#641

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.07.2016 01:34
von Hanum83 | 4.715 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #621
Zitat von Gert im Beitrag #612
danke Uwe, für diese Zusammenfassung. Im Detail möchte ich so etwas gar nicht lesen, weil es einfach obszön ist, ein anderes Wort fällt mir nicht ein.
Was für mich immer ein Rätsel bleiben wird, ist die Tatsache, dass sich Menschen für eine solche primitive Schnüffelei hergeben konnten und das meistens ohne Schamgefühl. Solche Anscheißertypen liefen im dritten Reich zu Tausenden herum, in der DDR wurde es nahtlos und flächendeckend fortgesetzt und zur Perfektion ausgebaut. Liegt das in den Genen der Deutschen ? Oder kann man jedes Volk auf ein solches Level herunterbeamen?



Leider ist so eine Verhaltensweise oft dem Menschen eigen. Du hast in Deiner Aufzählung nur die BRD vergessen.
Ich muß leider zugestehen, das in der DDR die Überwachung durch die Paranoia auf dem Gebiet stärker ausgeprägt war. Es war auf deutschen Boden ein neues Gesellschaftssystem, ohne Erfahrung mit dem Umgang von potentiellen Gegnern (ich lasse bewußt die sowj. "Erfahrungen" außen vor) und es war die Zeit des kalten Krieges. Wenn man die gesamten Hintergründe dieser Zeit betrachtet so wird manches klarer.

Heute wenden wir uns entrüstet ab, Spitzel, wer macht sich denn noch die Finger schmutzig...
Heute haben wir doch die "totale Überwachnung", ob durch Deine Bonuskärtchen, ob durch den Bankautomaten, das "Bewegungsraster" im Netz oder die Datenvorratsspeicherung. Ist das nicht genauso widerlich?
In meinen Augen ja, ist aber so schrecklich unpersönlich, da kann man gar nicht böse sein das man ausgespitzelt wird.
Ich habe meine Akte nie einsehen wollen, es ist mir irgendwie egal. Ich habe heute eh einen anderen persönlichen Bekanntenkreis als damals und diese Behörde durch meine Anfrage noch aufwerten, wozu?

Heute sind die technischen Möglichkeiten besser, vor allem was die Ausspähung des Konsumverhaltens betrifft.
Politisch, die Einwirkung auf Abweichler durch staatliche Stellen, hatte aber damals schon eine andere Qualität, da konntest du schon durch Nichtigkeiten in den Fokus geraten.
Glaub mir, ich weiß von was ich schreibe.
Da sind wir heute meilenweit davon entfernt, VS und NSA sind im täglichen Leben eher eine imaginäre Bedrohung.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.07.2016 01:35 | nach oben springen

#642

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.07.2016 10:58
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Ich bin jetzt etwas perplex. In manchem Beitrag hier im Form wurde/wird geschildert, wie manche Oma, die im Westen zu Besuch war, Schallplatten,
Zeitungen und andere Dinge mitgebracht hat. Das in manchen Paketen aus dem Westen Westgeld versteckt war, sogar Waffen wurden verschickt,
Kunstgegenstände wurden geschmuggelt und jetzt setzt großes Rätselraten ein, wie Euro-Schecks in die DDR gekommen sind,
Ist mir unverständlich.

Gruß Grenzerhans


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#643

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.07.2016 12:46
von passport | 2.629 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #639
Man kommt nun zwar voll vom Thema ab - aber wenn ich das Bild sehe mit einem 50-Pfennig-Forumsscheck, drängt sich mir die Frage auf: In welcher Stückelung gab es die denn - womöglich wirklich von 1 Pfennig bis 100 Mark und darüber?

