#41

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 18:43
von Polter (gelöscht)
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Jetzt wird es für mich doch recht spannend !!

Es darf nicht sein, was ist.
M. Gartenschläger ist an der Grenze um sein Leben gekommen. Ich füge hinzu; tragisch ?
In der PDF - Datei im Beitrag * 35 lese ich: Gartenschläger wurde auf die Gefahr von Staatsanwaltschaft, BGS und der Bundeszollverwaltung hingewiesen. Auf welche Gefahr? Hat die Staatsanwaltschaft, der BGS und die Bundeszollverwaltung gewußt, was Gartenschläger vor hatte? Ich gehe davon aus, daß nach dem ZDF - Auftritt alle wußten, was sie taten. Im Westen !! ( Im Osten war doch Westfernsehen verboten.)
Verschiedentlich und gelegentlich liest man, daß Gartenschläger verraten wurde. Natürlich von einem Staasi - Spitzel. Aber das Video von
Spiegel TVhttp://www.spiegel.de/video/vor-20-jahren-der-fall-gartenschlaeger-video-1122861.html ab der 6.33 Minute zitiert Funkmeldungen des BGS. Mit detailierten Angaben und Anweisungen. Die abgebaute SM 70 sollte ihm,
wohl zur Vermeidung einer Gefahr für die Öffentlichkeit, abgenommen werden. Alle wußten, was sie taten. Hinterhalte sehen für mich anders aus. Gartenschläger und seine Leute schritten zur Tat. Bewaffnet mit Schußwaffen. Warum führten sie eigentlich die gefährlichen Dinge mit sich? Woher stammten sie? Es wird gefragt, wer an solchen Zwischenfällen Interesse gehabt haben könnte. Der Osten bestimmt nicht.
Noch ein Gedanke. Seit dem 21.12.1972 gab es einen Grundlagenvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten. Der Artikel 3 und Ziff. 2 verlangen von beiden ( ? ) Seiten. "2] Sie bekräftigen die Unverletzlichkeit der zwischen ihnen bestehenden Grenze jetzt und in der Zukunft und verpflichten sich zur uneingeschränkten Achtung ihrer territorialen Integrität.
Da hätten doch die Staatsanwaltschaft, der BGS und die Bundeszollverwaltung bei ihren nicht abzustreitenden Kenntnissen einschreiten müssen, oder?


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#42

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 18:49
von SET800 | 3.104 Beiträge

Gartenschläger?
Held, nein! Geltungssüchtiger und geldgieriger Fanatiker. Ein Typ von dem die Welt leider zuviele hat(te).
Praktische Frage, welcher Bürger der DDR wußte NICHT daß dicht an der Grenze ein militärischer Sicherheitsbereich sich befindet?
Wobei ich die Meinung vetrete daß über SM70 ruhig in geeigneter Form in DDR-Medien hätte berichtet werden sollen, so wie auch
aus Westmedien ja einiges darüber in DDR zur Kenntniss kam. Mehr offenen Klartext über die Funktion der Ausreisebedingungen und der
Grenze um zum Wohle der Gesamtbevölkerung qualifizierte Menschen im Land zu behalten war dringend damals nötig.

Vergleich: "Unsere Väter, unsere Mütter", unabhängig von der Kriegshetzerei Hitlers, Wehrpflicht zum Wohle der
Nation und Freiheit der Bevölekrung in den USA, UdSSR und UK wird akzeptiert, inkl. einkalkulierter Opferung von
90%+ der jungen Männer der ersten Angrifswelle in der Normandie oder an den Seelowerhöhen gilt als i.O. und unvermeidlich.
Ärzte, Facharbeiter, Lehrer und Ingenieure nur zur regulären normalen Arbeit im Land zu halten sehen aber viele heute
als Verbrechen.

Mein Vater hätte liebend gerne 50 Jahre im RAW ohne Kündigungsmöglichkeit malocht statt Warschau, Amsterdam,
Brüssel, Brest, Byalistok, Tula, Kursk und Minsk ( überlebt dank eines Heimatschuß, dank dem Russen!! ) zu erleben.



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#43

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:00
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Soooo.......

Ich habe mir jetzt das Dokument von Dieter durch gelesen.

Das liest sich etwas anders als das aus dem Forum "Grenztruppen der Deutschen Demokratischen Republik".

