#21

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 12:25
von Musiker12 | 822 Beiträge

Zitat Manudave:

Zitat
Aber nur weiter mein Freund - immer schön auf die Beiträge der anderen warten - und dann loslegen. Irgendwann sind sie schon mundtot - wie früher.



Ich wollte ja zu Deinen Beiträgen nichts mehr schreiben. Nur hier würde mich doch mal interessieren wie Du Dein Verhalten interpretierst, wobei ich mir Deine Antwort, wenn denn eine kommt schon vorstellen kannst.



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#22

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 12:34
von turtle | 6.961 Beiträge

Ich bin kein Landwirschaftsexperte!! Ich habe aber in Erinnerung mit der Bodenreform wurde einiges geändert es gab Enteignungen und so genannte Neubauern bekamen Land! Diese Neubauern hatten nicht immer das fachliche Wissen und Know-how. Da gab es schon Probleme. Es gab die Maschinen-Ausleih-Stationen (MAS) Später die Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS) für diese Neubauern. Hautsächlich stammten diese Maschinen und Traktoren aus Enteignungen. Ich habe in Erinnerung dass diese Maschinen und Traktoren häufig kaputt waren weil keine Ersatzteile da waren, Fachkräfte fehlten oder einfach Sabotage vorlag. Dementsprechend waren die Ernteerfolge. Später mussten ja alle in die LPG.
Auf dem Land sollte ein neuer Wind wehen. Ein Kulturhaus wurde errichtet es gab nun mehr Abwechslung auf dem Land! So schön so gut. Doch dachten viele der neugemachten LPG Bauern 8 Stunden Arbeit am Tag sind genug, mein Kollege im VEB Rotes Banner arbeitet auch nicht mehr. Regen oder nicht Regen 8Stunden sind vorbei. Heute gehen wir noch in das Kulturhaus einen trinken. Das Kollektive Umdenken war nicht so schnell vorhanden. Zur Not mussten eben die Soldaten der Volksarmee als Erntehelfer einspringen. Wie wirtschaftlich das alles war ? Keine Ahnung bin kein Ökonom oder Fachmann. Kohl gab es immer genug. Zuckerrüben und Zucker reichlich. Warum die DDR auch noch dem Fidel Zucker abnehmen musste habe ich nicht verstanden! Aber Solidarität war in der DDR ein großes Wort. Zumindest hatten die Bauern auch einige private Privilegien wie Privat 1-2 Schweine, Ziegen, Hühner etc. Woher kam da immer das Futter für diese Tiere? Na ihr denkt doch nicht etwa ? Wie schrieb einmal mein Freund Rainer-Maria es war ein nehmen und geben in der DDR. Hauptsache alles ging seinen sozialistischen Gang! Nur all zu lang war der Gang auch nicht. Es gibt keine Neubauern in diesem Sinn der Bodenreform mehr, die LPG’s sind auch Geschichte alles ist wieder wie es war. Nur die Lieder wie „ der Mais der Mais wie jeder weiß ,das ist die Wurst am Stengel oder Besuchen wir Onkel und Tante mal sehn was das Dorf neues hat haben die wir früher im Kulturhaus gesungen, wollen einfach nicht aus meinem Gedächtnis! Gruß Peter(turtle)


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#23

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 12:51
von Affi976 (gelöscht)
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die LPG’s sind auch Geschichte alles ist wieder wie es war.