Gruss

icke



@icke46

s.h. Link

https://www.google.de/search?q=forumsche...KHYVcDbIQsAQIKQ



passport


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#644

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.07.2016 13:47
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #640
[quote]/quote]


Ein DDR-Bürger konnte eine Erbschaft in der BDR machen. Dabei wäre es theoretisch denkbar, daß er ein Konto in der BRD erbt, für das ihm die bank Euro-Schecks ausstellt. Über das Guthaben hätte man dann von der DDR aus verfügen können (Abhebung in Forum-Schecks, Käufe bei GENEX usw.), wobei für diese Verfügungen Euro-Schecks eingesetzt werden könnten.


nein, Stabskönig das geht/ging nicht mit dem Konto. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe , wäre bei einer Erbschaft oder Schenkung im Westen ein Besuch dort um die Erbschaft anzutreten. Man hätte seinen DDR Pass eintauschen müssen für einen Bundesdeutschen und sich eine Postadresse im Bundesgebiet ausdenken müssen oder mit Verwandten absprechen. Mit diesen Voraussetzungen hätte man ein Konto eröffnen können für das die Bank eine Euroscheckkarte und entsprechende Formulare ausgestellt hätte. Anschließend bei Rückkehr in die DDR Rücktausch Pässe und man wäre im Besitz und Verfügungsgewalt eiens westd. Kontos. Ich weiss aber nicht was die SED dazu gesagt hätte wäre sie dahinter gekommen. Auch waren die Einsatzmöglichkeiten in der DDR doch sehr begrenzt oder ? Ich glaube im Intershop schätzte man nur Bares. Übrigens @icke46 bei Wechsgeldproblemen und bei kleine Summen im Intershop boten die Verkäuferinnen immer etwas zum Lutschen an, Bonbons natürlich
Meine Mutter erbte Anf. 80 er Jahre in Österreich, kein schlechtes Sümmchen. Ich habe ihr dringend dazu abgeraten, das Geld in die DDR zu transferieren. Sie hätten es ihr abgenommen und durch die "wertlosen Forumschecks" ersetzt. Wir kamen überein, dass das Geld zu mir nach D'dorf transferiert wird und ich ihr ein Konto hier einrichtete. Von diesem Konto habe ich dann ihre Wünsche erfüllt wie z.B. ein Auto stand innerhalb 4 Wochen vor der Tür, ein Urlaub und kleinere Gegenstände über Genexkatalog in der Schweiz bestellt.
Nach der Wende konnte ich ihr den Rest überweisen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#645

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.07.2016 14:50
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hat zwar nichts mehr mit dem Thema zu schaffen, aber man sollte es lesen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42971870.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41147008.html


zuletzt bearbeitet 23.07.2016 14:53 | nach oben springen

#646

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 11:42
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #624

Seit wann gehören innerbetriebliche Dinge, für die es bekanntlich bereits Verantwortliche gibt, zum Aufgabenbereich eines Geheimdienstes?
Ok, wenn es um die Abwehr von Spionage geht, sollte das kein Thema sein. Aber um " saumselige" Arbeiter hat sich gefälligst die Betriebsleitung zu kümmern. Was aber am Grenzbahnhof Kietz offenbar nicht, oder nicht immer der Fall war.
Ich hatte ja bereits gestern geschrieben, dass ein Vorkommnis auf einem Stellwerk in den Akten des MfS auftauchte. Bei dem feststellenden " FIM Marina Meyer" handelte es sich offenbar um einen im Vorgesetztenverhältnis stehenden Reichsbahner. Er schrieb in seinem Bericht an seinen Führungsoffizier, " dass er das Vorkommnis während eines Kontrollgangs festgestellt und das er den betreffenden Stellwerker anschließend eingehend über sein Fehlverhalten belehrt hatte."
Alles in Ordnung! Aber warum zum Teufel wurde das MfS über das folgenlose Vorkommnis informiert? Das geht doch einen Geheimdienst nun wirklich nichts an! Sollte es zumindest nicht.



Uwe, bevor Du im Zuge Deiner Recherchen zu einem eng begrenzten Thema Schlussfolgerungen ziehst, sei Dir ein Studium der grundsätzlichen Aufgaben des MfS empfohlen. Das MfS war kein "Geheimdienst", sondern ein Schutz- und Sicherheitsorgan, welches auch mit konspirativen Mitteln und Methoden arbeitete sowie mit der Linie IX auch ein Untersuchungsorgan. Mit den Linien XVIII und XIX beispielsweise oblag der Staatssicherheit die Sicherung der Volkswirtschaft sowie des Verkehrswesens. Neben der Spionageabwehr und des Geheimnisschutzes war die Staatssicherheit auch für die Aufdeckung und Beseitgung von Gefahren, Missständen und begünstigenden Bedingungen für Straftaten verantwortlich. Sie erarbeitete dahingehend über IM Informationen und gab sie aufbereitet und anonymisiert an die Verantwortlichen in den Betrieben und Institutionen der DR. Und natürlich achtete sie darauf, dass ihre Informationen durch die Verantwortlichen auch umgesetzt wurden. Dazu gab es dann logischerweise auch Rücklaufinformationen. Hätte das MfS 1967 beispielsweise einen IM im Bereich des Bahnhofes Langenweddingen gehabt, der darüber informiert hätte, dass sich durch Leitungsbauarbeiten der Post die Schranken nicht absenken lassen, da sie sich wiederholt in den Oberleitungen verfingen, hätte hier ein schlimmes Zugunglück verhindert werden können.