Der Freispruch ist ein Freispruch "In dubio Proreo", im Zweifel für den Angeklagten.

Edit: Es geht mir zumindest nicht darum, aus Gartenschläger einen Helden zu machen. Er war bestimmt kein Musterknabe, aber er war ein Mensch.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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zuletzt bearbeitet 29.10.2014 19:06 | nach oben springen

#44

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:04
von exDieter1945 | 228 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #40
es gibt auch ein Spielfilm darüber,"der Todesautmat"
Lutze


Hier ein Ausschnitt aus dem ZDF-Film "Todesautomatik" http://www.youtube.com/watch?v=y2tidgGs6PQ


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#45

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:06
von damals wars | 12.137 Beiträge

Und es bestand kein Zweifel, das G. und Co. Waffen mit sich führten und auch bereit waren, sie anzuwenden.
Und sie auch anwendeten.
Eindeutige Mordabsicht.

Wer sich in Gefahr begibt, bringt sich um. Altes deutsches Sprichwort.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#46

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:07
von utkieker | 2.918 Beiträge

Es soll nicht unerwähnt bleiben, Gartenschläger hat auch gegen geltendes Recht der BRD verstoßen! Schließlich hat Gartenschläger illegal Sprengstoff eingeführt und das auch noch mit Duldung(!) staatlicher Stellen (BGS, Zollgrenzdienst).

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#47

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:16
von Acki | 169 Beiträge

weiss jemand was dieser Gartenschläger heute macht?


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#48

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:20
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von Mutz im Beitrag #47
weiss jemand was dieser Gartenschläger heute macht?

ja,gar nichts
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#49

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:20
von damals wars | 12.137 Beiträge

Zitat von Mutz im Beitrag #47
weiss jemand was dieser Gartenschläger heute macht?


"In der Nacht zum 1. Mai 1976 wurde der BRD-Bürger Michael Gartenschläger auf dem Boden der DDR durch Grenzsicherungskräfte des sozialistischen deutschen Staates erschossen. "

Er hat seine Schusswaffenanwendung nicht überlebt.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#50

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:20
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Mutz im Beitrag #47
weiss jemand was dieser Gartenschläger heute macht?

Bist Du Buddhist?

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#51

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:25
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Irgendwo schrieb ich das schonmal: "Für mich war Er ein junger Wilder, immer mit dem Kopf durch die Gefängniswand, egal wie hoch der Schornstein, egal ob man Ihm ne ordentliche Lehrausbildung in Torgau (Im Strafvollzug) zu vermittelen versuchte, der Kerl schnallte es einfach nicht, er wollte irgendwie Rache am Staat DDR...der Ihn zugegebenermaßen mit einem völlig überzogenen Urteil hinter Gittern gebracht hatte.

Zugeschaut hat eine BRD,bissel leichtsinnig, sprichwörtlich lüstern, wusste ganz genau, zu diesem Zeitpunkt war eigentlich Entspannung innerdeutsch angesagt nur man hat es irgendwie nicht so richtig geschnallt, hat BGS/ZGD nicht drauf hingewiesen(auch unseren Dieter) solche Leutchen wie Gartenschläger einfach nur aus dem Verkehr zu ziehen.

Denn wenn Dieter und seine Kollegen ihre Arbeit hätten ordentlich machen können siehe Verhinderung vom Abbau der SM70 durch GS wäre es nie zu dessen Todestag gekommen, so einfach sehe ich das heute.

Das die DDR GS und Freunden einen Hinterhalt legte war nur mehr als logisch. So dumm war einfach dieses System nicht, sowas konnte man sich ausrechnen.

Lebensläufer


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#52

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:25
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Interessante Rechtsauffassung:

Zitat
Und es bestand kein Zweifel, das G. und Co. Waffen mit sich führten und auch bereit waren, sie anzuwenden.
Und sie auch anwendeten.
Eindeutige Mordabsicht.



Könnte es denn sein,, dass er diese nur zu seiner Verteidigung dabei hatte?

Man könnte nun so unverschämt sein und aus dem Zitat ableiten:

Jeder Angehörige der GT hatte Mordabsichten weil er bewaffnet war und auch die Absicht hatte, diese zu benutzen.Denn im nach hin nein sind wir uns ja mehr oder weniger einig, dass sowohl das Grenzgesetz und der Schießbefehl (den es ja nie gab) Unrecht war.

