#141

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 31.03.2011 23:11
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von diego
Tach allerseits, mich stört hier der Begriff FAHNENFLUCHT !!!
Hätte es die DDR ihren Bürgern erlaubt sich legal über die Grenze ( oder Grenzen ) zu begeben, wäre wohl kein einziger Grenzsoldat auf die Idee gekommen sich unerlaubt von derTruppe zu entfernen !

Grüße Diego


---------------------------------
Kann ja sein, das es daran liegt das man als Uniformträger in der DDR eine gewisse Präsenzpflicht hatte. Und Dienstverpflichtete Personen in der Regel nicht immer der Herr über ihren uneingeschränkten Willen sind. Und somit ist es eine Fahnenflucht - Definiert sich ungefähr so:

1. Fahnenflucht gibt es nur bei Soldaten
2. Entzieht sich seiner Pflicht zum Dienst an der Waffe

Ist auch heute noch nach § 16 WStG zu ahnden.

Mike59


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#142

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.04.2011 14:15
von lerche | 27 Beiträge

Es ist von der Sache egal welches System, ob gut oder schlecht wenn man die Seite ( Fahne wechselt ) ist es eine FAHNENFLUCHT.



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#143

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.04.2011 20:32
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von lerche
Es ist von der Sache egal welches System, ob gut oder schlecht wenn man die Seite ( Fahne wechselt ) ist es eine FAHNENFLUCHT.




..........................................................................................................................................

Wie nennt man aber den Vorgang, wenn man vorher zur "Fahne" gezwungen wurde obwohl noch keine Wehrpflicht bestand?
Schönen Gruß aus Kassel.


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#144

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.04.2011 20:49
von Mike59 | 7.963 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von lerche
Es ist von der Sache egal welches System, ob gut oder schlecht wenn man die Seite ( Fahne wechselt ) ist es eine FAHNENFLUCHT.




..........................................................................................................................................

Wie nennt man aber den Vorgang, wenn man vorher zur "Fahne" gezwungen wurde obwohl noch keine Wehrpflicht bestand?
Schönen Gruß aus Kassel.




............................................................................
@wosch musst du doch wissen - kommst doch aus Nordhessen. Zum Wehrdienst gepresst. Bei der Seefahrt nannte man das Shanghaien, kannst du aber auch nehmen.

Mike59


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#145

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.04.2011 20:54
von 94 | 10.792 Beiträge

@wosch zum 'Ärgern' @admins zum Löschen *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#146

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 01.04.2011 21:30
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff

Er, der Flüchtling war ein Lump, eine gewissenlose Type, ein Egoist, und es gab bestimmtXmal andere Möglichkeiten, sich aus dem Staub zu machen, ohne den Anderen reinzureiten.

R-M-R




;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;


Bevor Du hier eine ohne Blutvergießen gelunge Flucht eines Grenzsoldaten, mit dem Hinweis auf x malige Möglichkeiten einer anderen Fluchtweise dazu benutzt, diesem hier die Tiel "Lump, gewissenloser Typ und Egoist zuweist, solltest Du erst einmal die vielen anderen Möglichkeiten aufzählen die man zu einer Flucht hatte, nur um den Wahrheitsgehalt Deiner Behauptung zu untermauern. Nun ja, Rainer- Maria Rohloff, es ist ja allgemein bekannt, wie Du es hier des öfteren mit der Anrede mancher Forumsteilnehmer zu halten pflegst und wirst wahrscheinlich auch in dieser Beziehung Deine eigene Fans haben,. Ich bin, wie Du Dir wahrscheinlich denken kannst, keiner von dieser Sorte. Trotzdem würde ich Dich hier nie als "Lump" bezeichnen, von Deiner hier zur Schau gestellten Gesinnung her, könnte ich Dir allerdings auch nicht viel was Besseres andienen. Du, der in etlichen anderen Threads des öfteren Deinen eigenen Egoismus als Deine Art mit der Bewältigung des Alltages in der DDR umzugehen hervorgehoben hattest, maßt Dich an, Anderen Leuten einen Egoismus vorzuwerfen, den ich selbst ansatzweise bei dieser Flucht nicht erkennen kann. Wäre es Dir denn lieber gewesen, einer von den Beiden wäre tot auf der Erde liegen geblieben und Du hättest einen Flüchtling weniger, oder einen Märtyrer mehr? Ich bin der Meinung, hier wurde weise und verantwortlich mit einer Situation umgegangen und bevor man sich über eventuelle Folgen für den entwaffneten Soldaten eine Birne macht, sollte man sich über die eventuellen Nachteile, die ihm entstanden sein konnten, erst mal kundig machen und nicht nur mit unbewiesenen Vermutungen hausieren gehen.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]




