#61

RE: Wegen Literaturschmuggels zwei Jahre lang in DDR-Haft!

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:08
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Jörg, da stößt mir etwas auf, weil das wie eine Verallgemeinerung klingt in deinem letzten Text. " Die ständige Jagd nach Lebensmitteln und Gebrauchtgütern?", des DDR Bürger, füge ich jetzt an.
Ich gehe dahingehend mit, das nicht dieser Konsumanspruch, dieses Übervolle, dieses gesättigte Angebot von heute vorhanden war und das beim Fleischer zum Beispiel Zunge oder Lachsschinken nicht gerade vorne lag, aber dafür ca. fünfzig andere gute Wurst-und Fleischsorten.
Ebenso diese " Anstellzeiten?" beim Bäcker, Schuster, Fleischer, Gemüsemann, da mag es regional Unterschiede gegeben haben.
Bei Wolfgang (wosch)seinen "Ergüssen" hatte ich schon einmal in einem anderen Thema geschrieben: Er ist in einer Zeit aufgewachsen, da ging es der DDR noch nicht gut, da steckte sie noch in den Kinderschuhen.
Er wird das logischerweise so als Junge erlebt haben, ich habe es nicht mehr so krass erlebt, es war alles da, was der Mensch zum Leben brauchte, ausreichend und in ordentlicher Qualität.
Jetzt kann es die ersten Einwände geben: So, ja was braucht der Mensch zum Leben überhaupt und wie weit spannt man den Bogen?
Mann bedenke das normale Einkommen eines DDR Bürger( unser Beispiel, meine Frau und meine Wenigkeit gleich monatlich 1600,00Mark Netto), davon 50,00 Mark Miete einschließlich Nebenkosten.
Rechne jeder selbst, was zum Ausgeben jeden Monat blieb, zum zurücklegen für den Jahresurlaub und hundert andere Dinge, um das Leben lebenswert zu machen.
Geizhälse gab es auch in der DDR, für alle Anderen war Delikat, Exquisit mit ihrem guten Geld, und die Qualität in diesen Läden unterschied sich wenig von dem, was der Westgermane in seinen Läden zu kaufen bekam.
Da brauchte ich auch keinen " Sonderladen". Was bitteschön soll es darin gegeben haben, was es in Ex/Deli nicht gab?

R-M-R



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Hallo, eigentlich wollte ich mich hier nicht einmischen, sondern in aller Ruhe nur lesend beobachten, wie ihr meine Bitte , die Frage nach den Sonderläden beantwortet. Nun muß ich mich aber doch zu Wort melden, weil R-M-R´s Beitrag eine Richtigstellung zu meiner Person erfordert. Wie allgemein bekannt sein dürfte hatte ich die DDR anfang 1962 verlassen und bin erst ab 1982 wieder regelmäßig in diese eingereist. Die wirtschftlichen Verhältnisse waren vor meiner Flucht, also vor dem Mauerbau teilweise sehr- sehr schlecht, wie es sogar der Rainer nicht abstreiten mag, da er selber behaupten tut "damals ging es der DDR noch nicht gut" jedoch diese Zeit ist nicht Gegenstand meiner Frage gewesen, Rainer, ich habe die Schlangen vor dem Bäcker und die vor dem Metzger (teilweise schon eine halbe Stunde vor Öffnung der Geschäfte bei meinen vielen morgendlichen Einreisen in den 80er Jahren selber gesehen. Beim Bäcker ging es dabei immer um Weißbrot, denn wer zu spät kam ging leer aus. Auch war ich selber mit beim Schlachter wenn meine Schwester einkaufen ging, und Rainer, da lag Zunge und Lachsschinken auch nie in der zweiten Reihe. Du mußt mir nicht unterstellen, daß ich blind da rumgelaufen wäre, nein ich habe mit offenen Augen alles in mich reingesaugt und dabei auch mitbekommen, das so ein Obst-und Gemüseladen im Grunde genommen diesen Namen gar nicht verdient hatte, denn außer Äpfeln, Kartoffeln und Weißkohl gab es da nicht allzuviel zu sehen. Beim Metzger mußte man nehmen was gerade da war und das mit den 50 Sorten leckerer Wurst davon konnte der DDR-Durchschnittsbürger nur träumen. Beim Fleisch ging das in der Regel so: "Haben Sie :::::?", NEIN "Was haben sie dann?"
So war es zumindestens in den Kreisstädten Ludwigslust und Parchim und wenn meine Schwester vom Theater aus dienstlich in Ost-Berlin zu tun hatte mußte sie immer für ihre Kollegen versuchen in der dortigen Markthalle Gemüsekonserven, wie zB: Bohnen zu besorgen, weil es die bei ihr zu Hause nur ganz selten gab. Und Rainer noch was, wenn Du meinst, daß ich meine Erlebnisse vor der Flucht logischerweise als Junge erlebt habe, dann nimm mal zur Kenntnis, daß dieser Junge 1961 schon 19 Jahre alt war, in einem Alter in dem ein Großteil der Jungen schon bewaffnet an der Grenze erwachsen sein durften Und das mit Wosch seinen "Ergüssen", das solltest Du mal lieber lassen, schreibe weiter Deine Märchen und bei Allem Anderen halte es lieber mit der Wahrheit.
Übrigens bis lang hatte ich hier keine Behauptungen eingestellt, sondern bezog mich mit meiner Frsge lediglich auf den von mir angesprochenen Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung, der freundlicherweise von jemand Anderem eingestellt wurde. Dafür möchte ich mich noch recht herzlich bedanken.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#62

