#41

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 21:03
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Somit ist die anfangs gestellte Frage ja beantwortet.

Entweder keine Ahnung im Umgang mit der Waffe oder einfach nur bekifft.

Mike59


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#42

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 21:04
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von fire-wr
ich frag mich echt warum man diese 5,45er mund erfunden hat... aber naja dafür bekommen andere leute mehr geld um sich solche sorgen darum zu machen:-)



- geringerer Rückstoß, Waffe trifft genauer,
- kleineres Kaliber bedeutet geringeren Materialaufwand bei der Munition,
- kleineres Kaliber bedeutet weniger Gewicht oder mehr Munition bei gleichem Gewicht, wichtig für die Logistik bei Transporten,
- höhere Geschossgeschwindigkeit bedeutet in der Regel mehr Schaden beim Getroffenen. Bei der kleineren Munition hat man sich also eine höhere Feuerkraft ausgerechnet.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#43

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 21:05
von fire-wr | 138 Beiträge

ich glaub des wurde heiß am finger;-) ich mein wir (Uffze und Fw) haben in lehnin nen mun-verbrauchsschießen veranstaltet... 1500schuß 7,62 war war schon was feines:-) allerdings mit MG



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#44

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 21:09
von fire-wr | 138 Beiträge

naja also das mit dem treffen ist so eine sache... wenn man bedenkt das dann die flugbahn absolut frei sein sollte:*) ber V0 von 920m/s iss schon nich ganz ohne... aber das mit dem rückstoß stimmt schon. 7,62 merkt man schon in der schulter wenn man sie nicht richtig anlegt



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#45

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 21:59
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Ich bin mir bewußt, die Geschichte gehört hier nicht ins Thema aber Greso seine Jagdsache mit dem Minister brachte mich wieder darauf. Eines schönen Tages in meinem dritten Diensthalbjahr landete ein Hubschrauber hinten auf unserem Sportplatz im Staab Noostorf.
Irgend so ein hohes Tier mit Gefolge war angekommen und unser Stabschef Major H.,ein leidenschaftlicher Jäger, der darüber, über die Jagd sogar seine Gefreiten vergaß und über den ich hier schon öfters...er gab eine Jagd so wie früher die alten Gutsherren anläßlich des hohen Besuches. Ein " Kampfzelt" wurde nahe Zweedorf im Wald errichtet, die hohen Sackis schossen am Tag Alles, was ihnen bis drei vor die Flinte kam und Abends war Besäufnis in eben diesem Kampfzelt angesagt und etwas abseits tuckerte der Notstromer. Wohlbemerkt, diesen Beleuchtungssatz aus dem anderen Thema habe ich da nicht gesehen, eher Glühlanpe an Glühlampe an der Schnur.
Wir, mehrere Gefreite sollten uns in Bereitschaft halten mit unterschiedlicher KFZ-Technik nahe am Zelt, um die Besoffenen dann Nachhause zu fahren. Der Abend, die Nacht wurde lang und ich war schon im LKW LA/A ( W50) eingenickt, da höre ich so im Halbschlaf...es klang wie wenn Wasser läuft.
Augen reiben und Fenster runter kurbeln war eins, da steht so ein besoffner hoher Sacki draußen und pisst an meinen Lkw, an den Vorderreifen.
Ich in meiner Gefreitenmutigkeit..."Äh und was soll denn das?" Er, so in seiner Volltrunkenheit brabbelte was in seinen nichtvorhandenen Bart, sein Ding wieder in die Hose zurück, das bekam er gerade noch und dann wankte er zurück zum Zelt.
Junge, dachte ich, das darf doch nicht wahr sein, jetzt stinkt dein Klopper( Kurzbezeichnung für den W50) noch nach Urin.
Fazit der schönen Geschichte, so spielte das Leben, so schön mit Urinatenduft.

R-M-R

R-M-R


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#46

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 23:15
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von fire-wr
ich frag mich echt warum man diese 5,45er mund erfunden hat... aber naja dafür bekommen andere leute mehr geld um sich solche sorgen darum zu machen:-)


- geringerer Rückstoß, Waffe trifft genauer,
- kleineres Kaliber bedeutet geringeren Materialaufwand bei der Munition,
- kleineres Kaliber bedeutet weniger Gewicht oder mehr Munition bei gleichem Gewicht, wichtig für die Logistik bei Transporten,
- höhere Geschossgeschwindigkeit bedeutet in der Regel mehr Schaden beim Getroffenen. Bei der kleineren Munition hat man sich also eine höhere Feuerkraft ausgerechnet.




