#101

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 00:41
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von Rostocker

Zitat von Greso
Hallo Rostocker,Zigaretten waren kein muss,entweder Schokolade oder Zigaretten.Waren immer Casino,kleine Juwel
gab es auch manchmal.
Gruß Greso


:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Nein-wollte nur damit sagen,Zigaretten gehörten nicht dazu.Die mussten wir selber kaufen.



Da im Kasten ist noch eine...

Angefügte Bilder:
Grenzer Hütte 003.JPG

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#102

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 02:28
von X-X-X (gelöscht)
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Meinerseits hatte ich nie sowas gesehen. Ich moechte hiermit das Politbuero und aehnliche Persoenlichkeiten ausklammern, da diese Personen aus Sicherheitsgruenden Sonderprivilegien (Sonderlaeden, bessere med. Versorgung, usw)sowieso genossen. Ich fand es immer komisch, dass der Gen. Minister es fuer viel einfacher hielt, mir ein paar DM in die Hand zu druecken, als mir sonst Zugang zu irgendwelchen Sonderlaeden zu gewaehren. Soweit es moeglich war, durfte ich auch sozusagen 'priviligiert' behandelt werden. Ich bekam z.B ein Eizelzimmer im Regierungskrankenhaus, wo im naechsten Zimmer zwei Generaele ein genauso grosses Zimmer teilen mussten. Und sie hatten darueber gemeckert! Wenn es solche Sonderlaeden gab, wurde in unseren Kreisen nie darueber gesprochen.Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Zugang zu solchen Einrichtung lange geheim bleiben konnte. So raffiniert was das MfS nicht. Als sie mir meinen Lada aufzwangen, hatten sie nicht mal die Farbe bestimmen koennen... Im Berechtigungsschein ist 'weiss' durchgestrichen. Das MfS konnte mir keine Duschkabine fuer meine Altbauwohnung besorgen, stellten sie mir aber Handwerker fuer deren Einbau bereit. Es gab sicherlich einige Sondereinrichtuingen (weniger 'Laeden') wo sich bestimmte Personen was aussuchen konnten. So weit verbreitet, wie es so oft in den medien dargestellt wird, glaube ich eher nicht. Aber was weiss ich...?

Jens


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#103

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 06:06
von wosch (gelöscht)
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Zitat von KID
Meinerseits hatte ich nie sowas gesehen. Ich moechte hiermit das Politbuero und aehnliche Persoenlichkeiten ausklammern, da diese Personen aus Sicherheitsgruenden Sonderprivilegien (Sonderlaeden, bessere med. Versorgung, usw)sowieso genossen. Ich fand es immer komisch, dass der Gen. Minister es fuer viel einfacher hielt, mir ein paar DM in die Hand zu druecken, als mir sonst Zugang zu irgendwelchen Sonderlaeden zu gewaehren. Soweit es moeglich war, durfte ich auch sozusagen 'priviligiert' behandelt werden. Ich bekam z.B ein Eizelzimmer im Regierungskrankenhaus, wo im naechsten Zimmer zwei Generaele ein genauso grosses Zimmer teilen mussten. Und sie hatten darueber gemeckert! Wenn es solche Sonderlaeden gab, wurde in unseren Kreisen nie darueber gesprochen.Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Zugang zu solchen Einrichtung lange geheim bleiben konnte. So raffiniert was das MfS nicht. Als sie mir meinen Lada aufzwangen, hatten sie nicht mal die Farbe bestimmen koennen... Im Berechtigungsschein ist 'weiss' durchgestrichen. Das MfS konnte mir keine Duschkabine fuer meine Altbauwohnung besorgen, stellten sie mir aber Handwerker fuer deren Einbau bereit. Es gab sicherlich einige Sondereinrichtuingen (weniger 'Laeden') wo sich bestimmte Personen was aussuchen konnten. So weit verbreitet, wie es so oft in den medien dargestellt wird, glaube ich eher nicht. Aber was weiss ich...?

