#121

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 17.11.2012 23:17
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #114
Zitat von frank im Beitrag #112
Zitat von Francis im Beitrag #1
Vielleicht ist ja hier der eine oder andere Fussball Fan (Dynamo Dresden, Lok Leipzig, FC Magdeburg, RW Erfurt, CZ Jena, HFC Chemie, Union Berlin, etc!!!), der ein wenig über seine Erfahrungen bei Hein- und Auswärtsspielen von seinem Verein erzählen möchte? Weil ich möchte einfach mehr darüber erfahren wie es damals im Osten so war.... [ich auch]


zumindest hat man es seit der 'wiedervereinigung' geschafft , das es keinen fussballclub der 'neuen' bundesländer, in der obersten liga deutschland's mehr gibt !!! gratulation !!!

Wahrscheinlich gab es nur ein sehr kleines Zeitfenster, das darüber unmittelbar nach der Wende zur Verfügung stand, um die renommierten Ostclubs zusammenzuhalten, so wie es den Magdeburger Handballern nun inzwischen über Jahrzehnte in der Ersten Bundesliga gelungen ist.
Für den Fußball sieht es trotz moderner Flutlichanlagen in den neu gebauten Stadien vorerst düster aus.
http://www.mdr.de/sport/fussball_bl/bundesliga134.html


handball hat in deutschland nicht annähernd den 'fokus' wie fussball !!!



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#122

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 17.11.2012 23:24
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #113
Zitat von frank im Beitrag #112


zumindest hat man es seit der 'wiedervereinigung' geschafft , das es keinen fussballclub der 'neuen' bundesländer, in der obersten liga deutschland's mehr gibt !!! gratulation !!!


Allerdings gibt es auch 'alte' Bundeslaender ohne Bundesliga Fussball. Schleswig Holstein war noch nie in dieser Liga vertreten. Das Saarland zum letzten mal irgendwann in den 90izer Jahren. Und Berlin hat auch nichts mehr.


Bundesländer ohne jeglichen Bundesligisten im Fußball: Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Thüringen! ABER: Wenn man die DDR-Oberliga betrachtet (war ja 1.Liga), dann verbleibt wirklich nur noch Schleswig-Holstein als "No-Go-Area-hinsichtlich-1.Liga!"


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#123

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 02.02.2013 00:21
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

War letzte Woche in Rostock beim Spiel FC Hansa Rostock gegen Preußen Münster (das ist mein Lieblings-Verein) und ich war (unabhängig vom Ergebnis, auch wenn mein Verein verloren hätte, wär es so) froh, nette Fans von Hansa getroffen zu haben, die, auch wie ich selbst, nicht immer gleich mit diesem albernen (weil schon 23 Jahre her) "Ossi-Wessi-Gesülze" um die Ecke kamen...
Habe mich mit einigen Rostockern auf der Anfahrt im Zug nett unterhalten, und die fanden es positiv, dass ich sie mit "Norddeutsche" angesprochen habe und nicht mit "Ostdeutsche". Für mich persönlich zählt auch nur noch die Himmelsrichtung, 23 Jahre nach der Wende, nicht mehr "politisches Ost-undWest!"
Mal ganz abgesehen davon, dass die Rostocker auch so reden, wie in Hamburg oder Schleswig-Holstein...
Wie geht es euch hier im Forum? Ist es euch wichtig, 23 Jahre nach der Wende, euch selbst, als "Ossis" oder "Wessis" zu bezeichnen, oder unwichtig....???
Mir ist es mit meinen Anfang 40 unwichtig, zwischen "Ossi" und "Wessi" zu unterscheiden, erstens ist die Teilung 23 Jahre her, und zweitens ist es unwichtig, ob jemand aus Brandenburg, NRW, Bayern oder Thüringen kommt, es zählt der Mensch...
Ps: Super schöne Auswärtsfahrt in Rostock gewesen, würde ich auch schreiben, wenn Münster verloren hätte....


