#41

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 13:26
von Altermaulwurf (gelöscht)
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Das Angebot der GST war schon Super, selbst aufwändige Sportarten waren mit Einschränkungen möglich,es war keineswegs nur sturer Komiss.

Insgesamt waren Schulsystem und Freizeitangebote um einiges besser als in der BRD.

Sicher gab es gerade in der vormilitärischen Ausbildund Spinner und Schleifer die ihre Verantwortung mißbrauchten, aber ich veruteile ja auch keine Kirche wegen einzelner pädophiler Geistlicher.


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#42

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 13:43
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Anton

@Mara

Du mußt unseren westdeutschen Freunden erklären, daß du den Führerschein Klasse A (Motorrad) meinst, sonst kommen sie vielleicht unnötig ins Grübeln.


Gab es den Führerschein Klasse 1 überhaupt in der DDR? Oder meintest Du das gerade mit dem Führerschein Klasse A?
Klasse 1 gab es hier im Westen früher jedenfalls, da kommt gerade ein westdeutscher Freund nicht ins Grübeln. Klasse 1b West müsste etwa Klasse A Ost entsprochen haben?

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 27.03.2010 13:43 | nach oben springen

#43

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 14:24
von altgrenzer (gelöscht)
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Bitte verwechselt das nicht: GST ist nicht gleich Vormilitärische Ausbildung!

Die Mitgliedschaft in der GST war genauso freiwillig wie die Mitgliedschaft in einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft oder in einer SED.

Die Vormilitärische Ausbildung jedoch, die musste jeder mitmachen, zumindest war das so auf der EOS die ich besucht habe.

Fakt ist auch: Die Vorteile, die eine GST bot, z.B. mal ne Platzrunde zu fliegen, war mit einer unvergleichlich hohen Aufopferung an persönlicher Freizeit verbunden, das war für mich der Grund, die Segelfliegerschule nicht weiter zu machen. Schießen, ob KK oder Luftgewehr, klare Sache, Munition war teuer, das hat die Gesellschaft getragen und es dürfte auch klar sein, dass sich keiner aus meiner Klasse einen Segelflieger leisten konnte.

Grüße von Drüben!


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#44

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 14:34
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Ari@D187
[quote="Anton"]

Gab es den Führerschein Klasse 1 überhaupt in der DDR? Oder meintest Du das gerade mit dem Führerschein Klasse A?



aus STVO §7 (DDR Stand 1966?)

Klasse 1:Krafträder mit und ohne Seitenwagen

Klasse 2:Kraftwagen bis 250 ccm, Elektrokarren, auch mit Anhängefahrzeug sowie Krankenfahrstühle mit mehr als 20 km/h Höchstgeschwindigkeit

Klasse 3:Zugmaschinen, auch mit Anhänger, bis 30 km/h Höchstgeschwindigkeit, sowie Arbeitskraftfahrzeuge mit mehr als 20 km/h Höchstgeschwindigkeit

Klasse 4:Kraftwagen bis 2,5t zu versteuernder Masse (auch mit einachsigen Anhängern)

Klasse 5:Kraftwagen über 2,5t zu versteuernde Masse, alle Kraftwagen mit mehrachsigen Anhängefahrzeugen sowie Zugmaschinen mit mehr als 30km/h Höchstgeschwindigkeit (auch mit Anhänger.

Fahrerlaubnis zum Führen von Kleinkrafträdern gemäß §85 STVZO
( 50 ccm; 60km/h bbH)

Fahrerlaubnis zum Führern von Fahrzeugen gem. § 6(1) STVZO (Prüfbescheinigung)
KFZ bis 6 km/h, Arbeitskraftfahrzeuge bis 20 km/h, Krankenfahrstühle bis 20 km/h, Fahrräder mit Hilfsmotor

Mindestalter:
§6 und § 85 STVZO 15 Jahre; Krafträder bis 150 ccm 16 Jahre über 150 ccm 18 Jahre; Klasse 2 und 3 16 Jahre, Kl. 4 und 5 18 Jahre.


