#1

Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inoffiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 01:31
von Berliner (gelöscht)
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"Die 'Initiative Frieden und Menschenrechte' (IFM) zählte in den 1980er Jahren neben den 'Frauen für den Frieden' und der 'Jenaer Friedensgemeinschaft' zu den wichtigsten Oppositionsgruppen. Für das MfS gehörten diese Gruppen zu den 'Hauptfeinden'. Es bemühte sich intensiv, sie mit IM zu infiltrieren. Man wollte so Einfluss auf die Arbeit ausüben und in den Gruppen mit Zersetzungsmethoden Zwietracht säen, um deren Arbeitsfähigkeit zu beeinträchtigen. Ihr wichtigstes Mittel dafür stellten IM dar."

Quelle: http://www1.bpb.de/themen/TRQER1,0,0,Die...asiAgentin.html


Berliner





Quelle: Wendezeiten 1990/91 (ARD)


zuletzt bearbeitet 10.03.2010 17:39 | nach oben springen

#2

Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inoffiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 17:22
von Augenzeuge (gelöscht)
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Klare Aussagen zur Stasi insbesonders im 2.Video ab 3:10 min.
AZ


zuletzt bearbeitet 10.03.2010 17:40 | nach oben springen

#3

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inofiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 17:42
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Gut der Film war mir bereits bekannt und meine Meinung zu diesen Aussagen ist recht zwiegespalten. Für meine Begriffe rechtfertigt sie sich an der falschen Stelle und sieht Fehler wo keine waren. Ihre eigene Tätigkeit versucht sie für sich und ihr Gewissen zu erklären und die anderen Maßnahmen des MfS kritisiert sie. Das ist typisches klein klein denken! Andere Maßnahmen waren ebenso notwendig wie ihre Tätigkeit, jedoch fehlt der Dame hier scheinbar der Überblick um dies richtig zu erfassen und ihre eigene Rolle hier richtig einzuordnen.

Zitat von Berliner

War Nacht- bzw. Wochenendarbeit beim MfS ueblich?

Vielen Dank!
Berliner



Auf diese Frage und deine Frage nach Gründen für die Härte des Dienstes erhälst du u.a. im ersten Film ab 3.42 eine gute Antwort.


Jedoch geht es mir hier wie bei vielen solchen Beiträgen und Filmen, ich vermisse die persönliche Meinung des Thread-Erstellers zu diesem Thema und auch zu seiner Intention dieses Thema bewußt zur Diskussion zu stellen.
Es würde mich freuen, wenn du zu diesen zwei Punkten noch deine Gedanken aufschreiben könntest.

Schönen Gruß zu dir über den Teich

Feliks


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 10.03.2010 18:15 | nach oben springen

#4

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inoffiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 19:57
von Gelöschtes Mitglied
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Waren doch alles nur Kundschafter für den Frieden,diese kleinen oder großen Spitzel....
Endlich mal eine,die es zugibt,Menschen zu Schaden und psychisch demontiert zu haben.
Was kann man daran gutheißen?Mit Sicherheit nichts,aber auch rein gar nichts!
Da ist es mir egal,ob diese Person für sich kleinkariert denkt und nicht das "Große" erfasst und erkannt hat,wie sich Feliks ausdrückt.........
War ja klar,dass hier wieder das Denkvermögen der betreffenden Person in Frage gestellt wird.Denn nichts anderes ist es,was wieder behauptet wird.Gut das andere in gößeren Dimensionen dachten.
Und noch was,wieviel Kommunisten wurden eigentlich während der Wende aufgehängt???
Was wurde denn nur diesen Leuten erzählt und beigebracht?
Gut das es so kam wie es ist,wer weiß,was die mit uns gemacht hätten!
Ich wäre bestimmt ein Konterrevolutionärer für die Stasi gewesen und Volksfeind oder Hetzer.
Was mit denen geschah,ist hinreichend bekannt.

