#321

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 09:39
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Da hier auch ziemlich viel über die Kaderakte geschrieben wurde und was da so alles drin gewesen sein sollte.

In meinem Betrieb wurden im Zuge der Umstellung der Kaderabteilung zur Personalabteilung im Frühjahr 1990 allen Mitarbeitern freigestellt Einsicht in ihre Akte zu nehmen.
Wir bekamen die Akte ausgehändigt, konnten sie mit an den Arbeitsplatz nehmen und in Ruhe "ausmisten". Jedenfalls habe ich das gemacht.
Was ich nicht in der Akte gefunden habe waren "Spitzelberichte" oder andere "Berichte" welche von FDJ-Sekretären, Gewerkschaftsfuzzis oder Parteisekretären ohne mein Wissen geschrieben worden sind, so zum Beispiel Einschätzungen meiner politischen Einstellung, familiärer Verhältnisse und was hier noch mehr vermutet wird.....

Es waren alle selbst geschriebenen Lebensläufe enthalten (seit Studium, nichts aus der Schule und/oder Lehre), Personalfragebögen von den Einrichtungen, Betrieben in denen ich gearbeitet habe.
Ebenso waren die im Laufe des Arbeitsleben vom Vorgesetzten verfassten Beurteilungen, aus welchem Anlass auch immer sie fabriziert worden, enthalten. Diese waren aber alle bekannt und damals abgezeichnet. Eine Kopie dieser Beurteilungen erhielt man selber.
Nachweise über Lehrgänge, Schulungen etc. waren ebenso abgeheftet.
Wichtig natürlich die Arbeitsverträge und Änderungen selbiger, meist Gehaltliche und/oder Aufgabenänderungen.
Vermerke über Auszeichnungen und Prämien, allerdings keine über die JEP.

Also alles Sachen von denen man wußte, keine "Geheimnisse" in dem Sinne.

Für mich unbekannt waren in der Akte nur "Berichte" welche im quartalsmäßigen Rhythmus über einen Zeitraum von drei Jahren an eine "staatliche" Einrichtung über mich verfasst wurden und von deren Existenz ich nichts wußte aber mir im Nachgang deren Existenz erklären konnte.

Sehr viele Sachen habe ich aus der Akte damals entfernt und an mich genommen.
Dicke Akte abgeholt, dünne wieder hingebracht.......


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#322

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 09:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Jetzt frag ich mich, wenn ich mir die Beiträge seit #243 so anschaue, was genau ich an diesem Beitrag wohl falsch verstanden hab. Na egal, aber das mit den Telefonnummer @FED, da sag ich mal *breites_grins*
Ein Verweis auf http://www.clio-online.de/web=26734 hätte dann doch nur weiter verwirrt?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#323

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 13:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #321
Da hier auch ziemlich viel über die Kaderakte geschrieben wurde und was da so alles drin gewesen sein sollte.

In meinem Betrieb wurden im Zuge der Umstellung der Kaderabteilung zur Personalabteilung im Frühjahr 1990 allen Mitarbeitern freigestellt Einsicht in ihre Akte zu nehmen.
Wir bekamen die Akte ausgehändigt, konnten sie mit an den Arbeitsplatz nehmen und in Ruhe "ausmisten". Jedenfalls habe ich das gemacht.
Was ich nicht in der Akte gefunden habe waren "Spitzelberichte" oder andere "Berichte" welche von FDJ-Sekretären, Gewerkschaftsfuzzis oder Parteisekretären ohne mein Wissen geschrieben worden sind, so zum Beispiel Einschätzungen meiner politischen Einstellung, familiärer Verhältnisse und was hier noch mehr vermutet wird.....

Es waren alle selbst geschriebenen Lebensläufe enthalten (seit Studium, nichts aus der Schule und/oder Lehre), Personalfragebögen von den Einrichtungen, Betrieben in denen ich gearbeitet habe.
Ebenso waren die im Laufe des Arbeitsleben vom Vorgesetzten verfassten Beurteilungen, aus welchem Anlass auch immer sie fabriziert worden, enthalten. Diese waren aber alle bekannt und damals abgezeichnet. Eine Kopie dieser Beurteilungen erhielt man selber.
Nachweise über Lehrgänge, Schulungen etc. waren ebenso abgeheftet.
Wichtig natürlich die Arbeitsverträge und Änderungen selbiger, meist Gehaltliche und/oder Aufgabenänderungen.
Vermerke über Auszeichnungen und Prämien, allerdings keine über die JEP.

Also alles Sachen von denen man wußte, keine "Geheimnisse" in dem Sinne.

Für mich unbekannt waren in der Akte nur "Berichte" welche im quartalsmäßigen Rhythmus über einen Zeitraum von drei Jahren an eine "staatliche" Einrichtung über mich verfasst wurden und von deren Existenz ich nichts wußte aber mir im Nachgang deren Existenz erklären konnte.

Sehr viele Sachen habe ich aus der Akte damals entfernt und an mich genommen.
Dicke Akte abgeholt, dünne wieder hingebracht.......


Gruß
Nostalgiker


rotmark. das konnte ich in meinen Firmen schon in den 60 er Jahren und natürlich auch danach jederzeit, in meine Personalakte schauen. Ich dachte das wäre unter Arbeitern und Bauern eine Selbstverständlichkeit, wie ich nun erfahre mitnichten, überrascht mich. War bestimmt auch die Stasi dran schuld


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#324

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 14:24
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert, jetzt überrascht mich aber Deine Ahnungslosigkeit.
Die Kaderakte, wie die Personalakte in der DDR hieß, war vor allem für denjenigen über den sie geführt wurde ein hochgeheimes Dokument.
Nur im Beisein eines Mitarbeiters der Kaderabtteilung hätte ich in meine Akte schauen dürfen. Wobei dazu zu sagen ist, ich mußte schon ganz genau sagen; ich möchte bitte mal die Zwischenbeurteilung vom mm.jj sehen, mit allgemeinen Wünschen hast Du auf Granit gebissen.

