#41

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 08:54
von Huf (gelöscht)
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Feliks, das was Du schreibst, stimmt. Bei entsprechender medizinischer Sachlage und in dringenden Fällen waren diese hochwertigen Anlagen tatsächlich für jeden Bürger da, der es brauchte.
Es gab auch Fälle, in denen chronisch Kranke mit notwendigen importierten Arzneimitteln versorgt wurden, wenn es keine Alternative gab und erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes drohte.
Z.B. war meine Mutter Asthmatikerin, sie erhielt in den 70er Jahren nach entsprechender Genehmigungsprozedur seitens des Kreisarztes regelmäßig und ausreichend ein Asthma-Spray der Fa. Boehringer-Ingelheim. Und meine Mutter war keine Kämpferin für den Sozialismus.
Damals reisten auch von hier viele Rentner nach Westberlin. Dort gab es eine besondere Apotheke, ich weiß heute nicht mehr wie sie hieß, in der DDR-Bürger nach Vorlage eines DDR-Rezeptes West-Medikamente kostenfrei erhielten.
Kostenträger war die AOK-Ausland, oder so ähnlich.
Kennt jemand Geschichten, wenn BRD-Besucher in der DDR akut erkrankten bzw. verunfallten? Ein Riesenzauber, sag ich Euch!


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#42

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 09:16
von Gelöschtes Mitglied
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Ein Familienmitglied im Alter von damals 55 Jahren erlitt in Hannover einen Herzinfarkt. Behandlung und 4 weitere Wochen im Krankenhaus fanden im Westen statt. Die Ehefrau durfte auch sofort hinterher, obwohl vorher keine Reisegenemigung.


zuletzt bearbeitet 27.02.2010 09:44 | nach oben springen

#43

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 09:38
von josy95 | 4.915 Beiträge

Das auch "Otto Normalverbraucher" diese nach Außen hin anmutenden priviligierten Behandlungsmöglichkeiten offenstanden, kann ich an einem eigenen Erlebnis belegen, Huf`s Ausführungen bestätigen. Ich litt seit meiner frühsten Kindheit an fast chronischem Nasenbluten. Brauchte nur mal etwas kräftig zu schnäuzen oder zu *opeln, da lief die rote Suppe...!
Ist heut fast geheilt, nur bei dem heimlichen *opeln muß ich immer noch sehr vorsichtig sein....(iiiigitt, soll man ja auch nicht machen!)

!979 während meiner NVA- Zeit wurde das so schlimm, das ich u. a. eine dauerhafte Schutzmaskenbefreiung hatte, denn sobald ich das Ekelding überstülpte und die ersten Atemzüge den gewissen "Unterdruck" erzeugten, war`s unweigerlich passiert. Unser Medpunktdoktor konnte nur mit "Gelaspon", eine Art blutstllendes Mittel helfen, auch beim HNO im Krankenhaus Stendal war man ratlos. Da hab ich eine Überweisung ins NVA-Lazerett nach Neustadt- Glewe bekommen. Wie ich dort das erste mal war, war ich beeindruckt von der Nobelanlage und was dort augenscheinlich für Größen, sowohl Patienten als auch Ärzte rumliefen. Es herrschte dort aber eine sehr lockere, freundliche Atmosphäre ohne spürbare Unterschiede nach Dienstgrad ect.. Aufgefallen bin ich recht schnell, als ich einen Oberstleutenant in gewohnter Weise grüßte. Der "piff" mich zurück und fragte etwas verwundert, wo ich denn herkomme...! Er erklärte mir freundlich lächelnd, das soetwas hier nicht üblich ist...

Wurde erstklassig behandelt, ein HNO- Arzt im Rang eines Oberst, super netter (Fach-) Mann.
Meines Wissens nach wurde ich auch mit einem bundesdeutschen Medikament behandelt. Nach einer erfolgten Nachbehandlung war Nasenbluten bis heute fast kein Thema mehr!

Was ich jedoch extrem kindisch fand, aber so waren die DV´s der NVA und bestimmt auch GT nun mal:
Ich mußte in Begleitung eines Uffz. nach Neustadt Glewe fahren, als Grundwehrdienstleistender war man in den Augen der Macher solch ideotischer Anweisungen verm. zu dumm, mit dem Zug nach Neustadt Glewe und zurück zu fahren, nicht vertrauenswürdig (unter Generalverdacht stehend!)oder was auch immer.

