#621

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 09:40
von bürger der ddr | 3.611 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #612
danke Uwe, für diese Zusammenfassung. Im Detail möchte ich so etwas gar nicht lesen, weil es einfach obszön ist, ein anderes Wort fällt mir nicht ein.
Was für mich immer ein Rätsel bleiben wird, ist die Tatsache, dass sich Menschen für eine solche primitive Schnüffelei hergeben konnten und das meistens ohne Schamgefühl. Solche Anscheißertypen liefen im dritten Reich zu Tausenden herum, in der DDR wurde es nahtlos und flächendeckend fortgesetzt und zur Perfektion ausgebaut. Liegt das in den Genen der Deutschen ? Oder kann man jedes Volk auf ein solches Level herunterbeamen?



Leider ist so eine Verhaltensweise oft dem Menschen eigen. Du hast in Deiner Aufzählung nur die BRD vergessen.
Ich muß leider zugestehen, das in der DDR die Überwachung durch die Paranoia auf dem Gebiet stärker ausgeprägt war. Es war auf deutschen Boden ein neues Gesellschaftssystem, ohne Erfahrung mit dem Umgang von potentiellen Gegnern (ich lasse bewußt die sowj. "Erfahrungen" außen vor) und es war die Zeit des kalten Krieges. Wenn man die gesamten Hintergründe dieser Zeit betrachtet so wird manches klarer.

Heute wenden wir uns entrüstet ab, Spitzel, wer macht sich denn noch die Finger schmutzig...
Heute haben wir doch die "totale Überwachnung", ob durch Deine Bonuskärtchen, ob durch den Bankautomaten, das "Bewegungsraster" im Netz oder die Datenvorratsspeicherung. Ist das nicht genauso widerlich?
In meinen Augen ja, ist aber so schrecklich unpersönlich, da kann man gar nicht böse sein das man ausgespitzelt wird.
Ich habe meine Akte nie einsehen wollen, es ist mir irgendwie egal. Ich habe heute eh einen anderen persönlichen Bekanntenkreis als damals und diese Behörde durch meine Anfrage noch aufwerten, wozu?



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#622

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 10:32
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #621


Leider ist so eine Verhaltensweise oft dem Menschen eigen. Du hast in Deiner Aufzählung nur die BRD vergessen.
Ich muß leider zugestehen, das in der DDR die Überwachung durch die Paranoia auf dem Gebiet stärker ausgeprägt war. Es war auf deutschen Boden ein neues Gesellschaftssystem, ohne Erfahrung mit dem Umgang von potentiellen Gegnern (ich lasse bewußt die sowj. "Erfahrungen" außen vor) und es war die Zeit des kalten Krieges. Wenn man die gesamten Hintergründe dieser Zeit betrachtet so wird manches klarer.

Heute wenden wir uns entrüstet ab, Spitzel, wer macht sich denn noch die Finger schmutzig...
Heute haben wir doch die "totale Überwachnung", ob durch Deine Bonuskärtchen, ob durch den Bankautomaten, das "Bewegungsraster" im Netz oder die Datenvorratsspeicherung. Ist das nicht genauso widerlich?
In meinen Augen ja, ist aber so schrecklich unpersönlich, da kann man gar nicht böse sein das man ausgespitzelt wird.
Ich habe meine Akte nie einsehen wollen, es ist mir irgendwie egal. Ich habe heute eh einen anderen persönlichen Bekanntenkreis als damals und diese Behörde durch meine Anfrage noch aufwerten, wozu?


da hast du sicher in gewisser Weise recht. Ich persönlich beeinflusse das aber wo ich kann, ich habe keine payback Karte oder ähnlichen Mist, ich bin weder in facebook noch bei twitter angemeldet. Mein Sohn hat mir den Browser Mozilla Firefox installiert und dort gehe ich meistens ins Internet in den private modus. Da bleibe ich größtenteils von den ganzen Werbebannern und sonstigen Schnüfflern verschont. Also man kann schon etwa dagegen tun.