Na Peter, das glaube ich aber nicht.
In unserer Gegend haben sich nach der Wende viele Genossenschaften gebildet. Sie haben wieder ihr Land eingebracht und bearbeiten ihre Felder wieder zusammen. Manche haben auch nur ihre Felder an die Gen. verpachtet.
Sie haben in große Maschinen investiert, in moderne Stallungen.....und mittlerweile vermarkten sie ihre Produkte auch in Hofläden oder in Verbünden von Hofläden. Klappt soweit ich das beurteilen kann offenbar recht gut. Jedenfalls, wenn ich dort einkaufen gehe, sind immer etliche andere auch dort zum einkaufen und die Ware ist ausgesprochen gute Qualität, natürlich nicht für ein paar Pfennige zu haben, wie im Supermarkt. Aber.....
VG Affi


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#24

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 13:26
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von manudave


Aber nur weiter mein Freund - immer schön auf die Beiträge der anderen warten - und dann loslegen.




hi manudave,
ich hoffe nicht dass mir dadurch dass ich nun in deinen freundeskreis aufgenommen bin irgendwelche verpflichtungen auferlegt sind,

aber zum thema: die kommentare zu deinem beitrag mag ich nicht einstellen, sie würden mit sicherheit gegen die forumsregelen verstoßen. was ich dir übermitteln kann ist der erntsgemeinte vorschlag sich mit betroffenen zu unterhalten. hiermit sei dir ein einladung zum dorffest im sommer ausgesprochen(übernachtung gesichert). details kannst du per pm von mir erhalten.

als zusammen fassung der meinungen kann ich folgendes sagen: die kollektivierung erfolgte in drei schritten. widerstand kam vor allem von seiten der grossbauern. aber letztendlich war es der richtige weg, so die quintessenz der männer. einige gehörten übrigens zu den grossbauern.

die kollektivierung erfolgte in unsere gegend erst in den sechziger jahren, wenn bei dir schon 1952 leute enteignet wurden hat es mit sicherheit einen anderern grund.

also, mein neuer freund manudave, würde mich freuen dich im sommer in einem dorf im grabfeld begrüssen zu können.

gruss SCORN


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#25

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 13:40
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Affi976
die LPG’s sind auch Geschichte alles ist wieder wie es war.

Na Peter, das glaube ich aber nicht.
In unserer Gegend haben sich nach der Wende viele Genossenschaften gebildet. Sie haben wieder ihr Land eingebracht und bearbeiten ihre Felder wieder zusammen. Manche haben auch nur ihre Felder an die Gen. verpachtet.
Sie haben in große Maschinen investiert, in moderne Stallungen.....und mittlerweile vermarkten sie ihre Produkte auch in Hofläden oder in Verbünden von Hofläden. Klappt soweit ich das beurteilen kann offenbar recht gut. Jedenfalls, wenn ich dort einkaufen gehe, sind immer etliche andere auch dort zum einkaufen und die Ware ist ausgesprochen gute Qualität, natürlich nicht für ein paar Pfennige zu haben, wie im Supermarkt. Aber.....
VG Affi



Hallo Affi ,
Ich meinte damit auch Privatbesitz . Ich lerne gern dazu. Ist es immer noch LPG"rote Rübe"
Wenn man aber durch Erfahrung gelernt hat und es Vorteile bringt sich in Genossenschaften einzubringen ist das doch in Ordnung. Genossenschaften mit gegenseitigem Vorteil gibt es nicht nur in der Landwirtschaft. Nur ist die Mitgliedschaft heute freiwillig!
Gruß Peter(turtle)


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#26

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 14:23
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von SCORN

die kollektivierung erfolgte in unsere gegend erst in den sechziger jahren, wenn bei dir schon 1952 leute enteignet wurden hat es mit sicherheit einen anderern grund.



@Scorn
Möchte dich nur korrigieren:
Zwischen den Jahren 1952 und 1960 wurden mehr als 800.000 Bauern enteignet und deren Privatbetriebe in mehr als 19.000 Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) überführt.
AZ