Gut, einen Uffz. unserer Kompanie hat`s gefreut, auch er konnte sich außerhalb der Kaserne einen ruhigen Tag gönnen. So hat es doch was Positives gehabt!

josy95


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zuletzt bearbeitet 27.02.2010 09:43 | nach oben springen

#44

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 10:37
von Huf (gelöscht)
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Hallo Josy95,

Es stimmt, dass die Fahrten ins Lazarett Neustadt/Glewe oder Potsdam in der Regel mit LO-Sankra oder B 1000 mit Med.-Uffz.-Begleitung stattfanden.
Aber es war auch üblich, in bestimmten "Lagen", wenn kein Sankra frei war, eine Gruppe im Lazarett angemeldeter GT-Angeh. mit Dienstauftrag und Fahrkarte per Reichsbahn ins Lazarett zu schicken, mit der Option, dass alle zu einem fahrplankonformen Termin im Med.-Punkt ihre vollzählige Rückkehr zu melden hatten. Dabei war der Dienstgradhöchste, also Uffz-Dienstgrad oder Gefr., für die Truppe verantwortlich.
Leider wurde dieser Umstand nicht selten zu zwar verbotenem, aber übermäßigem Genuß schöngeistiger Getränke mißbraucht. Das wurde dann immer sehr unangenehm für die "Delegation" und den DH des Med.-Punktes.
Überhaupt war der oft übermäßige Alkoholmißbrauch in der Truppe (im GAR) nach meiner Erinnerung ein Riesenproblem.

- Neuer Thread? -

Falls Bedarf an kuriosen Geschichten aus dem Med.-Punkt GAR-5 besteht, bitte melden!

Euer Huf


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#45

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 11:52
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Also ich denke wäre ich bei einem Besuch in der DDR mal auf die Nase gefallen,hätte
ich dort bestimmt auch eine korrekte Behandlung erfahren,von wegen das da Medizinmänner um
mich herum getanzt und gesungen hätten,so kommts ja machmal rüber.
Vom Engagement der Ärtze und Pfleger gabs doch keine Unterschiede zum Westen,wenn,ja dann
wohl in der Ausstattung der Krankenhäuser,Praxen und Geräteschaften.



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#46

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2010 12:36
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von seaman
Danach entstand in der Bundesrepublik die Aktion"Ein Herz für Kinder".

"Ein Herz fuer Kinder" wurde 1978 von Axel Springer aufgrund der hohen Zahl von Verkehrsunfaellen mit Kindern in Leben gerufen. (Die Aufkleber waren in der DDR uebrigens verpoent).

Koennte es sein das Du die Stiftung "Hilfswerk für behinderte Kinder" ( link ) meinst, welche aus den Vergleichszahlungen der Opfer gegruendet wurde? Oder "Aktion Sorgenkind", welche vom ZDF in's Leben gerufen wurde (v.a. durch Wim Thoelke bekannt).

-Th


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#47

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 28.02.2010 08:46
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Huf
Nicht direkt.
Da ich aber in einem Kreiskrankenhaus mit "normalem" Behandlungsspektrum tätig war, stellte sich diese Frage eigentlich nicht.
Ich glaube, dass diese Menschen eine Art Karte hatten, der sie als Verfolgte des Nazi-Regimes auswies.




Huf und Berliner,

jetzt ist es mir wieder eingefallen. Das gab einen Verband "VVN", logisch auch mit Ausweisfür die Mitglieder. Der Verband nannte sich ausgeschrieben "Verfolgte(r) vom Naziregime". Die Mitgliedschaft war mehr oder weniger an die Lojalität zur SED gebunden. Auch hier verbuchte die SED ihren krankhaften Alleinherrschaftsanspruch in Form "...der alleinig würdevollen Vertretung der Rechte der Opfer des Nationalsozialismus..." So zumindest lautete ein Propagandaspruch der SED, den ich kürzlich erst irgendwo gelesen hab.