Ab 1982 wurden dann die Fahrerlaubnisklassen mir Buchstaben bezeichnet.

Kl A - Krafträder - ab 16 Jahre 150 ccm; über 150 ccm ab 18 Jahre

Kl B - KFZ bis 3,5 t - ab 18 Jahre

Kl C - KFZ über 3,5 t - ab 18 Jahre

Kl M - Krafträder bis 50 ccm und 60km/h - ab 15 Jahre

Kl T - Traktoren - ab 15 Jahre

Kl D - KOM - ab 18 Jahre

AZ


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#45

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 20:20
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Ari@D187
[quote="Anton"]

Gab es den Führerschein Klasse 1 überhaupt in der DDR? Oder meintest Du das gerade mit dem Führerschein Klasse A?



aus STVO §7 (DDR Stand 1966?)

Klasse 1:Krafträder mit und ohne Seitenwagen

Klasse 2:Kraftwagen bis 250 ccm, Elektrokarren, auch mit Anhängefahrzeug sowie Krankenfahrstühle mit mehr als 20 km/h Höchstgeschwindigkeit

Klasse 3:Zugmaschinen, auch mit Anhänger, bis 30 km/h Höchstgeschwindigkeit, sowie Arbeitskraftfahrzeuge mit mehr als 20 km/h Höchstgeschwindigkeit

Klasse 4:Kraftwagen bis 2,5t zu versteuernder Masse (auch mit einachsigen Anhängern)

Klasse 5:Kraftwagen über 2,5t zu versteuernde Masse, alle Kraftwagen mit mehrachsigen Anhängefahrzeugen sowie Zugmaschinen mit mehr als 30km/h Höchstgeschwindigkeit (auch mit Anhänger.

Fahrerlaubnis zum Führen von Kleinkrafträdern gemäß §85 STVZO
( 50 ccm; 60km/h bbH)

Fahrerlaubnis zum Führern von Fahrzeugen gem. § 6(1) STVZO (Prüfbescheinigung)
KFZ bis 6 km/h, Arbeitskraftfahrzeuge bis 20 km/h, Krankenfahrstühle bis 20 km/h, Fahrräder mit Hilfsmotor

Mindestalter:
§6 und § 85 STVZO 15 Jahre; Krafträder bis 150 ccm 16 Jahre über 150 ccm 18 Jahre; Klasse 2 und 3 16 Jahre, Kl. 4 und 5 18 Jahre.


Ab 1982 wurden dann die Fahrerlaubnisklassen mir Buchstaben bezeichnet.

Kl A - Krafträder - ab 16 Jahre 150 ccm; über 150 ccm ab 18 Jahre

Kl B - KFZ bis 3,5 t - ab 18 Jahre

Kl C - KFZ über 3,5 t - ab 18 Jahre

Kl M - Krafträder bis 50 ccm und 60km/h - ab 15 Jahre

Kl T - Traktoren - ab 15 Jahre

Kl D - KOM - ab 18 Jahre

AZ



Klasse gemacht Augenzeuge,ich hatte es auch gerade in Erwägung gezogen das mal reinzusetzen.Gruß Greso


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#46

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 21:22
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Anton


@Mara

Du mußt unseren westdeutschen Freunden erklären, daß du den Führerschein Klasse A (Motorrad) meinst, sonst kommen sie vielleicht unnötig ins Grübeln.

Viele Grüße
ANTON



Wie jetz Anton....1-2-3 waren doch die westdeutschen Klassen....damals jedenfalls.....

1= Motorrad
2= Truck
3= Auto

Klasse 1 hatte ich ja und Klasse 2 und 3 hab ich in Westdeutschland gemacht....heute isset anders, da sind die Klassen europäisch einheitlich....A,B,C usw....

groetjes uit Chiasso

Mara


zuletzt bearbeitet 27.03.2010 21:27 | nach oben springen

#47

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 21:27
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Zitat von Mongibella

Zitat von Anton


@Mara

Du mußt unseren westdeutschen Freunden erklären, daß du den Führerschein Klasse A (Motorrad) meinst, sonst kommen sie vielleicht unnötig ins Grübeln.