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zuletzt bearbeitet 24.07.2016 11:59 | nach oben springen

#647

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 12:24
von Sperrbrecher | 1.653 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #644
Meine Mutter erbte Anf. 80 er Jahre in Österreich, kein schlechtes Sümmchen. Ich habe ihr dringend dazu abgeraten, das Geld in die DDR zu transferieren. Sie hätten es ihr abgenommen und durch die "wertlosen Forumschecks" ersetzt. Wir kamen überein, dass das Geld zu mir nach D'dorf transferiert wird und ich ihr ein Konto hier einrichtete. Von diesem Konto habe ich dann ihre Wünsche erfüllt wie z.B. ein Auto stand innerhalb 4 Wochen vor der Tür, ein Urlaub und kleinere Gegenstände über Genexkatalog in der Schweiz bestellt.
Nach der Wende konnte ich ihr den Rest überweisen.

Ein (fast) ähnlicher Fall.
Eine Frau kommt zur VP und erbittet die Übersiedlung in die Bundesrepublik mit folgender Begründung:
Mein Sohn lebt in der Bundesrepublik, er ist blind und hat jetzt mehrere Millionen im Lotto gewonnen,
deshalb möchte ich zu ihm ausreisen, um ihn dort zu betreuen.

Darauf antwortet der Beamte:
Er kann doch auch in die DDR übersiedeln und mit ihnen leben, sein Geld bekommt er hier 1:1 umgetauscht,
damit kann er gut und zufrieden leben und sie können ihn betreuen.

Die Frau entgegnet:
Sie haben mich missverstanden, mein Sohn ist blind, nicht blöd.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#648

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 12:44
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #646
Zitat von ABV im Beitrag #624

Seit wann gehören innerbetriebliche Dinge, für die es bekanntlich bereits Verantwortliche gibt, zum Aufgabenbereich eines Geheimdienstes?
Ok, wenn es um die Abwehr von Spionage geht, sollte das kein Thema sein. Aber um " saumselige" Arbeiter hat sich gefälligst die Betriebsleitung zu kümmern. Was aber am Grenzbahnhof Kietz offenbar nicht, oder nicht immer der Fall war.
Ich hatte ja bereits gestern geschrieben, dass ein Vorkommnis auf einem Stellwerk in den Akten des MfS auftauchte. Bei dem feststellenden " FIM Marina Meyer" handelte es sich offenbar um einen im Vorgesetztenverhältnis stehenden Reichsbahner. Er schrieb in seinem Bericht an seinen Führungsoffizier, " dass er das Vorkommnis während eines Kontrollgangs festgestellt und das er den betreffenden Stellwerker anschließend eingehend über sein Fehlverhalten belehrt hatte."
Alles in Ordnung! Aber warum zum Teufel wurde das MfS über das folgenlose Vorkommnis informiert? Das geht doch einen Geheimdienst nun wirklich nichts an! Sollte es zumindest nicht.