Und diese Mitgliedschaft im VVN bewirkte schon manche Vorteile (warum auch nicht, für die, die unter den Nazis und/ oder anderen totalitären Machthabern gelitten haben!). Man könnte aus heutiger Sicht eine Art Vergleich zu einem Behindertenausweis ziehen.

josy95


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#48

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 28.02.2010 09:00
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Zermatt
Also ich denke wäre ich bei einem Besuch in der DDR mal auf die Nase gefallen,hätte
ich dort bestimmt auch eine korrekte Behandlung erfahren,von wegen das da Medizinmänner um
mich herum getanzt und gesungen hätten,so kommts ja machmal rüber.
Vom Engagement der Ärtze und Pfleger gabs doch keine Unterschiede zum Westen,wenn,ja dann
wohl in der Ausstattung der Krankenhäuser,Praxen und Geräteschaften.




Das möchte ich doch wohl auch behaupten. Konkretes Erlebnis/ eigene Erfahrung kann ich nicht beisteuern, unsere Verwandten/ Bekannten sind immer heil hin- und wieder zurück gekommen. Denke aber auch mal, das es spätestens mit dem Grundvertragzwischen DDR und BRD und den daraus folgenden Verträgen und Vereinbarungen schon eine Absicherung der Finanzierung bei notwendiger ärztl. Behandlung gegeben hat. Anderseits kann ich mir auch gut vorstellen, das bei zumindest kleineren Weh- Wehchen der eine oder andere Arzt das ohne großes Prozedere für einen kleinen DM- Schein privat gemacht hat. Was soll da auch schlimmes bei gewesen sein. Ist doch heut gängige Praxis - wer die Kohle hat, läßt sich privat behandeln.

Vielleicht kann der eine oder andere unserer Experten, die an den Transitstrecken tätig waren (PKE, Zoll, GT, BGS) dazu mal was sagen, weiß was dazu.
Hat ja bestimmt auch einige Verkehrsunfälle auf den Transitstrecken, an den Güst gegeben, an denen (Alt-)Bundesbürger beteiligt waren, andere alltägliche gesundheitliche Störungen oder z. Bsp. auch Schwächeanfälle durch das nervlich belastende Prozedere der Grenzkontrollen, speziell bei älteren Menschen.


josy95


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zuletzt bearbeitet 28.02.2010 16:31 | nach oben springen

#49

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 01.03.2010 10:54
von Ahnenforscher (gelöscht)
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Hallo an Alle und meine Hochachtung.

In dieser Runde habt ihr es geschafft den unmittelbaren Vergleich einzuhalten. Für mich ist es beeindruckend. Selbst Historikern fällt es häufig schwer, die Ereibnisse in dem konkreten Zeitbezug einzuordnen, geschweige die Medien.

Ich denke, dass Gesundheitssytem der damaligen Bundesrepublik hatte einige Vorteile. Die Medizintechnik entwickelte sich zur Weltspitze. Die Krankenkassen hatten vollgestopfte Taschen. Die Arztdichte war höher.
Die ehemalige DDR hatte "Nachrüstungsbedarf". Das muß man real anerkennen.

Das Wichtigste ist: Auf beiden Seiten gab es gut ausgebildete und motivierte Ärzte und medizinisches Fachpersonal.
Im internationalen Vergleich waren beide Staaten hochoben angesiedelt.
Was ich in der DDR sehr gut fand war, dass Kinder durchgeimpft und nach der Geburt regelmäßig bei der Mütterberatung vorgestellt wurden. Viele Krankheiten waren ausgerottet.

Geht mal etwas in die Vergangenheit. Es ist schon ein mulmiges Gefühl, in einem Kirchenbuch mehrere Seiten, nur über die Beerdigung von Kindern,zu lesen. Fast alle Kinder im Alter von 0 bis 8 Jahren des Dorfes sind an Blattern (Pocken) verstorben. Das ist nur 150 Jahre her. Für die alte Bundesrepublik und die ehemalige DDR unvorstellbar.

Hinweis: Die SV (Sozialversicherung) gehörte nicht zu FDGB. Sie war staatlich eigenständig und wurde nach dem Beitritt von den Allgemeinen Ortskrankenkassen übernommem. Nicht zu verwechseln mit der Staatlichen Versicherung.
Diese wurde durch die Treuhand an die Allianz verkauft.

Zum Lazarett in Neustadt- Glewe: Ich war um 1980 und ca.1992 dort. Dem guten Ruf kann ich nur beipflichten.
Schade das der Standort aufgegeben wurde. Stand 2009: Ein Investor will dort eine Ferienanlage nach und nach errichten und streitet nur mit der Stadt. Die Fronten sind völlig verhärtet und alles verkommt.

