskieren wollte.


... wobei allerdings die Gesetze oder Bestimmung an sich schon Unrecht sein konnten. Das Eingabeverfahren aenderte daran nichts.

-Th


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#47

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 18:52
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von ABV
Aber werden beispielsweise nicht noch heute in den USA bestimmten Bevölkerungsgruppen einzig und allein wegen ihrer Hautfarbe Menschenrechte vorenthalten?

Oha, was ganz neues, wer/welche Gruppe den?

Zitat von ABV
Hat nicht ein Präsident Methoden wie "Waterboarding" legitimiert um Geständnisse zu erlangen?

(1) wurde dies nicht vom Praesidenten "legitimiert" und
(2) wurde dies nicht im Geltungsbereich der US-Verfassung ausgeuebt.

-Th


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#48

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 19:10
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von CaptnDelta
... feudales "Gnadengesuch" (nichts weiter war die Eingabe) ...


Hallo Captn,

sorry, ich habe Respekt vor Dir. Aber dieser Vergleich ist Schwachsinn. Gerade angesichts der geltenden Rechtsvorschriften zur Beareitung ergibt sich schon ein Unterschied zur Handhabung in feudalen Zeiten.

Ach, da hab ich wohl gerade vergessen, dass man alle Rechtsvorschriften und Rechtsnormen in der DDR in Frage stellen kann, weil die DDR ja ein Unrechtsstaat war. Verzeihung liebe Freunde von der bürgerlichen Geschichtsschreibungsfront. Verflixt! Ich bitte um Gnade!!!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#49

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 19:16
von Alfred | 6.854 Beiträge

CD,

in welchen Geltungsbereich gehört denn Guantanamo oder der Vietnamkrieg ?


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#50

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 19:27
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Alfred
CD,

in welchen Geltungsbereich gehört denn Guantanamo oder der Vietnamkrieg ?

Du solltest mir eigentlich die sogenannten "gebrochenen Regeln" nennen. Welche sind das?

-Th


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#51

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 19:28
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Rainman2
Ach, da hab ich wohl gerade vergessen, dass man alle Rechtsvorschriften und Rechtsnormen in der DDR in Frage stellen kann, weil die DDR ja ein Unrechtsstaat war.



Genau.

Zitat
Verzeihung liebe Freunde von der bürgerlichen Geschichtsschreibungsfront.



Du mußt diese Sichtweise ja nicht übernehmen --- du solltest sie aber kennen.


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#52

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 19:38
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Rainman2

Zitat von CaptnDelta
... feudales "Gnadengesuch" (nichts weiter war die Eingabe) ...


Hallo Captn,

sorry, ich habe Respekt vor Dir. Aber dieser Vergleich ist Schwachsinn. Gerade angesichts der geltenden Rechtsvorschriften zur Beareitung ergibt sich schon ein Unterschied zur Handhabung in feudalen Zeiten.


Rainman,

sicher, verwaltungmaessig waren Eingaben in der DDR anders/besser organisiert als feudale Gnadengesuche, zumindest mussten diese Eingaben in der DDR schon mal angenommen werden. Das war allerdings hier nicht der Punkt, sondern beispielsweise:
(1) Konnte man seine seine Ausreise per Eingabe bewirken?
(2) Konnte man verfassungsmaessig unrechte/fragliche Paragraphen wie z.b. § 99, § 100, § 214, § 220 per Eingabe auf Verfassungsmaessigkeit pruefen lassen?
usw., es gibt hier noch tausende ander Beispiele.

Nachdem hier im Thread das Eingabewesen der DDR als Alternative zur Verwaltungsgerichtsbarkeit dargestellt wurde, gings mir drum das in den entsprechenden Kontext zu setzen. Dabei faellt es auf das das Eingabewesen einem feudalen Gnadengesuch viel naeher steht als einer Verwaltungsgerichtsbarkeit. Das es nicht *genau* das gleiche ist stimmt schon, da haette ich 'so aehnlich' schreiben sollen, mea culpa.

-Th


zuletzt bearbeitet 19.03.2010 19:42 | nach oben springen

#53

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 19.03.2010 20:00
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von wosch
... Daß Du heute sagen kannst, was immer Du möchtest, dafür sind Hundertausende bzw. Millionen in der ehemaligen DDR auf die Straße gegangen!! Nur alleine dafür sollte man sich schon mal bei Ihnen bedanken!!!


