#21

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 11:48
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Rainman2
Hallo interessierter2,

es gab an der Grenze durchaus gedeckte Kontrollen. Entweder war man bereits in einem Abschnitt, in den der Posten noch kommen sollte, oder man näherte sich dem Posten gedeckt an. Sinn und Zweck war es, die tatsächliche Dienstdurchführung zu kontrollieren. Normalerweise wusten die Soldaten, wann wir "Buckels" im Abschnitt unterwegs waren. Es gab aber auch Einsätze, die nicht offiziell geplant waren. Besonders die Kompaniechefs waren hier frei in ihren Entscheidungen.

Wie weit der einzelne bei diesen Kontrollen ging, war seine eigene Entscheidung. Es gab Vorgesetzte, deren Ehrgeiz darin bestand, nachzuweisen, dass ihre Unterstellten Sch*** bauten. Wir fanden ja auch immer wieder Reste oder Spuren vor, die darauf schließen ließen. Insofern wollten einige diesen Dingen auf den Grund kommen. Und dann kommt da so etwas, tja wie nenne ich es ... sagen wir mal, so etwas wie sportlicher Ehrgeiz hinzu. Es gab Offiziere, die sich wie über einen harten Sieg freuten, wenn es ihnen gelungen war, wieder mal ein Vorkommnis aufzudecken oder einem Posten nachzuweisen, dass sie selbst besser waren als er. Und hier gingen tatsächlich einige zu weit. Das Spiel mit der Angst und dem Schrecken der Unterstellten, ja mit dem eigenen Leben - das war unverantwortlich. Zumal diese Deppen einen wichtigen Faktor übersahen. Wenn etwas verdächtiges im Abschitt geschieht, müssen die Posten, egal ob Grenzdienst oder Wache, entschlossen handeln. Dazu gab und gibt es auch heute noch klare Vorschriften, die jeglichen Zweifel ausräumen sollen. Die Frage, wenn ich verdächtige Geräusche höre: "Könnte das eine Kontrollstreife sein?", trägt nicht gerade zur Entschlossenheit bei. Im absoluten Ernstfall ist das die Sekunde, die dem Posten fehlt, um sein eigenes Leben zu verteidigen.

Es gab Vorgesetzte, die ihre Aufgabe über allem sahen, auch über den Menschen, die sie kommandierten. So seltsam das immer für einen militärischen Laien klingt: Aus Sicht der Befehle, die eine Armee zu erfüllen hat, sind das die besten Vorgesetzten, die man haben kann. Sie schonen niemanden, oft auch nicht sich selbst und lassen sich bei der Erfüllung des Ziels nicht von Gefühlen und schon gar nicht von Mitgefühl leiten. Gerade dieser Typus des Offiziers, den ich in einigen Fällen selbst erlebt habe, neigt zu den hier geschilderten Dummheiten.

ciao Rainman



Jaja Rainman,

geh zur Armee und du lernst Menschen kennen.

fuer derart "Kontrollierende"kaeme mir doch glatt"die Idee mit dem extra Urlaub in den Sinn.
Das ein Dienstgrad Hoeherer vor einem im Dreck liegen darf,wahrlich und wenn man den auch noch besonders "mag",wohlmoeglich der POLIT,na dann gibs einen klaren Anruf "HINLEGEN"!!!

Denke mal das Gelaechter,vielleicht auch nur ein verdecktes Laecheln,waeren Dem absolut sicher.
Und wenn es so ausgeht,um so besser!


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#22

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 12:44
von werraglück | 679 Beiträge

Hi,

mich hat unser KC im Sommer 1989 im Bereich Vacha/Gleisanlagen/Unterführung "aufgeklatscht". Ich war so erschrocken, das sich bei mir kurzzeitig eine Tachykardie entwickelte.
Oh, Genosse Hauptmann sie hier....