Außerdem wurde die Akte bei Wechsel der Arbeitsstelle weitergegeben, die Kaderakte "begleitete" Dich dein gesamtes Arbeitsleben.......

Dadurch konnte ein Arbeitsstellenwechsel mit einem gewissen Risiko behaftet sein.
Auch wenn überall Arbeitskräfte gesucht wurden oder Du auf "Empfehlung", Beziehung oder sonstwas eine neue Stelle haben wolltest, das Gespräch bereits geführt war, forderte der neue Betrieb erstmal Deine Kaderakte an.
Fiel Dir da etwas auf die Füsse, konnte der "neue" Betrieb von seiner Einstellungsabsicht zurücktreten, Begründung warum war nicht erforderlich und Dein "alter" Betrieb wußte spätestens mit der Anforderung der Akte, die Kaderabteilung mußte den zuständig Leiter über den Vorgang informieren, das Du den Betrieb verlassen möchtest.
Klappte der Wechsel aus genannten Gründen nicht hattest anschließend keinen besonders guten Stand im Betrieb.
Besonders schlecht waren diejenigen dran welche im Gefühl das ganze klappt, nach dem ersten Gespräch und bevor die Akte angefordert wurde, die Kündigung abgaben. Klappte der Wechsel nämlich nicht, gekündigt war gekündigt und in den seltensten Fällen war der alte Betrieb bereit Deine Rücknahme der Kündigung zu akzeptieren.


Gruß
Nostalgiker


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#325

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 17:29
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Als meine Schwestern (Zwillinge) flügge wurden und sie anfingen, sich für Männer zu interessieren, sagte mein Vater mal beiläufig, wenn die mit einem festen Freund ankommen, wird er erst mal die Kaderakte anfordern, um sich ein Bild zu machen, ob es ein ordentlicher Kerl ist und eine ordentliche Arbeit macht. Ja, so kann man auch Einfluss auf seine Töchter nehmen. Bezüglich meiner Freundin hatte er nicht solchge Äußerungen getan, meine erste feste Freundin war aber die Tochter eines Kaderleiters. Hatte sie beim Tanz kennengelernt.
Meines Vaters Vorhaben waren aber in dem Sinne nutzlos, da meine Schwestern eine Vorliebe für Ausländer hatten. Die eine ist mit ihrer Freundin mit 16 Jahren ihrem Freund, Musiker in einer tschechischen Kapelle, hinterhergereist. Aus heutiger Sicht kann ich mir vorstellen, was für schlaflose Nächte meine Eltern durchgestanden haben. Was war ich doch dagegen für ein braver, unkomplizierter Junge, bei dem meine Mutter nur die Sorge hatte, daß ich mal wegen meiner Gutmütigkeit (damals) an ein "Flittchen" gerate, was auch immer meine Mutter darunter verstand.



IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#326

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 21:39
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #318
Zitat von Eisenacher im Beitrag #317
Du brauchst bloß einen Nachweis, dass dich die Kollegen auch bespitzelt haben und schon bekommst Du den Opferstatus und brauchst nicht blechen.


Sorry, aber so einfach ist es nicht.

Und den Opferstatus sollten wir alle den tatsächlichen Opfern bewahren! Auch wenn das missbraucht wird!
Also, @frank, bitte keine Denunziation, auch wenn Ihr es so gelernt habt, vor über 20 Jahren!

VG Huf


auch wenn es für mich nicht bestimmt war ! hier geht's um's prinzip !! auf gut deutsch gesagt habe ich in meinem leben noch keinen menschen in dieser hinsicht 'angeschissen' und würde dies auch niemals tun ! ( dies trifft auch für so 'manche' - 'viele' - mfs -mitarbeiter ebenfals zu ) ! den 'spieß mal umgedreht' betrachtet , vielleicht hast du ja irgendwelche 'erfahrungen' in deiner vergangenheit die dieses thema betreffen ? zu meiner wenigkeit zu sagen, mir wurde sowas nicht gelehrt ( denunz...du weißt schon) ! noch ne frage : wie fühlt man sich so wenn man öffentlich an den 'pranger' gestellt wird oder in den verdacht gerät !!!???



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#327

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.12.2012 22:03
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #324
@Gert, jetzt überrascht mich aber Deine Ahnungslosigkeit.
Die Kaderakte, wie die Personalakte in der DDR hieß, war vor allem für denjenigen über den sie geführt wurde ein hochgeheimes Dokument.
Nur im Beisein eines Mitarbeiters der Kaderabtteilung hätte ich in meine Akte schauen dürfen. Wobei dazu zu sagen ist, ich mußte schon ganz genau sagen; ich möchte bitte mal die Zwischenbeurteilung vom mm.jj sehen, mit allgemeinen Wünschen hast Du auf Granit gebissen.

Außerdem wurde die Akte bei Wechsel der Arbeitsstelle weitergegeben, die Kaderakte "begleitete" Dich dein gesamtes Arbeitsleben.......

