#1161

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 22:12
von Hanum83 | 4.794 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #1160
Zitat von Hanum83 im Beitrag #1154
Das die DDR zu blöd war um sich dem Wettbewerb der Systeme, mal abgesehen von reichlich vorhandenen Spruchbändern aus Stoff, ordentlich zu stellen und daher die Leute mit Gewalt halten musste ist natürlich eine andere Sache, ohne dem hätte wohl einfach wirklich der letzte das Licht ausgemacht.
Rechtfertigt aber nicht so ein rigoroses Grenzregime aus rein wirtschaftlichen Gründen.


ist OT

Was rechtfertigt ein Grenzregime? Der politische Wille geboren aus wirtschaftlichen zwängen - keine Absolution zu Vergangenem - oder einfach der politische Wille weil mir mein Volk sagt es wird einen anderen wählen und ich bin dann keine Kanzlerin mehr??



Kannst du die Frage ein ganz klein wenig einfacher gestalten?
Interessant ist sie allemal und eventuell sogar ein eigenes Thema wert.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 01.05.2016 22:14 | nach oben springen

#1162

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 22:52
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #1154
Das die DDR zu blöd war um sich dem Wettbewerb der Systeme, mal abgesehen von reichlich vorhandenen Spruchbändern aus Stoff, ordentlich zu stellen und daher die Leute mit Gewalt halten musste ist natürlich eine andere Sache, ohne dem hätte wohl einfach wirklich der letzte das Licht ausgemacht.
Rechtfertigt aber nicht so ein rigoroses Grenzregime aus rein wirtschaftlichen Gründen.


Hallo,
war die Führung der DDR insgesamt gesehen wirklich zu "blöd" oder was es die ökonomisch-miltärische Lage des als Abhängiger der UdSSR schlicht nicht mehr Wohlstand bieten zu können. Das Schaufenster BRD eben zu verlockend war.
Beachte die Prokopfbelastung für Militäraufwendungen und die deutlich höheren Rohstoffkosten:

Was verdienten real Kupferbergleute im Mansfelder Land, wieviel chilenische oder peruanische Indios im Kupfbergbau?

Uran der Wismut, dort die Löhne, wie im Kongo, Mali oder Gabun?

Soziale Bedingungen im Teeanbau Grusiniens oder Indiens in Vergleich? Ägyptische und kasachsiche Baumwolle?
Was kostete technisch Öl aus Saudi für die NATO-Staaten, aus Sibirien für den RGW?



Rainer-Maria Rohloff, Fritze und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.05.2016 10:18 | nach oben springen

#1163

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 22:58
von Hanum83 | 4.794 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #1162
Zitat von Hanum83 im Beitrag #1154
Das die DDR zu blöd war um sich dem Wettbewerb der Systeme, mal abgesehen von reichlich vorhandenen Spruchbändern aus Stoff, ordentlich zu stellen und daher die Leute mit Gewalt halten musste ist natürlich eine andere Sache, ohne dem hätte wohl einfach wirklich der letzte das Licht ausgemacht.
Rechtfertigt aber nicht so ein rigoroses Grenzregime aus rein wirtschaftlichen Gründen.


Hallo,
war die Führung der DDR insgesamt gesehen wirklich zu "blöd" oder was es die ökonomisch-miltärische Lage des als Abhängiger der UdSSR schlicht nicht mehr Wohlstand beten zu können. Das Schaufnster BRD eben zu verlockend war.
Beachte die Prokopfbelastung für Militäraufwendungen und die deutlich höheren Rohstoffkosten:

Was verdienten real Kupferbergleute im Mansfelder Land, wieviel chilenische oder peruanische Indios im Kupfbergbau?

Uran der Wismut, Löhne, wie im Kongo, Mali oder Gabun?

Soziale Bedingungen im Teeanbau Grusiniens oder Indiens in Vergleich? Ägyptische und kasachsiche Baumwolle?
Was kostete technisch Öl aus Saudi für die NATO-Staaten, aus Sibirien für den RGW?