Den Einwand von Utkieker akzeptiere ich und sehe ich genauso. Die Staatsanwaltschaft oder der BND, MAD hätte tätig werden müssen.

So, nun werde ich es dabei bewenden lassen.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 20.03.2013 19:27 | nach oben springen

#53

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 19:58
von Fritze (gelöscht)
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Wieder einmal sehen wir : Wenn Zwei das Gleiche machen ist es noch lang nicht Dasselbe !

Als ich im Mai 1986 unweit dieser Stelle stand,an der 10 Jahre zuvor M.Gartenschläger erschossen wurde ,wäre mir nicht im entferntesten der Gedanke gekommen ,daß nun ein halbes Menschenleben später, Menschen aus Ost und West darüber debattieren .
Ich denke mal,daß das Gartenschlägerkreuz noch steht. Vielleicht ist es ja ein Zeichen nicht nur für den Mensch Gartenschläger , sondern auch eine Warnung für seine Engstirnigkeit ,seinen falschen Ehrgeiz und seine ausgenutzte Dummheit .
Überall auf dieser Welt existieren Grenzen, teilweise sehr gesicherte und auch gefährliche Grenzen.
Wenn es einem ausgewiesenem Palästinenser einfallen sollte, Grenzsicherungselemente des Staates Israel abzumontieren, wird man ihm wohl Akkuschrauber und Schraubenschlüssel reichen ,oder auch etwas anderes.
Ach übrigens, kenne ich eine männliche Person (Altbundi ),welcher sich auf dem Territorium Ägyptens befand und von israelischen Soldaten beschossen wurde. Ohne Warnung !!! Er trägt seitdem eine schöne Narbe nahe seines Ellenbogens (glatter Durchschuss vom G3 ).Bei der Gelegenheit starb der us-amerikanische Fahrer ihres Wagens.


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#54

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 20:06
von Acki | 169 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #50
Zitat von Mutz im Beitrag #47
weiss jemand was dieser Gartenschläger heute macht?

Bist Du Buddhist?

Ari



selbst wenn! was das eine mit dem anderen zu tun? ne war ne Verwechslung Gartenschläger mit Weinhold


zuletzt bearbeitet 20.03.2013 20:08 | nach oben springen

#55

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 20:43
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #52
Interessante Rechtsauffassung:

[quote]Und es bestand kein Zweifel, das G. und Co. Waffen mit sich führten und auch bereit waren, sie anzuwenden.
Und sie auch anwendeten.
Eindeutige Mordabsicht.


Könnte es denn sein,, dass er diese nur zu seiner Verteidigung dabei hatte?

Man könnte nun so unverschämt sein und aus dem Zitat ableiten:

Jeder Angehörige der GT hatte Mordabsichten weil er bewaffnet war und auch die Absicht hatte, diese zu benutzen.Denn im nach hin nein sind wir uns ja mehr oder weniger einig, dass sowohl das Grenzgesetz und der Schießbefehl (den es ja nie gab) Unrecht war.

Hallo Berliner,

Warum mußte er eine Waffe zu seiner Verteidigung dabei haben? War er Angehöriger der bewaffneten Organe der BRD?
Ich habe keine Waffe im Haus, um mich zu verteidigen.
Er betrat das Territorium eines souveränen Staates, um dort (wieder einmal) Ärger zu machen und zu stehlen, sowie Kapital daraus zu schlagen.
Häuser anzuzünden, war ihm nicht genug.
Für mich war er ein geldgieriger/geltungssüchtiger XXXXXXXXXX (siehe Dieter's Artikel), der damit rechnen mußte, irgendwann seine Strafe zu bekommen.
Ein Held war er höchstens für die Presse, die ihn bezahlte.

Warum sollte jeder bewaffnete Angehörige der GT Mordabsichten gehabt haben?
Deine Ableitung schweift sehr weit ab, denn alle Streitkräfte der Welt sind nunmal bewaffnet, und leider nicht nur die...

Nein, ich bin nicht mit Dir einig, daß das Grenzgesetz Unrecht war.

