#41

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 11:41
von moreau | 384 Beiträge

An Stromausfälle zu DDR-Zeiten kann ich mich kaum erinnern, weil extremst selten. Im Gegensatz zu den letzen 20 Jahren wo aller Nasenlang der Saft weg war od. ist. Erst gestern war wieder "Showtime" im Netz und nicht ging mehr. Das wir damals so wenig Ausfälle hatten, kann auch daran liegen das wir mit am Wismut-Netz hingen. Die Wärmeversorgung lief wie überall zu der Zeit über Braunkohlebriketts. Das hieß für uns 120 Zentner in die Schubkarre stapeln, 50 m weit karren und dort im Schuppen schön stapeln (wg.Platzmangel). Bis 78 hatten wir Kohleöfen. Glutosherd in der Küche, Kachelofen in der Stube und Badeofen und das in einem älteren Einfamilienhaus. Im Winter waren die restlichen Zimmer die reinsten Paläste. -> Kristallpaläste so schön hat das Eis an den Wänden geglizert. Ab 78 hatten wir dann eine Forst - Heizung (Kohleheizkessel mit Heizkörpern wie heute) und Wärme in allen Räumen.

moreau


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#42

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 11:50
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Angelo
DDR-Atommüll soll nach Russland
Nuklearmüll aus dem Atom-Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus soll in drei Castor-Transporten in die Wiederaufarbeitungsanlage Majak gebracht werden, die im Südural liegt.Die Bundesregierung hat einen Entsorgungsvertrag mit Russland eingefädelt: Opposition und Umweltschützer in Deutschland sowie Russland protestierten gegen das Projekt.
http://www.fr-online.de/politik/ddr-atom...76/-/index.html



Na ja ob Umweltschützer da noch demonstrieren müssen? Mehr Verseuchung als in Majak aktuell schon vorherrscht zu verursachen geht ja schon fast nicht mehr. Alleine der Karatschai-See ist so verseucht, dass eine Stunde dort am Ufer liegen bereits tötlich wäre. Ein schwarzes Kapite der sowjetischen Atomindustrie, leider.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnis...Kyschtym-Unfall
http://de.wikipedia.org/wiki/Karatschai-See
http://www.n-tv.de/panorama/Radioaktivit...icle239967.html


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#43

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 12:16
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von moreau
An Stromausfälle zu DDR-Zeiten kann ich mich kaum erinnern, weil extremst selten. Im Gegensatz zu den letzen 20 Jahren wo aller Nasenlang der Saft weg war od. ist. Erst gestern war wieder "Showtime" im Netz und nicht ging mehr. Das wir damals so wenig Ausfälle hatten, kann auch daran liegen das wir mit am Wismut-Netz hingen. Die Wärmeversorgung lief wie überall zu der Zeit über Braunkohlebriketts. Das hieß für uns 120 Zentner in die Schubkarre stapeln, 50 m weit karren und dort im Schuppen schön stapeln (wg.Platzmangel). Bis 78 hatten wir Kohleöfen. Glutosherd in der Küche, Kachelofen in der Stube und Badeofen und das in einem älteren Einfamilienhaus. Im Winter waren die restlichen Zimmer die reinsten Paläste. -> Kristallpaläste so schön hat das Eis an den Wänden geglizert. Ab 78 hatten wir dann eine Forst - Heizung (Kohleheizkessel mit Heizkörpern wie heute) und Wärme in allen Räumen.

moreau




@moreau, da bist du wahrscheinlich zu jung um diese Erfahrung hättest sammeln können. In den 50 er Jahren ging bei uns jeden Abend das Licht für ein bis zwei Stunden aus ( Stromsperre ) wir saßen dann bei Kerzenlicht da herum. War aber ganz gemütlich, wie Weihnachten so empfand ich das als Kind. Man muss aber beachten, wenn man die Leistungfähigkeit der DDR Energieversorgung beurteilen möchte, Strom wurde in dieser Zeit wirklich nur für Licht gebraucht. Die Haushaltsmaschinen von heute hätten wahrscheinlich das Energienetz zum Zusammenbruch gebracht.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#44

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 14:44
von bronski | 41 Beiträge

@moreau, da bist du wahrscheinlich zu jung um diese Erfahrung hättest sammeln können. In den 50 er Jahren ging bei uns jeden Abend das Licht für ein bis zwei Stunden aus ( Stromsperre ) wir saßen dann bei Kerzenlicht da herum. War aber ganz gemütlich, wie Weihnachten so empfand ich das als Kind. Man muss aber beachten, wenn man die Leistungfähigkeit der DDR Energieversorgung beurteilen möchte, Strom wurde in dieser Zeit wirklich nur für Licht gebraucht. Die Haushaltsmaschinen von heute hätten wahrscheinlich das Energienetz zum Zusammenbruch gebracht.

Gruß Gert
[/quote]

An Stromausfälle wie du sie beschreibst kann ich mich in Berlin nicht erinnern, alles andere kann ich so bestätigen.
Frage, hattet ihr kein Radio?