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#27

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 14:28
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von turtle
Ich bin kein Landwirschaftsexperte!! Ich habe aber in Erinnerung mit der Bodenreform wurde einiges geändert es gab Enteignungen und so genannte Neubauern bekamen Land! Diese Neubauern hatten nicht immer das fachliche Wissen und Know-how. Da gab es schon Probleme. Es gab die Maschinen-Ausleih-Stationen (MAS) Später die Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS) für diese Neubauern. Hautsächlich stammten diese Maschinen und Traktoren aus Enteignungen. Ich habe in Erinnerung dass diese Maschinen und Traktoren häufig kaputt waren weil keine Ersatzteile da waren, Fachkräfte fehlten oder einfach Sabotage vorlag. Dementsprechend waren die Ernteerfolge. Später mussten ja alle in die LPG.
Auf dem Land sollte ein neuer Wind wehen. Ein Kulturhaus wurde errichtet es gab nun mehr Abwechslung auf dem Land! So schön so gut. Doch dachten viele der neugemachten LPG Bauern 8 Stunden Arbeit am Tag sind genug, mein Kollege im VEB Rotes Banner arbeitet auch nicht mehr. Regen oder nicht Regen 8Stunden sind vorbei. Heute gehen wir noch in das Kulturhaus einen trinken. Das Kollektive Umdenken war nicht so schnell vorhanden. Zur Not mussten eben die Soldaten der Volksarmee als Erntehelfer einspringen. Wie wirtschaftlich das alles war ? Keine Ahnung bin kein Ökonom oder Fachmann. Kohl gab es immer genug. Zuckerrüben und Zucker reichlich. Warum die DDR auch noch dem Fidel Zucker abnehmen musste habe ich nicht verstanden! Aber Solidarität war in der DDR ein großes Wort. Zumindest hatten die Bauern auch einige private Privilegien wie Privat 1-2 Schweine, Ziegen, Hühner etc. Woher kam da immer das Futter für diese Tiere? Na ihr denkt doch nicht etwa ? Wie schrieb einmal mein Freund Rainer-Maria es war ein nehmen und geben in der DDR. Hauptsache alles ging seinen sozialistischen Gang! Nur all zu lang war der Gang auch nicht. Es gibt keine Neubauern in diesem Sinn der Bodenreform mehr, die LPG’s sind auch Geschichte alles ist wieder wie es war. Nur die Lieder wie „ der Mais der Mais wie jeder weiß ,das ist die Wurst am Stengel oder Besuchen wir Onkel und Tante mal sehn was das Dorf neues hat haben die wir früher im Kulturhaus gesungen, wollen einfach nicht aus meinem Gedächtnis! Gruß Peter(turtle)


-----------------
Da ist viel wahres dran Peter,

aber eben nicht alles. Die Kollektivierung der Landwirtschaft war notwendig - sonst wären im Nachkriegsdeutschland(Ost) die Menschen schlicht verhungert. Nicht jeder konnte auf dem Schwarzmarkt kaufen was nötig war, oder hatte eine Parzelle für seinen Kleingarten.
Und eine Genossenschaft ist keine Enteignung! Der ZWANG dahin ist etwas anders.
Wo ist denn die Ursache zu sehen das viele Ostdeutsche Bauern kein Einzelbauer werden wollen? Könnte es sein das hier das Sprichwort von "schlauen Bäuerlein" trifft?

Mike59


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#28

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 17:10
von SCORN (gelöscht)
avatar

hallo augenzeuge,
deine aussage zweifel ich nicht im geringsten an. da liegt das grabfeld , aus dem ich stamme, wohl in einer gegend in welcher der sozialismus mit eher kleinen schritten vorankam.
ohne mich hier outen zu wollen kann ich sagen daß meine familie auch zu den großbauern zählte.
die fakten sehen so aus: mein grossvater war ende der sechziger der bauer der als letzter zur lpg kam(musste).
auf grund des eingebrachten vieh und landbesitzes war er aber schwupp die wupp sofort der 2. vorsitzende( neben dem zweitgrössten bauern im dorf).
anfang der siebziger waren die privaten stallungen zu hause wieder voll. es wurden kühe, bullen und schweine (privat) gehalten. unterm strich kann ich sagen dass diese zeit wohl die sorgenfreiste in seinem leben war. neben seinen gehalt von der lpg brachte die geduldete privat vieh haltung ein recht erkläckliches einkommen sowie urlaub und soziale absicherung. sachen die bis dahin kein bauer kannte.
auch nach seinen angaben war es der einzig sinnvolle weg der gegangen wurde auch wenn er selbst zu den grössten gegnern zu begin gezählt werden muss.

