#41

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 23.02.2010 23:38
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Sonny
Man müßte erst einmal definieren, was "Gleichberechtigung" überhaupt bedeutet.

Wenn damit gemeint ist, sein Leben möglichst frei gestalten zu können --- so etwas gab es in der DDR natürlich nicht.


Klar,wir wurden morgens von den Fesseln befreit und mussten zu Arbeit.Man wenn ich so was höre-- dann denk ich an Schnitzler und Löwental und solche Deppen findet man heute auch noch,die denken wir haben längsseits der großen Freiheit gelebt. Was ist den Freiheit---Freiheit ist wenn ich mir was leisten kann,wenn ich in einer Gesellschaft sozial abgesichert bin.Bin ich es nicht,falle ich durch das Rasta dieser Gesellschaft und werde ins soziale Abseits geträngt.
So und nun--kommt gleich jemand mit den Kochrezepten


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#42

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 23.02.2010 23:38
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Da könnte man gleich noch anhängen" das es das nicht gab, sein Leben frei zu gestalten können?"
In dieser DDR, Sonny?



Für viele Menschen offenbar nicht --- man sieht es nicht zuletzt daran, wie viele Menschen dieses Land verlassen wollten.

Zitat
Habe ich ja schon mal geschrieben: Also mir quatschte keiner, nicht Einer in meine ganz persönliche Lebensplanung hinein, im schönen Staate DDR, mein Einkommen stimmte, mit meiner kleinen Familie war alles iO, und logisch, das es in jedem Leben Höhen und Tiefen gibt.



Wenn man sich unauffällig und linientreu verhielt und dann noch das nötige Glück hatte, dann konnte das durchaus sein, ja.

Zitat
Deffiniere noch das wunderbare Wort"Frei?"



Möglichst wenige Zwänge, Vorschriften, Beeinträchtigungen, Bedrohungen (in diesem Fall von staatlicher Seite) --- da schnitt die DDR schlecht ab.


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#43

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 23.02.2010 23:42
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Rostocker
dann denk ich an Schnitzler und Löwental und solche Deppen findet man heute auch noch,die denken wir haben längsseits der großen Freiheit gelebt.



Löwenthal war kein Depp. Im Gegenteil, er hat (nicht zuletzt anhand von Briefen, die er aus der DDR erhielt) die dunklen Seiten des SED-Systems schonungslos aufgezeigt.

Zitat
Was ist den Freiheit---Freiheit ist wenn ich mir was leisten kann,wenn ich in einer Gesellschaft sozial abgesichert bin.



Nein, das ist nicht Freiheit.

Das ist Sicherheit --- die es in gewissem Maße natürlich ebenfalls geben muß (und im bundesdeutschen Sozialstaat ja auch gibt).


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#44

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 00:10
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Sonny

Zitat von Rostocker
dann denk ich an Schnitzler und Löwental und solche Deppen findet man heute auch noch,die denken wir haben längsseits der großen Freiheit gelebt.



Löwenthal war kein Depp. Im Gegenteil, er hat (nicht zuletzt anhand von Briefen, die er aus der DDR erhielt) die dunklen Seiten des SED-Systems schonungslos aufgezeigt.

Zitat
Was ist den Freiheit---Freiheit ist wenn ich mir was leisten kann,wenn ich in einer Gesellschaft sozial abgesichert bin.



Nein, das ist nicht Freiheit.

Das ist Sicherheit --- die es in gewissem Maße natürlich ebenfalls geben muß (und im bundesdeutschen Sozialstaat ja auch gibt).



Ja dann sollte man sich mit den Leuten mal unterhalten die in diesen schönen sozial Staat Deutschland auf die Tafel und auf Suppenküchen angewiesen sind.Wie ich schon mal sagte--immer schön brav auf das ewig Gestrige schimpfen.Nur nicht die Augen öffnen,um das heutige zu sehen.