Geschwindigkeit und Masse des Geschoße, Deformationsfähigkeit beim Auftreffen auf ein Medium.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 16.03.2010 23:19 | nach oben springen

#47

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2010 00:43
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Da hab ich mal eine Frage.Zu meiner Zeit gab es das noch nicht.Aber warum war bei der Kaschi später die Mündung vorne schräg nach unten? Mir erklärte mal einer,man hat festgestellt das die Kaschi vorher nach rechts Oben verzog beim Schießen.


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#48

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2010 08:43
von westsachse | 464 Beiträge

Wimre ist das eine Vorrichtung, die verhindert dass das Mündungsfeuer weithin sichtbar ist und so den Standort des Schützen verrät.

Gruß

westsachse


zuletzt bearbeitet 17.03.2010 08:43 | nach oben springen

#49

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2010 09:27
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Rostocker
Da hab ich mal eine Frage.Zu meiner Zeit gab es das noch nicht.Aber warum war bei der Kaschi später die Mündung vorne schräg nach unten? Mir erklärte mal einer,man hat festgestellt das die Kaschi vorher nach rechts Oben verzog beim Schießen.


@rostocker, diese mündungsmutter bzw. der kompensator war eine ddr- erfindung. diese mündungsmutter tauchte erstmals bei der akm 72 auf (weiterentwicklung der ak 47) und sollte die waffe algemein, bei dauerfeuer bzw. kurzen feuerstössen, stabilisieren.
trotzdem verzog die waffe weiter nach rechts oben, aber nicht mehr so stark wie mit der alten herkömmlichen mündungsmutter.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#50

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2010 17:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Rostocker
Da hab ich mal eine Frage.Zu meiner Zeit gab es das noch nicht.Aber warum war bei der Kaschi später die Mündung vorne schräg nach unten? Mir erklärte mal einer,man hat festgestellt das die Kaschi vorher nach rechts Oben verzog beim Schießen.



Das war als Kompensator gedacht und wurde anstelle der Mündungsmutter aufgeschraubt. Das Teil hatte vorne an der Teilöffnung noch eine kleine "Stufe". Der Mündungsdruck sollte so nach oben (um dem Hochschlag entgegenzuwirken) und nach links (um den durch den Drall und dem am Durchladehebel einseitig schwereren Verschlußträger bedingten seitlichen Geschossablenkung entgegenzuwirken) teilweise umgelenkt werden.
Gegen das Mündungsfeuer wirkte der Kompensator nicht. Die übrige Funktion war wohl etwas Ansichtssache. Es wurde wohl eine Wirkung gemessen. Ich denke, es hat funktioniert. Zumindest hatte ich auf dem Schießstand diesen Eindruck. Schließlich kannte ich von der Ausbildung her auch das Schießverhalten der einfachen Ausführung. Aber viele Kollegen sagten, es bewirkte gar nichts. Einen großen Nachteil hatte der Kompensator freilich. Man musste das Pinoli seitlich aufschneiden, um es hiermit benutzen zu können.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#51

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2010 17:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
....kleineren Munition hat man sich also eine höhere Feuerkraft ausgerechnet.



Geschwindigkeit und Masse des Geschoße, Deformationsfähigkeit beim Auftreffen auf ein Medium.[/quote]

Ja, auch. Theoretisch sollte es sich gar nicht verformen, nur im Ziel taumeln und dadurch größere Wunden schlagen. Ganz ähnlich, wie die 5,6x45 (.223 NATO-Patrone mit unterschiedlichen Typen) auch. Aber in der Praxis ist es durch den Geschossaufbau mit dem Stahlkern bei Hartzielen passiert, dass sich der Mantel als Splitterfeld abgestreift hat und "nur" der Kern weitermarschiert ist. Damit war auch die Durchschlagskraft etwas größer als bei der 5,6x45.
Alles, was sonst noch als Wirkung beschrieben wurde (hydrodynamischer Schock, Hämatombildung) passiert wie bei der 5,6x45 je nach Treffersitz mal und mal nicht.
Die bessere Präzision war Hintergrund für zahlreiche daraus abgeleitete Patronen für das Sportschiessen.
Die oft brutalere Wirkung auf lebende Ziele war Grund für die Nichteinführung bei den Grenztruppen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#52

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2010 19:14
von Greso | 2.377 Beiträge

Hallo ,ich zeige mal die Dinger,wegen der Geschoßgröße und so.
Ist nur Deko aber alles Original.Greso

Angefügte Bilder:
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#53

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.03.2010 20:36
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Ich danke Euch für die Ausführungen zu meiner gestellten Frage.
Gruß Rostocker


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#54

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.02.2014 08:25
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Gast im Beitrag #10

Meiner Meinung nach ist es, wenn man schießen muss schon ein großer Unterschied, ob man mit der Überzeugung da steht:
„Die Grenze ist Unrecht“ oder
„Die Grenze ist Recht, der Flüchtling begeht eine schwere Straftat“.

