RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 12.03.2010 22:06
von Boelleronkel | 769 Beiträge

Wenn Du die Landstrasse von Eisenach nach Gerstungen betrachtest war gleich Ortsausagng Oberellen Schluss
fuer den Nichtbewohner oder ohne Passierschein.
Kleines Haeuschen mit Schlagbaum und Polizist oder was auch immer.
Weiter hinter der Einfahrt zum Lutzberg stand an der Strasse nach Gerstungen immer ein schoener
grauer Bauwagen.
Gebaut wurde da eher selten
Ebenfalls die Zufahrt nach Unterellen,Lauchroeden,guckst Du Dir am besten mal auf einer Karte an.
Fuer den bahnreisenden "Normalbuerger" Reisen Richtung Gerstungen(internationale Bahnstrecke Gerstungen Bebra) aus Eisenach kommend,war der Bahnhof von Foertha
schon Endstation.
Allerdings wurden die Zuege staendig kontrolliert.
Selbst eine Uniform allein galt nicht als Berechtigung.

Ein Feldwebel hat mir mal gesagt,die "Schwiegermutter" kann nicht ueberraschend auf Besuch kommen!

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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 12.03.2010 22:08
von maja64 • ( Gast )

Zitat von Ari@D187

Zitat von maja64
Hallo Stefan


Genau das hat er eben nicht,eine reguläre Kontrollstelle der VP passiert,die B89 (oder damals F89) zwischen den Ortschaften Harras und Schackendorf lief parallel zum damaligen GSZ (war kurz oberhalb der Straße).Somit folgte der B89 unmittelbar der Schutzstreifen.Auf der B89 war man noch außerhalb des Sperrgebietes,das es dort gar nicht gab.
So eine Ecke gab es auch bei mir im Landkreis,zwischen Meng.-Hämm./Schichtshöhn und Effelder dort befand sich auch der Schutzstreifen direkt neben der B89,und man fuhr damals außerhalb des Sperrgebietes am GSZ vorbei.
Aber habe diese Sache damals noch als "Thälmannpionier" miterlebt,da gab es genügend VP-Kontrollen schon weit vor Grenznähe,aber Weinhold hat es mit seinem PKW bis zur Milchviehanlage am Ortseingang Schackendorf geschaft.
Dort hat er wohl zum ersten Mal einen Zaun gesehen und den Wagen stehen gelassen.


Hallo maja,

ah, das war mir jetzt so noch gar nicht bekannt, daß es Gebiete ohne 5km-Sperrzone gab. Einem Weinhold war die Gegend und diese Tatsache sicher bekannt. Schon etwas merkwürdig die Sache.

Gruß
Stefan






Stefan,habe irgendwo mal gelesen das er Jahre davor in dieser Gegend mal Urlaub machte

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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 12.03.2010 22:11
von maja64 • ( Gast )

Zitat von regenschein
Wo kommst du her ? MAJA 64





Wohne in einer ehemals "Freien Bergstadt",zu Kaisers Zeiten hies der Bundesstaat damals noch Sachsen-Meiningen.

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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 12.03.2010 22:15
von glasi | 1.074 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Mike, damals kannte Hinz den Kunz und umgekehrt. Es war noch ein Miteinander in dem " Eingesperrt" von glasi.Nun nahm man den "Käfig" weg, und Hinz sah Kunz nicht mehr, er lief einfach an ihm vorbei, er grüßte noch nicht mal und erzog auch seine Kinder nicht zu einfachen Höflichkeiten.
Das Alles mag ein Generationsproblem sein, aber ein sehr gutes Abbild der Gesellschaft.
Sinn jetzt verstanden, mein Freund?

R-M-R


ich verstehe was du meinst rainer. aber der preis eine super dorfgemeinschaft zu haben dafür aber von allen seiten wie in rütterberg eingeschlossen zu sein ist mir zu hoch. das geht auch anders. wie bei uns hier im oberbergischen. und wir waren nie eingeschlossenen. das was du meinst hat andere gründe. und das war bei uns schon immer so. da brauche ich nur 60 km nach köln zu fahren.lg glasi


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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 09:05
von rhoenadler | 366 Beiträge

Zitat von wosch
[quote="maja64"]
Tut mir ja Leid karl,AZ und wosch.