Hallo Wosch,

Was heißt hier "Weise und Verantwortung". Ich nenne es eher glücklich nach dem Motto "Ende gut Alles gut". Stell dir vor der Posten hätte nicht den Anweisungen des Postenführers entsprochen sondern selbst die Waffe durchgezogen - nun wer verliert zu erst die Skrupel Auge um Auge, Zahn um Zahn? Bleibt es beim Patt? oder kommt es zum Gemetzel? Und wer bitteschön möchte in einer solchen Situation die Verantwortung übernehmen?
Man könnte den Flüchtenden eventuell einen "Sympathie- Bonus" einräumen. Ich versuche mich aber in die Situation des Postens hinein zu versetzen und kann es nachvollziehen, daß der Postenführer, der sein Leben bedroht in den Augen des Postens ein Lump ist. So weit zur "Ehrenrettung" von Rainer Maria.

Herzliche Grüße aus Mecklenburg nach Hessen
Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
zuletzt bearbeitet 01.04.2011 21:32 | nach oben springen

#147

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 02.04.2011 19:36
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von utkieker

Zitat von wosch

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff

Er, der Flüchtling war ein Lump, eine gewissenlose Type, ein Egoist, und es gab bestimmtXmal andere Möglichkeiten, sich aus dem Staub zu machen, ohne den Anderen reinzureiten.

R-M-R




;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;


Bevor Du hier eine ohne Blutvergießen gelunge Flucht eines Grenzsoldaten, mit dem Hinweis auf x malige Möglichkeiten einer anderen Fluchtweise dazu benutzt, diesem hier die Tiel "Lump, gewissenloser Typ und Egoist zuweist, solltest Du erst einmal die vielen anderen Möglichkeiten aufzählen die man zu einer Flucht hatte, nur um den Wahrheitsgehalt Deiner Behauptung zu untermauern. Nun ja, Rainer- Maria Rohloff, es ist ja allgemein bekannt, wie Du es hier des öfteren mit der Anrede mancher Forumsteilnehmer zu halten pflegst und wirst wahrscheinlich auch in dieser Beziehung Deine eigene Fans haben,. Ich bin, wie Du Dir wahrscheinlich denken kannst, keiner von dieser Sorte. Trotzdem würde ich Dich hier nie als "Lump" bezeichnen, von Deiner hier zur Schau gestellten Gesinnung her, könnte ich Dir allerdings auch nicht viel was Besseres andienen. Du, der in etlichen anderen Threads des öfteren Deinen eigenen Egoismus als Deine Art mit der Bewältigung des Alltages in der DDR umzugehen hervorgehoben hattest, maßt Dich an, Anderen Leuten einen Egoismus vorzuwerfen, den ich selbst ansatzweise bei dieser Flucht nicht erkennen kann. Wäre es Dir denn lieber gewesen, einer von den Beiden wäre tot auf der Erde liegen geblieben und Du hättest einen Flüchtling weniger, oder einen Märtyrer mehr? Ich bin der Meinung, hier wurde weise und verantwortlich mit einer Situation umgegangen und bevor man sich über eventuelle Folgen für den entwaffneten Soldaten eine Birne macht, sollte man sich über die eventuellen Nachteile, die ihm entstanden sein konnten, erst mal kundig machen und nicht nur mit unbewiesenen Vermutungen hausieren gehen.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]