Gruß, Kurt


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#56

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 23:03
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #46
Es soll nicht unerwähnt bleiben, Gartenschläger hat auch gegen geltendes Recht der BRD verstoßen! Schließlich hat Gartenschläger illegal Sprengstoff eingeführt und das auch noch mit Duldung(!) staatlicher Stellen (BGS, Zollgrenzdienst).

Gruß Hartmut!



Erklär doch mal näher, wieso mit Duldung?


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#57

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 23:04
von turtle | 6.961 Beiträge

Ein Held war Gartenschläger für mich nicht. Er war eher ein tragischer Held, mit Hang zur Selbstdarstellung, Er wusste aus seinen Handlungen Kapital herauszuschlagen. Es war Dummheit das gleiche mehrmals zu tun. Um es klar zu sagen wer sich völlig unnötig in Gefahr begibt ,kann darin umkommen. Seine Gegner soll man nie unterschätzen. Das er auch noch bewaffnet war ,macht das alles nicht besser, in der Verhandlung des Falls im Jahre 2000 vertrat das Gericht die Auffassung, dass Gartenschläger mit großer Wahrscheinlichkeit mit seiner Pistole das Feuer auf die Grenzer eröffnete. So tragisch der Tod von Gartenschläger war ,es war ein selbstverschuldeter Tod .Ein Grenzer der bei seiner Flucht einen Kameraden heimtückisch abknallt ist für mich ein Mörder. Hätte Gartenschläger der zuerst geschossen haben soll einen Grenzer getötet wäre er auch ein Mörder. Auch wenn Gartenschläger in seiner Dummheit in die Falle tappte und darin umkam ,sehe ich seinen Tod als selbstverschuldet.
Gartenschläger gefasst und vor einen DDR Gericht hätte den Genossen bestimmt besser gefallen .als der Medienrummel um ihn und zum Helden gemachten Gartenschläger. Trotz allem gehört er mit zu den vielen sinnlosen Opfern dieser Grenze.


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.03.2013 08:38 | nach oben springen

#58

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 20.03.2013 23:10
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #45
Und es bestand kein Zweifel, das G. und Co. Waffen mit sich führten und auch bereit waren, sie anzuwenden.
Und sie auch anwendeten.
Eindeutige Mordabsicht.





Ein Fachmann in Sachen Recht!!!


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#59

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.03.2013 00:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #52
Interessante Rechtsauffassung:

Zitat
Und es bestand kein Zweifel, das G. und Co. Waffen mit sich führten und auch bereit waren, sie anzuwenden.
Und sie auch anwendeten.
Eindeutige Mordabsicht.


Könnte es denn sein,, dass er diese nur zu seiner Verteidigung dabei hatte?
...Jeder Angehörige der GT hatte Mordabsichten weil er bewaffnet war und auch die Absicht hatte, diese zu benutzen.Denn im nach hin nein sind wir uns ja mehr oder weniger einig, dass sowohl das Grenzgesetz und der Schießbefehl (den es ja nie gab) Unrecht war.

Den Einwand von Utkieker akzeptiere ich und sehe ich genauso. Die Staatsanwaltschaft oder der BND, MAD hätte tätig werden müssen.
...Berlin



Zum Mordvorwurf gehören der Vorsatz zu töten mit den Mordmerkmalen (Heimtücke, niedere Motive). So lange man nur den Zeitraum bis zum Grenzübertritt betrachtet, fehlt es an der Absicht. Er hat die Waffe nicht bei sich geführt um zu töten! Hier träfe also nur der Vorwurf des unbefugten Waffenbesitzes zu.

Als G. gefunden (na gut, relativ...) wurde, fehlten aus seiner Waffe zwei Schuß. Dieser Pistolentyp hat nicht, wie die Walther PP beispielsweise nur 7 Schuß im Magazin sondern 9. Plus vielleicht eine im Lauf, macht dann sogar 3 Schuß. Wobei die Star keine DA-Waffe (Double Action, in DDR-Deutsch auch "harter Abzug" genannt) sondern eine SA-Waffe (Single Action, man muss entweder durchladen oder den Hahn von Hand extra spannen, das geht nicht wie bei der Makarow oder Walther PP, P-1 u.s.w. mit dem Abzug) ist bzw. war. Eine Patrone hatte sich im Lager verklemmt. Ein sogenannter stovepipe. Klassische Ladehemmung. Das passiert bei der Star gerne mal, wenn das Magazin "labbrig" ist, weil falsch gelagert (zu lange Zeit aufmunitioniert, biegt die Magazinlippen auseinander). Es spricht also einiges dafür, dass G. tatsächlich geschossen hat. Obwohl keine Geschosse gefunden wurden (die Patrone reicht rund 1,5 Kilometer - viel Platz zum suchen also). Das jedoch hat er dann eindeutig während einer rechtswidrigen Tat zu deren Durchsetzung getan (Diebstahl ist hüben wie drüben strafbar...). Dies jedoch erfüllt tatsächlich ein Mordmerkmal! Hier den Versuch.