Zu allem was du hier aufgelistet hast, keine Ahnung.
Wenns nicht die DDR war, dann war zumindest die SU zu blöd um die DDR als erfolgreichen Pendant zur BRD zu installieren.
Wär doch mal was gewesen wenn wir hätten die ganzen armen Bundis an der Grenze wegscheuchen müssen die in den goldenen Osten drängeln.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 01.05.2016 23:00 | nach oben springen

#1164

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 23:03
von icke46 | 2.593 Beiträge

Wenn ich ehrlich sein soll: Was ich - nicht nur hier, sondern allgemein - vermisse, ist der Versuch, sich der Person Michael Gartenschläger zu nähern.Wenn ich die Diskussion hier so betrachte, habe ich den Eindruck, dass die eine Seite ihn zu einem Helden stilisieren will, während die andre Seite ihn zu einem gemeingefährlichen Kriminellen stempelt.

Meine persönliche Vermutung ist, dass die Wahrheit, wie so oft, in der Mitte liegt: Er war weder ein Heiliger noch ein gemeingefährlicher Krimineller, sondern ein Getriebener, was sich natürlich auch aus seiner Biografie erklärt. Nur habe ich durchaus den Eindruck, dass das "getrieben werden" auf westlicher Seite durchaus von einigen Leuten unterstützt wurde, die materielle Interessen verfolgten und denen die Person Gartenschläger sozusagen am Allerwertesten vorbeiging.

Für mich ist er weder ein Held noch ein Krimineller, sondern ein Opfer dieser Grenze und seiner Biografie, die zweifellos von Aussenstehenden beeinflusst wurde (also Aussenstehende insofern, dass er selber keinen Einfluss darauf hatte).

Gruss

icke



vs1400, Moskwitschka, Rainer-Maria Rohloff und hanseatin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1165

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 23:07
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #1012
[...]Gartenschläger[...]

Er ist Opfer seiner Zivilcourage geworden . Könnte auch sagen : er hatte ein Arsch in der Hose .

B208



Nach den Demontagen der Splitterminen am 1.4. und 23.4.1976
leitete das Amtsgericht Reinbek Ermittlungen wegen Diebstahls
und Waffenbesitz ein.

In Verbindung mit offensichtlichen Straftaten von Zivilcourage zu
sprechen halte ich hier für problematisch. Das auch insbesondere
vor dem beruflichen Hintergrund.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
S51 und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1166

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 01.05.2016 23:09
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #1163
Zitat von SET800 im Beitrag #1162
Zitat von Hanum83 im Beitrag #1154
Das die DDR zu blöd war um sich dem Wettbewerb der Systeme, mal abgesehen von reichlich vorhandenen Spruchbändern aus Stoff, ordentlich zu stellen und daher die Leute mit Gewalt halten musste ist natürlich eine andere Sache, ohne dem hätte wohl einfach wirklich der letzte das Licht ausgemacht.
Rechtfertigt aber nicht so ein rigoroses Grenzregime aus rein wirtschaftlichen Gründen.


Hallo,
war die Führung der DDR insgesamt gesehen wirklich zu "blöd" oder was es die ökonomisch-miltärische Lage des als Abhängiger der UdSSR schlicht nicht mehr Wohlstand beten zu können. Das Schaufnster BRD eben zu verlockend war.
Beachte die Prokopfbelastung für Militäraufwendungen und die deutlich höheren Rohstoffkosten:

Was verdienten real Kupferbergleute im Mansfelder Land, wieviel chilenische oder peruanische Indios im Kupfbergbau?

Uran der Wismut, Löhne, wie im Kongo, Mali oder Gabun?

Soziale Bedingungen im Teeanbau Grusiniens oder Indiens in Vergleich? Ägyptische und kasachsiche Baumwolle?
Was kostete technisch Öl aus Saudi für die NATO-Staaten, aus Sibirien für den RGW?



Zu allem was du hier aufgelistet hast, keine Ahnung.
Wenns nicht die DDR war, dann war zumindest die SU zu blöd um die DDR als erfolgreichen Pendant zur BRD zu installieren.
Wär doch mal was gewesen wenn wir hätten die ganzen armen Bundis an der Grenze wegscheuchen müssen die in den goldenen Osten drängeln.


Grün: Wäre eine Idee gewesen. Die DDR eine Wirtschaftssonderzone im RGW, wie seinerzeit Shenzhen gegenüber Hongkong, wo Deng Xiaoping den Kapitalismus probiert hat und zwar sehr erfolgreich. Natürlich mit straffem Grenzregime, wie das um Shenzhen auch ist.