Uwe, bevor Du im Zuge Deiner Recherchen zu einem eng begrenzten Thema Schlussfolgerungen ziehst, sei Dir ein Studium der grundsätzlichen Aufgaben des MfS empfohlen. Das MfS war kein "Geheimdienst", sondern ein Schutz- und Sicherheitsorgan, welches auch mit konspirativen Mitteln und Methoden arbeitete sowie mit der Linie IX auch ein Untersuchungsorgan. Mit den Linien XVIII und XIX beispielsweise oblag der Staatssicherheit die Sicherung der Volkswirtschaft sowie des Verkehrswesens. Neben der Spionageabwehr und des Geheimnisschutzes war die Staatssicherheit auch für die Aufdeckung und Beseitgung von Gefahren, Missständen und begünstigenden Bedingungen für Straftaten verantwortlich. Sie erarbeitete dahingehend über IM Informationen und gab sie aufbereitet und anonymisiert an die Verantwortlichen in den Betrieben und Institutionen der DR. Und natürlich achtete sie darauf, dass ihre Informationen durch die Verantwortlichen auch umgesetzt wurden. Dazu gab es dann logischerweise auch Rücklaufinformationen. Hätte das MfS 1967 beispielsweise einen IM im Bereich des Bahnhofes Langenweddingen gehabt, der darüber informiert hätte, dass sich durch Leitungsbauarbeiten der Post die Schranken nicht absenken lassen, da sie sich wiederholt in den Oberleitungen verfingen, hätte hier ein schlimmes Zugunglück verhindert werden können.


rot mark @merkur Unterdrückungsorgan hast du in der Aufzählung vergessen


.
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#649

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 13:27
von Ährenkranz | 842 Beiträge

Ich interessiere mich absolut nicht für meine Stasi - Akte.
15 Jahre nach der Wende habe ich erfahren, wer z.B.in meinem Betrieb da mich "bespitzelt" hat - ehrlich gesagt waren da paar dabei, wo ich mir das schon damals gedacht hatte - so clever verhielt sich der eine oder andere nicht.
Viele sind in der Zwischenzeit auch verstorben, also, es bringt mir nichts, ob ich da weiß, was jeder Einzelne über mich "weitergeleitet" hat.

Und jetzt...? Jetzt wird man in jeder Sache überwacht, das Internet machts am besten möglich, da werden E-Mail-Adressen verkauft u.a., so dass es oft ein reines Geldgeschäft ist und einige wieder Millonen verdienen - da war die Stasi ein kleines Licht dagegen.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
bürger der ddr und der Anderdenkende haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#650

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 16:45
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Zum Beitrag #645 v. Alfred.
Beim lesen beider Artikel wurde ich in meiner Kenntnis von bestimmten Vorgängen bei Erbschaften von DDR-Bürgern in der BRD bestärkt.
Ich habe Kenntnis von 2 Erbschaften von DDR-Bürgern die in der BRD angetreten wurde. Da in beiden Artikeln von Schwierigkeiten die Rede
war, die die Erben hatten, um an die Erbschaft zu kommen, kann ich bestätigen. Aus diesen angeführten Gründen, wurden Erbschafttsangelegenheiten
von DDR-Bürgern mittels einem Anwalt über die Staatsbank der DDR abgewickelt. Da eindeutigl auch teilweise den DDR-Erben durch gesetzl. Winkelzüge
der BRD Schwierigkeiten gemacht wurden und die berühmten Steine in den Weg gerollt wurden, wurden solche Angelegenheiten durch einen
Anwalt geklärt. Da ja auch Angehörige der " bewaffneten Organe der DDR" eine West-Erbschaft antreten konnten, was möglich war und vorgekommen ist,war ein Anwalt zwingend vorgeschrieben.

Gruß Grenzerhans


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#651

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 18:43
von Oelprinz50 | 77 Beiträge

Hallo Grenzerhans,

da kann ich im Chor mitsingen zwar in andere Richtung. Als ich meine große Liebe gefunden hatte und sich Nachwuchs einstellte und der Wohnraum knapp bemessen war.
Wollten wir unser Haus um und ausbauen als wir unseren Gedanken umsetzen wollten kam das große erwachen. Unser Haus war in vierter Generation meiner Frau überschrieben worden. Beim beantragen einer Baugenehmigung wurde uns mitgeteilt das unser Haus beschlagnahmt wurde . Der Grund die Großeltern meiner Frau und damaligen Eigentümer seien 1952 Republiksflüchtig geworden sind. Deswegen wurde dieses Grundstück verstaatlicht und wir keine Ansprüche mehr hatten. Trotz Beglaubigung eines westdeutschen Anwaltsbüro über eine Schenkung ihrer Großeltern waren wir gezwungen unser eigenes Grundstück und Haus vom Staat DDR zukaufen. Damit wir dann, nach ein jährigen hin und her mit den Behörden, mit unserem um und ausbauen beginnen konnten .