@wosch,Rüterberg lag meines Wissens nach im Schutzstreifen,war also was anderes als die Sperrzone.


Gruß maja

;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Hallo maja64!
Es ist richtig, Rüterberg lag genau in der 500m Sperrzone! Wenn Du allerdings diesen Thread aufmerksam verfolgt hättest, müßtest Du bemerkt haben, daß ich mich in diesen erst eingeklinkt hatte, nachdem Pitti die Geschichte mit seiner Schwiegermutti erzählt hatte, die nicht kommen konnte wie sie es wollte, sondern wie es der "Passierschein, oder wie der auch sonst noch geheißen haben mochte, zuließ. Ich will den Beiden (Pitti und Rhoenadler) ja gar nicht unterstellen, daß sie falsches Zeugnis reden würden, aber es kommt wohl auch immer darauf an, in welcher Position man sich im Sperrgebiet befunden hatte!! Bei Pitti könnte ich es mir vorstellen, beim Rhoenadler wäre ich mir nicht so sicher, dafür weiß ich zuwenig von ihm! Übrigens für das Betreten der 5km Sperrzone brauchten wir einen Passierschein, ohne den wir bei einer Kontrolle keine Chance gehabt hätten drin zu bleiben. Außerdem hätte es eine Untersuchung mit teilweisen nicht unerheblichen Maßregeln gegeben. Der Passierschein mußte bei uns beim VPKA beantragt werden und zum "Pilzesammeln" gab es mit Sicherheit keinen.

Schönen Gruß aus Kassel.





- ich war nur ein stinknormaler ddr-bürger,der hin und wieder halt mal negativ auffiel,
ohne jegliche funktion (ausser kapitän unserer fussballelf), soll es ja gegeben haben...
- wenn du einen passierschein brauchtest, warst du wohl auch nur zu besuch...
- und ob man zum pilzesammeln unbedingt ins sperrgebiet musste???


gruss *rh*
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WIR SIND DAS VOLK...aber noch längst net EIN VOLK...!!!
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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 09:24
von rhoenadler | 366 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von rhoenadler

du, wosch bzw karl müssen mir nichts darüber erzählen, ich habe dieses leben dort 33 jahre gelebt.

Keine Bange Rhoenadler, müssen nicht, da hast Du vollkommen recht aber aus meinem Leben werde ich wohl berichten dürfen, denn ich habe bis zu meinem 19. auch da gelebt!!!

ich bin bestimmt kein befürworter des systems gewesen, aber wenn ich so manche beiträge so lese,
bekomme ich das kot..n...

Es fällt mir zwar schwer, das widerspruchslos zu glauben aber wenn Du es so siehst wird es wohl stimmen!! Mit dem "Kot..n" haben wir in jedem Falle etwas Gemeinsames, nur das sich dieses Phänomen bei mir mehr zu DDR-Zeiten bemerktbar machte!!


apropos reisen, karl, klar, wir waren damals eingesperrt und hatten , heute sind wir das net mehr, aber millionen haben das net dafür... nur mal so am rande...

Warum muß man immer für die millionen Anderer reden wollen, sprech doch was das Reisen betrifft nur für Dich alleine! Was weißt Du wo die Millionen schon überall vor Dir gewesen sind. Diese abgedroschenen Phrasen wie: "Früher hatten wir Geld und durften nicht aber heute dürfen wir , haben aber das Geld nicht dafür" sind doch schlichtweg übele Polemik, denn auch in der DDR gab es das Geld nicht auf einem Silbertablett präsentiert und ich kenne da noch genug, die zu DDR-Zeiten noch nicht mal bis an den Balaton gekommen sind, daß man für solch eine Reise sich auch noch die Erlaubnis von DDR-Stellen einholen mußte, soll hiermit nur am Rande erwähnt sein!!


net nur immer das negative rauskehren und sobald mal was positives auftaucht, kaputt reden...
so, nun könnt ihr wieder...



Nun könnte ich ja auch , um auf´s Thema zurück zu kommen, schreiben: Im Sperrgebiet war das Leben sehr schön, ich hatte vor den Nachbarn die man weggesiedelt hatte meine Ruhe, auch vor der ganzen buckligen Verwandtschaft, konnte mir die Pilze mit den Grenzsoldaten teilen, bekam noch´n 50er extra und wenn ich auch nicht hindurfte, ich konnte den Westen zumindestens sehen und froh sein, daß ich dort nicht leben mußte!! Hoffentlich erkennst Du die Ironie, nicht daß Du gleich wieder zum Eimer greifen mußt!
Schönen Gruß aus Kassel.




