#41

RE: Teske und andere

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.03.2010 11:05
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von CaptnDelta

Zitat von Alfred
ABV,

Teske hatte j e w e i l s im fünfstelligen Bereich Mark der DDR und DM unterschlagen u.a. duch das fälschen von Quittungen.

Das wesentliche waren ~22,000 DM, oder, Alfred?

-Th



Er nun wieder


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#42

RE: Teske und andere

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 20.03.2010 11:14
von ABV | 4.204 Beiträge

@Alfred
Danke für deine Auskunft Alfred. Das wirft natürlich ein schlechtes Licht auf Teske. Aber die Todesstrafe hat er trotzdem nicht verdient. Aber das steht wohl auf einem anderem Blatt.

Grüße an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#43

RE: Teske und andere

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.03.2010 18:26
von Merkur | 1.026 Beiträge

ABV,

ich hatte vor längerer Zeit schon mal etwas zu Teske geschrieben:

Werner Teske wurde 1942 in Berlin geboren und studierte von 1960-1964 an der HUB Finanzökonomie. Nach gutem Abschluss wurde Teske Assistent am Institut für Finanzen und stieg 1966 zum Oberassistenten auf. Da er mehrfach Studiengruppen aus der Bundesrepublik betreute, wurde das MfS auf Teske aufmerksam.

Am 01.06.1067 wurde Teske als IM verpflichtet und durch die HV A mehrfach im Operationsgebiet eingesetzt. Im Juli 1968 wurde Teske als Perspektivkader für das MfS bestätigt, 1969 erfolgte die Einstellung beim SWT der HV A mit dem Dienstgrad Leutnant.

Im Jahre 1971 wurde Teske zum Oberleutnant beföderert, 1975 zum Hauptmann.
1974 war Teske in der Bundesrepublik mit einer Delegation aus der DDR zur Fußball-WM und 1976 in Österreich bei den Olympischen Winterspielen.
Die Einsätze in der Bundesrepublik, so wurde später festgestellt, sollten sein Leben verändern. Seine Frau, die bereits 1966 wegen Diebstahls einer Geldbörse mit 2600 Mark Inhalt, zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt wurde, fand an den Geschenken, die Teske ihr von seinen West-Reisen mitbrachte Gefallen und verlangte mehr. Da es in der Teske-Ehe kriselte meinte Teske, dass er seine Frau mit Geschenken halten könne.

Daher begann er mit der Unterschlagung von IM-Geldern. Teske trug auf den Finanzkontrollkarten höhere Auszahlungen ein, als sie wirklich an die IM erfolgten. Daneben fälschte er Quittungen von IM durch die Eintragung höherer Beträge oder ließ sich Blankobelege ausstellen. Auch forderte Teske zusätzliche finanzielle Mittel an, indem er auf den Formularen höhere Summen vermerkte oder die Unterschrift seines Referatsleiters fälschte.

Diese Manipulationen blieben über Jahre unbemerkt. Von 1976 bis 1980 unterschlug Teske insgesamt 20 800 DM und 21 478 Mark der DDR. Damit wurden Einkäufe im Intershop getätigt und der Ausbau seines Bungalows bei Röbel finanziert.
Seine Frau konnte er durch teure Geschenke und Ferienfreuden an der Müritz aber nicht halten, Teske ertränkte seinen Kummer im Alkohol. Hinzu kamen dienstliche Probleme, 1978 erfolgte ein "Strenger Verweis" , 1980 sollte Teske wegen unzureichender Leistungen aus dem MfS entlassen werden.

Werner Teske kamen nun Gedanken, sich in den Westen abzusetzen. Dort hoffte er nach der Offenbarung seines operativen Wissens beim BND in der Ostforschung arbeiten zu können. Um gegenüber bundesdeutschen Diensten glaubwürdig zu erscheinen begann er im August 1978 damit, Unterlagen aus der HV A in seine Wohnung zu verbringen. Am 17.08.1978 traf sich Teske mit einem West-IM auf dem vom Westen her frei zugänglichen Teil des Bahnhofes Friedrichstraße. Teske überlegte, sich hier nach Westberlin abzusetzen, verwarf aber den Gedanken wieder.