Hallo Wosch,

Was heißt hier "Weise und Verantwortung". Ich nenne es eher glücklich nach dem Motto "Ende gut Alles gut". Stell dir vor der Posten hätte nicht den Anweisungen des Postenführers entsprochen sondern selbst die Waffe durchgezogen - nun wer verliert zu erst die Skrupel Auge um Auge, Zahn um Zahn? Bleibt es beim Patt? oder kommt es zum Gemetzel? Und wer bitteschön möchte in einer solchen Situation die Verantwortung übernehmen?
Man könnte den Flüchtenden eventuell einen "Sympathie- Bonus" einräumen. Ich versuche mich aber in die Situation des Postens hinein zu versetzen und kann es nachvollziehen, daß der Postenführer, der sein Leben bedroht in den Augen des Postens ein Lump ist. So weit zur "Ehrenrettung" von Rainer Maria.

Herzliche Grüße aus Mecklenburg nach Hessen
Hartmut!





......................................................................................................................................................
Weißt Du Hartmut, ich bin froh daß der Postenführer es geschafft hatte ohne Blutvergießen seinen Weg zu gehen und kann meinen Worten von damals nichts Anderes hinzufügen als daß er in meinen Augen kein gewissenloser Lump war. Bevor man dazu übergeht sich nur in die Situation eines zurückgelassenen Postens reinzuversetzen ( was letztendlich doch nur Mutmaßungen sein können), dürfte man ruhig auch mal versuchen, sich in die Person des Postenführers hineinzusetzen, was allerdings ebenfalls nur hypothetisch geschehen kann.
Er wird schon am besten gewußt haben, wie ihm die Flucht gelingen konnte, Planung und Ausführung derselben, dabei konnte ihn keiner helfen, oder hätte er seinen Politoffizier fragen sollen?
Wir müssen unsere gegenseitigen Ansichten jetzt auch nicht unbedingt endlos durchkauen, es ist doch Alles gesagt, oder? Und es bringt uns doch auch nicht weiter wenn sich nachher wieder Hinz und Kunz zu Wort meldet und am Ende der Thread wieder dichtgemacht wird.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#148

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 03.04.2011 10:36
von Pit 59 | 10.138 Beiträge

Man braucht darüber eigentlich nicht mehr viel Worte verlieren,aber für mich ist es schon eine Frechheit,den Menschen der sich das Recht heraus nimmt in einem freien Land zu Leben als Lump zu bezeichnen.


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#149

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 03.04.2011 19:37
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Pit 59
...aber für mich ist es schon eine Frechheit,den Menschen der sich das Recht heraus nimmt in einem freien Land zu Leben als Lump zu bezeichnen.



Nicht, weil er geflohen ist, sondern weil er Fahnenflucht begangen hat und damit wortbrüchig geworden ist.
Kann man drehen und wenden wie man will, dieser Makel der Fahnenflucht an sich bleibt halt wie auch das Gefühl des Postens, von ihm verraten worden zu sein. Verraten aber wenigstens nicht angegriffen. Das wiederum muss man doch dem Flüchtigen zugute halten.
"Frechheit" würde ich ich weglassen, sorgt auch nur für Gräben. Wie schon mal geschrieben. Wegen der Tatsache, dass es die Grenze, die zwei deutschen Staaten nicht mehr gibt, wir im großen nicht aufeinander losgegangen sind, sollte man dann nicht im Kleinen nachtreten. Es ist doch vorbei! Warum bloß kann man, wenn niemandem dadurch etwas passierte, jetzt nicht darüber wenigstens schmunzeln?