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#45

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 16:15
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von bronski
@moreau, da bist du wahrscheinlich zu jung um diese Erfahrung hättest sammeln können. In den 50 er Jahren ging bei uns jeden Abend das Licht für ein bis zwei Stunden aus ( Stromsperre ) wir saßen dann bei Kerzenlicht da herum. War aber ganz gemütlich, wie Weihnachten so empfand ich das als Kind. Man muss aber beachten, wenn man die Leistungfähigkeit der DDR Energieversorgung beurteilen möchte, Strom wurde in dieser Zeit wirklich nur für Licht gebraucht. Die Haushaltsmaschinen von heute hätten wahrscheinlich das Energienetz zum Zusammenbruch gebracht.

Gruß Gert



An Stromausfälle wie du sie beschreibst kann ich mich in Berlin nicht erinnern, alles andere kann ich so bestätigen.
Frage, hattet ihr kein Radio?[/quote]

Also ich wohnte nicht in Berlin, und dass das in Berlin nicht der Fall war, kann man vermutlich damit erklären, dass dort die Regierung und das sowj. Oberkommando sassen und Ulbricht sicher dafür gesorgt hat, dass im sowj. Sektor von Berlin die Lichter brannten.
Richtig, Radio hatte ich übersehen und gelegentlich ein Bügeleisen. Das wars dann aber auch.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Mahatma Gandhi
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#46

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 19:55
von Mike59 | 7.965 Beiträge

[Na ja ob Umweltschützer da noch demonstrieren müssen? Mehr Verseuchung als in Majak aktuell schon vorherrscht zu verursachen geht ja schon fast nicht mehr. Alleine der Karatschai-See ist so verseucht, dass eine Stunde dort am Ufer liegen bereits tötlich wäre. Ein schwarzes Kapite der sowjetischen Atomindustrie, leider.
-------------------------------------------------------------------------------
Das wird in Russland wohl alles etwas anders gewertet.

Mike59

Angefügte Bilder:
russischer badestrand.jpg

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#47

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 19:59
von bronski | 41 Beiträge

Also ich wohnte nicht in Berlin, und dass das in Berlin nicht der Fall war, kann man vermutlich damit erklären, dass dort die Regierung und das sowj. Oberkommando sassen und Ulbricht sicher dafür gesorgt hat, dass im sowj. Sektor von Berlin die Lichter brannten.
Richtig, Radio hatte ich übersehen und gelegentlich ein Bügeleisen. Das wars dann aber auch.

Das hatte damit nichts zu tun. Das Kraftwerk Klingenberg in Rummelsburg(Ostberlin), versorgte auch den Westteil der Stadt mit Strom.
Das war der eigentliche Grund.


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#48

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 20:05
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

zu den stromausfällen in berlin darf ich erwähnen.mir kommt es aus erinnerung so das wir in ostberlin öfter mal stromausfall hatten als nach der wende.damals gab es ja auch noch kein internet,nur 2 ost und 3 westprogramme im fernsehen,vom telefon rede ich mal nicht(ich hatte eins ab der wende als die telekom mit mobilfahrzeugen anträge einsammelte) insofern vermisten wir beim stromausfall kaum etwas.
ich war ja von 1992-1996 wieder als baugeräteführer tätig und erkannte das die gesammten berliner leitungen marode waren und heute noch fast sind.ost wie west sanierte kaum,sondern flickte nur.das spürten wir besonders im heißsommer 1995 als im bezirk kreuzberg die 1 KV muffen hoch gingen und wir ständig in WE-bereitschaft waren für die bewag.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 10.11.2010 20:06 | nach oben springen

#49

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 20:10
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Na Bronski,
ich denke mal in Berlin war eine etwas bessere Infrastruktur aufgebaut wie auf dem "Flachen Land" Ich kann mich noch auf die großflächigen Stromabschaltungen auf dem Lande in den 1960er Jahren erinnern. Da gingen mitunter ganze Landstriche vom Netz. Bei jedem Gewitter konnte man darauf warten. Das ist sicher nicht nur mit fehlender Energie zu erklären, sondern auch mit dem Ausbau des Stromnetzes. Wenn ein Verteiler heute ausfällt geht die Energie eben einen anderen Weg zum Verbraucher, so weit war das eben früher auch noch nicht ausgebaut. Verbundnetz!!! nennt sich das wohl. Bin aber auf diesem Gebiet auch kein Insider.
Mike59


zuletzt bearbeitet 10.11.2010 20:10 | nach oben springen

#50

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 20:20
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

energieausfall ging in der ddr auch anders.mal ein bsp aus meiner zeit beim wohnungsbaukombinat berlin als kranführer.
in der heutigen mehrower allee kam doch jemand auf die idee einen 6 geschoßer zu projektieren.es gab nur ein problem,ab dem 6.geschoß mußte ein fahrstul eingebaut sein.also entschied man sich ein projekt mit 5 geschoße wo das 1.geschoss einfach parterre genannt wurde mit 5 darauffolgenden geschoßen.weiteres problem,es sollte zum parteitag(irgendwann anfang 80)übergeben werden als neue entwicklung mit sparmasnahmen.
der bau war bezugsfertig und die mieter zogen ein,aber strom und wasseranschluß wurde nicht fertig,also wurden provisorische leitungen gelegt vom nebenhaus und alles wurde plangerecht schlüßelfertig übergeben.
nach 3 tage wurden die leitungen wieder abgebaut und den mietern erklärt das es einen defekt gibt welcher derzeit behoben wird.einige tage später war alles perfekt.
das war jetzt nur mal eine erinnerung aus ddr zeiten vom bau.
andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 10.11.2010 20:22 | nach oben springen

#51

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 10.11.2010 22:01
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von matloh

Zitat von Boelleronkel

Betriebe gingen immer vor und der kleine Mann,war immer das Ende einer Schlange.