.
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#623

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 10:55
von bürger der ddr | 3.611 Beiträge

Ja, man kann etwas tun...
Nur die gesammelten Daten werden heute wie damals genutzt. Nur will ich das Thema nicht weiter Richtung OT treiben, da ich eigentlich nicht mitreden kann, ich habe keine Erfahrung mit der eigenen Stasi Akte.



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#624

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 16:49
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #617
Hallo Uwe,
ein interessantes Thema, was mich auch schon seit langer Zeit beschäftigt. Wenn Du Dich umfassend und objektiv mit dem Komplex der Militärspionageabwehr der Linien II und XIX an neuralgischen Punkten des Bezirkes FF/O beschäftigst, wirst Du anhand diverser Unterlagen feststellen, warum dieser Bereich so aufwändig gesichert wurde. Natürlich waren insbesondere die sowjetischen Militärtransporte bei westlichen Diensten von besonderem Interesse. Wie das dann nach 1990 lief, als es keine Abwehr mehr gab, kannst Du gut bei Jurezko nachlesen.
Auch wenn Du gerade von der Quantität der operativen Maßnahmen beeindruckt bist, solltest Du das "Warum?" nicht aus den Augen verlieren. Und natürlich haben die IM auch unwichtiges berichtet. Aber letztlich war die Enttarnung eines Spions ein komplexes System der Beschaffung und Verdichtung verschiedenster Informationen unterschiedlicher Quellen.


