#21

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 12.03.2010 23:04
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Boelleronkel
eigentlich eine schoene Gegend da im Werrathal
Man kann sich ja irren,aber was laeuft denn da heute in der Kaliecke ab.

Die Einwohner der Ortschaften um Gerstungen,Lauchroeden haben Probleme mit dem Wasser.
Guckst du mal im Internet bei den Seiten der oertlichen Kommunen.
Kann mich ja auch irren.Glaub ich aber nicht.



Oje, die Werra ist ein Sonderfall...

Das liegt daran, daß es nach wie vor erlaubt ist, erheblich größere Schadstoffmengen in die Werra zu leiten als in andere Flüsse. (M.W. ist die Grundlage dafür ein Gesetz aus dem Jahr 1942, zugunsten der "kriegswichtigen Kali-Industrie" --- solche Dinge sind ja oft sehr zählebig...)

Zu Zeiten der deutschen Teilung fiel das nicht weiter auf, denn speziell bei der Werra (die ja mehrfach die Innerdeutsche Grenze überquerte) konnte man im Westen alles auf die DDR schieben --- erst als der Wasserzustand der Werra (und im Anschluß der Weser) auch nach 1990 nicht im selben Maße besser wurde wie bei anderen Flüssen im (bzw. aus dem) Osten, da wurde man wieder auf das o.g. Gesetz aufmerksam --- doch bis heute hat sich daran wenig geändert...


Mitunter führt das zu bizarren Auswüchsen: So wird von Neuhof an der Fulda eine Pipeline mehr als 50 km zur Werra errichtet, um dort die Abwasser einzuleiten --- in die Fulda dürfte man sie nicht leiten; daß Werra und Fulda später zusammenfließen, bleibt unberücksichtigt...

Ich kann jeden verstehen, der über so etwas nur noch den Kopf schüteln kann --- mir geht es nicht viel anders...


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#22

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 02:24
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat von Augenzeuge

@Gilbert
Alternativen? Gab es genug, man hat sich aber nur ungenügend darum gekümmert.
Neben der Braunkohle gab es auch noch Erdgas und kleinere Atomkraftwerke zur Energieversorgung. Von den vielen Wasserkraft- und Pumpspeicherwerken der DDR ganz zu schweigen. Andere Länder in Europa haben auch keine Braunkohle und müssen überleben. Wo ist der Sinn, wenn ich den Ast, auf dem ich sitze absäge, nur weil es kalt ist und ich Holz brauche?


sorry @augenzeuge, das zeitalter der atomenergie begann auch erst sehr spät. viele länder haben als hauptenergieträger steinkohle genutzt. die hatte die ddr nun mal nicht. die diesbezüglichen hauptabbaugebiete lagen in schlesien/ polen.
versuch bitte wirklich mal, dich in die damalige zeit zurück zuversetzen... ehrlich, es gab keine alternativen

ich fand es nur pervers wie man mit den leuten umging, die auf dieses umweltproblem hinwiesen...anderseits hatten die umweltaktivisten auch nichts besseres zu tun als "kennzeichen d" zu informieren...




@GW:
damit machst Du dich laecherlich: Wohin haette man denn gehen sollen? Es war doch jedem klar das man Schriften wie z.B. die Pechblende in der DDR ohne Schutz von aussen nie haette veroeffentlichen koennen. Das einzige was vor groesseren Repressalien von deiner Firma schuetzte war Bekanntheit bei westlichen Organisationen wie Greenpeace oder Amnesty International, oder eben auch bei Fernsehmagazinen wie "Kennzeichen D". Schon paradox, das man in der DDR erst noch eine extra "Straftat" begehen musste um Repressalien zu entgehen.

Als 1988 die Pechblende (komplettes Dokument unten angehaengt) aus der DDR geschmuggelt wurde, hat man erst sichergestellt das alle Namen der Beteiligten bei Greenpeace und AI bekannt waren. Nur als es sicher war das wir alle Namen im Westen hatten wurde das eigentliche Dokument (ueber drei Routen fast gleichzeitig) geschmuggelt, unsere war ueber Prag. Die anderen waren schneller, unsere Kopie wurde nicht mehr gebraucht.
Wie eure Firma mit dem Autor umging kannste hier lesen. Der OV zu Beleites war 'Entomologe' oder so aehnlich.