Jens




;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;


Danke Kid für Deinen Beitrag zum Thema!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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#104

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 13:26
von Ludwig | 252 Beiträge

Der Filmbeitrag ist zwar recht nett gemacht: Fam. Sindermann soll 200.000.- M im Jahr verfressen haben, gegenüber 36.000 M einer "normalen" Familie. Ist sicher nicht in Ordnung, aber ziehen wir mal einen Vergleich heute. Eine "normal"verdienende Familie hat vielleicht 2500 - 2800 € netto und die
Damen und Herren Abgeordneten 8.000 - 10.000 €. Wo ist nun der Unterschied größer? Dabei habe ich die vielen Zehntausend Geringverdiener mal außer Acht gelassen.



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#105

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 14:47
von Alfred | 6.853 Beiträge

200.000 ?

Da muss aber wirklich die ganze Familie mit Anhang und Co einkaufen gehen, denn so viel hat Herr Sindermann als Einzelperson nicht als Gehalt bekommen.


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#106

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 15:01
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

in dem v.g. filmausschnitt sprechen neben der mfs- angehörigen, auch 2 kinder von politbüromitgliedern. sie alle bringen es auf den punkt: die kinder und seltener die pb- mitglieder, versorgten meistens andere, d.h. ihr persönliches umfeld. gerade sindermann jr. war z.b. bekannt für seine kaugummiverteilung in der schule...

man sollte nicht vergessen, die waldsiedlung war ein ghetto mit grösstenteils kleinbürgerlichen spiessbürgern...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#107

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 16:56
von Svenni1980 | 672 Beiträge

Ich habe da mal eine Frage zu den Zigarettenpreisen in der DDR, da ja auch vorher über Zigaretten gesprochen/geschrieben wurde. War das ein einheitlicher Preis oder stark unterschiedlich? Westzigaretten ausgenommen.


Weil die Klugen immer nachgeben regieren die Dummen die Welt!!

Affen die hoch hinaus wollen, entblößen Ihren ..... (Hintern)!!
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#108

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 17:06
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Svenni1980
Ich habe da mal eine Frage zu den Zigarettenpreisen in der DDR, da ja auch vorher über Zigaretten gesprochen/geschrieben wurde. War das ein einheitlicher Preis oder stark unterschiedlich? Westzigaretten ausgenommen.




Einheitliche Preise, schau mal:

Angefügte Bilder:
zigar.jpg

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#109

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 17:20
von Svenni1980 | 672 Beiträge

Danke für die Tabelle Augenzeuge


Weil die Klugen immer nachgeben regieren die Dummen die Welt!!

Affen die hoch hinaus wollen, entblößen Ihren ..... (Hintern)!!
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#110

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 17:25
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo, AZ,

einheitliche Preise ist vielleicht nicht ganz korrekt. Da war wohl auch gewissermassen ein Qualitätsstufensystem - von Karo(einfach) für 1,60 Mark bis Duett für 6 Mark.

Ich glaube nicht, dass die Frage so zu verstehen war, ob die Zigaretten in Berlin im Centrum-Warenhaus höher waren als in der Kaufhalle eines 500-Einwohner-Dorfs. Diese Art Preisgestaltung gab es ja bekanntlich in der DDR überhaupt nicht.

Gruss

icke



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#111

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 17:52
von X-X-X (gelöscht)
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Hallo zusammen! Das Versorgungssystem der DDR war freilich unstabil. Dass die Grossstaedte (bes. Berlin) bevorzugt wurden, ist allen klar. Meine Frage bezieht sich auf die 'private Jagd' nach Lebensmitteln, Konsumguetern, usw. Ich musste mich im Allgemeinen ohne Haendehalten des FOs und des MfS zurechtfinden. Wenn ich heute solche Beitraege lese, frage ich mich, wie andere DDR-Buerger zurecht gekommen sind. Ich war und bin dem Gabbidalismus gewohnt. Ich habe auch in der DDR gutes Geld verdient...1400+ Mark im Monat. Das Geld nicht gleich Konsum bedeutete war meine erste DDR-Lehre. Was mich wundert: Meine Duschkabine habe ich in Brandenburg kaufen muessen (die gabs nicht in Berlin). Mein Russen-Kuehlschrank 'Minsk' musste ich in Erkner kaufen. Zwei Rennraeder aus Aue...die gabs sowieso nicht ohne dass man Radsportler war...aber immerhin. Spargel und Landeier aus Jeserig, aber nur gegen Berliner Pilsener getauscht. Kaninchenrouladen und Pferderouldaen(!) aus Petershagen. Raeucherfisch von der Insel Usedom. Ich persoenlich fand es raetselhaft. Und zum Gebursttag gab es immer eine schoene Jagdplatte aus einer Privatgaststaette in Pankow. Meine Arbeitskollegen und FOs kamen oefter zu mir und baten um verschiedene Sachen, die sie nicht besorgen konnten. Wenn es solche Laeden gab, dann wie ist das zu erklaeren? Ich finde es bloss ein bisschen uebertrieben. Disney-Videos musste ich fuer meinen FO kaufen...Schwarzware aus dem Westen. Waren diese Leute hilflos, oder hatte ich bloss ein gutes Versorgungsnetz aufgebaut? Als ich 1987 einen kleinen Autounfall hatte, konnte der Lack fuer den Lada von Auto Service Berlin besorgt werden, da mein Lada Auslandslieferung war...also Westlack. Diesen Lack liess man in Finnland besorgen und mit der Diplomatentasche in die DDR zureuckschicken. Wenn ich mir die Muehe und den Aufwand ueberlege... Ich hatte ohne Zweifel einen sehr ausgedehnten Freundeskreis (das benmerkte auch das MfS), aber war das nicht die Regel? Wie seht Ihr das?

