#41

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 11.12.2013 18:22
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Mir sind nur Schäferhunde als Fährten- bzw. Spürhunde begegnet. Davon gab es nur sehr wenige. Nicht jeder Schutzhund eignete sich auch gleichzeitig zum Fährtenhund. Die Hunde wurden zum Einsatzort gefahren und mussten dann erst einmal den Mief des Kfz. auf dem sie waren, loswerden. Das dauerte ca. 30 Minuten oder länger. Das Problem beim Ansetzen auf die Spur war, dass man sich nicht sicher sein konnte, ob der Hund tatsächlich die Duftsignatur der Spur aufgenommen hatte, oder ob da nicht schon etwas anderes darüber lag. Die Duftspur konnte auch schon neben der eigentlichen Fußspur liegen. Es hing davon ab, ob tatsächlich Geruchspartikel in der Fußspur geblieben waren (Lederfett, Schuhcreme ...), oder ob es sich um eine reine Duftspur über der eigentlichen Fußspur handelte, die tatsächlich weggeweht werden konnte. Die Hunde konnten, laut damaliger Aussage eines Hundeführers, zum Teil Duftspuren verfolgen, die bis zu 10 Meter neben der eigentlichen Bewegungsspur lagen. Aber, wie schon gesagt, genau das war auch das Problem. Über der Fußspur musste nicht unbedingt die originale Duftspur liegen. Deshalb war das Aufnehmen eines Duftes an einem Gegenstand immer genauer und sicherer. Wie lange eine Duftspur blieb, hing vor allem vom Wetter ab. Starker Wind und Regen waren die größten natürlichen Feinde des Fährtenhundes. Im übrigen kann eine Duftspur auch über dem Wasser noch ein Weilchen halten. Nicht so lange wie an Land, aber wohl bis zu einer Stunde schon.

Mehr habe ich aus der damaligen Zeit nicht behalten.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#42

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 11.12.2013 19:22
von 94 | 10.792 Beiträge

Hallo Τελαμών
Wenn Dich das Thema richtig aktuell interessiert, dann versuche doch mal von Syrotuck das Buch "Hund: Geruch und Fährte" zumindest leihweise zu bekommen, weil antiquarisch kannste vergessen. Oder Du kannst bissel Englisch, dann suche mal im Buchantiquariat oder in den einschlägigen Tauschbörsen mal nach 'Scent and the Scenting Dog'.

Bissel Fährte kannste übrigens fast jedem Kampfdackel antrainieren, einen Hundeführer auf der Grenzkompanie kannte ich, der hat die FH-I zumindest vor der Prüfung hinbekommen. Das die Prüfung zwischen zwei Suchposten und vor dem VKU dann in die Hose ging, naja. Aber die richtig guten FH-III hatte die VP, die kamen dann auch bei Bedarf zum Einsatz. Dafür wurde sich mal (kenne ich aber nur vom Hörensagen) die Meute dann von GT 'ausgeborgt', ich glaube das eher weniger. Doch zum Thema, zu den Fährtenhund-Prüfungen in der ehemaligen DDR fand ich hier bissel was, ich habs mal angehägt (diese arcor-Heimseiten sind immer so flüchtig) ...
http://home.arcor.de/gerlinde12683/html/body_rh_der_ddr.html

Angefügte Bilder:

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.12.2013 19:55 | nach oben springen

#43

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 11.12.2013 19:58
von 80er | 572 Beiträge

@Rainman
Vielen Dank für deinen interessanten Beitrag!

Zitat von Rainman2 im Beitrag #41
[...] Die Hunde konnten, laut damaliger Aussage eines Hundeführers, zum Teil Duftspuren verfolgen, die bis zu 10 Meter neben der eigentlichen Bewegungsspur lagen. [...]

Schon erstaunlich, was ausgebildete Hunde leisten können!

@94
Zitat von 94 im Beitrag #42

Hallo Τελαμών
... ich tippe auf Altchriechisch?

Auch dir danke für die Literaturhinweise, insbesondere auch für die Seiten mit dem praktischen/theoretischen Lehrstoff zum gleich angucken!


