#1

Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.02.2010 20:49
von Pille | 71 Beiträge

Auch auf die Gefahr hin,daß so eine oder ähnliche Frage bereits im Forum gestellt wurde:
Ich würde gern mal wissen,wie die Kontaktaufnahme von den Herren der "2000" mit den IM`s auf der Grenzkompanie vonstatten ging.Mein ehemaliger Kompaniechef erzählte mir vor ein paar Monaten,wie er mal so einen "2000"er bei seinem Besuch auf der Kompanie beobachtete:jener Stasi-Mensch stellte sein Fahrzeug auf dem Hof ab und öffnete z.B. zwei Mal hintereinander eine Tür oder die Motorhaube.Der betreffende IM,welcher evtl.beim letzten Treffen den Termin für das jetzige Treffen erfuhr,hatte in Sichtweite des Stasi-Menschen zutun und deutete das Zeichen mit z.B.Treffen in 5 Minuten in der Garage o.ä..Ich habe nie etwas davon mitbekommmen.Weiß jemand etwas hierzu?Oder wie lief es bei ihm ab?


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#2

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.02.2010 20:54
von Mike59 | 7.970 Beiträge

Zitat von Pille
Auch auf die Gefahr hin,daß so eine oder ähnliche Frage bereits im Forum gestellt wurde:
Ich würde gern mal wissen,wie die Kontaktaufnahme von den Herren der "2000" mit den IM`s auf der Grenzkompanie vonstatten ging.Mein ehemaliger Kompaniechef erzählte mir vor ein paar Monaten,wie er mal so einen "2000"er bei seinem Besuch auf der Kompanie beobachtete:jener Stasi-Mensch stellte sein Fahrzeug auf dem Hof ab und öffnete z.B. zwei Mal hintereinander eine Tür oder die Motorhaube.Der betreffende IM,welcher evtl.beim letzten Treffen den Termin für das jetzige Treffen erfuhr,hatte in Sichtweite des Stasi-Menschen zutun und deutete das Zeichen mit z.B.Treffen in 5 Minuten in der Garage o.ä..Ich habe nie etwas davon mitbekommmen.Weiß jemand etwas hierzu?Oder wie lief es bei ihm ab?


-----------------
Konspiration auf der GK ? warum das denn, die waren doch bekannt. Meist die größten Gefechtsschlampen.

Wenn der was von mir wissen wollte hat der mich gefragt.

Mike59


zuletzt bearbeitet 04.02.2010 20:55 | nach oben springen

#3

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 04.02.2010 23:10
von JensB (gelöscht)
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Ich glaube nicht, das der "2000" sich in der Kompanie mit IM getroffen hat, währe doch viel zu auffällig gewesen, ihn kannten ja alle. Er hat eher offen Fragen gestellt oder war Ansprechperson für alle möglichen Fragen die man nicht direkt an den Vorgesetzten stellen konnte.
Die IM`s hatten meiner Meinung nach andere Ansprechpersonen auf der Kompanie...


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#4

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2010 01:11
von S51 | 3.733 Beiträge

Man wurde höchstens zur 2000 in das Bataillion bestellt. Meist kam so ein Befehl über den UvD. Das gab es. Um zu irgendwas oder irgendwen Stellung zu nehmen, irgendwelche Sonderaufträge abzusprechen. Sonderaufträge konnten sein, während eines Hinterlanddienstes gleichzeitig einen TBK (Toten Briefkasten) zu beobachten und zu registrieren, wer sich diesem noch näherte. Da wir da draußen ja sowieso alles und jeden kontrollierten, fiel derartiges wohl nicht allzu sehr auf. Auch kam es vor, dass man zu bestimmten Zeiten bestimmte Bereiche durch sehr umfangreiche Kontrollen auf den Zugängen gewissermaßen abschirmte. Was zu dieser Zeit dahinter lief, hat man nicht erfahren (oder bekam irgendwelche Plattheiten gesagt, wie "damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit unseres Staates") Oder, wenn es besondere Einsätze gab. Diese wurden vorher recht detailliert abgesprochen. Dann hatte man zum Beispiel regulären Dienst im Eckerloch. Irgendwann kam ein Kennwort über GMN. Das ergab immer fünf Buchstaben (bei mir). Dann erschien ein Offizier von Schneewittchen (auch wenn sie dieses Wort weder gerne hören noch lesen) mit einem Posten. Nach einer Parole nahmen diese Posten meinen Bereich ein und ich handelte weiter wie extra befohlen. Mein Rufzeichen meldete derweil sich ganz normal weiter aus dem Eckerloch. Ich selbst hatte in dieser Zeit Funkstille, meldete mich auch nicht im GMN, nur gegebenenfalls vor Ort persönlich. Bis ich zurückkam, wieder übernahm und alles war wie vorher. Als wäre ich nie woanders gewesen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#5