So hab ich das nicht gemeint.
Gemeint war das der §213 (ungesetzliche Grenzübertritt) rechtswidrig war.

Stelle mir das furchtbar vor auf jemanden schießen zu müssen, der kein Verbrecher und offensichtlich unbewaffnet ist.




Hallo
das Leben und die Welt ist komplizierter...., auch wenn ich mich wiederhole:

Die Pflicht, Zumutung und das Verlangen des Staates DDR an seine Bürger zum Wohle beider im Lande irgendwo entsprechend der genossenden Ausbildung zu arbeiten halte ich für legitimer, menschlicher und humaner als das Führen imperialistischer Kriege mit Wehrpflichtigen.

( Das moralische Dilemma für die DDR-Führung und Grenzorgane Recht und Pflicht auch ggf. zwangsweise durchzusetzen bestand leider auch )


USA Vietnam.
Frankreich Vietnam und Algerien.
Niederlande Indonesien.
UK Suez 1956

Und diese Staaten galten und gelten als Musterknaben von Demokratie und Freiheit!

Und in den Jahren wäre von Grenzorganen auf flüchtige Deserteure im Zweifel geschossen worden.

An der deutsch-französischen Grenze gab es nur das Loch Europabrücke-Straßburg-Kehl, dort waren die französischen Posten ( bei Ausreise aus Frankreich ) auf deutscher Seite, 5m von den Deutschen entfernt, ein Sprint über die Grenzkontrollzuständigkeitslinie war von französischer Seite nicht aufhaltbar. Deutsche Desertuere der Legion z.B. wurden nicht französischen Behörden übergeben.



damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#55

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.02.2014 12:54
von Linna | 188 Beiträge

Keiner kann beurteilen, wie er in einer bestimmten Situation im Affekt handelt. Ich danke dem lieben
Gott, dass mir erspart geblieben ist auf Menschen zu schießen, weder mit Einzel-noch mit Dauerfeuer.



vs1400, Damals87 und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#56

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.02.2014 13:00
von diefenbaker | 585 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #54


Hallo
das Leben und die Welt ist komplizierter...., auch wenn ich mich wiederhole:

Die Pflicht, Zumutung und das Verlangen des Staates DDR an seine Bürger zum Wohle beider im Lande irgendwo entsprechend der genossenden Ausbildung zu arbeiten halte ich für legitimer, menschlicher und humaner als das Führen imperialistischer Kriege mit Wehrpflichtigen.

( Das moralische Dilemma für die DDR-Führung und Grenzorgane Recht und Pflicht auch ggf. zwangsweise durchzusetzen bestand leider auch )


USA Vietnam.
Frankreich Vietnam und Algerien.
Niederlande Indonesien.
UK Suez 1956

Und diese Staaten galten und gelten als Musterknaben von Demokratie und Freiheit!

Und in den Jahren wäre von Grenzorganen auf flüchtige Deserteure im Zweifel geschossen worden.

An der deutsch-französischen Grenze gab es nur das Loch Europabrücke-Straßburg-Kehl, dort waren die französischen Posten ( bei Ausreise aus Frankreich ) auf deutscher Seite, 5m von den Deutschen entfernt, ein Sprint über die Grenzkontrollzuständigkeitslinie war von französischer Seite nicht aufhaltbar. Deutsche Desertuere der Legion z.B. wurden nicht französischen Behörden übergeben.



Ich will Dir ja Deine Meinung nicht streitig machen, aber klar zum Ausdruck bringen, dass ich anderer Meinung bin.

Du bewegst Dich hier in dem Feld, Unrecht mit Unrecht zu bilanzieren und so eine schwarze Null zu konstruieren.

Gruss Wolfgang



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#57

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.02.2014 13:13
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Heikle Frage.

Obwohl Grenzer mit scharfer Munition, bekenne ich mich dazu, in dieser Hinsicht zum Glück keine Ahnung zu haben.
Auf solche Erfahrungen haben sicherlich die meisten keinen Wert gelegt.

Man hat nur darüber nachgedacht "was wäre wenn" ....., genau wie der Fragesteller.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#58

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.02.2014 14:04
von DoreHolm | 7.702 Beiträge

Zitat von Linna im Beitrag #55
Keiner kann beurteilen, wie er in einer bestimmten Situation im Affekt handelt. Ich danke dem lieben
Gott, dass mir erspart geblieben ist auf Menschen zu schießen, weder mit Einzel-noch mit Dauerfeuer.