@Augenzeuge,
Sei froh das dein Wunsch nach Nutzung der Atomkraft in der DDR nicht realisiert wurde, ansonsten staende jetzt warscheinlich ein Sakopharg wie in Prypjat irgendwo in Deutschland, mit zugehoerigen Geisterstaedten, etc. Auch der der Uranabbau hat schon genuegend schlimme Umweltschaeden im Erzgebirge angerichtet, siehe Dokument unten.

-Th


Dateianlage:
zuletzt bearbeitet 17.03.2010 03:41 | nach oben springen

#23

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 08:53
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta


@Augenzeuge,
Sei froh das dein Wunsch nach Nutzung der Atomkraft in der DDR nicht realisiert wurde, ansonsten staende jetzt warscheinlich ein Sakopharg wie in Prypjat irgendwo in Deutschland, mit zugehoerigen Geisterstaedten, etc. Auch der der Uranabbau hat schon genuegend schlimme Umweltschaeden im Erzgebirge angerichtet, siehe Dokument unten.

-Th



Ja, CD, ich glaube, hier hast du recht. Deshalb kann man nur dankbar sein, dass die Wende kam. Wer weiß, wo diese Entwicklung des Raubbaus an der Umwelt noch hingegangen wäre....aber in einem bin ich mir sicher, in der Saale gäbe es heute noch keine Fische....
Heute ist aus den verseuchten Landschaften wieder Natur geworden, ich denke da an Bitterfeld, Buna, Leuna etc.

Allerdings, die Geisterstädte werden noch kommen, in spätestens 15 Jahren wird es sie aufgrund des demografischen Wandels geben. Die Ursachen hierfür sind aber andere.
AZ


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#24

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 09:38
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

respekt, respekt @captn, du beschreibst eine straftat und ich mache mich dabei "lächerlich"...

hier

Zitat
Sei froh das dein Wunsch nach Nutzung der Atomkraft in der DDR nicht realisiert wurde, ansonsten staende jetzt warscheinlich ein Sakopharg wie in Prypjat irgendwo in Deutschland, mit zugehoerigen Geisterstaedten, etc.


zeigst du, das du von kraftwerksanlagenbau und atomkraftwerken in der ddr keine ahnung hast. manchmal wäre es auch für dich besser einfach mal... zu schweigen.

p.s. auch die gesundheitlichen gefahren des uran- abbaues sind spät bekannt geworden bzw. wurden lange, lange in dieser dimension unterschätzt.


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#25

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 13:48
von Mongibella (gelöscht)
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Gilbert, du bist noch ne Antwort schuldig zu Captn Deltas Frage....wo hätte unsereins hingehen können um Umweltfrefel anzuprangern....???

Im Westen gab es zumindestens Organisationen, die soetwas öffendlich gemacht haben....

groetjes

Mara


zuletzt bearbeitet 17.03.2010 13:51 | nach oben springen

#26

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 14:10
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

ich weiss @mara, es wäre die quadratur des kreises geworden...

ich habe die grün-gelben bäche in sachsen gesehen und wenn man die umweltprobleme ansprach bekam man als antwort, wir werden und drum kümmern, wenn wir dafür geld haben.

im kraftwerk jänschwalde habe ich mal den dortigen parteisekretär angesprochen, ob es stimmt, was die arbeiter sich im morgenzug erzählen...
das in der nacht die schwefelfilter der schornsteine ausgeschaltet werden um strom zu sparen. nach 4 wochen bekam ich dann eine antwort, dass die untersuchung ergeben hätte, dass wirklich die filter ausgeschaltet worden sind, weil die mitarbeiter in der nachtschicht in der schaltzentrale, ein paar seltsame spielchen trieben, anstatt sich um ihre eigentliche arbeit zu kümmern...