War die DDR nicht eine "Sozialistische Demokratie"? (Hat "Feliks" in einem anderen Thread erklärt wenn ich mich nicht irre.)
Von daher müsste doch auch der "kleine Mann" Vorrang bei der Energieversorgung haben, nicht die Industriebetriebe die in der Hand des Staates waren, oder?

just my 2ct

matloh





....machen wir mal einen weiteren Versuch matloh

naja die" sozialistische Demokratie" hatte eben ein riesen Problem...Planwirtschaft und enormer Mangel an Rohstoffen.
Jeder in der DDR in einer Altbauwohnung gelebt hat wird sich daran erinnern,das z.B.das ThemaWarmwasseraufbereitung ein zentrales
"Erlebnis"war.
Nach Kohlebadeöfen kam die technische Errungenschaft 30/80 Liter Warmwasserboiler fürs Bad oft ein Ungarisches Model 1600Watt/220V hies wohlHajdo oder so.
Aufheizzeit ca 4Std.dann war das wasser heiss genug.
Den musste erst bekommen und wenns geht in dem Moment wo Du das Ding brauchst.
Nicht zu vergessen es ist auch eine Mischbatterie bzw.Auslaufgarnitur zu organisieren,irgendwo soll der Wasserlaufja auch geregelt werden,über der schönen Emaliebadewanne ...insofern man denn hat.
Um den Boiler zu installieren nach Vorschrift(auch die waren nicht knapp)einen Avanti Schalter der den Boiler im Falle eines Falles allseitig vom Stromnetzt trennt.Musste erst auch mal haben das Ding.
Wenns geht zur passenden Zeit noch nen Klempner der das Ganze anbaut und einen Elektriker für den Elektroanschluss.
Damit wäre das Bad erstmal erledigt.
Wenn die Entfernungen zum Spülbecken in der Küche halt gross waren,dann noch einen 10 Liter Boiler über der Spüle,der Aufwand an Material eben so und nicht vergessen die Handwerker müssenauch noch kommen.
Wer kein komplettes Bad hatte,der hatte eben ein Handwaschbecken und eien Unterbeckenspeicher,meisst 5Liter,also unter dem Handwaschbecken,die Materielien ebenso und anstatt einen zweipoligen Avantischalter eine Schutzkontaktsteckdose,naja wer hat dies Thema nicht noch in Erinnerung und von Feuchtraummaterial mal ganz zu schweigen.
dannkommen noch die Erweiterungselemte (sprich extra Sicherungselemente)über den alten Stromzühler undseine Sicherungsverteilung für die Wohnung.
Selbst aus den 60iger Jahren war dort nur Platz für 3oder 4 Sicherungselemte.
Bei den Eletrikern hies die DDR oft Boilerhausen,hier en Boiler,da nen Boiler und immer noch nicht perfekt.
Nicht vergessen wir reden hier über 70/80iger Jahre.
In den Betrieben schrieb die Sekretärin zu der Zeit oft Berichte über die Anwendung von Schlüsseltechnoligien und wie weit wir doch vorangekommen sind und das alles zu Ehren irgend eines Parteitages...

Was hat zu dem Zeitpunkt der westdeutsche Handwerkskollege getan?
Hat sich für die Küche und Bad eine zentrale Warmwasserleitung gelegt und einen elektrischen Durchlauerhitzer eingebaut.
Die ersten hydraulisch geregelt,dann kamen kurz danach die elektronisch geregelten mit Leistungen von 18/21 KW bei einem380 Volt Netzt undnicht grösser als ein Schuhkarton...Warmwasserhahn auf und ab geht die "Schlüsseltechnologie des Westens"..warmes Wasser soviel Du magst.

Angenommen Deine Verwandschaft oder wer auch immer,hätte Dir so einen Durchlauferhitzer organisiert,dann reichst Du über einen zugelassenen E Meister Betrieb bei deinem Energieversorger eine EBA Enegiebedarfsanmeldung ein und wenn die dort zuständigen
Meister und Obermeister Netzbetrieb von 5 Leuten aus einem Dorf von so etwas einen Antrag bekommen,dann gibs ne Ablehnung!!!
Zu viel Last,Netz zu schwach,nicht genug Kapazitäten.
Einfachwer gesagt,entweder läuft das Sägegatter im Sägewerk im Ort oder die Leute haben Warmwasser mit toller Technik.