Dadurch konnte ein Arbeitsstellenwechsel mit einem gewissen Risiko behaftet sein.
Auch wenn überall Arbeitskräfte gesucht wurden oder Du auf "Empfehlung", Beziehung oder sonstwas eine neue Stelle haben wolltest, das Gespräch bereits geführt war, forderte der neue Betrieb erstmal Deine Kaderakte an.
Fiel Dir da etwas auf die Füsse, konnte der "neue" Betrieb von seiner Einstellungsabsicht zurücktreten, Begründung warum war nicht erforderlich und Dein "alter" Betrieb wußte spätestens mit der Anforderung der Akte, die Kaderabteilung mußte den zuständig Leiter über den Vorgang informieren, das Du den Betrieb verlassen möchtest.
Klappte der Wechsel aus genannten Gründen nicht hattest anschließend keinen besonders guten Stand im Betrieb.
Besonders schlecht waren diejenigen dran welche im Gefühl das ganze klappt, nach dem ersten Gespräch und bevor die Akte angefordert wurde, die Kündigung abgaben. Klappte der Wechsel nämlich nicht, gekündigt war gekündigt und in den seltensten Fällen war der alte Betrieb bereit Deine Rücknahme der Kündigung zu akzeptieren.


Gruß
Nostalgiker



In der Handhabung der Kaderakte, wie du sie nennst, in der DDR bin ich wirklich ahnungslos. Mein gesamtes Berufsleben dort war eine Lehre in einem Handwerksberuf, danach NVA, Abt. GT und einige Monate nach der Entlassung aus den GT habe ich mich selbst entlassen-aus der DDR Staatsbürgerschaft. So hatte ich in meinem Leben danach nur mit Personalakten zu tun. In diese konnte man auf Verlangen jederzeit Einsicht nehmen. Das hielt die Personalsachbearbeiter schon dazu an, nur reale Dokumente in dieser Akte zu sammeln, sonst liefen sie Gefahr, dass man ihnen selbige um die Ohren haute.

Über diese Lehrzeit in der DDR und die Dienstzeit bei der NVA muss es aber eine Kaderakte über mich gegeben haben. Denn nach NVA Zeit habe ich mich bei einer Ingenieurschule um ein Studienplatz beworben ( ich hatte auf Abendschule die mittlere Reife, später 10 klassige polytechnische Oberschule nachgeholt). Trotz guter Zeugnisse bekam ich eine fadenscheinig begründete Ablehnung. Ich vermute mal, da stand schon allerhand Schei... über mich drin, auf der die Ing. Schule ihre Ablehnung gründete. Ich war kein DDR Bürger mit einem optimalen cw Wert, um mal dieses Lehnwort aus dem Automobilbau zu benutzen. Wäre ich dort geblieben, so hätte ich sicher das eine oder andere oder auch alle Organe der größten und schönsten DDR der Welt kennengelernt.
Diese Haltung des Staates gegen mich war dann letztlich der Auslöser, intensiv die R-Flucht vorzubereiten. In West-D hatte ich dann alle Chancen und ich habe sie gut genutzt. Deswegen argumentierte ich in der Vergangenheit so und werde es auch in der Zukunft so machen. Für mich sind die Kommunisten die Underdogs der europäischen Gesellschaften und politischen Bewegungen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#328

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 08:35
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert, schade! Ohne Deinen verbalen, aus meiner Sicht völlig unnötigen letzten Satz in Deinem Beitrag, Ausfall welcher, nun ja, einer "gestrigen" Geisteshaltung entspricht, wäre es mal ein gelungener Beitrag von Dir gewesen und auch ich hätte sagen können; ei schau da, der @Gert schafft es auch mich (positiv) zu überraschen. Es war wohl der übermächtige Zwang einer schlechten Angewohnheit und ist mit Verlaub auch noch sachlich falsch.
Was ist denn mit den außereuropäischen Kommunisten? Zählen die nicht und wenn ja wieso sind sie keine "Underdogs"?

Vielleicht ist es Dir in Deinem Leben bisher entgangen, genau diese "Underdogs" starben in einer sehr dunklen Zeit in Deutschland und in besetzten europäischen Ländern unter anderem dafür das genau Du heute in Freiheit und einer halbwegs demokratischen Gesellschaft solch eine menschenverachtende Äußerung in die Welt hinausposaunen darfst.

Denk mal drüber nach.

Nostalgiker


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Text: Kurt Demmler

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#329

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 09:31
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #327
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #324
@Gert, jetzt überrascht mich aber Deine Ahnungslosigkeit.
Die Kaderakte, wie die Personalakte in der DDR hieß, war vor allem für denjenigen über den sie geführt wurde ein hochgeheimes Dokument.
Nur im Beisein eines Mitarbeiters der Kaderabtteilung hätte ich in meine Akte schauen dürfen. Wobei dazu zu sagen ist, ich mußte schon ganz genau sagen; ich möchte bitte mal die Zwischenbeurteilung vom mm.jj sehen, mit allgemeinen Wünschen hast Du auf Granit gebissen.

Außerdem wurde die Akte bei Wechsel der Arbeitsstelle weitergegeben, die Kaderakte "begleitete" Dich dein gesamtes Arbeitsleben.......