daher stoßen mir solche gebetsartigen beiträge wie von manudave etwas sauer auf und ich kann mir einen kommentar dazu einfach nicht verkneifen.
auch ist es richtig dass ich eigendlich nur noch auf beiträge reagiere. um ehrlich zu sein ist es mittlerweile der einzige grund warum ich überhaupt noch in diesem forum bin: wissentlich oder unwissentlich falsche darstellungen in bezug zur DDR klar zu stellen. man darf so etwas einfach nicht im WWW unwidersprochen stehen lassen.

@augenzeuge:du kannst mir glauben dass ich der DDR geschichte recht kritisch gegenüber stehe. meine meinung zum politbüro habe ich mehrfach klar zum ausdruck gebracht. durch diese forum bin ich aber zu einem fehementen DDR verteidiger geworden, eben weil ich manudave, sonny und konsorten nicht die deutungshoheit über meine geschichte überlassen kann und will!

ich bin mir ziemlich sicher das nicht wenige hier genau so denken!

gruss
SCORN


zuletzt bearbeitet 28.02.2010 17:10 | nach oben springen

#29

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 17:56
von Augenzeuge (gelöscht)
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Hi scorn,
zunächst danke ich dir für deine ehrliche Meinung. Danke das du an meiner Aussage nicht zweifelst- brauchst du auch nicht- ich habe sie nicht erfunden. Und ärgern möchte ich damit auch niemanden.

Es ist unzweifelhaft so, dass wir alle die wirklich unterschiedlichsten Dinge erlebt haben. Natürlich war dies auch regional und zeitlich bedingt, welche Meinungen wir entwickeln konnten.
Du und dein Grossvater sind dafür, wie wir alle auch, ein super Beispiel.

Vom Landleben habe ich persönlich nur wenige - vor allem keine langzeitlichen Erfahrungen.
Auch ich kann mich nur an Chroniken bzw. Quellen halten- bzw. in der Familie die Älteren fragen.
Deine Schilderungen stelle ich nicht in Frage, ähnliches habe ich so auch gehört. Das heisst nicht, das es woanders differenzierter- ja auch härter- für die Bauern ablief.

Scorn, ich bedaure allerdings, dass dich die Beiträge einiger hier, von deiner ursprünglichen kritischen Meinung zur DDR etc. abgebracht haben. Obwohl die umgekehrte Wandlung auch nicht unbedingt das Ziel sein sollte. Es zählt doch nicht die Meinung von Einzelnen, es zählt die individuelle Bewertung des Wahrheitsgehaltes der vermittelten Information- die vielleicht bisher unbekannt war. Und in der Summe ergibt sich ein Bild. Zumindest ist dies bei mir so.

Schade ist es auch, wenn du nur noch Beiträge "abwatscht", die nach deiner Meinung ein völlig falsches Bild vermitteln, aber keine eigenen neuen Infos bringst. So berechtigt deine Kritik auch sein mag- aber dies gibt dann insgesamt ein Bild von dir, welches dich vielleicht in eine Ecke stellt, wo du nicht hingehörst bzw. hingehören willst.
Manchmal hilft es auch, gewisse Beiträge nicht bierernst zu sehen, sondern humorvoll zu kommentieren.
Wir reden hier oft über 20 - 30 Jahre alte Ereignisse, vieles hat sich seitdem verändert, vielleicht sollten wir einiges nicht so annehmen, als ob es mit heute unbedingt vergleichbar wäre.
Eine Deutungshoheit sollte hier niemand haben- dafür bin ich übrigens auch!
Gruss, AZ


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#30

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 18:31
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Scorn, ich bedaure allerdings, dass dich die Beiträge einiger hier, von deiner ursprünglichen kritischen Meinung zur DDR etc. abgebracht haben. Obwohl die umgekehrte Wandlung auch nicht unbedingt das Ziel sein sollte. Es zählt doch nicht die Meinung von Einzelnen, es zählt die individuelle Bewertung des Wahrheitsgehaltes der vermittelten Information- die vielleicht bisher unbekannt war. Und in der Summe ergibt sich ein Bild. Zumindest ist dies bei mir so.