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:10
von Landeposten (gelöscht)
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Entschuldigt wenn ich Euren zarten Gemütern weh getan habe.ek40 wie Du schon sagst---"wie jeder bereit ist preis zu geben".


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#63

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:14
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Jörg, nur mal als Beispiel und hier kann mich auch gern jemand verbessern: Lammfellstiefel im Exquisit zu glaube ich 170,- Mark der DDR.
Das war doch überhaupt kein Geld, kein " überhöhter Preis" für Spitzenqualität, wo der selbe/ gleiche Stiefel heute 100,- Euronen kostet.
Wir zahlten doch keine Mieten wie heute, hatten doch keine Hungerlöhne wie heute im Osten Deutschlands.
Mit " uberhöhte Preise" in Mark der DDR kann ich überhaupt nichts anfangen, außer ich war ein Geizhals, einer der sein Eigenes im Darm....
Wenn es eines reichlich gab, dann war es Mark der DDR, Lebenshaltungskosten die denen von heute überhaupt nicht auch nur im Ansatz gleichzusetzen sind.
Nochmal die Frage: Was hat es wohl in so genannten " Sonderläden" gegeben, was es im Deli/ Ex nicht gab?
Wenn es Bananen gab, so als Beispiel, dann gingen aus dem Kollektiv meiner Frau( zehn Frauen) zwei Frauen los und kauften, der Rest machte ihre Arbeit mit. Das war Solidarität.

R-M-R


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#64

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:27
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Wolfgang, von deinen paar Besuchen im Osten schließt du auf ein ganzes DDR-Leben?
Das ist ungefähr so. als wollte ich die Lebenszeit meiner Cousins im Ruhrpott von zwei/ drei Besuchen nach der Wende beurteilen.
Ich weiß, du warst schon ein helles Köpfchen, da haben alle Anderen noch mit der Trommel gespielt, aber wie hatte Corres oder ein Anderer geschrieben: Der Eskimo erzählt dem Neger sein gelebtes Leben?
Lass es, lass es sein, Mann aus Kassel und erzähle uns nicht unser Leben.

R-M-R


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#65

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:31
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Mensch,ihr wart doch alle in einem Boot,der DDR.Wenn man so einige Beiträge liesst,hat man das Gefühl,ihr habt in verschiedenen Systemen gelebt,etwas übertrieben ausgedrückt.
Ein " Neutraler " blickt da ja kaum noch durch.



