#41

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 16:27
von Svenni1980 | 672 Beiträge

Ich habe da eine interessante Seite gefunden, die von der nach 48 Std. geräumten Stadt Pripjat handelt. Sehr bedrückende Aufnahmen.

http://pripyat.com/de/photo_gallery/pripyat/


Gruß,

Sven


Weil die Klugen immer nachgeben regieren die Dummen die Welt!!

Affen die hoch hinaus wollen, entblößen Ihren ..... (Hintern)!!
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#42

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 16:37
von karl143 (gelöscht)
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Der Skandal war doch nicht der Unfall - obwohl das Allein schon schlimm genug war. Die UdSSR hat billigend in Kauf genommen, das Menschen radiokativ verseucht wurden. Und das nicht nur im eigenen Land. Als im Westen die Radioaktivität gemessen wurde, wußte doch noch garkeiner, wo die Quelle ist. Die Katastrophe ereignete sich am 26.04. um 01.21 Uhr. Am Sonntag, einen Tag später, haben sich die Verantwortlichen dazu durchgerungen, die Blöcke 1 und 2 des Reaktors abzuschalten. Es sind seit dem Unfall mind. 22 Stunden vergangen.

28. April 1986, gegen 9:00 Uhr:
Im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark 100 km nördlich von Stockholm geben Techniker Strahlungsalarm. Über 14mal höhere Radioaktivitätswerte als normal werden gemessen. Kraftwerksleiter Karl Erik Sehlstedt verfügt Alarmstufe 2, die Bevölkerung wird benachrichtigt, das Kraftwerk wird evakuiert.

Dann treffen aus anderen Gegenden ähnlich hohe Meßwerte ein. Schnell wird den schwedischen Experten klar, daß die Quelle der Radioaktivität nicht in Skandinavien zu suchen ist. Der Wind kommt aus südöstlicher Richtung - aus der Sowjetunion.

Als Quelle wird ein Atomkraftwerk im Raum Kiew vermutet - es trägt den Namen Tschernobyl.

Die schwedische Energieministerin Dahl beschuldigt die Sowjetunion, einen Reaktorunfall zu verheimlichen. Erst dementieren deren Behörden alles.


28. April 1986, gegen 21:00 Uhr:
Das Moskauer Fernsehen sendet eine Erklärung des Ministerrates der UDSSR, die gleichzeitig über die sowjetische Nachrichtenagentut TASS verbreitet wird:

"Im Atomkraftwerk Tschernobyl hat sich ein Unfall ereignet. Ein Reaktor wurde beschädigt. Maßnahmen zur Beseitigung der Unfallfolgen werden ergriffen. Den Geschädigten wird Hilfe geleistet. Eine Regierungskommission ist gebildet worden."

Der genaue Ablauf der Informationen und der genaue Ablauf der Katastrophe ist hier nachzulesen:
http://www.greenpeace-berlin.de/tschernobyl/tagx.html

Das bedeutet: Erst ungefähr 68 Stunden oder nach fast 3 Tagen gibt Russland zu, was die Welt mittlerweile gesichert weiß. Und das ist der eigentliche Skandal.


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#43

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 18:27
von MatNag (gelöscht)
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Ich habe nur erfahren, daß sofort aus allen Krankenhäusern die Zivilverteidigungsausrüstung, sprich die Strahlungsmeßgeräte sofort von den übergeordneten Stellen, sprich Ministerium eingezogen wurden ....und das schon 2 Tage, nachdem in den (damals) westlichen Medien Berichte über das Unglück auftauchten. Man wollte wohl verhindern, daß jemand auf eigene Faust Messungen machte, die die Verharmlosungs-, Vertuschungs- und Beschönigungspolitik der SED ad absurdum geführt hätte.


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#44

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 18:42
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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MatNag, na ja, muss ich da einwerfen, meine Frau war Chemielaborantin und hatte in einem Institut für Isothopenforschung in Leipzig gearbeitet. Sie trug das Dosimeter...oder wie das kleine Ding hieß damals ständig mit sich herum, am Hals, und es hat nichts gesagt...nicht mal Anton oder Pip.
Ich weiß, das ist kein Thema, wo man Spass einflechten sollte, aber so war es.

