#21

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2010 18:50
von Alfred | 6.848 Beiträge

ABV,

wie viele operative Mitarbeiter hatte denn das MfS ?

Auch hatte ja das MfS nicht nur Aufgaben die heute vom Verfassungsschutz oder dem BND erledigt werden, oder ?

Was sagen Zahlen ?

Die BRD gab vor 1989 rund 50 Milliarden DM pro Jahr für den Verteidigungshaushalt aus. Heute, wo es keinen Warschauer Vertrag mehr gibt rund 27 Milliarden Euro.....


zuletzt bearbeitet 21.01.2010 18:51 | nach oben springen

#22

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2010 19:00
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Macht 52.807.410.000 DM, abzüglich der Inflationsrate seit `89 dürften das weniger wie 50 Mrd. DM sein


Allerdings ist deine Zahl falsch, für 2009 sind 31 Mrd. € veranschlagt, dann wirds eindeutig mehr!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 21.01.2010 19:02 | nach oben springen

#23

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2010 19:11
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo . was nützt das geld. manchmal hat das mfs sich ganz schön dilitantisch verhalten. dann aber aber auch wieder sehr clever.



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#24

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2010 22:38
von Rostocker | 7.723 Beiträge

Zitat von glasi
hallo . was nützt das geld. manchmal hat das mfs sich ganz schön dilitantisch verhalten. dann aber aber auch wieder sehr clever.


::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Ja bei jeden Geheimdienst gibt es Höhen und Tiefen,


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#25

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2010 22:43
von mannomann14 | 625 Beiträge

und was unterscheidet jetzt das MfS von anderen Geheimdiensten?


Etwas über mich zu schreiben, um sich dann daraus ein Bild von mir machen zu können , wäre ungefähr so, wie der Versuch Architektur zu tanzen...
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#26

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.01.2010 22:58
von Rostocker | 7.723 Beiträge

Zitat von mannomann14
und was unterscheidet jetzt das MfS von anderen Geheimdiensten?


::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Ja das sie sich nicht in die Karten schauen lassen,sonst wären sie ja keine Geheimdienste.


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#27

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 10:17
von seaman | 3.487 Beiträge

Wird nicht jedermanns Meinung sein:
Sehe immer drei Kriterien,wenn die verordnete Stasikeule geschwungen wird.
1.)Es gab Menschen,die sich mit dem Staat DDR identifizierten,für die war eine Einrichtung Staatssicherheit normal und notwendig.
2.)Es gab Menschen in der DDR,die vom MfS zu Unrecht als Staatsfeinde behandelt wurden und Repressalien erlitten.Zu Recht haben diese Menschen eine andere Wahrnehmung des MfS.
Auf diese Schiene springen Leute auf,die vom MfS zu Recht für Taten,die in jedem anderen Land der Welt als kriminell geahndet werden,bestraft und verurteilt wurden ,auf.
3.)Ja,dann gibt es noch die ehemaligen Bürger eines damals als "Feindstaat" deklarierten Landes,die heute einen Beitritt mit einem gewonnenen Krieg verwechseln.
Ausländer, damals(Bundesbürger),die ostdeutsche Städte 1989 nicht richtig schreiben konnten(und kannten) und geographisch nach Obervolta einordneten.Ausländer,die heute jedem "Ostgeborenen" erklären wie die Welt heute läuft und damals in der DDR lief.
Joo,
wenn es gegen Stasi geht wird sogar verbal das Grundgesetz ausgehebelt....

seaman-
mein Ton ist rauh,aber herzlich...


zuletzt bearbeitet 22.01.2010 10:19 | nach oben springen

#28

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 10:41
von Alfred | 6.848 Beiträge

mannomann,

der Unterschied zwischen dem MfS und anderen Geheimdiensten besteht u.a. darin, dass man heute an viele Akten kommt, die Archive West sind zum größten Teil geschlossen.

Bei einigen würde ERSTAUNE ausbrechen, wenn alle Archive offen wären....


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#29

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 12:26
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Alfred
ABV,

wie viele operative Mitarbeiter hatte denn das MfS ?

Auch hatte ja das MfS nicht nur Aufgaben die heute vom Verfassungsschutz oder dem BND erledigt werden, oder ?

Was sagen Zahlen ?