Gruß ek40


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#5

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inofiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 20:10
von LO-driver | 750 Beiträge

Interesanter Filmbeitrag! Besonders was die Parteiarbeit betrifft. Natürlich klein klein denken, oder konnte diese IM jemals zum Abteilungsleiter oder Minister aufsteigen?
"Andere Maßnahmen waren ebenso notwendig wie ihre Tätigkeit" MfS-SED-MfS !
Heute arbeiten die Parteien auch mit Abhören,ELENA und Parteispenden.

LO-D



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#6

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inoffiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 20:13
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von ek40

Endlich mal eine,die es zugibt,Menschen zu Schaden und psychisch demontiert zu haben.



Woher will die Dame denn einen Einblick haben was im Anschluss an ihre Aussagen in den entsprechenden OV's weiter geschah?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#7

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inoffiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 20:22
von manudave (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von ek40

Endlich mal eine,die es zugibt,Menschen zu Schaden und psychisch demontiert zu haben.



Woher will die Dame denn einen Einblick haben was im Anschluss an ihre Aussagen in den entsprechenden OV's weiter geschah?





Da ging es dieser Dame ähnlich wie dir, Felix. Oder wusstest du alles, was nach deiner "Arbeit" weiter mit der Person und den Erkenntnissen geschehen ist?
Die Dame war wahrscheinlich genauso ein kleines Puzzleteilchen wie du.


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#8

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inoffiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 20:24
von LO-driver | 750 Beiträge

Vieleicht hatte die Dame in den letzten 20 Jahren auch Kontakt zum Gegenüber. Frau Poppe ist ja nicht Unbekannt! Gab es Gespräche miteinander???? Wer weis...

LO-D



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#9

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inoffiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 20:27
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Das Ergebnis war mir bekannt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 10.03.2010 21:00 | nach oben springen

#10

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inoffiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 20:41
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Feliks D.

Zitat von ek40

Endlich mal eine,die es zugibt,Menschen zu Schaden und psychisch demontiert zu haben.


Woher will die Dame denn einen Einblick haben was im Anschluss an ihre Aussagen in den entsprechenden OV's weiter geschah?


Ach Mensch Feliks,

dass kann ich doch nicht beurteilen,du bist doch der Insider und wirst uns sicherlich aufklären.
In wie fern diese Frau Einblick hatte weiß ich doch nicht.Sie sprach ja auch davon,von vielen Dingen erst im nachhinein gehört zu haben....wer's glaubt.Einige Repressalien gegen die Bespitzelten wird sie wohl schon mitbekommen haben.
Und das was geschah,wird wohl keiner abstreiten.Genug DDR-Prominente,Oppositionelle und DDR-Gegner haben es doch am eigenen Leibe gespürt.Das wird doch keiner mehr wirklich leugnen.
Über dieses Thema wurde schon genug geschrieben und berichtet.


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#11

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inofiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 10.03.2010 21:46
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Andere Maßnahmen waren ebenso notwendig wie ihre Tätigkeit, jedoch fehlt der Dame hier scheinbar der Überblick um dies richtig zu erfassen und ihre eigene Rolle hier richtig einzuordnen.
Feliks



Genau das ist doch die Frage, Feliks. Waren die Maßnahmen wirklich so notwendig? Waren sie nicht letztlich sogar sinnlos? Hätten nicht andere Maßnahmen vielleicht mehr Verständnis bei der Bevölkerung gefunden?

Nein, der Überblick fehlt dieser Dame keinesfalls, heute hat sie ihn besser denn je. Und sie ist ganz klar im Kopf. Sie selbst wurde doch ein Opfer- bei ihrem geschilderten Leben, beste Ideologiegläubigkeit- ein "must have" für die unteren Reihen des MfS, ein armes Schaf, welches mit Unkenntnis einfache Spitzeldienste verrichtet hat, ohne den wahren Hintergrund, den Sinn ihres Jobs zu kennen. Davon gab es sicher nicht wenige Menschen. Aber sie war auch ein Mensch, der an die ehrlichen Absichten des Sozialismus- die auch ehrenhaft sein mögen- geglaubt hat...bis zum Ende. Mir tut diese Frau leid.
AZ


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#12

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inofiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 11.03.2010 07:06
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
ich vermisse die persönliche Meinung des Thread-Erstellers zu diesem Thema und auch zu seiner Intention dieses Thema bewußt zur Diskussion zu stellen.