Rot: Da wird Dir hier jeder im Forum vorbehaltlos zustimmen. Jetzt konstruiere ich aber mal eine Situation, die im Laufe der Grenzeexistens mehrfach möglich gewesen wäre und vielleicht hat es sich so ähnlich auch schon zugetragen. Ich beziehe mich da auf einen Satz von Gast in #10 "Ich stelle mir das furchbar vor, auf jemand schießen zu müssen der kein Verbrecher ist und offensichtlich unbewaffnet".
Hin und wieder war verstäkte Hinterlandsicherung mit Polizei u.s.w., weil mal wieder ein schwerer Junge aus dem Knast ausgebrochen war bzw. nach einem begangenen Verbrechen gesucht wurde. Es wurden die GKs informiert und durchgegeben, daß er sich voraussichtlich in diesem oder jenem Gebiet aufhält und versuchen wird, die Grenze zu überwinden. Wer am Kanten war, kennt solche Fälle, nicht nur bei flüchtigen CA-Angehörigen. Und da siehst Du paar hundert Meter weiter jemand rennen, Richtung Grenze. Du hast nur noch 10 oder 20 Sekunden zum Entscheiden und weißt, wenn Du nicht handelst, dann ist er drüben. Was machst Du denn da ? Ist es der Gesuchte oder ist es ein Anderer ? Gehst Du wegen Nichthandeln nach Schwedt (heute weiß man es besser) und hast z.B. einen Vergewaltiger laufen gelassen oder machst Du Dir dein Leben lang Vorwürfe (einschl. der Prozesse nach der Wende gegen Grenzer), weil es doch nur ein harmloser Jugendlicher war, der nur Stress mit den Eltern oder seiner Lehrstelle hatte o.a. harmlose Gründe ? Ich kann diese Frage auch nicht beantworten, will damit nur etwas verdeutlichen, daß die Entscheidung weißgott nicht einfach wäre, für einen des Lebens noch relativ unerfahrenen Jugendlichen von 19 oder 20 Jahren und das innerhalb von wenigen Sekunden.
Dauerfeuer, und zwar nicht nur drei oder vier Schuss wie üblich, sondern das halbe Magazin, nicht in die Luft sondern gezielt, würde ich hier größtenteils auf die extreme Stresssituation zurückführen.



zuletzt bearbeitet 12.02.2014 14:07 | nach oben springen

#59

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.02.2014 14:11
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #58
Zitat von Linna im Beitrag #55
Keiner kann beurteilen, wie er in einer bestimmten Situation im Affekt handelt. Ich danke dem lieben
Gott, dass mir erspart geblieben ist auf Menschen zu schießen, weder mit Einzel-noch mit Dauerfeuer.



Rot: Da wird Dir hier jeder im Forum vorbehaltlos zustimmen. Jetzt konstruiere ich aber mal eine Situation, die im Laufe der Grenzeexistens mehrfach möglich gewesen wäre und vielleicht hat es sich so ähnlich auch schon zugetragen. Ich beziehe mich da auf einen Satz von Gast in #10 "Ich stelle mir das furchbar vor, auf jemand schießen zu müssen der kein Verbrecher ist und offensichtlich unbewaffnet".
Hin und wieder war verstäkte Hinterlandsicherung mit Polizei u.s.w., weil mal wieder ein schwerer Junge aus dem Knast ausgebrochen war bzw. nach einem begangenen Verbrechen gesucht wurde. Es wurden die GKs informiert und durchgegeben, daß er sich voraussichtlich in diesem oder jenem Gebiet aufhält und versuchen wird, die Grenze zu überwinden. Wer am Kanten war, kennt solche Fälle, nicht nur bei flüchtigen CA-Angehörigen. Und da siehst Du paar hundert Meter weiter jemand rennen, Richtung Grenze. Du hast nur noch 10 oder 20 Sekunden zum Entscheiden und weißt, wenn Du nicht handelst, dann ist er drüben. Was machst Du denn da ? Ist es der Gesuchte oder ist es ein Anderer ? Gehst Du wegen Nichthandeln nach Schwedt (heute weiß man es besser) und hast z.B. einen Vergewaltiger laufen gelassen oder machst Du Dir dein Leben lang Vorwürfe (einschl. der Prozesse nach der Wende gegen Grenzer), weil es doch nur ein harmloser Jugendlicher war, der nur Stress mit den Eltern oder seiner Lehrstelle hatte o.a. harmlose Gründe ? Ich kann diese Frage auch nicht beantworten, will damit nur etwas verdeutlichen, daß die Entscheidung weißgott nicht einfach wäre, für einen des Lebens noch relativ unerfahrenen Jugendlichen von 19 oder 20 Jahren und das innerhalb von wenigen Sekunden.
Dauerfeuer, und zwar nicht nur drei oder vier Schuss wie üblich, sondern das halbe Magazin, nicht in die Luft sondern gezielt, würde ich hier größtenteils auf die extreme Stresssituation zurückführen.




