#1

Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 26.11.2008 12:54
von Obermaat (gelöscht)
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Konnte man als DDR- Bürger auch Urlaub im Ausland machen? Wie sah es mit „sozialistischen“ Ländern wie Jugoslawien, UdSSR, China oder Cuba usw. aus? Oder war vielleicht sogar Urlaub im „kapitalistischen“ Westen möglich?

Martin


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#2

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 26.11.2008 13:32
von altgrenzer (gelöscht)
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Nur soz. Ausland. Privilegierte durften nach Cuba und Jugoslawien.

Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Tschech., Polen, UdSSR ansonsten.

Rolf

http://rolfrost.de/prag.html


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#3

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 26.11.2008 18:57
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Tja, oder man hatte das Rentenalter erreicht. Dann war das Reisen wohl kein Problem.
Falls die älteren Herrschaften im "Westen" blieben, hätte man wenigstens die Rentenkasse entlastet.
Blieb aber keiner, glaube ich?!

Im Ernst, ich vermute es durften noch lange nicht alle Rentner rüber und wenn, dann wohl eher nur zu Verwandten. Ich kann's aber nicht behaupten.

Obwohl, ich hatte einen älteren Bekannten der aus Magdeburg stammte. Die hatten vor, oder bis in den Krieg hinein eine Brauerei. Der Bekannte, während des Krieges auf einem Minenräumboot, blieb nach 45 gleich hier in der französischen Zone.

Und tatsächlich, so um 1975 rum, durfte ihn die damals über 70jährige Mutter seines Jugenfreundes hier in Freiburg besuchen.

Die Dame war ne Wucht. Meine Herrn, die hatte echte Klasse.
Ich war damals um die 18 und übernachtete, weil vorher schön gebechert, im Wohnzimmer meines Bekannten. Mitten in der Nacht stand plötzlich diese Frau im leicht durchsichtigen "Baby Doll" (schreibt man das so?) vor mir und zog eine Riesenschau ab, tat so als wolle sie mich verführen. Mein Bekannter stand in der Tür und schüttelte sich vor Lachen. Am Ende lachten wir alle bis uns die Tränen in den Augen standen. Irgendwie war ich dann doch erleichtert, dass die Verführung nur vorgetäuscht war.

Was mir so alles einfällt ...


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#4

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 26.11.2008 19:24
von altgrenzer (gelöscht)
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Für die Rentner gabs sogar Pendelbusse, z.B. Eisfeld - Coburg (Kleiner Grenzverkehr). Die Oma von meinem Schwager aus Eisfeld fuhr regelmäßig. Als die Grenze aufging war sie ihre Monopolstellung los und hat nicht verkraftet, dass jetzt auch die Anderen fahren dürfen. Sie ist um 1990 gestorben.

Viele Grüße aus BaWü,
Rolf


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#5

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 27.11.2008 08:46
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Die Oma Deines Schwagers ist aber nicht wirklich wirklich wegen dem Verlust ihrer Monopolstellung gestorben?

In Anlehnung an ein anderes Thema, "innerbadische" Grüße zurück.


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#6

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 15:21
von Angelo | 12.396 Beiträge

Zitat von altgrenzer
Nur soz. Ausland. Privilegierte durften nach Cuba und Jugoslawien.

Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Tschech., Polen, UdSSR ansonsten.

Rolf

http://rolfrost.de/prag.html



Galt das für ALLE DDR Bürger oder gab es auch Ausnahmen ?


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#7

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 15:52
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Na klar mit dem Trabant nach Ungarn,das muss man erlebt haben.Kofferraum voll Speisen,ein Jahr vorher Bettwäsche besorgt (war in Ungarn teuer und selten ) damit den Bungalow bezahlt.Westgeld besorgt,weil man DDR-Mark nur begrenzt tauschen konnte,auf der Bank natürlich,die Ungarn wollten den Käse nicht haben.


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#8

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 16:11
von josy95 | 4.915 Beiträge

Die Hauptreiseziele innerhalb der DDR waren die Gewässergebiete, allen voran die Ostsee, dann kam meines Wissens nach die Mecklenburger und Berliner Seenplatte, Gebirge wie Harz, Erzgebirge, Thüringer Wald. Zu Hoch- Zeiten immer mächtiges Getümmel, FDGB- Ferienplätze waren in der Hauptsaison dort nur schwer zu bekommen, Privatquartiere meißt nur mit Vitamin "B" = Beziehungen.