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#44

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 13.12.2013 09:06
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.494 Beiträge

Zitat von Telamon im Beitrag #40
Welche Hunderassen wurden eingesetzt, nur Schäferhunde?
Gruß Winfried


Moin, bei uns waren nur Schäferhunde als F-hunde eingesetzt. Habe aber davon gehört, dass sich auch Riesenschnauzer als Fährtenhunde eignen sollen.
Als Schutzhunde hatten wir Schäferhunde, Riesenschnauzer und Rottis.

Gruß hundemuchtel 88 0,5


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#45

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 12:42
von Elch78 | 501 Beiträge

Das Thema ist zwar schon etwas älter, aber ich möchte doch auf einige Fragen eingehen, zu deren Beantwortung ich mich als ehemaliger DH-Führer und heutiger Schutz- und Fährtenhundsportler berufen fühle:

1. Welche Hunderassen wurden verwendet?
Die Hauptmenge dürften tatsächlich Deutsche Schäferhunde gewesen sein. Das hat zum einen "traditionelle" Gründe (älteste und zudem "deutsche" Gebrauchshundrasse und resultiert auch aus der Vielzahl der Individuen dieser Rasse. Im Vergleich zu den anderen Gebrauchshundrassen (RW, RS, AT, DM, Boxer) wurden und werden heute immer noch zehnmal mehr Deutsche Schäferhunde gezüchtet als Exemplare der anderen Rassen. Einzig der Belgische Schäferhund (siehe: Malinois) erzielt heutzutage steigende Zuchtzahlen und hat den "Deutschen" auch von der Leistungsfähigkeit her den vordersten Rang abgelaufen.
Der Deutsche Schäferhund darf auch als leichter ausbildbar/beeinflußbar angesehen werden als andere (RS und RW stur und führerhärter, AT und Boxer "ewige Clowns", Dobermann mitunter etwas niedrige Reizschwelle).
Prinzipiell ist aber zu sagen, daß jeder Hund mit anatomisch einigermaßen normalen Nasenapparat und einem Körperbau, der Ausdauerleistungen ermöglicht, für eine Fährtenhundprüfung trainierbar ist und diese auch tatsächlich auch absolvieren kann. So hat es in der jüngeren Vergangenheit bei den Meisterschaften der Gebrauchshundesportvereine durchaus erfolgreiche Vertreter "exotischer" Rassen gegeben.

2. Was riecht der Hund eigentlich?
Zweierlei!
Zum einen Geruchspartikel, die vom Fährtenleger /Grenzverletzer stammen:
- Abrieb von den Schuhsohlen,
- verlorene Haare und Hautschuppen (verliert man Hunderte auf so einer Fährte),
- verlorene Gegenstände (die der Hund seinem Hundeführer anzeigen muß),
- Moleküle von Ausdünstungen/Ausscheidungen aller Art (Schweiß, Speichel, evtl. Urin)
Diese Dinge machen den Individualgeruch der Fährte aus. Das bedeutet, der Hund soll nur diesem Individualgeruch folgen und keinem anderen, der diesen Weg kreuzt oder begleitet.

Zum anderen riecht er die Veränderung der Boden- und Vegetationsstruktur, die durch das Begehen des Geländes entstanden sind:
- die zerstörte Bodenoberfläche nebst aufgewühlter Bodenbakterienkulturen
- die Zerstörung der Vegetation (Umknicken bzw. Abbrechen von Pflanzenhalmen, aus deren "Wunden" Moleküle der Pflanzensäfte aufsteigen)
Diese Elemente machen den "Nichtindivualgeruch" der Fährte aus und verbessern die Verfolgbarkeit auf der Fläche.