DoreHolm, bitte beantworte mir diese eine Frage: warum hat man uns - Dich und mich und andere Grundwehrdienstleistende - denn so im Unklaren gelassen? Bitte ehrliche Antwort...


zuletzt bearbeitet 12.02.2014 14:11 | nach oben springen

#60

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.02.2014 14:57
von DoreHolm | 7.702 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #59
Zitat von DoreHolm im Beitrag #58
Zitat von Linna im Beitrag #55
Keiner kann beurteilen, wie er in einer bestimmten Situation im Affekt handelt. Ich danke dem lieben
Gott, dass mir erspart geblieben ist auf Menschen zu schießen, weder mit Einzel-noch mit Dauerfeuer.



Rot: Da wird Dir hier jeder im Forum vorbehaltlos zustimmen. Jetzt konstruiere ich aber mal eine Situation, die im Laufe der Grenzeexistens mehrfach möglich gewesen wäre und vielleicht hat es sich so ähnlich auch schon zugetragen. Ich beziehe mich da auf einen Satz von Gast in #10 "Ich stelle mir das furchbar vor, auf jemand schießen zu müssen der kein Verbrecher ist und offensichtlich unbewaffnet".
Hin und wieder war verstäkte Hinterlandsicherung mit Polizei u.s.w., weil mal wieder ein schwerer Junge aus dem Knast ausgebrochen war bzw. nach einem begangenen Verbrechen gesucht wurde. Es wurden die GKs informiert und durchgegeben, daß er sich voraussichtlich in diesem oder jenem Gebiet aufhält und versuchen wird, die Grenze zu überwinden. Wer am Kanten war, kennt solche Fälle, nicht nur bei flüchtigen CA-Angehörigen. Und da siehst Du paar hundert Meter weiter jemand rennen, Richtung Grenze. Du hast nur noch 10 oder 20 Sekunden zum Entscheiden und weißt, wenn Du nicht handelst, dann ist er drüben. Was machst Du denn da ? Ist es der Gesuchte oder ist es ein Anderer ? Gehst Du wegen Nichthandeln nach Schwedt (heute weiß man es besser) und hast z.B. einen Vergewaltiger laufen gelassen oder machst Du Dir dein Leben lang Vorwürfe (einschl. der Prozesse nach der Wende gegen Grenzer), weil es doch nur ein harmloser Jugendlicher war, der nur Stress mit den Eltern oder seiner Lehrstelle hatte o.a. harmlose Gründe ? Ich kann diese Frage auch nicht beantworten, will damit nur etwas verdeutlichen, daß die Entscheidung weißgott nicht einfach wäre, für einen des Lebens noch relativ unerfahrenen Jugendlichen von 19 oder 20 Jahren und das innerhalb von wenigen Sekunden.
Dauerfeuer, und zwar nicht nur drei oder vier Schuss wie üblich, sondern das halbe Magazin, nicht in die Luft sondern gezielt, würde ich hier größtenteils auf die extreme Stresssituation zurückführen.




DoreHolm, bitte beantworte mir diese eine Frage: warum hat man uns - Dich und mich und andere Grundwehrdienstleistende - denn so im Unklaren gelassen? Bitte ehrliche Antwort...


Ich kann es mir nur erklären, daß damit ein psychologischer Druck aufgebaut werden sollte, die Entscheidung eines noch schwankenden Grenzers in diesen wenigen Sekunden "zu erleichtern", sich für den gezielten Schuss zu entscheiden. Eine andere plausible Erklärung weis ich nicht.
Aber mal eine Frage in die Runde, weil es zu meiner Zeit offensichtlich etwas anders war. Wurde die Angst vor Schwedt mehr aus Gerüchten der Grenzer untereinander geschürt oder sprachen die Offze ganz offen davon, daß bei einem nachgewiesenen absichtlichen Vorbeischießen oder Nichtschießen mit geglückter Flucht mit Einrücken nach Schwedt zu rechnen ist, obwohl sie es selbst besser wußten ?
Für unseren Standort und diese zeit (67/68) spielte Schwedt, wimre, in unserer Denke nicht eine so große Rolle. Vielleicht waren damals die Gesetze bei Vergehen im Dienst weniger streng ?



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