#981

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 03:07
von Rostocker | 7.720 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #976
Zitat von Ari@D187 im Beitrag #967
Zitat von B208 im Beitrag #961
[...][...]Es geht um die Verhältnismäßigkeit in den Abläufen .
Leichtsinn , Abenteuerlust , Vergeltung , alles möglich , aber ein Vernichtungskommando des MfS als Antwort ?? [...]

Die Untersuchungsbehörden stellten 2000 fest, daß Gartenschläger
sofort und als erster geschossen hatte. Wie, wenn nicht mit im VGH
abwartenden Kräften sollte die DDR denn sonst einem solchen Angriff
auf ihr Staatsgebiet und ihre Grenzsicherungsanlagen begegnen?

Ari



Es gab zwei Punkte im Grenzabschnitt nördlich der Elbe , die als mögliche Abbauorte von SM70 durch M.G. vom MfS aufgeklärt waren .
Ein Ort war das Gartenschläger-Eck . Nach dem ersten erfolgreichen Abbau konnte von westlicher Seite beobachtet werden , dass zusätzliche bauliche/pioniertechnische Maßnahmen freundwärts des Zaunes errichtet wurden . Darunter auch Scheinwerfer . Ich behaupte , M.G. hätte bei einem ausgeleuchteten Grenzabschnitt sein Vorhaben nicht ausgeführt .
Die Führung der DDR hat sich aber bewusst zu einem anderen Szenarium entschieden und die Lichter blieben aus .

Angestrebt war eine finale Lösung .

B208


Stimmt am Gartenschlägereck,gab es 2 Scheinwerfer. Aber wann die eingeschaltet wurden,das war immer noch Sache der GT. Und nun willst Du mir sagen,weil die nicht in Betrieb waren. Deshalb ist der M.G in die Falle gegangen. Naja das war nun Pech. Währen sie in Betrieb gewesen,hätte er auch zirka 300m weiter gehen können,denn dann währe er aus den Lichtkegel der Scheinwerfer raus gewesen. Fakt ist, er war entschlossen diese Straftat durchzuführen--warum auch immer--vielleicht brauchte er Geld,weil er verschuldet war, oder vielleicht wollte er sein eigenes Ego aufbessern,weil er wahrscheinlich nicht die Aufmerksamkeit bekam,die er sich wünschte. Aber das alles-weiß man wahrscheinlich nicht.
Und im übrigens,wie ein Staat seine Grenzen ausleuchtet--bestimmt er selber. Und keine Straftäter oder andere Staaten.


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#982

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 03:26
von B208 | 1.350 Beiträge

Zu dem Zeitpunkt wohl nicht Sache der GT !

Und die gestellte Frage bezog sich auf Alternativen zu einer finalen Vernichtung . (die du als Falle bezeichnest !!)

300 Meter weiter links oder rechts ist unsachlich , da er sich genau diese 90° Grenzknicks ausgesucht hat .

B208


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#983

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 08:41
von Rainer-Maria Rohloff | 1.364 Beiträge

Mir fehlt leider die Zeit aber wenn einer die hätte und einmal das eingestellte Schreiben vom Ratze, Seite 44, #848...."An Leiter General Kleinjung..."hier einmal vergrößert (so das es Alle lesen können) einstellen könnte? Und zwar das rechte Schreiben, das mit dem Funkspruch des BGS Schwarzenbeck im Wortlaut.

Rainer-Maria und da kann dann Jeder selber über diese "Irgend wie gewollte Passivität" von damals Westen lesen. Köstlich ne.......

Und einen guten Tag allen ins Forum



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#984

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 09:03
von DoreHolm | 7.696 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #978
Richtig !

Und für Brandstiftung ohne Personenschaden gibt es lebenslang Zuchthaus

und für
Diebstahl die Todesstrafe !

.........................................................................................................................

Gehe ich recht in der Annahme , deine Lieblingsnutztiere sind Ziegen ?