Hauptreisemittel? Die Deutsche Reichsbahn. Wer kennt sie nicht mehr, die überfüllten Urlauberzüge Richtung Ostsee, mit Kind und Kegel, Sack und Pack in 12 und mehr D- Zugwagen. teilweise in verstopften Gängen! Wo selbst Platzkarten Bückeware waren, 1 Jahr im Voraus bestellt werden mußten, Platzkarten doppelt und dreifach verkauft waren (arme Zugbegleiter)...

Ansonsten war da ohne größere Einschränkung nur die UdSSR, Polen, Tschecheslowakei, Rumänien und Bulgarien zu bereisen. Visa natürlich trotz Bruderlandstatus inbegriffen! Ungarn, Jugoslawien und auch Kuba und andere soz. "Bruderländer" waren eingeschränkt zu bereisen, weil ihre Grenzen gen Westen nicht ganz so dicht waren, wie gewünscht.
Mit Etablierung der Solidarnosz in Polen war es auch nicht mehr ganz so einfach, dorthin zu kommen. Außerdem schreckten auch die dortigen Zustände und innerpolitischen Folgeerscheinungen (u. a. Ausrufung des Ausnahmezustandes) viele ab.

In Polen, Bulgarien oder in der Tschecheslowakei, die auch von westlichen Touristen gern bereist wurden, bekam man schon immer als DDR- Touri den Unterschied zwischen DDR- Mark und frei konvertierbarer Währung zu spüren, war lokal auch unterschiedlich ausgeprägt, aber nicht zu übersehen.

Mit der Beginn der massiven Fluchten von DDR- Bürgern in die Botschaften von Prag und Warschau hätte man am liebsten auch noch diese Länder "Dicht gemacht", aber dafür war es wohl zu spät, vor 21 Jahren...!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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zuletzt bearbeitet 09.11.2010 16:51 | nach oben springen

#9

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 16:16
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Angelo
...Galt das für ALLE DDR Bürger oder gab es auch Ausnahmen ?



Es gab auch Ausnahmen.
Vor allem wohl bei Künstlern, Technikern und Bürgern, die auch beruflich öfter im NSW tätig waren. Ein Onkel von mir war Schriftsteller und seine Frau Lektorin. Offiziell wußten wir anderen Verwandten immer nur, dass sie in Urlaub waren aber nach der Wende hat mir die Tante Alben gezeigt und erzählt, dass die Bilder in Frankreich oder Norwegen entstanden sind.
Es war gut, dass ich zu DDR-Zeiten davon keine Ahnung hatte, denn das hätte ich ja sonst angeben müssen und mir so beruflich sicher noch einige zusätzliche Problemchen eingehandelt.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#10

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 16:36
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von josy95
Die Hauptreiseziele innerhalb der DDR waren die Gewässergebiete, allen voran die Ostsee, dann kam meines Wissens nach die Mecklenburger und Berliner Seenplatte, Gebirge wie Harz, Erzgebirge, Thüringer Wald. Zu Hoch- Zeiten immer mächtiges Getümmel, FDGB- Ferienplätze waren in der Hauptsaison dort nur schwer zu bekommen, Privatquartiere meißt nur mit Vitamin "B" = Beziehungen.

Hauptreisemittel? Die Deutsche Reichsbahn. Wer kennt sie nicht mehr, die überfüllten Urlauberzüge Richtung Ostsee, mit Kind und Kegel, Sack und Pack in 12 und mehr D- Zugwagen. teilweise in verstopften Gängen! Wo selbst Platzkarten Bückeware waren, 1 Jahr im Voraus bestellt werden mußten, Platzkarten doppelt und dreifach verkauft waren (arme Zugbegleiter)...

Ansonsten war da ohne größere Einschränkung nur die UdSSR, Polen, Tschecheslowakei, Rumänien und Bulgarien. Ungarn, Jugoslawien und auch Kuba und andere soz. "Bruderländer" waren eingeschränkt zu bereisen, weil ihre Grenzen gen Westen nicht ganz so dicht waren, wie gewünscht.
Mit Etablierung der Solidarnosz in Polen war es auch nicht mehr ganz so einfach, dorthin zu kommen. Außerdem schreckten auch die dortigen Zustände und innerpolitischen Folgeerscheinungen (u. a. Ausrufung des Ausnahmezustandes) viele ab.