Hallo Merkur!
Das " Warum" in Bezug auf die Maßnahmen des MfS im Bereich Kietz bzw Küstrin-Kietz, ist mir schon bewusst. Die Militärtransporte und die beiden sowjetischen Kasernen haben naturgemäß das Interesse westlicher Geheimdienste auf sich gezogen. Man könnte fast sagen: Das liegt in der Natur der Sache.
Ich kann das ganze aber trotzdem nicht kritiklos hinnehmen, oder gar für " völlig normal" halten. Jeder einzelne auf dem Grenzbahnhof beschäftigte Eisenbahner sowie die unmittelbaren Anwohner galten als " potentielle Spione". Für mich fällt das in die Rubrik Paranoia! Wo so etwas hinführt, wissen wir ja nun. Mit einem normalen Sicherheitsbedürfnis hatte das ganze längst nichts mehr zu tun.
Was mich weiter beeindruckt hatte: Das MfS nahm tatsächlich großen Einfluss auf wichtige Bereiche der Reichsbahn, bis hin zu innerbetrieblichen Abläufen. Man machte sich in der zuständigen Abteil der BV Frankfurt (Oder) sogar einen Kopf darüber, " wie durch geeignete IM die Ordnung und Sicherheit während der Arbeit auf den Bahnhöfen, verbessert werden kann."
Seit wann gehören innerbetriebliche Dinge, für die es bekanntlich bereits Verantwortliche gibt, zum Aufgabenbereich eines Geheimdienstes?
Ok, wenn es um die Abwehr von Spionage geht, sollte das kein Thema sein. Aber um " saumselige" Arbeiter hat sich gefälligst die Betriebsleitung zu kümmern. Was aber am Grenzbahnhof Kietz offenbar nicht, oder nicht immer der Fall war.
Ich hatte ja bereits gestern geschrieben, dass ein Vorkommnis auf einem Stellwerk in den Akten des MfS auftauchte. Bei dem feststellenden " FIM Marina Meyer" handelte es sich offenbar um einen im Vorgesetztenverhältnis stehenden Reichsbahner. Er schrieb in seinem Bericht an seinen Führungsoffizier, " dass er das Vorkommnis während eines Kontrollgangs festgestellt und das er den betreffenden Stellwerker anschließend eingehend über sein Fehlverhalten belehrt hatte."
Alles in Ordnung! Aber warum zum Teufel wurde das MfS über das folgenlose Vorkommnis informiert? Das geht doch einen Geheimdienst nun wirklich nichts an! Sollte es zumindest nicht.
In der DDR war das aber anders. Getreu der von mir Mielke ausgegebenen Losung " Wir müssen alles wissen", kümmerte sich das MfS beinahe um sämtliche Abläufe im Land. Diese Entwicklung wurde übrigens schon vor dem Untergang der DDR von führenden Generälen des MfS erkannt und kritisiert. Es fand jedoch niemand den Mut, dagegen offen zu opponieren. Was wohl auch einem " beruflichen Selbstmord" gleichgekommen wäre. Aber wie gesagt: Normal war das ganze nicht. Der Apparat drohte langsam aber sicher an sich selbst zu ersticken.
Jetzt zu den Beweggründen der IM: Meiner Meinung nach hat es den IM nie gegeben. Wie überall im Leben gab es auch unter den IM die verschiedensten Charaktere. Und so verschieden wie die Charaktere selbst, dürfte wohl auch die Motivation für das MfS zu arbeiten gewesen sein.
Viele sahen in ihrer IM-Tätigkeit eine gute Möglichkeit den Staat über unbekannte , oder vermeintlich unbekannte Mißstände bis hin zum Fehlverhalten bestimmter Personen, zu informieren. So unglaublich das heute auch klingen mag, aber die Staatssicherheit galt bei nicht wenigen als Institution, der man zutraute gegen Mißstände vorzugehen. Nicht wenige vertraten auch die Meinung, " die da oben wissen doch gar nicht was hier los ist." Folglich mussten " die da oben" informiert werden. Woher sollten sie auch wissen, dass " die oben" bestens informiert waren, an den Informationen jedoch längst kein Interesse mehr hatten.
Die von @Gert genannten " Anscheißertypen" hat es auch gegeben. So geht zum Beispiel aus einem Bericht hervor, dass ein Eisenbahner gegenüber einem anderen erzählte, dass er im Besitz von Euro-Schecks sei. Von der IM-Tätigkeit seines Kollegen wusste er natürlich nichts. Dieser Kollege mimte jedenfalls sofort den Neugierigen und bedrängte den Kollegen solange, bis er ihm die Euro-Schecks zeigte. Schließlich hatte er ja Vertrauen zu seinem langjährigen Kollegen. Dieser informierte jedoch sofort seinen Führungsoffizier über den Inhalt des Gesprächs. Nicht ohne stolz zu vermerken, dass er den Kollegen solange provoziert hätte, bis er ihm die Euro-Schecks vorlegte.
Ich weiß jetzt nicht, ob der Besitz der Euro-Schecks strafbar war und ob der Besitz für den Eisenbahner irgendwelche Konsequenzen nach sich zog. Höchstwahrscheinlich nicht. Dennoch ist dieser IM-Bericht ein ziemlich exemplarisches Beispiel für einen drastischen Vertrauensbruch. Man könnte auch " Anscheißen" dazu sagen.

Gruß an alle
Uwe


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#625

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 17:15
von ABV | 4.202 Beiträge

Hier noch ein kleiner Nachtrag zum Geschriebenen: Es wird ja immer wieder behauptet, dass bestimmte Dinge aus der DDR-Zeit mitunter bis heute nachwirken. Das trifft ganz sicher längst nicht überall zu. Aber in meinem Wohnort, der zu DDR-Zeiten über eine hohe IM-Dichte verfügte, werden fotografierende Touristen oder anderweitig unbekannte Personen, zuweilen derb angefahren und / oder mit Mißtrauen behandelt. Dieses derbe " Fotografieren verboten", oder " was fotografieren sie hier?", habe ich selbst schon gehört.
Ich konnte mir auch des Öfteren von erbosten Anwohnern anhören, " dass Nachts PKW mit fremden Kennzeichen durch den Ort gefahren sind. Was haben die denn hier zu suchen?"
Ja, was wohl? Wir leben unmittelbar an der Grenze zu Polen, unweit, früher direkt, an der vielbefahrenen Bundesstraße 1. Da kann das schon mal vorkommen, dass " PKW mit fremden Kennzeichen durch den Ort fahren." Außerdem leben wir im Jahr 2016, in Mitten eines mehr oder weniger grenzenlosen Europas. Geheimdienste kümmern sich schon lange nicht mehr um unser Dorf. Eingebrochen wird übrigens ebenfalls auch seit Jahren nicht mehr.
Trotzdem können einige die Phobie gegen alles Fremde nicht ablegen. Ein Rudiment aus fernen DDR-Tagen?