MfG


"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Ge­genwart nicht verstehen und die Zukunft nicht ge­stalten"

ROMAN HERZOG
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#23

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 16:04
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von werraglück
Hi,

mich hat unser KC im Sommer 1989 im Bereich Vacha/Gleisanlagen/Unterführung "aufgeklatscht". Ich war so erschrocken, das sich bei mir kurzzeitig eine Tachykardie entwickelte.
Oh, Genosse Hauptmann sie hier....

MfG


---------------
Mensch Thomas
du wieder mit deinen med. Begriffen - da muss man ja erst Google'n.
Wo war denn das "LPG-Tunnel" oder Badelachen?
Gruß Michael


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#24

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 18:20
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von interessierter2
Hab ich das richtig verstanden.
Bei der Wache sind eure Vorgesetzten beim MunLager rumgeschlichen und haben nach Anruf nicht geantwortet??
Das ist doch lebensgefährlich!


Na, die Wahrscheinlichkeit von dem dann folgenden Warnschuß erschlagen zu werden ist doch recht gering.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#25

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 21:22
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von fire-wr
das G36 ist auch kein vergleich mir einer AK47 allein die visiereinrichtung ist ein unterschied wie tag und nacht.ich bin noch in den genuss von G3 und G36 gekommen. gerade bei unübersichtlichen gebiet und einsetztender dunkelheit hätte ich auch auf "frieden" gestellt.

schöne grüße aus dem harz


------------------------------------------------------------------------------------------------
du kannst Dich mal im Net nach AK Varianten umsehen,da gibs Einiges.
Die AK/74 z.b.hab ich 1979 im Einsatz gesehen und war beeindruckt.


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#26

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 21:30
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Boelleronkel
du kannst Dich mal im Net nach AK Varianten umsehen,da gibs Einiges.
Die AK/74 z.b.hab ich 1979 im Einsatz gesehen und war beeindruckt.


Bei den Grenztruppen war die AK-74 damals nicht im Einsatz, wenn ich mich nicht irre.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#27

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 21:46
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von Ari@D187

Zitat von Boelleronkel
du kannst Dich mal im Net nach AK Varianten umsehen,da gibs Einiges.
Die AK/74 z.b.hab ich 1979 im Einsatz gesehen und war beeindruckt.


Bei den Grenztruppen war die AK-74 damals nicht im Einsatz, wenn ich mich nicht irre.

Gruß
Stefan



-----
Ja da hast du Recht.

Bei uns lief die AK 47 nach der PPSh 42

später gab es nur noch die MPI KM 72. Die AK 74 gab es nicht!
Mike59


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#28

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 22:31
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Mike59

Zitat von Ari@D187

Zitat von Boelleronkel
du kannst Dich mal im Net nach AK Varianten umsehen,da gibs Einiges.
Die AK/74 z.b.hab ich 1979 im Einsatz gesehen und war beeindruckt.


Bei den Grenztruppen war die AK-74 damals nicht im Einsatz, wenn ich mich nicht irre.

Gruß
Stefan



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Ja da hast du Recht.

Bei uns lief die AK 47 nach der PPSh 42

später gab es nur noch die MPI KM 72. Die AK 74 gab es nicht!
Mike59



::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Zum Einen, ging es mir um die Varianten,die zur Auswahl stehen.
Zum Anderen sind regulaere Ausbildungskompanien aus den Grenzregimentern mit AK 47 gekommen,soweit klar.

Nur,auf einen Schiessplatz,wie der Name es schon vielleicht verraet, kommen auch andere Einheiten.
Meistens dann,wenn es die sogenannte Uebergangszeit gab,also Entlassungszeit bis zur Ankunft der "Neuen"
Diese Zeiten wurden fuer das nicht alltaegliche Geschaeft genutzt.
Die GAR s und GKs hatten sicher keine 74,das ist mal klar.


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#29

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2010 23:41
von werraglück | 679 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von werraglück
Hi,

mich hat unser KC im Sommer 1989 im Bereich Vacha/Gleisanlagen/Unterführung "aufgeklatscht". Ich war so erschrocken, das sich bei mir kurzzeitig eine Tachykardie entwickelte.
Oh, Genosse Hauptmann sie hier....