LG oelprinz50


Gert und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.07.2016 18:44 | nach oben springen

#652

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 19:12
von Hanum83 | 4.715 Beiträge

Ein Bekannter von mir hatte von seinem Vater in der BRD ein beträchtliches Vermögen geerbt, ihm wurde von den DDR-Behörden angeboten es zum Kurs von 1 zu 1 in die DDR zu transferieren.
Natürlich war er nicht blöd und stellte einen Ausreiseantrag der natürlich umgehend abgelehnt wurde.
Er stellte sich dann in unserer Kreisstadt mit einem Schild auf den Marktplatz "Lasst uns endlich aus diesem Verbrecherstaat ausreisen", nach ca. einem Jahr der Verbüßung seiner Haftstrafe wurde er von der DDR an die BRD verkauft, seine Frau und Tochter mussten noch 2 Jahre in der DDR schmoren und wurden dann aus der DDR-Staatsbürgerschaft entlassen.
So konnte man auch sein Erbe in der BRD antreten.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Gert, Lutze, Niederlausitzer und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.07.2016 19:15 | nach oben springen

#653

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 19:34
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Wenn schon jetzt mehrere Beiträge von Forum-Mitglieder ins Netz gestellt wurden, die sich mit der Problematik West-Erbschaft, Genex, Forumscheks beschäftigen, da möchte ich auch eine Geschichte aus meiner Familien-History und Verwandschaft beisteuern.
In Fürstenberg/Oder lebte 1958 ein Dr. O. Wie ich mich erinnere, soll/muss er im Krankenhaus Stalinstadt/Eisenhüttenstadt gearbeitet haben. Ob er eine Praxis hatte, weiß ich nicht. Er wohnte mit seiner Familie in der Bahnhofstr. (?) in einer Villa. Diese Villa stand schon vor 1925.Im Jahr 1988
gehörte die Villa der Volkssolidarität. Jedenfalls fuhr er einen weißen Opel Kapitän. 2 Söhne von ihm studierten in Berlin-West Medizin.
Meine Mutter erzählte mir dann einmal später, dass er, bzw. die Familie das nur finanzieren konnte, weil ein Konto in Berlin-West hatte.
Also muss er damals die Möglichkeit gehabt haben, an West-Geld zu kommen. Zum Abschluss noch. Er hatte keinerlei Einbußen oder Schädigungen durch die Ereignisse des 2. WK.

Gruß Grenzerhans


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#654

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.07.2016 19:57
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Oelprinz50 im Beitrag #651
Hallo Grenzerhans,

da kann ich im Chor mitsingen zwar in andere Richtung. Als ich meine große Liebe gefunden hatte und sich Nachwuchs einstellte und der Wohnraum knapp bemessen war.
Wollten wir unser Haus um und ausbauen als wir unseren Gedanken umsetzen wollten kam das große erwachen. Unser Haus war in vierter Generation meiner Frau überschrieben worden. Beim beantragen einer Baugenehmigung wurde uns mitgeteilt das unser Haus beschlagnahmt wurde . Der Grund die Großeltern meiner Frau und damaligen Eigentümer seien 1952 Republiksflüchtig geworden sind. Deswegen wurde dieses Grundstück verstaatlicht und wir keine Ansprüche mehr hatten. Trotz Beglaubigung eines westdeutschen Anwaltsbüro über eine Schenkung ihrer Großeltern waren wir gezwungen unser eigenes Grundstück und Haus vom Staat DDR zukaufen. Damit wir dann, nach ein jährigen hin und her mit den Behörden, mit unserem um und ausbauen beginnen konnten .

LG oelprinz50


ja und das kannst du alles der großartigen Partei SED verdanken die nur für die Bürger da war. War doch alles ganz rechtsstaatlich was eben so Genossen unter Recht verstehen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 24.07.2016 19:57 | nach oben springen

#655

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.07.2016 14:40
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Ich habe festgestellt, mit jedem Beitrag hier, entfernen wir uns vom Hauptthema. Es geht hier nur noch um Westgeld, Forumschecks, Genex usw..
Aber ich mache mit.
Was mir in diesem Zusammenhang einfiel, warum hatten viele Handwerker, freischaffende Künstler, Intelligenzler in der DDR in der Garage einen
PKW aus westlicher Produktion stehen? Und dies waren nicht immer die billigsten Fahrzeuge und vor allem, keine gebrauchten Fahrzeuge.