Dadurch konnte ein Arbeitsstellenwechsel mit einem gewissen Risiko behaftet sein.
Auch wenn überall Arbeitskräfte gesucht wurden oder Du auf "Empfehlung", Beziehung oder sonstwas eine neue Stelle haben wolltest, das Gespräch bereits geführt war, forderte der neue Betrieb erstmal Deine Kaderakte an.
Fiel Dir da etwas auf die Füsse, konnte der "neue" Betrieb von seiner Einstellungsabsicht zurücktreten, Begründung warum war nicht erforderlich und Dein "alter" Betrieb wußte spätestens mit der Anforderung der Akte, die Kaderabteilung mußte den zuständig Leiter über den Vorgang informieren, das Du den Betrieb verlassen möchtest.
Klappte der Wechsel aus genannten Gründen nicht hattest anschließend keinen besonders guten Stand im Betrieb.
Besonders schlecht waren diejenigen dran welche im Gefühl das ganze klappt, nach dem ersten Gespräch und bevor die Akte angefordert wurde, die Kündigung abgaben. Klappte der Wechsel nämlich nicht, gekündigt war gekündigt und in den seltensten Fällen war der alte Betrieb bereit Deine Rücknahme der Kündigung zu akzeptieren.


Gruß
Nostalgiker



In der Handhabung der Kaderakte, wie du sie nennst, in der DDR bin ich wirklich ahnungslos. Mein gesamtes Berufsleben dort war eine Lehre in einem Handwerksberuf, danach NVA, Abt. GT und einige Monate nach der Entlassung aus den GT habe ich mich selbst entlassen-aus der DDR Staatsbürgerschaft. So hatte ich in meinem Leben danach nur mit Personalakten zu tun. In diese konnte man auf Verlangen jederzeit Einsicht nehmen. Das hielt die Personalsachbearbeiter schon dazu an, nur reale Dokumente in dieser Akte zu sammeln, sonst liefen sie Gefahr, dass man ihnen selbige um die Ohren haute.

Über diese Lehrzeit in der DDR und die Dienstzeit bei der NVA muss es aber eine Kaderakte über mich gegeben haben. Denn nach NVA Zeit habe ich mich bei einer Ingenieurschule um ein Studienplatz beworben ( ich hatte auf Abendschule die mittlere Reife, später 10 klassige polytechnische Oberschule nachgeholt). Trotz guter Zeugnisse bekam ich eine fadenscheinig begründete Ablehnung. Ich vermute mal, da stand schon allerhand Schei... über mich drin, auf der die Ing. Schule ihre Ablehnung gründete. Ich war kein DDR Bürger mit einem optimalen cw Wert, um mal dieses Lehnwort aus dem Automobilbau zu benutzen. Wäre ich dort geblieben, so hätte ich sicher das eine oder andere oder auch alle Organe der größten und schönsten DDR der Welt kennengelernt.
Diese Haltung des Staates gegen mich war dann letztlich der Auslöser, intensiv die R-Flucht vorzubereiten. In West-D hatte ich dann alle Chancen und ich habe sie gut genutzt. Deswegen argumentierte ich in der Vergangenheit so und werde es auch in der Zukunft so machen. Für mich sind die Kommunisten die Underdogs der europäischen Gesellschaften und politischen Bewegungen.




Na nun bin ich aber überrascht,vor kurzen haste noch geschrieben.Das Dir die Genossen keine Bildung zukommen lassen haben.Aber alle Achtung Abendschule und nebenbei noch arbeiten
Na bei mir war es etwas anders--konnte in meinen 2 Beruf,die Aufbaulehrgänge während der regulären Arbeitszeit machen.Da hatten die wohl einen guten Riecher gehabt.


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#330

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 09:50
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #329
Zitat von Gert im Beitrag #327
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #324
@Gert, jetzt überrascht mich aber Deine Ahnungslosigkeit.
Die Kaderakte, wie die Personalakte in der DDR hieß, war vor allem für denjenigen über den sie geführt wurde ein hochgeheimes Dokument.
Nur im Beisein eines Mitarbeiters der Kaderabtteilung hätte ich in meine Akte schauen dürfen. Wobei dazu zu sagen ist, ich mußte schon ganz genau sagen; ich möchte bitte mal die Zwischenbeurteilung vom mm.jj sehen, mit allgemeinen Wünschen hast Du auf Granit gebissen.

Außerdem wurde die Akte bei Wechsel der Arbeitsstelle weitergegeben, die Kaderakte "begleitete" Dich dein gesamtes Arbeitsleben.......

Dadurch konnte ein Arbeitsstellenwechsel mit einem gewissen Risiko behaftet sein.
Auch wenn überall Arbeitskräfte gesucht wurden oder Du auf "Empfehlung", Beziehung oder sonstwas eine neue Stelle haben wolltest, das Gespräch bereits geführt war, forderte der neue Betrieb erstmal Deine Kaderakte an.
Fiel Dir da etwas auf die Füsse, konnte der "neue" Betrieb von seiner Einstellungsabsicht zurücktreten, Begründung warum war nicht erforderlich und Dein "alter" Betrieb wußte spätestens mit der Anforderung der Akte, die Kaderabteilung mußte den zuständig Leiter über den Vorgang informieren, das Du den Betrieb verlassen möchtest.
Klappte der Wechsel aus genannten Gründen nicht hattest anschließend keinen besonders guten Stand im Betrieb.
Besonders schlecht waren diejenigen dran welche im Gefühl das ganze klappt, nach dem ersten Gespräch und bevor die Akte angefordert wurde, die Kündigung abgaben. Klappte der Wechsel nämlich nicht, gekündigt war gekündigt und in den seltensten Fällen war der alte Betrieb bereit Deine Rücknahme der Kündigung zu akzeptieren.