B208


Ich denke, bei dem Strafmaß hat möglicherweise auch eine Rolle gespielt, daß es sich hier nicht um einen bloßen Akt von grobem Rowdytum, Vandalismus oder Pyromanie handelte, sondern offensichtlich politisch motiviert war, somit ein klarer schwerer Sabotageakt.
Wir hatten bei uns einen Fall, ausgerechnet in der Nacht, in der ich Bereitschaftsdienst hatte und im Betrieb schlief. Ein junger Mensch aus der Spritzautomatenhalle (Schuh-Formteile, Leisten) hatte, wie sich später herausstellte, keine Lust zum Arbeiten und sich gedacht, machst mal nebenan in eienr anderen Produktionshalle, die nachts nicht besetzt war, ein kleines Feuerchen. Dann ist die Schicht gelaufen. Nun, aus dem "kleinen Feuerchen" wurde ein Großes. Durch den Wärmestau der brennenden leeren Papptrommeln für die Fertigprodukte verschmorten sämtlich elektrische Anlagen und Installisationen, alles war mit einer Teerschicht überzogen und ein Großteil der wärmeisolierten Alu-Dauchhaut war geschmolzen und eingestürzt. Der Schaden wurde damals mit 200.000,-Mark eingeschätzt, abgesehen vom Produktionsausfall. Der Täter wurde durch das sog. Täterwissen überführt. Er bekam 6 Jahre, ging in Berufung und das Ende waren 7 Jahre. Bei ihm war das Motiv, einen Grund für seine Arbeitsunlust zu finden.



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#985

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 09:06
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Also ob das köstlich ist wage ich zu bezweifeln, ich meine eher das derartige Formulierungen völlig unpassend sind.

Ich meine allerdings das die westlichen Behörden neben dem Platzverweis weitere Möglichkeiten hatten. Und auch (ob von "Oben" befohlen, was auch immer, sei mal dahin gestellt) sich nicht korrekt verhalten haben.

M.E. nach hätte Gartenschläger sich für den Besitz von Sprengstoff verantworten müssen. Es war wohl auch die Bewaffnung bekannt, unerlaubter Waffenbesitz fällt mir ein....und schlußendlich, gab und gibt es nicht den Begriff "Schutzhaft"? In Haft nehmen zum Schutz seiner selbst?

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#986

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 09:34
von IM Kressin | 914 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #942
Zitat von GKUS64 im Beitrag #931
Mal etwas OT: Zu meiner Zeit 1964 gab es diese Geräte glücklicherweise noch nicht (Minen gab es). Waren da außer den Schildern mit Minenwarnung noch spezielle Warnschilder angebracht? Wenn nicht, wäre das ein zusätzlicher sehr übler Beigeschmack!


Stellenweise war da gar nichts an Schildern, bin ja oft die Dinger zur Kontrolle abgefahren.
Der GV wäre rangerannt und dann hätte er ordentlich Grobschrot abbekommen.

Die Dinger waren eigentlich das Hintervotzigste was sich Menschen so ausdenken können um andere Menschleins kaputt zu machen, ist so.
Und wer hatts wieder gemacht?


Rüschtisch, die liebste DDR des Universums ever.


Die SM 70 dienten, einige User haben in älteren Beiträgen bereits darauf hingewiesen, auch der Personaleinsparung.

Die Zielrichtung, Verhinderung der Flucht von Personen aus eingezäunten Arealen um jeden Preis, auf Teufel komm raus, mit automatischer Tötung, verfolgten früher schon andere Leute, die kompromisslos in der Durchsetzung ihrer Zwecke handelten.

Erfunden haben sie es nicht in der schönsten DDR der Welt, aber weiter perfektioniert!

Öffentliche Vergleiche sind gemäß Forenregeln bekanntlich verboten, ich stelle daher nur den Link ein.