R-M-R


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#45

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 18:54
von Affi976 (gelöscht)
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@RMR,
die Dosimeter haben auch nicht Anton oder Pip gesagt, jedenfalls nicht 1986 und nicht in Berlin ( Ost ), Oskar Ziethen Krankenhaus, wo meine Frau als Röntgenassistentin arbeitete.
Sie hätten, wie auch immer ausgelesen werden müssen. Und ob das Einer tat, ist fraglich!! Und wenn, dannn wäre es eh zu spät gewesen. Also, was soll`s. Egal ob Ost oder West! Wir können uns hier drehen und wenden!
VG Affi


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#46

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 19:03
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von MatNag
Ich habe nur erfahren, daß sofort aus allen Krankenhäusern die Zivilverteidigungsausrüstung, sprich die Strahlungsmeßgeräte sofort von den übergeordneten Stellen, sprich Ministerium eingezogen wurden ....und das schon 2 Tage, nachdem in den (damals) westlichen Medien Berichte über das Unglück auftauchten.

Man wollte wohl verhindern, daß jemand auf eigene Faust Messungen machte, die die Verharmlosungs-, Vertuschungs- und Beschönigungspolitik der SED ad absurdum geführt hätte.



Also als erstes zu deinem zweiten Absatz, dieser stellt lediglich deine persönlichen Vermutungen und Behauptungen dar. Diese sind jedoch durch keinerlei Fakten belegbar!

Ganz im Gegenteil, die Geräte wurden eingezogen um besser organisierte und damit letztendlich qualifiziertere Messungen vornehmen zu können. Diese erfolgten u.a., wie schon einige Seiten vorher von mir beschrieben, durch Kräfte der Zivilverteidigung und auch durch die zuständigen Bezirks-Hygieneinstitute. Diese waren für eine ihrer Aufgaben, nämlich für die hygienischantiepidemische Sicherstellung im Rahmen der Zivilverteidigung, mit arbeitsfähigen Operativ- und Laborstrukturen, darunter ein Radiologisches Laboratorium mit entsprechenden moderner Radioaktivitäts-Messtechnik, sowie den stationären Radioaktivitätsmessgeräten 20026 und 20046 (DDR-Produktion) und den mobilen RAM 60A und RAM 63 (aus UdSSR-Produktion) ausgerüstet.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 09.03.2010 19:09 | nach oben springen
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#47

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 19:34
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Das weiß ich doch, Affi, das mit dem "auslesen", und sie wurden, soviel ich weiß, in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Also wenn da was gewesen wäre, hätte es keiner hinter dem Berg gehalten. Dies kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Den Arbeitsschutz hatte in der DDR einen sehr hohen Stellenwert. Aber genug von meiner Seite zu dem Thema.

R-M-R


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#48

RE: Die Katastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986

in Leben in der DDR 09.03.2010 19:36
von Gelöschtes Mitglied
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Zum Zeitpunkt des Unglücks war ich gerade mit meiner damaligen Freundin und heutigen Frau im schönen Harz in Friedrichsbrunn.
Wir machten dort in einem Bungalow Urlaub.War solch Bugalowsiedlung im Wald,die gehörte dem Konsum.
Meine heutige Schwiegermutter besorgte uns den Platz.Sie war Konsumangestellte.
Also ich kann nur erzählen,dass wir die ersten Meldungen aus dem Westfernsehen bzw.Radio erfuhren.
Man kann eigentlich sagen,wie immer.
Wenn dieser Gau im Westen passiert wäre,hätte sich aber wieder ganz schnell die kommunistische Propagandamaschine in Gang gesetzt und mit der Informationspolitik wäre das ganz anders gelaufen.
Nun ist dieser Super-Gau aber dem "Freund" passiert.
Da war es wie üblich aus mit der Informationspolitik.
Die ersten Tage hörte,geschweige sah man nichts in den Ostmedien.
Und als es sich nicht mehr vertuschen ließ,wurde auch nur beschwichtigt und beschönigt.
Die ganze Sache wurde heruntergespielt und verharmlost.
Alles nur Panikmache vom "Klassenfeind",hieß das dann.
Die Radioaktivität macht ja nen Bogen um die DDR.
Das ganz Europa betroffen war,wurde frech ignoriert und der unmündige Ostbürger hatte das zu akzeptieren....die Partei,die Partei,die hat immer Recht!
Pilze,Gemüse,Obst,alles essbar,nichts ist so gefährdent,dass es die Gesundheit belastet hieß es.
Diese ewigen Lügereien bringen mich noch heute auf die Palme.
Ja schön alles unter die Decke kehren.Der Ossi hält ja den Mund und ist....
Wenn man diese "Nicht-Informationspolitik" nun auch noch damit rechtfertigt,dass man angeblich eine Panik und Hysterie unter der DDR-Bevölkerung verhindern wollte,dann verstehe ich wirklich die Welt nicht mehr,oder hier schreiben ehemalige Ost-Redakteure,also sozusagen die Medienmacher von damals.
Hört endlich auf mit dieser Verar....
Hört auf,immer alles ins Schöne und Erklärbare lenken zu wollen!