- was nun einmal 19 jahre da gelebt, zum anderen passierschein brauchtest...
- wie viele jahre hat man dort mit 19 bewusst erlebt?
ich mit 33, einige, mit familie, kindern und allem drum und dran.
- in meiner ecke ist keiner weggesiedelt worden
- genau das ist es was ich meine, du sprachst vom wir,
siehe vorigen beitrag und auch karl, der ja so viele ex-bewohner kennt...


gruss *rh*
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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 09:38
von karl143 • ( Gast )

Rhoenadler,
deine Ironie solltest du besser für dich behalten, und nicht immer auf uns herumreiten.
Wenn es dort wirklich so schön war, frage ich mich wirklich, wer spricht mit mir. Glaube mir,
ich bin ca. alle 4 Wochen einen ganzen Tag im Gebiet der ehemaligen Grenze, und ich suche
Gespräche. Einer wie du ist mir bisher noch nicht untergekommen. Wie kann ein Mensch eine
Art von diesem Leben gut finden. Nur wegen der 50 Mark. Wer lebt in einer Sperrzone und freut
sich noch darüber? Das hier immer gerne Märchen erzählt werden ist mir schon klar. Da kannst
du sonst was erzählen. Ob mans glaubt ist ne andere Sache. Und wenn es dir dort so gut gefallen
hat, verstehe ich nicht, warum du jetzt in den Altbundesländern lebst. Da gibt es nämlich erst Recht
keine Sperrzonen.

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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 10:05
von rhoenadler | 366 Beiträge

Zitat von karl143
Rhoenadler,
deine Ironie solltest du besser für dich behalten, und nicht immer auf uns herumreiten.
Wenn es dort wirklich so schön war, frage ich mich wirklich, wer spricht mit mir. Glaube mir,
ich bin ca. alle 4 Wochen einen ganzen Tag im Gebiet der ehemaligen Grenze, und ich suche
Gespräche. Einer wie du ist mir bisher noch nicht untergekommen. Wie kann ein Mensch eine
Art von diesem Leben gut finden. Nur wegen der 50 Mark. Wer lebt in einer Sperrzone und freut
sich noch darüber? Das hier immer gerne Märchen erzählt werden ist mir schon klar. Da kannst
du sonst was erzählen. Ob mans glaubt ist ne andere Sache. Und wenn es dir dort so gut gefallen
hat, verstehe ich nicht, warum du jetzt in den Altbundesländern lebst. Da gibt es nämlich erst Recht
keine Sperrzonen.



karl,
-zeige mir die stelle, wo ich von gefallen und freuen sprach...
-mir missfällt nur diese einseitig negative darstellung
-lies doch mal, haben sich ja mehrere hier geäussert und net nur ich...
-ich lebe seit 14 jahren unter brd-bürgern und rede mit ihnen, aber maße ich mir deswegen solche urteile über die alt-brd an, nur weil sie mir was erzählen???
-in den alt-bundesländern lebe ich wegen dem job(einzig und allein deswegen), weil man den arbeitsmarkt in der ehemaligen sperrzone kaputt gemacht hat...
-du magst ein experte in sachen grenze sein, aber jenseits der grenze, vielleicht mit dem fernglas, sorry,...


gruss *rh*
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WIR SIND DAS VOLK...aber noch längst net EIN VOLK...!!!
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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 11:26
von Theo85/2 | 330 Beiträge

Zitat von Boelleronkel
Wenn Du die Landstrasse von Eisenach nach Gerstungen betrachtest war gleich Ortsausagng Oberellen Schluss
fuer den Nichtbewohner oder ohne Passierschein.
Kleines Haeuschen mit Schlagbaum und Polizist oder was auch immer.
Weiter hinter der Einfahrt zum Lutzberg stand an der Strasse nach Gerstungen immer ein schoener
grauer Bauwagen.
Gebaut wurde da eher selten
Ebenfalls die Zufahrt nach Unterellen,Lauchroeden,guckst Du Dir am besten mal auf einer Karte an.
Fuer den bahnreisenden "Normalbuerger" Reisen Richtung Gerstungen(internationale Bahnstrecke Gerstungen Bebra) aus Eisenach kommend,war der Bahnhof von Foertha
schon Endstation.
Allerdings wurden die Zuege staendig kontrolliert.
Selbst eine Uniform allein galt nicht als Berechtigung.
Ein Feldwebel hat mir mal gesagt,die "Schwiegermutter" kann nicht ueberraschend auf Besuch kommen!