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#27

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 14:30
von Mongibella (gelöscht)
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Krass wie es damals in der DDR war Gilbert, danke für die Antwort.....als frischgebackener Kapitalist wollte ich ja natürlich auch mein Geld machen, so kaufte ich von nem Bekannten seinen alten Polo, packte den Kofferraum voll mit Raufasertapeten und fuhr los in den wilden und dreckigen Osten um alles wieder zu verkaufen....ich war auch da wo die Braunkohle gefördert wurde und fühlte mich wie auf dem Mond....echt wahr, es sah da sehrsehr schlimm aus und ich werd's wohl auch nich wieder vergessen.....

....später hab ich ja in Holland gewohnt, ganz unten drin und um in's Ruhrgebiet zu kommen, kam ich auch an der westlichen Braunkohle vorbei....es war schon ein Unterschied wie Tag und Nacht....klar stehen um Garzweiler und Grevenbroich sehr viele Kraftwerke, aber soein Dreck stiessen und stossen die nich aus als was ich da tief im Osten sah....

....schade, das eurer Verein da dicht gemacht hat und jeden, der sich für ne saubere Umwelt eingesetzt hat so dermassen verfolgt hat.....ihr selber konntet wohl auch nichts tun, war wohl alles so vorgegeben....es durfte auf Teufel komm raus nichts nach draussen gelangen, das hätte ja das Ansehen der DDR geschadet....das dabei die eigene Bevölkerung, bzw deren Gesundheit dadrunter zu leiden hat, hat man wohl in Kauf genommen....

groetjes

Mara


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#28

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 15:28
von rhoenadler (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge
@RMR
Nein, Rainer, ich höre nicht auf mit diesen Themen. Es kommt mir so vor, als ob ich den Finger in deine Wunde lege. Nein, das ist nicht deine Wunde Rainer. Es hilft uns nicht weiter, wenn wir die Augen und die Ohren verschliessen. Es ist einfach nicht war, dass der Dreck der alte blieb. Schau heute in die lausitz, hat sich etwas verbessert, oder ist es so geblieben, in der Saale schwammen 1989 noch Schaumteppiche, heute leben wieder Fische in der Saale.
Ja, auch im Ruhrgebiet gibt es in der Ruhr Fische, Reiher uvm, dies gab es vor 40 Jahren nicht!
Das dazu.

Aber damit du mich nicht falsch verstehst und gleich der Satz mit der Nase kommt.....
mir geht es gar nicht nur um die DDR, mir geht es um das Ganze, um die Sache an sich. Dieser Film ist nur das krasseste Beispiel, was man in Deutschland heute noch findet. Einen alternativen Raubbau an der Natur im Westen würde ich mich gleicher Härte verurteilen. Wenn du wüsstest, wie heute hier die Wasserbehörden arbeiten, was sie kontrollieren- ich weiß es, dann würdest du sicher aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

@Gilbert
Alternativen? Gab es genug, man hat sich aber nur ungenügend darum gekümmert.
Neben der Braunkohle gab es auch noch Erdgas und kleinere Atomkraftwerke zur Energieversorgung. Von den vielen Wasserkraft- und Pumpspeicherwerken der DDR ganz zu schweigen. Andere Länder in Europa haben auch keine Braunkohle und müssen überleben. Wo ist der Sinn, wenn ich den Ast, auf dem ich sitze absäge, nur weil es kalt ist und ich Holz brauche?

Nachtrag:

Eine wirkliche Alternative zur Braunkohle als Energieträger würde im Abbau von Uran bestehen. Denn die DDR galt lange Zeit als das uranreichste Land Europas und hatte in den 50er Jahren die höchste Uranproduktion in Europa wie eine Analyse aus dem Jahr 1991 bestätigt.