Hanum83 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1167

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 05:26
von damals wars | 12.205 Beiträge

Ich denke, die Bundesrepublik hat die Gefahr unterschätzt, die von der "politisch" motivierten kriminellen Energie des MG ausging.
Das Gericht in der DDR hatte das durchaus richtig eingeschätzt. Er hätte sein Leben lang seine kriminelle Energie in der DDR mit unvorhersehbaren Konsequenzen ausgetobt.
Inwieweit die Bundesrepublik über das Vorleben der frei gekauften informiert waren, entzieht sich meiner Kenntnis.
Aber, das das kriminelle Millieu der BRD um freigekaufte Verbrecher aus der DDR erweitert wurde, war auch im Westen nicht unbekannt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1168

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 07:20
von Georg | 1.031 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #1165
Zitat von B208 im Beitrag #1012
[...]Gartenschläger[...]

Er ist Opfer seiner Zivilcourage geworden . Könnte auch sagen : er hatte ein Arsch in der Hose .

B208



Nach den Demontagen der Splitterminen am 1.4. und 23.4.1976
leitete das Amtsgericht Reinbek Ermittlungen wegen Diebstahls
und Waffenbesitz ein.

In Verbindung mit offensichtlichen Straftaten von Zivilcourage zu
sprechen halte ich hier für problematisch. Das auch insbesondere
vor dem beruflichen Hintergrund.

Ari




Eine Splittermine wurde erfolgreich an eine Zeitung verkauft. Wo ist eigentlich die zweite Splittermine abgeblieben.?
( Vielleicht hab ichs auch überlesen )


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#1169

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 07:51
von damals wars | 12.205 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #1168
Zitat von Ari@D187 im Beitrag #1165
Zitat von B208 im Beitrag #1012
[...]Gartenschläger[...]

Er ist Opfer seiner Zivilcourage geworden . Könnte auch sagen : er hatte ein Arsch in der Hose .

B208



Nach den Demontagen der Splitterminen am 1.4. und 23.4.1976
leitete das Amtsgericht Reinbek Ermittlungen wegen Diebstahls
und Waffenbesitz ein.

In Verbindung mit offensichtlichen Straftaten von Zivilcourage zu
sprechen halte ich hier für problematisch. Das auch insbesondere
vor dem beruflichen Hintergrund.

Ari




Eine Splittermine wurde erfolgreich an eine Zeitung verkauft. Wo ist eigentlich die zweite Splittermine abgeblieben.?
( Vielleicht hab ichs auch überlesen )

Die hat doch Herr Hildebrandt vom Mauermuseum gekauft, weil es an der Mauer hunderte davon gab!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#1170

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 07:55
von Ratze | 404 Beiträge

Angeblich hat er die vergraben, suche nachher mal die Notitz dazu heraus.


Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1171

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 07:58
von eisenringtheo | 9.184 Beiträge

Die zweite Mine verkaufte er an die "Arbeitsgemeinschaft 13. August 1961" am 26. April 1976 zum Preis von DM 3'000. Sie war dann ein Exponat im "Museum am Check Point Charlie" (heute Mauermuseum) und konnte dort in der Führung besichtigt werden zusammen mit einer sehr rührseligen Heldengeschichte. Der Eintrittspreis war aber nicht sehr zivil. "Abriss" von Touristen, wie wir das in der Schweiz nennen und dank schöner Landschaft sehr stark praktizieren.
https://books.google.ch/books?id=-a2AsZ0...erminen&f=false
Theo


Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.05.2016 07:59 | nach oben springen

#1172

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 08:07
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #1167
Ich denke, die Bundesrepublik hat die Gefahr unterschätzt, die von der "politisch" motivierten kriminellen Energie des MG ausging.
Das Gericht in der DDR hatte das durchaus richtig eingeschätzt. Er hätte sein Leben lang seine kriminelle Energie in der DDR mit unvorhersehbaren Konsequenzen ausgetobt.
Inwieweit die Bundesrepublik über das Vorleben der frei gekauften informiert waren, entzieht sich meiner Kenntnis.
Aber, das das kriminelle Millieu der BRD um freigekaufte Verbrecher aus der DDR erweitert wurde, war auch im Westen nicht unbekannt.


richtig, war aber so nicht beabsichtigt, es sollten nur politische Häftlinge freigekauft werden. Aber die Stasi hat in altbekannter Manier , getrickst , getäuscht und betrogen. Es wurden sowohl kriminelle Häftlinge dem Freikaufprogramm"beigemischt" als auch Häftlinge die in die DDR entlassen wurden ließ man sich bezahlen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#1173