Desweiteren muß beachtet werden, daß all diese Moleküle im zeitlichen Verlauf einer stofflichen Veränderung unterworfen sind, d. h. die Schweißpartikel, Bakterienkulturen, Pflanzensäfte usw. werden ja zersetzt, so daß vom Hund unterschieden werden kann, ob die Spur eine halbe Stunde, ganze Stunde oder 3 oder fünf Stunden alt ist.
Experimentell hat man festgestellt, daß es Hunde gibt, die so ausbildbar sind, daß sie Unterschiede im Fährtenalter von nur fünf Minuten auseinanderhalten können (z.B. 60 min und 65 min alt)!
Die Moleküle werden also aufgewirbelt und dann durch den Wind und thermische Einflüsse (Auftrieb!) transportiert und sinken später wieder ab, so daß sie also durchaus auch zehn Meter vom eigentlichen Fährtenverlauf wahrgenommen werden können.
Letzteres ist aber so gar nicht gewollt, denn der Hund soll ja möglichst genau den Fährtenverlauf und dabei verlorene Gegenstände anzeigen.
Sonst ist es eine Stöbersuche (sowas gibt's heutzutage auch als Prüfung) und keine Fährtensuche.

3. Die Laufrichtung des Grenzverletzers/Fährtenlegers

Aus dem vorher Gesagten läßt sich auch ableiten, daß für den Hund der Anfang und das Ende der Fährte ein unterschiedliches Alter haben (der Anfang ist ja früher entstanden als das Ende).
Setze ich einen Hund in die Mitte einer Fährte und lasse ihm die "Wahl" in welche Richtung er die Spur ausarbeiten möchte, so erkennt er, welche Seite jünger ist und der wird er folgen, denn dort befindet sich ja das Triebziel (ist ja bei der Jagd des Wildtiers auch so).
Man kann es auch andersherum trainieren, macht aber wohl keiner - das wäre ja nur für ganz spezielle Fragestellungen bezüglichen des Fährtenverlaufs interessant.

Soviel in aller gebotenen Kürze erstmal dazu!

Elch


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zuletzt bearbeitet 06.10.2014 14:39 | nach oben springen

#46

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 12:55
von Schlutup | 4.109 Beiträge


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#47

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 12:56
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Ohne den Fährtenhund geht es auch bei mir dienstlich nicht. Ich habe sehr gute Erfahrungen bei der Suche nach Vermissten
und Dieben gemacht.
Für die "Moleküle" sind in Sachsen die Mantrailer zuständig. Sie haben die Nase in der Luft und nicht am Boden.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#48

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 13:09
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #47

Für die "Moleküle" sind in Sachsen die Mantrailer zuständig. Sie haben die Nase in der Luft und nicht am Boden.

Andreas


Ja das Mantrailing! Hatte ich beim Verfassen des Beitrages auch dran gedacht ... fürchtete aber, daß ich immer weiter ausschweife.
Der Mantrailer (gab's früher noch nicht) bearbeitet die dritte Dimension des Raumes (die Höhe), während der klassische Fährtenhund ja nur in den zwei Dimensionen des Bodens sucht (Länge und Breite).
Aber es bleiben eben auch Geruchspartikel in Baumrinde, Mauerritzen und anderen windstillen Mikrokosmen erhalten und das zum Teil über mehrere Tage.
Ein Sinneserlebnis, in das einzudringen der Hund uns gegenüber das Privileg hat!

Elch


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#49

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 20:10
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Obwohl der letzte Beitrag Thema Grenzerhund /Fährtenhund schon vor fast 2 Jahren geschrieben wurde, möchte ich noch trotzdem meine
Konfrontation mit einem Grenzerhund erzählen. Ich war mit meinem Posten zur Ablösung im Postenbereich Kandelhof, GK Markusgrün
mit dem zuablösenden Postenpaar zusammen getroffen. Wir standen uns paarweise gegenüber. Wir 4 hatten alle den Regenumhang umgehangen.
Der Postenführer vom anderen Postenpaar übergab mir die Leuchtpistole, aus Bequemlichkeit hatten wir diese meistens im Koppel eingesteckt.
Als wir fast zur gleichen Zeit mit unseren Händen unter dem Regenumhaang ervorkamen und ich nach der Leuchtpistole griff, packte der nette
Grenzerhund mich am rechten Handgelenk. Das brachte mir eien 10tägigen Aufenthalt im Krankenrevier im GR Plauen auf der Schöpsdrehe ein.
Die Narbe habe ich heute noch.


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#50

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 20:21
von Schlutup | 4.109 Beiträge

@Grenzerhans

Moin Moin,

hat der Hundeführer dafür ein Anschiss kassiert?