Habe ich bereits, auch in diesem Thread.

Zitat von wosch
... Hast Du schon mal daran gedacht daß es auch Menschen gibt, denen großes Unrecht widerfahren ist und die hier von einigen Leuten erzählt bekommen, daß wäre Alles nicht so gewesen, nur weil sie selber an dem ganzen Schlammassel mitgewirkt hatten?


Ich habe mich sogar mit solchen Menschen schon unterhalten. Ich bin auch deswegen hier im Forum aktiv und setze mich dafür ein, dass sich die Leute auch begegnen, weil sie dann miteinander reden können.

Zitat von wosch
... Dich nervt nur der Begriff "Unrechtsstaat" aber das Unrecht als Solches streitest Du nicht ab? Das ist wie mit dem Wasserglas; nicht halbvoll und nicht halbleer!!


Manchmal, wosch, und gerade im politischen Streit, geht es auch um Begriffe. Entschuldige, dass ich als Politikwissenschaftler dazu vieleicht ein etwas anderes Verhältnis habe. Die Auseinandersetzung mit dem was war, ist das eine. Da gehe ich gegen niemanden vor, der seine Erfahrungen darlegt. Aber wenn mit unrichtigen Begriffen herumgeworfen wird, darf ich mich auch mal zu Wort melden.

Zitat von wosch
... Kannst Du Dir nicht vorstellen wie es die nervt, die unter diesem Unrecht zu leiden hatten, wenn man ihnen klarmachen will: Alles auf gesetzlicher Grundlage, also Alles rechtens?


Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Deshalb spreche ich auch von Unrecht. Ich sehe mich also hier nicht in der unter "man" angesprochenen Kategorie.

Zitat von wosch
... Nein Klaus-Peter, in diese Leute kannst Du Dich nicht reinversetzen, denn Du befand´st Dich ja auf der sicheren Seite, ohne Ambitionen nach irgendwelchen Freiheiten die man Millionen Menschen vorenthalten hatte.


Dies ist eine simple Unterstellung. Was ich weiß und wohinein ich mich versetzen kann, davon dürftest Du sehr wenig Ahnung haben. Ein paar Zeilen, die man austauscht, schaffen kein Kennen. Ich weiß nicht, wer Du bist und ich verkneife mir auch öffentliche Spekulationen über Menschen hier im Forum.

Zitat von wosch
... In diesem Zusammenhang täte mich schon mal interessieren was ein Politoffizier den Soldaten vermitteln mußte und wohl auch tat! Dafür wird es wahrscheinlich auch Direktiven gegeben haben, die wohl aber nur für den Dienstgebrauch bestimmt waren!?!


Es gab für Politoffiziere die verschiedensten Direktiven. Das begann bei denen für sie bestimmten Abschnitten in den Dienstvorschriften, ging über interne Befehle und Weisungen (übrigens selten VS) weiter, beinhaltete Parteidirektiven, Schulungseinweisungen. Wir können dieses Thema gern in einem anderen Thread besprechen. Hier würde es den Rahmen sprengen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 19.03.2010 20:42 | nach oben springen

#54

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 20.03.2010 06:56
von CaptnDelta (gelöscht)
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Nachdem es hier schon in einigen Beitraegen um diese "Eingaben der DDR" ging:
hier mal ein konkretes Beispiel einer Eingabe, welche im Spiegel 1988 veroeffentlicht wurde.
Die Eingabe selbst lag zum Zeitpunkt der Veroeffentlichung im Spiegel schon laenger den DDR Behoerden vor, und war auch schon beantwortet.


(quelle)

Vielleicht koennten wir, in Zusammenarbeit mit den "zustaendigen Organen", die Antwort auf diese Eingabe finden?

-Th

PS: Der Artikel passt auch in einigen anderen Threads.
PPS: langsam driftet das natuerlich off-topic. Ich werde die Beitrage zu den Eingaben bei Gelegenheit abtrennen.


zuletzt bearbeitet 20.03.2010 08:24 | nach oben springen

#55

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 20.03.2010 08:36
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von ABV
--------------------------------------------------------------------------------
Aber werden beispielsweise nicht noch heute in den USA bestimmten Bevölkerungsgruppen einzig und allein wegen ihrer Hautfarbe Menschenrechte vorenthalten?