Stimmt genau!
Selbst wir als GT-Angehörige hatte Passierscheine und wurden kontrolliert!
Meiner war immer für die Dauer eines Monats ausgestellt und galt für das ganze Gebiet GR 15 (Raum Sonneberg)

Gruß
Theo 85/2

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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 16:01
von wosch | 1.858 Beiträge

[quote="rhoenadler

- was nun einmal 19 jahre da gelebt, zum anderen passierschein brauchtest...
- wie viele jahre hat man dort mit 19 bewusst erlebt?

;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Also von den 19 Jahren ich zumindestens 11 Jahre und ohne Passierschein in das 5 km Sperrgebiert ging mal gar nicht!! Scheinbar traust Du mir nicht zu, daß ich seinerzeit sehen konnte, was in unserer Region vorging!

ich mit 33, einige, mit familie, kindern und allem drum und dran.
- in meiner ecke ist keiner weggesiedelt worden

Weil Du bei Dir solche Vorgänge nicht beobachten konntest, muß es bei uns so etwas nicht gegeben haben? Rhoeni, bleib mal auf dem Teppich. Ganze Dörfer wurden plattgemacht, was wurde aus deren Einwohnern?? Manchmal kommt es auch darauf an was man sehen wollte oder auch nicht. Da nützt es auch nichts wenn man sich auf die Jahre bezieht, in denen man nichts mitbekommen haben will!! Nur weil in Deiner "Ecke", Deinen Angaben zufolge, Keiner weggesiedelt wurde wirst Du doch nicht Allen Ernstes abstreiten wollen, daß es an anderen "Ecken" ein paar Tausend mal passiert ist!!, oder??

Wenn ich von wir sprach, dann meinte ich auch wir und somit uns!! Und wenn ich das "Wir" auf alle DDR-Bewohner beziehe dann ist das sachlich sogar richtig, denn auch die brauchten den "Passierschein" wenn sie Besuche im vorgelagerten Grenzbesuche machen wollten. Alle, ohne Ausnahme!!!


- genau das ist es was ich meine, du sprachst vom wir,
siehe vorigen beitrag und auch karl, der ja so viele ex-bewohner kennt...[/quote]


Es ist schon ein Unterschied ob man das Wort "Wir" im Zusammenhang mit Tatsachen verwendet die man sogar in den Grenzordnungen nachlesen kann, oder ob man Behauptungen aufstellt, die man nur hypothetisch begründen kann wie Dein Hinweis auf diejenigen die gerne möchten(Reisen) aber wegen mangelden Mitteln , nicht können!! Vielleicht hast Du in den 33 Jahren nur nicht so genau hingesehen weil es Dich nicht betroffen hatte?, das hingegen macht mich allerdings,wenn ich darüber nachdenke:...BETROFFEN!!
Schönen Gruß aus Kassel.


Mecklenburger sind nicht nachtragend, aber vergessen tun sie auch nicht!

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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 16:07
von Sonne | 172 Beiträge

Zitat von wosch
[quote="rhoenadler

- was nun einmal 19 jahre da gelebt, zum anderen passierschein brauchtest...
- wie viele jahre hat man dort mit 19 bewusst erlebt?