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#45

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 00:18
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Rostocker
Ja dann sollte man sich mit den Leuten mal unterhalten die in diesen schönen sozial Staat Deutschland auf die Tafel und auf Suppenküchen angewiesen sind.



Natürlich gibt es Menschen, die z.B. keine Papiere haben (und damit keinen Anspruch auf staatliche Leistungen). Andere gehen dorthin, obwohl sie nicht wirklich darauf angewiesen wären --- wenn sie mit ihrem Geld sorgfältiger umgehen würden...

Aber insgesamt funktioniert unser Sozialstaat doch recht gut --- daß es hier und dort noch Verbesserungsbedarf gibt (wie aktuell bei der Berechnung der Hartz-IV-Sätze für Kinder) ist natürlich unbestritten.

Zitat
Wie ich schon mal sagte--immer schön brav auf das ewig Gestrige schimpfen.Nur nicht die Augen öffnen,um das heutige zu sehen.



Man sollte sowohl das Gestern als auch das Heute sachlich und nüchtern betrachten --- dann wird man feststellen, daß man die Probleme von heute meist nicht mit den Methoden von gestern lösen kann.


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#46

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 02:11
von Jameson | 759 Beiträge

Zitat von Rostocker
[quote="Sonny"][quote="Rostocker"]dann denk ich an Schnitzler und Löwental und solche Deppen findet man heute auch noch,die denken wir haben längsseits der großen Freiheit gelebt.


Löwenthal war kein Depp. Im Gegenteil, er hat (nicht zuletzt anhand von Briefen, die er aus der DDR erhielt) die dunklen Seiten des SED-Systems schonungslos aufgezeigt.

Mal abgesehen davon, daß Karl-Eduard nicht ganz soviele Briefe aus der BRD bekam, hat er aber genau das gleiche getan. Diese beiden Zeitgenossen mit völlig unterschiedlichen Biografien, haben aus ihrer Abneigung dem jeweilig anderen System gegenüber, absolut keinen Hehl gemacht.
Deppen, ist für mich dennoch die falsche Bezeichnung.

Ahoi Jameson



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#47

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 02:21
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Jameson
Mal abgesehen davon, daß Karl-Eduard nicht ganz soviele Briefe aus der BRD bekam, hat er aber genau das gleiche getan.



Einen unabhängigen Journalisten wie Löwenthal (der zur offiziellen Bonner Line "Wandel durch Annäherung" auch noch ziemlich auf Konfrontation ging) kann man nicht mit dem Staatshetzer KEvS vergleichen.

Zitat
Diese beiden Zeitgenossen mit völlig unterschiedlichen Biografien, haben aus ihrer Abneigung dem jeweilig anderen System gegenüber, absolut keinen Hehl gemacht.



Das wäre dann wohl die einzige Gemeinsamkeit.


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#48

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 02:27
von Jameson | 759 Beiträge

Zitat von Sonny

Zitat von Jameson
Mal abgesehen davon, daß Karl-Eduard nicht ganz soviele Briefe aus der BRD bekam, hat er aber genau das gleiche getan.


Einen unabhängigen Journalisten wie Löwenthal (der zur offiziellen Bonner Line "Wandel durch Annäherung" auch noch ziemlich auf Konfrontation ging) kann man nicht mit dem Staatshetzer KEvS vergleichen.

Zitat
Diese beiden Zeitgenossen mit völlig unterschiedlichen Biografien, haben aus ihrer Abneigung dem jeweilig anderen System gegenüber, absolut keinen Hehl gemacht.


Das wäre dann wohl die einzige Gemeinsamkeit.





Keine weiteren Fragen.



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#49

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 06:33
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Sonny
Einen unabhängigen Journalisten wie Löwenthal (der zur offiziellen Bonner Line "Wandel durch Annäherung" auch noch ziemlich auf Konfrontation ging) kann man nicht mit dem Staatshetzer KEvS vergleichen.