Wer mag, kann weiterlesen unter

„Anlage 501 oder Splittermine Modell 1970“


Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#987

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 09:52
von bürger der ddr | 3.623 Beiträge

Man sollte hier nicht zwei Dinge vermischen.
Für mich war aus heutiger Sicht die Grenzsicherung durch Minen eine völlig falsche Lösung, moralisch gesehen verwerflich. Aus rechtlicher Sicht hatte die DDR das hoheitliche Recht seine Grenzen in dem entsprechenden Umfang zu sichern. Die Minen waren ja nicht durch jeden Bürger zu erreichen (egal von welcher Seite), sie waren ja in einem Raum der durch das Grenzgesetz schon rechtlich abgesichert war.

Z.B. Meldung vom 13.08.2011 "israel verlegt an der Grenze zu den Golanhöhen neue Landminen" Grund: um Demonstranten das Eindringen zu verhindern
Wer die Meldung bezweifelt, Tante Go und andere Suchmaschinen werden Euch helfen....

Wo blieb da Eure Entrüstung? Aber das waren ja "Kollegen mit dem gleichen Stallgeruch"......

Was wäre dort wohl geschehen wenn ein Typ so ein paar Dinger "sichergestellt" hätte, Stichwort- Leichensack.

M.G. hat aber nach nationalen Recht der DDR eine schwere Straftat verübt und auch nach internationalem Recht. Das Tragen und benutzen einer Waffe bei dieser Straftat rechtfertigt die Art der Verhinderung dieser Straftat.

So nun könnt Ihr weiter das Spiel spielen "Wir basteln einen Helden", und viel Spaß



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zuletzt bearbeitet 29.04.2016 10:01 | nach oben springen

#988

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 10:43
von damals wars | 12.161 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #985
Also ob das köstlich ist wage ich zu bezweifeln, ich meine eher das derartige Formulierungen völlig unpassend sind.

Ich meine allerdings das die westlichen Behörden neben dem Platzverweis weitere Möglichkeiten hatten. Und auch (ob von "Oben" befohlen, was auch immer, sei mal dahin gestellt) sich nicht korrekt verhalten haben.

M.E. nach hätte Gartenschläger sich für den Besitz von Sprengstoff verantworten müssen. Es war wohl auch die Bewaffnung bekannt, unerlaubter Waffenbesitz fällt mir ein....und schlußendlich, gab und gibt es nicht den Begriff "Schutzhaft"? In Haft nehmen zum Schutz seiner selbst?

MfG Berlin

Und warum er eine Waffe bei sich hatte, dürfte den westlichen staatlichen Organen auch bewußt gewesen sein. Sie haben die Bedrohungfür Leib und Leben der Grenzer billigend in Kauf genommen, waren also den östlichen nicht unähnlich.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Signalobermaat und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#989

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 11:00
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von IM Kressin im Beitrag #986

Die SM 70 dienten, einige User haben in älteren Beiträgen bereits darauf hingewiesen, auch der Personaleinsparung.
Es grüßt Euch Kressin


Und zynisch formuliert, die finale Lösung des Themas M.G. ersparte der DDR-Volkswirtschaft viel Aufwand, Gerichte, Hohenschönhausen, Bautzen.



DoreHolm, Rainer-Maria Rohloff und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#990

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 11:04
von damals wars | 12.161 Beiträge

Und diplomatische Verwicklungen mit der BRD, die wohl auch gegen eine Lösung des Problems nichts hatte.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#991

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 11:40
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #987

So nun könnt Ihr weiter das Spiel spielen "Wir basteln einen Helden", und viel Spaß


Gartenschläger ist für mich Opfer.

Ich habe eher den Eindruck, dass hier mit Gartenschläger von enigen ein Antiheld aufgebaut wird, damit die ehemaligen Helden der Grenze nichts an ihrer Stärke, Klugheit, Weitsicht, Tapferkeit, Besonneheit, Opferbereitschaft einbüßen.