Materialmangel,Kapazitätenmangel,Personalmangel,Mangel wo Du hinsiehst und die Führung unter Ihrer Glasglocke lebend,feiert sich selbst und die erfolgreiche Anwendung der Einheit von Wirtschafts und Sozialpolitik.
Da dies sich ab Mitte der 80iger extrem fortsetzte auch in LVO Betrieben(wichtige Betriebe der Landesverteidigung) und Anderen
auch schon mal Wirtschaftsverträge(DDR Liefzusagen,Lieferverträge) mir westdeutschen Filzstiften gefäket wurden(man kann auch fälschen sagen),nämlich mit einen roten Querstrich über den Vertrag,somit enorm wichtig,anders kamste oft nicht weiter...wurden die Probleme immer grösser.
Wenn Du versuchst das Alles zu verstehen,weil es heute nach vielen Jahren nicht so einfach ist,dann liegt der ganze Kern des Problems im Mangel,der Unfähigkeit der Wirtschaftslenker und Ihren Parolen,die soweit ich mich erinnere ,Keinen richtig interessiert haben und
nicht zu allerletzt in dem Wahnsinn,den Westen ökonomisch zu Überholen ohne Ihn einzuholen.

Vision...kleiner Scherz am Rande

Hätte und nochmal extra erwähnt Hätte die DDR Alle laufen lassen,die laufen wollten und mit dem Rest aus dem Ländle einen riesen Ökobauernhof gemacht,würden die ehemaligen Westdeutschen heute auf dem Gebiet Ihren Lieblingsurlaub verbringen und auch wir nicht so viel Industriefood fressen. Was für eine Zukunft.
In diesem Sinne und in Hoffnung Dir die kleine materielle Welt von damals etwas näher gebracht zu haben.
Gruss BO


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#52

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 11.11.2010 09:43
von schlaudi | 46 Beiträge

Hi,

ich kann mich auch an Stromausfälle erinnern. Zum einen die globalen in den strengen Wintern, aber es gab auch lokale. Das örtliche Leitungsnetz bestand aus Freileitungen. Fast jeder Mast war anders. Es gab Stahlgittermasten, Holzmasten, Betonmasten. Im Winter gab es Leitungsrisse wegen Eis oder wegen Ästen, die in die Leitung fielen. Im Sommer ist ab und zu der Strom ausgefallen, weil die Pferde auf der gegenüberliegenden Wiese sich ihren Buckel an dem Mast rieben. Dadurch schlugen die Drähte aneinander und es kam zum Kurzschluß.

Stromausfall war aber nicht so schlimm. Kerzen waren immer da und reichten für Beleuchtungszwecke. Gekocht wurde mit Stadtgas. Das ging meiner Erinnerung nach immer, meine Mutter schimpfte nur ab und zu über den niedrigen Druck. Entsprechend länger dauerte das kochen. Das Telefon war auch vom Strom unabhängig. Allerdings war das auch ab und zu gestört. Manchmal konnte man nicht angerufen werden, manchmal konnte man selber nicht anrufen, manchmal war es ganz tot, es kanckte in der Leitung, der andere hörte einen nicht oder man hörte den anderen nicht...

Geheizt wurde mit einer Schwerkraftheizung. Der Kessel stand im Keller und wurde pro Jahr mit ca. 150 Zentnern Kohle befeuert. Alles Papier, Holz, Dachpappe und was sonst noch so brennbar war flog dort auch rein. Neben den Heizkörpern erwärmte der Kessel auch noch einen großen Warmwasserboiler. Im Winter mußte zweimal am Tag "gefeuert" werden: Asche in den Ascheraum stochern, Asche mit einer kleinen Schaufel in einen Eimer. Die Eimer wurden dann in eine unserer 6 Mülltonnen entleert. Heute haben wir eine Tonne... Dann etwas Holz und Papier ein und anzünden. Wenn dies brannte Kohlen drauf. Die wurden mit einer Gabel aus dem gegenüberliegenden Keller direkt in den Kessel geschaufelt. Die Geräusche hört man im ganzen Haus. In die Luftklappe unten kam ein Holzscheit, damit diese offen ist und der Ofen richtig "zieht". Eigentlich hatte der ne Thermostatregelung, aber die war kaputt. Nach 20-30 Minuten mußte man wieder in den Keller und den Scheit herausnehmen. Vergaß man das und hatte viel Kohle im Winter im Kessel, dann brannte die zu schnell durch und das Wasser in der Heizung begann zu kochen. Dies hatte zur Folge, dass sich erst das Ausdehnungsgefäß im Obergschoß füllte und wenn dies voll war das kochende Wasser über einen Überlauf die Heizung Richtung Keller + Washchaus verließ. Im Nachgang mußte dann wieder Wasser aufgefüllt werden (Schlauch an den Kessel und so lange laufen lassen bis es aus dem Überlauf kommt.) und die einzelnen Heizkörper mußten entlüftet werden.

Kalt wurde es nie, wir hatten immer noch so ca. 50 Zentner Kohle sowie 50 Zentner Koks (durfte nur bei extremer Kälte geheizt werden) Reserve.

Die Kohlen kamen irgendwann im Sommer (den genauen Tag wußte man nicht) per W50-LKW von der örtlichen BHG. Die wurden einfach auf den Weg gekippt und dann mit der Gabel durchs Fenster in den Keller geschaufelt. Mutti konnte dann anschließend den kompletten Keller saubermachen.