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#150

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 03.04.2011 20:49
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Pit 59
Man braucht darüber eigentlich nicht mehr viel Worte verlieren,aber für mich ist es schon eine Frechheit,den Menschen der sich das Recht heraus nimmt in einem freien Land zu Leben als Lump zu bezeichnen.



Pit 59,die Bezeichnung Lump ist unglücklich gewählt,keine Frage.Da ich den Schreiber dieser Zeilen kenne,rege ich mich weniger auf,weiß ich doch ein wenig wie er tickt-verstehen kann ich dich trotzdem.



Frankfurter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#151

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 03.04.2011 21:34
von Zoellner1974 | 37 Beiträge

Hallo Zermatt, sei gegrüßt.
Ich stimme Dir da zu, man darf die jeweilige Sichtweise nicht aus den Augen verlieren. Ehrlicherweise muß man doch zugeben, die meisten Fluchten verliefen eher unspektakulär und wurden in der westdeutschen Presse mit drei Sätzen abgehandelt. Am liebsten war es natürlich der XXXX-Zeitung wenn Minen oder Schußwaffen im Spiel waren, dazu vielleicht noch Tote und Verletzte, also das volle Programm. Das beschert Auflage und gibt Anlass für Nachberichte innerhalb der nächsten Tage. Dann wurde der Eindruck erweckt, sämtliche Grenzsoldaten würden nur darauf warten, in den Westen zu gelangen. Ich selbst habe oft genug, auch noch nach der Wende erlebet, dass die Menschen je weiter sie von der Grenze beheimatet waren, oftmals keinen blassen Schimmer hatten, was in der DDR oder an der Grenze tatsächlich ablief. Und daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Das derjenige Grenzsoldat, der nach einer geglückten Flucht zurückblieb massivste Probleme bekam, dürfte unstrittig sein. Und mancher ist vielleicht auch in Schwedt gelandet und wenn der hier nicht euphorisch einstimmt, kann ich das nachvollziehen. Über die Beurteilung zu rechtlichen Konsequenzen möchte ich mich nicht äußern, nur so viel, ob da immer die Richtigen zur Rechenschaft gezogen wurden, sei angezweifelt.


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#152

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 04.04.2011 14:14
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von S51

Zitat von Pit 59
...aber für mich ist es schon eine Frechheit,den Menschen der sich das Recht heraus nimmt in einem freien Land zu Leben als Lump zu bezeichnen.



Nicht, weil er geflohen ist, sondern weil er Fahnenflucht begangen hat und damit wortbrüchig geworden ist.
Kann man drehen und wenden wie man will, dieser Makel der Fahnenflucht an sich bleibt halt wie auch das Gefühl des Postens, von ihm verraten worden zu sein. Verraten aber wenigstens nicht angegriffen. Das wiederum muss man doch dem Flüchtigen zugute halten.
"Frechheit" würde ich ich weglassen, sorgt auch nur für Gräben. Wie schon mal geschrieben. Wegen der Tatsache, dass es die Grenze, die zwei deutschen Staaten nicht mehr gibt, wir im großen nicht aufeinander losgegangen sind, sollte man dann nicht im Kleinen nachtreten. Es ist doch vorbei! Warum bloß kann man, wenn niemandem dadurch etwas passierte, jetzt nicht darüber wenigstens schmunzeln?




S51 , dann sage mir doch mal die Alternative zu dem Fahneneid. Als ich als Wehrdienstleistender damals das schriftlich quittieren musste, dass ich den Eid geleistet habe, fragte ich, was passiert Leuten, die sich weigern. Ja die kommen vor ein Gericht wegen Wehrdienstverweigerung und landen im Gefängnis, war die Antwort. Also welchen Wert hat ein solch erzwungener Fahneneid ? Ich meine gar keinen, denn es kommt vor, dass solche erzwungenen Fahneeide gebrochen werden wie man sieht. Ich denke dass diese Leute auch kein Schuldbewusstsein haben müssen einen Eid gebrochen zu haben. Etwas anders ist es bei Berufs- und Zeitsoldaten. Die müssen sich an den Eid halten.


Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#153

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.04.2011 11:56
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Gert
[quote="S51"]...
S51 , dann sage mir doch mal die Alternative zu dem Fahneneid. Als ich als Wehrdienstleistender damals das schriftlich quittieren musste, dass ich den Eid geleistet habe, fragte ich, was passiert Leuten, die sich weigern. Ja die kommen vor ein Gericht wegen Wehrdienstverweigerung und landen im Gefängnis, war die Antwort. Also welchen Wert hat ein solch erzwungener Fahneneid ? ... Ich denke dass diese Leute auch kein Schuldbewusstsein haben müssen einen Eid gebrochen zu haben. ...



Zu meiner Zeit (ab November 1982) ist es mindestens dreimal vorgekommen, dass Soldaten zu Beginn der Uffz-Schule gesagt haben, nein, das wäre nichts für sie. Bis vor Ableistung des Eides war das immer folgenlos in dem Sinne, dass es hierfür keine Bestrafung gab sondern der Betreffende sofort aus der Einheit genommen wurde, abkohlte, alles abgab und abreiste. Punkt.
Mehr passierte nicht. Natürlich, gerüchtemäßig schon. Da wurden die Leute mindestens dreimal mit dem Strick erschossen. Ich habe jedoch einen von ihnen Jahre später in Berlin in einem anderen Zusammenhang gesprochen und weiß daher, dass ihm absolut nichts passiert ist. Er wurde bis zur Wende auch nicht mehr gezogen (dafür zog er aus anderen mehr pekunären Gründen öfter "ein").
Jene, die ich als Zeugen Jehovas kenne, wurden bis Mitte der 80-er Jahre zwar gezogen, verweigerten dann und kriegten ihre pauschalen "20 Monate". Das war nun mal so. Wußte jeder, war vorher klar. Danach gab es zwar noch die Musterung und dann die Einberufungsüberprüfung aber wer diesen Grund angab und das glaubhaft machte, erhielt keine Einberufung mehr. Also kein Gefängnis, kein Eid, nichts...
Durfte man nur nicht so laut sagen, dann gab es Knatsch im Sinne von rechtlichen Nettigkeiten wo es nur ging. Wegen der unerwünschten "Vorbildwirkung". Meines Wissens war es bei anderen Provessionen ähnlich.
Jedoch, so lange es eine Wehrpflicht gibt, die gesetzlich festgelegt ist, bleibt dem Betreffenden nichts anderes übrig, als dem Gesetz Genüge zu tun oder entsprechend auch den Eid zu schwören. Überall, wo dies so ist und war. Nicht nur in der DDR.
Es gibt so manchen Staat auf dieser Welt, übergreifend auf alle möglichen politischen und moralischen Richtungen, wo dies im Prinzip immer gleich ist.
Ein Schwur aber ist nun mal nicht einfach ein paar Worte, hat auch ein kleines Bischen mit Ehre zu tun. Er bindet. Ist ein gegebenes Wort bis zu dem Punkt, wo man entbunden wird. Da kann man nicht vorbei. Wer dies trotzdem tut, muss mit den Konsequenzen klarkommen. Da dies auch jeder vorher weiß, verstehe ich die Diskussion nicht so recht.
Für eine Fahnenflucht kann es viele Gründe geben. Selbst Angst ist nur zu menschlich. Manche Gründe sind sogar heute anerkannt gute Gründe. Doch muss der, der so handelt, eben damit leben, dass er den Anderen gegenüber sein Wort nicht gehalten hat.
Auf den Flüchtigen bezogen, ist es doch seine Sache. Wenn er damit klarkommt - gut.
Deswegen muss ich es aber noch nicht gut finden, kann es jedoch verstehen. Sehe auch nicht ein, wieso ich päbstlicher sein muss als der Pabst. Sprich, diese meine Meinung nun jedem als permanenten Vorwurf um die Ohren hauen oder gar schlimmeres tun soll. Wenn, wie hier, der Grund (die DDR und ihre Genze) weg ist, werde ich mich nie als Scharfrichter berufen fühlen. Denn das betraf mich ja eigentlich gar nicht direkt. Ich bin doch nicht von diesem Menschen verraten worden! Mein gegebenes Wort habe ich für mich und meine Person gegeben. So lange, wie es galt, habe ich es gehalten. Die Haltung meines Gegenüber ist mir immer so lange egal, wie es keine Auswirkungen auf mich hat, haben muss.
Manche Dinge waren und sind so. Manches finde ich gut oder nicht und dann sage ich es . Mein Gegenüber mag dann selbst entscheiden, ob ihm meine Meinung zusagt. Wenn nicht, auch gut.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#154