Zur Verteidigung gehört, das die Aktion jedenfalls in sich nicht rechtswidrig sein darf. Sowohl die Absicht wie die Durchführung eines Diebstahles aber waren rechtswidrig wie das Betreten fremden Gebietes auch. Er hatte also kein Recht auf Verteidigung gegen stattliche Maßnahmen. Auch der Besitz der Waffe war rechtswidrig spätestens ab dem Moment, wo er die Grenze überschritten hat und seine Kumpels ihn dabei gedeckt haben (sollten...). Bei deiner Sichtweise würdest du jedem Kriminellen ein Recht auf Verteidigung gegen Maßnahmen der Exekutive zugestehen. Das gibt es nicht, lediglich ein Recht auf (nachträgliche) Überprüfung einer statlichen Aktion auf Rechtmäßigkeit.
In der Bundesrepublik durch Klage, in der DDR per Eingabe (leise bitte, es ist spät...).
Die Waffe des Hr. Gartenschläger war eine Star aus einem Nummernblock, den Star (5000 Waffen insgesamt) mit doppelter Nummerierung für Polizeien und Geheimdienste gefertigt und ausgeliefert hat. Zumindest für den Bereich Niedersachsens ist bekannt, dass Waffen aus diesem Nummernblock dort in Behördengebrauch waren. Dies gilt heute, wenn auch umstritten, als Beleg dafür, dass zumindest Gartenschlägers Waffe ihm von deutschen Behörden übergeben wurde. Obwohl er keine Berechtigung dafür hatte.
Gleichzeitig habe ich noch aus Zeiten im Harz im Gedächtnis, dass in der EK bekannt war, das Gartenschläger bewaffnet sein würde. Nur eben nicht, wie bzw. womit. Es ging das Gerücht, dass diese Information von westlichen Diensten lanciert war...

Auch wenn aus heutiger Sicht die Anwendung der Schußwaffe gegen Republikflüchtlinge per se als rechtswidrig betrachtet wird, so nicht deshalb, weil sie aufzuhalten rechtswidrig gewesen wäre sondern weil dies als unangemessen bzw. unverhältnismäßig betrachtet wird. Weder waren der Dienst der Grenzsoldaten rechtswidrig noch die Tatsache, dass sie in staatlichem Auftrag dort Waffen trugen. Die Sicherung der Grenze an sich war genauso gesetzlich gedeckt wie der Dienstauftrag der Soldaten dort. Nur auf Flüchtlinge zu schießen um sie aufzuhalten eben nicht, so lange sie die Soldaten nicht angriffen oder andere Dinge taten, die den Einsatz von Waffen gegen sie wieder verhältnismäßig gemacht hätten (Geiselnahmen, Einsatz von Waffen...). Das aber bedeutet, dass ein Republikflüchtling kein Recht auf Gegenwehr hatte denn damit setzte er sich automatisch in´s Unrecht.
Das Leben ist schon ein bischen komplizierter als ein XYZ...-Artikel.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


DoreHolm, Rainman2 und Kurt haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.03.2013 00:15 | nach oben springen

#60

RE: Michael Gartenschläger

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.03.2013 07:59
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #52
Interessante Rechtsauffassung:
Denn im nach hin nein sind wir uns ja mehr oder weniger einig, dass sowohl das Grenzgesetz und der Schießbefehl (den es ja nie gab) Unrecht war.
Mfg Berlin


Hallo,
Widerspruch, darüber gibt es keine Einigung. Es ist allenfalls auch Teil der BRD-Staatsräson das so sehen zu sollen! Öffentlich das anzuzweifeln kann massive Berufsnachteile bringen.

Gruß



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