Beste Grüße vom Ahnenforscher


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#50

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 01.03.2010 11:03
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von CaptnDelta

Zitat von seaman
Danach entstand in der Bundesrepublik die Aktion"Ein Herz für Kinder".

"Ein Herz fuer Kinder" wurde 1978 von Axel Springer aufgrund der hohen Zahl von Verkehrsunfaellen mit Kindern in Leben gerufen. (Die Aufkleber waren in der DDR uebrigens verpoent).

Koennte es sein das Du die Stiftung "Hilfswerk für behinderte Kinder" ( link ) meinst, welche aus den Vergleichszahlungen der Opfer gegruendet wurde? Oder "Aktion Sorgenkind", welche vom ZDF in's Leben gerufen wurde (v.a. durch Wim Thoelke bekannt).

-Th




Meinte "Aktion Sorgenkind"!

seaman


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#51

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 01.03.2010 11:11
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von josy95

Das gab einen Verband "VVN", logisch auch mit Ausweisfür die Mitglieder. Der Verband nannte sich ausgeschrieben "Verfolgte(r) vom Naziregime". Die Mitgliedschaft war mehr oder weniger an die Lojalität zur SED gebunden.

josy95



Hallo,

eine kleine Anmerkung: VVN ist die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes", die es auch in der Alt-Bundesrepublik gab und meines wissens auch immer noch gibt. Der Unterschied ist wohl, dass die Mitglieder in der Alt-Bundesrepublik keine Vorteile von ihrer Mitgliedschaft hatten.

Die kommunistischen Verfolgten waren in der Organisation stärker repräsentiert, es gab aber auch zb. verfolgte Sozialdemokraten und Christen. An meinem Wohnort waren beispielsweise die Christen stärker vertreten - es ist also wohl auch orstabhängig.

Gruss

icke



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#52

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 02.03.2010 11:33
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von icke46

Zitat von josy95

Das gab einen Verband "VVN", logisch auch mit Ausweisfür die Mitglieder. Der Verband nannte sich ausgeschrieben "Verfolgte(r) vom Naziregime". Die Mitgliedschaft war mehr oder weniger an die Lojalität zur SED gebunden.

josy95



Hallo,

eine kleine Anmerkung: VVN ist die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes", die es auch in der Alt-Bundesrepublik gab und meines wissens auch immer noch gibt. Der Unterschied ist wohl, dass die Mitglieder in der Alt-Bundesrepublik keine Vorteile von ihrer Mitgliedschaft hatten.

Die kommunistischen Verfolgten waren in der Organisation stärker repräsentiert, es gab aber auch zb. verfolgte Sozialdemokraten und Christen. An meinem Wohnort waren beispielsweise die Christen stärker vertreten - es ist also wohl auch orstabhängig.

Gruss

icke





"icke46", auch an Dich ein Dankeschön für die Richtigstellungen.

Hier ist er wieder, der langsam schleichende Effekt des Vergessens, des Verschwimmens, Verblassens von Erinnerungen.

Aber da leiden wir mit fortschreitendem Alter wohl alle drunter. Und hier sag ich auch:

Wie gut das es unser Forum gibt!

josy95


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#53

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 02.03.2010 13:37
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Ahnenforscher
Hallo an Alle und meine Hochachtung.

In dieser Runde habt ihr es geschafft den unmittelbaren Vergleich einzuhalten. Für mich ist es beeindruckend. Selbst Historikern fällt es häufig schwer, die Ereibnisse in dem konkreten Zeitbezug einzuordnen, geschweige die Medien.

Ich denke, dass Gesundheitssytem der damaligen Bundesrepublik hatte einige Vorteile. Die Medizintechnik entwickelte sich zur Weltspitze. Die Krankenkassen hatten vollgestopfte Taschen. Die Arztdichte war höher.
Die ehemalige DDR hatte "Nachrüstungsbedarf". Das muß man real anerkennen.

Das war wohl auch so, es waren eben die "Fetten Jahre", (fast) keine Mißwirtschaft, keine Selbstbedienungsmentalität, keine Nobelbüros und Nobelkarossen der Chefetagen, begrenzter Bürokratismus auf relativ niederen Niveau. Keine Überversorgung. Real verkraftbare Versorgung von Nichteinzahlern...!