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.04.2011 13:18
von Gert | 12.354 Beiträge

S51 alles richtig was du schreibst. Ich persönlich war nie ein Freund der DDR das war einfach nicht mein Staat und ich wollte weg dort.
Aber für mich kam eine Fahnenflucht nicht in Frage. Ich habe meine Entlassung abgewartet und bin dann weg. Als Zivilist hab ich mich nicht mehr an diesen Fahneneid gebunden gefühlt. Auch habe ich meine Flucht in mein ziviles Leben verschoben, weil ich Racheaktionen des Staates an meinen Eltern und Geschwistern befürchtete. Es herrschte da das (ungeschriebene)Gesetz der Sippenhaftung.

In der Bundesrepublik gab es den Zivildienst als Ersatzdienst und damit konnt jeder gut leben. Das war eine gute Lösung, die leider jetzt nicht mehr existiert. Das ist ein großer Verlust für die vielen karitativen Einrichtungen.

Gruß Gert


.
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#155

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.04.2011 14:01
von Pit 59 | 10.138 Beiträge

Das mit dem Verlust für bestimmte Einrichtungen stimmt absolut.Bei und haben jetzt schon welche Schwierigkeiten diese Stellen zu besetzen.Die Zivis waren in Altenheimen,Fahrdienst für Behinderte Kinder.Katastrophenschutz bei der Feuerwehr,da sind bei uns viele hin gegangen,für 8 Jahre Verpflichten,und alle paar Wochen mal 1 Stunde hin zur Ausbildung,auch dafür meldet sich niemand mehr.Bin mal gespannt wo das hin führt.


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#156

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.04.2011 14:08
von moreau | 384 Beiträge

Zitat von Pit 59
Das mit dem Verlust für bestimmte Einrichtungen stimmt absolut.Bei und haben jetzt schon welche Schwierigkeiten diese Stellen zu besetzen.Die Zivis waren in Altenheimen,Fahrdienst für Behinderte Kinder.Katastrophenschutz bei der Feuerwehr,da sind bei uns viele hin gegangen,für 8 Jahre Verpflichten,und alle paar Wochen mal 1 Stunde hin zur Ausbildung,auch dafür meldet sich niemand mehr.Bin mal gespannt wo das hin führt.



Tschja!? Wie heißt das so schön." Wir leben in der freien Marktwirtschaft!" Da geht es nach Angebot und Nachfrage. Wenn das Angebot (Lohn) stimmt, dann wird der Job auch nachgefragt.


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#157

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.04.2011 14:59
von Gert | 12.354 Beiträge

Moreau, ist schon richtig was du sagst. Aber der Zivi war trotzdem eine gute Einrichtung, weniger Lohnkosten wegen, mehr aber dem Dienst an der Allgemeinheit. Man sollte für alle jungen Erwachsenen ( Frauen und Männer) ein Dienstjahr oder sozialen Dienst einführen.
Würde so mancher" Prinzessin + Prinz", die da herumläuft und glaubt mit Abitur schon alles im Leben erreicht zu haben., ganz gut tun.