Doch, kann man. Vokabular, Vorgehensweise, Art zu argumentieren waren für uns Zuschauer nahezu identisch. Nur eben die Zielrichtung nicht. Wenn ich mal so richtig Lust auf Politecho hatte, habe ich mir seinerzeit schon mal aus Gaudi beide Varianten "reingezogen".
Das war wie Krieg. Nur, weil die Uniformen unterschiedlich sind, machen beide Seiten doch das Gleiche - sich bepfeffern.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 24.02.2010 06:54 | nach oben springen

#50

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 06:47
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Sonny
Man müßte erst einmal definieren, was "Gleichberechtigung" überhaupt bedeutet.

Wenn damit gemeint ist, sein Leben möglichst frei gestalten zu können --- so etwas gab es in der DDR natürlich nicht.



Gleichberechtigung bedeutet für mich, dass jede Seite die gleichen Möglichkeiten hat, sich ihr Leben zu organisieren. Da waren die Rechte in der DDR auch für Mann und Frau gleich. Gerade, was unser spezielles Thema betrifft - meinst du doch?
Dass die praktischen Voraussetzungen auch mal anders waren, ändert daran gar nichts. Wenn ich nicht schnell genug bin, hat es nichts mit mangelnder Gleichberechtigung zu tun, wenn ich nicht trotzdem die Goldmedaille kriege.
Deshalb ist eine Quote für mich eben genau keine Gleichberechtigung.
Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, das war in der DDR schon besser als hier. Wenn dann die Menschen sich trotzdem entscheiden, ihr Leben anders zu organisieren, ist das ihre Sache. Die Möglichkeiten wie Zugang zu Bildung, Arbeit, Kinderbetreuung, einfaches Unterhaltsrecht (und ich weiß, was da alles so dran hängt), sexuelle Selbstbestimmung waren da. Wer sich da dann doch anders sortiert, kann dies nicht dem System anlasten. Das ist dann sein/ihr eigener Wille.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#51

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 07:51
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen Rostocker, also ich sehe das so, das unser Freund sonny überhaupt nicht verstanden hatte, was du da herüberbringen wolltest.
Das mit den eigenen Händen...sich etwas schaffen...dadurch frei zu sein von irgendwelchen Hilfen der Gesellschaft, die natürlich...so wie heute gehandhabt den Menschen in ein Schema presst, sie macht ihn abhängik von sich.
Das war in der DDR nicht so, ich konnte mit meiner Hände Arbeit dazu noch gesetzlich abgesichertmir etwas schaffen. Und war ich fleißig, dann kam man dadurch sehr weit, kannte keine Nöte.
Ich hatte es auch schon einmal geschrieben: Es war mir vollkommen egal, ob da drei Mann auf einer Planstelle saßen und sich den ganzen Tag die Nudel langgezogen haben, das war das Problem der DDR, nicht meines.
Also Sonny, da bestand schon ein enormer Unterschied zu deiner geliebten Demokratie, das gesetzlich verbriefte Recht auf Arbeit.
Das war Freiheit und nicht deine ganze Pillepalle, mit Hätte, Könnte, Wollte und kann nicht...

R-M-R


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#52

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 09:48
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Harsberg

Zitat von Feliks D.
DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

Vielleicht noch nicht 100% gleichberechtigt, jedoch viel gleichberechtigter als im Westen und heute.



Und was war mit der Bezahlung im Job? Ehe eine Frau eine I IV Gehaltsgruppe bekam, bei gleicher Tätigkeit wie ihr männlicher Kollege, musste sie mindestens Abteilungsleiter sein, nennst du das auch Gleichberechtigung?




Schau mal, hab da was makiert.

Klar gab es immer noch Unterschiede, aber für eine Frau und erst recht für eine alleinerziehnde war es wesentlich einfacher Beruf und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Diese Möglichkeit eigenes Geld zu verdienen und das trotz Kind ist aber schon mal die zwingenste Voraussetzung für alle weiteren Formen der Gleichberechtigung. Genau diese Voraussetzungen waren zu DDR Zeiten weit mehr gegeben als heute!!!