@ AZ ist das wirklich von dir?

Mike59


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#31

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 18:40
von manudave (gelöscht)
avatar

Zitat von SCORN
hallo augenzeuge,
deine aussage zweifel ich nicht im geringsten an. da liegt das grabfeld , aus dem ich stamme, wohl in einer gegend in welcher der sozialismus mit eher kleinen schritten vorankam.
ohne mich hier outen zu wollen kann ich sagen daß meine familie auch zu den großbauern zählte.
die fakten sehen so aus: mein grossvater war ende der sechziger der bauer der als letzter zur lpg kam(musste).
auf grund des eingebrachten vieh und landbesitzes war er aber schwupp die wupp sofort der 2. vorsitzende( neben dem zweitgrössten bauern im dorf).
anfang der siebziger waren die privaten stallungen zu hause wieder voll. es wurden kühe, bullen und schweine (privat) gehalten. unterm strich kann ich sagen dass diese zeit wohl die sorgenfreiste in seinem leben war. neben seinen gehalt von der lpg brachte die geduldete privat vieh haltung ein recht erkläckliches einkommen sowie urlaub und soziale absicherung. sachen die bis dahin kein bauer kannte.
auch nach seinen angaben war es der einzig sinnvolle weg der gegangen wurde auch wenn er selbst zu den grössten gegnern zu begin gezählt werden muss.

daher stoßen mir solche gebetsartigen beiträge wie von manudave etwas sauer auf und ich kann mir einen kommentar dazu einfach nicht verkneifen.
auch ist es richtig dass ich eigendlich nur noch auf beiträge reagiere. um ehrlich zu sein ist es mittlerweile der einzige grund warum ich überhaupt noch in diesem forum bin: wissentlich oder unwissentlich falsche darstellungen in bezug zur DDR klar zu stellen. man darf so etwas einfach nicht im WWW unwidersprochen stehen lassen.

@augenzeuge:du kannst mir glauben dass ich der DDR geschichte recht kritisch gegenüber stehe. meine meinung zum politbüro habe ich mehrfach klar zum ausdruck gebracht. durch diese forum bin ich aber zu einem fehementen DDR verteidiger geworden, eben weil ich manudave, sonny und konsorten nicht die deutungshoheit über meine geschichte überlassen kann und will!

ich bin mir ziemlich sicher das nicht wenige hier genau so denken!

gruss
SCORN



Na wer Bestätigung braucht...

Den Beitrag, der diese Aussage untermauert, zeigst du mir bitte...

Ansonsten solltest du auch die anderen Beiträge deiner "Konsorten" durchlesen. Aber das ist dein Problem: Du suchst nur gewisse Sachen.
Mit einigen deiner Beiträge verallgemeinerst du die Situation von vielen Menschen. Muss es denn jeder so positiv wie du erlebt haben? Kannst nicht auch du noch Sachen erfahren, von denen du keine Ahnung hast (das hat sogar mancher Polit hier schon erlebt)?

Deinen Geschichte hier zweifel ich Null an.
Aber das tue ich auch nicht bei den Aussagen der vielen Menschen allein aus unserer Region, die zum großen Teil sogar Stallungen im Westen haben, weil sie damals verjagt und vertrieben wurden.
Ein weinender Opa, der mir seine Erlebnisse aus der Zeit Anfang der 50er schildert, nein - der lügt mich nicht an.
Und auch das sind Geschichten, die erzählt werden wollen.