MfG


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Mensch Thomas
du wieder mit deinen med. Begriffen - da muss man ja erst Google'n.
Wo war denn das "LPG-Tunnel" oder Badelachen?
Gruß Michael




Michael,du musst doch nicht erst google'n...das weißt du doch...

Ich sag jetzt mal LPG Tunnel, heutige Kreuzung/Bundesstraße 84 nach Fulda, ist das dort? Na jedenfalls dort oberhalb war ich kurz erschrocken! Man rechnete ja auch nicht damit, also ich jedenfalls in dem Moment nicht.

MfG


"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Ge­genwart nicht verstehen und die Zukunft nicht ge­stalten"

ROMAN HERZOG
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#30

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.03.2010 19:31
von glasi | 2.815 Beiträge

war es wirklich streß oder die angst vor denn vorgesetzten wenn grenzer ihr magazin leer geschossen haben. ich kann es mir gut vorstellen das es angst vor denn vorgesetzten war. konnte sie nicht mit berichte einen das ganze leben verpuschen? oder schlimmer? sogar schwedt? einmal ist das auch in meinem bw leben pasiert. ich habe mein magazin nicht leer geschossen. weil ich wuste wenn ich den kerl nicht kriege der in unser depot eingedrungen ist pasiert mir nichts. ich muste nur einen warnschuß abgeben und der mann gab auf. mein herz raste. aber ich habe nie daran gedacht die waffe auf frieden zu stellen.lg glasi



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#31

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.03.2010 20:33
von Greso | 2.377 Beiträge

Wenn ich immer höre Schwedt;Bei uns war ein Durchbruch,BT,besetzt mit zwei Mann 40m vom BT läuft einer aus ein Waldgebiet über eine Wiese Richtung Grenzsperre,als er unter dem BT war ,wurde er angerufen,Warnschuß und danach Zielschüsse.Aber keiner traf und er kam durch.Ein zwei Tage später,wurde der Durchbruch rekonstruiert und
ein Schütze mit genau den selben Schießergebnissen gesucht wie der Schütze im BT.Danach wurde eine Lebensgroße Pappfigur auf Rädern mit einer Laufgeschwindigkeit gezogen und der eingesetzte Schütze feuerte und traf.Die Soldaten wurden danach weggebracht und kamen nach 5Tagen wieder,wir haben nicht erfahren wo sie waren,aber sie waren nicht in Schwedt. Das war 1966.Gruß Greso


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#32

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.03.2010 20:42
von Roland 87 | 215 Beiträge

Kann mir das nur so vorstellen mit dem Dauerfeuer:Nach den Entsichern der Kaschi war die erste "Stufe" Dauerfeuer und die untere Einzelfeuer.Hoffe mich nicht zu irren,lang satt ist es ja her.
Roland87



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#33

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.03.2010 08:16
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von interessierter2

Also wozu das Dauerfeuer (habt Ihr das so in der Ausbildung lernen müssen)?
Mit schnellen Einzelschüssen trifft man doch einen flüchtenden Zivilisten noch ehr.
Oder wollten viele Soldaten nur schnell Ihre 2 Magazine irgendwohin leerschießen, damit sie dann sagen konnten:
„Hab leider nicht getroffen“.

Wobei wir bei der 2. Frage wären die mich brennend Interessiert.
Wenn man absolut niemand hätte Töten können (Gewissen), hätte es dann Möglichkeiten gegeben.
1. Nicht nach Schwedt zu kommen und 2. seinen Magazininhalt doch irgendwie vorbei zuschießen?
Denke da so in etwa:
Wenn der Flüchtende nicht allzuweit weg ist, versuchen ihn einzufangen (meinetwegen mit Warnfeuerstößen in die Luft, damit das Magazin schneller leer wird) bzw. wenn er weiter weg ist, dann im Dauerfeuer vorbeischießen.

Hoffe jetzt argumentiert keiner in die Richtung:...