Captn Delta, ich meinte damit den Umgang mit den Ureinwohnern, den "Native Americans" oder auch Indianern und den Schwarzen. Deren Bürgerechte bestehen, soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann, doch auch heute noch in vielen Fällen nur auf dem Papier. Das sich die Verhöre unter Anwendung von Foltermethoden und mit Wissen vom früheren Präsidenten G.W. Bush, außerhalb der USA abspielten, ändern nichts an der Grundaussage. Es handelt sich um Unrecht, da der Zweck nun einmal nicht die Mittel heiligt. Aber mit der Bewertung der DDR haben diese Vorgänge natürlich nichts zu tun. Die DDR-Regierung war nicht demokratisch gewählt und somit für Entscheidungen nicht legitimiert.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 20.03.2010 08:38 | nach oben springen

#56

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 20.03.2010 09:49
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von ABV
Zitat von ABV
--------------------------------------------------------------------------------
Aber werden beispielsweise nicht noch heute in den USA bestimmten Bevölkerungsgruppen einzig und allein wegen ihrer Hautfarbe Menschenrechte vorenthalten?

Captn Delta, ich meinte damit den Umgang mit den Ureinwohnern, den "Native Americans" oder auch Indianern und den Schwarzen. Deren Bürgerechte bestehen, soweit ich das aus der Ferne beurteilen kann, doch auch heute noch in vielen Fällen nur auf dem Papier.

Uwe, ich bin ein echter Fan deiner Beitraege zur damaligen DDR-Zeit, allerdings mit dem Thema haste dich glaub ich einigermassen verhoert, und ich muss ehrlich sagen ich bin ein bisserl geschockt. Von daher wird dies warscheinlich ein etwas laengerer Beitrag:

Nur als erstes 'native americans' und 'Indianer' sind das gleiche. Die Rechte fuer alle Einwohner sind die gleichen.

Amerika hat eine holprige Vergangenheit mit ihren natuerlichen Einwohnern, das spiegelt sich auch heute noch wieder, darauf werd ich zurueckkommen. Diese wurden im Zuge der Besiedelung in erster Linie nach Westen gedraengt, allerdings wurde man damals auch gewahr das dies nicht weiter durchfuehrbar war. Bezeichnend zum Beispiel das ein Mitglied der Seneca Indians den Text zur Kapitulation waehrend des Sezessionskriegs schrieb, welcher von der gegnerischen Seite damit kommentiert wurde das "zumindest ein amerikanischer Patriot dabei ist", worauf der (indianische) Schreiber antwortete: "We're all Americans here".
Dies setzt sich fort ueber Indian's welche im Spanish–American War um die Freiheit Kuba's kaempften bis zum zweiten Weltkrieg, etc. Das ist sicher nicht alles, was sich da jemals abgespielt hat, da koennte man recht lange drueber schreiben, oder ueber ein paar Biere drueber dikutieren...

Heute isses so das Native's aufgrund der Gesetzgebung eher bevorzugt werden. Zum Beispiel bekommt man (ab einer gewissen indianischen Abstammung) alle Ausbildung bezahlt. Meine Frau ist z.B. 3/16 indianischer Abstammung, was hier bedeutet das man von College-Ausbildungskosten freigestellt wird, siehe 'Indian Self-Determination and Education Assistance Act of 1975".
Ein anderer Praezedenzfall, 'Seminole Tribe v. Butterworth', erlaubt Indians auch finanziell recht unabhaegig zu werden, indem auf ihren eigenen Territorien (Reservaten) die normalen Gesetze des Staates (nicht des Bundes) nicht wirken(1). Das heisst das in praktisch in sehr vielen Indianerreservaten inzwischen Casinos eingerichtet sind, manche welche inzwischen enorme Dimensionen (mini Las Vegas) angenommen haben (dumm sind die Indians auch nicht).

Zu den 'Schwarzen' sag ich mal noch nix, allerdings koenntest Du mal 'Affirmative Action' googlen.