Jens


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#112

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 31.01.2010 18:13
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo, KID,

danke für Deine Infos bezüglich der Versorgung. Eigentlich ist es genau das, was in der Ursprungsfrage mit den Sonderläden bis zur mittleren Funtionärsebene (bei der Gelegenheit: in welcher Höhe ist die mittlere Funktionärsebene?) gemeint war.

Irgendwie ist die Diskussion hier vollkommen auf die falsche Schiene geraten, weil wohl viele dachten, man wollte argumentieren, dass in der DDR Hungersnot an der Tagesordnung war. Es ist, glaube ich, allgemein bekannt, dass die Gesundheitsexperten in der DDR mit dem gleichen Problem zu kämpfen hatten wie in der BRD, nämlich mit dem Übergewicht der Bevölkerung.

Nein, der Punkt ist: Es gab fast alles - nur nicht immer da, wo man es brauchte, das kam ja auch in einigen Beiträgen zum Ausdruck. Und wenn nun die oben zitierte mittlere Funktionärsebene etwas brauchte, musste sie halt nur in diesen Sonderläden einkaufen - und bekam nun nichts von der, ich sage mal, ungleichen Verteilung mit.

In der Hinsicht (bezüglich Versorgung), gibt es auch einen Gerichtsreport von Hermann Kant, der hoffentlich als DDR-Bürger durchgeht. Er hatte sich mit einem Strafverfahren gegen eine Gruppe Rentner befasst, und dem ganzen wohl den Namen REBEA (Rentner-Beschaffungs-Aktion) gegeben. Als
lesender Westdeutscher musste ich erstmal überlegen, worin eigentlich die Strafbarkeit des Ganzen bestand. Vielleicht ist der Text ja bekannt, sonst fasse ich das gelegentlich mal in Kurzform zusammen.

Gruss

icke



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#113

RE: Wegen Literaturschmuggels zwei Jahre lang in DDR-Haft!

in Leben in der DDR 31.01.2010 19:59
von Greso | 2.377 Beiträge

Hallo,die hatten andere Sorgen!!!
Wir waren etwa 6.Wochen in der Ausbildung (Dingelstedt,Mönchshai)wir waren einige Std.im Gelände,und nach dem eintreffen in unser Zimmer,stellten wir alle fest,das die Spinde nicht abgeschlossen waren und alle Schlösser waren auf und die Privatsachen durchwühlt.Ich hatte in mein Notizbuch eine Zahlenreihe 0-9 da musste ich zum Mfs
rüber und eine Erklärung abgeben.


War nicht lustig für mich. Gruß Greso


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#114

RE: Wegen Literaturschmuggels zwei Jahre lang in DDR-Haft!

in Leben in der DDR 17.02.2010 11:32
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Greso
Ich hatte in mein Notizbuch eine Zahlenreihe 0-9 da musste ich zum Mfs
rüber und eine Erklärung abgeben.


War nicht lustig für mich. Gruß Greso



Wird doch nicht ein feindlicher Agentcode gewesen sein?

