#221

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 12:21
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #202
Ich fragte damals, wenn ich nun die Eidesformel nicht mitspreche, so bin ich doch nicht gebunden. Ne, ne, war die Antwort du musst danach noch unterschreiben und die Unterschrift ist verbindlich..

Einen Eid/eine Verpflichtung die man unter Zwang abgeben muss, ist nichts wert.
Den/die braucht man nicht einzuhalten, wenn er/sie nicht freiwillig abgegeben wurde.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#222

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 12:22
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Na Wolfgang dann hätte man aber den Dienst auch gleich verweigern können.


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#223

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 12:36
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #222
Na Wolfgang dann hätte man aber den Dienst auch gleich verweigern können.

Diese Option gab es aber bei Einführung der Wehrpflicht in der DDR überhaupt (noch) nicht.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#224

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 12:52
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #221
[quote=Gert|p476758]Ich fragte damals, wenn ich nun die Eidesformel nicht mitspreche, so bin ich doch nicht gebunden. Ne, ne, war die Antwort du musst danach noch unterschreiben und die Unterschrift ist verbindlich..

Einen Eid/eine Verpflichtung die man unter Zwang abgeben muss, ist nichts wert.
Den/die braucht man nicht einzuhalten, wenn er/sie nicht freiwillig abgegeben wurde.[
/quote]

Wie war das denn dann mit den Bundeswehrsoldaten z.Zt. der Wehrpflicht ? Die sich nicht aus welchen Gründen auch immer für Sozialdienste entschieden haben, sind doch auch nicht freiwillig dabeigewesen. Ich denke nicht, daß ihre Unterschrift weniger bindend war als die der NVA-Rekruten, also auch gewissermaßen "unter Zwang" und wenn so einer während seiner Dienstzeit getürmt ist, zählte doch auch nicht, daß er seine Unterschrift nicht von sich aus aus freien Stücken geleistet hat wie jemand, der sich von selbst beworben hat.



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#225

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 13:06
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #224
[
Wie war das denn dann mit den Bundeswehrsoldaten z.Zt. der Wehrpflicht ?

Bei der Bundeswehr gab es die Möglichkeit der Verweigerung des Waffendienstes.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#226

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 13:16
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #223
Zitat von Pit 59 im Beitrag #222
Na Wolfgang dann hätte man aber den Dienst auch gleich verweigern können.

Diese Option gab es aber bei Einführung der Wehrpflicht in der DDR überhaupt (noch) nicht.

Den Wehrdienst verweigern konnte man nicht.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass auf diejenigen, die bei den Einberufungsgesprächen hartnäckig ihre Ablehnung des Wehrdienstes zum Ausdruck brachten, auch verzichtet wurde. Wer wollte schon solche Soldaten in der Truppe haben?
Ansonsten wurde auch nicht jeder einberufen. Mein Schwager ist vor 1961 2 mal nach dem Westen "abgehauen". Sein Vater hat ihn jedesmal zurückgeholt. Ich denke, dass er auch deshalb nie einberufen wurde.


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zuletzt bearbeitet 28.06.2015 13:17 | nach oben springen

#227

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 14:12
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #224
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #221
[quote=Gert|p476758]Ich fragte damals, wenn ich nun die Eidesformel nicht mitspreche, so bin ich doch nicht gebunden. Ne, ne, war die Antwort du musst danach noch unterschreiben und die Unterschrift ist verbindlich..

Einen Eid/eine Verpflichtung die man unter Zwang abgeben muss, ist nichts wert.
Den/die braucht man nicht einzuhalten, wenn er/sie nicht freiwillig abgegeben wurde.[
/quote]

Wie war das denn dann mit den Bundeswehrsoldaten z.Zt. der Wehrpflicht ? Die sich nicht aus welchen Gründen auch immer für Sozialdienste entschieden haben, sind doch auch nicht freiwillig dabeigewesen. Ich denke nicht, daß ihre Unterschrift weniger bindend war als die der NVA-Rekruten, also auch gewissermaßen "unter Zwang" und wenn so einer während seiner Dienstzeit getürmt ist, zählte doch auch nicht, daß er seine Unterschrift nicht von sich aus aus freien Stücken geleistet hat wie jemand, der sich von selbst beworben hat.