Dauerfeuer hat sicher vor allem mit dem Streßfaktor zu tun. Einerseits wurde dem Grenzsoldaten ja ständig klargemacht, dass er hier an der Grenze auf "Wache für den Frieden" steht. Ergo jeder, der dort ungebeten am falschen Ort zur falschen Zeit erscheint, ein Feind des Friedens ist. Natürlich war der Ehrgeiz jeden Grenzers, seinen Dienst möglichst ohne Sa....stand, das heiß, friedlich ruhig und ohne die geringste Aufregung zu Ende zu bringen. Da bedeutete jeder plötzlich mögliche Gegner die maximal mögliche Aufregung in kürzester Zeit. Grenzsoldaten waren eben doch Durchschnittsmenschen. Da draußen, um ihre Zeit bestmöglich, das heiß so ruhig wie irgend möglich abzudienen. Jeder scharfe Einsatz näherte sich da gefühlsmäßig dem absoluten GAU.
Da läuft manches nur noch wie im Film ab. Entsichern ("Klack"), Durchladen und abdrücken. Danach erst mit einem Schreck das Fazit: "Oh Sch..., was war jetzt los, was ist passiert..."
Praktisch bedeutet das Dauerfeuer.
Dazu kommt ein anderer Faktor. Während heutzutage ein Soldat oder auch ein anderer Waffenträger bei der Anwendung der Waffe verantwortungsmäßig sehr alleine dasteht (es gibt so einen sehr treffenen Witz über Afghanistan, wo neben dem Soldaten ein Anwalt steht und ihm sagt, was er tun soll) falls er nicht gerade verdeckte Aktionen beim KSK oder, ähm privat, mitmacht, wurde der DDR-Grenzer was die Waffenanwendung betraf eher nicht gebremst. Er musste sich also selber Gedanken machen, wie er aus einer Situation halbwegs anständig und ungefährdet vor sich selber und seiner Umgebung herauskommt.
Bei Dauerfeuer hat das Ziel im Empfinden des Schützen eine eher zufällige Chance sowohl davonzukommen als auch mehr zufällig getroffen zu werden. Und keiner kann dem Schützen die Absicht nachweisen. Weder in die eine noch andere Richtung. Damit war der Grenzer einerseits, wenn es schiefging und der GV trotzdem durchkam vor Bestrafung einigermaßen sicher und konnte sich andererseits damit beruhigen, "das" so nicht gewollt zu haben.
"Schwedt" war so etwas wie eine am Horizont stehende Drohung. Mehr eine Möglichkeit als tatsächlich praktiziert. Jedenfalls in diesen Fällen.
Dazu muss man die in der Regel für die Waffenanwendung ungünstigen Bedingungen wie oft Dunkelheit oder Dämmerlicht, die einfache Visierung über Kimme und Korn und die Streuung von Schütze bzw. Waffe berücksichtigen.
Den Magazininhalt bewußt in die Gegend zu hämmern, bedeutete aber auch, das Risiko von vielen unberechenbaren Querschlägern in Kauf zu nehmen. Mit allen möglichen Folgen, wie tödlichen Treffern bei Unbeteiligtern noch in bis zu drei Kilometern Entfernung, wenn es ganz böse kam. Also zielten die Meisten dann wohl mehr knapp rechts, links, oben und unten.
Schnelle Einzelschüsse sind im Film immer Treffer. Bei der .223 (5,6 x 45) mit ihrem relativ geringem Rückstoß mag das auch einigermaßen stimmen (wenn der Schütze in der Lage ist, ruhig abzuziehen), bei der M43 (7,62 x 43) aber ist der Rückstoß doch etwas stärker. Da muss der Schütze die Visierung nachrichten und ist dann je nach Lage alles andere als schnell. Grob gepeilt würde ich sagen, dass bei den meist schlechten Bedingungen bei Einzelfeuer nicht mehr als zwei bis vier Schüsse möglich gewesen wären. Und sich dann bei Fehlschüssen herauszureden wäre genauso schwierig gewesen, wie sich vor sich selber bei Treffern zu entschuldigen. Deshalb wohl eher Dauerfeuer.
Zielfernrohre oder vergleichbares gab es draußen im Grenzdienst nicht.