Die BRD gab vor 1989 rund 50 Milliarden DM pro Jahr für den Verteidigungshaushalt aus. Heute, wo es keinen Warschauer Vertrag mehr gibt rund 27 Milliarden Euro.....



Die Zahl der operativen MfS-Mitarbeiter lag angeblich bei 12084. Ob und wie weit man dieser Quelle, DDR-Lexikon im Internet, Glauben schenken darf, entzieht sich meiner Kenntnis. Es geht auch nicht um Zahlen. Für mich sind Aufgabenvielfalt und Befugnisse des MfS, das entscheidende, gegenüber anderen Geheimdiensten abgrenzende Kriterium. Meiner Meinung nach ist gerade diese Aufgabenfülle Ausdruck eines starken Mißtrauens, nicht nur gegenüber der Bevölkerung sondern auch gegen die anderen " bewaffneten Organe". Warum hat man denn den Personenschutz und die Ermittlungen bei bestimmten gegen die staatliche Ordnung und Sicherheit gerichtete Straftaten nicht der Polizei überlassen? Ermittlungsführung ist keineAufgabe eines Geheimdienstes. Warum wurde die Passkontrolle an den Grenzübergängen nicht den eigentlich dafür zuständigen Grenztruppen überlassen? Warum mussten diese Aufgaben von "handverlesenen " MfS-Mitarbeitern übernommen werden? Die klassischen heute noch gültigen Aufgaben eines Geheimdienstes sind Abwehr und Beobachtung von inneren und äußeren Gegnern. Das MfS hatte dagegen weit mehr Aufgaben zu bewältigen und griff damit immer wieder in die Kompetenzen anderer Behörden / Sicherheitsorgane ein. Aus diesem Grunde stand das MfS auch im Ruf eines "Allmachtsuperministerium" das über all zu entscheiden hatte. Das entsprach auch der Wirklichkeit in der DDR. Niemand konnte ohne das abschließende Votum des MfS Polizist werden, oder in den "Westen" reisen. Ich habe selbst erlebt, dass jemand 1988 unter Alkohol einen Verkehrsunfall verursacht hatte. Und ich sehe ihn noch den Leiter der Verkehrspolizei des VPKA angrinsen und sagen: " Du weißt doch das ich meine "Fleppen" bald wieder bekomme." Es war schon damals ein offenes Geheimnis, dass dieser Mann IM der Kreisdienststelle war. Und tatsächlich fuhr er bald wieder durch die Landschaft, obwohl auch sein Alkoholproblem kein Geheimnis, sondern eine Tatsache war. Ich glaube kaum das der VS heute solche Macht hätte, um einen Spitzel vor dem Führerscheinentzug zu bewahren. Das in den verschlossenen Akten des BND und "Soprengstoff" lagert, der diesen Behörden unangenehm werden könnte, bezweifele ich ja nicht. Man denke nur an den aufgedeckten Waffenschmuggel in den Iran, an dem auch der BND beteiligt war. Geheimdienste operieren nicht selten in einer Grauzone der Legalität und überschreiten diese Grenze auch hin und wieder. Vielleicht können künftige Generationen in Zukunft ganz auf Geheimdienste verzichten??

Gruß an alle
Uwe

Gruß an alle Uwe


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http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 22.01.2010 12:37 | nach oben springen

#30

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 12:45
von exgakl (gelöscht)
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Zitat von seaman
Wird nicht jedermanns Meinung sein:
Sehe immer drei Kriterien,wenn die verordnete Stasikeule geschwungen wird.
1.)Es gab Menschen,die sich mit dem Staat DDR identifizierten,für die war eine Einrichtung Staatssicherheit normal und notwendig.
2.)Es gab Menschen in der DDR,die vom MfS zu Unrecht als Staatsfeinde behandelt wurden und Repressalien erlitten.Zu Recht haben diese Menschen eine andere Wahrnehmung des MfS.
Auf diese Schiene springen Leute auf,die vom MfS zu Recht für Taten,die in jedem anderen Land der Welt als kriminell geahndet werden,bestraft und verurteilt wurden ,auf.
3.)Ja,dann gibt es noch die ehemaligen Bürger eines damals als "Feindstaat" deklarierten Landes,die heute einen Beitritt mit einem gewonnenen Krieg verwechseln.
Ausländer, damals(Bundesbürger),die ostdeutsche Städte 1989 nicht richtig schreiben konnten(und kannten) und geographisch nach Obervolta einordneten.Ausländer,die heute jedem "Ostgeborenen" erklären wie die Welt heute läuft und damals in der DDR lief.
Joo,
wenn es gegen Stasi geht wird sogar verbal das Grundgesetz ausgehebelt....

seaman-
mein Ton ist rauh,aber herzlich...