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 09:24
von Georg | 1.031 Beiträge

Endlich : eine alternative Darstellung des Falles Gartenschläger:

Der Tod des Michael Gartenschläger. Teil III der nd-Serie über das Jahr 1976 in der DDR

Neues Deutschland14 Dec 2015Von Karsten Krampitz

Foto: dpa
Michael Gartenschläger auf einem undatierten Archivbild

Michael Gartenschläger klaute 1976 Splitterminen von DDRGrenzanlagen. Das machte weltweit Schlagezeilen – doch es war eine »Heldengeschichte« mit vielen Schattenseiten.

Welch eine Chuzpe. Im April 1976 hatte Michael Gartenschläger der DDR kurz nacheinander zwei Splitterminen gestohlen. Von der westdeutschen Seite aus war der 32-jährige an die Grenze herangetreten, mit einer Leiter auf den Metallgitterzaun gestiegen und hatte die Selbstschussapparate abmontiert. Zuvor hatten Gartenschläger und sein Freund Lothar Lienicke bereits in der Nacht vom 27. zum 28. März eine solche »SM-70« explodieren lassen.

»Der Spiegel« brachte für viel Geld die Story, die dann aber irgendwie doch unterging. Und auf einmal sei da so ein »Touch ins Irrationale« gewesen, erzählte viele Jahre später der zuständige Redakteur. Manfred Müller kannte den ehemaligen Brandenburg-Häftling erst seit kurzer Zeit »so als rational kalkulierenden Typ«. Mit einem Mal aber sei das Rationale verschwunden.

Als Gartenschläger ihm erklärt habe, noch eine dritte SM-70 abzumontieren, will der Journalist ihm geantwortet haben: »Also wir brauchen’s nicht. Das Ding ist untersucht. Die ganze Welt weiß: Es sieht so aus; es funktioniert so. Ich würde das nicht machen an Ihrer Stelle.«

»Die Zeit« schrieb nach seinem Tod: »Gartenschläger hatte auf einem 150 Meter breiten Grenzstreifen bei Büchen nahe der Unterelbe zweimal in knapp aufeinander folgenden Nächten je einen Schießtrichter abmontiert. Dass der dritte Versuch an derselben Stelle, wiederum wenige Tage später, fatal enden musste, war vorauszusehen. Wenn Selbstmord auch ist, den lauernden Mördern in die Arme oder vor die Maschinenpistolen zu laufen, dann hat dieser Mann Selbstmord begangen.«

»Neues Deutschland« brachte am 3. Mai eine ADN-Meldung: »Bewaffneter Angriff gegen Grenzsicherungskräfte der DDR: In der Nacht vom Freitag, dem 30. April 1976, zum Sonnabend, dem 1. Mai 1976, wurde von einem aus der BRD in das Territorium der DDR eingedrungenen Provokateur in militärischem Sperrgebiet im Raum Hagenow, Bezirk Schwerin, bei dem Versuch, Grenzsicherungsanlagen zu zerstören, ein bewaffneter Anschlag auf Grenzsicherungskräfte der DDR verübt. Bei dem vom Verbrecher eröffneten Schusswechsel wurde der Täter schwer verletzt. Er ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. In seinem Besitz befanden sich eine Pistole, 7,65 mm vom Typ ›Espana star‹, mit zwei Patronenmagazinen und weitere Tatwerkzeuge. Zur Tarnung seines Vorgehens trug der Täter dunkle Kleidung und hatte sich sein Gesicht schwarz gefärbt. Er hatte keinerlei Ausweispapiere bei sich und ist in das Gebiet eingedrungen, in dem bereits mehrfach schwere Anschläge gegen die Staatsgrenze der DDR verübt worden sind.«

Im November 1999 sahen sich drei der damaligen Schützen vor dem Schweriner Landgericht angeklagt – ein Versicherungsvertreter, ein Bademeister und ein Hilfsarbeiter. Alle drei waren ursprünglich Angehörige einer Sonderkompanie des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und hatten gegenüber der Staatsanwaltschaft zugegeben, am 30. April 1976 gegen 23.45 Uhr auf Michael Gartenschläger geschossen zu haben. Als Hauptbelastungszeuge trat mit dem früheren Unterfeldwebel Herbert Li. nun aber ausgerechnet der Mann auf, durch dessen Schüsse Gartenschläger vermutlich ums Leben gekommen war, so die Gutachter – die ei- gentlichen Todesschüsse waren jedoch nie Gegenstand einer Gerichtsverhandlung.