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#51

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 20:40
von polsam | 575 Beiträge

Wurde beim Verdacht von Grenzverletzungen auch die Hilfe der territorial zuständigen Diensthunde der Volkspolizei in Anspruch genommen

oder hat jeder sein Süppchen gekocht?

In der Deutschen Volkspolizei fanden die Rassen Deutscher Schäferhund, Rottweiler, Boxer, Riesenschnauzer und Airedale-Terrier Verwendung.
(Stand 1982)
Neben dem Schutzhund waren das Fährtenhunde, Suchhunde, Differenzierungshunde und Meutenhunde.


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#52

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 21:28
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Zum Beitrag von Schlutup, # 50

Zwar ich Geschädigter bin, oder war, der WauWau hat doch nur so reagiert, wie er ausgebildet war.
Von den verantwortlichen Vorgesetzten wurde das zur damaligen Zeit (1963) wie ein Betriebsunfall betrachtet.
Mein Aufenthalt im Krankenrevier betrachtet ich als Urlaub. Unangenehm waren nur die 10 Spritzen in den Bauch wegen dem Biss.


Schlutup hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#53

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 05.10.2014 21:33
von Rothaut | 400 Beiträge

Ich hätte auch noch ne Frage...

Es hat im GR-6 mal einen "Grenzdurchbruch" gegeben .....da hat der GV Pfeffer auf seine zurückgelegte Wegstrecke gestreut, damit der Hund seine Fährte nicht aufnehmen kann. Der Pfeffersack wurde später auf dem VGH gefunden.
Für den gefunden Peffersack habe ich einen damaligen Augenzeugen....

Ist es möglich das durch Pfeffer die Fährte zerstört wird? (Der Hund nahm in diesem Fall die Fährte nicht auf...)
....oder muss es einen anderen Grund gegeben haben?

Gruß Rothaut


zuletzt bearbeitet 05.10.2014 21:33 | nach oben springen

#54

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 06.10.2014 02:50
von FRITZE (gelöscht)
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Aus eigenen Proben mit Gewürzen , Tabak , Seifenpulver und Duftwässern weiss ich ,daß auch gut ausgebildete Fährtenhunde sich ablenken oder teilweise sogar verwirren lassen .
Das mit dem Pfeffersäckchen ist plausibel !

MfG Fritze


Rothaut hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#55

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 06.10.2014 03:10
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.494 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #54
Aus eigenen Proben mit Gewürzen , Tabak , Seifenpulver und Duftwässern weiss ich ,daß auch gut ausgebildete Fährtenhunde sich ablenken oder teilweise sogar verwirren lassen .
Das mit dem Pfeffersäckchen ist plausibel !

MfG Fritze


moin @FRITZE, ist mir auch plausibel wenn man bedenkt, das die Fährtenhunde vor jedem Einsatz erst mal 30 bis 45 min. ihre Nase lüften lassen mußten der Autoabgase wegen.... was immer für eine Geduldsprobe aller Vorgesetzten vor Ort wurde.

gruß h.


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#56

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 06.10.2014 06:56
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Rothaut im Beitrag #53
Ich hätte auch noch ne Frage...

Ist es möglich das durch Pfeffer die Fährte zerstört wird? (Der Hund nahm in diesem Fall die Fährte nicht auf...)
....oder muss es einen anderen Grund gegeben haben?

Gruß Rothaut


Nein, die Fährte wird durch Pfeffer nicht zerstört sondern im ausgestreuten Bereich durch zusätzliche Komponenten erweitert. Das könnte für den Hund zunächst etwas verwirrend sein - ist aber keine Zerstörung (also Vernichtung) des Geruchsfeldes der Fährte.
Inwieweit Pfefferstäube (trocken oder nach Befeuchtung) auf die Nasenschleimhaut des Hundes eine ätzende Wirkung haben und wie lange diese anhält, kann ich nicht sagen (werde es aber gelegentlich mit einem meiner Hunde mal probieren).
Im Rahmen unseres Fährtentraining laufen wir auch (absichtlich) durch ablenkende Gerüche oder Spuren (Wildschweinsuhlen, Markierungsstellen des Fuchses, Querfährten von Trainingskameraden bis hin zu organisch gedüngten Feldabschnitten), und da wird dem Hund beigebracht, nur auf der ursprünglichen Fährte zu verbleiben ("die Fährte zu halten"), weil nur dort das "Glück winkt" (meist Futterbelohnung). Das Verfolgen von anderweitig fesselnden/verlockenden Duftfeldern wird sanktioniert!