Gruß
Nostalgiker



In der Handhabung der Kaderakte, wie du sie nennst, in der DDR bin ich wirklich ahnungslos. Mein gesamtes Berufsleben dort war eine Lehre in einem Handwerksberuf, danach NVA, Abt. GT und einige Monate nach der Entlassung aus den GT habe ich mich selbst entlassen-aus der DDR Staatsbürgerschaft. So hatte ich in meinem Leben danach nur mit Personalakten zu tun. In diese konnte man auf Verlangen jederzeit Einsicht nehmen. Das hielt die Personalsachbearbeiter schon dazu an, nur reale Dokumente in dieser Akte zu sammeln, sonst liefen sie Gefahr, dass man ihnen selbige um die Ohren haute.

Über diese Lehrzeit in der DDR und die Dienstzeit bei der NVA muss es aber eine Kaderakte über mich gegeben haben. Denn nach NVA Zeit habe ich mich bei einer Ingenieurschule um ein Studienplatz beworben ( ich hatte auf Abendschule die mittlere Reife, später 10 klassige polytechnische Oberschule nachgeholt). Trotz guter Zeugnisse bekam ich eine fadenscheinig begründete Ablehnung. Ich vermute mal, da stand schon allerhand Schei... über mich drin, auf der die Ing. Schule ihre Ablehnung gründete. Ich war kein DDR Bürger mit einem optimalen cw Wert, um mal dieses Lehnwort aus dem Automobilbau zu benutzen. Wäre ich dort geblieben, so hätte ich sicher das eine oder andere oder auch alle Organe der größten und schönsten DDR der Welt kennengelernt.
Diese Haltung des Staates gegen mich war dann letztlich der Auslöser, intensiv die R-Flucht vorzubereiten. In West-D hatte ich dann alle Chancen und ich habe sie gut genutzt. Deswegen argumentierte ich in der Vergangenheit so und werde es auch in der Zukunft so machen. Für mich sind die Kommunisten die Underdogs der europäischen Gesellschaften und politischen Bewegungen.




Na nun bin ich aber überrascht,vor kurzen haste noch geschrieben.Das Dir die Genossen keine Bildung zukommen lassen haben.Aber alle Achtung Abendschule und nebenbei noch arbeiten
Na bei mir war es etwas anders--konnte in meinen 2 Beruf,die Aufbaulehrgänge während der regulären Arbeitszeit machen.Da hatten die wohl einen guten Riecher gehabt.



Rostocker, für Abendschule brauchte ich die Genossen seltsamerweise nicht zu fragen, das war ohne jegliche Zusagen von Dritten zu erreichen
Aber es war hart, da ich einen Lehrberuf mit schwerer körperlicher Arbeit ausüben musste und mit 14 , 15 Jahren bist du noch nicht der Kräftigste. So hatte ich mit 17 einen guten Gesellenbrief und das Abschlusszeugnis Mittlere Reife, so hiess das damals. So war das damals.

OK gehe jetzt Tennis spielen, natürlich in der Halle es schneit draussen.


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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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#331

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 09:50
von Gelöschtes Mitglied
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Ich sehe es auch wie Nostalgiker, die "Underdogs" der Geschichte sind nicht die Kommunisten, sondern diejenigen, die sie bis zum heutigem Tage verfolgen, diffamieren und diskreditieren. Imperialismus ist nun mal sterbend, faulend und parasitär. Das zeigt er tagtäglich !!!

Vierkrug


passport und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#332

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 13:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #331
Ich sehe es auch wie Nostalgiker, die "Underdogs" der Geschichte sind nicht die Kommunisten, sondern diejenigen, die sie bis zum heutigem Tage verfolgen, diffamieren und diskreditieren. Imperialismus ist nun mal sterbend, faulend und parasitär. Das zeigt er tagtäglich !!!

Vierkrug


Halten wir uns doch mal an die Fakten, Vierkrug, und die sind wie folgt :

seit 1989 sind sämtliche ehemalige Ostblockstaaten einschliesslich des Mutterlandes des Kommunismus in einer gesellschaftlichen Transformation weg vom Kommunismus, desweiteren Albanien, das früher Jugoslawien, Kambodscha,
Die Volksrepublik China und die Republik Vietnam sind zwar noch durch komm. Regierungen geführt, aber die gesellschaftliche Entwicklung ist eine kapitalistische. Dieser Widerspruch wird über kurz oder lang sicher beseitigt und zwar nicht als Rückwärtsrolle sondern progressiv zu einer leistungsfähigen Volkswirtschaft mit einem entspr. Lebenssstandard für die Bevölkerung. Dieses Jahrhundert wird das asiatische, die neue Großmacht China ist schon am Horizont erkennbar.

Was bleibt: der Steinzeitkommunismus in Kuba ( ich war dort, es ist grauslich, die Menschen sind so arm und natürlich auf der Insel eingesperrt, das Markenzeichen kommunistischer Diktaturen) und letztlich Nordkorea, die hardcoreversion kommunistischer Diktaturen.
Die ehemals bedeutenden westeuropäischen KP's in Italien und Frankreich sind in die Bedeutungslosigkeit abgeglitten.
Zusammenfassend meine Wertung, der Marx'sche Spuk in Europa ist fast vorbei. Der Rest ist marginal und kann vernachlässigt werden.
Richtig : Imperialismus ist nicht mehr gefragt : Der Sowjetimperialismus ist schon sehr zahm geworden, der amerikanische wird es auch noch, seine Schulden müssen nur noch etwas anwachsen, dann werden sie von selbst implodieren.
Diffamieren braucht man sie(die Kommunisten ) nicht. Sie haben weltweit genug Steilvorlagen geliefert für entsprechende Negativwertungen.