@DoreHolm , in dem Moment, wo ich eine Alternative habe, also Ersatzdienst z.B in sozialen Einrichtung und ich gehe trotzdem zur Bundeswehr, ist meine Unterschrift unter die Eidesformel freiwillig. Meine Alternative war damals etwa 18 Monate Gefängnis, also zur Vermeidung eines Gefängnisaufenthaltes zwangsweise unterschrieben. klickts nun bei dir Dore, was den Unterschied betrifft??


.
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Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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zuletzt bearbeitet 28.06.2015 14:12 | nach oben springen

#228

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 20:04
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo,
eine wesentlicher Unterschied besteht bei Wehrpflichtigen im Grundwehrdienst bei der BW. Diese leisten keinen Diensteid sondern "nur" ein Gelöbnis und unterschreiben auch auch nichts.
Diensteide werden nur von Berufs- und Zeitsoldaten geleistet, also nur von freiwillig Dienenden.
Mit freundlichen Grüßen Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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zuletzt bearbeitet 28.06.2015 20:16 | nach oben springen

#229

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 20:09
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Jürgen,ich muss Dir Widersprechen,nach der Vereidigung auf dem Marktplatz in Eisenach mussten wir auf der ABK das Prozedere Unterschreiben.


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#230

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 20:12
von damals wars | 12.186 Beiträge

Na, die Totalverweigerer fuhren auch im Westen ein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Totalverwe...t_1956_bis_2011


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#231

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 21:09
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #225
Zitat von DoreHolm im Beitrag #224
[
Wie war das denn dann mit den Bundeswehrsoldaten z.Zt. der Wehrpflicht ?

Bei der Bundeswehr gab es die Möglichkeit der Verweigerung des Waffendienstes.



Grün: Du hast mich mißverstanden. Ich meinte nicht die Wahlmöglichkeit zwischen Zivildienst und BW. Ich meinte die, die den GWD als das kleinere Übel betrachteten, also diejenenigen, die, wenn sie die Wahl hätten, weder Zivildienst noch GWD leisten wollten, aber eines von beiden mußten. Ihre Unterschrift war zumindest eine Nötigung, vornehm ausgedrückt.



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#232

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 21:17
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #226
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #223
Zitat von Pit 59 im Beitrag #222
Na Wolfgang dann hätte man aber den Dienst auch gleich verweigern können.

Diese Option gab es aber bei Einführung der Wehrpflicht in der DDR überhaupt (noch) nicht.

Den Wehrdienst verweigern konnte man nicht.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass auf diejenigen, die bei den Einberufungsgesprächen hartnäckig ihre Ablehnung des Wehrdienstes zum Ausdruck brachten, auch verzichtet wurde. Wer wollte schon solche Soldaten in der Truppe haben?
Ansonsten wurde auch nicht jeder einberufen. Mein Schwager ist vor 1961 2 mal nach dem Westen "abgehauen". Sein Vater hat ihn jedesmal zurückgeholt. Ich denke, dass er auch deshalb nie einberufen wurde.


Grün: Ausgangspunkt war eigentlich ein Anderer. Es ging nicht darum, überhaupt den Wehrdienst zu verweigern, sondern in einer Einheit dienen zu müssen, von der allgemein bekannt war, daß Soldaten dieser Einheit in die Situation kommen können, u.U. auch in Friedenszeiten auf i.d.R. Unbewaffnete schießen zu müssen. Es gehörte zwar etwas Rückgrat und ein Arsch in der Hose dazu, beim Einberufungsgespräch klarzustellen, daß man zwar den Wehrdienst nicht verweigert, aber unter keinen Umständen außer der Selbstverteidigung von der Waffe gebrauch zu machen. Was wäre denn dann passiert ? Keine Wehrdienstverweigerung, aber Verweigerung des Schusswaffengebrauches !
Wer hätte so viel "Arsch in der Hose " gehabt. Ich würde mir das nicht anmaßen. Immer das Prinzip Hoffnung, es wird schon nicht gerade mich in eine solche Situation bringen. Solch Gefühlslagen von Grenzern hatte wir hier im Forum schon mal diskutiert.



zuletzt bearbeitet 28.06.2015 21:30 | nach oben springen

#233

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 21:54
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #232
Zitat von Klauspeter im Beitrag #226
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #223
Zitat von Pit 59 im Beitrag #222
Na Wolfgang dann hätte man aber den Dienst auch gleich verweigern können.