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 29.04.2016 11:41 | nach oben springen

#992

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 12:16
von DoreHolm | 7.696 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #991
Zitat von bürger der ddr im Beitrag #987

So nun könnt Ihr weiter das Spiel spielen "Wir basteln einen Helden", und viel Spaß


Gartenschläger ist für mich Opfer.

Ich habe eher den Eindruck, dass hier mit Gartenschläger von enigen ein Antiheld aufgebaut wird, damit die ehemaligen Helden der Grenze nichts an ihrer Stärke, Klugheit, Weitsicht, Tapferkeit, Besonneheit, Opferbereitschaft einbüßen.

Moskwitschka



Rot: Was soll dieser Unsinn ? Ich wüßte nicht, daß damals überschwengliches Lob über die Starken, Klugen, Weitsichtigen, Besonnenen, Opferbereiten Helden ausgegossen wurde. Im internen Kreis sicherlich Belobigung, ist ja klar. Auftrag erfüllt, wie auch immer, nur das zählte.
DU stilisierst sie hier zu Helden mit solchen superlativen Eigenschaften, kein anderer/e !



sentry, Fritze, Rainer-Maria Rohloff und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.04.2016 12:17 | nach oben springen

#993

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 12:28
von sentry | 1.092 Beiträge

Sehe ich auch so. Ich kann mich nicht entsinnen, dass bislang in diesem Forum unter den ehemaligen Grenzern eine solche Selbstwahrnehmung, wie hier rot markiert, nach außen getragen würde.

Mag sein, dass in diesem Thread G. in eine Art Antiheldenrolle gedrückt wird. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass er zuvor auch von anderer Stelle in eine Art Heldenrolle gedrückt wurde.
Im Großen und Ganzen weiß ich nicht viel über G, im Grunde "nur" das, was in dieser oder anderen Internetpublikationen steht.. Er hat sicher, mit welcher Motivation auch immer, einen erheblichen Teil dazu beigetragen, dass unmenschliche Grenzregime zu entlarven - nicht nur durch das Tragen der SM-70 in die Öffentlichkeit, sondern auch durch sein eigenes Ende.
Er ist offensichtlich ganz bewusst ein enormes Risiko eingegangen, in dem er sich mit seinen Aktionen in erhebliche Lebensgefahr begeben hat.
Leider hat sich dieses Risiko für ihn realisiert. Man gewinnt aber den Eindruck, dass auch auf G.'s Seite der Front dies nicht allen so ganz ungelegen kommt für ihre Argumentation.


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#994

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 12:36
von IM Kressin | 914 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #987
Man sollte hier nicht zwei Dinge vermischen.



Da sind wir gleicher Meinung, und doch passiert es mit folgendem Beispiel

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #987


Z.B. Meldung vom 13.08.2011 "israel verlegt an der Grenze zu den Golanhöhen neue Landminen" Grund: um Demonstranten das Eindringen zu verhindern
Wer die Meldung bezweifelt, Tante Go und andere Suchmaschinen werden Euch helfen....



Der Kriegsschauplatz der Golanhöhen, Sechstagekrieg, Jom-Kippur-Krieg,
Kampfhandlungen um Wasserrechte und Siedlungsgebiete der an Israel grenzenden Staaten sind ein eigener, bedeutsamer Themenbereich.

Ich bin heute noch froh, wie gewaltfrei die Wende verlaufen ist, dass Deutschland einen friedlichen, besonnenen Ablauf genommen hat.

An der innerdeutschen Grenze fühlte ich mich 15 Jahre sicher.

Ich würde mich nie freiwillig in ein Kriegsgebiet begeben!

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #987


Wo blieb da Eure Entrüstung? Aber das waren ja "Kollegen mit dem gleichen Stallgeruch"......

Was wäre dort wohl geschehen wenn ein Typ so ein paar Dinger "sichergestellt" hätte, Stichwort- Leichensack.



Wie schon geschildert, ein Kriegsgebiet, in das ich mich nicht freiwillig begeben würde.