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zuletzt bearbeitet 02.02.2013 00:24 | nach oben springen

#124

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 02.02.2013 22:03
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Vorwendezeittouri im Beitrag #123
War letzte Woche in Rostock beim Spiel FC Hansa Rostock gegen Preußen Münster (das ist mein Lieblings-Verein) und ich war (unabhängig vom Ergebnis, auch wenn mein Verein verloren hätte, wär es so) froh, nette Fans von Hansa getroffen zu haben, die, auch wie ich selbst, nicht immer gleich mit diesem albernen (weil schon 23 Jahre her) "Ossi-Wessi-Gesülze" um die Ecke kamen...
Habe mich mit einigen Rostockern auf der Anfahrt im Zug nett unterhalten, und die fanden es positiv, dass ich sie mit "Norddeutsche" angesprochen habe und nicht mit "Ostdeutsche". Für mich persönlich zählt auch nur noch die Himmelsrichtung, 23 Jahre nach der Wende, nicht mehr "politisches Ost-undWest!"
Mal ganz abgesehen davon, dass die Rostocker auch so reden, wie in Hamburg oder Schleswig-Holstein...
Wie geht es euch hier im Forum? Ist es euch wichtig, 23 Jahre nach der Wende, euch selbst, als "Ossis" oder "Wessis" zu bezeichnen, oder unwichtig....???
Mir ist es mit meinen Anfang 40 unwichtig, zwischen "Ossi" und "Wessi" zu unterscheiden, erstens ist die Teilung 23 Jahre her, und zweitens ist es unwichtig, ob jemand aus Brandenburg, NRW, Bayern oder Thüringen kommt, es zählt der Mensch...
Ps: Super schöne Auswärtsfahrt in Rostock gewesen, würde ich auch schreiben, wenn Münster verloren hätte....


"Ossie" oder "Wessie" traf auf mich eigentlich sowieso nie zu. Ich bin vom Herzen her ein Saarpfaelzer und damit hat es sich. Und dort liegen auch meine Fussballsympatien auch wenn es dort seit Jahren nur noch Fussballmagerkost gibt.


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#125

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 02.02.2013 23:02
von EK89/1 | 832 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #112
Zitat von Francis im Beitrag #1
Vielleicht ist ja hier der eine oder andere Fussball Fan (Dynamo Dresden, Lok Leipzig, FC Magdeburg, RW Erfurt, CZ Jena, HFC Chemie, Union Berlin, etc!!!), der ein wenig über seine Erfahrungen bei Hein- und Auswärtsspielen von seinem Verein erzählen möchte? Weil ich möchte einfach mehr darüber erfahren wie es damals im Osten so war.... [ich auch]


zumindest hat man es seit der 'wiedervereinigung' geschafft , das es keinen fussballclub der 'neuen' bundesländer, in der obersten liga deutschland's mehr gibt !!! gratulation !!!


Ich war 1984 zum Pokalendspiel Dynamo-BFC. Kan mich noch sehr gut erinnern.
Los ging es ab Dresden mit dem Sonderzug. Die Fahrt nach Berlin war schon ein Ereigniss, wo man auch aus dem Fenster sah Schwarz gelbe Fahnen, Sprüche auf Bettlacken u.s.w.
In Berlin angekommen sofort von Bereitschaftspol. eingekesselt und zum Stadion "geleitet". Der Bhf war absolut abgeriegelt. Es wurden wahllos Leute aus der Masse rausgegriffen, diese wurden irgendwo festgehalten ohne irgend welchen Gründen. (Kumpels von mir hat es auch erwischt, fals hier jemand sagen will das das nicht die Wahreit ist was ich schreibe). Die Jungs wurden erst nach dem Spiel wieder laufen gelassen.
Im Stadion selbst kaum irgendeine Versorgung der Massen möglich und es war ei heißer Tag.
Stadion war natürlich ausverkauft, es waren Fans von allen Oberligamanschaften da.
Da war mann sich Einig, alle außer den BFC Fans wollten Dynamo als Sieger sehen,sogar die Unioner. Mit den Rosrockern gab es einen Spruch: "Wir halten zusammen wie der wind und das Meer, wir sturmfesten Sachsen wir Jungen vom Meer." BFC Gesänge konnte man natürlich kaum hören.
Für Dynamo war das pracktisch ein Heimspiel. Der Schiri versucht natürlich das Spiel in Richtung BFC Sieg zu bringen(Milke läst Grüßen)
hat nichts gebracht, Dynamo konnte das Spiel für sich entscheiden und Milke hat bestimmt gekocht.
Nach dem Spiel zurück zum Bhf., keine Polizei, wir wurden uns selbst überlassen b.z.w. den BFC Caoten.(ich schreibe bewust nicht Fans.)
Die kamen von hinten angerannt und sprangen wahllos von hinten mit den Beinen in den Rücken. Natürlich gabs dan auch Gegenwehr.
Der Bhf war wieder abgeriegeld und wir in Sicherheit. Auf der Rückfahrt im völlig überfüllten Zug das gleiche Bild wie hinzu, nur das noch mehr schwarz gelb zu sehen war.
Über die Siegesfeier zu Hause werde ich wohl besser schweigen.