Auf jeden Fall wußte damals jedes Kind was Kohlen sind... Ich heute zu unserem 5-jährigen Kinde: "Wenn Du nicht spurst bringt der Nikolaus Kohlen." Antwort des Kindes: "Die schmecken mir aber ni..."

Viele Grüße

Sascha


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#53

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 11.11.2010 11:28
von grenzergold | 187 Beiträge

Stromausfall? Kann mich ab den 70zigern wenig erinnern,dass es Stromausfälle gab. Ursachen für ein Stromausfall können andererseits Bauarbeiten,Wartungs und Reparaturarbeiten sein,1979 nah noch ein neues Elektrostahlwerk seinen Betrieb auf, ohne das die Lichter ausgingen.

grenzergold


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#54

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 11.11.2010 15:19
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Boelleronkel

Zitat von matloh

Zitat von Boelleronkel

Betriebe gingen immer vor und der kleine Mann,war immer das Ende einer Schlange.


War die DDR nicht eine "Sozialistische Demokratie"? (Hat "Feliks" in einem anderen Thread erklärt wenn ich mich nicht irre.)
Von daher müsste doch auch der "kleine Mann" Vorrang bei der Energieversorgung haben, nicht die Industriebetriebe die in der Hand des Staates waren, oder?

just my 2ct

matloh





....machen wir mal einen weiteren Versuch matloh

naja die" sozialistische Demokratie" hatte eben ein riesen Problem...Planwirtschaft und enormer Mangel an Rohstoffen.
Jeder in der DDR in einer Altbauwohnung gelebt hat wird sich daran erinnern,das z.B.das ThemaWarmwasseraufbereitung ein zentrales
"Erlebnis"war.
Nach Kohlebadeöfen kam die technische Errungenschaft 30/80 Liter Warmwasserboiler fürs Bad oft ein Ungarisches Model 1600Watt/220V hies wohlHajdo oder so.
Aufheizzeit ca 4Std.dann war das wasser heiss genug.
Den musste erst bekommen und wenns geht in dem Moment wo Du das Ding brauchst.
Nicht zu vergessen es ist auch eine Mischbatterie bzw.Auslaufgarnitur zu organisieren,irgendwo soll der Wasserlaufja auch geregelt werden,über der schönen Emaliebadewanne ...insofern man denn hat.
Um den Boiler zu installieren nach Vorschrift(auch die waren nicht knapp)einen Avanti Schalter der den Boiler im Falle eines Falles allseitig vom Stromnetzt trennt.Musste erst auch mal haben das Ding.
Wenns geht zur passenden Zeit noch nen Klempner der das Ganze anbaut und einen Elektriker für den Elektroanschluss.
Damit wäre das Bad erstmal erledigt.
Wenn die Entfernungen zum Spülbecken in der Küche halt gross waren,dann noch einen 10 Liter Boiler über der Spüle,der Aufwand an Material eben so und nicht vergessen die Handwerker müssenauch noch kommen.
Wer kein komplettes Bad hatte,der hatte eben ein Handwaschbecken und eien Unterbeckenspeicher,meisst 5Liter,also unter dem Handwaschbecken,die Materielien ebenso und anstatt einen zweipoligen Avantischalter eine Schutzkontaktsteckdose,naja wer hat dies Thema nicht noch in Erinnerung und von Feuchtraummaterial mal ganz zu schweigen.
dannkommen noch die Erweiterungselemte (sprich extra Sicherungselemente)über den alten Stromzühler undseine Sicherungsverteilung für die Wohnung.
Selbst aus den 60iger Jahren war dort nur Platz für 3oder 4 Sicherungselemte.
Bei den Eletrikern hies die DDR oft Boilerhausen,hier en Boiler,da nen Boiler und immer noch nicht perfekt.
Nicht vergessen wir reden hier über 70/80iger Jahre.
In den Betrieben schrieb die Sekretärin zu der Zeit oft Berichte über die Anwendung von Schlüsseltechnoligien und wie weit wir doch vorangekommen sind und das alles zu Ehren irgend eines Parteitages...

Was hat zu dem Zeitpunkt der westdeutsche Handwerkskollege getan?
Hat sich für die Küche und Bad eine zentrale Warmwasserleitung gelegt und einen elektrischen Durchlauerhitzer eingebaut.
Die ersten hydraulisch geregelt,dann kamen kurz danach die elektronisch geregelten mit Leistungen von 18/21 KW bei einem380 Volt Netzt undnicht grösser als ein Schuhkarton...Warmwasserhahn auf und ab geht die "Schlüsseltechnologie des Westens"..warmes Wasser soviel Du magst.

Angenommen Deine Verwandschaft oder wer auch immer,hätte Dir so einen Durchlauferhitzer organisiert,dann reichst Du über einen zugelassenen E Meister Betrieb bei deinem Energieversorger eine EBA Enegiebedarfsanmeldung ein und wenn die dort zuständigen
Meister und Obermeister Netzbetrieb von 5 Leuten aus einem Dorf von so etwas einen Antrag bekommen,dann gibs ne Ablehnung!!!
Zu viel Last,Netz zu schwach,nicht genug Kapazitäten.
Einfachwer gesagt,entweder läuft das Sägegatter im Sägewerk im Ort oder die Leute haben Warmwasser mit toller Technik.