Gruß Grenzerhans


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#656

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.07.2016 20:46
von lhsecurity | 159 Beiträge

Zitat von Grenzerhans im Beitrag #655
Ich habe festgestellt, mit jedem Beitrag hier, entfernen wir uns vom Hauptthema. Es geht hier nur noch um Westgeld, Forumschecks, Genex usw..
Aber ich mache mit.
Was mir in diesem Zusammenhang einfiel, warum hatten viele Handwerker, freischaffende Künstler, Intelligenzler in der DDR in der Garage einen
PKW aus westlicher Produktion stehen? Und dies waren nicht immer die billigsten Fahrzeuge und vor allem, keine gebrauchten Fahrzeuge.

Gruß Grenzerhans


ich hatte hier schon mal geschrieben:
Ein ehemalige DDR Bürger sagte zu mir 1990 glaubhaft - und seinem Lebensstandard entsprechend - dass er schon immer zu DDR-Zeiten nur DM als Zahlungsmittel anerkannte. Wer was von ihm wollte musste mindestens einen Blauen zücken - sonst gabs nix. Auch er brauchte diese Währung um das alles bei den entsprechenden Stellen zu organisieren. Dies wird wohl wieder alles gelogen sein oder?

Gruß lhsecurity


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford


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zuletzt bearbeitet 25.07.2016 20:54 | nach oben springen

#657

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2016 15:10
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Stand das hier nicht schon irgendwo? VW Busse gab es sofort wenn man entsprechende Knete auf den Tisch gelegt hat?

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#658

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2016 17:55
von Alfred | 6.841 Beiträge

Könnte das Thema nicht geteilt werden ???


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#659

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2016 18:29
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Zum Beitrag #656, v. Ihsecurity
ich wüsste nicht,warum ich den letzten Satz in Deinem Beitrag anzweifeln sollte. In den 37 Jahren, abzüglich meiner Grenzerzeit und Schulbesuchen,
war ich im aktiven Staatsdienst tätig. In diesen Jahren meiner Dienstzeit habe ich von manchen Dingen erfahren, die auf den ersten Blick unglaub-
lich erschienen. Nach den ersten Ermittlungen wurde der Sachverhalt meist noch schlimmer. So ist für mich die Geschichte, die Dir erzählt wurde, in allen
Bereichen glaubwürdig. Ich könnte Dir noch ganz andere Sachverhalte erzählen, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen, da würde Dir der Mund vor staunen offen bleiben. Da sich bei diesem Thema alles in einer finanziellen und gesellschaftlichen Grauzone bewegte, wusste das MfS
darüber Bescheid. Wenn diese Mauscheleien nicht von den Beteiligten ins überdimensionierte übertrieben wurde, passierte nichts.

Gruß Grenzerhans


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#660

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.07.2016 19:56
von lhsecurity | 159 Beiträge

Zitat von Grenzerhans im Beitrag #659
Zum Beitrag #656, v. Ihsecurity
ich wüsste nicht,warum ich den letzten Satz in Deinem Beitrag anzweifeln sollte. In den 37 Jahren, abzüglich meiner Grenzerzeit und Schulbesuchen,
war ich im aktiven Staatsdienst tätig. In diesen Jahren meiner Dienstzeit habe ich von manchen Dingen erfahren, die auf den ersten Blick unglaub-
lich erschienen. Nach den ersten Ermittlungen wurde der Sachverhalt meist noch schlimmer. So ist für mich die Geschichte, die Dir erzählt wurde, in allen
Bereichen glaubwürdig. Ich könnte Dir noch ganz andere Sachverhalte erzählen, die sich mit dem gleichen Thema beschäftigen, da würde Dir der Mund vor staunen offen bleiben. Da sich bei diesem Thema alles in einer finanziellen und gesellschaftlichen Grauzone bewegte, wusste das MfS
darüber Bescheid. Wenn diese Mauscheleien nicht von den Beteiligten ins überdimensionierte übertrieben wurde, passierte nichts.

Gruß Grenzerhans

@Grenzerhans

Entschuldige bitte, ich hatte Dich damit nicht persönlich gemeint. War halt von mir wieder ein Satz zu manchem Beitrag im Forum.
Du darfst gern noch was von Deinen unglaublichen Erlebnissen erzählen: Ich staune gerne
Gruß lhsecurity


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