Diese Option gab es aber bei Einführung der Wehrpflicht in der DDR überhaupt (noch) nicht.

Den Wehrdienst verweigern konnte man nicht.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass auf diejenigen, die bei den Einberufungsgesprächen hartnäckig ihre Ablehnung des Wehrdienstes zum Ausdruck brachten, auch verzichtet wurde. Wer wollte schon solche Soldaten in der Truppe haben?
Ansonsten wurde auch nicht jeder einberufen. Mein Schwager ist vor 1961 2 mal nach dem Westen "abgehauen". Sein Vater hat ihn jedesmal zurückgeholt. Ich denke, dass er auch deshalb nie einberufen wurde.


Grün: Ausgangspunkt war eigentlich ein Anderer. Es ging nicht darum, überhaupt den Wehrdienst zu verweigern, sondern in einer Einheit dienen zu müssen, von der allgemein bekannt war, daß Soldaten dieser Einheit in die Situation kommen können, u.U. auch in Friedenszeiten auf i.d.R. Unbewaffnete schießen zu müssen. Es gehörte zwar etwas Rückgrat und ein Arsch in der Hose dazu, beim Einberufungsgespräch klarzustellen, daß man zwar den Wehrdienst nicht verweigert, aber unter keinen Umständen außer der Selbstverteidigung von der Waffe gebrauch zu machen. Was wäre denn dann passiert ? Keine Wehrdienstverweigerung, aber Verweigerung des Schusswaffengebrauches !
Wer hätte so viel "Arsch in der Hose " gehabt. Ich würde mir das nicht anmaßen. Immer das Prinzip Hoffnung, es wird schon nicht gerade mich in eine solche Situation bringen. Solch Gefühlslagen von Grenzern hatte wir hier im Forum schon mal diskutiert.



Dore, nun hilf mir mal auf die Sprünge, Totalverweigerung des Schußwaffengebrauches, außer zu Eigensicherung. Dazu eine Frage wie war das mit
dem Gebrauch der Waffe, auftragsgemäß zur Verhinderung oder Unterbindung einer Straftat? Wobei ich mit Straftat nicht den Grenzdurchbruch meine.
Schwere Körperverletzung, versuchte Brandstiftung und Sachbeschädigung, hier alles im Zusammenhang. Geschehen im tiefsten Hinterland, na wo?
Glöwen, richtig.
Ein Angehöriger der VP-Bereitschaft Schwerin ist damals total durchgeknallt, hat ein EFH total zerlegt, Mutter und Schwester nach Strich und Faden
vermöbelt und wollte die Bude abfackeln.
Wir sind dazu gerufen worden, ich GOvD mit 2 Bereitschaftsposten der Objektwache auf Fahrrädern hin.
Zu stoppen war der Gen. Ochse nur mit Warnschüssen, das in der Ortslage Glöwen.
Schlechtes Gewissen hab ich deswegen nicht.
Micha


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#234

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 22:38
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #233
Zitat von DoreHolm im Beitrag #232
Zitat von Klauspeter im Beitrag #226
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #223
Zitat von Pit 59 im Beitrag #222
Na Wolfgang dann hätte man aber den Dienst auch gleich verweigern können.

Diese Option gab es aber bei Einführung der Wehrpflicht in der DDR überhaupt (noch) nicht.

Den Wehrdienst verweigern konnte man nicht.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass auf diejenigen, die bei den Einberufungsgesprächen hartnäckig ihre Ablehnung des Wehrdienstes zum Ausdruck brachten, auch verzichtet wurde. Wer wollte schon solche Soldaten in der Truppe haben?
Ansonsten wurde auch nicht jeder einberufen. Mein Schwager ist vor 1961 2 mal nach dem Westen "abgehauen". Sein Vater hat ihn jedesmal zurückgeholt. Ich denke, dass er auch deshalb nie einberufen wurde.