Materialmangel,Kapazitätenmangel,Personalmangel,Mangel wo Du hinsiehst und die Führung unter Ihrer Glasglocke lebend,feiert sich selbst und die erfolgreiche Anwendung der Einheit von Wirtschafts und Sozialpolitik.
Da dies sich ab Mitte der 80iger extrem fortsetzte auch in LVO Betrieben(wichtige Betriebe der Landesverteidigung) und Anderen
auch schon mal Wirtschaftsverträge(DDR Liefzusagen,Lieferverträge) mir westdeutschen Filzstiften gefäket wurden(man kann auch fälschen sagen),nämlich mit einen roten Querstrich über den Vertrag,somit enorm wichtig,anders kamste oft nicht weiter...wurden die Probleme immer grösser.
Wenn Du versuchst das Alles zu verstehen,weil es heute nach vielen Jahren nicht so einfach ist,dann liegt der ganze Kern des Problems im Mangel,der Unfähigkeit der Wirtschaftslenker und Ihren Parolen,die soweit ich mich erinnere ,Keinen richtig interessiert haben und
nicht zu allerletzt in dem Wahnsinn,den Westen ökonomisch zu Überholen ohne Ihn einzuholen.

Vision...kleiner Scherz am Rande

Hätte und nochmal extra erwähnt Hätte die DDR Alle laufen lassen,die laufen wollten und mit dem Rest aus dem Ländle einen riesen Ökobauernhof gemacht,würden die ehemaligen Westdeutschen heute auf dem Gebiet Ihren Lieblingsurlaub verbringen und auch wir nicht so viel Industriefood fressen. Was für eine Zukunft.
In diesem Sinne und in Hoffnung Dir die kleine materielle Welt von damals etwas näher gebracht zu haben.
Gruss BO








@Boelleronkel, das hast du sehr schön dargestellt und ich kann als einer der das aus der Ferne beobachtete und bei Besuchsreisen immer wieder von Freunden und Verwandten erzählt bekam, nur bestätigen. Ich habe meine Verwandtschaft mit vielen solcher Sachen versorgt , mit Fliesen, Mischbatterien, Elektromaterial usw.. Der Kofferraum meines Autos hing immer kurz über dem Asfalt, wenn ich an der Güst Wartha nach Thüringen einreiste. Bei der Ausreise aus der DDR war er fast leer. Im Rahmen meiner Möglichkeiten habe ich das aber sehr gern gemacht, weil ich wusste was das für sie, die DDR Menschen, bedeutete, nämlich durch mich an Sachen heranzukommen, die sie sonst nicht hätten beschaffen können. 1982 besuchte mein Vater mich im Westen das erste Mal, als Rentner natürlich. Ich fragte ihn was ihn interessierte, was ich ihm zeigen könnte. Die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen : Baumarkt.

Als er dort das Angebot sah, fragte er mich : Wer kauft das alles ? Ich war ganz überrascht ob dieser Frage, denn ich hatte sie mir noch nie gestellt. Für mich war das alles normal.


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#55

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 11.11.2010 15:48
von josy95 | 4.915 Beiträge

Also ich für meine Person kann mich nicht daran erinnern, das es häufiger als heute Stromausfälle bei uns gab. Heute eher noch geringfügig häufiger.

Mag sein, das das bei uns ähnlich wie in Berlin mit der Grenznähe und der damit verbundenen Elektroenergieversorgung der Grenzkompanien und Grenzsicherungsanlagen einschl. Beleuchtung zusammenhing und deshalb eine gewisse Priorität hatte. Aber auch aus anderen Regionen kann ich mich nicht an größere oder längere Phasen von Stromausfällen erinnern.
Von meinem Vater und anderen älterten Bekannten weiß ich, das das ein Problem in der Nachkriegszeit bis etwa Anfang/ Mitte der 50-er Jahre war. Nicht nur Stromausfälle oder Stromsperren, sondern auch s. g. Unterspannung. Mit diesem Problem hatte aber wohl auch die Bundesrepublik auf Grund der Nachkriegsfolgen zu kämpfen, wenn bestimmt auch nicht so lange.

Unterspannung im Mittelspannungsnetz, also dem Versorgungsnetz, wo auch alle Haushalte angeschlossen waren gab es noch bis zu Ende der DDR, häufige Ursache, Überlastung des Netzes und marode Leitungen mit zu geringem Querschntt, meißt waren es ja noch Freileitungen. Auch spielte die Jahreszeit eine Rolle, Winter, von Natur her größerer Stromverbrauch sowohl für Beleuchtung als auch Heizung.