;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Also von den 19 Jahren ich zumindestens 11 Jahre und ohne Passierschein in das 5 km Sperrgebiert ging mal gar nicht!! Scheinbar traust Du mir nicht zu, daß ich seinerzeit sehen konnte, was in unserer Region vorging!

ich mit 33, einige, mit familie, kindern und allem drum und dran.
- in meiner ecke ist keiner weggesiedelt worden

Weil Du bei Dir solche Vorgänge nicht beobachten konntest, muß es bei uns so etwas nicht gegeben haben? Rhoeni, bleib mal auf dem Teppich. Ganze Dörfer wurden plattgemacht, was wurde aus deren Einwohnern?? Manchmal kommt es auch darauf an was man sehen wollte oder auch nicht. Da nützt es auch nichts wenn man sich auf die Jahre bezieht, in denen man nichts mitbekommen haben will!! Nur weil in Deiner "Ecke", Deinen Angaben zufolge, Keiner weggesiedelt wurde wirst Du doch nicht Allen Ernstes abstreiten wollen, daß es an anderen "Ecken" ein paar Tausend mal passiert ist!!, oder??

Wenn ich von wir sprach, dann meinte ich auch wir und somit uns!! Und wenn ich das "Wir" auf alle DDR-Bewohner beziehe dann ist das sachlich sogar richtig, denn auch die brauchten den "Passierschein" wenn sie Besuche im vorgelagerten Grenzbesuche machen wollten. Alle, ohne Ausnahme!!!


- genau das ist es was ich meine, du sprachst vom wir,
siehe vorigen beitrag und auch karl, der ja so viele ex-bewohner kennt...




Es ist schon ein Unterschied ob man das Wort "Wir" im Zusammenhang mit Tatsachen verwendet die man sogar in den Grenzordnungen nachlesen kann, oder ob man Behauptungen aufstellt, die man nur hypothetisch begründen kann wie Dein Hinweis auf diejenigen die gerne möchten(Reisen) aber wegen mangelden Mitteln , nicht können!! Vielleicht hast Du in den 33 Jahren nur nicht so genau hingesehen weil es Dich nicht betroffen hatte?, das hingegen macht mich allerdings,wenn ich darüber nachdenke:...BETROFFEN!!
Schönen Gruß aus Kassel.


[/quote]
Als Grenzer war man auch nur ein Mensch und man brauchte auch einen Passierschein-welch ein Vertrauen !!!!


Gruß Sonne
05/66-10/67 in Rothesütte


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.

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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 16:24
von Mike59 | 1.554 Beiträge

Ich verstehe gar nicht aus welchem Grund sich hier schon wieder verbale Grabenkämpfe geliefert werden. Das Thema hatten wir doch schon mal so oder so ähnlich (mehrfach?) im Forum.
Offensichtlich ist es nicht einfach wenn eine vorgefertigte Meinung die so schön ins Konzept passt, offensichtlich doch nicht ganz der Tatsache entspricht.
Das Leben im Sperrgebiet bestand eben nicht in Aus- Umsiedlung und Planierung von Ortschaften, die es ohne Frage gegeben hat. Es gab auch ein ganz normales Leben, Aufbau und Zuzug inklusive. Darüber kann sicher jeder eine Meinung haben, aber es steht jedem gut zu Gesicht wenn er nicht versuchen den Bewohnern des Grenzgebietes zu erklären wie das Leben dort ablief.
Schönen Gruß nach Überall (auch nach Kassel)
Mike59


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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 16:46
von rhoenadler | 366 Beiträge

Zitat von Mike59
Ich verstehe gar nicht aus welchem Grund sich hier schon wieder verbale Grabenkämpfe geliefert werden. Das Thema hatten wir doch schon mal so oder so ähnlich (mehrfach?) im Forum.
Offensichtlich ist es nicht einfach wenn eine vorgefertigte Meinung die so schön ins Konzept passt, offensichtlich doch nicht ganz der Tatsache entspricht.
Das Leben im Sperrgebiet bestand eben nicht in Aus- Umsiedlung und Planierung von Ortschaften, die es ohne Frage gegeben hat. Es gab auch ein ganz normales Leben, Aufbau und Zuzug inklusive. Darüber kann sicher jeder eine Meinung haben, aber es steht jedem gut zu Gesicht wenn er nicht versuchen den Bewohnern des Grenzgebietes zu erklären wie das Leben dort ablief.
Schönen Gruß nach Überall (auch nach Kassel)
Mike59





@ mike,
so sehe ich das nämlich auch...

noch ein wort zu wosch,
muss schon ein sehr helles köpfchen gewesen sein, wenn er mit 8 jahren unsere regierung durchschaut hat. solche leute braucht das land.
im übrigen brauchte ich nie einen passierschein, wosch.
wenn du einen brauchtest, ok, wohl jedes jahr im sperrgebiet nur mal zu besuch warst.... oder war die ddr in deiner ecke noch sooo rückständig?