Grundlegend möchte ich noch sagen das ich kein Gewaltbruder bin, mit friedlichen Fans anderer Vereine habe ich kein Problem und akzeptiere diese.

Grüße aus Sachsen


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
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zuletzt bearbeitet 02.02.2013 23:04 | nach oben springen

#126

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 11:37
von derpae.der99 | 107 Beiträge

Wenn du den Thread gelesen hättest, hättest du als Dynamo Fan das Buch “Schwarzer Hals, gelbe Zähne“ über Dresden vom gleichen Autor wie “Von Athen nach Althen“, erwähnen können. Beide Bücher (DD erschien eher) werden wohl ähnlich sein, aber als Zeitzeuge ist Leipzig für mich natürlich interessanter. Die Sache mit deinem erlebten beim Pokalspiel in Berlin kann ich gut nachvollziehen. Die Befies versuchten euch zu sprengen. Diese Strategie entwickelten sie, um sich aus der Umklammerung vor anderen Stadien zu befreien. Genau das wurde auch 1983 den Chemikern zum Verhängnis, als sie dachten, sie hätten die Straße im Griff. Danach war nichts mehr wie es war.
Was Tommi schrieb kann ich bestätigen. Ab Ende der 70er wurden die Auswärtsfans mancher Orts zum Bahnhof “begleitet“. Bis dorthin war man sich selbst überlassen. Da gab es keinen Polizeischutz. Im Buch wurde es vom “Club der Raben“ sinngemäß so beschrieben: Durch die anhaltend gewonnenen “Schlachten“ auf der Straße, gewann man immer mehr Selbstbewusstsein.


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#127

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 11:57
von Alfred | 6.854 Beiträge

Zitat von EK89/1 im Beitrag #125
Zitat von frank im Beitrag #112
Zitat von Francis im Beitrag #1
Vielleicht ist ja hier der eine oder andere Fussball Fan (Dynamo Dresden, Lok Leipzig, FC Magdeburg, RW Erfurt, CZ Jena, HFC Chemie, Union Berlin, etc!!!), der ein wenig über seine Erfahrungen bei Hein- und Auswärtsspielen von seinem Verein erzählen möchte? Weil ich möchte einfach mehr darüber erfahren wie es damals im Osten so war.... [ich auch]


zumindest hat man es seit der 'wiedervereinigung' geschafft , das es keinen fussballclub der 'neuen' bundesländer, in der obersten liga deutschland's mehr gibt !!! gratulation !!!