Das System, was das beste für die Menschen sein kann, muss auch auf dieses Problem eine Antwort finden, in der Zukunft mehr noch als heute.
AZ



@ augenzeuge,

mit atomenergie, erdgas, wasserkraft und dergleichen liessen sich zur damaligen zeit wohl kaum die öfen des ddr-normalbürgers beheizen.
oder meinst du, zur damaligen zeit hätte jedes dorf ans fernwärmenetz angeschlossen werden können, oder gar erdgas?
und bei uran dürfte ja bekannt sein, wer da den finger drauf hatte...

apropo fische, ich möchte aus keinem der flüsse einen fisch essen (jedenfalls net wissentlich). wenn ich hier schon den main angucke, dann weiss ich was in rhein und ruhr schwimmt...
und was die werra angeht, damals schob man es immer auf die ddr und heute?
wer leitet lauge dort hinein? net mal das kriegen sie gebacken...


zuletzt bearbeitet 17.03.2010 15:30 | nach oben springen

#29

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 15:43
von Mongibella (gelöscht)
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Zum Erdgas sag ich heut abend noch mal was.....ich saß ja schließlich anner Quelle.....aber jetz muß ich erstma fahren....

groetjes

Mara


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#30

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 15:53
von rhoenadler (gelöscht)
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mal noch anmerken muss; wir haben jedes jahr 100 zentner (5000 kilo / 5 tonnen = 1 w 50 - lkw-ladung) gepresste braunkohlebriketts im sommer bekommen und als 6-köpfige familie auch verbraucht, nebenbei noch kleinere mengen holz...
es wurde sogar nur die küche beheizt (ganztags) und ab dem späten nachmittag das wohnzimmer, samstags das bad.
kinderzimmer und schlafzimmer waren tabu dafür, selbst im winter.
da kann man sich ja leicht ausrechnen, wie viel Kohle die millionen ddr-bürger benötigten...


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#31

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 16:04
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@rhoenadler, dabei ist ja das problem, dass die braunkohle einen weitaus geringeren heizwert als steinkohle hat. vorallem enthält braunkohle mehr schwefel. das wir durch die geografische situation der bodenschätze beschi... dran waren erwähnte ich ja bereits.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#32

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 16:15
von rhoenadler (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow
@rhoenadler, dabei ist ja das problem, dass die braunkohle einen weitaus geringeren heizwert als steinkohle hat. vorallem enthält braunkohle mehr schwefel. das wir durch die geografische situation der bodenschätze beschi... dran waren erwähnte ich ja bereits.




jo, soweit ich mich erinnere bestanden in der ddr nur zwei steinkohle - bergwerke.
steinkohle bekamen bei uns nur ganz wenige leute (mit beziehungen) und das in geringen mengen,
ebenso war es bei koks (spreche hier net von dem weissen pulver)...


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#33

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 16:42
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von rhoenadler

mit atomenergie, erdgas, wasserkraft und dergleichen liessen sich zur damaligen zeit wohl kaum die öfen des ddr-normalbürgers beheizen.
oder meinst du, zur damaligen zeit hätte jedes dorf ans fernwärmenetz angeschlossen werden können, oder gar erdgas?
und bei uran dürfte ja bekannt sein, wer da den finger drauf hatte...
apropo fische, ich möchte aus keinem der flüsse einen fisch essen (jedenfalls net wissentlich). wenn ich hier schon den main angucke, dann weiss ich was in rhein und ruhr schwimmt...
und was die werra angeht, damals schob man es immer auf die ddr und heute?
wer leitet lauge dort hinein? net mal das kriegen sie gebacken...



Nun, rhoenadler, du hast nicht verstanden, worauf ich hinauswollte. Mir ist auch klar, wie die Situation in der DDR war. Auch heute noch kann man nicht jedes Dorf ans Fernmeldenetz anschliessen.

Aber das war schon immer bekannt. Man hat sich überhaupt keine Gedanken um Alternativen richtig gemacht, meine Alternativen wären keine 100%ige Lösung gewesen, aber in der Summe hätten sie was gebracht. Hierbei hätte auch mit den "Freunden" eine Lösung zum Uran gefunden werden müssen.