Die Sache dürfte aber nach einer, ich denke mal harmlosen, Erklärung deinerseits für dich ohne weitere Folgen geblieben sein?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#115

Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 26.06.2011 19:09
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Um mal diese alte Thema hochzuholen ein paar Bemerkungen von mir dazu.

Ja es gab diese sogenannten Sonderläden.
Meine Berufslaufbahn brachte mich dazu für mehrere Jahre als Mitarbeiter eines Ministeriums im Haus des Ministerrates zu arbeiten (Altes Stadthaus in Berlin).
Dort gab es einen Laden, für alle Mitarbeiter zugänglich, welcher Waren des täglichen Bedarfs führte.
Das Angebot war reichhaltiger als in jeder Kaufhalle Berlins. Zum WE konnten Bestellungen, besonders Fleisch, Wurst, Getränke abgegeben werden die auch "Erfüllt" wurden wenn, ja wenn eine innige Beziehung zur Verkäuferin bestand.
Spezielle bulgarische Rotweine wurden von mir regelmäßig Kistenweise dort rausgeschleppt.
Da das Gebäude außen wie innen von "Felixen" bewacht wurde gestaltete sich die Übergabe an die Abholer mit Auto immer recht schwierig. Gewohnt zu improvisieren gelang uns auch das.

Neben diesem Laden, auch im Haus der Ministerien gab es ein Pendant, welcher für das "gemeine" Fußvolk der Staatsdiener existierte, gab es gestaffelten Zutritt nach Wichtigkeit der eigenen Funktion in weitere Läden.
Einer ist mir in Karlshorst, ein anderer in der Wilhelmstrasse, bekannt. Für oberes Personal, sprich Minister; Staatssekretäre, Hauptabteilungsleiter.

Zu meinem damaligen Freundeskreis gehörten nicht nur 'normale' DDR Bürger, sondern auch ein Minister-Sohn, dessen Vater ich übrigens durchaus schätze.
Im Umland von Berlin besaß besagter Vater ein Wochenendhaus. Dort verbrachten wir ab und an die Wochenenden wenn Papa verhindert war.
Sohnemann bestellte über Vater die Versorgung mit Essen und Trinken was dann auch zuverlässig vom Fahrer des Vaters zum gewünschtem Termin geliefert wurde.
In der Hütte selber gab es meiner Meinung nach nicht ein Produkt welches aus der DDR stammte.
So konnte ich 1980??? dort bereit mit einer Fernbedienung für einen Farbfernseher hantieren.

Produkte aus der DDR und dem 'sozialistischem' Ausland wurden über diese Läden; bzw. Versorgungseinrichtungen, zu einem Bruchteil des sonst üblichen staatlichen Einzelhandelspreises angeboten.
Besonders in Erinnerung ist mir unter anderem geblieben als sich mein Freund mit Tontechnik eindecken wollte und er mich dazu befragte.
Als "Kind" auf der Hierarchieebene seines Vaters standen ihm "nur" Produkte der soz. Bruderstaaten zu.
Selber hatte ich es durch Beziehungen geschafft ein Tonbahngerät tschechischer Bauart, ein Tesla 101, zu erwerben welches damals ungefähr 1.400 Mark der DDR gekostet hat. (So genau weiß ich das nicht mehr)
Mein Objekt der Begierde, ein Tesla 116, stand auf einer Liste zu erwerbender Objekte mit der mein Freund rumwedelte für sage und schreibe knapp 400 Mark der DDR. Was mich aus den Latschen katapultierte war seine Frage ob das nicht ein wenig zu teuer wäre!
Soweit ich mich erinnern kann kostete dieses Teil regulär knapp 1.800 Mark der DDR, ob es im Handel zu finden war ist ein anderes Ding.
Ein anderer Freund war allerdings wundersamerweise recht Regulär an solch ein Gerät gekommen.

Ich will nicht abstreiten das ich auch "Vorteile" hatte. So kam ich durch Trickserei auf die "Nachlieferliste" vom Möbelprogramm Hellerau MDW und konnte mir all die Teile des durchaus begehrten Möbelsortimentes kaufen welche ich begehrte.