Viele Grüße
ANTON



Wie jetz Anton....1-2-3 waren doch die westdeutschen Klassen....damals jedenfalls.....

groetjes uit Chiasso

Mara
--------------
und warum jetzt nicht mehr?
Mike59



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#48

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 21:29
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59
und warum jetzt nicht mehr?



Wegen Europa und einheitliche Klassifikationen in den einzelnen Ländern...

groetjes

Mara


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#49

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 21:45
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Zitat von Mongibella

Zitat von Mike59
und warum jetzt nicht mehr?



Wegen Europa und einheitliche Klassifikationen in den einzelnen Ländern...

groetjes

Mara



-------
dauert einen Moment, muss es erst scannen


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#50

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 21:51
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Zitat von Mike59

Zitat von Mongibella

Zitat von Mike59
und warum jetzt nicht mehr?



Wegen Europa und einheitliche Klassifikationen in den einzelnen Ländern...

groetjes

Mara



-------
dauert einen Moment, muss es erst scannen



-----------schein mir nicht neu zu sein - und über die Bilder wird nicht gelacht

Angefügte Bilder:
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#51

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 22:33
von Mongibella (gelöscht)
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Jau Mike...zeigt ja ganz gut, das die Klassen Ost wie West kaum unterschieden....

....nur Moppet und Motorräder waren bei mir Ende der 80er in der DDR A und M, daraus wurde dann später in Westdeutschland die Klasse 1....hinzu kam dann erst Klasse 3 und dann machte ich noch den Zweier....jetzt in Holland hab ich halt den Europäischen mit den neuen Klassen....

groetjes

Mara


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#52

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 22:42
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Zitat von Mongibella
Jau Mike...zeigt ja ganz gut, das die Klassen Ost wie West kaum unterschieden....

....nur Moppet und Motorräder waren bei mir Ende der 80er in der DDR A und M, daraus wurde dann später in Westdeutschland die Klasse 1....hinzu kam dann erst Klasse 3 und dann machte ich noch den Zweier....jetzt in Holland hab ich halt den Europäischen mit den neuen Klassen....

groetjes

Mara


-----------
Nee,

Krad war in der DDR Klasse 1 - kannst du nicht sehen was zu sehen ist?

Mike59


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#53

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 27.03.2010 23:29
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59

Zitat von Mongibella
Jau Mike...zeigt ja ganz gut, das die Klassen Ost wie West kaum unterschieden....

....nur Moppet und Motorräder waren bei mir Ende der 80er in der DDR A und M, daraus wurde dann später in Westdeutschland die Klasse 1....hinzu kam dann erst Klasse 3 und dann machte ich noch den Zweier....jetzt in Holland hab ich halt den Europäischen mit den neuen Klassen....

groetjes

Mara


-----------
Nee,

Krad war in der DDR Klasse 1 - kannst du nicht sehen was zu sehen ist?

Mike59




Jaja, sah ich ja....und ich verglich....mehr nich eigendlich....

Mara


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#54

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 28.03.2010 10:34
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Mike59
Das kann ich nicht bestätigen -

habe mit diesen Kram erspart - war nie! im GST Lager und habe meinen Facharbeiter bekommen.

Mike59




Immer wieder erstaunlich, was es regional doch für Unterschiede gegeben hat! Bei mir (uns), Lehrzeit von 1976 bis 1978 RAW Halberstadt/ BW Weringerode (Reichsbahn) war die GST- Ausbildung fester Bestandteil und Vorraussetzung für den Abschluß eines Lehrvertrages, stand dort auch so niedergeschrieben.