Gruß an alle
Uwe


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#626

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 17:24
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #624


(...)
Ich kann das ganze aber trotzdem nicht kritiklos hinnehmen, oder gar für " völlig normal" halten. Jeder einzelne auf dem Grenzbahnhof beschäftigte Eisenbahner sowie die unmittelbaren Anwohner galten als " potentielle Spione". Für mich fällt das in die Rubrik Paranoia! Wo so etwas hinführt, wissen wir ja nun. Mit einem normalen Sicherheitsbedürfnis hatte das ganze längst nichts mehr zu tun.
Was mich weiter beeindruckt hatte: Das MfS nahm tatsächlich großen Einfluss auf wichtige Bereiche der Reichsbahn, bis hin zu innerbetrieblichen Abläufen. Man machte sich in der zuständigen Abteil der BV Frankfurt (Oder) sogar einen Kopf darüber, " wie durch geeignete IM die Ordnung und Sicherheit während der Arbeit auf den Bahnhöfen, verbessert werden kann."
Seit wann gehören innerbetriebliche Dinge, für die es bekanntlich bereits Verantwortliche gibt, zum Aufgabenbereich eines Geheimdienstes?
Ok, wenn es um die Abwehr von Spionage geht, sollte das kein Thema sein. Aber um " saumselige" Arbeiter hat sich gefälligst die Betriebsleitung zu kümmern. Was aber am Grenzbahnhof Kietz offenbar nicht, oder nicht immer der Fall war.
(...)



Irgendwie ist es ja tatsächlich irritierend, welche Wichtigkeit da dem Grenzbahnhof beigemessen wurde und eben auch dem Reichsbahnpersonal.

Ich habe eben mal in der Wikipedia nachgesehen, um mein Gedächtnis bezüglich der Reichsbahn bzw. einer dort beschäftigten Person aufzufrischen. Es handelt sich hierbei um Friedrich Kittlaus, von 1949 bis 1973 Direktor der S-Bahn Berlin und Vizepräsident der Reichsbahndirektion Berlin. Der Mann war immer in West-Berlin wohnhaft, trotzdem scheint sein Arbeitsplatz auf der anderen Seite der Grenze und seine Position bei der Reichsbahn nie in Gefahr gewesen zu sein. Dabei hätte er doch, aus geheimdienstlichen Gesichtspunkten, spätestens 1961 aus seiner Position entfernt werden oder zumindest seinen Wohnsitz nach Ost-Berlin verlegen müssen.

Viele Sachen aus den vierzig Jahren DDR sind wirklich immer noch rätselhaft.

Achso - zu Friedrich Kittlaus: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Kittlaus

Gruss

icke



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#627

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 17:29
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #625

(...)
Eingebrochen wird übrigens ebenfalls auch seit Jahren nicht mehr.
Trotzdem können einige die Phobie gegen alles Fremde nicht ablegen. Ein Rudiment aus fernen DDR-Tagen?

Gruß an alle
Uwe


Heisst das jetzt, dass dieser Artikel auf Erfindungen beruht: http://www.morgenpost.de/brandenburg/art...gebiet-aus.html ?

Und dass dies dann eine Auswirkung der Phobie ist: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2...-in-deutschland ?

Gruss

icke



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#628

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 17:32
von ABV | 4.202 Beiträge

Über den Grenzbahnhof Kietz liefen wichtige Militärtransporte. Angeblich auch Atomraketen, aber solche Informationen sind bekanntlich mit größter Vorsicht zu genießen.


Gruß Uwe


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#629

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 17:42
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #627
Zitat von ABV im Beitrag #625

(...)
Eingebrochen wird übrigens ebenfalls auch seit Jahren nicht mehr.
Trotzdem können einige die Phobie gegen alles Fremde nicht ablegen. Ein Rudiment aus fernen DDR-Tagen?