Das schleichende Unverständnis für ihn und Seinesgleichen kam erst auf als seine damalige Frau (aus der SU mitgebracht wo er studiert hatte) den Wunsch nach schicken Kristallgläsern meiner Freundin und mir gegenüber äußerte.
Nachdem wir uns im wahrsten Sinne den Arsch aufgerissen hatten um echtes, handgeschliffenes Kristall zu erkämpfen und es sehr strolz ablieferten war besagte Frau gerade dabei eine umfangreiche Lieferung an Kristallgläsern durch den persönlichen Fahrer Schwiegerpapas gebracht auszupacken.
War Zufall das wir zur Auspackaktion dazusteißen; wir hätten unsere mit extremen Aufwand beschafften Stücke am liebsten aus dem Fenster geworfen.
Die Vernunft siegte und die Gläser von 'Moser'; soviel Eigenlob muß sein; befinden sich immer noch in unserem Besitz.
(Papa ließ nur "schrottiges" Lausitzkristall durch seine Fahrer liefern, nach meinem Empfinden)

Soweit meine persönlichen Erfahrungen mit der Sonderversorgung der Nomenklatura inklusive Anhang.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

zuletzt bearbeitet 26.06.2011 19:12 | nach oben springen

#116

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 26.06.2011 19:27
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Nostalgiker
..., ein Tesla 116, ...
Soweit ich mich erinnern kann kostete dieses Teil regulär knapp 1.800 Mark der DDR, ...


Laut hififorum.at sogar 1.850,--


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#117

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 26.06.2011 19:30
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Nostalgiker
Um mal diese alte Thema hochzuholen ein paar Bemerkungen von mir dazu.

Ja es gab diese sogenannten Sonderläden.
Meine Berufslaufbahn brachte mich dazu für mehrere Jahre als Mitarbeiter eines Ministeriums im Haus des Ministerrates zu arbeiten (Altes Stadthaus in Berlin).
Dort gab es einen Laden, für alle Mitarbeiter zugänglich, welcher Waren des täglichen Bedarfs führte.
Das Angebot war reichhaltiger als in jeder Kaufhalle Berlins. Zum WE konnten Bestellungen, besonders Fleisch, Wurst, Getränke abgegeben werden die auch "Erfüllt" wurden wenn, ja wenn eine innige Beziehung zur Verkäuferin bestand.
Spezielle bulgarische Rotweine wurden von mir regelmäßig Kistenweise dort rausgeschleppt.
Da das Gebäude außen wie innen von "Felixen" bewacht wurde gestaltete sich die Übergabe an die Abholer mit Auto immer recht schwierig. Gewohnt zu improvisieren gelang uns auch das.

Neben diesem Laden, auch im Haus der Ministerien gab es ein Pendant, welcher für das "gemeine" Fußvolk der Staatsdiener existierte, gab es gestaffelten Zutritt nach Wichtigkeit der eigenen Funktion in weitere Läden.
Einer ist mir in Karlshorst, ein anderer in der Wilhelmstrasse, bekannt. Für oberes Personal, sprich Minister; Staatssekretäre, Hauptabteilungsleiter.

Zu meinem damaligen Freundeskreis gehörten nicht nur 'normale' DDR Bürger, sondern auch ein Minister-Sohn, dessen Vater ich übrigens durchaus schätze.
Im Umland von Berlin besaß besagter Vater ein Wochenendhaus. Dort verbrachten wir ab und an die Wochenenden wenn Papa verhindert war.
Sohnemann bestellte über Vater die Versorgung mit Essen und Trinken was dann auch zuverlässig vom Fahrer des Vaters zum gewünschtem Termin geliefert wurde.
In der Hütte selber gab es meiner Meinung nach nicht ein Produkt welches aus der DDR stammte.
So konnte ich 1980??? dort bereit mit einer Fernbedienung für einen Farbfernseher hantieren.