Teskes Dienstauffassung ließ immer mehr nach, Selbstzweifel, Eheprobleme und der Alkohol setzten ihm zu. Die Situation spitzte sich zu, Teske erschien nicht mehr zum Dienst. In einer damaligen Einschätzung zu Teske heißt es:
"Fortlaufende Verletzung der dienstlichen Pflichten, Arbeitsbummelei und Verlogenheit charakterisieren den Gen. Dr. Teske. Dies zeigt, dass seine politisch-ideologische und moralische Haltung eines Genossen und Offiziers unwürdig ist und mit den Aufgaben und dem Ansehen unseres Ministeriums nicht in Übereinstimmung steht."

Am 29.08.1980 wurde Hptm. Teske beurlaubt.

Bei einer anschließenden internen Überprüfung wurde die Unterschalgung von IM-Geldern bekannt. Deshalb wurde Teske am 04.09.1980 in einem konspirativen Objekt der HA KuSch festgesetzt und umfassend befragt. Er verhielt sich dabei kooperativ und räumte die Unterschlagungen ein. Am 09.09.1980 wurde auch seine Ehefrau vernommen, gleichzeitig kam es zu einer konspirativen Durchsuchung der Wohnung. Auf Vorhalt gab Teske die Verbringung von Unterlagen der HV A in seine Wohnung zu.
Nun erfolgte eine offizielle Durchsuchung der Wohnung, dabei wurden operative Unterlagen der HV A gefunden (insgesamt 700 Blatt interner Vorgänge und mehrere Mikrofilme mit über 2 000 Blatt operativer Unterlagen sowie sonstige Unterlagen).

Bei den weitreren Vernehmungen in der Nacht zum 11.09.1980 erklärte Teske, die Unterlagen für den BND gesammelt zu haben und flüchten zu wollen.

Anschließend erfolgte Teskes Inhaftierung in der UHA Berlin-Hohenschönhausen, hier erfolgten weitere Untersuchungen.

Am 30.03.1981 wurde der Schlussbericht zum Untersuchungsvorgang Teske gefertigt. Darin wurde die Gefährdung hunderter MfS-Mitarbeiter und IM hervorgehoben. Außerdem hieß es darin, dass Teske erwogen haben sollte, über eine Cousine aus Westberlin, Kontakte zum BND aufzunehmen.



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#44

RE: Teske und andere

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.03.2010 17:47
von Merkur | 1.026 Beiträge

[quote="Zermatt"]
"Wehe dem Mitarbeiter der aus dem MFS entlassen wurde.Ein umfassendes System,geschaffen von den früheren Dienstvorgesetzten,ausgeführt von der Hauptabteilung Kader und Schulung,sorgte dafür,das sienie wieder auf die Beine kamen.Das Mfs überwachte sie bis an ihr Ende als potentielle Feinde.
Gerade die Achse Kratsch/Möller,beide in der Hauptabteilung 2 grossgeworden,spielte im Mfs diesbezüglich eine verhängnisvolle Rolle.

/quote]

Hallo Zermatt,

kannst Du mal den Titel des Buches nennen ?



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#45

RE: Teske und andere

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.03.2010 19:33
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Ja bitte,das Buch heisst:

Stasi und kein Ende-Die Personen und Fakten.

Manfred Schell/Werner Kalinka

1991



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#46

RE: Teske und andere

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.03.2010 22:56
von Thunderhorse | 4.024 Beiträge

Zitat von Zermatt
Ja bitte,das Buch heisst:
Stasi und kein Ende-Die Personen und Fakten.
Manfred Schell/Werner Kalinka
1991



Ullstein
3 548 34773 8


"Mobility, Vigilance, Justice"
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