Das Wichtigste ist: Auf beiden Seiten gab es gut ausgebildete und motivierte Ärzte und medizinisches Fachpersonal.
Im internationalen Vergleich waren beide Staaten hochoben angesiedelt.
Was ich in der DDR sehr gut fand war, dass Kinder durchgeimpft und nach der Geburt regelmäßig bei der Mütterberatung vorgestellt wurden. Viele Krankheiten waren ausgerottet.


Dem ist so!

Geht mal etwas in die Vergangenheit. Es ist schon ein mulmiges Gefühl, in einem Kirchenbuch mehrere Seiten, nur über die Beerdigung von Kindern,zu lesen. Fast alle Kinder im Alter von 0 bis 8 Jahren des Dorfes sind an Blattern (Pocken) verstorben. Das ist nur 150 Jahre her. Für die alte Bundesrepublik und die ehemalige DDR unvorstellbar.

Ja, dessen sollten sich auch mal die ewigen Meckerer und Nörgler bewußt sein!



Hinweis: Die SV (Sozialversicherung) gehörte nicht zu FDGB. Sie war staatlich eigenständig und wurde nach dem Beitritt von den Allgemeinen Ortskrankenkassen übernommem. Nicht zu verwechseln mit der Staatlichen Versicherung.

Und der Sozialversicherungsausweis war das Beste, das Allerbeste was es gab! Und dringend wieder eingeführt werden sollte. Gerade bei den heutigen technischen Möglichekeiten (Cipkartenformat)
Hier ließ sich alles für einen Versicherten Wichtige klein aber kompakt und effektiv speichern.
Von Krankheiten über Krankenkassenversicherungs- und Rentenversicherungsverlauf, Röntgenpaß, anderweitge Behandlungen, notwendige Medikamente. Und man hätte es auch auswärts im E- Fall alles sofort zur Hand.



Diese wurde durch die Treuhand an die Allianz verkauft.

Das war ein Super- Geschäft, der Superdeal für die Allianz allgemein!

Zum Lazarett in Neustadt- Glewe: Ich war um 1980 und ca.1992 dort. Dem guten Ruf kann ich nur beipflichten.
Schade das der Standort aufgegeben wurde. Stand 2009: Ein Investor will dort eine Ferienanlage nach und nach errichten und streitet nur mit der Stadt. Die Fronten sind völlig verhärtet und alles verkommt.


Jammer Schade und wieder eines der schwarzen Kapitel...
Beste Grüße vom Ahnenforscher




"Ahnenforscher", danke für den guten Beitrag!


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zuletzt bearbeitet 02.03.2010 13:37 | nach oben springen

#54

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 02.03.2010 14:44
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von icke46
VVN ist die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes", die es auch in der Alt-Bundesrepublik gab und meines wissens auch immer noch gibt. Der Unterschied ist wohl, dass die Mitglieder in der Alt-Bundesrepublik keine Vorteile von ihrer Mitgliedschaft hatten.



Es gibt sie noch, wenngleich sie keine sonderlich große Publicity mehr haben.

Das war aber auch schon anders --- und damals hatten die VVN-Mitglieder nicht nur "keine Vorteile", sondern erhebliche Nachteile; immer wieder stand die ganze Vereinigung am Rande des Verbots:

http://de.wikipedia.org/wiki/VVN

Die VVN bezeichnet sich als überparteiliche und unabhängige Organisation, die den Widerstand gegen Faschismus und Krieg zu ihrem wesentlichen moralischen Grundsatz gemacht hat. Sie galt in den 1950er Jahren in der Führungsebene als von der KPD und seit 1968 als von der DKP geprägte Organisation, wobei ihre Mitgliederschaft sich bis in die Gegenwart von orthodoxen Kommunisten und Parteilosen über Bündnisgrüne bis hin zu Sozialdemokraten (trotz eines bestehenden Unvereinbarkeitsbeschlusses der SPD) erstreckt.

[...]

Die VVN wurde durch die internationale politische Auseinandersetzung des Kalten Kriegs massiv in Mitleidenschaft gezogen. Die SPD- Führung um Kurt Schumacher verkündete bereits 1948 einen "Unvereinbarkeitsbeschluss" für Sozialdemokraten, dennoch blieben vielfach SPD-Mitglieder in der Organisation. Prominente Nazigegner wie Eugen Kogon, die der CDU nahestanden, traten aus politischen Gründen aus der VVN aus. Insgesamt führte dies zu einer politischen Verengung der Organisation, obwohl sich die VVN weiterhin um alle ehemaligen Verfolgten und Nazigegner bemühte.