.
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#333

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 13:37
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #332
Zitat von Vierkrug im Beitrag #331
Ich sehe es auch wie Nostalgiker, die "Underdogs" der Geschichte sind nicht die Kommunisten, sondern diejenigen, die sie bis zum heutigem Tage verfolgen, diffamieren und diskreditieren. Imperialismus ist nun mal sterbend, faulend und parasitär. Das zeigt er tagtäglich !!!

Vierkrug


Halten wir uns doch mal an die Fakten, Vierkrug, und die sind wie folgt :

seit 1989 sind sämtliche ehemalige Ostblockstaaten einschliesslich des Mutterlandes des Kommunismus in einer gesellschaftlichen Transformation weg vom Kommunismus, desweiteren Albanien, das früher Jugoslawien, Kambodscha,
Die Volksrepublik China und die Republik Vietnam sind zwar noch durch komm. Regierungen geführt, aber die gesellschaftliche Entwicklung ist eine kapitalistische. Dieser Widerspruch wird über kurz oder lang sicher beseitigt und zwar nicht als Rückwärtsrolle sondern progressiv zu einer leistungsfähigen Volkswirtschaft mit einem entspr. Lebenssstandard für die Bevölkerung. Dieses Jahrhundert wird das asiatische, die neue Großmacht China ist schon am Horizont erkennbar.

Was bleibt: der Steinzeitkommunismus in Kuba ( ich war dort, es ist grauslich, die Menschen sind so arm und natürlich auf der Insel eingesperrt, das Markenzeichen kommunistischer Diktaturen) und letztlich Nordkorea, die hardcoreversion kommunistischer Diktaturen.
Die ehemals bedeutenden westeuropäischen KP's in Italien und Frankreich sind in die Bedeutungslosigkeit abgeglitten.
Zusammenfassend meine Wertung, der Marx'sche Spuk in Europa ist fast vorbei. Der Rest ist marginal und kann vernachlässigt werden.
Richtig : Imperialismus ist nicht mehr gefragt : Der Sowjetimperialismus ist schon sehr zahm geworden, der amerikanische wird es auch noch, seine Schulden müssen nur noch etwas anwachsen, dann werden sie von selbst implodieren.
Diffamieren braucht man sie(die Kommunisten ) nicht. Sie haben weltweit genug Steilvorlagen geliefert für entsprechende Negativwertungen.





Das mag in vielen Punkten der Stand von heute sein aber es wird Dir nicht entgangen sein, daß nicht nur in den Schwellenländern sondern auch in Europa quer durch die sozialen Schichten hin und wieder über eine Alternative zum heutigen Kapitalismus nachgedacht wird. Dabei ist bestimmt nicht an einen Kommunismus gedacht, aber es läuft auf Eigentumsformen und Zügelung von Privatunternehmen, die von konservativen Kräften sofort als Kommunismus, diesem Schreckenswort, verteufelt werden. Bei den Bankenkrisen wurde ja das Wort "systemrelevant" verwendet. Was meinst Du, was damit gemeint war ? Mit dem System ist die heutige Eigentumsform gemeint. Es wird Dir nicht gefallen, aber diese Entwicklung wird sich verstärken, weil es in Europa, insbes. den westeuropäischen Staaten wegen der wachsenden Konkurrenz der Schwellenländer und eben auch China wirtschaftlich schwieriger wird. Die Großunternehmen und Banken werden nicht auf ihre Gewinnne verzichten wollen und so wird es ein soziales Abwärts für die unteren 2/3 der Bevölkerung geben. Auch China wird kein grenzenloses Wachstum haben. Die Preise für Rohstoffe werden auch für China steigen und die Löhne dort steigen auch und wenn dann wegen relativer Verarmung großer Teile der Industrieländer die Kaufkraft, auch für Importe, sinkt, wird auch in z.B. China der Absatz rückläufig sein und damit die dortige Arbeitslosigkeit steigen. Und Du, gert, kannst froh sein, wenn sich das so lange hinzögert, daß Du es nicht mehr mitbekommst. hatte es vor einiger zeit schon mal woanders geschrieben: Wir werden uns hier in Mitteleuropa mal auf einem Niveau von Süditalien oder Portugal wiederfinden. Das wird möglicherweise noch 2 oder drei Generationen dauern (wenn wir Glück haben), aber es wird kommen, das ist meine Überzeugung. Die Globalisierung fördert eine relative Angleichung der materiellen Lebensniveaus.



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#334

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 14:31
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Gert im Beitrag #332
Zitat von Vierkrug im Beitrag #331
Ich sehe es auch wie Nostalgiker, die "Underdogs" der Geschichte sind nicht die Kommunisten, sondern diejenigen, die sie bis zum heutigem Tage verfolgen, diffamieren und diskreditieren. Imperialismus ist nun mal sterbend, faulend und parasitär. Das zeigt er tagtäglich !!!

Vierkrug


Halten wir uns doch mal an die Fakten, Vierkrug, und die sind wie folgt :

seit 1989 sind sämtliche ehemalige Ostblockstaaten einschliesslich des Mutterlandes des Kommunismus in einer gesellschaftlichen Transformation weg vom Kommunismus, desweiteren Albanien, das früher Jugoslawien, Kambodscha,
Die Volksrepublik China und die Republik Vietnam sind zwar noch durch komm. Regierungen geführt, aber die gesellschaftliche Entwicklung ist eine kapitalistische. Dieser Widerspruch wird über kurz oder lang sicher beseitigt und zwar nicht als Rückwärtsrolle sondern progressiv zu einer leistungsfähigen Volkswirtschaft mit einem entspr. Lebenssstandard für die Bevölkerung. Dieses Jahrhundert wird das asiatische, die neue Großmacht China ist schon am Horizont erkennbar.