Kaum einer hat sich doch getraut, mal tacheles zu reden. Und wenn es einer versuchte, wurde ihm (fast) eine feindliche Einstellung zum Staat untergejubelt. Und wenn ich auf einer Insel sitze und nur Bäume habe, kann ich nicht alles abholzen, was da ist. Nicht mal um die Verringerung der massenhaften Verschwendung von Energie hat man sich kümmern dürfen. Was hatten denn die Leitungen der Fernwärme für Wirkungsgrade? Wasser und Wärme gab es fast zum Nulltarif.
Zum Erdgas. Es konnte nicht besser verteilt werden, weil die Durchmesser der Leitungen zu gering waren und der Druckabfall zu groß war. Wieso konnte in einer Strasse, in der es eine Leitung gab, nicht mal 70% der Häuser versorgt werden, obwohl das Gas in der Menge da war?

Nun sollst du auch heute noch nicht einen Fisch aus der Saale essen. Mache ich auch nicht. Aber du solltest es schätzen und anerkennen, dass es heute überhaupt wieder Fische in der Saale um Halle gibt.
Warte noch 20 Jahre, dann können wir sie auch wieder essen, wenn man in diesem System nicht die gleichen Fehler wiederholt. Man hat bisher viel hinbekommen- ich frage mich, warum die Menschen dafür so blind sind.

Das gegen diese Handlungsweisen nichts unternommen wurde, war eigentlich der größte Verrat am aufbauenden System der DDR, aber teilweise haben das manche heute noch nicht begriffen. Sie trieben doch eher Menschen aus dem Land, die genau hier dagegen etwas tun wollten. Und sie stempelten nicht wenige zu Feinden des Landes ab, die doch wirklich etwas für eine bessere Zukunft tun wollten.
AZ


zuletzt bearbeitet 17.03.2010 16:44 | nach oben springen

#34

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 17:24
von ABV | 4.204 Beiträge

Ich habe in meinem heimatlichem Oderbruch zwei große Fischsterben erlebt, dass eine sogar live. An einem Sommerabend des Jahres 1982 angelte ich am Hauptgraben in der Nähe des Dorfes Sietzing. Plötzlich stiegen Fische alle Ort, darunter auch Aale und Hechte in Richtung Oberfläche. Die sonst so scheuen Fische zeigten sich derart benommen, dass ich sie mit bloßen Händen fangen konnte. Binnen weniger Minuten füllte sich das Wasser mit toten und sterbenden Fischen, ein Anblick der ein Anglerherz zerreißen konnte. Oder mit anderen Worten, ich fühlte mich wie in einem Umweltthriller. Später stellte sich heraus, dass man Fässer mit Pflanzengiften in dem Gewässer ausgespült hatte. Es dauerte Jahre bis sich die Umwelt wieder erholte. Das selbe ereignete sich fünf Jahre vorher, 1977, an einem anderen Gewässer des Oderbruchs. Ich erinnere mich noch wie heute an die großen Berge verfaulender Fische am Ufer des Gewässers. Mir ist nicht bekannt das der /die Verantwortlichen des Umweltfrevels je zur Verantwortung gezogen wurden. Auf der Polizeischule in Neustrelitz erzählte uns unser Lehrer, dass einige Betriebe in der DDR einen Extrafond für etwaige Umweltstrafen besitzen würden. Man hatte die Strafen schon von vornherein eingeplant. Immerhin waren diese um vieles billiger, als wenn man mit etwaigen Modernisierungsmaßnahmen Umweltverschmutzungen von vornherein vorgebeugt hätte. Die Orte Rüdersdorf und Herzfelde lagen vor 1989 stets unter einer dicken grauen Zementschicht. Das dortige Zementwerk produzierte nicht nur einen der Exportschlager Nummer 1 der DDR, den Rüdersdorfer Zement, sondern blies auch massenhaft Staub in die Umwelt. Niemand konnte etwa auf dem Hof seine Wäsche trocknen, selbst die Blätter der Bäume waren nicht grün sondern grau. Nach dem Ende der DDR sorgen nun Moderne Filteranlagen für eine saubere Luft, obwohl noch immer fleißig Zement verarbeitet wird.
Die Fische in der Oder schmeckten früher nach allem möglichen, nur nicht immer nach Fisch. Schuld daran war die Tatsache, dass die Abwässer der direkt an die Oder angrenzenden Städte Frankfurt und Eisenhüttenstadt ungeklärt in den Fluß gelangten. Zum Kompott ließen die Polen noch phenolhaltige Abwässer aus der Zellulosefabrik in Kostrzyn (Küstrin) in die Oder. An manchen Tagen schwammen dicke scharf riechende Flocken auf dem Wasser. Heute ist das Wasser der Oder so sauber, dass man wieder mit dem Besatz von Lachsen begonnen hatten. Der Lachs ist übrigens schon seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus der Oder verschwunden. Man hat also auch schon vor der DDR-Zeit herumgesaut.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#35