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#32

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 19:04
von Mike59 | 7.978 Beiträge

@ manudave
du hast da echt keine Ahnung
Mike59


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#33

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 19:12
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59

Scorn, ich bedaure allerdings, dass dich die Beiträge einiger hier, von deiner ursprünglichen kritischen Meinung zur DDR etc. abgebracht haben. Obwohl die umgekehrte Wandlung auch nicht unbedingt das Ziel sein sollte. Es zählt doch nicht die Meinung von Einzelnen, es zählt die individuelle Bewertung des Wahrheitsgehaltes der vermittelten Information- die vielleicht bisher unbekannt war. Und in der Summe ergibt sich ein Bild. Zumindest ist dies bei mir so.


@ AZ ist das wirklich von dir?

Mike59



@Mike
Noch schreibe ich für mich allein, ich habe auch keinen, der mir etwas diktiert und abgeschrieben ist das auch nicht.
AZ


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#34

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 19:32
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

He,he Manudave, was lese ich da von "Konsorten?" Hattest du eventuell einen schlechten Tag, oder war deine junge Frau unpässlich, gab dir nicht zum frühen Morgen die nötige Liebe, die ein junger Mann braucht, um einigermaßen gerade aus zu laufen?
Irgendeiner hier im Forum, ich glaube Hackel war es, er hatte einmal von dem Quentchen Glück geschrieben, das einen Menschen bestimmte Situationen in einem Sytem ( egal jetzt, welchem)besser überstehen/ erleben lässt.
Der Eine hat oder hatte es, der Andere nicht. Ich denke so bei mir, da liegt sehr viel Wahrheit darin, möchte das jetzt auch nicht näher ausbauen, weil ich wiederum meine, es ist verständlich und klar genug formuliert.

R-M-R


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#35

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 19:38
von manudave (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
He,he Manudave, was lese ich da von "Konsorten?" Hattest du eventuell einen schlechten Tag, oder war deine junge Frau unpässlich, gab dir nicht zum frühen Morgen die nötige Liebe, die ein junger Mann braucht, um einigermaßen gerade aus zu laufen?
Irgendeiner hier im Forum, ich glaube Hackel war es, er hatte einmal von dem Quentchen Glück geschrieben, das einen Menschen bestimmte Situationen in einem Sytem ( egal jetzt, welchem)besser überstehen/ erleben lässt.
Der Eine hat oder hatte es, der Andere nicht. Ich denke so bei mir, da liegt sehr viel Wahrheit darin, möchte das jetzt auch nicht näher ausbauen, weil ich wiederum meine, es ist verständlich und klar genug formuliert.

R-M-R



Nein, Nein lieber Rainer-Maria,

die "Konsorten" habe ich nur zitiert - schau mal ein paar Beiträge weiter vorn.


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#36

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 19:39
von manudave (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59
@ manudave
du hast da echt keine Ahnung
Mike59



Alle Achtung,

gegen dieses Argument habe ich keine Chance.


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#37

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 19:43
von manudave (gelöscht)
avatar

Zitat von SCORN

Zitat von manudave


Aber nur weiter mein Freund - immer schön auf die Beiträge der anderen warten - und dann loslegen.




hi manudave,
ich hoffe nicht dass mir dadurch dass ich nun in deinen freundeskreis aufgenommen bin irgendwelche verpflichtungen auferlegt sind,

aber zum thema: die kommentare zu deinem beitrag mag ich nicht einstellen, sie würden mit sicherheit gegen die forumsregelen verstoßen. was ich dir übermitteln kann ist der erntsgemeinte vorschlag sich mit betroffenen zu unterhalten. hiermit sei dir ein einladung zum dorffest im sommer ausgesprochen(übernachtung gesichert). details kannst du per pm von mir erhalten.

als zusammen fassung der meinungen kann ich folgendes sagen: die kollektivierung erfolgte in drei schritten. widerstand kam vor allem von seiten der grossbauern. aber letztendlich war es der richtige weg, so die quintessenz der männer. einige gehörten übrigens zu den grossbauern.

die kollektivierung erfolgte in unsere gegend erst in den sechziger jahren, wenn bei dir schon 1952 leute enteignet wurden hat es mit sicherheit einen anderern grund.

also, mein neuer freund manudave, würde mich freuen dich im sommer in einem dorf im grabfeld begrüssen zu können.

gruss SCORN




Wenn du sowas vorschlägst, musst du auch mit mir rechnen. Nachher passiert es noch wie bei Rainer-Maria und mir in Eisenach und wir verstehen uns - das wär´n Ding...