Nicht zu vergessen. Die Anwendung der Waffe war immer nur die allerletzte Alternative. Das heißt, alles, was wie Verfolgung, Abriegelung, Hinterhalt vorher möglich war, wurde versucht oder zumindest auf Eignung abgeklopft. Das in mitunter wenigen Sekunden. Mehr trotzdem liefen in der Regel Festnahmen an der Grenze doch ohne Anwendung von Waffen ab.
Mit dem Argumentieren in die ... Richtung hast du aber angefangen. Sorry.
Für den Grenzer waren weder sein Dienst noch die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung der Grenzordnung bzw. des Grenzgesetzes erkennbar rechtswidrig. Da draußen war erstens kaum einer Anwalt bzw. Richter und zweitens wäre keiner auf die Idee gekommen, die Gesetze seines Landes als rechtswidrig in Frage zu stellen. Oder hätte alternativ in die Etappe abkohlen müssen. Was Andere (hier die Vertreter des feindlichen Staates BRD zum Beispiel) sagten oder schrieben, wurde vordergründig als Propaganda betrachtet.
Diese heute als rechtsstaatliche Prinzipien vorgeführten Gründe haben wir damals so nicht gesehen.
Das mag anscheinend den Gründen für das Dauerfeuer ("Chance" für den GV oder andererseits die Entschuldigung vor sich selber) widersprechen. Tut es aber deshalb nicht, weil der Grenzer wie auch nahezu jeder DDR-Bürger öffentlich in der Gesellschaft durchaus andere Regeln gelebt und akzeptiert hat, wie privat.
Und, bei allem Respekt. Was verdeckt durch unsere Leute heute zum Beispiel in Afghanistan passiert, hat mit Kriegsrecht, Genfer Konvention und ähnlich störenden Dingen auch nicht mehr viel zu tun. Aber dort sind die Getroffenen natürlich Gegner, Rechtsbrecher und ähnlich böse Menschen. Das aber, mit Verlaub, war der Grenzverletzer seinerzeit in unseren Augen damals auch. Der zeitliche Abstand hat da Änderungen bewirkt.
Wer weiß. Was damals war, ist heute eine Frage der Perspektive. Was heute passiert, wird es später vielleicht auch sein.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 15.03.2010 08:18 | nach oben springen

#34

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 20:17
von Greso | 2.377 Beiträge

Hallo Grenzer,ich möchte mal noch eine von meiner Seite lustige Geschichte loßwerden.Juni 1966 in Barneberg(Offleben)Sonntag,Postenbereich Schamotte war ein kleiner BT,Posten war Gefr.Neum...
Postenf.Uffzschül. Rei.....Drei Fahrzeuge kommend aus Richtung Hötensleben,1 P3 und zwei Pkw.Halten vor einer Schranke an,Türen auf und Hunde rauss,danach einige Zivilisten und ein Dicker im Tarnanzug
Oberstleutnant Lo...( ob Dienstgrad oder Name richtig ist weiß ich nicht 100%)Alle eine Flinte und runter in Richtung Kupfergraben(gab tolle Fasane)Wir hatten keine Meldung das da jemand kommen sollte.
Ans Grenzmeldenetz und nachgefragt;Keine Meldung sofort stoppen!Der Uffz Schüler war überfordert und war am zerspringen vor Aufregung ,er fragte was sollen wir machen ,und es waren einige hundert Meter
.Fenster vom BT auf zwei Schuss einzelfeuer in den K10 gesengelt und Hunde und Leute standen wie Säulen.Langsam löste sich der Dicke mit winkender Hand und kam in Richtung BT,wir runter vom Turm
und schön langsam entgegen.Dann ging es los ,,Sie Idioten wissen Sie wer das ist und so weiter.Der Uffz Schüler stammelte die Meldung ,wir hätten Sie stoppen sollen und der mir den Hörer aus der Hand gerissen ans Grenzmeldenetz und die Leute beschimpft.Danach durften sie zum Fasanenjagen,es war ein Minister Grü... war Landwirtschaftsminister oder sowas.Nach Dienstbeendigung rein zum KC.War Hauptm.Ulb...,oder So ,er sagte Neu... ganz große Klasse ,es gab eine Belobigung Tag Sonderurlaub und einen Tag auf Staatskosten in Magdeburg essen und so.Die Hatten vom Stab vergessen ,die Jagd anzumelden.PS.Der Dicke hatte sogar mal einen Dackel ne Ladung Schrot verpasst.Auch bei uns im alten Friedhof. Gruß Greso


