#101

RE: DDR Mythos?

in Mythos DDR und Grenze 25.09.2010 09:07
von LO-Fahrer | 606 Beiträge

Selbstverständlich konnte sich nicht jeder seinen Beruf aussuchen- so wie auch heute nicht. Wenn es z.B 5 Ausbildungsplätze als KFZ-Mechaniker gab und 30 Bewerber, fielen eben 25 durch den Rost -genau wie heute. Wenn gewisse körperliche oder geistige Voraussetzungen nicht erfüllt werden können wird es eben nichts mit dem Traumjob - damals wie heute. Vitamin B waren sicher u.U. genau so wichtig wie schulische Leistungen wenn es um einen der "begehrteren" Ausbildungsplätze ging, aber auch heute ist es für den Sprössling nicht von Nachteil wenn der Chef des Ausbildungsbetriebes ein guter Kumpel vom Papa ist. Bei der Vergabe von Studienplätzen spielten mit Sicherheit Faktoren wie längere Verpflichtung zum Wehrdienst oder SED-Zugehörigkeit (oder die entsprechende Absicht) eine Rolle - anders als heute. Aber in der DDR gab es für JEDEN einen Ausbildungs- bzw. Studienplatz und nach dem entsprechenden Abschluss einen Arbeitsplatz, auch wenn es vielleicht nicht die Nr. 1 auf der persönlichen Hitliste war. Und das ganz ohne Probezeiten, Praktika, befristete Arbeitsverträge usw. Und im Gegensatz zu heute waren die Möglichkeiten zur späteren Weiterbildung einschl. erlangen von Facharbeiter-, Meister- oder sogar Hochschulabschlüssen wesentlich einfacher und wurden in der Regel sogar von den Betrieben gefördert und unterstützt.


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#102

RE: DDR Mythos?

in Mythos DDR und Grenze 25.09.2010 11:18
von Anton | 156 Beiträge

Zitat von LO-Fahrer

Und im Gegensatz zu heute waren die Möglichkeiten zur späteren Weiterbildung einschl. erlangen von Facharbeiter-, Meister- oder sogar Hochschulabschlüssen wesentlich einfacher und wurden in der Regel sogar von den Betrieben gefördert und unterstützt.



Hallo LO-Fahrer,
ich stimme dir deinen Ausführungen zu, muß aber präzisieren. Dabei beziehe ich mich auf den Zeitraum der 80iger Jahre, die ich bewußt erlebt habe.
Auch hier galt es - im Gegensatz zu heute - die Loyalität zum Staat zu bekunden. Ohne positive Einstellung zur DDR (überzeugt oder auch nur geheuchelt) lief in dieser Richtung gar nichts. Wer nicht überzeugt war und auch nicht heucheln wollte, konnte auch über den 2. Bildungsweg nichts oder nur bedingt etwas erreichen.

VG Anton



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#103

RE: DDR Mythos?

in Mythos DDR und Grenze 04.04.2014 00:02
von der koch | 39 Beiträge

Hallo,
ich habe nicht jeden Beitrag von euch gelesen, möchte aber trotzden meinen Senf dazu geben.
Ein Cuosin von mir wollte studieren und hatte auch gute Noten beim Abi.
Das Problem war, er war sehr religiös war Wehrdienst- bzw, Waffenverweigerer. Also muße er als Spatensoldat dienen und seinen Studiumplatz konnte er dadurch natürlich auch vergessen.
Ich denke, nicht jeder, unabhängig vom Bedarf, konnte sich seinen Beruf aussuchen wie er wollte.
Auch ich selber wurde nach meinem GW bei der GÜST- SIR ohne Jop nach Hause geschickt, da mir mein Visum zur Übersereitung der Seegrenze (ich war Hochseefischer) verweigert wurde.
Begründung- Auf Grundlagen des Gesetzes des Paß und Visawesens der DDR.
Also als Fleischer wieder zurück ans Band- schöne Schei..

Gruß
der koch



thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#104

RE: DDR Mythos?

in Mythos DDR und Grenze 04.04.2014 09:41
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Meine Berufswünsche damals, etwa in der 8. Klasse: Geologe, Sprengmeister, Chemiker. Geologe hat mir mein Vater abgeraten, weil die angeblich nur im Gebirge rumklettern und Geräteturnen meine schwache Seite war. So´n Quatsch aus heutiger Sicht. Ich wäre dann Bergmann geworden, da kein Abi.
Sprengmeister, da wußte ich nicht, wer sowas ausbildet. Ich wäre dann in einen pyrotechnischen Betrieb gegangen, die bestimmt auch ausbildeten. Blieb noch Chemiker, was meinem Hobby entsprach. Da eben kein Abi, bewarb ich mich bei Jenapharm und Leuna um eine Lehrstelle als Chemiefacharbeiter. Von beiden erhielt ich eine Zusage. Allerdings hatte Jena damals noch kein Lehrlingswohnheim, so ging ich eben nach Leuna. Habe es, unter Abwägung allem Für und Wider heute, nicht bereut. Dort hätte ich Berufsausbildung mit Abitur (drei Lehrjahre) machen können, es fehlten aber noch zwei Zehntel am Notendurchschnitt. Bis 2,0 wurde genommen, ich stand bei 2,2 als Durchschnittsnote.
Und was die Betriebe betraf, wo man arbeitete: Ich hatte es schon mal geschrieben, woanders. Jedes Jahr wollte ich die Firma wechseln. Hat soweit geklappt, da Chemiefacharbeiter überall in kleineren und größeren Betrieben gesucht wurden. Beim vierten Betrieb blieb ich dann hängen, da mir gleich ein Studienplatz angeboten wurde (Fernstudium Chem. Verfahrenstechnik).



zuletzt bearbeitet 04.04.2014 09:42 | nach oben springen



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