Feliks,
das habe ich ja auch nicht in Frage gestellt, wollte nur zeigen, dass in der Bezahlung die Frauen, auch in der DDR schon benachteiligt waren.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#53

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 24.02.2010 22:45
von Nordlicht | 185 Beiträge

Stand der Haushaltstag nur den Frauen zu oder konnten den auch Männer in Anspruch nehmen?
Wie sah es nach Trennung oder Scheidung aus?Mussten Väter Unterhalt für ihre Kinder zahlen?Wurde weiter Verantwortung für den Nachwuchs übernommen(nicht nur in finanzieller Hinsicht)?


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Viele Grüße von der Küste
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Do, wat Du wullt, de Lüd snackt doch.
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#54

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 25.02.2010 05:01
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von S51

Zitat von Sonny
Einen unabhängigen Journalisten wie Löwenthal (der zur offiziellen Bonner Line "Wandel durch Annäherung" auch noch ziemlich auf Konfrontation ging) kann man nicht mit dem Staatshetzer KEvS vergleichen.



Doch, kann man. Vokabular, Vorgehensweise, Art zu argumentieren waren für uns Zuschauer nahezu identisch. Nur eben die Zielrichtung nicht.




Dann hast du aber nicht sehr genau hingeschaut --- was freilich bei KEvS überaus verständlich erscheint...

Zitat
Das war wie Krieg. Nur, weil die Uniformen unterschiedlich sind, machen beide Seiten doch das Gleiche - sich bepfeffern.



Man muß aber auch immer den Hintergrund sehen --- "Recht gegen Unrecht", gewissermaßen...


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#55

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 25.02.2010 05:08
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von S51
Gleichberechtigung bedeutet für mich, dass jede Seite die gleichen Möglichkeiten hat, sich ihr Leben zu organisieren. Da waren die Rechte in der DDR auch für Mann und Frau gleich.



"Den Frauen ging es in der DDR genau so schlecht wie den Männern" --- das hat dann wenig mit "Gleichberechtigung" zu tun.

Zitat
Gerade, was unser spezielles Thema betrifft - meinst du doch?



Die speziellen Frauenthemen halt.

Zitat
Deshalb ist eine Quote für mich eben genau keine Gleichberechtigung.



Das stimmt: Quote ist Quatsch!

Zitat
Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, das war in der DDR schon besser als hier. Wenn dann die Menschen sich trotzdem entscheiden, ihr Leben anders zu organisieren, ist das ihre Sache. Die Möglichkeiten wie Zugang zu Bildung, Arbeit, Kinderbetreuung, einfaches Unterhaltsrecht (und ich weiß, was da alles so dran hängt), sexuelle Selbstbestimmung waren da.



Was soll denn bei den genannten Punkten in der DDR besser gewesen sein?

Genau: Nichts.


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#56

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 25.02.2010 05:29
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
also ich sehe das so, das unser Freund sonny überhaupt nicht verstanden hatte, was du da herüberbringen wolltest.



Doch, ich habe das schon verstanden --- nur hat das nichts mit Freiheit zu tun.

Zitat
Es war mir vollkommen egal, ob da drei Mann auf einer Planstelle saßen und sich den ganzen Tag die Nudel langgezogen haben, das war das Problem der DDR, nicht meines.



Das beschreibt es ganz gut: Drei Mann auf einem Arbeitsplatz, und keiner scherte sich darum --- kein Wunder, daß dieses System nicht funktionieren konnte...

Zitat
Also Sonny, da bestand schon ein enormer Unterschied zu deiner geliebten Demokratie, das gesetzlich verbriefte Recht auf Arbeit.