Spannungsschwankungen besonders in den Bereich der Unterspannung traten auch häufig bei Grenzalarm auf, wenn am Kanten die volle Beleuchtung eingeschaltet wurde. Den Lichtschein konnte man dann immer gut am Waldrand/ Horizont sehen. Auch waren ja bedingt durch die Nähe meines Elternhauses zur Grenzkompanie Suental die akustischen Aktivitäten nicht zu überhöhren, so das jeder wußte, was los war. Merken tat man es am dunkler werden von Lampen ect., aber auch am Stromregler, den damals fast jeder Haushalt besaß, um u. a. Fersehgeräte und Radios stabiler betreiben zu können. Das Teil hatte entweder einen Voltmeter oder eine Art Dimmer, wo man die optimale Spannung von 220 V per Hand an einem s. g. Potentiometer einregeln konnte. Man merkte an dem Ding auch genau. wenn z. Bsp. Abends die Straßenlampen angingen (Spannungseinbruch) oder zu fortgesetzter Stunde immer mehr Menschen zu Bett gingen...

Nach der Wende, so 1994 bis 1998 gab es bei uns in Ilsenburg öfter mal Stromausfall, vor allem, wenn es länger regnete oder Tauwetter einsetzte, Der hiesiege Energieversorger forschte lange vergeblich nach der Ursache. Irgendwann fand man sie dann doch in unmittelbarer Nähe der ehem. Scharfensteinkaserne. Dort war wohl eine Muffe defekt, und jedes mal wenn Wasser dort eindrang gab`s einen Kurzschluß - peng!

Ist mir natürlich etwas unlogisch, warum man mit der heute eigentlich modernen Fehlersuch- und Meßtechnik so lange brauchte, diesen Fehler zu finden!

Übrings: Der Brocken war jedesmal auch davon betroffen. Bekanntlich geht die Stromversorgung für den Brocken über Ilsenburg. Stadtauswärts durch das Ilsetal - Ilsefälle oder durchs Sandtal über den Scharfenstein, Kollonenweg (Hirtenstieg) zum Brocken rauf. Am Kollonenweg beim "Eisernen Tisch" sieht man ja auch ein Trafohaus stehen. Wurde erst vor ein paar Jahren erneuert. Von DDR- Standardbauform in jetzt übliche Bauform umgebaut.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 11.11.2010 15:52 | nach oben springen

#56

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 11.11.2010 18:18
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Ich kann mich erinnern das meine Eltern noch eine ganze zeit Gleichstrom hatten.Elektrische Geräte waren nicht zu betreiben.Wir hatten zu der Zeit schon Waschmaschine und Bügelmaschine,aber das Zeug stand in einem anderen Stadtteil mit Wechselstrom.Für den Fernseher Bildgröße 32 mit Wasser gefüllter Vorsatzlinse auf 38,hatten wir einen Umformer,der musste aber in einem anderen Zimmer stehen wegen dem Krach.Und immer frische Kohlen für die Kollektoren mussten bereit liegen,denn wenn das Bild schlechter wurde schnell raus Kollektor abgeschliffen neue Kohlen rein und weiter ging es.


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#57

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 11.11.2010 18:48
von Nomex | 254 Beiträge

Hallo,

ob es heute oder damals mehr Stromausfälle gibt da will ich mich mal raus halten, schlieslich bin ich im Kohle- und Energiebezirk groß geworden und da fällt es mir schwer objektiv zu sein. Eigentlich kann ich mich nur an zwei große Störungen erinnern. Zum einen an den großen Stromausfall im Winter 78/79.

Die andere große Stromabschaltung war im Mai 1988. Damals gab es einen großen Waldbrand bei dem das Umspannwerk Graustein (bei Spremberg) von den Flammen eingeschlossen war. Auf Grund der großen Hitze- und Rauchentwicklung haben die Leistungsschalter automatisch getrennt. Damit war ein wichtiger Strang von den lausitzer Braunkohlenkraftwerken nach Berlin und vor allem zum EKO Eisenhüttenstadt ausgefallen. Damals kam deren Werkdirektor persönlich vor Ort um zu sehen was da los war. Die im Umspannwerk eingeschlossenen Kräfte haben es zum Glück geschafft das Werk zu halten. Das war nicht einfach.

In dem neu gebauten Ort wo ich heute wohne reichen manchmal schon "3 Sack Wind ums Haus" das es hier zu Stromausfällen kommt. Wenn ich mir die Entwicklung der bundesdeutschen Stromwirtschaft so ansehe halte ich es auch für möglich das die Ausfallwahrscheinlichkeit weiter zunehmen wird.

Gruß Nomex


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Günther Zieschong: "Mir hätten das System erst mal leasen solln...."
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#58

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 11.11.2010 19:29
von Boelleronkel (gelöscht)
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at Gert,

was die Mitbringsel an Werkzeug und Materialien betraf,kann ich das gut nachvollziehen was Du geschrieben hast.
Dabei war der DDR Bürger eher bescheiden und bei der Wahl der Farben nicht unbedingt so wählerisch nur....jibb mir doch Irgendwatt,den Rest mach ich mir schon alleine.
Arbeitskolegen bekamen regelmässig Vidiabohrer,Handbohrmaschinen und das extra Gold im E Handwerk,der zweipolige Phasenprüfer mit eingebautem Lastwiderstand.
Man darf nicht drüber nachdenken.