_________________________________________________________________________________________________

Dein Artikel gefällt mir sehr gut Seaman


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#31

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 14:19
von Augenzeuge (gelöscht)
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...."Ausländer, damals(Bundesbürger)"....

Ja, seaman, nicht schlecht. Nur das ein DDR Bürger die Bundesbürger als Ausländer gesehen oder bezeichnet hat, das haben viele nicht so gesehen...zumindest habe ich nie einen davon kennengelernt.
AZ


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#32

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 14:47
von Alfred | 6.848 Beiträge

ABV,

warum gehörten die Passkontrolleinheiten ( PKE ) zum MfS ?

Na vielleicht hatte dies was mit Geheimhaltung zu schaffen. Es wurden ja bekanntlich von den Diensteinheiten des MfS Fahndungsersuchen zu den verschiedensten Personen eingeleitet. So blieb dies innerhalb des MfS und es war nicht möglich, dass bestimmte Informationen abfließen konnten. Wenn dies die Grenztruppen gemacht hätten, wäre bestimmte Sachverhalte wieder einen noch größeren Personkreis bekannt geworden und dies musste eben nicht sein.

Wem war denn diese Organe z.B. in der Sowjetunion unterstellt ? Der Staatssicherheit. Und an wem orientierte sich das MfS in vielen Bereichen, dem „großen Bruder, der UdSSR“ aber sicher ist dir dies alles bekannt.

Sicher gab es Sicherheitsüberprüfungen u.a. zur Polizei aber die gibt es wohl in jeden Land und wohl auch heute noch, oder. ? Zu Sicherheitsüberprüfungen in der BRD empfehle ichl das Buch „Doppelagent“ von Herrn Gebauer.

Und das das MfS immer die letzte Entscheidung bei Reisen und Ausreisen traf ist eine Legende.

Und IM und Führerschein. Ich kenne den von Dir geschilderten Fall nicht. Ich kenne aber einen Fall, da erwischte es einen IM ähnlich. Da gab es keine Gnade. Er wurde verurteilt, saß wie andere im Knast und war auch seinen Führerschein los. Keine Sonderbehandlung, nichts. Schon weil eine Sonderbehandlung u.a. gegen alle Regeln der Konspiration verstossen hätte. Das dürfte jeden einleuchten, eine solche auffällige Behandlung hätte jede Quelle „verbrannt“ und sie wäre nichts mehr wert gewesen.

Und warum soll ein Geheimdienst nicht die Möglichkeiten haben Ermittlungen zu führen. Wem sollte man den z.B. Ermittlungen zur Militär und Wirtschaftspionage übergeben ?

Mir sind keine internationalen Gesetze bekannt, dass Geheimdienste nicht entsprechend tätig werden dürfen.


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#33

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 16:17
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von ABV
Warum wurde die Passkontrolle an den Grenzübergängen nicht den eigentlich dafür zuständigen Grenztruppen überlassen? Warum mussten diese Aufgaben von "handverlesenen " MfS-Mitarbeitern übernommen werden? Die klassischen heute noch gültigen Aufgaben eines Geheimdienstes sind Abwehr und Beobachtung von inneren und äußeren Gegnern. Das MfS hatte dagegen weit mehr Aufgaben zu bewältigen und griff damit immer wieder in die Kompetenzen anderer Behörden / Sicherheitsorgane ein. Aus diesem Grunde stand das MfS auch im Ruf eines "Allmachtsuperministerium" das über all zu entscheiden hatte. Das entsprach auch der Wirklichkeit in der DDR. Niemand konnte ohne das abschließende Votum des MfS Polizist werden, oder in den "Westen" reisen. Ich habe selbst erlebt, dass jemand 1988 unter Alkohol einen Verkehrsunfall verursacht hatte. Und ich sehe ihn noch den Leiter der Verkehrspolizei des VPKA angrinsen und sagen: " Du weißt doch das ich meine "Fleppen" bald wieder bekomme."