Ich war bedauerlicherweise noch nicht in Israel, bestimmt ein schönes Land.
Ich stehe mit niemandem in Verbindung, der dort seinen Wohnsitz hat.

Über den „Stallgeruch“ etwaiger Kollegen dort kann ich keine Aussage treffen, ich kenne diesen schlicht und einfach nicht.

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #987


So nun könnt Ihr weiter das Spiel spielen "Wir basteln einen Helden", und viel Spaß


M.G. war leichtsinnig, handelte unverantwortlich, besessen und war geblendet von Hass. Seine Handlungen finde ich nicht richtig, kann demgegenüber, auf Grund seiner Lebensgeschichte, die Ursache für seine Taten nachvollziehen.

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #987

Für mich war aus heutiger Sicht die Grenzsicherung durch Minen eine völlig falsche Lösung, moralisch gesehen verwerflich.



Da stimme ich mit Dir überein. Von der Maxime her sah es die DDR-Führung wahrscheinlich ähnlich, im geteilten Berlin,

auf internationalem Parkett, wäre ein Zwischenfall mit SM 70 Todesautomaten sofort in der Aufmerksamkeit
der Weltöffentlichkeit gewesen.

Das Ansehen der DDR und der für den Ostteil der geteilten Stadt verantwortlichen Sowjetunion hätte unmittelbar Schaden genommen.

Nur aus diesem Grund waren keine SM 70 an der Berliner Mauer installiert!

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #987


M.G. hat aber nach nationalen Recht der DDR eine schwere Straftat verübt und auch nach internationalem Recht. Das Tragen und benutzen einer Waffe bei dieser Straftat rechtfertigt die Art der Verhinderung dieser Straftat.




Das Liquidieren des Michael Gartenschläger war gezielte Vollstreckung eines lange vorher getroffenen Todesurteils.

Die Vielfältigkeit der Technik, eingeschlossen der Einsatz taktischer Vorgehensweisen von DDR-Spezialeinheiten freund- und feindwärts mit Festnahme durch überraschenden Zugriff wäre möglich gewesen, jedoch laut Einsatzbefehl nicht vorgesehen.

Widerlegte, propagierte Unfehlbarkeit der politisch Verantwortlichen, die Gigantomanie des Grenzregimes, gepaart mit verletzter Ehre, dürsteten nach Rache.


Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#995

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 12:37
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Nimm's locker @DoreHolm Genauso wie ich Beiträge über den 17-jährigen Gartenschläger, der wie ein "Terrorist" verurteilt wurde. Hat man ihn damals nicht so bezeichnet, weil es im Umkehschluß gehießen hätte, dass die DDR "Terroristen" hervorbringt? Oder der Beitrag über die "finale Lösung", die der Volkswirtschaft Ausgaben erspart hat?

Na und die Helden wurden in der DDR immer am 13.August gefeiert. Sogar mit Paraden der Kampfgruppen in der Berliner Karl - Marx - Allee.

Ich weiß, ich habe das alles falsch verstanden.

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 29.04.2016 12:40 | nach oben springen

#996

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 13:26
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #991
Gartenschläger ist für mich Opfer. Moskwitschka


Hallo,
wieso Opfer, ein Opfer kann nur jemand sein der aufgrund fremder Zwänge zu Schaden kommt. Herr G. dagegen drang ganz freiwillig und vorsätzlich wider besserem Wissen um die "Humorlosigkeit" der DDR-Organe im Bezug auf Grenzthemen und -anlagen.

Wenn Opfer, dann aufgrund seiner eigenen Überheblichkeit, Dummheit, Naivität, Unvernunft, Hass oder Geltungssucht.