In Polen, Bulgarien oder in der Tschecheslowakei, die auch von westlichen Touristen gern bereist wurden, bekam man schon immer als DDR- Touri den Unterschied zwischen DDR- Mark und frei konvertierbarer Währung zu spüren, war lokal auch unterschiedlich ausgeprägt, aber nicht zu übersehen.

Mit der Beginn der massiven Fluchten von DDR- Bürgern in die Botschaften von Prag und Warschau hätte man am liebsten auch noch diese Länder "Dicht gemacht", aber dafür war es wohl zu spät, vor 21 Jahren...!


josy95




Ja Josy kann ich bestätigen. Wg verwandtschaftlichen Beziehung war ( und bin ich) ich oft in der CSSR, ich reiste über GüSt Schirnding oder Waidhaus ( Bayr. Wald )dort ein. Ich war ideologisch gesehen aus " Feindesland" aber in Geschäften, Restaurants usw. wurde ich sehr zuvorkommend bedient, ich vermute wg der " richtigen" Knete, die wir auf den Tresen legen konnten. Es war einerseits ein gutes Gefühl, monetär auf der richtigen Seite zu stehen andererseits hatt ich immer ein Mitgefühl mit meinen ostdeutschen Landsleuten, die mit dem Geld sehr sorgsam umgehen mussten. damit sie über die Runden kamen. Das bekam man ja manchmal mit, wir konnten ja die Sprache verstehen wenn sie sich in der Öffentlichkeit unterhielten. Dann war ich immer sehr zufrieden und dankbar mit meinem Dasein.
Nur einmal in den 70 er Jahren bin ich ziemlich rüde angemacht worden. Ich fuhr mit meinem Wagen in der CSSR an eine Tankstelle und wollte tanken . Da sagte der Tankwart, an Deutsche verkauft er nichts. Ich nehme mal an, er hatte schlechte Erfahrung im Krieg gemacht. Ich fand es zwar ungerecht, da erkennbar vom Alter ich kein Weltkriegsteilnehmer sein konnte, abe rwie die Menschen eben so sind. Meine Frau spricht perfekt tschechisch und sie hat ihm dann in der Landesprache noch einen Fluch hinterhergeschickt. Für uns war es nämlich brenzlich, wir kamen auf den letzten Tropfen dort an.

Gruß Gert


.
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#11

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 17:10
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Polen? Das war doch für DDR Bürger seit 1980 praktisch "dicht". Visapflicht. Nur auf Einladung von Polen.
Theo


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#12

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 17:47
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von eisenringtheo
Nur auf Einladung von Polen.


Oder Reisebüro, z.B. Jugendtourist http://www.jugendopposition.de/index.php?id=3182


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#13

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 20:30
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Am meisten hat mich überrascht, dass beim Aufsuchen der Staatsbank in Senftberg sehr viele DDR Bürger anstanden, um Kronen der CSSR in einer genau festgelegten Menge zu ewerben. Um sie dann in den Ferien ausgeben zu können. War es denn so, dass es auch beim Grenzübergang in die sozialistischen Bruderstaaten penible Währungskontrollen gab und bei Verstössen saftige Strafen?
Auch so unangenehm wie am Checkpoint Charlie mit eingeschmuggelten DDR Mark?
http://is.blick.ch/img/gen/Z/m/HBZmhAnN_Pxgen_r_529x700.jpg
Theo


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#14

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 09.11.2010 22:38
von küchenbulle | 196 Beiträge

guten abend ihr leut!

ich hatte 1976 eine reise nach bulgarien über jugendtourist gebucht.die lehre war beendet man hat geld verdient und wollte was von der welt
sehen.besser gesagt vom soz. ausland.kurze zeit später wurde die bulgarienreise ohne angabe von gründen von jugendtourist storniert.
man könnte mir aber 14 tage ungarn anbieten,hab ich dann gemacht. eine woche in balatonfüred in bungalows -essen unter aller sau unsere
ostmark wollte keiner.ein paar piepels die unseren weibern aus der reisegruppe hinterherstiegen, fragten ob wir ost oder westdeutsche wären.auf meine antwort ost sagte der eine nur osten is sich scheisse.tauschen durfte man auch bloss 100 mark und bekam dafür ca.450
forint.andere die schonmal gereist waren ,hatten genügend ostknete geschmuggelt und dann schwarz getauscht. die waren jedenfalls der king.dannwaren noch 3 tage sopron an der ösigrenze und 3 tage budapest auf der tourneeliste und die kohle war auch alle.
war ne schöne zeit!
ich hatte mir eine freundin aus reisegruppe angelacht
aber ohne das richtige geld warste in den bruderstaaten nix.