Die Vorgeschichte

Als Siebzehnjähriger war Michael Gartenschläger in einem Schauprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Bezirksgericht Frankfurt (Oder) hatte ihn und vier andere Jugendliche verschiedener Delikte für schuldig befunden: »Staatsfeindliche Hetze und Propaganda«, »Diversion« und »konterrevolutionäre Bandenbildung«. Nach dem Mauerbau im August 1961 hatte die Clique in Strausberg, östlich von Berlin, Propagandaschilder mit Farbflaschen beworfen und Häuserwände mit Protestlosungen bemalt: »Macht das Tor auf« oder »Deutschland den Deutschen«. Dem nicht genug, hatten die Jugendlichen noch eine LPG-Scheune in Brand gesetzt.

Als Gartenschlägers Schwester nach der Wiedervereinigung postum eine strafrechtliche Rehabilitierung erwirken wollte, gelang ihr lediglich ein Teilerfolg: Das dafür zuständige Gericht erklärte das Urteil aus dem Jahr 1961 zwar für rechtswidrig – aufgehoben wurde es jedoch nur, soweit Michael Gartenschläger zu mehr als drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Erst nach zehn Jahren Haft hatte die Bundesrepublik Gartenschläger freikaufen können, für 40 000 DM. Und soweit bekannt, soll er die Freiheit im Westen erst einmal in vollen Zügen genossen haben. Mit dem gleichfalls freigekauften Lothar Lienicke reiste er quer durch Westeuropa. In ihrem GartenschlägerBuch schreibt Freya Klier von mehreren Italien-Aufenthalten. »Das Geld für die Reise finanziert Michael mit kleinen Geschäften: Er kauft in Italien Produkte, die es in Deutschland nicht gibt und verhökert diese nach seiner Rückkehr gewinnbringend.«

Was denn für Produkte? Der IM »Werner Höfer«, der seinerzeit mit Gartenschläger im selben Haus wohnte, klärte auf: »G. beschäftigt sich jetzt speziell mit Waffenhandel, indem er nach Italien fährt und mit geklauten oder ausgeliehenen Pässen Waffen kauft und sie illegal in die BRD einführt und im Bundesgebiet verkauft. Ich selbst habe Waffen gesehen.« Wovon hat er sonst noch gelebt? Freya Klier spricht von einem Tankstellenjob. Soweit bekannt, war Gartenschläger an über dreißig Fluchthilfen aus der DDR beteiligt. Zu welchem Preis?

Räuberpistole

Geld hatte auch »Der Spiegel« bezahlt: zwölftausend Deutsche Mark an Gartenschläger für die erste SM-70Splittermine. Da reichte es nicht aus, das unmenschliche Grenzregime der DDR anzuprangern. Den SED-Staat galt es in eine direkte Linie zu setzen mit dem Dritten Reich. Mit Verweis auf einen angeblichen Journalisten, der einen Leserbrief (!) im Rheinischen Merkur geschrieben hatte, wurde als Erfinder der Selbstschussapparate ein ominöser SS-Sturmbannführer namens Erich Lutter ausgewiesen. Nach 1945 hätten die Sowjets seine noch nicht ausgereiften Konstruktionspläne der SED überlassen – eine Räuberpistole und gänzlich unnötige Dämonisierung des Honecker-Staates. Für Historiker, die zur SBZ-/DDR forschen, wäre ein solcher Quellenfund als Ereignis der Mondlandung gleichgekommen. Hendrik Thoß hat zur Geschichte der DDR-Westgrenze eine fundierte Studie vorgelegt. Er schreibt über die »Spiegel«-Mär: »Auf Basis der überlieferten Dokumente der DDRGrenztruppen und des Ministeriums für Nationale Verteidigung lassen sich diese Behauptungen nicht nachvollziehen.«

Kurze Zeit nach Erscheinen des »Spiegel«-Artikels bekundete die in Westberlin ansässige »Arbeitsgemeinschaft 13. August e.V.«, heute Trägerverein des Museums am Checkpoint Charlie, ebenfalls Interesse, in den Besitz einer SM-70 zu kommen und stellte Gartenschläger dafür eine größere Geldsumme in Aussicht. Was sich heute jeglicher Vorstellung entzieht: Michael Gartenschläger ging allen Ernstes ein zweites Mal an dieselbe Stelle der innerdeutschen Grenze, am großen Grenzknick östlich Bröthen – in der Nacht zum 23. April 1976! Und während sein Freund Lienicke zum wiederholten Male Schmiere stand, gelang es Gartenschläger noch einmal, einen solchen Selbstschussapparat von der Betonsäule des Metallgitterzaunes abzuschrauben.