Ebro und Signalobermaat haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#997

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 19:06
von Rainer-Maria Rohloff | 1.364 Beiträge

Je näher die Nacht zum 40 jährigen .....schreibe ich jetzt Jubiläum(besser nicht) kommt, um so mehr kommt der Fred voran. Der war richtig gut Moskwitschka, der mit dem Opfer? Etwa Opfer seiner selbst, Opfer der Gesellschaft, oder seiner Zeit,oder..... ? Und dein Text in #959 ehrt euch doch B208, nur das laut Funkspruch vom BGS(der vom 26.04.1976) in #848 der Michael erst auf dem Rückweg vom Zaun I um die dann von ihm demontierte SM70 erleichtert werden sollte, dann einfach nur laufengelassen werden sollte hat schon ein enormes Geschmäckle.

Ari hatte ja in #948 sofort protestiert (auf des Rainers Text vorher) und ausgeführt, was der Westen alles unternommen hatte um Bürger Gartenschläger zu stoppen, nur wie simpel wäre es gewesen. einfach nur in der Nacht die Strasse von Büchen über Bröthen nach Langenlehsten/Leisterförde so bissel zu überwachen, denn auf eine andere Ecke wie dem Grenzeck war der Michel wohl nicht fixiert.

Damit hat eure damalige Führung nicht nur eine Straftat gebilligt, nein, sondern einfach so zugelassen....aber darüber wurde hier schon genug getextet. Das Gute, Jeder hat heute seine ganz persönliche Sicht auf die alten Zeiten was den Fred richtig leben lässt.

Rainer-Maria



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#998

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 20:07
von damals wars | 12.161 Beiträge

Er hat die heute so gepredigte Selbstverantwortung praktiziert.
Also sollte man die Schuld hauptsächlich in seinem eigenem Verhalten sehen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#999

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 20:45
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #976
[...]Es gab zwei Punkte im Grenzabschnitt nördlich der Elbe , die als mögliche Abbauorte von SM70 durch M.G. vom MfS aufgeklärt waren .
Ein Ort war das Gartenschläger-Eck . Nach dem ersten erfolgreichen Abbau konnte von westlicher Seite beobachtet werden , dass zusätzliche bauliche/pioniertechnische Maßnahmen freundwärts des Zaunes errichtet wurden . Darunter auch Scheinwerfer . Ich behaupte , M.G. hätte bei einem ausgeleuchteten Grenzabschnitt sein Vorhaben nicht ausgeführt .
Die Führung der DDR hat sich aber bewusst zu einem anderen Szenarium entschieden und die Lichter blieben aus .
Angestrebt war eine finale Lösung .

B208

Wo lage denn der zweite aufgeklärte Ort?

Wenn durch die einfache Beleuchtung des Grenzknicks oder anderer aufgeklärter Orte
Gartenschläger davon abgehalten worden wäre weitere SM70 zu demontieren oder
zu zünden, dann hätte dies doch auch von westlicher Seite bewerkstelligt werden
können.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#1000

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2016 20:51
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #967
Zitat von B208 im Beitrag #961
[...][...]Es geht um die Verhältnismäßigkeit in den Abläufen .
Leichtsinn , Abenteuerlust , Vergeltung , alles möglich , aber ein Vernichtungskommando des MfS als Antwort ?? [...]

Die Untersuchungsbehörden stellten 2000 fest, daß Gartenschläger
sofort und als erster geschossen hatte. Wie, wenn nicht mit im VGH
abwartenden Kräften sollte die DDR denn sonst einem solchen Angriff
auf ihr Staatsgebiet und ihre Grenzsicherungsanlagen begegnen?

Ari


Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, daß nie gänzlich aufgeklärt wurde, auch
nicht durch die Untersuchungsbehörden in 2000 bzw. bei der Beweisaufnahme
durch das LG Schwerin, ob Gartenschläger zuerst geschossen hatte. Es wurde
auch nicht zweifelsfrei festgestellt, ob ein oder mehrere Schüsse seinerseits
überhaupt abgegeben wurden.
Besten Dank nochmals für den Hinweis. Mir war das zwar bewusst, aber ich hatte
versäumt es zu ergänzen.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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