ek40


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#49

RE: Die Katastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986

in Leben in der DDR 09.03.2010 20:06
von feldwebel88 | 279 Beiträge

einige von euch werden es bestimmt noch wissen. in der uvd-bude hing so ein gerät was radioaktivität erfassen sollte.(kenn die bezeichnung von dem gerät nicht mehr)dieses gerät musste jeden tag überprüft werden,auf funktionsweise.unten an dem gerät war ein drehschalter,wo man eine bestimmte zahl einstellen musste,ich glaube 2.
um die funktionsweise zu prüfen drehte man denn schalter auf 5oder6 da fing es an zu piepen.(was normal war).
2 tage nach tschernobyl überprüfte ich dieses gerät und es piepte schon bei 3,5.
wenn es bei 2 gepiept hätte ,ich weiss nicht mehr genau was dann passiert wär.
dazu lagen auch unterlagen in der uvd-bude bereit.

mfg feldwebel


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#50

RE: Die Katastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986

in Leben in der DDR 09.03.2010 21:41
von ABV | 4.204 Beiträge

Angeblich sollen Eisenbahnwaggons aus Tschernobyl über Polen und von dort aus in die DDR gefahren worden sein. Diese Waggons wurden bei Neu-Manschnow, an der früheren Bahnstrecke Küstrin-Kietz-Frankfurt(Oder) abgestellt und einer speziellen Behandlung unterzogen. Mich graust es noch heute, wenn ich an diesem Ort vorbeikomme. Beweise gibt es dafür nicht, es handelt sich aber um eine sehr hartnäckige Legende.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 09.03.2010 21:42 | nach oben springen
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#51

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 21:51
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Das weiß ich doch, Affi, das mit dem "auslesen", und sie wurden, soviel ich weiß, in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Also wenn da was gewesen wäre, hätte es keiner hinter dem Berg gehalten. Dies kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Den Arbeitsschutz hatte in der DDR einen sehr hohen Stellenwert. Aber genug von meiner Seite zu dem Thema.

R-M-R


Rainer-Marie,
bitte. Vor kurzem lief erst im MDR eine Dokumentation über die chemische Industrie im Bereich Bitterfeld. Da erzählten sogar Leiter von Betrieben ganz was anderes. Zuerst kam der Plan, und ganz zum Schluß ging es um die Sicherheit. Da wurde produziert auf Teufel komm raus.


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#52

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 09.03.2010 22:17
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Karl, ich könnte dir jetzt mit Günter Wallraff kommen und dem "herlichen Arbeitsschutz", wo eure Gastarbeiter im Westen durch die Atomkraftwerke ohne jegliche Schutzausrüstung kriechen mussten, und ich schrieb ja dummerweise allgemein von der DDR.
Das war wohl zu allgemein und wie am Anfang vermerkt, war auch bei Euch nicht alles Gold, was glänzt, aber zumindest in dem VEB, ein Spezialbaubetrieb, wo ich gearbeitet habe, wurde Arbeitsschutz groß, ganz groß geschrieben.
Also Karl, die eigene Nase, immer erst an die eigene Nase, du alter BGSler.

R-M-R


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#53

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 10.03.2010 00:36
von DerBremer (gelöscht)
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da das thema grad auf dem tisch ist stelle ich euch mal eine interessante doku rein. habe sie vor einiger zeit mal gesehen und kann sie sehr empfehlen !