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#38

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 20:01
von wosch (gelöscht)
avatar

[quote="SCORN"]


die kollektivierung erfolgte in drei schritten. widerstand kam vor allem von seiten der grossbauern. aber letztendlich war es der richtige weg, so die quintessenz der männer. einige gehörten übrigens zu den grossbauern.

die kollektivierung erfolgte in unsere gegend erst in den sechziger jahren, wenn bei dir schon 1952 leute enteignet wurden hat es mit sicherheit einen anderern grund.

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Als Mecklenburger den gerade die 50er Jahre geprägt haben möchte ich zu dem Thema auch etwas beisteuern. Mecklenburg, insbesondere der Bezirk Schwerin, in dem ich aufgewachsen bin, war überwiegend eine landwirtschaftlich genutzte Region und dementsprechend war der Anteil der Bauern schon immer gemessen an der Bevölkerung sehr hoch. Nach der sozialistischen Bodenreform entstanden viele kleinbäuerliche Betriebe und das wurde von der Partei und der Regierung als die Befreiung der in der Landwirtschaft Tätigen, von der Knechtschaft der Großbauern und Gutsherren, dargestellt und der Slogan "Junkerland in Bauernhand" wurde zur Staatsdoktrin erhoben. In Ludwigslust, der "Lindenstadt" wurde die Gaststätte "Zur Linde" in der Breiten Straße zu Ehren dieser Entwickelung offiziell in "Zum freien Bauer" umbenannt! Die Kollektivierung erfolgte hier schon in den 50er Jahren, ich kann mich daran erinnern daß wir Schüler der 7. und 8. Klasse in den Herbstferien 1955-57(bei uns hießen sie nur "Kartoffelferien") von den LPG´s im Umkreis von bis zu ca 20 km angefordert wurden um die ausgepflügten Kartoffeln einzusammeln. Die Bezahlung war in den einzelnen LPG´s unterschiedlich und lag jeweils zwischen 8 und 12 Pfennig pro vollem Korb und richtete sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der jeweiligen Genossenschaft!! Zu diesem Zeitpunkt war der Druck auf die einzelnen Landwirte "Freiwillig" in die LPG´s einzutreten sehr groß. Wer nicht wollte hatte Schwierigkeiten sich bei den MAS und späteren MTS Maschinen auszuleihen oder er bekam Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Saatgut, Düngemittel ect. Selbst die damals üblichen Stromsperren machten ihm mehr Schwierigkeiten, denn die Kerzen gab es zuerst für die LPG´s.
Es gab damals die LPG´s Typ 1, 2 und drei, sie unterschieden sich nur darin, daß man in einer noch eine Kuh bzw ein oder zwei Schweine halten durfte oder noch ein kleines Stückchen Land in eigener Regie bearbeiten durfte. Damit versuchte man den "Zögernden" den Entzug der Selbstständigkeit schmackhaft zu machen. Wenn immer noch nicht eingetreten wurde, erfand man ein kriminelles und "volksschädliches" Verhalten, wie Sabotage, Schwarzschlachten, Diebstahl und vieles Andere mehr, sodaß sich diese neuen "freien Bauern" nur durch die Flucht in den Westen den drohenden Verhaftungen entziehen konnten. Die so frei gewordenen Höfe kamen anfangs in eine eigens für solche Fälle entwickelte Wirtschaftsform, deren Bezeichnung mir zur Zeit nicht mehr geläufig ist."Von der Sowjetunion lernen" hieß auch es mußten die Rinderoffenställe übernommen werden, in denen in strengen Wintern die armen Tiere zu Tausenden in ihrer eigenen Sch..sse erfroren sind. Und trotzdem wurden sie aller fachlichen Widerstände zum Trotz noch lange weiter gebaut, sehr zum Schaden der DDR. LPG-Vorsitzende waren nicht immer qualifiziert, oft zählte für solch eine Funktion die richtige sozialistische Gesinnung, sprich der "Bonbon" am Revers! Nach Abschluß der Kollektovierung wurde übrigens die Gaststätte "Zum Freien Bauer" in der Ludwigsluster Breiten Strasse wieder in "Zur Linde" umbenannt, das braucht man nicht zu kommentieren, es spricht für sich selbst!!!