Hallo Feliks D.,

danke fuer Deine PN und fuer die Zeit im Chat. Wie schon besprochen, ist es kein 'Muss' meine Meinung abzugeben.
Meine Intention ist immer eine sinnvolle Diskussion anzuregen, da das Forum davon lebt.

Hier ein paar Auszuege:

1: 00:40 - 00:44 "es war das hoechste einer Genossin Kundschafterin zu sein"

1: 00:49 - 00:56 "das war meine Lieblingsliteratur, weil es immer Leute waren die irgendwie zum Anfang klein und schwach waren und dann waren sie die Helden."

1. 01:45 - 02:05 F: "Aber haette es nicht andersrum sein koennen? ... Du als Heldin der Opposition?" A: "Nee, denn haette ich anders erzogen sein muessen. Dann haette ich nicht diese Erziehung geniessen duerfen."

1. 02:55 - 03:06 "es ist eigentlich dieses 'nie gelernt haben fuer sich selbst zu entscheiden', 'nie gelernt haben fuer sich selbst Verantwortung zu tragen' und ich glaube das hat eigentlich ein ganzes Volk nicht mehr gemacht."

1. 03:42 - 03:47 "Die Stasi hat gesagt wir haben jederzeit Zeit fuer Dich und sie hatten Tag und Nacht Zeit fuer mich."

1. 05:11 - 05:35 "Du siehst Dich ja immer nur als ganz kleines Teil, als Mini-Teilchen. Du gehst ja nicht davon aus, dass genau Deine Beobachtung...Deine Spitzelei...das ist was die Leute ins Gefaengnis bringt."

2. 00:15 - 00:31 "wenn z.B. mein Fuehrungsoffizier oder sein Chef mir erzaehlt haben...'wenn es mal andersrum kommt...dann haengen wir...alle auf'. Ich habe es geglaubt."

2. 01:55 - 02:59 "...das war irgendwo so eine Befindlichkeit, diese Masse, dieses sich aufgehoben...fuehlen. Und ich muss auch sagen...ich haette auch wieder in die PDS gehen koennen...Aber irgendwo ging es einfach nicht mehr fuer mich...Ich will nicht mehr irgendeinem Fraktionszwang unterliegen, irgendwie sagen muessen, das ist meine persoenliche Meinung."

2. 03:16 - 03:31 "Fuer mich war immer die Idee des Sozialismus, also des Humanen, des Menschlichen. Und ich habe einfach Dinge weggedrueckt, wo ich haette genau sehen muessen, dass sie alles andere als human sind, dass sie zutiefst unmenschlich sind."

2. 04:47 - 05:20 "Ich weiss auch, dass das nach und nach nachlassen wird...aber es bedrueckt mich auch zugleich, weil manchmal denke ich, ich kann eigentlich gar keinem mehr in die Augen gucken."

2. 06:35 - 06:56 "...wenn man den Versuch unternimmt aufzuarbeiten, das gehoert ja dazu. Ich glaube letztendlich lebt man besser...ich laufe jetzt ziemlich gerade. Wenn ich bestimmten Leuten begegne, dann laufe ich doppelt gerade."

Mehr dazu hoffentlich morgen.
Duane


zuletzt bearbeitet 11.03.2010 07:42 | nach oben springen

#13

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inofiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 11.03.2010 08:30
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Berliner

Zitat von Feliks D.
ich vermisse die persönliche Meinung des Thread-Erstellers zu diesem Thema und auch zu seiner Intention dieses Thema bewußt zur Diskussion zu stellen.


Hallo Feliks D.,

danke fuer Deine PN und fuer die Zeit im Chat. Wie schon besprochen, ist es kein 'Muss' meine Meinung abzugeben.
Meine Intention ist immer eine sinnvolle Diskussion anzuregen, da das Forum davon lebt.