at Josi,

bei der Muffe wird der E-Mann vergessen haben bei Fertigstellung dreimal "ruffspucken"und dann erst Deckel zu und schön ausgiessen mit teerartiger Vergussmasse.(Heute eher ein Relikt der Vergangenheit)
Fehler finden,meisst mit einem Kabelmesswagen,gabs auch in der DDR eingebaut in einem schönen Barkas (grosse Spule drin)
Messspannungen erzeugen,die einzelnen Adern des betreffenden Kabels mit einer Messspannung je nach Bedart über 1000V lte versorgen,Ohrhoehrer auf und mit Mikrofon über die Kabeltrasse laufen,dabei in Abständen das Erdmikrofon absetzen und lauschen
wo gibs den Überschlag im Untergrund....dann einfach ausbuddeln und gucken..hups da liegt ja ne Muffe ...
Aber wenn Allett immer so einfach wäre

Gruss BO


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#59

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 13.11.2010 10:27
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Boelleronkel
at Gert,

was die Mitbringsel an Werkzeug und Materialien betraf,kann ich das gut nachvollziehen was Du geschrieben hast.
Dabei war der DDR Bürger eher bescheiden und bei der Wahl der Farben nicht unbedingt so wählerisch nur....jibb mir doch Irgendwatt,den Rest mach ich mir schon alleine.
Arbeitskolegen bekamen regelmässig Vidiabohrer,Handbohrmaschinen und das extra Gold im E Handwerk,der zweipolige Phasenprüfer mit eingebautem Lastwiderstand.
Man darf nicht drüber nachdenken.

at Josi,

bei der Muffe wird der E-Mann vergessen haben bei Fertigstellung dreimal "ruffspucken"und dann erst Deckel zu und schön ausgiessen mit teerartiger Vergussmasse.(Heute eher ein Relikt der Vergangenheit)
Fehler finden,meisst mit einem Kabelmesswagen,gabs auch in der DDR eingebaut in einem schönen Barkas (grosse Spule drin)
Messspannungen erzeugen,die einzelnen Adern des betreffenden Kabels mit einer Messspannung je nach Bedart über 1000V lte versorgen,Ohrhoehrer auf und mit Mikrofon über die Kabeltrasse laufen,dabei in Abständen das Erdmikrofon absetzen und lauschen
wo gibs den Überschlag im Untergrund....dann einfach ausbuddeln und gucken..hups da liegt ja ne Muffe ...
Aber wenn Allett immer so einfach wäre

Gruss BO






@Bölleronkel,

noch eine kurze 2. Episode dazu, das es manchmal doch nicht so oft klappt, wie gewünscht und die Technik versagt...

Bei mir vorm Garten geht eine 15- KV- (HS-) und 400 Volt (MS-) Leitung lang, teilweise nur 2 m von der Grundstücksgrenze. Ist Anfang der 80-er von den GT (!) gelegt wurden zur Stabilisierung der Stromversorgung der Grenze. Ilsenburg wird Dir ja nichts sagen, aber wer es kennt: Von der Trafostation Mahrholzberg über die Kastanienalle, Trafostation am Eingang Suental neu errichtet, ebenso bei mir am garten (Waldhöhe). Die Leitung ging ins Ilsetal zum dortigen Trafohaus neben der PI- Kompanie. Diente der Stabilisierung der von mir schon beschriebenen Leitung zum Brocken. Auch als s. g. Umschalt- Ring- oder Havariestrecke bei Störung/ Ausfall der anderen Leitung gedacht. Lagepläne waren Verschlußsache! Da kam es alsbald nach der Wende, das mich mal so eine Truppe des damaliege Nachfolgeunternehmens EVM im Garten aufsuchte und mich fragte, ob ich noch wüßte, wo das Kabel langginge, es waren keine Markierungen (Steine) ect. vorhanden, nichts! Da ich es etwa noch genau wußte, wo damals geschachtet war, gingen wir die Strecke vom Suental bis Ilsetal ab, oft war der Graben noch an den Furchen der nachgesackten und unzureichend verfüllten Erde zu erkennen. So ein Horchgerät, wie Du beschrieben hast, hatten die auch mit und der Chef der Truppe zeigte mir auch mal kurz die Zeichnung, den Lageplan. Es war eine Kopie der DDR- Grenztruppen mit Vermerk: "Geheime Verschlußsache!". Er sagte nur, auf dieser Zeichnung stimmt so gut wie gar nichts! Die haben dann auch gleich Markierungen gesetzt und später diese üblichen Markierungssteine mit der Inschrift "HS / MS" gestzt.

Außer einem warmen Händedruck und einen schönen Dank habe ich für meine Hilfe und meinen Zeitaufwand nicht bekommen. Gut, neugierig war ich schon, hat mich auch interessiert...

Aber bei den heutigen Verbrecher- und Abzockpreisen der Stromlieferanten würde ich es nicht wieder tun... oder eben nur für Cash...!

Es gibt da noch was zu berichten. Aber heut ist nicht alle Tage!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#60

RE: Energieversorgung in der DDR

in Mythos DDR und Grenze 13.11.2010 17:33
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Mal ganz nebenbei, in unserer Strasse hatten wir gestern einen Stromausfall. Verusacht durch den Wind, Sturm konnte man ja noch nicht dazu sagen.
Vor 40 Jahren war es bei Stromausfall ja einfach nur dunkel, heute geht ja kaum noch eine Heizung ohne, sehr unangenehm.
Mike59


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