Die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften konnten den in ihnen Tätigen nie die nötige Motivation vermitteln, die man braucht um Feld, Flur und den Stall optimal zu bearbeiten. Da haben auch die damals üblichen Hilferufe an die Bevölkerung in den Zeitungen für "Flora und Jolanthe" ( Ältere unter uns werden sich noch daran erinnern können, zeitgleich hieß es übrigens auch "Martin braucht Stahl" und sollte zum Schrott sammeln auffordern)nicht helfen können, den Schaden hervorgerufen durch Mißwirtschaft und "Selbstbedienung" abzustellen. Noch 1960 waren wir für den Einkauf von Butter in einer Verkaufsstelle eingetragen und es gab nicht etwa ein halbes Pfund, sondern nur 200g. So gut konnten die LPG´s denn doch nicht gewirtschaftet haben, bei den nichtkollektivierten Klassenfeinden gab es dagegen nie einen Mangel an Butter, Milch und Käse.
So, das soll es erst mal gewesen sein, bin mal wirklich gespannt, wie nach meinem Statement reagiert wird, möchte allerdings darauf hinweisen, daß ich als "Landei" vielleicht die Nase dichter an den LPG´s hatte, als ein "Mädchenflachleger" in der Großstadt!

Schönen Gruß aus Kassel.


zuletzt bearbeitet 28.02.2010 20:14 | nach oben springen

#39

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 20:19
von ABV | 4.202 Beiträge

@wosch
Im Sommer 1989, ich wurde gerade als Abschnittsbevollmächtigter eingesetzt, informierte mich ein LPG-Vorsitzender aus meinem Abschnitt, über den Diebstahl eines Kalbs. Bei der Besichtigung des Tatortes stellte ich ein riesiges Loch im Zaun fest. Hinter dem Zaun führte ein Trampelpfad, welcher so ausgelatscht ist dass er diesen Namen wirklich verdiente, in Richtung des Dorfes. Vor dem Zaun, also auf dem Gelände der LPG, befand sich die gut gefüllte Futterkammer, aus der sich offensichtlich die Einwohner des Ortes eifrig bedienten. Das die meisten eine schwunghafte private Viehhaltung betrieben, muss an dieser Stelle wohl nicht extra erwähnt werden. Und das allerschärfste zum Schluß: Mir wurde vom Leiter der Kriminalpolizei und dem Kreisstaatsanwalt untersagt in dieser peinlichen Angelegenheit zu ermitteln und damit "Staub aufzuwirbeln". Man wollte sich angeblich anderweitig mit dem LPG-Vorsitzenden unterhalten. Heute ist die LPG übrigens eine vorbildlich geführte Landwirtschafts Gmbh, ohne Löcher im Zaun. Obwohl sie von dem ehemaligen Vorsitzenden geführt wird.
Das Leben zieht manchmal eigenartige Bahnen.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#40

RE: Ohne Genossenschaftsbauern hätten viele gehungert in der DDR ?

in Leben in der DDR 28.02.2010 20:22
von wosch (gelöscht)
avatar

[quote="ABV"

Das Leben zieht manchmal eigenartige Bahnen.

Gruß Uwe[/quote]

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Uwe, Du sagst es!!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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