Ich war 1984 zum Pokalendspiel Dynamo-BFC. Kan mich noch sehr gut erinnern.
Los ging es ab Dresden mit dem Sonderzug. Die Fahrt nach Berlin war schon ein Ereigniss, wo man auch aus dem Fenster sah Schwarz gelbe Fahnen, Sprüche auf Bettlacken u.s.w.
In Berlin angekommen sofort von Bereitschaftspol. eingekesselt und zum Stadion "geleitet". Der Bhf war absolut abgeriegelt. Es wurden wahllos Leute aus der Masse rausgegriffen, diese wurden irgendwo festgehalten ohne irgend welchen Gründen. (Kumpels von mir hat es auch erwischt, fals hier jemand sagen will das das nicht die Wahreit ist was ich schreibe). Die Jungs wurden erst nach dem Spiel wieder laufen gelassen.
Im Stadion selbst kaum irgendeine Versorgung der Massen möglich und es war ei heißer Tag.
Stadion war natürlich ausverkauft, es waren Fans von allen Oberligamanschaften da.
Da war mann sich Einig, alle außer den BFC Fans wollten Dynamo als Sieger sehen,sogar die Unioner. Mit den Rosrockern gab es einen Spruch: "Wir halten zusammen wie der wind und das Meer, wir sturmfesten Sachsen wir Jungen vom Meer." BFC Gesänge konnte man natürlich kaum hören.
Für Dynamo war das pracktisch ein Heimspiel. Der Schiri versucht natürlich das Spiel in Richtung BFC Sieg zu bringen(Milke läst Grüßen)
hat nichts gebracht, Dynamo konnte das Spiel für sich entscheiden und Milke hat bestimmt gekocht.
Nach dem Spiel zurück zum Bhf., keine Polizei, wir wurden uns selbst überlassen b.z.w. den BFC Caoten.(ich schreibe bewust nicht Fans.)
Die kamen von hinten angerannt und sprangen wahllos von hinten mit den Beinen in den Rücken. Natürlich gabs dan auch Gegenwehr.
Der Bhf war wieder abgeriegeld und wir in Sicherheit. Auf der Rückfahrt im völlig überfüllten Zug das gleiche Bild wie hinzu, nur das noch mehr schwarz gelb zu sehen war.
Über die Siegesfeier zu Hause werde ich wohl besser schweigen.

Grundlegend möchte ich noch sagen das ich kein Gewaltbruder bin, mit friedlichen Fans anderer Vereine habe ich kein Problem und akzeptiere diese.

Grüße aus Sachsen





Eine Frage .

Von welchen Bahnhof wurdet ihr denn zum Stadion geleitet ?


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#128

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 12:44
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Frage zum Bierverkauf in Stadien der DDR damals:
Wurde es in Papp-Bechern (später in der BRD waren es Becher aus Weichplastik) verkauft, oder durfte man in der damaligen DDR sein Stadion-Bier aus der Flasche genießen?
Wie waren Einlass-Kontrollen vor'm Stadion, eher streng oder eher lasch....???


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
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#129

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 18:01
von derpae.der99 | 107 Beiträge

Bier gab es im Stadion gar nicht und meist gab es auch eine Zone um das Stadion wo der Verkauf von Alkohol unter Strafe gestellt wurde. Flaschen wurden verboten als sie zu Wurfgeschossen wurden. Ich tippe mal irgendwann in der 2. Hälfte der 1970er Jahre. Es dürfte auch in etwa die Zeit gewesen sein, als die Fan-Blöcke nicht mehr nebeneinander stehen durften. Bei uns gab es Limonade in Pappbechern und etwas was es heute gar nicht mehr gibt - Eis.
Was die Frage von Alfred betrifft, welche zwar nicht an mich ging, aber ich war ja auch oft genug in Berlin und denke mal, das wohl mehrere Bahnhöfe angesteuert wurden. Wir spielten ja auch z.B. einmal gegen Dresden in Berlin und bei uns wurden 4 Züge eingesetzt. 2 vom Hauptbahnhof und 2 vom Bayerischen Bahnhof. 10 000 Fans in etwa. Aus Dresden kamen mindestens ebenso viele und da kann man sich vorstellen, dass dies Logistisch doch nicht ganz so einfach war. Ich muss da heute immer etwas schmunzeln, wenn ich heute in der Zeitung lese, wie toll alles durchorganisiert ist. Hätten die heute 100 000 Zuschauer würde wohl eher gar nichts mehr gehen. Alle großen Kreuzungen wurden früher nach großen Spielen mit Verkehrspolizisten geregelt. Das ist etwas, was man heute gar nicht mehr kennt. Straßenbahnen standen nach Spielschluss schon in den Startlöchern. Heute baut die Stadt für die Österreicher lieber für zig Millionen Parkplätze, obwohl hier die wichtigsten Straßen vollkommen hinüber sind. Na ja, aber das ist ein anderes Thema.