Produkte aus der DDR und dem 'sozialistischem' Ausland wurden über diese Läden; bzw. Versorgungseinrichtungen, zu einem Bruchteil des sonst üblichen staatlichen Einzelhandelspreises angeboten.
Besonders in Erinnerung ist mir unter anderem geblieben als sich mein Freund mit Tontechnik eindecken wollte und er mich dazu befragte.
Als "Kind" auf der Hierarchieebene seines Vaters standen ihm "nur" Produkte der soz. Bruderstaaten zu.
Selber hatte ich es durch Beziehungen geschafft ein Tonbahngerät tschechischer Bauart, ein Tesla 101, zu erwerben welches damals ungefähr 1.400 Mark der DDR gekostet hat. (So genau weiß ich das nicht mehr)
Mein Objekt der Begierde, ein Tesla 116, stand auf einer Liste zu erwerbender Objekte mit der mein Freund rumwedelte für sage und schreibe knapp 400 Mark der DDR. Was mich aus den Latschen katapultierte war seine Frage ob das nicht ein wenig zu teuer wäre!
Soweit ich mich erinnern kann kostete dieses Teil regulär knapp 1.800 Mark der DDR, ob es im Handel zu finden war ist ein anderes Ding.
Ein anderer Freund war allerdings wundersamerweise recht Regulär an solch ein Gerät gekommen.

Ich will nicht abstreiten das ich auch "Vorteile" hatte. So kam ich durch Trickserei auf die "Nachlieferliste" vom Möbelprogramm Hellerau MDW und konnte mir all die Teile des durchaus begehrten Möbelsortimentes kaufen welche ich begehrte.

Das schleichende Unverständnis für ihn und Seinesgleichen kam erst auf als seine damalige Frau (aus der SU mitgebracht wo er studiert hatte) den Wunsch nach schicken Kristallgläsern meiner Freundin und mir gegenüber äußerte.
Nachdem wir uns im wahrsten Sinne den Arsch aufgerissen hatten um echtes, handgeschliffenes Kristall zu erkämpfen und es sehr strolz ablieferten war besagte Frau gerade dabei eine umfangreiche Lieferung an Kristallgläsern durch den persönlichen Fahrer Schwiegerpapas gebracht auszupacken.
War Zufall das wir zur Auspackaktion dazusteißen; wir hätten unsere mit extremen Aufwand beschafften Stücke am liebsten aus dem Fenster geworfen.
Die Vernunft siegte und die Gläser von 'Moser'; soviel Eigenlob muß sein; befinden sich immer noch in unserem Besitz.
(Papa ließ nur "schrottiges" Lausitzkristall durch seine Fahrer liefern, nach meinem Empfinden)

Soweit meine persönlichen Erfahrungen mit der Sonderversorgung der Nomenklatura inklusive Anhang.

Gruß
Nostalgiker



.........................................................................................................................

Meine Wenigkeit hatte vor gewisser Zeit hier im Forum schon mal einen Thread eröffnet in dem ich die Frage nach Privilegien und "Sonderverkaufsläden" für Priviligierte gestellt hatte. Von Denen die es wissen mußten kam immer nur : "soetwas hatte es nicht gegeben". Lediglich die MHO´s wurden eingeräumt, aber keine Privilegien für die etwas höher dekorierten Genossen.
In dem Zusammenhang darf man auch ruhig mal die Frage stellen, wo die aus den Westpaketen, dank "demokratischer" Rechtssprechung entwendeten (manche sagen "geklaute") Waren abgeblieben sind? Sie wurden doch nicht etwa auf den Müll geworfen oder Nichtpriviligierten DDR-Bürgern zum Kauf in DDR-Währung zum Kurs von 1:1 angebotejn?
Schönen Gruß aus Kassel.


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#118

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 26.06.2011 19:35
von Alfred | 6.853 Beiträge

Zitat von Nostalgiker

Soweit meine persönlichen Erfahrungen mit der Sonderversorgung der Nomenklatura inklusive Anhang.

Gruß
Nostalgiker



Wer gehörte denn aus deiner Sicht zu diesen Leuten ?


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#119

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 26.06.2011 20:02
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Wer gehörte denn aus deiner Sicht zu diesen Leuten ?@Alfred

Wenn überall Felixe standen,waren die Läden bestimmt nicht für den Schwimmverein.


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#120

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 26.06.2011 20:04
von Alfred | 6.853 Beiträge

Zitat von Pit 59
Wer gehörte denn aus deiner Sicht zu diesen Leuten ?@Alfred

Wenn überall Felixe standen,waren die Läden bestimmt nicht für den Schwimmverein.



Nun gab es ja sicher Unterschiede.

Galt dies nun für einen Soldaten oder wen ?


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