Diese zweite SM 70 verkaufte er am 26. April 1976 zum Preis von 3000 DM an die »Arbeitsgemeinschaft 13. August«, in deren Museum am Checkpoint Charlie der Apparat bis heute ausgestellt ist. An Gartenschläger selbst aber erinnert in den dortigen Räumen nichts. Stattdessen erfährt der Besucher, dass die »Arbeitsgemeinschaft 13. August e.V.« davor warnte, »jeder Demontageversuch wäre ein tödliches Risiko«.

Das Ende

Spätestens mit der zweiten Aktion waren beim MfS sämtliche Räder in Bewegung. Der Funkverkehr des Bundesgrenzschutzes wurde von der Funkaufklärung der DDR-Grenztruppen abgehört und von der Staatssicherheit ausgewertet. Immer wieder wurde Gartenschläger an dieser einen Stelle der Grenze angetroffen und von Beamten des Bundesgrenzschutzes (BGS) verwarnt. Ein guter Freund hatte der Stasi sogar berichtet, dass er beim ersten Diebstahl nicht nur eine Pistole, sondern auch eine Eierhandgranate mit sich geführt habe, »zur Absicherung«.

Und dann geschah es tatsächlich: In der letzten Aprilnacht wagte sich Michael Gartenschläger ein drittes Mal an denselben Grenzabschnitt na- he der Grenzsäule 231. Dass er dabei gar keine Granate dabeihaben würde, konnten die Soldaten nicht wissen. Ihre Motivation, den vermutlich schwer bewaffneten »Provokateur« festzunehmen, wird sich buchstäblich in Grenzen gehalten haben (viereinhalb Monate zuvor waren an anderer Stelle zwei DDR-Grenzer hinterrücks erschossen worden).

Aus dem Westen kommend, war Gartenschläger in gebückter Haltung in Richtung Sperranlagen geschlichen. Erst als er sich zehn bis fünfzehn Meter an den Zaun herangewagt hatte, also »feindwärts der Sperranlagen« bereits auf DDR-Gebiet stand, will ihn der spätere Zeuge Herbert Li. entdeckt haben. Der damalige Unterfeldwebel will sofort nach der Maschinenpistole gegriffen und dabei ein metallisches Geräusch verursacht haben. Dieses Klicken nun soll Gartenschläger gehört und im selben Moment mit seiner Pistole das Feuer eröffnet haben. Das Landgericht Schwerin erklärte später in dubio pro reo: »Da der Zeuge Li. und die drei Angeklagten dieses Schießen als Angriff betrachteten, schossen sie zurück. Als erster reagierte dabei der Zeuge Li. Er schoss ca. 3-9 Schuss Dauerfeuer«. Die drei späteren Angeklagten schlossen sich dem Dauerfeuer ihres Kameraden an. Gericht und Staatsanwaltschaft gingen bis zu diesem Punkt zugunsten der Angeklagten und des Zeugen Li von einer Notwehrsituation aus.

Nach dem Schusswechsel war Ruhe eingetreten, aber es war nur eine Feuerpause. Der Zeuge Li. soll nach vorn gerobbt sein, dem schwer verletzten Gartenschläger die rechte Hand hochgehoben und sinngemäß gerufen haben: »Der lebt noch!« Daraufhin habe der Zugführer L. gerufen: »Weg da!« Kurz darauf hätten die drei Angeklagten, nicht aber der Zeuge Li., auf Gartenschläger ein zweites Mal geschossen, um ihn »aus niederen Beweggründen« zu töten – so die Staatsanwaltschaft.