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#66

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:34
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Wolfgang, von deinen paar Besuchen im Osten schließt du auf ein ganzes DDR-Leben?
Das ist ungefähr so. als wollte ich die Lebenszeit meiner Cousins im Ruhrpott von zwei/ drei Besuchen nach der Wende beurteilen.
Ich weiß, du warst schon ein helles Köpfchen, da haben alle Anderen noch mit der Trommel gespielt, aber wie hatte Corres oder ein Anderer geschrieben: Der Eskimo erzählt dem Neger sein gelebtes Leben?
Lass es, lass es sein, Mann aus Kassel und erzähle uns nicht unser Leben.

R-M-R



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Wenn Du meinst und wenn es Dir danach jetzt besser geht, bitte schön!!!!


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#67

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:44
von ---------- (gelöscht)
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Wo sind denn nun die Beweise für die Sonderläden?

Um das Thema Wurst und Fleisch aufzufrischen
Das gab es auch im Deli
Feines Filet im Stück roh und angeräuchert ohne anstehen


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#68

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:51
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Zermatt, es regt mich langsam auf, dieses permanente Beweisen wollen, das es uns doch " Ach, so beschissen ging".
Nichts gegen euch Westgeborene und Menschen, wie Wolfgang, die zeitig die Seite gewechselt haben, aber jeder hatte gute und auch schlechte Seiten in seinem Leben.
Das wird so nichts, mit dieser Kolonialherrenmanier dem Ostgeborenen eine reindrücken zu wollen.
Und ständig steht er in der Pflicht, der " arme Tropf", sich rechtfertigen zu müssen, wie er " gehungert" hatte, wie er mit " nichts auf dem Wanst" herumlief?
Ost wie West hatte Positives und auch Negatives und soll ausgerechnet bei uns im Osten das Letztgenannte überwogen haben?
Das denke ich nicht.Denn das Leben besteht nicht nur aus grenzenlosen Konsum, aus Glitzerschaufenstern, an denen ich mir die Nase plattdrücke, wenn mir die Kohle ausgegangen ist, wenn mir die Gesellschaft nicht die Chance gibt, mit meinen eigenen Händen mein Brot zu verdienen.
Diese Chance war in der DDR gegeben, jeden Tag, jedes Jahr, nur das ist Würdevoll, alles andere ist Dreck, Schmutz, ist nichts wert.

R-M-R


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#69

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 16:58
von Landeposten (gelöscht)
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R-M-R genau meine Meinung.


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#70

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:05
von Bergmensch (gelöscht)
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Also ich kannte Sonderläden.
Das waren Konsum Verkaufstellen in den Betrieben als Betriebsverkaufsstellen.
Und da gab es öfter mal was, was es sonst nicht so genug gab.
Die wurden eingeführt damit die Belegschaft nicht zum Einkaufen den Betrieb verlassen musten.
Denn wenn es in der Stadt mal was außer der Reihe gab, dann konnte das schon mal die Produktion lahm legen. Also waren die Genossen Leiter der Betriebe darauf gekommen solche Verkaufsstellen in ihren Betrieben einzurichten. Über die örtlichen Bereiche Handel und Versorgung konnten diese je nach Schwerpunkt mit zusätzlichen Lebensmitteln und Konsumgütern beliefert werden einschließlich OGS.
Den Nutzen hatten alle Werktätigen die dort einkaufen konnten. In diesen Läden wurden Mangelwaren auch zugeteilt, so das jeder etwas bekam. So eine Betriebsverkaufstelle befand sich zum Beispiel im Bahnbetriebswerk Nordhausen der Deutschen Reichsbahn und stand somit überwiegend den Schichtarbeitern der Bahn zur Verfügung.


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#71

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:11
von ---------- (gelöscht)
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Also doch! Sonderläden für das Volk


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#72

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:12
von Landeposten (gelöscht)
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An welcher Stelle ihres daseins waren die Betriebsverkaufsstellen Sonderläden im Sinne der hier geführten Diskussion?