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#54

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 10.03.2010 00:42
von TOMMI | 1.992 Beiträge

Als man dmals in der DDR so langsam mit der Wahrheit herausrückte, sprach man lediglich von einer "Havarie", so als wäre es ein Wasserrohrbruch gewesen.
Die Friedensfahrt in diesem Jahr startete mit einer Etappe in Kiew, gar nicht so weit weg von dem Unglücksort.
Mehrere Teilnehmer sagten ab. Die DDR zog das ganze natürlich locker vom Hocker durch.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#55

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 10.03.2010 09:31
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Karl, ich könnte dir jetzt mit Günter Wallraff kommen und dem "herlichen Arbeitsschutz", wo eure Gastarbeiter im Westen durch die Atomkraftwerke ohne jegliche Schutzausrüstung kriechen mussten, und ich schrieb ja dummerweise allgemein von der DDR.
Das war wohl zu allgemein und wie am Anfang vermerkt, war auch bei Euch nicht alles Gold, was glänzt, aber zumindest in dem VEB, ein Spezialbaubetrieb, wo ich gearbeitet habe, wurde Arbeitsschutz groß, ganz groß geschrieben.
Also Karl, die eigene Nase, immer erst an die eigene Nase, du alter BGSler.

R-M-R


@ Rainer-Maria,
bei dem Beispiel gebe ich dir Recht. Das ist aber eine der Ausnahmen. Seit Anfang der 60er Jahre waren in der Bundesrepublik die Gewerbeaufsichtsämter und Berufsgenossenschaften sehr emsig bei ihren Überprüfungen. Nachdem der Aufbau der Industrie u. ä. abgeschlossen war, besann man sich nun auf die Sicherheit. In einem Land von 60 Mio. Menschen wirst du immer einen Betrieb finden, der gegen Gesetze verstößt und Geld sparen will. Alles andere anzunehmen wäre Schwachsinn. Bei euch war es aber staatlich verordnete Umgehung von Arbeitsschutz. Beispiele gibt es viele. Ich sage nur Wismut und Krebserkrankungen ohne Ende. Und dann das schon zitierte Chemiedreieck. Da wurde nicht nur auf den Schutz eurer Werktätigen gepfiffen, sondern auch auf die Gesundheit der Bewohner. Statistiken über Atemwegserkrankungen wurden nicht veröffentlicht usw. RM, das ist alles bewiesen und da hilft dir auch deine positive Denkweise zu einem abgewirtschafteten System nicht weiter.

Ein weiterer Unterschied: Woher weißt du das mit Wallraff? Nur durch eine funktionierende Presse, bzw. Berichterstattung. Die du in deinem Tschernobyl Beitrag aber wieder mit Sensationshaschend beschreibt.
Ja was denn nun. Sicher, die Presse bei dir früher war nie sensationshaschend. Da kamen negative Themen ja nur im Auslandsteil vor. Ist schon klar. Du kannst uns nichts vormachen.


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#56

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 10.03.2010 09:51
von CaptnDelta (gelöscht)
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Bezeichnend fuer die Verheimlichung der Katastrophe und ihrer Folgen bis weit nach dem eigentlichen Unfall ist das Schicksal von Waleri Legassow. Er praesentierte als Leiter der Untersuchungskommission den Bericht der sowjetischen Delegation zur IAEA in Wien 1986. Am zweiten Jahrestag des Tschernobyl-Ungluecks erhaengte er sich.
Vorher hatte er noch Tonaufzeichnungen vorgenommen, welche bislang unbekannte Fakten und Probleme des Reaktors und seines Designs verdeutlichten, und die systematische Verschleierung der sowjetischen Regierung aufzeigte. Diese Aufzeichnungen wurden zum Gegenstand der BBC TV Reportage "Surviving Disaster: Chernobyl Nuclear Disaster".
Nach seinem Freitod, welche einen Schock in der sowjetischen Nuklearindustrie ausloeste, wurden die genannten Fehler des Reaktors umgehend zugegeben, und Veraenderungen eingeleitet.

-Th


zuletzt bearbeitet 10.03.2010 09:55 | nach oben springen
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#57

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 10.03.2010 15:29
von Berliner (gelöscht)
avatar

Zitat von Augenzeuge
Hier das Sendescript von Karl Eduard v. Schnitzler zu dem Atomunglück.
Hier erkennt jeder die offizielle Informationspolitik.


Hallo Joerg, danke fuer das Dokument.

hier der erste Satz:

"Zunaechst meine Zuschauerinnen und Zuschauer: niemand wird ein ernstes Unglueck verharmlosen, ein solch tragisches Geschehen abschwaechen oder gar Ursachen vernebeln."