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zuletzt bearbeitet 03.02.2013 18:03 | nach oben springen

#130

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 18:09
von Alfred | 6.854 Beiträge

Zitat von derpae.der99 im Beitrag #129
Bier gab es im Stadion gar nicht und meist gab es auch eine Zone um das Stadion wo der Verkauf von Alkohol unter Strafe gestellt wurde. Flaschen wurden verboten als sie zu Wurfgeschossen wurden. Ich tippe mal irgendwann in der 2. Hälfte der 1970er Jahre. Es dürfte auch in etwa die Zeit gewesen sein, als die Fan-Blöcke nicht mehr nebeneinander stehen durften. Bei uns gab es Limonade in Pappbechern und etwas was es heute gar nicht mehr gibt - Eis.
Was die Frage von Alfred betrifft, welche zwar nicht an mich ging, aber ich war ja auch oft genug in Berlin und denke mal, das wohl mehrere Bahnhöfe angesteuert wurden. Wir spielten ja auch z.B. einmal gegen Dresden in Berlin und bei uns wurden 4 Züge eingesetzt. 2 vom Hauptbahnhof und 2 vom Bayerischen Bahnhof. 10 000 Fans in etwa. Aus Dresden kamen mindestens ebenso viele und da kann man sich vorstellen, dass dies Logistisch doch nicht ganz so einfach war. Ich muss da heute immer etwas schmunzeln, wenn ich heute in der Zeitung lese, wie toll alles durchorganisiert ist. Hätten die heute 100 000 Zuschauer würde wohl eher gar nichts mehr gehen. Alle großen Kreuzungen wurden früher nach großen Spielen mit Verkehrspolizisten geregelt. Das ist etwas, was man heute gar nicht mehr kennt. Straßenbahnen standen nach Spielschluss schon in den Startlöchern. Heute baut die Stadt für die Österreicher lieber für zig Millionen Parkplätze, obwohl hier die wichtigsten Straßen vollkommen hinüber sind. Na ja, aber das ist ein anderes Thema.



Hallo,

man wird aber in Berlin nicht vom Ostbahnhof bis "Zum Stadion der Weltjugend " gelaufen sein.
Es ging hier um das Pokalfinale 1984.


zuletzt bearbeitet 03.02.2013 18:10 | nach oben springen

#131

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 18:36
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Echt? Kein Bier im Fußballstadion? Stelle ich mir ziemlich öde vor, ich finde, das gehört irgendwie dazu, wie die Stadionbratwurst auch. Aber man ist doch bestimmt dann nach'm Spiel noch in die nächste (Vereins-)Kneipe gegangen und hat den Sieg seines Vereins gefeiert, oder?
Aus welchem Grunde war Bier im Stadion verboten? Wurde doch sonst genauso gesoffen in der DDR, wie in der BRD auch, oder? (Karneval, Schützenfest, etc...). Zumindest in den 70er / 80er-Jahren war in der BRD der Alkoholkonsum relativ hoch, glaube 1975 stellt in der Statistik die Höchstmarke an Konsum alkoholischer Getränke bis heute da.......


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zuletzt bearbeitet 03.02.2013 18:44 | nach oben springen

#132

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 18:37
von derpae.der99 | 107 Beiträge

@ Alfred, ich kann es nicht sagen und zu '84 gleich gar nicht, aber laufen, warum nicht? Ich kann mich erinnern das wir z.B., (wie gesagt ein anderer Zeitraum) vorm Spiel am Alex waren. Ich weiß dies deswegen noch, weil wir uns dort mit Fans von drüben, die in WB spielten, trafen. Da kam ein Vopo und machte deswegen Stress. Uns hatte das ja nun nicht so beeindruckt, aber den Jungs von drüben wurde ganz anders. Und dann sind wir los marschiert ins Stadion. Sind doch nur 6 Km.