Wie S 51 schon schreibt, es war ne willkommende Abwechslung, ähnlich einem Wandertag, nur nannte sich das in der Schule ab 8. Klasse "Hans Beimler- Wettkämpfe". Später dann ab Anfang der 80-er wurde diese vormilitärische Ausbildung ja dahingehend forciert, das es regelrechte Wehrlager gab, Mindestdauer war wohl 1 Woche mit einer Art kasernierter Unterbringung in Betriebsferienobjekten. Ausbilder wurden sowohl von GST als auch NVA gestellt. Wir haben da mal Anfang der 80-er einen Kumpel in Rübeland besucht. Die Jungs hatten dort richtig Streß! So ein Unteroffizier von den Muckern (Mot.- Schützen) spielte sich da auf, als wär er der General persönlich. Paar Tage später haben wir dort nochmal einen Besuch abgestattet, zu etwas späterer Stunde, da hat der Fuzzi mal ne kleine Jacht bekommen....
Wie hieß doch gleich das alte Kinderspiel? Ringel, ringel, Reihe...

Gab noch ziemlich Wellen hinterher, stand sogar in der Zeitung, das ein Ausbilder des Wehrlagers Rübeland "...von halbstarken Jugendlichen.." verprügellt wurde und man Zeugen suchte...


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 28.03.2010 10:35 | nach oben springen

#55

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 28.03.2010 10:43
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Roland 87
Man mußte an der vormilitärischen Ausbildung teilnehmen um den Facharbeiter zu bekommen.Dies galt auch für spätere Bausoldaten(außer Ausbildung am KK-Gewehr).War zu mindest Mitte der 80er Jahre so.Bei uns in der Berufschule waren auch Mädchen,diese mußten zur Zivilverteitigung.
Konnte leider kein LKW-Führerschein machen, bei der GST,da bei uns nur Längerdienente die Möglichkeit hatten.
Gruß Roland87



...da muss es in der DDR grosse Unterschiede gegeben haben.
Facharbeiter wurde man auch ohne vormillitärische Ausbildung.Bei uns war das Anfang 80ig.


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#56

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 29.03.2010 09:37
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

gleich zu beginn unserer lehrzeit(1982 - 1984) wurden wir alle als gst-mitglieder zwangsverpflichtet. dies war im dampfkesselbau meerane.
ausser der vormilitärischen ausbildung, die eher frust statt lust war, gab es keine weitere ausbildungsmöglichkeit im rahmen der gst. auch verweigerte man allen lehrlingen die motorrad-fahrerlaubnis abzulegen. daher drohten die lehrlinge, über den fdj-sekretär an, dass sie komplett aus der gst austreten werden und die gründe und die begründungen des lehrobermeisters öffentlich benennen werden. siehe da...plötzlich ging es. alle durften ihre motorrad-fahrerlaubnis ablegen...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#57

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 29.03.2010 09:53
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen Boelleronkel, na ja, ich denke eher, es gehörte mit dazu, zur Lehre bzw. Facharbeiterausbildung. An ein " Muss" kann ich mich auch nicht erinnern, aber bei uns hies es Treffpunkt Bahnhof am Tag X und ab gings an die Ostsee ins GST- Lager.
Ein bißchen dumm für Denjenigen, der da nicht gewollt hätte? Er hätte wohl mit einer ordentlichen Krankschreibung für die zwei Wochen kommen müssen!
Hätte wohl auch nicht so gut ausgesehen....gleich zu Lehrbeginn und Kasse ( der Umschreibungsbegriff für Krank, wenn ich nicht krank bin)..."Mach ich mal Kasse, so wenn ich Lust habe, der Onkel Doktor macht das schon..."ist übrigens auch heute noch sehr aktuell, um den Chef oder die Chefin mal ein bißchen zu ärgern.

R-M-R


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#58

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 29.03.2010 10:09
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo Gilbert,

ja, gelegentlich war es auch die Faulheit von Funktionären, dass bestimmte Möglichkeiten, die es gab, garnicht angeboten wurden. Sie wollten zwar die 100%-ige Teilnahme aller Jugendlichen an der vormilitärischen Ausbildung für den Wettbewerb melden, aber ging es um die Möglichkeiten, die sich damit verbanden, dann hätte das ja Arbeit bedeutet.