Im beschriebenen Fall nahm der Hund die Fährte wohl nicht auf. Da ist es dem Geschick und der Erfahrung des Hundeführers anheimgestellt, den richtigen Ansatzpunkt zu finden - das ist allerdings nicht immer möglich, und daran scheitern wohl eine ganze Menge solcher Aktionen.

Einen freundlichen Tag mit herrlichem Fährtentrainingswetter wünsche ich allen Interessierten!
Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
Rothaut hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.10.2014 06:57 | nach oben springen

#57

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 06.10.2014 07:21
von Elch78 | 501 Beiträge

Zitat von Grenzerhans im Beitrag #52
Zum Beitrag von Schlutup, # 50

... der WauWau hat doch nur so reagiert, wie er ausgebildet war.
Von den verantwortlichen Vorgesetzten wurde das zur damaligen Zeit (1963) wie ein Betriebsunfall betrachtet.



Ja, man nahm zu jener Zeit solche Vorfälle noch sehr locker (habe ich auch erlebt und mir blieb der Anschiß auch erspart).

Allerdings ist der Hund bestimmt so nicht ausgebildet worden (welchen Sinn sollte das haben?).
Es zeugt eher von einem Mangel an Ausbildung für solche Situationen, wenn mein Hund so etwas tut. Bei einer Schutzhundprüfung heutzutage würde ich sofort disqualifiziert werden.
Wenn ich weiß, daß mein Hund dazu neigt, sich nähernde Körperteile einer "neutralen" Person zu "ergreifen", dann halte ich mir entweder die Person auf Abstand oder/und trainiere mit dem Hund solche Szenen und vermittle ihm dabei die "gewünschte" Reaktion.
Also ein "Betriebsunfall" - die Theorie ist eben doch oft anders als die Praxis!

Elch


"Es gibt immer drei Wahrheiten: eine, die Du siehst, eine, die ich sehe und eine, die wir beide nicht sehen"
zuletzt bearbeitet 06.10.2014 19:16 | nach oben springen

#58

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 11.10.2014 13:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von polsam im Beitrag #51
Wurde beim Verdacht von Grenzverletzungen auch die Hilfe der territorial zuständigen Diensthunde der Volkspolizei in Anspruch genommen oder hat jeder sein Süppchen gekocht?

Vielleicht diesen Thread mal ganz in Ruhe und vor allem ruhig in Gänze lesen *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#59

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 12.10.2014 13:20
von FRITZE (gelöscht)
avatar

Vielleicht diesen Thread mal ganz in Ruhe und vor allem ruhig in Gänze lesen *wink*

Das sollte man vor allem bei älteren hochgeholten Threads machen !


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#60

RE: Fährtenhunde

in Grenztruppen der DDR 14.10.2014 10:54
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.494 Beiträge

Zitat von polsam im Beitrag #51
Wurde beim Verdacht von Grenzverletzungen auch die Hilfe der territorial zuständigen Diensthunde der Volkspolizei in Anspruch genommen

oder hat jeder sein Süppchen gekocht?

In der Deutschen Volkspolizei fanden die Rassen Deutscher Schäferhund, Rottweiler, Boxer, Riesenschnauzer und Airedale-Terrier Verwendung.
(Stand 1982)
Neben dem Schutzhund waren das Fährtenhunde, Suchhunde, Differenzierungshunde und Meutenhunde.


@polsam, wie dies woanders gehandhabt wurde weiß ich nicht, während meiner DZ wurde solche Hilfe nicht in Anspruch genommen, eher die Hilfe eines benachbarten (nächstgelegenes G.Reg.)Fährtenhundeführers. Mir ist auch bekannt dass unsere Fährtenhundeführer so eine Art "Bereitschaft" hatten wenn Urlaubszeit/Krankheit usw. war.

gruß h.


zuletzt bearbeitet 14.10.2014 10:54 | nach oben springen


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