@ Vorwendezeittouri, es gab nicht mal Bratwurst. Nur Bockwurst mit Brötchen für -,85 M. Öde war es deswegen nicht. Das war halt so und da hast du das Bier auch nicht vermisst. Natürlich wurde nach dem Spiel gefeiert. Dann auch mit Bier, das ist doch klar. Das war früher schön im Stadion. Es gab keine Zäune und viele hatten ein Radio mit. Erste Halbzeit liefen die Großen Acht auf den 4 fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg und in der Zweiten dann die Oberliga Konferenzschaltung von Radio DDR. Danach Bundesliga. Gut da war ich noch Kind.


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zuletzt bearbeitet 03.02.2013 18:51 | nach oben springen

#133

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 20:04
von EK89/1 | 832 Beiträge

[/quote]


Eine Frage .

Von welchen Bahnhof wurdet ihr denn zum Stadion geleitet ?[/quote]


Es tut mir leid, das weis ich nicht mehr, sind jedenfalls ne ganze Weile gelaufen.

@Vorwendezeittouri

Ja damals haben wir eben Pullis reingeschmuggelt, und vorher gut getankt. In der S-Bahn von Meißen nach Dresden war ja genug Zeit.
War ja auch so ne Sache mit den Toiletten, ich glaube in Dresden gab es zu DDR Zeiten 2stück (Badkurfe und nähe Maratontor, verbessert mich wen ich falsch liege) Da konnte Dir das Wasser bis zum Hals stehen.

Ne Besonnderheit gab es in Dresden noch, wen man nach dem Abpfiff noch ne Weile am Maratontor gewartet hat, dan kamen die Spieler durch dieses und gingen rüber ins Vereinsgebäude, durch die Massen durch,stellt Euch so was mal heute vor, undenkbar.

Grüße


EK89/I
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01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
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#134

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 21:44
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Fussball der 70iger bis Anfang 80iger Jahre war meine Zeit als Fussballfan. Allerdings im Westen. "Mein" Verein spielte damals in der 2. Liga. Aber 30 km westlich gab es Bundesliga und fuer 2 oder 3 Jahre auch 30 km oestlich. Fantrennung gab es damals nicht. Oftmals standen auch feindliche Fanbloecke nebeneinander. Wenn es zu wild wurde ging die Polizei dazwischen. Auch vor und nach den Spielen, also vom Bahnhof/Fanbus ins Stadion und wieder zurueck war man meistens auch auf sich selbst angewiesen. Polizeibegleitung gab es in den wenigsten Faellen. Irgendwelche Zwischenfaelle gab es dann fast immer. Aber im Gegensatz zu heute wurde sowas nicht kuenstlich von den Medien aufgeblasen. Spaetestens nach Abreise der Auswaertsfans hat sich dann alles wieder beruhigt.


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#135

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 21:45
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von derpae.der99 im Beitrag #132
@ Alfred, ich kann es nicht sagen und zu '84 gleich gar nicht, aber laufen, warum nicht? Ich kann mich erinnern das wir z.B., (wie gesagt ein anderer Zeitraum) vorm Spiel am Alex waren. Ich weiß dies deswegen noch, weil wir uns dort mit Fans von drüben, die in WB spielten, trafen. Da kam ein Vopo und machte deswegen Stress. Uns hatte das ja nun nicht so beeindruckt, aber den Jungs von drüben wurde ganz anders. Und dann sind wir los marschiert ins Stadion. Sind doch nur 6 Km.




Hatte damals einen Bekannten, ein Fan vom 1.FC Koeln. Der ist damals in ganz Deutschland (West) rumgefahren und das nicht nur zu Spielen mit 1.FC Koeln Beteiligung. Und der hat bei so einem Spiel auch mal einen Abstecher nach Ost-Berlin gemacht und hat sich mit Union Fans angefreundet. Er hat auch Aufnaeher und andere Fanartikel aus der DDR mitgebracht. Ueber Sonderbehandlung/Schikanen durch Vopos hat er nichts gesagt. Ich glaube die hatten gar nicht gemerkt das da ein "Wessie" im Fanblock von Union Berlin stand.


zuletzt bearbeitet 03.02.2013 21:52 | nach oben springen

#136

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 03.02.2013 22:40
von derpae.der99 | 107 Beiträge