Ansonsten gab es auch bereits wehrsprotliche Wettkämpfe vor dem 14. Lebensjahr. Ein Angebot der Pionierhäuser war der "touristische Mehrkampf". Da gab es auch offizielle Meisterschaften auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene. Ich habe da selbst mitgemacht seit der 4. Klasse. Das war bei uns eingebunden in die Arbeit des Pionierhauses "German Titow" in Leipzig. In der zweiten und dritten Klasse hatte ich dort die Arbeitsgemeinschaft Schach besucht und in der vierten folgte ich meinem Bewegungsdrang und der Mehrzahl meiner Klassenkameraden. Die Disziplinen des touristischen Mehrkampfs entsprachen denen der vormilitärischen Ausbildung: Geländelauf nach Karte mit Kompass, es waren Stationen anzulaufen u.a. mit: Hangeln, Balancieren, Luftgewehrschießen, Hangranatenzielwurf, Bestimung von Bäumen und Pflanzen, Fragen zur Orientierung im Gelände - soweit erinnere ich mich noch daran.

Die Wertung solcher Aktionen aus heutiger Sicht sollte nicht ganz unberücksichtigt lassen, in welchem Klima wir damals aufwuchsen. Das Thema Krieg war allgegenwärtig. Und somit hatte auch das Thema Verteidigung der Heimat einen fruchtbaren Schoß, zumal sich die uns gegenüberliegenden Länder auch nicht gerade wie Friedensengel aufführten.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 29.03.2010 10:10 | nach oben springen

#59

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 29.03.2010 10:59
von Boelleronkel (gelöscht)
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Moin,die regionalen Unterschiede gab es schon.
Meisst führte doch ein grosser VEB Betrieb diese Ausbildung an.
Entweder hatten diese ein eigenes Ferienlager,eine Bungalowsiedlungetc.eine eigene Küche vor Ort.
Die Versorgungsstrukturen müssen erst einmal vorhanden sein.
Dann waren da die erforderlichen "Kader"eigene GST Gruppen,Kampfgruppen ja vorhanden.
Geld kam aus dem Plan der Betriebe und Kombinatsbetriebe ebenfalls.
Ob eine Krankschreibung gut oder schlecht aussieht,spielt erst einmal keine Rolle.
Wenn Kinder von sehr gläubigen Menschen,oder eben auch der Sohn vom Notar nicht wollten oder konnten,
war es passabler Weg.
Alle mal besser für Sie,als irgendwelche Diskussionen über Teilnahme oder Nichtteilnahme führen.
Ideen waren da gefragt und das war dem DDR Bürger nicht fremd.


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#60

RE: Wehrsport in der DDR für Jugendliche

in Leben in der DDR 29.03.2010 11:19
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo Boelleronkel,

ja, genauso war es. Da kommt auch noch einmal das eigentliche Wirkungsprinzip in der gesamten Sache durch. Die SED-Führung und auch die nachgeordneten Parteigremien unterstellten immer einen Automatismus zwischen politisch-ideologischer Arbeit und dem Verhalten der Menschen. "Schlechtes Verhalten" der Menschen aus parteilicher Sicht gesehen = schlechter politisch-moralischer Zustand = schlechte politisch-ideologische Arbeit. Wenn also die Betriebsparteiorganisation sich den Vorwurf einer schlechten politisch-ideologischen Arbeit ersparen wollte, dann musste sie in Richtung der Teilnehmerzahl bzw. noch wichtiger der Prozentzahl etwas unternehmen. Entweder es gab in diesen Fällen Druck auf die staatlichen Leiter oder die unmittelbaren Ausbilder, oder man nahm dankend die Bereinigung der Prozentzahl durch den Krankenstand in Kauf.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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