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#73

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Zermatt
Mensch,ihr wart doch alle in einem Boot,der DDR.Wenn man so einige Beiträge liesst,hat man das Gefühl,ihr habt in verschiedenen Systemen gelebt,etwas übertrieben ausgedrückt.
Ein " Neutraler " blickt da ja kaum noch durch.

Hallo "Neutraler",

ich als geborenes "DDR-Kind" und bis heute hier lebendes,kann dir nur sagen das deine Einschätzung von "verschiedenen Systemen" so falsch nicht ist!
Es waren zwar keine verschiedenen Systeme,aber die Versorgung mit den "Waren des täglichen Bedarfs",da rede ich jetzt nicht von "Besonderheiten",konnte innerhalb der Bezirke unterschiedlicher kaum sein.
Wer ehrlich ist und ein bischen in der DDR rumreiste,bemerkte sehr wohl große regionale Unterschiede.
Und zwar von Bezirk zu Bezirk,Kreis zu Kreis,Stadt zu Stadt.
In den Dörfern kam kaum etwas an.
Nun ist es so,dass manche hier sagen ,haste eben Pech gehabt,wenn du in solch Kuhkaff in der Börde wohnst.
In der Großstadt gab es ja alles.
Also muss man hier auch als ehem.DDR-Bürger schon untereinander sehr differenzieren.
Nur wird das einem aus der "DDR-Provinz" nicht mal von einem aus einer DDR-Großstadt zugestanden.
Es kann eben nicht sein,was nicht sein darf.
Ich kenne das anstehen und wenn man Pech hatte ging man leer aus.
Egal ob Kochschinken oder normale Getränke im Sommer.
Wie heißt es so schön? Der frühe Vogel fängt den Wurm und so war es auch.
Zum Glück war meine Mutter im Handel tätig und wie jeder weiß wusch dort eine Hand die andere.
z.B.Fleischer zu meiner Mutter,"Frau XX......,morgen kommt Filet rein,wie sieht es denn mit einer Lizenzschallplatte von Smokie aus?"Ja,von den Smokieplatten sollen wir einige geliefert bekommen,ich hebe eine für sie auf."
Also das uralte Geschäft des tauschens war in der DDR Gang und Gäbe.
Das war vielleicht in Ost-Berlin anders,da war das Warenangebot ja auch immer besser als im Rest der DDR.
In der "Hauptstadt der DDR" sollte ja auch für Touristen der Anschein erweckt werden,dass es dem DDR-Bürger an nichts mangelt.

Zu diesen Sonderläden für Privilegierte kann ich nichts sagen,kenne auch nur den aus Wandlitz.

Gruß ek40


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#74

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:35
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Zermatt, es regt mich langsam auf, dieses permanente Beweisen wollen, das es uns doch " Ach, so beschissen ging".
Nichts gegen euch Westgeborene und Menschen, wie Wolfgang, die zeitig die Seite gewechselt haben, aber jeder hatte gute und auch schlechte Seiten in seinem Leben.
Das wird so nichts, mit dieser Kolonialherrenmanier dem Ostgeborenen eine reindrücken zu wollen.
Und ständig steht er in der Pflicht, der " arme Tropf", sich rechtfertigen zu müssen, wie er " gehungert" hatte, wie er mit " nichts auf dem Wanst" herumlief?
Ost wie West hatte Positives und auch Negatives und soll ausgerechnet bei uns im Osten das Letztgenannte überwogen haben?
Das denke ich nicht.Denn das Leben besteht nicht nur aus grenzenlosen Konsum, aus Glitzerschaufenstern, an denen ich mir die Nase plattdrücke, wenn mir die Kohle ausgegangen ist, wenn mir die Gesellschaft nicht die Chance gibt, mit meinen eigenen Händen mein Brot zu verdienen.
Diese Chance war in der DDR gegeben, jeden Tag, jedes Jahr, nur das ist Würdevoll, alles andere ist Dreck, Schmutz, ist nichts wert.