[...]

Die politische Breite der Gründungsjahre wurde im Zuge des Kalten Krieges deutlich eingeschränkt. Zudem bewirkten der Unvereinbarkeitsbeschluss der SPD vom Mai 1948 und der Austritt prominenter Nazigegner (Eugen Kogon, Heinz Galinski und Dr. Auerbach), dass in der öffentlichen Auseinandersetzung die VVN als "kommunistische Tarnorganisation" angesehen wurde. Angehörige des öffentlichen Dienstes konnten entlassen werden, wenn sie - als Überlebende des Naziterrors - weiterhin Mitglied in der VVN blieben.

Nicht zuletzt aus solchen Abspaltungen und Ausgrenzungen ergab sich eine zahlenmäßige und politische Dominanz linker Mitglieder. In Zeiten des KPD-Verbotes fanden ehemalige kommunistische Widerstandskämpfer in der VVN einen politischen Raum, in dem sie weiterhin legal zusammenkommen konnten.

In den 1950er Jahren versuchten mehrere Bundesländer, die VVN zu verbieten. In Niedersachsen musste das Verbot nach einer Gerichtsentscheidung wieder aufgehoben werden, in Hamburg wurde eine VAN als "Ersatzorganisation" zugelassen, nur in Rheinland-Pfalz blieb die Verbotsverfügung in Kraft. Ende der 50er Jahre stellte die Bundesregierung einen Verbotsantrag gegen die Bundes-VVN beim Bundesverwaltungsgericht. Die Eröffnung des Prozesses wurde zu einem politischen Eklat, als bekannt wurde, dass der Vorsitzende Richter, Senatspräsident Prof. Dr. Werner ein belasteter Nazi war. Das Verfahren gegen die VVN wurde eingestellt. Mitglieder der VVN blieben im antikommunistischen Klima im Westdeutschland der Nachkriegszeit jedoch im Visier des Verfassungsschutzes und waren in den 1970er Jahren teilweise vom Radikalenerlass betroffen.

[...]

Seit September 1950 war Staatsbediensteten eine VVN-Mitgliedschaft untersagt. Die Bundesregierung versuchte 1951 die VVN zu verbieten. Am 2. August 1951 kam es zur polizeilichen Schließung des West-Büros der VVN in Frankfurt am Main. Daraufhin kam es zum Verbot der VVN in den Bundesländern Hamburg (1961 aufgehoben mit der Neugründung als Vereinigte Arbeitsgemeinschaft der Naziverfolgten) und Rheinland-Pfalz (1972 aufgehoben). Andere Länder folgten dem nicht, in Bayern endete der Versuch eines Verbots mit der Feststellung des Verwaltungsgerichts Regensburg, die VVN sei nicht verfassungsfeindlich. 1959 kam es zu einem erneuten Versuch der Bundesregierung, die VVN zu verbieten. Das zuständige Bundesverwaltungsgericht brach den Prozess allerdings nach zwei Verhandlungsterminen ab.

[...]

1989 wurde offiziell bekannt, dass die VVN den größten Teil ihrer Arbeit auf Bundesebene durch Zuwendungen aus der DDR finanzierte. Mit dem Ende der Zahlungen ergab sich eine finanzielle Krise, die die Vereinigung an den Rand der Auflösung brachte. Die hauptamtlichen Mitarbeiter beim Bundesverband der VVN-BdA mussten entlassen werden. Laut niedersächsischem Verfassungsschutzbericht für das Jahr 1989 (S. 26) wurden bis zum Zusammenbruch des Realsozialismus alle Bewerbungsunterlagen von hauptamtlichen VVN-Mitarbeitern vom Parteivorstand der DKP gesichtet und genehmigt. Präsidium und Sekretariat des Bundesvorstands der VVN-BdA traten im Januar 1990 zurück.

[...]