Grün: Ausgangspunkt war eigentlich ein Anderer. Es ging nicht darum, überhaupt den Wehrdienst zu verweigern, sondern in einer Einheit dienen zu müssen, von der allgemein bekannt war, daß Soldaten dieser Einheit in die Situation kommen können, u.U. auch in Friedenszeiten auf i.d.R. Unbewaffnete schießen zu müssen. Es gehörte zwar etwas Rückgrat und ein Arsch in der Hose dazu, beim Einberufungsgespräch klarzustellen, daß man zwar den Wehrdienst nicht verweigert, aber unter keinen Umständen außer der Selbstverteidigung von der Waffe gebrauch zu machen. Was wäre denn dann passiert ? Keine Wehrdienstverweigerung, aber Verweigerung des Schusswaffengebrauches !
Wer hätte so viel "Arsch in der Hose " gehabt. Ich würde mir das nicht anmaßen. Immer das Prinzip Hoffnung, es wird schon nicht gerade mich in eine solche Situation bringen. Solch Gefühlslagen von Grenzern hatte wir hier im Forum schon mal diskutiert.



Dore, nun hilf mir mal auf die Sprünge, Totalverweigerung des Schußwaffengebrauches, außer zu Eigensicherung. Dazu eine Frage wie war das mit
dem Gebrauch der Waffe, auftragsgemäß zur Verhinderung oder Unterbindung einer Straftat? Wobei ich mit Straftat nicht den Grenzdurchbruch meine.
Schwere Körperverletzung, versuchte Brandstiftung und Sachbeschädigung, hier alles im Zusammenhang. Geschehen im tiefsten Hinterland, na wo?
Glöwen, richtig.
Ein Angehöriger der VP-Bereitschaft Schwerin ist damals total durchgeknallt, hat ein EFH total zerlegt, Mutter und Schwester nach Strich und Faden
vermöbelt und wollte die Bude abfackeln.
Wir sind dazu gerufen worden, ich GOvD mit 2 Bereitschaftsposten der Objektwache auf Fahrrädern hin.
Zu stoppen war der Gen. Ochse nur mit Warnschüssen, das in der Ortslage Glöwen.
Schlechtes Gewissen hab ich deswegen nicht.

Micha


Grün: Wer von den Waffengebrauch Verweigernden hat bei seiner Entscheidung denn an solche haarstreubenden Situationen gedacht ? Wer einrücken mußte, dem gingen doch ganz andere Situationen durch den Kopf, meine ich.
Klar, einer dieser Verweigerer kommt im Besitz einer Schusswaffe in eine Situation, in der unmittelbar das Leben Anderer bedroht ist, würde so mancher von ihnen "umfallen" und reflexartig seinem Beschützerinstinkt und seinem Gerechtigkeitsempfinden freien Lauf lassen. Das heißt aber nicht zwangsläufig töten. Das wären aber Situationen, an die er bei seiner Entscheidung zur Verweigerung wohl nie im Traum gedacht hätte. Die konkrete Situation wirft hier so manche guten Vorsätze über den Haufen.
Wir könnten jetzt sicher noch jede Menge Situationen anführen oder konstruieren, in denen die vorgefasste Ablehnung des Schusswaffengebrauches in´s Wanken geraten würde. Egal ob mit oder ohne Eid und Unterschrift.



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zuletzt bearbeitet 28.06.2015 22:39 | nach oben springen

#235

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 28.06.2015 22:52
von Gelöschtes Mitglied
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Dore, kleiner Nachtrag zu #233
Der Gen. Ochse wurde gestellt, hat uns seinen Dienstausweis vor die Füße geschmissen mit der Bemerkung, hab ich noch im Ohr
"hier, aber meine Pistole bekommt ihr nicht"
Damit hatte sich die Lage verschärft, im Nachgang wurde festgestellt und durch das VPKA Schwerin bestätigt das der Ochse unbewaffnet war.
Sich aber mit solch einer Aussage in Gefahr zu begeben
Micha


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#236

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2015 00:01
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Ich bin nach wie vor der Meinung, wie ich schon hier im Thread angedeutet hatte, die meisten Verweigerer, gehn natürlich nicht mit dem tatsächlichen Beweggrund -kein Bock auf den Scheiss- hausieren.