Was bleibt: der Steinzeitkommunismus in Kuba ( ich war dort, es ist grauslich, die Menschen sind so arm und natürlich auf der Insel eingesperrt, das Markenzeichen kommunistischer Diktaturen) und letztlich Nordkorea, die hardcoreversion kommunistischer Diktaturen.
Die ehemals bedeutenden westeuropäischen KP's in Italien und Frankreich sind in die Bedeutungslosigkeit abgeglitten.
Zusammenfassend meine Wertung, der Marx'sche Spuk in Europa ist fast vorbei. Der Rest ist marginal und kann vernachlässigt werden.
Richtig : Imperialismus ist nicht mehr gefragt : Der Sowjetimperialismus ist schon sehr zahm geworden, der amerikanische wird es auch noch, seine Schulden müssen nur noch etwas anwachsen, dann werden sie von selbst implodieren.
Diffamieren braucht man sie(die Kommunisten ) nicht. Sie haben weltweit genug Steilvorlagen geliefert für entsprechende Negativwertungen.





Du hast zwar vom Urkommunisten Karl Marx ein schönes Zitat unten stehen, aber vom Kommunismus scheinst Du nicht viel zu verstehen und um Welten auch in der Theorie entfernt zu sein. Es hat bis zum heutigem Tage nirgendwo auf der Welt den Kommunismus als existierende Gesellschaftsordnung gegeben - noch nicht einmal den wissenschaftlich begründeten Sozialismus.
Was wir hatten, war real existierender Sozialismus mit all seinen Deformierungen und Verbiegungen - den Widerspruch zwischen Theorie und Praxis. Vielleicht solltest Du doch noch einmal bei Marx, Engels oder Lenin nachschlagen - wenn Du entsprechende Bände benötigst, so stelle ich sie Dir gern zur Verfügung - besitze Marx / Engels und Lenin jeweils die 40 - bändige Ausgabe. Also genügend Lesestoff !!!

Was mich hier im Forum am meisten stört, ist mangelnde Akzeptanz gegenüber der Meinung und der Position eines Andersdenkenden. Erfolgt jetzt der Umkehrschluß und man kann sich in seiner Forumsanonymität mal so richtig abkotzen oder mit dem Hammer reinklopfen !!! Dann muß ich mich fragen, wie weit sind wir schon gekommen, dass man sich nicht mehr sachlich und auf vernünftiger Basis auseinander setzen kann. Mich kann man angreifen, aber nicht so verletzen, dass ich meine Klappe halte und meine Meinung nicht mehr äußere.

Vierkrug


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#335

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 14:56
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit.


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#336

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 14:57
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert, mich beschleicht der schlimme Verdacht das Du keinen blassen Schimmer hast worüber Du schreibst bzw. redest.
Bezüglich 'Kommunismus' hantierst Du ziemlich unbeholfen mit dem Vokabular aus einer Epoche welche auch die des 'kalten Krieges' oder 'Kampf der Systeme' genannt wurde.
Immer schön das von sich geben was in den Ideologie und Propagandaküchen der freiheitlichen Welt zusammengebraut wurde um es anschließend unter's ahnungslose Volk zu bringen damit es in Angst und Schrecken versetzt wird.
Das jahrzehntelange Propagandafeuer welches auch auf Dich einprasselte hat irgendwie seinen Zweck erreicht, jedenfalls bei Dir, denn sonst würdest Du nicht solch hahnebüchenden Unsinn schreiben.

Du weißt nicht was 'Kommunismus' überhaupt bedeutet und beinhaltet, behältst Dir aber in Deiner grenzenlosen Ahnungslosigkeit vor Urteile und Wertungen abzugeben.
Um es Dir ganz knackig zu sagen, alle von Dir genannten Staaten welche angeblich Kommunistisch waren, Deine Dir oktroyierte "Meinung", waren Lichtjahre von dem entfernt was auch nur ansatzweise unter Kommunistisch zu verstehen ist.
In diesen Staaten gab/gibt es noch nicht einmal sogenanntes Volkseigentum oder gesellschaftliches Eigentum. Der "Staat" war der umfassende und alleinige Sachverwalter und Nutzer des Eigentums.

Besonders Deine Bemerkung; der Marx'sche Spuk in Europa ist fast vorbei. zeugt doch von Deinem Nichtverstehen der Materie.
Was hat bitteschön Marx damit zu tun das seine Gedanken und Theorien von irgendwelchen Hobbyideologen völlig mißverstanden wurden? Übrigens hat Marx nie ein Theoriegebäude bezüglich des Kommunismus geschaffen, auch so ein Irrtum den die Ideologen im Propagandakrieg verbreitet haben....

Unter "einem entspr. Lebenssstandard für die Bevölkerung." kann nun alles und nichts verstanden werden, Hauptsache es klingt gut, der Satz.....