Die drei Angeklagten hielten vor Gericht an ihrer Version fest, die besagte zweite Schussfolge nicht auf den am Boden liegenden Körper, sondern in Richtung Westen gefeuert zu haben, wo sie noch weitere »Grenzprovokateure« vermutet hätten, was tatsächlich auch der Fall war. Die Gartenschläger-Freunde Lothar Lienicke und Wolf-Dieter Uebe gaben vor Gericht an, dass sie bei ihrer überstürzten Flucht das Gefühl gehabt hatten, von der DDR-Seite aus beschossen zu werden. Beide waren sie bewaffnet, und Uebe selbst hatte auch einen Schuss abgegeben.

Gartenschlägers Leichnam wurde noch in der Tatnacht in die Gerichtsmedizin Schwerin gebracht. Die Obduktion erfolgte wie üblich, allerdings unter strenger Geheimhaltung, nur im Beisein von MfS-Angehörigen. Der Körper wies neun Schussverletzungen auf. Mit einiger Wahrscheinlichkeit kann davon ausgegangen werden, dass bereits der erste Schuss das Herz getroffen hatte.

In der Urteilsbegründung der 3. Strafkammer des Landgerichts Schwerin vom 24. März 2000 ist von einem Mangel an Beweisen nicht die Rede. Im letzten Satz heißt es: »Die Angeklagten waren daher aus tatsächlichen Gründen freizusprechen.« Der Bundesgerichtshof hat am 24. April 2001 die Revision als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils keine Rechtsfehler ergeben hatte.

»Die Zeit« schrieb 1976 über das Ende Gartenschlägers: »Ein solcher Tod ist sinnlos. Grenzen, die durch staatlichen Tötungsbefehl bewahrt werden, lassen sich nicht mit dem Opfer einzelner Leben überwinden. Sie können nur fallen, wenn die Gründe für ihre Errichtung beseitigt sind – und darauf werden wir wohl noch lange warten müssen.« Dreizehn Jahre.

Hiermit sind meine Fragen beantwortet.
Und das Urteil zum " Killerkommando " war nicht wie in # 43 behauptet: In dubio Proreo


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
Fritze, eisenringtheo, Rostocker und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1174

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 10:13
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #1172

richtig, war aber so nicht beabsichtigt, es sollten nur politische Häftlinge freigekauft werden. Aber die Stasi hat in altbekannter Manier , getrickst , getäuscht und betrogen. Es wurden sowohl kriminelle Häftlinge dem Freikaufprogramm"beigemischt" als auch Häftlinge die in die DDR entlassen wurden ließ man sich bezahlen.



Da dürfte jedem Bonner Minister bewußt gewesen sein daß es wenn überhaupt soviel politische Häftlinge garnicht gab. I
Und etliche die sich als politische Häftlinge stilisierten die Rolle gerne schauspielerten um westdeutsche Haftentschädigungen sich zu verdinen.

Politische ( potentielle ) Häftlinge, Bahro, evtl. Biermann, früher Fritz Schenk, Rudolf Walther Leonhard. Was mußte man anstlellen um den Status zu erreichen, reichte EIN nicht angemeldetes Umwelttreffen konspirativ für Bautzen oder gab das erstmal Gespräche zur "Klärung eines Sachverhaltes" und deutliche Hinweise welches Verhalten erwünscht war?

M.G. SM70 verkaufen, delaborieren wer machte das, Umgang mit Sprengstoff, Kriegswaffe. Diebesgut Kriegswaffe, wurde das nicht staatlich eingezogen? Mauermuseum...............



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#1175

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 10:25
von Rostocker | 7.733 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #1172
Zitat von damals wars im Beitrag #1167
Ich denke, die Bundesrepublik hat die Gefahr unterschätzt, die von der "politisch" motivierten kriminellen Energie des MG ausging.
Das Gericht in der DDR hatte das durchaus richtig eingeschätzt. Er hätte sein Leben lang seine kriminelle Energie in der DDR mit unvorhersehbaren Konsequenzen ausgetobt.
Inwieweit die Bundesrepublik über das Vorleben der frei gekauften informiert waren, entzieht sich meiner Kenntnis.
Aber, das das kriminelle Millieu der BRD um freigekaufte Verbrecher aus der DDR erweitert wurde, war auch im Westen nicht unbekannt.


richtig, war aber so nicht beabsichtigt, es sollten nur politische Häftlinge freigekauft werden. Aber die Stasi hat in altbekannter Manier , getrickst , getäuscht und betrogen. Es wurden sowohl kriminelle Häftlinge dem Freikaufprogramm"beigemischt" als auch Häftlinge die in die DDR entlassen wurden ließ man sich bezahlen.