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2010 09:53
von Merkur | 1.020 Beiträge

Zitat von Pille

Ich würde gern mal wissen,wie die Kontaktaufnahme von den Herren der "2000" mit den IM`s auf der Grenzkompanie vonstatten ging.



In größeren Dienststellen gab es geeignete Treffzimmer in unterschiedlichen Bereichen, die die IM ohne aufsehen zu erregen, anlaufen konnten, beispielseise im Med.Punkt oder anderswo. Die operativen Mitarbeiter konnten sich in großen Objekten auch an bestimmten Punkten (Tanklager, Heizhaus) oder im Freien mit den IM treffen. Eine weitere Varainte war die Treffdurchführung im Ausgang oder der IM bekam legendierte Aufträge (Dienstreisen, zivile Arztbesuche usw.)Das alles war begrenzt möglich.
In den kleinen und überschaubaren Grenzkompanien wurde die Zusammenarbeit mit den IM oft über sogenannte Führungs-IM (F-IM) realisiert. Das waren i. d. R. Berufssoldaten der GT, die IM-Systeme führten, die IM instruierten und deren Arbeitsergebnisse entgegennnahmen. Es war relativ unverdächtig, wenn Gefreiter X zum Gespräch in das Dienstzimmer des Hauptfeldwebels gerufen wurde. Bitte jetzt daraus nicht ableiten, dass alle Hauptfeldwebel F-IM waren. Da diese F-IM/ Berufssoldaten nach Dienstschluss das Objekt verlassen konnten, trafen sie sich dann Abends mit dem Mitarbeiter der Militärabwehr in einer KW außerhalb der Dienststelle. Alles weitere hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den IM besprach dann der Mitarbeiter der HA I mit dem F-IM



zuletzt bearbeitet 05.02.2010 10:21 | nach oben springen

#6

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2010 18:59
von Pille | 71 Beiträge

Danke Merkur!
Deine Aussagen gleichen sich doch sehr stark mit meinen bisherigen Nachforschungen bzw. Vermutungen.
Im nachhinein erklären sich so einige Begebenheiten,die man damals evtl. am Rande mitbekommen hat und bei denen man sich nichts weiter gedacht hat.


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#7

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2010 19:10
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

in der sik marienborn gab es zwar wie wohl in jeder gk ein seperates zimmer mit briefschlitz.dieses wurde aber mit argusaugen beobachtet.offizell ist da niemand rein(nur ich als polit )aber begegnungen unserer 2000 mit ihren im's kann ich mir da nicht vorstellen


zuletzt bearbeitet 05.02.2010 19:11 | nach oben springen

#8

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2010 19:11
von Alfred | 6.849 Beiträge

Man sollte aber aus verschiedenen Beobachtungen nicht vorschnell irgendwelche Rückschlüsse ziehen !!


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#9

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2010 20:00
von grenzergold | 187 Beiträge

Eine schlecht beobachtete Tatsache ist tückischer als ein falscher Schluss.


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#10

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 05.02.2010 20:20
von P601A | 82 Beiträge

Hallo,

das Gebäude der Abtlg.2000 im GR20 in Halberstadt lag genau neben unserem Gebäude.
Einmal mußte ich mit einem Kumpel zum Revier reinigen dort rüber.
Als wir beim Fegen waren, wurde erst der Eine dann der Andere in ein Zimmer gerufen.
Dort mußten wir Fragen zur Stimmung auf der Kompanie beantworten
und man versuchte Informationen über Stubenkameraden zu bekommen.
Nach einem ca 5 min. blablabla war es dann vorbei.
Bei mir war es einmalig.