Imperialismus ist nicht mehr gefragt Hier gehst Du einfach von der Reduzierung des Begriffs auf das politische Handeln des oder eines Staates bzw. Staatenbund aus.
Wie ich die Sache auch heute benenne, meinetwegen "alle tanzen nackisch um den Weihnachtsbaum" klammert eine wesentliche Frage, den Fakt um den der weltweite Tanz ums goldene Kalb nicht nur Heutzutage geht, aus, die Besitzverhältnisse! der Produktionsmittel und das in privater Hand.
Heute tritt nicht mehr "der Kapitalist" auf, die Kapitaleigner sind sehr diskret im Hintergrund verschwunden und die Politik ist zu ihrem Handlanger verkommen.
Auch hier kann die Propaganda einen Erfolg auf ganzer Linie verbuchen, Besitzverhältnisse (Produktion, Medien etc.) spielen im Bewußtsein des größten Teils der Bevölkerung heute keine Rolle mehr. Das wird ausgeblendet unter tatkräftiger Mithilfe der Meinungsmacher.....
Da kommen dann solche fundamentalen "Erkenntnisse" wie ich letztens las, in Europa herrscht keine Ausbeutung mehr, wenn es sie noch gibt dann höchstens in Südostasien.......
Es ist schon wichtig für die Herrschenden und Besitzenden das Volk dumm zu halten und ein "Gespenst" zu haben um es ab und an zu erschrecken.

Das dieses Gespenst zum Schreckgespenst mutierte ist weiß Gott nicht Marxen's Schuld, da haben ganz Andere dafür gesorgt das die Idee einer humanen und gerechten Gesellschaft einen Imageschaden davongetragen hat. Es sind/waren wie immer profilierungssüchtige, machtbessene Parteifunktionäre einer Kaderpartei......
Und Funktionäre sind meist keine Ideologen, einfach weil sie es geistig nicht drauf hatten und haben.....
Was auch in der Gegenwart eindrucksvoll zu erleben ist....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#337

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 15:02
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Und wie kann man der sozialistischen Idee ihren "Schrecken" nehmen?
Bei Lenin möchte ich da lieber nicht nachlesen.
Ob man die Diktaturverliebtheit wegbekommt und so breitere Akzeptanz schaffen kann?
Funktioniert der Sozialismus überhaupt ohne diktatorische Grundzüge?


zuletzt bearbeitet 11.12.2012 15:05 | nach oben springen

#338

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 15:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #335
Die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit.


Die Praxis ist dann das Krtiterium der Wahrheit, wenn die Theorie auch entsprechend umgesetzt wurde. Immer schön die Kausalität beachten und Begriffe nicht getrennt voneinander betrachten.

Vierkrug


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#339

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 15:15
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #337
Und wie kann man der sozialistischen Idee ihren "Schrecken" nehmen?

Bei Lenin möchte ich da lieber nicht nachlesen.
Ob man die Diktaturverliebtheit wegbekommt und so breitere Akzeptanz schaffen kann?


Erstens, in dem man sie nicht mehr "sozialistisch" oder gar "kommunistisch" nennt. Diese Begriffe wurden von führenden Köpfen unserer Regierungen für mind. zwei Generationen versaut. Zweites, in dem man den Menschen glaubhaft den Eindruck vermittelt, daß ein gesundes Verhältnis in der Entlohnung der Leistungen besteht und das ist nicht gegeben, wenn man beim Vollzeitjob noch Stütze zur Ernährung seiner Familie braucht und Spitzenmanager das Hundertfache und mehr "verdienen", als Versager Millionenabfindungen einkassieren anstatt zur materiellen und personellen Verantwortung gezogen zu werden. Da erinnere ich an eine Einschätzung von Gysi: 25.000,-€/Monat (meinetwegen auch Netto) sollte auch in der Spitze
die Spitze sein. Mehr trägt auch nicht mehr zum "Glücklichsein" bei. Das wäre dann nur noch Geld- und Macht-Sammelwut. Aber das müßte dann schon weltweit so durchgesetzt werden, sonst gibt es immer welche, die meinen, in Übersee noch "glücklicher" sein zu können mit noch mehr Knete.



IM Kressin und GeWa-8 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#340

RE: Erfahrung mit der Eigenen Stasi Akte

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 11.12.2012 15:28
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von DoreHolm im Beitrag #339
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #337
Und wie kann man der sozialistischen Idee ihren "Schrecken" nehmen?

Bei Lenin möchte ich da lieber nicht nachlesen.
Ob man die Diktaturverliebtheit wegbekommt und so breitere Akzeptanz schaffen kann?


Erstens, in dem man sie nicht mehr "sozialistisch" oder gar "kommunistisch" nennt. Diese Begriffe wurden von führenden Köpfen unserer Regierungen für mind. zwei Generationen versaut. Zweites, in dem man den Menschen glaubhaft den Eindruck vermittelt, daß ein gesundes Verhältnis in der Entlohnung der Leistungen besteht und das ist nicht gegeben, wenn man beim Vollzeitjob noch Stütze zur Ernährung seiner Familie braucht und Spitzenmanager das Hundertfache und mehr "verdienen", als Versager Millionenabfindungen einkassieren anstatt zur materiellen und personellen Verantwortung gezogen zu werden. Da erinnere ich an eine Einschätzung von Gysi: 25.000,-€/Monat (meinetwegen auch Netto) sollte auch in der Spitze
die Spitze sein. Mehr trägt auch nicht mehr zum "Glücklichsein" bei. Das wäre dann nur noch Geld- und Macht-Sammelwut. Aber das müßte dann schon weltweit so durchgesetzt werden, sonst gibt es immer welche, die meinen, in Übersee noch "glücklicher" sein zu können mit noch mehr Knete.


Also ganz einfach die gerechte Gesellschaft.
Wäre schön wenn es die geben könnte, aber leider eine schwierige Sache, dafür braucht es den gerechten Menschen und den sehe ich nicht so schnell wachsen.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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