In der Tat: Ein "Recht auf Arbeit" ist Unfug, weil es völlig praxisfremd ist --- nicht zuletzt deshalb war es gut, daß es 1990 keine "Neuauflage" des Grundgesetzes nach Art. 146 gab (wohinein ja einige wohlmeinende Zeitgenossen jenes "Recht auf Arbeit" ebenso aufnehmen wollten wie ein "Recht auf Wohnung" u.a.m.).

Zitat
Das war Freiheit und nicht deine ganze Pillepalle, mit Hätte, Könnte, Wollte und kann nicht...



Wechseln wir doch einfach vom Konjunktiv in den Indikativ: Wer wirklich will, der kann auch --- und er wird dann haben und sein.


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#57

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 25.02.2010 06:35
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guten Morgen Sonny, du vergißt, es hatte funktioniert, das System Sozialismus, auch bei meinem herlichen Beispiel mit de drei Planstellen.
Es hatte sogar so gut funktioniert, das über den Zeitraum eines halben Menschenleben kein Mensch in dieser DDR Angst um seine Existenz haben musste. Das Ganze wird immer irgendwie übersehen bei eurer Betrachtung der ganzen Angelegenheit.
Und völlig egal, das es dann an seinen eigenen Unzulänglichkeiten gescheitert ist.
Nimm dein System, in dem du aufgewachsen bist, Sonny. Ständig drehte es sich im Kreis, dreht es noch heute, es sind diese wunderschönen zyklischen Krisen des Kapital, es ist schwach auf der Brust, war es schon immer bis auf ein paar kleine Erholungen, wo es durch Fremdkapital, siehe Marshallplan mal eine Vitaminspritze bekommen hatte.
Schon Ende der 50er Anfang der 60er kränkelte es, laborierte herum, kam aber nicht so richtig auf die Beine, weil doch diese verdammten zyklischen Krisen nicht so einfach aus der Welt zu schaffen waren.
Wie ein Brummkreisel, es drehte und drehte....und gebar Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit, Armut.
Das mein Freund war für uns vierzig Jahre Schnee von vorgestern.
Er hätte nur besser gemacht werden müssen, der Sozialismus und da bin ich heute noch der Meinung, der gesunde Druck auf den Menschen, das er an sich arbeitet, er war noch nicht effektiv genug, tiefgreifend genug.
Wir hatten sie in der Hand, die Zukunft, haben sie aber leichtfertig vertan, gegen ein noch mieseres System getauscht.
Einen schönen Tag, mein Freund.
Kurz nochmal zu der Freiheit. Ich bin ein freier Mann, wenn ich durch meine Hände Arbeit, egal, wo auf der Welt, mir eine Familie, ein Heim und mehr schaffen kann. In allen Systemen, der Welt. So sehe ich es, und logisch, alle Systeme üben gesellschaftliche Zwänge auf mich aus und keines nimmt sich da aus, nicht mal deine vielgeliebte Demokratie.

R-M-R


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#58

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 25.02.2010 10:59
von Affi976 (gelöscht)
avatar

Stand der Haushaltstag nur den Frauen zu oder konnten den auch Männer in Anspruch nehmen?

Hallo Nordlicht,
der Haushaltstag stand meines Wissens nur Frauen zu, egal ob verheiratet oder nicht. Kann sein, dass er aber an ein Kind gebunden war. Es könnte sein, dass nach dem Tod der Ehefrau der Haushaltstag auf den Mann überging, wenn ein Kind vorhanden war. Bin mir sogar ziehmlich sicher.
Nach einer Scheidung wurde in aller Regel der Mutter das Sorgerecht zugesprochen. Der Vater mußte dann für das/die Kinder Unterhalt zahlen. Tat er das nicht, konnte man klagen und der Unterhalt wurde vom Gehalt des Vaters gepfändet und der Mutter überwiesen. Gilt natürlich anders herum genauso.
VG Affi


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#59

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 25.02.2010 14:08
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Affi976
Stand der Haushaltstag nur den Frauen zu oder konnten den auch Männer in Anspruch nehmen?