Hier ein paar Auszuege:

1: 00:40 - 00:44 "es war das hoechste einer Genossin Kundschafterin zu sein"

War es nicht immer das höchste seinem Staat und dessen Gesellschaft zu dienen? Heute gibt es dafür den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

1: 00:49 - 00:56 "das war meine Lieblingsliteratur, weil es immer Leute waren die irgendwie zum Anfang klein und schwach waren und dann waren sie die Helden."

War das nicht von uns allen die Lieblingsliteratur, Helden, Abenteuer und Spione?

1. 01:45 - 02:05 F: "Aber haette es nicht andersrum sein koennen? ... Du als Heldin der Opposition?" A: "Nee, denn haette ich anders erzogen sein muessen. Dann haette ich nicht diese Erziehung geniessen duerfen."

Sicher prägt die Erziehung, damals wie heute.

1. 02:55 - 03:06 "es ist eigentlich dieses 'nie gelernt haben fuer sich selbst zu entscheiden', 'nie gelernt haben fuer sich selbst Verantwortung zu tragen' und ich glaube das hat eigentlich ein ganzes Volk nicht mehr gemacht."

Dies ist ihre Einzelmeinung! Der Staat gab lediglich einen Rahmen vor, seine Entscheidungen in diesem mußte jeder selber trefffen.

1. 03:42 - 03:47 "Die Stasi hat gesagt wir haben jederzeit Zeit fuer Dich und sie hatten Tag und Nacht Zeit fuer mich."

Nicht nur für sie, sondern für jeden. Der IM bestimmte die Zeit des Treffens, egal wann, nicht der FO.

1. 05:11 - 05:35 "Du siehst Dich ja immer nur als ganz kleines Teil, als Mini-Teilchen. Du gehst ja nicht davon aus, dass genau Deine Beobachtung...Deine Spitzelei...das ist was die Leute ins Gefaengnis bringt."

Das ist wieder dieses klein klein denken, aber es gab IM die sich sehr wichtig nahmen und andere die ihrem Dienst an Staat und Gesellschaft ohne solche Denkweisen ausübten. Der zweite Satz wird ihr wohl erst nach der Wende als Rechtfertigung eingefallen sein.

2. 00:15 - 00:31 "wenn z.B. mein Fuehrungsoffizier oder sein Chef mir erzaehlt haben...'wenn es mal andersrum kommt...dann haengen wir...alle auf'. Ich habe es geglaubt."

Wieder eine Rechtfertigung und Behauptung... aber viel hätte ja '89 nicht gefehlt und sie hätten uns am liebsten alle aufgehangen.

2. 01:55 - 02:59 "...das war irgendwo so eine Befindlichkeit, diese Masse, dieses sich aufgehoben...fuehlen. Und ich muss auch sagen...ich haette auch wieder in die PDS gehen koennen...Aber irgendwo ging es einfach nicht mehr fuer mich...Ich will nicht mehr irgendeinem Fraktionszwang unterliegen, irgendwie sagen muessen, das ist meine persoenliche Meinung."

Der Mensch ist ein Herdentier. Das Menschen mit Heimerfahrung anderweitig versuchen sich sozial geborgen zu fühlen ist dann verständlich. Sie suchte eine starke Schulter und das MfS gab sie ihr, so war beiden Seiten gedient. Auch eine Form von Humanismus, wer gäbe dieser Frau heute Halt? Niemand, die Gesellschaft würde sie sich selbst überlassen!

2. 03:16 - 03:31 "Fuer mich war immer die Idee des Sozialismus, also des Humanen, des Menschlichen. Und ich habe einfach Dinge weggedrueckt, wo ich haette genau sehen muessen, dass sie alles andere als human sind, dass sie zutiefst unmenschlich sind."

Von welchen "unmenschlichen" Dingen will sie wohl wissen? Sie bleibt da doch sehr vage, gehen wir mal davon aus sie meint die Grenze.