Der Rest kam mir wie genau das Gegenteil vor (Ablenkung, Verharmlosung, Schoenreden).

Kein Wunder, dass er "Eduard von Schni..." hiess.

Gruss ueber den Teich,
Berliner


zuletzt bearbeitet 10.03.2010 21:53 | nach oben springen
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#58

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 10.03.2010 16:02
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Karl, wir streiten und streiten und Bergmensch wirft mir gleich in einem seiner Texte vor, das ich alles durch die rosarote Brille sehe.( die Formulierung war jetzt von mir, nicht von ihm)
Er weiß es halt besser, muss ein "Hundeleben" als Lokführer im Staate DDR geführt haben.Er sollte meinen letzten Text im Fred" Zwangsadoptionen" lesen, damit ihm ein Licht aufgeht, was ich für Einer war und noch bin.
Du weißt es auch...besser, als Einer, der nicht im Chemiedreieck Leipzig aufgewachsen ist, und ich, ich weiß es auch, weil ich in den ganzen Dreckecken in meinem Beruf herumgekrochen bin.
Sagt das nicht Alles, ich bin gesund, meine Kinder gesund zur Welt gekommen, kein Husten, kein Pseudokrupp...oder wie das im Ruhrgebiet hieß.
Erzähle mir keine Sülze mit euren Berufsgenossenschaften, die immer schön in ihren Glaspalästen gesessen haben, so wie nach der Wende, und wenn es den ersten Unfall auf dem Bau gab, immer erst die Schuld beim Opfer gesucht haben, um ja nicht zahlen zu müssen.Gut, ich kann diese Behauptung nicht untermauern, aber es kann sich ja gerne jemand dazu einbringen.
Tonnenschwere Teile, um nur bei einem Beispiel zu bleiben, werden über Baustellen geschwenkt, während unten 100 Mann ihr Tagwerk verrichten. Das hätte es zu meiner Zeit nicht gegeben.
Aber das geht hier her und hin oder hin und her. Lassen wir es lieber, weil es ermüdet, macht auch keinen Spass mehr.

R-M-R


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#59

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 10.03.2010 18:24
von turtle | 6.961 Beiträge

Letztes Jahr war ich mit meiner Frau auf einen Friedhof in Kiew ihr Vater liegt da begraben. Ich gehe aber auch so gern wenn ich im Ausland bin gern einmal auf einen Friedhof. Sie sind so unterschiedlich und auch Geschichtsträchtig. Du musst nur richtig hinschauen. Die Architektur, Baudenkmäler, Mausoleums, sind genauso interessant und unterschiedlich.
In Hachachov (Sudetenland) war der letzte deutsche Grabstein von der Försters Witwe Sacher von 1947 zB. Für mich klar danach hatte man es geschafft die Deutschen zu vertreiben. Zurück zu Kiew Da war ein großer Abschnitt aus neuerer Zeit . In der Ukraine ist es üblich ein Foto des oder der Verstorbenen in den Grabstein einzuarbeiten. Ich sah da überwiegend Junge Menschen, Kinder, mit einem Sterbedatum von zirka 18 Monaten unterschied. Ich wollte mehr wissen diese Häufung von jüngeren Toten machte mich neugierig. Es waren die Tschernobyl Opfer welche da lagen. Sie hatten nach der Katastrophe Wohnungen in Kiew bekommen. Wie man sieht konnten sie nicht lange da wohnen. Tagelang hatte ich in meinem Gedächtnis noch Bilder von diesen jungen hübschen Mädchen, Kinder ,Jungen Männern in meinem Kopf. Entschädigung haben die keine bekommen. Nicht einmal der Sarg wurde ihnen bezahlt! Es machte mich sehr betroffen.
Damals habe ich noch in einer Firma gearbeitet welche Haselnüsse verarbeitet hat.
Diese Nüsse kamen immer aus der Türkei. Nun nach Tschernobyl waren diese Nüsse zu belastet. Daher mussten die Nüsse woanders gekauft werden. Ich hörte nur unflätige Worte über die Nusspreise. Über die Opfer kaum!
Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 10.03.2010 20:12 | nach oben springen
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#60

RE: Katastrophe von Tschernobyl - habt Ihr davon Wind gekriegt?

in Leben in der DDR 10.03.2010 20:10
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hallo Turtle, kannst du mehr darüber berichten? Warst du auch beim Reaktor? Es gibt ja heute Führungen dort.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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