Gruß
P601A


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#11

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2010 13:59
von Sachse (gelöscht)
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Ein ehemaliger PF (Gefr.) kam ca. 2 Monate nach seiner Entllassung in Oltn.-Uniform (NVA Landstreikräfte) grüßend und leicht grinsend in unsere Kompanie und verschwand in den Dienstzimmern von KC und Hfw. Nach geraumer Zeit verließ er die GK wieder. Alles ging weiter wie bisher ... Wahrscheinlich hatte das eher eine "erzieherische" Absicht.


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#12

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2010 15:05
von Altermaulwurf (gelöscht)
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In kleineren Grenzkompanien wurde die Führung meist über FIM wie bereits erwähnt realisiert. Oftmals waren das auch Zivilbeschäftigte wie Hausmeister, die sich dazu ideal anboten. Bekannt waren mir persönlich auch 2 Grenzaufklärer, die auch im Dienst recht beweglich und einzeln handelten und so gut kontaktiert werden konnten. Der entsprechende "2000er" ging auch oft durch die Unterkünfte und suchte das Gespräch mit den Angehörigen der Grenzkompanie. Oft natürlich argwöhnisch beäugt, gelang aber bei entsprechender Vorbereitung die Übergabe von schriftlich verfaßten Berichten.
Ansonsten bei Berufssoldaten natürlich außerhalb der Kaserne, mit UaZ gern im Ausgang vorzugsweise in KWs und ansonsten waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Abschließend noch mal gesagt, die "Verbindungsoffiziere" des MfS waren natürlich auch offizielle Ansprechpartner und wurden von den Soldaten auch für Beschwerden oder Sorgen offiziell kontaktiert und da über diese Schiene auch oftmals etwas erreicht wurde, waren sie nicht unbedingt unbeliebt.


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#13

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2010 15:54
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

kann ich nur bestätigen am.ich war immer wieder überrascht,wie gut die ma der 2000 über persönliche probleme der soldaten informiert waren.unser ergeiz lag dann darin,auchh ihnen mal zu zeigen ,daß wir genau bescheid wußten.ist dann auch öfter gelungen.das schlüsselwort war einfach:rede öfter mit deinen unterstellten


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#14

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 01.08.2010 17:15
von TOMMI | 1.987 Beiträge

Also, unser 2000der hatte das Talent, sichtbar, als auch unsichtbar zu sein, wann immer er es für nötig hielt.
Aber auch 2000der waren Menschen und machten somit Fehler. So beobachtete ich unseren vom Treppenhaus aus,
wie er sich mit einem Schlüsselbund am Traditionszimmer zu schaffen machte, dass sogut wie niemand betrat.
Ein andermal saß er eines abends im Zimmer des StKC und führte Gespräche mit allen zur Verfügung stehenden
Leuten an diesem Abend. Es kamen Fragen, wie sie eben von der Stasi plausibel kommen konnten: Westverwandtschaft,
etc. Auch so Fragen: Zu Hause alles gesund?....Gehts Dir hier gut?.....Essen in Ordnung....?
Ich gehe mal sehr davon aus, dass er den befragten auch seine IMs beimischte, denen er dann ganz spezielle Fragen stellte.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#15

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.08.2010 09:57
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Die 2000 gab es zu meiner Zeit noch nicht, waren damals nur V0ler, und auch die hatten da schon drauf in die Einheiten zu gehen wenn die Kommandeure nicht anwesend waren. Ich habe auch immer das gleiche Prinzip angewandt, so war ich immer bestens informiert!


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#16

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.08.2010 16:13
von josy95 | 4.915 Beiträge

Ich möchte hier mal ein eigenes Erlebnis schildern was sich mit den bereits hier geschriebenen Beiträgen sehr ähnelt. Nur das ich nicht bei den GT, sondern bei den Landstreitkrften gedient habe.

Es muß 1979 gewesen sein. VKU (verlängerter Kurzurlaub von Freitag nach Dienst bis drauffolgenden Dienstag zum Dienst) stand an. Die Verbindungen von Havelberg nach Hause waren mit den vorgeschriebenen öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so besonders. Havelberg besaß als einzigste Kreisstadt in der DDR keinen Bahnanschluß, also war eine Kombination Bus/ Zug mit einige mal zeitaufwendigen Umsteigen notwendig. Auch waren die Nahverkehre bei weitem nicht so vertacktet wie heute üblich. Man stand dann schon mal irgendwo eine Stunde oder noch mehr herum. Bei dem eng bemessenem Urlaub nervte das schon. Auch war es in Havelberg üblich, nicht vor 16 Uhr, also nach offiziellem Dienstschluß aus dem Objekt (Kaserne) heraus zu kommen. In meiner Heimatstadt Ilsenburg war man dann erst gegen 24 Uhr zu Haus..., also für Knapp 140 km Fahrstrecke satte 8 Stunden...!