2. 04:47 - 05:20 "Ich weiss auch, dass das nach und nach nachlassen wird...aber es bedrueckt mich auch zugleich, weil manchmal denke ich, ich kann eigentlich gar keinem mehr in die Augen gucken."

Warum niemand mehr in die Augen sehen, nur weil die Sache der sie aufrichtig gedient hat gescheitert ist? Hier zeigt sich wieder die Schwäche ihrer Persönlichkeit, sie hat den Halt und die Orientierung verloren und dies ist auch der Grund für diese peinliche Entschuldigung. Warum erklärt sie sich nicht nur und steht aufrecht, sondern rechtfertigt und entschuldigt sich die ganze Zeit?

2. 06:35 - 06:56 "...wenn man den Versuch unternimmt aufzuarbeiten, das gehoert ja dazu. Ich glaube letztendlich lebt man besser...ich laufe jetzt ziemlich gerade. Wenn ich bestimmten Leuten begegne, dann laufe ich doppelt gerade."

Sich erklären vielleicht, sich anzubiedern und krampfhaft versuchen sein Verhalten zu entschuldigen und u.a. der Erziehung und anderen die Schuld zu geben nicht! Dies ist wieder die Schwäche ihrer Persönlichkeit, dem neuen System zu Kreuze kriechen, sich entwürdigen und permanent entschuldigen um dann in diesem wieder gerade laufen zu könnnen. Sie braucht die soziale Bestätigung für sich und ihr Leben. Andere gehen auch aufrecht durch das Leben, gerade weil sie sich nicht bei den falschen für das Falsche entschuldigen sondern mit sich im Reinen sind. Nun geht sie doppelt gerade vor ihren alten Feinden für den Preis der Selbstaufgabe und öffentlichen Erniedrigung. Ihren alten Freunden, die sie ein Leben lang begleiteten, traut sie sich jedoch nicht mehr unter die Augen.

Der Beweis von Heldentum liegt nicht im Gewinnen einer Schlacht, sondern im Ertragen einer Niederlage (David Lloyd George)

Diese Signatur aus dem Forum paßt auch hier sehr gut, scheinbar kennt die Dame diesen Ausspruch nicht bzw. versteht unter Ertragen etwas anderes.





Mehr dazu hoffentlich morgen.
Duane




Alles in allem eine tragische Figur...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.03.2010 15:27 | nach oben springen

#14

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inofiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 11.03.2010 09:52
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D.
Alles in allem eine tragische Figur...



So von, sie könnte einem leid tun ne....ja, da haste Recht Feliks....

groetjes

Mara


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#15

RE: Die Wahrheit muss raus - Bekenntnisse einer Inofiziellen Mitarbeiterin

in Videos aus dem Alltag und Leben der DDR 11.03.2010 10:19
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Berliner

1. 03:42 - 03:47 "Die Stasi hat gesagt wir haben jederzeit Zeit fuer Dich und sie hatten Tag und Nacht Zeit fuer mich."


@berliner, hier siehst du evtl. den zusammenhang mit einem anderem tread, wo es um die härte des dienstes ging. die inoffizielle mitarbeiterin in diesem film hatte recht, der >im< bestimmte den tagesablauf des operativen mitarbeiters. egal, ob es feiertag oder wochenende war. egal, zu welcher uhrzeit, er hatte am nächsten morgen pünktlich zu 08.00 uhr zum dienst zu erscheinen. wenn er pech hatte, bereits zu 07.00 uhr, da evtl. noch eine versammlung anstand oder ein weiterer "treff".

Zitat von Berliner

2. 00:15 - 00:31 "wenn z.B. mein Fuehrungsoffizier oder sein Chef mir erzaehlt haben...'wenn es mal andersrum kommt...dann haengen wir...alle auf'. Ich habe es geglaubt."


die geschichte hatte dafür auch genug beispiele parat. die letzten ereignisse dürften wohl diesbezüglich budapest(1956) und berlin (1953) gewesen sein. einzelne versuche gab es auch im herbst 1989 in der ddr.


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