vg
der küchenbulle


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#15

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 10.11.2010 16:04
von Rotten (gelöscht)
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...Reisen in die VR Polen waren nach 1980 auch über den FDGB - Feriendienst möglich. Ich hatte im Sommer 1984 einen Ferienplatz an der polnischen Ostseeküste (14 Tage) , in der Blockhaus-Siedlung des staatlichen polnischen Duty - Free - Handels. Für Reisen nach Polen entfiel auch der unwürdige maximale Geldumtausch pro Tag , wie bspw. in die CSSR (30,- pro Tag). Auf der Staatsbank der DDR konnten im Vorfeld der Reise schon recht hohe Summen DDR-Mark in Zloty getauscht werden. Meines Wissens gab es nur ein oberes Limit , glaube es waren 16000,- DDR-Mark.
DDR-Mark in grösserer Menge konnte mitgeführt werden , musste bei Grenzübertritt angegeben & vorgezählt werden. Natürlich nicht jenes , welches in der Reisetasche eingenäht war. Bei Rückreise erfolgte wiederum Kontrolle der angegebenen DDR-Mark-Reisemittel.
Wir haben damals den Grenzübergang Ahlbeck/Swinemünde benutzt , da wir auf polnischer Seite abgeholt wurden. Da sich dieses verzögerte , hatten wir nach Grenzübertritt ca. 3 Stunden Zeit & konnten den Übergang recht gut überblicken. Wir waren in dieser Zeit die Einzigen , die den Übergang passierten.
Die DDR-Mark war auf polnischer Seite gut tauschbar (schwarz , Kurs 1 : 25) , noch besser DM (Kurs 1 : 400). Bei Ankunft erfolgte eine Einweisung durch einen Gewerkschafter und einem Herren der Miliz. Dabei ging es vor allem um das Verbot des Fotografierens von evtl. Demonstranten und der örtlichen Versorgung , denn die meisten staatlichen Geschäfte & auch Kaufhallen boten einen recht trostlosen Eindruck. Bspw. im Metzgerladen gab es einmal die Woche Fleisch , ansonsten war der Laden leer , mal abgesehen von ein paar Konserven. In Gaststätten ähnliches Bild , die meisten Gerichte waren aus , auch Bier gab es nicht. Die Bier - und Alkohollieferung erfolgte immer Freitags , glaube da war die ganze polnische Kleinstadt auf den Beinen.
Etwas anderes Bild in Club's & Diskotheken (für uns als junge Leute sehr erfreulich) , hier war eigentlich alles gegen entsprechendes Aufgeld erhältlich (Bier 2 Mark , Flasche Wodka 0,5 Ltr. 50 Mark). Die polnische Polizei war ständig in den Diskotheken präsent und nahm Verhaftungen vor. Da blieb es nicht aus , dass wir auch eines Abends dazugehörten , jedoch nach Vorzeigen des DDR - Passes sehr freundlich behandelt wurden.
Im Herbst des gleichen Jahres war ich noch in Warschau (Jugendtourist) , hier ein etwas anderes Bild , dass sicher dem Hauptstadt - Status zuzuschreiben ist. Auch hier war die DDR - Mark willkommen und gut tauschbar. Beste Einkaufsmöglichkeiten natürlich , die Flohmärkte...
Reisen ins NSW waren möglich (Jugendtourist , Reisebüro) , natürlich mit viel Glück und , und... Aber das brauche ich wohl nicht weiter erläutern.
Hatte im Oktober 1989 (mit damaliger Freundin) eine Schiffsreise (Reisebüro) , Portugal , Spanien , Jugoslawien , Zypern.
Hatten uns im Vorjahr 'auf gut Dünken' angemeldet , zwei Plätze wurden frei & wir erfüllten wohl alle Kriterien. Muss dazu sagen , dass wir zu diesem Zeitpunkt schon beide im Besitz eines Seefahrtbuches waren. Auf den Reisepreis kamen p.P. noch 50 DDR-Mark Zuschlag , diese wurden an Bord in die jeweiligen Landeswährungen getauscht.
In Spanien erhielten alle DDR-Bürger Landgangsverbot von spanischer Seite , angebliche Kommunisten (noch dazu ohne Visa) waren unerwünscht.
In Jugoslawien war die Währung schon inflationär , jeder erhielt ein Bündel mit 500.000 Dinar (10 DM). Ein kleiner Rest anbei..(1). Das Geld reichte für einen netten Tavernen - Besuch in Dubrovnik. Dort gab es am 05.11.1989 ein nettes Gespräch mit dem Barkeeper , der meinte :'..wenn ihr mich in 2 Jahren wieder besucht , dann habt ihr das andere deutsche Geld.'
Rückflug am 10.11.1989 ab Larnaca (Zypern) und mitten hinein ins Geschehen...
Vorher (09.11.,mittags) besuchte uns noch ein Vertreter der DDR - Botschaft auf Zypern und gab uns in etwa folgendes mit auf den Weg: '...wenn sie morgen in die DDR zurückkehren , machen sie sich bewusst , dass sie einschneidende Veränderungen vorfinden werden.'
Genaue Informationen gab es während der Reise & auch während des Rückfluges nicht.
Rotten