zu den reisen...
es ist doch wohl erwiesen, wie viele unter dem existenzminimum leben...


gruss *rh*
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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 16:49
von Rainer-Maria-Rohloff | 3.077 Beiträge

Sonne, das mit dem " Hinsehen" in der DDR ist mal noch ein paar Zeilen wert. Also wenn es mich nicht betraf, unmittelbar betraf, dann sah ich auch nicht so genau hin, denn warum sollte ich?
Sollte ich mich heiß machen und es gibt Menschen, so bin ich der Meinung, die suchen überall den Kümmel im Käse und sie werden ihn nie finden, weil es eben eine andere Sorte Käse ist. Ich musste also nicht mit dem Kopf durch die Wand, nein, ich benutzte die Hintertür. Natürlich wird es Aussiedlungen aus dem Grenzgebiet gegeben haben, aber so nehmen wir das Beispiel Zweedorf aus meiner Geschichte vom Chaim Jahudin und ich schrieb schon mal drüber: Wurde also dort ein Gehöft geschleift, weil es zu nahe am Zaun I stand, dann siedelte man diese Menschen im Neubaugebiet von Boizenburg an.
Sie fielen also nicht ins " Nichts", sondern bekamen eine sehr schöne für damalige Verhältnisse Komfortwohnung. das hieß auf gut ostdeutsch 70-90,-Mark der DDR für eine warme Wohnung, wo ich jeden Tag in die Wanne steigen konnte und ein Vollbad nehmen konnte und am Monatsende eben nur maximal 90,-Mark bezahlte und keinen Pfennig mehr.
Wo gab es vergleichbares in Westdeutschland? Und es komme mir jetzt keiner, das die DDR an dieser ihrer Verschwendung in die Knie gegangen ist...denn das hatten wir schon, und es steht wieder auf einem anderen Blatt der Bewertungsscala.
Ümzüge von dort haben Soldaten von meinem Trupp und auch ich einmal gefahren, ich weiß also, von was ich hier schreibe.
Rhönadler schreibt es in Etwa schon...immer, aber auch immer wird nur der negative Aspekt gesehen aber das eine Veränderung, eine wohnliche Veränderung auch positive Seiten haben kann, kürzere Wege, das wird völlig ausgeklammert, weil, es kann eben nicht sein, was nicht sein darf in der Nachträglichen Bewertung der DDR.
Wieder bauen wir ein Feindbild auf, weil wir dem Neger es einfach nicht gönnen, das seine Hütte eben für ihn ganz gemütlich war, er gut darin zurecht kam, wusste wo alles zu finden war.
Das ist wie heute mit dem überstülpen der Demokratie auf Länder, die diese nie und nimmer brauchen, aber nein, wir lassen keine Widerrede zu und wundern uns dann, wenn uns Wut, Hass, Empörung, offene Gewalt entgegenschlägt ob unserer Arroganz, es ihnen zeigen zu wollen.
Das jeder an seiner liebgewonnenen Scholle, dem Grund und Boden hängt, das stelle ich nicht in Abrede, weil ich selber ein Grundstücksbesitzer bin, aber sonst?

R-M-R


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RE: Leben in der Sperrzone

in Schwarzes Brett:Experten Vermittlung Anfragen,Hilfe,Sonstiges 13.03.2010 17:23
von Ari@D187 | 642 Beiträge

Hallo,

das Problem ist aus meiner Sicht, daß immer wieder vom Thema abgewichen wird und z.B. relativierende Vergleiche mit der BRD im Jahre? gezogen werden. Dann sollte man die Themen aber auch so aufziehen: "Das Leben im Zonenrandgebiet im Vergleich zum Leben in der 5km-Sperrzone". Hier im Thema interessiert das Leben in der 5km-Sperrzone und ganz im Gegenteil zu früher wird ganz schnell die Grenze in Richtung BRD überschritten.

Da solche Vergleiche von Äpfeln mit Kokosnüssen gerne gemacht werden, aber nur zu Meinungsverschiedenheiten führen sind genau aus diesem Grund in anderen Foren bestimmte Vergleiche strengstens verboten.

Stefan


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