Zitat von ABV
Das sich die Verhöre unter Anwendung von Foltermethoden und mit Wissen vom früheren Präsidenten G.W. Bush, außerhalb der USA abspielten, ändern nichts an der Grundaussage. Es handelt sich um Unrecht, da der Zweck nun einmal nicht die Mittel heiligt.

Das Thema ist irgendwo ein anderes, das hat nichts mit der Unterdrueckung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe zu tun (wenn irgendein amerikanischer Indianer oder andersweitig Farbiger da jemals war, die sind schon lange nicht mehr in Guantanamo, und wurden vor ein Gericht in den USA gestellt)

Das Thema Guantanamo hatten wir auch schon im chat, dazu sollten wir ein eigenes Thema aufmachen. Waere warscheinlich auch interessant, da auch diesbezueglich nicht alles richtig is was in den deutschen Medien dargestellt wird.

-Th


zuletzt bearbeitet 20.03.2010 10:32 | nach oben springen

#57

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 20.03.2010 11:21
von ABV | 4.202 Beiträge

@Captn Delta
Da muss ich wohl Abbitte tun. So ist es wenn man als Außenstehender über etwas schreibt, was man nur vom Hörensagen kennt. Das Native Americans und Indianer das selbe sind, ist mir ja klar. Unklar war da wohl nur meine Ausdrucksweise.
Die von dir geschilderten Fakten waren mir bislang völlig unbekannt.
Auch wenn wir beim Thema Indianer waren, hoffe ich doch das du jetzt nicht das Kriegsbeil gegen mich ausgräbst?

Viele Grüße über den Großen Teich
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#58

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 20.03.2010 12:15
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von CaptnDelta
Nachdem es hier schon in einigen Beitraegen um diese "Eingaben der DDR" ging:
hier mal ein konkretes Beispiel einer Eingabe, welche im Spiegel 1988 veroeffentlicht wurde.
Die Eingabe selbst lag zum Zeitpunkt der Veroeffentlichung im Spiegel schon laenger den DDR Behoerden vor, und war auch schon beantwortet.


Vielleicht koennten wir, in Zusammenarbeit mit den "zustaendigen Organen", die Antwort auf diese Eingabe finden?

-Th




Da das KKW Bruno Leuschner über eine eigene OD verfügte, würde ich jetzt vermuten das diese in irgendeiner Form eingebunden wurde. Wenn du jetzt die Antwort lesen möchtest müßtest du dich entweder an den Spiegel wenden und so versuchen an einen der 40 Arbeiter zu kommen oder einen enstprechenden Forschungsantrag bei der BStU stellen.
Dies ist uns leider nicht möglich, die Antwort und weitere in diesem Zusammenhang beschlossene Maßnahmen würde mich allerdings auch interessieren.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 20.03.2010 19:43 | nach oben springen

#59

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 20.03.2010 21:50
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von Angelo
Berlin (dpa) - Der Bundestag setzt heute seine abschließenden Beratungen über den Bundeshaushalt 2010 fort. Am dritten Tag stehen die Einzeletats für die Ressorts Inneres, Justiz, Familie und Bildung auf der Tagesordnung. Endgültig verabschiedet werden soll der Gesamtetat an diesem Freitag.

weiter lesen hier

http://de.news.yahoo.com/26/20100318/tde...ah-e7455f6.html


ein großer tag für die demokratie. zum ersten mal war im palast der repupublik ein kurzer hauch von demokratie und freiheit. es ging alles so schnell. mann konnte es kaum glauben. 5 monate vorher feierten die betonköpfe der ddr noch 40 jahre ddr und dann das. 12 parteien zogen in die neue volkskammer ein. ard , zdf, bbc waren dabei und berichteten. unglaublich. aber wunderschön. eine schande das dieses gebäude mit so einer geschichte abgerissen werden muste.



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#60

RE: Bundestag erinnert an Volkskammerwahl 1990

in Themen vom Tage 21.03.2010 07:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Sonny
[
Du mußt diese Sichtweise ja nicht übernehmen --- du solltest sie aber kennen.



Ah stimmt, haben wir vergessen. Wie hieß das doch gleich: Die ... hat immer recht


GK Nord, GR 20, 7. GK
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