Was blieb für eine Alternative, wenn man nicht von Angehöhrigen abgeholt wurde? Das verbotene Trampen. Zivielsachen waren für einen Uaz oder Gwd auch out - also hohes Risiko des erwischt werdens und Urlaub im Knast verbringen einkalkuliert.

Jedenfalls sind wir (ein Uaz aus meiner Einheit und ich) an einem Freitag schon gegen 14 Uhr rausgekommen. Direktbus nach Magdeburg war natürlich schon weg (welch Hohn!), der nächste(!) fuhr erst ca 16:30 Uhr nach Glöwen..., warten??? Nein, wir Trampen. Am Ortsausgang von Havelberg nahm uns jemand mit bis zum Fischbecker Kreuz. Mein Uaz trampte weiter Richtung Tangermünde/ Stendal, ich Richtung Burg/ Genthin/ Magdeburg. Es hielt ein Lada mit 3 Insassen an, kurze Frage - Richtung stimmt, alles klar. Eingestiegen und los. Wie ich im Auto saß, beschlich mich ein komisches Gefühl. Alle 3 Herren hatten außer ihrem SED- Parteiabzeichen irgendetwas an sich..., am meißten viel mir der auch bei "normalen" Parteigenossen eher untypische militärisch korrekte Haarschnitt auf. Auch ihre Sprach- und Ausdrucksweise kam mir so bekannt vor...!

Jedenfalls kamen wir ins Gespräch, was vom Grundsatz her sehr nett verlief über dies und das wurde sich unterhalten. Es war aber deutlich eine Art "Fragestunde" zu verspüren. Unterwegs kehrten die "Genossen" dann noch in eine Gastwirtschaft ein, wozu ich natürlich eingeladen war und extra gedrängt wurde, mich nicht zu genieren und nach herzenslust à la Cart zu bestellen...!

Ich wurde noch bis vor den Hauptbahnhof in Magdeburg gefahren(!!), was mich natürlich sehr erfreute, war ich doch einige Stunden früher zu Haus. Mir war aber damals schon irgendwie komisch. Das sollte sich auch später noch bestätigen.
Ein paar Tage vor meiner Entlassung im April 80, wir gammelten schon einige Tage in Ziviel im Objekt herum, machten mit Polit, KC, Hauptfeld & Co die eine oder andere Zeit- totschlagende Skatrunde, unterhielten uns (ungezwungener) über dies und das, jenes. Da sagte unser Polit mal etwas verschmitzt zu mir, "...du hast es ja drauf gehabt, Dich von hohen Herren bis vor den Hauptbahnhof in Magdeburg fahren zu lassen...!" Da wußte ich endgültig bescheid. Habe aber von diesem Erlebnis, diesem Gespräch während meiner übrigen Dienstzeit keinerlei weitere Auffälligkeiten (Anwerbungen, Vorladungen in irgendwelche Dienstzimmer) oder gar Nachteile verspürt. Wenn es dann eine, sagen wir mal Observation eines NVA- Angehöhrigen war, dann eher zufällig und ich war das zufällige Objekt der Begierde. Denn der Entschluß, das Wagnis verbotener Weise per Anhalter nach Haus zu fahren hatte wir ja ganz kurzfristig entschieden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute....!

Schönen Gruß aus Ilsenburg!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 02.08.2010 16:16 | nach oben springen

#17

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.08.2010 16:20
von Sachse (gelöscht)
avatar

Na ja ... aber ich würde das eher als "Herz für Soldaten" ansehen. Vielleicht hatten sie ja Söhne, die in vergleichbaren Situationen waren wie du. Schließlich hat man dich doch nicht damit erpresst, dass du in Zivil gefahren bist.