R-M-R



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Möchte hier noch mal etwas zur Klarstellung zu Besten geben: Am Anfang hatte ich, nachdem ich auf den später von icke46 eingestellten Artikel gestoßen war, interessehalber die Frage aufgeworfen, ob jemand bestätigen kann, ob und wenn ja, wo es diese Läden gab. Diese Frage hätte man ganz einfach mit "JA" oder "Nein" beantworten. Wenn denn aber von Dir die DDR fast wie ein Schlaraffenland dargestellt wird, dann darfst Du Dich nicht wundern, wenn ich mich zu Deinem "Schlaraffenland" äußere, so wie ich es kennen gelernt hatte. Und mir zu unterstellen, daß ich Dir Dein Leben in der DDR erklären will, ist so (entschuldige Bitte meine Wortwahl) ein hohler Spruch, wie er hohler gar nicht mehr sein kann, aber leider in diesem Forum immer gerne benutzt wird. Und was meine, Deiner Meinung nach, nur ein paar Einreisen waren, füllten in den paar Jahren mehrere Reisepässe. Es steht auch Keiner und auch nicht Du in der Pflicht sich rechtfertigen zu müssen, für etwas was Keinem und auch nicht Dir vorgeworfen wird!! Was soll also diese ewige Wiederholen solcher Vorwürfe. Du sollst Deine DDR wegen mir Lieb gehabt und Dich auch in Ihr wohlgefühlt haben, das bleibt Dir doch unbenommen, deswegen mußt Du Dich doch nicht immer aufplustern, wenn man darauf hinweisen tut, wie es auch gewesen ist und das mit solchen dämlichen Behauptungen wie sinngemäß: wie willst du wissen wie es war, wenn Du schon so früh die Seiten gewechselt hast. Auch wenn ich schon früh in der BRD war im Herzen bin ich immer ein "Ossi" gewesen, denn da waren meine Wurzeln, Mein Elternhaus, meine Geschwister , Verwandten und Freunde und glaube mir, ich hatte über all die Jahre das Geschehen in der DDR im Auge behalten und war durch meine Besuche und durch die Erlebnisse und Berichte des vorgenanten Personenkreises bestens informiert. Ich weiß wovon ich rede, woran ich bei Dir leider immer öfter zweifeln muß.
Schönen Gruß aus Kassel.


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#75

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:43
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von Bergmensch
Also ich kannte Sonderläden.
Das waren Konsum Verkaufstellen in den Betrieben als Betriebsverkaufsstellen.
Und da gab es öfter mal was, was es sonst nicht so genug gab.
Die wurden eingeführt damit die Belegschaft nicht zum Einkaufen den Betrieb verlassen musten.
Denn wenn es in der Stadt mal was außer der Reihe gab, dann konnte das schon mal die Produktion lahm legen. Also waren die Genossen Leiter der Betriebe darauf gekommen solche Verkaufsstellen in ihren Betrieben einzurichten. Über die örtlichen Bereiche Handel und Versorgung konnten diese je nach Schwerpunkt mit zusätzlichen Lebensmitteln und Konsumgütern beliefert werden einschließlich OGS.
Den Nutzen hatten alle Werktätigen die dort einkaufen konnten. In diesen Läden wurden Mangelwaren auch zugeteilt, so das jeder etwas bekam. So eine Betriebsverkaufstelle befand sich zum Beispiel im Bahnbetriebswerk Nordhausen der Deutschen Reichsbahn und stand somit überwiegend den Schichtarbeitern der Bahn zur Verfügung.