Aus vielen Gesprächen in der DDR, in der Lehrzeit usw., hörte ich bei sehr vielen, dass sie keine Lust dazu hatten, verständlich.
Dabei gings oft nicht um Waffen oder Religiösität, sondern einfach nur um Null Bock.
Und so wird es auch bei den Fahnenflüchtigen viele gegeben haben, die nur aus diesen Gründen flüchtig wurden, oft waren die Gründe aber auch, das sie irgendwie, irgendwo, Mist gebaut hatten.
Natürlich auch familiäre Gründe, psychische, physische usw. oder alles vermischt.

Rein politische Gründe dürften bei den wenigstens die tatsächlich treibende Rolle gespielt haben.
Die gab es sicher, aber sicher auch eine klare Minderheit.
Wer mir heute erzählt, er wäre aus politischen Gründen desertiert, oder hat deshalb verweigert, der muss sich von mir viele Fragen gefallen lassen bevor ich ihm glaube.
Ich hatte in meiner jungen Lebenszeit, bedingt durch Schule, Sport, Kultur und Arbeit, einen sehr grossen Bekanntenkreis.
Es gab in all den Jahren ganze 2 Personen, die verweigerten.
Der eine aus politischen Gründen, zumal bei dem dann ja auch sowieso die Ausreise anstand, der andere reiner Waffenverweigerer aus religiösen Gründen, sein Vater war Pfarrer.
Ansonsten kenne ich nicht einen der diese Gründe angab, dafür allerdings aber mindestens Zweidrittel mit Null Bock.

Nach der Wende, als es um Bundeswehr ging und der Möglichkeit Zivi zu machen, hörte man von jungen Männern oft das sie eben auch Zivi machen wollten.
Fragte man dann warum, kam meist das Argument, Waffe.
Zu Hause aber die Ballerspiele auf dem Pc und Meisterschütze

Ich kaufte den Grund Waffe den meisten nie ab.
Es ging auch hier fast nur um Null Bock.
Gerade aus dem Kindergarten raus, aus den Fängen der Eltern, nun prollige 18 und dicke Nüsse, die Puppen tanzen, Freiheit, und nun einrücken?
Zwänge, Unterwerfung und all diese Spiele die bei der Truppe gespielt werden, ich kann es ja verstehn wenn man darauf kein Bock hat, verstehn kann ich aber nicht die Lüge, es ginge um Waffen und Krieg.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#237

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2015 11:36
von turtle | 6.961 Beiträge

Mit 18 Jahren hatte ich bereits den Gedanken aus der DDR abzuhauen. Hätte man mich zur damaligen Zeit zur Fahne eingezogen und zu den Grenztruppen gesteckt, hätte ich dankend angenommen, da ich mir dadurch eine bessere Chance ausrechnete in den Westen zu kommen. Natürlich ohne Gewaltanwendung. Eventuelle Probleme dadurch für einen Kameraden hätte ich in Kauf genommen. Das geringere Risiko wäre mir wichtiger gewesen. Es kam anders .ich wollte nicht warten, das ich zur Grenze komme konnte ich mir auch nicht vorstellen. So versuchte ich es so. Das Ergebnis geschnappt und ab in das Zuchthaus. Ich weiß einige von Euch sehen in einem Fahnenflüchtigen nur Negatives. Man muss alle Fakten mit einbeziehen. In unserem Land tat man sich lange schwer mit Deserteuren der Wehrmacht. Ich glaube es ist auch ein Unterschied ob ich in einer Kampfhandlung meinen Kameraden im Stich lasse oder in Friedenszeiten. In einer Kampfhandlung lehne ich es ab. Bei einer politischen Ablehnung der DDR war das Brechen des Fahneneids für mich zu verstehen.


Sperrbrecher und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#238

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2015 11:58
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

Ist OT
Ich habe 1968 den Wehrdienst mit der Waffe verweigert.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#239

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2015 12:00
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #238
Ist OT
Ich habe 1968 den Wehrdienst mit der Waffe verweigert.

und, welche Konsequenzen hatte das ? oder ist gar nichts passiert ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#240

RE: Ich bin kein Verbrecher - Die Deserteure der NVA

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 29.06.2015 12:48
von thomas 48 | 3.574 Beiträge

Habe das schriftlich der ,,Musterungskommission,, abgegeben.
Danach wurde ich gemustert und erhielt eine Untauglichkeitsurkunde
Meinen Zettel fand ich nach der Wende in meiner Akte wieder.


94, Lutze und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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