zuletzt bearbeitet 16.03.2010 21:25 | nach oben springen

#35

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 20:24
von fire-wr | 138 Beiträge

Zitat von Boelleronkel

Zitat von fire-wr
das G36 ist auch kein vergleich mir einer AK47 allein die visiereinrichtung ist ein unterschied wie tag und nacht.ich bin noch in den genuss von G3 und G36 gekommen. gerade bei unübersichtlichen gebiet und einsetztender dunkelheit hätte ich auch auf "frieden" gestellt.

schöne grüße aus dem harz


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du kannst Dich mal im Net nach AK Varianten umsehen,da gibs Einiges.
Die AK/74 z.b.hab ich 1979 im Einsatz gesehen und war beeindruckt.



ich hab die AK 74 nicht erwähnt, ich meinte schon die AK 47... die AK74 besitzt ein hochgeschwindigkeitsgeschoß ähnlich des G36... streifschuß tödlich. nach dem was ich von mehreren hörte, war diese waffe auch nie bei den GT im einsatz... also zumindest nicht in sorge...

schöne grüße



zuletzt bearbeitet 16.03.2010 20:25 | nach oben springen

#36

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 20:30
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von fire-wr

Zitat von Boelleronkel

Zitat von fire-wr
das G36 ist auch kein vergleich mir einer AK47 allein die visiereinrichtung ist ein unterschied wie tag und nacht.ich bin noch in den genuss von G3 und G36 gekommen. gerade bei unübersichtlichen gebiet und einsetztender dunkelheit hätte ich auch auf "frieden" gestellt.

schöne grüße aus dem harz


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du kannst Dich mal im Net nach AK Varianten umsehen,da gibs Einiges.
Die AK/74 z.b.hab ich 1979 im Einsatz gesehen und war beeindruckt.



ich hab die AK 74 nicht erwähnt, ich meinte schon die AK 47... die AK74 besitzt ein hochgeschwindigkeitsgeschoß ähnlich des G36... streifschuß tödlich. nach dem was ich von mehreren hörte, war diese waffe auch nie bei den GT im einsatz... also zumindest nicht in sorge...

schöne grüße



------------------------
Bestätigt: Die AK 74 war bei der GT nicht nur in Sorge nicht im Einsatz. Sie war nicht im Einsatz. Letztes AK Update war die AKM 72, M= modern. Cal. 7,62, Patrone M43

Gruß Mike59


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#37

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 20:36
von fire-wr | 138 Beiträge

wobei man mit 7,62 noch richtig viel kaputt machen kann;-)



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#38

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 20:44
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von fire-wr
wobei man mit 7,62 noch richtig viel kaputt machen kann;-)


---------------

Das ist wohl war - M43 verwendete Munition Stahlkern.

Eine Deckung wie im Krimi hinter der Autotür
Hinter einer Hausecke

Die ging auch durch Riffelstahlplatten 5 mm wie gestanzt.

auf 150 - 200 m. Dafür hat sie auf lebende Ziele eben nicht die Wirkung wie die 5,xx mm .
Mike59


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#39

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 20:51
von fire-wr | 138 Beiträge

ich frag mich echt warum man diese 5,45er mund erfunden hat... aber naja dafür bekommen andere leute mehr geld um sich solche sorgen darum zu machen:-)



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#40

RE: Warum wurde bei so vielen Zwischenfällen mit Dauerfeuer geschossen? Und wie war das mit dem absichtlich vorbeischießen?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.03.2010 20:56
von Greso | 2.377 Beiträge


Zum Dauerfeuer.Greso


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