Der Verfassungsschutzbericht 2005 des Bundesamtes für Verfassungsschutz beschrieb die VVN-BdA als „linksextremistisch beeinflusst“ und als „Organisation im Umfeld der DKP“. Es stellte fest,

* dass „Mitglieder und ehemalige Mitglieder der DKP sowie traditionalistisch eingestellte Mitglieder der ‚Linkspartei.PDS‘ die wichtigsten Leitungspositionen“ besetzen;
* dass der Verband „daher dominant dem orthodox-kommunistischen ‚Antifaschismus‘ verpflichtet blieb, wonach Rechtsextremismus im inneren Zusammenhang mit marktwirtschaftlichen Ordnungssystemen steht und daher staatliche Institutionen in westlichen Demokratien rechtsextremistische Umtriebe eher unterstützten als bekämpften“;
* dass in dieser Sichtweise „eine sozialistisch/kommunistische Diktatur die einzig konsequente Alternative zu ‚faschistischen‘ Gefahren“ sei.[5]

Der Bericht räumte ein, dass die VVN-BdA seit 1989 darauf verzichtet hat, linksextremistische Gewalt- und Unrechtssysteme ausdrücklich als vorbildlich darzustellen; allerdings würden kommunistische Verbrechen konsequent relativiert, ignoriert oder sogar geleugnet.

[...]

Der Verfassungsschutz des Landes Bayern unterstellt der VVN-BdA unter Antifaschismus nicht nur den Kampf gegen Rechtsextremismus zu verstehen, sondern auch gegen den demokratischen Staat und dessen Institutionen zu agieren. Daneben versuche die Organisation unter dem Vorwand „Kampf gegen Rechtsextremismus“, Einfluss auf bürgerliche Kräfte zu nehmen und Demokraten für ihre sich gegen die Demokratie stellenden Ziele vereinnahmen zu wollen.


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#55

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 02.03.2010 15:16
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

ok sonny.was hat das nun mit dem thema zu tun?


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#56

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 02.03.2010 15:57
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Pitti53
ok sonny.was hat das nun mit dem thema zu tun?




Pitti53, das kann ich Dir für meine Begriffe, mein Verständnis kurz und knapp beantworten:

FAST NICHTS!

und tschüüüüß!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#57

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 02.03.2010 15:58
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Aber er hat doch extra wieder so fleißig gelesen...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#58

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 02.03.2010 16:01
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von josy95

Zitat von Pitti53
ok sonny.was hat das nun mit dem thema zu tun?




Pitti53, das kann ich Dir für meine Begriffe, mein Verständnis kurz und knapp beantworten:

FAST NICHTS!

und tschüüüüß!

josy95




josy Fast nichts?gar nicht meinte ich


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#59

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 02.03.2010 21:58
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Nun ja,Sonny sein langer Beitrag zeigt mir, das es auch Berufsverbote in Westdeutschland gab, auf Grund der jeweiligen politischen Einstellung. Soweit konnte ich das schon mal herauslesen.
Und verschiedene Sachen waren mir unbekannt...man kann ja auch nicht alles wissen, ist wohl menschlich.
Sonny, jetzt werden die alten Löwen sagen:" Nun nimmt er ihn auch noch in Schutz".
Da schmunzelt der alte Löwe und schweigt.

R-M-R


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#60

RE: Die DDR hatte das bessere Gesundheitssystem?

in Mythos DDR und Grenze 03.03.2010 00:28
von Sonny (gelöscht)
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@ Pitti

Wenn du das Ausgangsthema (Gesundheitssystem) meinst, dann hast du natürlich recht: Nichts.

Aber es ging ja (wie es oft ist) um einen anderen Aspekt (VVN), und darauf habe ich mich bezogen --- das sollte aus meinem Beitrag (insbes. aus dem Zitat von Icke) eigentlich klar hervorgehen.

Wenn du der Meinung bist, der Thread würde dadurch zu unübersichtlich, dann kannst du ja als FT-Mitglied den Thread teilen und die betr. Beitäge in einen neuen Thread verschieben --- dies würde ich hier aber nicht für erforderlich halten, weil es ja lediglich zwei oder drei Beiträge darüber sind (und nicht zwei oder drei Seiten).

-----

@ RMR

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Nun ja,Sonny sein langer Beitrag zeigt mir, das es auch Berufsverbote in Westdeutschland gab, auf Grund der jeweiligen politischen Einstellung. Soweit konnte ich das schon mal herauslesen.



Ja, gab es, wobei man etwas neutraler vom "Radikalenerlaß" spricht. Mehr dazu u.a. hier.


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