Gruß an alle
Uwe


Heisst das jetzt, dass dieser Artikel auf Erfindungen beruht: http://www.morgenpost.de/brandenburg/art...gebiet-aus.html ?

Und dass dies dann eine Auswirkung der Phobie ist: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2...-in-deutschland ?

Gruss

icke




Der Vorfall ereignete sich im Jahr 2012. Also vor vier Jahren!! Bauer Kutzke genießt längst seine Rente.
Im Jahr 2013 hatte es eine Einbruchserie im Ort gegeben. 2014 sind die Einbruchzahlen stark zurück gegangen. 2015 gab es ganze vier Einbrüche. Wobei es sich bei den angegriffenen Objekten ausschließlich um schlecht gesicherte Schuppen handelte. Das Diebesgut bestand aus Rasenmähern und anderen Gartengeräten.
In diesem Jahr gab es noch keinen einzigen Einbruch!! Geklaut wurde hier, wie überall in Deutschland, schon immer. Es gab Zeiten, als die Grenze zu Polen noch verschlossen war, in denen die Fallzahlen noch viel höher lagen.
Mich kotzt diese tendenziöse Darstellung unserer Region als Kriminalitätsschwerpunkt in den Medien, langsam aber sicher an. Schuld daran sind einige Zeitgenossen, die sich mit entsprechenden Interviews immer wieder wichtig machen wollen. Allen voran einige Publicity-süchtige "Sicherheitspartner".

Gruß an alle
Uwe


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#630

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 21:09
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Zum Beitrag #624 v. ABV
Du schreibst am Ende des Beitrage, dass Du keine Kenntnis hast, ob der Besitz von Euro-Schecks in irgend einer Form zu DDR-Zeiten strafbar
war. Der Euro-Scheck war auf Grund einer Vereibarung einiger westlichen Staaten (Banken u. Sparkassen) zu Stande gekommen. Jetzt in diesem Beitrag näher auf die Gründe einzugehen, wäre Zeitverschwendung. Bei einem Euro-Scheck ist die Grundlage eine westliche Währung, denn im
Grund ist ein Scheck, egal wer ihn ausgestellt hat, bzw. wo er herkommt, ein Zahlungsmittel.
Es ist und war kein Geheimnis, wer in der DDR einen Euro-Scheck hatte, hatte in irgend einer Form "Westkontakt".Also illegal. Das wusste natürlich das MfS und auch das Politbüro.
Wer einen E-Scheck einlösen wollte, konnte das nur dort machen, wo er akzeptiert und zur Verrechnung angenomme wurde und das war nur der Inter-Shop.
Wem gehörte der Inter-Shop, Schalk-Golodkowski (Name richtig?)sprich der DDR.
Um es abzukürzen. Am 25. August 1986 wurde die DDR offiziell Mitglied in diesem Club.

Gruß Grenzerhans


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#631

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 22:33
von icke46 | 2.593 Beiträge

Ich vermute jetzt einfach mal, dass Uwe mit Euroschecks die Forumschecks für die Intershops meinte.

Die Verwendung von Euroschecks in der DDR kommt mir nun extrem unwahrscheinlich vor.

Gruss

icke



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#632

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 22:41
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Grenzerhans im Beitrag #630
Zum Beitrag #624 v. ABV
Du schreibst am Ende des Beitrage, dass Du keine Kenntnis hast, ob der Besitz von Euro-Schecks in irgend einer Form zu DDR-Zeiten strafbar
war. Der Euro-Scheck war auf Grund einer Vereibarung einiger westlichen Staaten (Banken u. Sparkassen) zu Stande gekommen. Jetzt in diesem Beitrag näher auf die Gründe einzugehen, wäre Zeitverschwendung. Bei einem Euro-Scheck ist die Grundlage eine westliche Währung, denn im
Grund ist ein Scheck, egal wer ihn ausgestellt hat, bzw. wo er herkommt, ein Zahlungsmittel.
Es ist und war kein Geheimnis, wer in der DDR einen Euro-Scheck hatte, hatte in irgend einer Form "Westkontakt".Also illegal. Das wusste natürlich das MfS und auch das Politbüro.
Wer einen E-Scheck einlösen wollte, konnte das nur dort machen, wo er akzeptiert und zur Verrechnung angenomme wurde und das war nur der Inter-Shop.
Wem gehörte der Inter-Shop, Schalk-Golodkowski (Name richtig?)sprich der DDR.
Um es abzukürzen. Am 25. August 1986 wurde die DDR offiziell Mitglied in diesem Club.