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 17:35
von rhoenadler (gelöscht)
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@ AZ,

ich glaube schon, dass ich dich verstehe.
aber machen wir es uns net manchmal zu einfach, hinterher etwas schlecht oder gut zu heissen?

du weisst sicher selber, dass die wissenschaftler und ingenieure der ddr net dumm waren.
sicher hatten sie auch in hinsicht energie, braunkohleabbau und dergleichen vergleichbare alternativen,
auch forschungen und planungen angestellt, aber was nutzte das alles,
wenn net sein konnte, was net sein darf...(siehe autoindustrie)
was braucht der proletarier noch mehr zum leben, als sein täglich brot?
was kümmerte und scherte es die genossen in berlin.
es wurde einfach verboten...
sie sassen ja mit ihrem arsch im trockenen, hatten sicher ihre fernheizung, ihren luxus, schwelgten in saus und braus...
was kümmerte es die genossen, wenn irgendwo um leipzig ein dorf der braunkohle zum opfer fiel?
was kümmerte es die genossen, sie lebten ihre 80, 90 jahre in wohlstand...
es kümmerte sie einen dreck, wenn sie nach ihrem ableben ihren nachfahren eine zerklüftete landschaft hinterlassen hätten...


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#36

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 19:39
von Mongibella (gelöscht)
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Die Situation mit dem Erdgas:

Es wurde Raubbau betrieben, das wußte jeder der beim VEB Erdgasförderung gearbeitet hat!

Die Lagerstätten wurden auf Deuvel komm raus angebohrt....ein jeder der sich mit dem Fördern von Erdgas beschäftigt weiß, daas eine Lagerstätte umso ergiebiger ist, je langsamer sie abgefördert wird....das war aber nicht der Fall....Lagerstätten mit einem Druck weit über 300 bar waren am Anfang garnichma so selten, nur fiehl der Druck entsprechend schnell da sie mehrmals angebohrt wurde, weil man riesige Mengen Gas augenblicklich benötigte....der Sÿstemdruck auf den Sammel und Feldstationen fïehl stetig....ich habe in meiner kurzen Zeit auf der Feldstation Heidberg den Abfall von 64 auf 61 bar mitgemacht, das ist ne Menge in einem Jahr....auch gab es kaum noch Sonden, die über 100 bar Eigendruck hatten....

....das ganze Erdgas wurde ja nun nach Schwedt transportiert qua Pipeline, nur reichte dieser Systemdruck schon kaum noch aus um das Gas bis dahin zu drücken....es wurde zu meiner Zeit also auf der Hauptsammelstation in Steinitz bei Salzwedel eine riesen Verdichterstation gebaut....superunrentabel und schweineteuer wie jeder wußte....auch wurden die Mengenregelungen auf den Ausgangsleitungen der einzelnen Feldstationen auf Druckregelungen umgebaut, meine Facharbeiterexamensarbeit handelte davon und ich mußte aufpassen nicht das Falsche aufzuschreiben, sollte ja nich so negativ klingen....

....das gesamte Gas unter der Altmark hätte die Region unabhängig machen können, aber zu DDR-Zeiten ist nichts davon in die Häuser gekommen, nee wir mußten weiter fleissig Kohlen schüppen und die Gegend verrußen....dabei wär Gas der ideale Brennstoff gewesen, man hätte es reinigen können und alle Nebenprodukte abscheiden und anders verwenden können....es kam so einiges mit hoch aus der Tiefe....jede Menge Quecksilber zB und andere Elemente....