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#18

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 02.08.2010 17:26
von bruno | 598 Beiträge

einmal im monat war die v2000ter ganz offiziell bei uns in rustenfelde

auf der kompanie, da wurde mit jedem zugführer jeder einzelne

durchgegangen, ob er für den nächsten monat für innerhalb (also

zwischen den zäunen) zugelassen wird.

und einmal kam der v2000ter bei uns auf die bude und machte

einen auf kumpeltyp, ob nicht mal einer einen kaffee kochen könnte,

ein ufo wäre ja wohl auf jeder bude usw., aber keiner von uns

hat sich zu irgendetwas hinreisen lassen.

keine 3 minuten war er bei uns auf der bude.


nichts auf der welt ist so gerecht verteilt wie der verstand.
denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
rené descartes
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#19

RE: Kontaktaufnahme MfS-Grenzer

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 03.08.2010 08:13
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Sachse
Na ja ... aber ich würde das eher als "Herz für Soldaten" ansehen. Vielleicht hatten sie ja Söhne, die in vergleichbaren Situationen waren wie du. Schließlich hat man dich doch nicht damit erpresst, dass du in Zivil gefahren bist.





Hoppla, da hast Du mich verkehrt verstanden oder ich hab mich etwas ungeschickt ausgedrückt!
Wir sind nicht in Zivil in den Urlaub gefahren!

Das Risiko war einfach zu groß, von Miltärstreife, Trapo ect. hochgezogen zu werden und deshalb den Urlaub im Knast zu verbringen. Außerdem wurde damals bei uns in Havelberg ganz akribisch auf Zivielklamotten geachtet, auffallend intensiv Schränke ect. kontrolliert. Warum? Eher nur Spekulation. Vielleicht gab es verstärkt Delikte in Zusammenhang mit Zivielsachen wie versuchte Fahnenflucht ect., die diese verschärften Kontrollen ausgelöst hatten. Vielleicht war es auch nur mal wieder eine Marotte, der Einfall eines eifrigen Vorgesetzten...??? Weiß der Geyer.

Anderseits war es ein nicht zu unterschätzendes Risiko beim Trampen auf der B 107 Richtung Süden, von einer KD- Streife aus Klietz oder später Burg (Mot.- Schützen) aufgegriffen zu werden. Die Klietzer "Kammeraden" (Raketenregiment) waren den Havelberger Pionieren und umgekehrt nicht besonders gut gesonnen. Da war ein trampender NVA- Urlauber, an gewissen Äußerlichkeiten wie Haarschnitt, schwarze Tasche, ob nun in Uniform oder nicht eigentlich schnell erkennbar und immer ein willkommender Anlaß, Punkte mit einer Festnahme zu sammeln. Man wußte ja nur zu genau, wann die Kasernentore sich für die Urlauber öffneten und da lauerte man regelrecht schon...!

Unsere Offiziere waren da auch nicht kleinlich. In Havelberg fing man u. a. Freitags eben gern alles von Klietz ab, was Richtung Norden unterwegs war. KD- Streife fing dann schon Freitag Mittag an, sonst üblicher Weise erst immer Abends. Eigenartiger Weise gab es mit den Glöwener Grenzern diese Probleme nicht. Zumindest nicht, das ich es wüßte.
Wir wurden ja vor Urlaubsantritt hinter vorgehaltender Hand von KC, Spieß und Polit noch vergattert, ja nicht einer Klietzer KD- Streife in die Hände zu fallen...!
Die Magdeburger Trapo hat auch eine nicht gerade rühmliche Rolle bei der Kontrolle von Armeeangehöhrigen gespielt, zumindest wurde da immer vor gewarnt. Der Magdeburger Hauptbahnhof war ja ein nicht gerade kleiner Dreh- und Angelpunkt der NVA- GT- und Marinesoldaten, die in Urlaub fuhren, aus dem Urlaub zurückkehrten. Für viele war dort der lang ersehnte Urlaub wegen irgendwelcher lapidaren Verstöße schnell zu Ende und endete in einer Zelle...!
Nachdenken darf man heut darüber nicht! Schikane, Diskriminierung ohne Ende! Stell mir vor, ein junger Familienvater, endlich Urlaub und freut sich auf zu Hause, Familie, Kinder. Dann kommt so ein dienstgeiler Trapospritzer und geilt sich an irgendeiner Kleinigkeit auf und Ende, Schluß. Vorbei mit Urlaub...
Unter normalen Verhältnissen, heute unvorstellbar...!


josy95


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