Hallo Nordlicht,
der Haushaltstag stand meines Wissens nur Frauen zu, egal ob verheiratet oder nicht. Kann sein, dass er aber an ein Kind gebunden war. Es könnte sein, dass nach dem Tod der Ehefrau der Haushaltstag auf den Mann überging, wenn ein Kind vorhanden war. Bin mir sogar ziehmlich sicher.
Nach einer Scheidung wurde in aller Regel der Mutter das Sorgerecht zugesprochen. Der Vater mußte dann für das/die Kinder Unterhalt zahlen. Tat er das nicht, konnte man klagen und der Unterhalt wurde vom Gehalt des Vaters gepfändet und der Mutter überwiesen. Gilt natürlich anders herum genauso.
VG Affi




Meine mich zumindest gut erinnern zu können, das es so war, wie Affi hier schreibt. Was das Sorgerecht für Scheidungskinder anbelangt eher ungerecht gegenüber dem väterlichen Part, so wie bis vor einigen Jahren auch in der Bundesrepublik noch praktiziert. Und Unterhalt wurde zur Not und kurz und schmerzlos gepfändet, eine Art Freibetrag zur Lebenssicherung gab`s natürlich auch. Profitiert haben davon die Kinder, da wurde nicht so lange gefackelt wie heute oder dem Einfalssreichtum und Trickserein von Unterhaltsflüchtern Tür und Tor geöffnet.


Ansonsten möchte ich dazu sagen, das an der Gleichberechtigung der Frau schon gearbeitet wurde und sich spürbare Fortschritte einstellten. Man hat in manchen sensieblen Bereichen dieser über jahrtausende evolutional gewachsenen Strukturen menschlichen Zusammenlebens auch wesentlich vorsichtiger (und dadurch auch langsamer) eben auch viel einfühlsamer gehandelt. Kleine Schritte gemacht um keine unnötigen Konflikte zu erzeugen. Auch dies im Gegensatz zu heute, wo manch Schnellschuß, manch über das Knie gebrochene Entscheidung, Gesetz schon schnell nach Hinten losgegangen ist und in das Gegenteil umgeschlagen ist - u. a. in die Diskriminierung des Mannes.

Frauen stand in der DDR eigentlich auch jeder Bildungsweg, mal abgesehen von einigen politisch motivierten Einzelfällen wie Nichtmitgliedschaft in FDJ = Nichtzulassung zur EOS (Gymnasium) bzw. zum Studium ect. offen. Dies änderte sich jedoch ab Mitte/ Ende der 70-er sehr wesentlich zum Positiven. Bei Berufswegen sah das etwas anders aus, hier fällt mir jedoch nur die militärische Laufbahn ein, wo Frauen eher nur für Innen- und Verwaltungsdienstlaufbahnen vorgesehen waren.

Auf alle Fälle war es für Frauen wesentlich einfacher als Heute, Beruf und/oder Karriere mit Familie und Kind(ern) unter einen Hut zu bringen. Hier war die Förderung, die Hilfe und Unterstützung von staatlicher Seite sehr großzügig.

Im Lohnsektor gab es genau wie heute auch noch einige Unterschiede, Ungerechtigkeiten, d. h. Frauen wurde für annähernd gleiche Arbeit schlechter bezahlt. Man arbeitete aber eben dran und die in Zahlen ausgedrückbaren Unterschiede waren doch wesentlich geringer. Vermutlich dachte man, das Frauen dafür andere Vergünstigungen erhielten wie den hier schon beschriebenen Haushaltstag bei vollem Lohnausgleich. Es hätte sich in DDR kein Chef, kein staatl. Leiter eines (VEB-) Betriebes gewagt, einer Frau zu kündigen, weil z. Bsp. das Kind zu oft krank war oder ihr den vorherigen Arbeitsplatz nach einer Entbindung nicht wieder zu geben. Derjenige hätte die längste Zeit auf seinem Posten gesessen!
Es ist aber auch nicht zu leugnen, das oftmals auch Frauen körperlich sehr schwere Arbeit verrichten mußten, für die sie von ihren anatomischen Eigenschaften her nicht so besonders geeignet waren.