....noch wat lustiges, wußte aber auch jeder....an der Grenze zum Landkreis Lüchow/Dannenberg wurde fast direkt an der Grenze gebohrt....nun kann man ja auch schräg bohren, bzw man kann den Bohrer beliebig lenken....bei ner Teufe von 3-4 km kann man locker bis zu 2-2,5 km unter die BRD kommen um das Gas da abzufördern...und ja so wurde es gemacht.....kuckt euch mal die Grenze auf Gurgel Earth an, dann seht ihr was ich meine....all die hellen Flecken im Wald in der Nähe der Grenze sind ehemalige Bohrlöcher....

....wär man nich so gierig auf das Gas gewesen, hätte man heute noch genügend davon.....im Gesamten gesehen.....leider ist heute da kaum noch Gas zu finden....früher allerdings in rauen Mengen, was man viel zu plötzlich abgefördert hat....leider....

groetjes uit Reggio Emilia

Mara


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#37

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 19:52
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
Man hat sich überhaupt keine Gedanken um Alternativen richtig gemacht, meine Alternativen wären keine 100%ige Lösung gewesen, aber in der Summe hätten sie was gebracht.




Schau an, schau an ich wußte gar nicht, dass du Dienstag vormittag immer mit in der Runde gesessen hast.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#38

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 17.03.2010 20:04
von rhoenadler (gelöscht)
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...noch wat lustiges, wußte aber auch jeder....an der Grenze zum Landkreis Lüchow/Dannenberg wurde fast direkt an der Grenze gebohrt....nun kann man ja auch schräg bohren, bzw man kann den Bohrer beliebig lenken....bei ner Teufe von 3-4 km kann man locker bis zu 2-2,5 km unter die BRD kommen um das Gas da abzufördern...

@ maja,
das war ganz legal, so viel ich weiss. in meiner ecke wurde es beim kalisalzabbau auch so getrieben.
untertage waren wohl andere grenzen gesetzt...


zuletzt bearbeitet 17.03.2010 20:04 | nach oben springen

#39

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 18.03.2010 08:03
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von Augenzeuge
Man hat sich überhaupt keine Gedanken um Alternativen richtig gemacht, meine Alternativen wären keine 100%ige Lösung gewesen, aber in der Summe hätten sie was gebracht.


Schau an, schau an ich wußte gar nicht, dass du Dienstag vormittag immer mit in der Runde gesessen hast.




Dienstag? Nö, wir haben immer Freitags über die "Erfolge" der Dienstagsrunde gesprochen...
Mach dir nichts draus, ich finde es gut, dass ihr euch damit beschäftigt habt...
AZ


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#40

RE: Das Verbrechen an der Umwelt- ein schockierender Film

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 18.03.2010 10:14
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@mara, zu dem erdgas in der ddr würde mich alles interessieren...

ich hatte mich 1996 mal mit der bohrfirma unterhalten, die damals in der ddr nach erdgas gesucht hatte. sie sagten mir, dass sie kaum erdgas auf dem gebiet der ddr gefunden haben, na jedenfalls nichts, was sich gelohnt hätte abzubauen.
tatsächlich haben sie unmengen warmes wasser bzw. sohle in der tiefe gefunden. so soll z.b. das gesamte nordberliner becken in 1.300 - 1.400 m tiefe richtig heisses sohlewasser haben. die bisher einzigste nutzung die daraus entstand, sind mehrer thermen bzw. freizeitbäder. die vorlkswirtschaftliche nutzung, wie beheizung der dörfer, soll heute angeblich der energiekonzern der rechtsnachfolger des ddr- energiebetriebes wurde, verhindern.

wäre nett @mara, wenn du noch mehr über dir bekannte erdgasstätten berichten könntest.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
zuletzt bearbeitet 18.03.2010 10:17 | nach oben springen



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