Gruß Grenzerhans


um den Scheck einzulösen, musste auch die Scheckkarte vorgelegt werden ( Bonität wurde bis 400 DM garantiert egal wie das Konto aussah), mit unter auch der Perso ( oder Reisepass) Bei dem großen Misstrauen der DDR Behörden bin ich sicher , dass im Intershop alle 3 Dokumente für eine valide Zahlung vorgelegt werden mussten, ausgefüllter Euroscheck, Scheckkarte und Reisepass. Dazu war ein DDR Bürger nicht in der Lage, also war ein solches Scheckformular für einen DDR Bürger wertlos. Das hätte die Stasi aber auch wissen müssen, die wussten doch sonst alles.
P.S der Euroscheck konnte nicht nur zur Bezahlung von Warenleiferungen verwendet werden sondern auch zur Beschaffung von Bargeld (bei Banken auch im Ausland )verwendet werden, ob das in der DDR möglich war entzieht sich meiner Kenntnis


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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zuletzt bearbeitet 22.07.2016 22:45 | nach oben springen

#633

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 22:49
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #632


um den Scheck einzulösen, musste auch die Scheckkarte vorgelegt werden ( Bonität wurde bis 400 DM garantiert egal wie das Konto aussah), mit unter auch der Perso ( oder Reisepass)


Bist Du Dir da sicher? Mal angenommen, ich hätte Dir den Stern Deines Mercedes zu Euroscheckzeiten für 300 DM abgekauft - ich hätte Dir garantiert nicht zu dem Scheck auch noch die Karte gegeben.

Nebenbei: Beim einzigen Mal, bei dem ich einen Euroscheck zum Einkauf genutzt habe -Möbelkauf - haben die sich auch mit dem Scheck alleine zufrieden gegeben - das war nun natürlich in Alt-Bundesdeutschland. Anderenfalls hätte ich ihnen auch ihre Möbel stehen gelassen.

Gruss

icke



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#634

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 22:59
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Zum Beitrag #633 v. Icke 46.
Wer im Intershop Berlin-Schönefeld, gelegen am Flughafen Berlin-Schönefeld und dem S-Bahnhof Schönefeld, als DDR-Bürger einkaufen ging brauchte nichts weiter als den Scheck. Damit war die Sache erledigt.

Gruß Grenzerhans


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#635

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 23:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #633
Zitat von Gert im Beitrag #632


um den Scheck einzulösen, musste auch die Scheckkarte vorgelegt werden ( Bonität wurde bis 400 DM garantiert egal wie das Konto aussah), mit unter auch der Perso ( oder Reisepass)


Bist Du Dir da sicher? Mal angenommen, ich hätte Dir den Stern Deines Mercedes zu Euroscheckzeiten für 300 DM abgekauft - ich hätte Dir garantiert nicht zu dem Scheck auch noch die Karte gegeben.

Nebenbei: Beim einzigen Mal, bei dem ich einen Euroscheck zum Einkauf genutzt habe -Möbelkauf - haben die sich auch mit dem Scheck alleine zufrieden gegeben - das war nun natürlich in Alt-Bundesdeutschland. Anderenfalls hätte ich ihnen auch ihre Möbel stehen gelassen.