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Bergmensch,da kann ich Dir nur beipflichten.Wir hatten auf der Werft 5 solcher Betriebsverkaufsstellen,wo die Beleggschaft während der Pausenzeiten und nach Schichtende einkaufen konnte.War ja auch eine feine Sache,vor allen für die Frauen.Sie kauften dort gleich ein und holten danach die Kinder aus der Kindergrippe oder Kindergarten ab.Und dann gab es noch die große Werkskantine wo hin und wieder auch mal Konsumgüter verkauft wurden.Kann mich noch dran erinnern,das man auch Konverter für den Fernsehapperat dort verkaufte und Textilien.
Aber um nochmal auf die Werkskantine zurück zukommen.Es gab dort 3 Werksessen und 7 Wahlessen,also der Magen war voll.Zu den Preise sag ich mal lieber nichts nur so weit,für 6 Mark bei einer Arbeitswoche von 5 Tagen--hatte man jeden Tag sein warmes Mittagessen.Nur so viel,das war auch Privilegiert
.


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#76

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:47
von Bergmensch (gelöscht)
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Wir können ja noch ein neues Thema zu Kantinen aufmachen Jürgen, dann können sie sich weiter fetzen.
Mittagessen zwischen 0,50 und 3,60 Alluchips


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#77

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:49
von rhoenadler (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Jörg, nur mal als Beispiel und hier kann mich auch gern jemand verbessern: Lammfellstiefel im Exquisit zu glaube ich 170,- Mark der DDR.
Das war doch überhaupt kein Geld, kein " überhöhter Preis" für Spitzenqualität, wo der selbe/ gleiche Stiefel heute 100,- Euronen kostet.

Wir zahlten doch keine Mieten wie heute, hatten doch keine Hungerlöhne wie heute im Osten Deutschlands.
Mit " uberhöhte Preise" in Mark der DDR kann ich überhaupt nichts anfangen, außer ich war ein Geizhals, einer der sein Eigenes im Darm....
Wenn es eines reichlich gab, dann war es Mark der DDR, Lebenshaltungskosten die denen von heute überhaupt nicht auch nur im Ansatz gleichzusetzen sind.
Nochmal die Frage: Was hat es wohl in so genannten " Sonderläden" gegeben, was es im Deli/ Ex nicht gab?
Wenn es Bananen gab, so als Beispiel, dann gingen aus dem Kollektiv meiner Frau(
zehn Frauen) zwei Frauen los und kauften, der Rest machte ihre Arbeit mit. Das war Solidarität.

R-M-R


@ R-M-R, du siehst das ein wenig falsch.
du solltest die 170 ddr-mark mal ins verhältnis zu den 100 euros setzen, wie lange musstest du beispielsweise dafür arbeiten.
ich habe mir zum beispiel mal einen anorak für 350 ddr-mark gekauft, also damals fast mein halber monatslohn.
heute bekomme ich ihn in etwa der gleichen qualität für 30- 50 euro, was also net einmal einem tagesverdienst entspricht...


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#78

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:49
von ---------- (gelöscht)
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Zitat von Landeposten
An welcher Stelle ihres daseins waren die Betriebsverkaufsstellen Sonderläden im Sinne der hier geführten Diskussion?



DAS WAR IRONISCH GEMEINT


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#79

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:52
von Bergmensch (gelöscht)
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Ich war priviligiert und durfte da einkaufen. Ist das nichts.


zuletzt bearbeitet 30.01.2010 18:46 | nach oben springen

#80

RE: Sonderläden für Privilegierte

in Leben in der DDR 30.01.2010 17:54
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Bergmensch
Wir können ja noch ein neues Thema zu Kantinen aufmachen Jürgen, dann können sie sich weiter fetzen.
Mittagessen zwischen 0,50 und 3,60 Alluchips



Na Bergmensch,
dann will ich mal mit dem -FETZEN- anfangen, bei den Preisen hatte jeder einen vollen Magen. Aber was zahlte der Betrieb drauf ? Alles klar Magen voll, DDR Pleite, oder wie. Hier gab und gibt es auch Kantinen mit vom Betrieb subventionierten Preisen, nur wenn Du Pech hast muß der -geldwerte Vorteil- versteuert werden,
Gruß aus Berlin an die Welt da oben


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