Gruß Gert

oh gar nicht bemerkt, total OT


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 05.04.2011 15:00 | nach oben springen

#158

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 05.04.2011 15:14
von moreau | 384 Beiträge

Hallo Gert du hast da meine volle Zustimmung,ganz besonders bei "Prinzessin + Prinz".

gruß
Moreau


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#159

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.12.2011 10:13
von Fall 80 | 171 Beiträge

Wo befand sich die sogenannte GÜST Mäusemühle bei Großburschla?

Zitat von DDR-ANDI
Wir hatten im Jahr 1977 im Grenzabschnitt Großburschla auch einen Grenzdurchbruch.Dieser fand in der Nähe der sog.GÜST Mäusemühle statt.Das eingesetzte Postenpaar hatte sich auf Grund der Witterrungsbedingungen nicht wie befohlen am Waldrand aufgehalten sondern statt dessen Stellung in einen nahe gelegenen Beobachtungsbunker bezogen.Sie bemerkten den Grenzdurchbruch erst,als Sie den Grenzverletzer auf westlichen Hoheitsgebiet feststellten.Da war es aber schon zu späht zum handeln.Ich wußte wer dort eingesetzt war,habe aber das Postenpaar seit dem Tag danach nicht mehr gesehen.Als fast ständiger 6m Läufer war ich jedesmal sehr froh wen es keine Beanstandungen im Nachhinein gab.


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#160

RE: Fahnenflucht eines Gefreiten der GT

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.12.2011 14:33
von willie | 613 Beiträge

Zitat von Fall 80
Wo befand sich die sogenannte GÜST Mäusemühle bei Großburschla?

Zitat von DDR-ANDI
Wir hatten im Jahr 1977 im Grenzabschnitt Großburschla auch einen Grenzdurchbruch.Dieser fand in der Nähe der sog.GÜST Mäusemühle statt.Das eingesetzte Postenpaar hatte sich auf Grund der Witterrungsbedingungen nicht wie befohlen am Waldrand aufgehalten sondern statt dessen Stellung in einen nahe gelegenen Beobachtungsbunker bezogen.Sie bemerkten den Grenzdurchbruch erst,als Sie den Grenzverletzer auf westlichen Hoheitsgebiet feststellten.Da war es aber schon zu späht zum handeln.Ich wußte wer dort eingesetzt war,habe aber das Postenpaar seit dem Tag danach nicht mehr gesehen.Als fast ständiger 6m Läufer war ich jedesmal sehr froh wen es keine Beanstandungen im Nachhinein gab.





Hallo Fall 80,

es gab Ende der 70/Anfang 80 mehrere geglückte Fluchtversuche in dem von Dir beschriebenen Bereich. Es handelt sich aber nicht um eine "GÜSt" Mäusemühle, sondern ist dies ein einzelner Bauernhof etwa 400m nördlich der Ortschaft Rambach im Werra-Meißner-Kreis. Ich denke mal Du meinst auch mit GÜSt eine "Grenzübertrittstelle".
Damals gab es die wildesten Gerüchste in Verbindung mit den Bewohnern der Mäusemühle. Diese sollten angeblich in den 60ziger und Anfangs der 70ziger Jahre regen Kontakt mit den in unmittelbarer Nähe eingesetzten Angehörigen der DDR-GrTr gehabt haben.
Wohlgemerkt dies war ein Gerücht.
Ich hab mal zum besseren Verständnis einen Kartenausschnitt angefügt.
Bei den beiden markierten Fluchtstellen nördlich der Mäusemühle gelang jeweils eine Zivilperson die Flucht. Bei der dritten Markierung, etwa 1,5 KM in ostwärtiger Richtung, gelangte ein Angehöriger der GrTr in die Bundesrepublik.
Gruß Willie

Angefügte Bilder:
Bereich Rambach.JPG

...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
zuletzt bearbeitet 22.12.2011 18:41 | nach oben springen


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