Gruss

icke




einen solchen Aufwand haben DDR Bürger nicht gemacht. Die haben diesen Stern mir nachts geklaut. Danach hab ich ihn bei ddr besuchen immer ausgebaut ( ging ganz einfach von innen aus der Motorhaube ) Bei einer Anzeige bei der VP sagte mir der zuständige Sachbeabreiter, dass das bei DDR Fahrzeugen , also Trabis, auch vorkommt, dass das Markenzeichen geklaut wird. Ich wusste nicht ob ich nen Schreikrampf kriege oder bewusstlos umfalle.
Zu deinem Scheck, natürlich wurde der von der Bank eingelöst, wenn e rok war und du Kredit hattest. Wenn du aber sicher sein wolltest, war die Scheckkarte die Garantie der Einlösung auch bei überzogenem Konto. Sie hatte eine Nummer und die hat man auf dem Scheck vermerkt. Ich habe auch mit Schecks bezahlt und ich schaue wohl auch vertrauenerweckend in die Landschaft sodass nicht immer die Karte verlangt wurde


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#636

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 23:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Grenzerhans im Beitrag #634
Zum Beitrag #633 v. Icke 46.
Wer im Intershop Berlin-Schönefeld, gelegen am Flughafen Berlin-Schönefeld und dem S-Bahnhof Schönefeld, als DDR-Bürger einkaufen ging brauchte nichts weiter als den Scheck. Damit war die Sache erledigt.

Gruß Grenzerhans



mit Schecks des DDR Bankensystems ? Wie sollten denn DDR Bürger an Euroschecks kommen ? die waren auf Banken in Westdeutschland oder Westberlin ausgestellt, also auch nur auf DM oder andere frei konvertierbare europäische Währungen aber nicht auf Mark der DDR oder Forumschecks oder wie all die Ersatzwährungen dort hießen

hier mal zum anschauen das Formular
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurocheque


.
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zuletzt bearbeitet 22.07.2016 23:21 | nach oben springen

#637

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 23:31
von icke46 | 2.593 Beiträge

Das ist jetzt zwar total OT: Aber was mich mal interessieren würde:

Eine Kollegin in meiner früheren Firma (sprich vor über 30 Jahren), deren Mann eine Fahrschule hatte, bestückt mit VW Golf und eben auch Mercedes, hatte mir mal erzählt, dass das Weglassen des stehenden Sterns auf der Motorhaube extra kostete - kannst Du denn das bestätigen?

Gruss

icke



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#638

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 23:32
von passport | 2.631 Beiträge

Vielleicht hat sich Uwe vertippt und meint den Forum-Scheck ?





passport


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#639

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.07.2016 23:53
von icke46 | 2.593 Beiträge

Man kommt nun zwar voll vom Thema ab - aber wenn ich das Bild sehe mit einem 50-Pfennig-Forumsscheck, drängt sich mir die Frage auf: In welcher Stückelung gab es die denn - womöglich wirklich von 1 Pfennig bis 100 Mark und darüber?

Gruss

icke



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#640

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.07.2016 01:19
von StabsfeldKoenig | 2.643 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #636
Zitat von Grenzerhans im Beitrag #634
Zum Beitrag #633 v. Icke 46.
Wer im Intershop Berlin-Schönefeld, gelegen am Flughafen Berlin-Schönefeld und dem S-Bahnhof Schönefeld, als DDR-Bürger einkaufen ging brauchte nichts weiter als den Scheck. Damit war die Sache erledigt.

Gruß Grenzerhans



mit Schecks des DDR Bankensystems ? Wie sollten denn DDR Bürger an Euroschecks kommen ? die waren auf Banken in Westdeutschland oder Westberlin ausgestellt, also auch nur auf DM oder andere frei konvertierbare europäische Währungen aber nicht auf Mark der DDR oder Forumschecks oder wie all die Ersatzwährungen dort hießen

hier mal zum anschauen das Formular
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurocheque



Ein DDR-Bürger konnte eine Erbschaft in der BDR machen. Dabei wäre es theoretisch denkbar, daß er ein Konto in der BRD erbt, für das ihm die bank Euro-Schecks ausstellt. Über das Guthaben hätte man dann von der DDR aus verfügen können (Abhebung in Forum-Schecks, Käufe bei GENEX usw.), wobei für diese Verfügungen Euro-Schecks eingesetzt werden könnten.



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