Gert-Darüber zerbreche Dir mal nicht den Kopf. Getrickst,getäuscht und betrogen,wird sicherlich auch beim BND und beim Schredderclub. Oder glaubt jemand das die Bagage,nur weil sie das Wort Demokratie kennen--das die ehrlicher sind.


Fritze und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1176

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 11:38
von damals wars | 12.205 Beiträge

Jetzt darüber zu sinnieren welch unterschiedliche Wege, die DDR Bürger gegangen sind, ist wenig sinnvoll.
Da auch in der DDR jeder seines Glückes Schmied war, eine Brandstiftung musste niemand begehen,
der das nicht wollte.
Das Messer, Gabel, Schere, Licht... war auch in der DDR ein gängiger Spruch.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Rostocker hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1177

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 11:44
von eisenringtheo | 9.184 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #1173
(...)
In der Urteilsbegründung der 3. Strafkammer des Landgerichts Schwerin vom 24. März 2000 ist von einem Mangel an Beweisen nicht die Rede. Im letzten Satz heißt es: »Die Angeklagten waren daher aus tatsächlichen Gründen freizusprechen.« Der Bundesgerichtshof hat am 24. April 2001 die Revision als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils keine Rechtsfehler ergeben hatte.
(...)
Und das Urteil zum " Killerkommando " war nicht wie in # 43 behauptet: In dubio pro reo


Das kann man so nicht sagen: Ein "Freispruch aus tatsächlichen Gründen" ist entweder ein Freispruch aus Mangel an Beweisen oder wegen erwiesener Unschuld.
Dann gibt es noch den Freispruch aus rechtlichen Gründen, das heisst, die Tat ist zwar bewiesen, aber der Beschuldigte war zur Tatzeit unzurechnungfähig oder hat pflichtgemäss gehandelt, zum Beispiel als Polizist oder als Soldat. Letzteres war vor allem bei den sogenannten Mauerschützenprozessen von Bedeutung, man brauchte etwas Geschick, um doch zu den von der Politik gewünschten Verurteilungen zu kommen.
Die Radbruchsche Formel
https://de.wikipedia.org/wiki/Radbruch%E2%80%99sche_Formel
Theo


Rostocker und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#1178

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 11:59
von Lutze | 8.039 Beiträge

Der Richter wurde geschmiert,
ehemalige MfS-Genossen lässt man nicht hängen,
meine Meinung
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#1179

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 12:45
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
immerwieder die "Gretchenfrage", war daß der DDR von Seiten der BRD die Soveränität abgesprochen wurde über Auswanderung andere Gesetze zu praktizieren und das Recht an der Grünen Grenze ( deren Überschreitung an allen anderen Grenzen nach BRD-Gesetzen auch illegal war ) auch mit unmittelbaren Zwang durchzusetzen.

Wieviel Festnahmen oder auch rechtzeitige dringliche Ermahnungen gab es im Grenzbereich, wiewenige tödliche Vorfälle. Für mich ein praktischer Beweis daß tödlicher Blattschuß nicht das erstrebte Arbeitsergebnis der Führung war.

Praktische Frage, wiewenig Arbeit machte es den Polizei- und Grenzkräften wenn ein Fremder in Eisfelder Thalmühle mit Kneifzange, Wanderkarte Harzclub von 1938 und Fernglas angehalten wurde, wieviel ein Schußtoter am Zaun?



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#1180

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 02.05.2016 13:00
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #1177

Die Radbruchsche Formel
https://de.wikipedia.org/wiki/Radbruch%E2%80%99sche_Formel
Theo




Netter Juristanaufsatz, praktisch ein Gummiparagraph politisch erwünschte Urteile zu erreichen oder unerwünschte zu verhindern.

Siehe Planung von NATO-Atmominen im Fulda-Gap oder auch als Zielgebiete dort für BRD-Deutsche Hohnest-John-Raketen. Die Menschen dort waren in der offiziellen Regierungsplanung eben ungleich, deren Tötung war in kauf zu nehmen um einen Krieg möglichst noch zu gewinnen.
"Wir NATO müssen euch töten dammit andere nicht sozialistisch wie in der DDR werden."



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