Angefügte Bilder:
Scannen0014.jpg

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zuletzt bearbeitet 10.11.2010 19:42 | nach oben springen

#16

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 10.11.2010 19:32
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

05.-08. November 1989
650 Bürger der DDR machen ohne Antrag und Bewilligung eine Vergnügungsrundreise "DDR-CSSR-BRD-DDR"
(ab Minute 4.50, besonders ab 6.15

Lustig die Blondine am Ende. Hatten die denn keine Angst?
Theo


zuletzt bearbeitet 10.11.2010 19:35 | nach oben springen

#17

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 27.02.2015 08:12
von Schakal | 271 Beiträge

Zitat von Gast im Beitrag #3

Im Ernst, ich vermute es durften noch lange nicht alle Rentner rüber und wenn, dann wohl eher nur zu Verwandten. Ich kann's aber nicht behaupten.




Nicht mal zu Verwandten.
Meine Großtante durfte als Rentnerin nicht von Wismar nach Lübeck, um ihre eigene Schwester zu besuchen ( Luftlinie ca. 60 Km) !!!
Der Grund war ganz einfach, ihr Sohn war Mitarbeiter beim MfS.


--- Ex oriente lux.---
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#18

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 27.02.2015 10:27
von Sperrbrecher | 1.655 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13

Auch so unangenehm wie am Checkpoint Charlie mit eingeschmuggelten DDR Mark?

Warum war es überhaupt verboten, Ostgeld in die DDR "einzuschmuggeln" ?

Die DDR lieferte doch ganz offiziell druckfrisches Ostgeld an die Westberliner Banken.
Das weiß ich von einem Verwandten, der Filialleiter bei der Bank für Handel und Industrie
(= Dresdner Bank) in Westberlin war. Beim ihm erschienen regelmäßig die Boten der DDR-Notenbank mit Koffern voller DDR-Geld direkt aus der Druckerei und tauschten das in Westgeld um.

Auch wenn ich mich vor DDR Besuchen bei einer Bank mit Ostgeld versorgte, bekam ich immer neue, druckfrische Scheine mit fortlaufenden Nummern. Es war also kein Geld, welches irgendein Ost-Rentner in den Westen geschmuggelt hatte.

Was dachten sich die DDR-Führer, was mit diesen Geld geschehen würde ?
Glaubten die ernsthaft, dass man sich damit im Westen die Zimmer tapezieren würde ?

Es war doch nur logisch, dass dieses Geld irgendwann und irgendwie wieder in die DDR zurückkommen würde.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#19

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 27.02.2015 10:28
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Der Grund war ganz einfach, ihr Sohn war Mitarbeiter beim MfS.

Na da hätte Sie doch erst Recht Fahren dürfen/müssen/können


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#20

RE: Urlaub als DDR- Bürger(in)

in Leben in der DDR 27.02.2015 10:41
von Signalobermaat | 357 Beiträge

Vom Prinzip durften alle Rentner, egal ob Invaliden-oder Altersrentner in die BRD reisen.Einschränkungen gab es nur in ganz seltenen und begründeten Ausnahmefällen aus Sicherheitsgründen z.B.enge persönl. Verbindungen zu Geheimnisträgern usw., also wie angeführt Sohn beim MfS.Das MfS hatte ein Einspruchsrecht.Eigendlich setzte man voraus,daß solche Verwandten keinen Reiseantrag stellen.Damit taten sie der Kaderentwicklung ihre Verwandten keinen Gefallen.



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