Na wie soll man dies auch gemerkt haben? Aufnäher von Westvereinen trug hier fast jeder Fan, aber wenn ein ganzer Haufen an Fans mit Schals und Kutten mit Merkmalen eines Vereins, der gerade dort kein Spiel austrägt, dann fühlte sich der Polizist beauftragt der Sache nachzugehen. Das war nicht weiter dramatisch. Unsere ABVs haben sich gerne mal in ihrem Revier gezeigt. Wir sind in Berlin auf dem Weg zum Stadion öfters mal an eine Streife geraten. Wir haben die sogar provoziert mit der Frage nach dem Weg und ob man da auch abhauen könne. Schlechte Erfahrung haben wir da eigentlich nicht gemacht. Unsere Polizisten waren ja nicht alles Menschenfresser. Ich bin einmal weggefangen worden, wegen eines Aufnähers, im Leipziger Hbf. Weil ich den nicht entfernen wollte kam ich in eine Zelle. Nach 15 Minuten musste ich den Käfig für einen Suffi wieder räumen.


EK 83 II
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#137

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 04.02.2013 13:59
von Arnstädter | 266 Beiträge

der Fussball in der DDR und der BRD war fanmäßig kaum zu unterscheiden.hüben wie drüben Aufnäher an der jeansjacke.ne kleine puddel war pflicht,
irgendwie waren wir da schon eins!


das System funktioniert weil du funktionierst
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#138

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 04.02.2013 15:10
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von EK89/1 im Beitrag #133






Eine Frage .

Von welchen Bahnhof wurdet ihr denn zum Stadion geleitet ?[/quote]


Es tut mir leid, das weis ich nicht mehr, sind jedenfalls ne ganze Weile gelaufen.

@Vorwendezeittouri

Ja damals haben wir eben Pullis reingeschmuggelt, und vorher gut getankt. In der S-Bahn von Meißen nach Dresden war ja genug Zeit.
War ja auch so ne Sache mit den Toiletten, ich glaube in Dresden gab es zu DDR Zeiten 2stück (Badkurfe und nähe Maratontor, verbessert mich wen ich falsch liege) Da konnte Dir das Wasser bis zum Hals stehen.

Ne Besonnderheit gab es in Dresden noch, wen man nach dem Abpfiff noch ne Weile am Maratontor gewartet hat, dan kamen die Spieler durch dieses und gingen rüber ins Vereinsgebäude, durch die Massen durch,stellt Euch so was mal heute vor, undenkbar.

Grüße[/quote]
Ich war in der Saison 1991/1992 das erstmal im rudolf Harbig Stadion.Die Toiletten waren schon etwas heftig.Aber sowas gab es auch in West Stadion. Es gab halt noch nicht diese Arenen wie heute.Das was ich in Dresden aber nie vegessen werden ist das es in der Gästetolette über der Eingangstür ein Schwalbennest war.



EK89/1 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#139

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 04.02.2013 19:32
von EK89/1 | 832 Beiträge

@glasi

Ja unser schönes Harbigstadion Schöne Zeiten drin erlebt, nun iss es weg. Mich dauert das die Giraffen weg sind, markantes Zeichen. wen man nach Dresden die A4 rein kam, da sah man schon wo man hin wollte.
Das neue Stadion ist aber er auch ne geile Schüssel, leider manschmal schon wieder zu klein.


EK89/I
09/87-01/88 GAR5 Potsdam,GAK 7
01/88-04/89 7.GK "Lutz Meier" Schierke
glasi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#140

RE: Fussball in der DDR

in Leben in der DDR 05.02.2013 01:51
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Zitat von Arnstädter im Beitrag #137
der Fussball in der DDR und der BRD war fanmäßig kaum zu unterscheiden.hüben wie drüben Aufnäher an der jeansjacke.ne kleine puddel war pflicht,
irgendwie waren wir da schon eins!

Nicht zu vergessen die Zaunfahnen und Gasdruckflaschen (Tröten), die in den Achtzigern beide Teile Deutschlands beim Fußballfan-Dasein bestimmt haben....


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