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 25.02.2010 16:32 | nach oben springen

#60

RE: DDR Mythos? „In der DDR waren Frauen gleichberechtigt“

in Mythos DDR und Grenze 25.02.2010 16:33
von Sonny (gelöscht)
avatar

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Guten Morgen Sonny, du vergißt, es hatte funktioniert, das System Sozialismus, auch bei meinem herlichen Beispiel mit de drei Planstellen.
Es hatte sogar so gut funktioniert, das über den Zeitraum eines halben Menschenleben kein Mensch in dieser DDR Angst um seine Existenz haben musste. Das Ganze wird immer irgendwie übersehen bei eurer Betrachtung der ganzen Angelegenheit.
Und völlig egal, das es dann an seinen eigenen Unzulänglichkeiten gescheitert ist.



Da widersprichst du dir doch selber: Entweder hat der Sozialismus funktioniert, oder er ist gescheitert --- beides zusammen geht nicht.

Zitat
Nimm dein System, in dem du aufgewachsen bist, Sonny. Ständig drehte es sich im Kreis, dreht es noch heute, es sind diese wunderschönen zyklischen Krisen des Kapital, es ist schwach auf der Brust, war es schon immer bis auf ein paar kleine Erholungen, wo es durch Fremdkapital, siehe Marshallplan mal eine Vitaminspritze bekommen hatte.
Schon Ende der 50er Anfang der 60er kränkelte es, laborierte herum, kam aber nicht so richtig auf die Beine, weil doch diese verdammten zyklischen Krisen nicht so einfach aus der Welt zu schaffen waren.
Wie ein Brummkreisel, es drehte und drehte....und gebar Sozialhilfe, Arbeitslosigkeit, Armut.
Das mein Freund war für uns vierzig Jahre Schnee von vorgestern.



Und woher kam das Fremdkapital für den Marshallplan? Aus einem kapitalistischen System (nämlich den USA).

Zyklische Krisen kommen im Kapitalismus natürlich immer wieder vor --- doch die Stärke des Systems liegt darin, jene Krisen zu überwinden, ohne zusammenzubrechen.

Was Arbeitslosigkeit, Armut etc. angeht, so ist man ja speziell in Deutschland zur Überzeugung gekommen, nicht die "reine Lehre" der Marktwirtschaft zu vertreten, sondern eine soziale Komponente hinzuzufügen --- die daraus entwickelte soziale Marktwirtschaft ist dann wohl das beste aller bisher bekannten Systeme.

Zitat
Er hätte nur besser gemacht werden müssen, der Sozialismus und da bin ich heute noch der Meinung, der gesunde Druck auf den Menschen, das er an sich arbeitet, er war noch nicht effektiv genug, tiefgreifend genug.



Noch mehr Druck auf den Menschen als in der DDR oder der UdSSR? Das wären dann ja Verhältnisse wie in Nordkorea...

Zitat
Kurz nochmal zu der Freiheit. Ich bin ein freier Mann, wenn ich durch meine Hände Arbeit, egal, wo auf der Welt, mir eine Familie, ein Heim und mehr schaffen kann. In allen Systemen, der Welt.



Einmal mehr: Was du beschreibst, ist nicht Freiheit, sondern Sicherheit

Zitat
So sehe ich es, und logisch, alle Systeme üben gesellschaftliche Zwänge auf mich aus und keines nimmt sich da aus, nicht mal deine vielgeliebte Demokratie.



Kein System kommt ganz ohne Zwänge aus --- nur sollten jene so gering wie möglich sein.


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