Ja, ABV, ich stimme dir mit diesen Aussagen klar zu. Auch wenn Alfred aus verständlichen Gründen eine Relativierung deiner Aussagen versucht, ich habe so auch die Realität erlebt.
Allerdings geb ich zu, dass der Normalbürger gar nicht immer genau wusste, wer z.B. letztlich die Reisegenehmigung erteilte. So wie kaum jemand wusste, wer denn nun den Passstempel reindrückte. Oder wer in welcher Uniform steckte. Es war doch wie das Spiel an der Grenze- MfS verkleidet als Passkontrolleure. Ist das etwa heute auch noch so? Sicher nicht.
Aber eins ist auch klar. Es gab Menschen, die die vorhandenen Gesetze absichtlich verschärften, andere taten das Gegenteil, sie handelten einfach menschlich. Und ganz schlimm waren jene, welche die letzteren bekämpften- egal wie sie es auch taten.
AZ


zuletzt bearbeitet 22.01.2010 16:21 | nach oben springen

#34

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 18:15
von ABV | 4.202 Beiträge

@Alfred Auch wenn es in deinen Augen sicher unglaubwürdig erscheint, der Vorfall mit dem angeblichen oder wirklichen IM hat sich tatsächlich ereignet. Ich war Augenzeuge wie dieser sich grinsend vor den Verkehrspolizisten im Flur positionierte. Und das im Beisein des Leiters der Abteilung Verkehrspolizei des VPKA. Einer der Verkehrspolizisten sagte mir dann auch leise," da können wir nichts machen, der arbeitet für das MfS". Das solch eine offensichtliche Sonderbehandlung natürlich gegen alle Regeln der Konspiration verstieß, ist unbestritten. Die Seelower Kreisdienstgstelle hat sich während und auch nach der Wende nicht gerade klug verhalten:
Beispiel 1: Im Dezember 1989 rauchten in der KD die Schornsteine, was niemand übersehen konnte. Als es die ersten Unmutsäußerungen der Bevölkerung gab, lancierte man einen Artikel in den " Neuen Tag", dass war damals die lokale Zeitung für den Bezirk Frankfurt (Oder). In diesem Artikel stand, dass man auf keinen Fall Akten verbrennen würde. Aber Nein! Es handele sich lediglich um nicht mehr benötigtes Schulungsmaterial aus dem Dienst ausscheidender Mitarbeiter. Der Artikel brachte dann das Fass zum Überlaufen. Die Bürger fühlten sich verklapst, holten den Staatsanwalt und den Leiter der Seelower Kriminalpolizei heran, um danach das Objekt zu besetzen.
Im August 1990 konnte man wiederrum in der Zeitung lesen, dass einige mutige Männer den Sprung in die Privatwirtschaft wagen. Einer der Gründer lies sich lächelnd ablichten. Es war ein ehemaliger Mitarbeiter der Seelower KD. Zum besseren Verständnis, Seelow ist eine Stadt von ca. fünftausend Einwohner. Dort kennt jeder jeden. Auch die Mitarbeiter der KD waren bekannt, die meisten von ihnen stammten ja auch aus der Region. Das es damals zu Unmutsreaktionen kam, kann man sich sicher denken.

@ Augenzeuge
Ja es gab auch Mitarbeiter des MfS,welche menschlich handelten. Auch das sollte nicht unerwähnt bleiben. Persönlich ärgere ich mich auch, wenn in Bildzeitungsmanier, alle über den so genannten Kamm geschoren werden. Das hat nichts mit Vergangenheitsbewältigung zu tun!! Vor einiger Zeit hatte im Forum jemand etwas über ein Erlebnis an der Grenzübergangsstelle berichtet. Der Mann hatte eine strenge Kontrolle und Schikanen erwartet, traf aber auf eine sehr nette und zuvorkommende, einfach nur ihren Job machende PKE-Mitarbeiterin. Ein Verwandter von mir, hatte von ähnlichen Erlebnissen berichtet. Er hatte in den sechziger Jahren als Seemann sein Schiff in Rotterdam verlassen und hat danach in Niedersachsen gelebt. Nach ein paar Jahren durfte er auch wieder in die DDR einreisen und seine Familie besuchen. Sein Hobby war schon damals das Filmen. Natürlich wollte er auch seiner Familie seine Arbeiten nicht vorenthalten. Eines Tages wurde bei einer Einreise über Marienborn, eine der Filmrollen zwecks Kontrolle vorläufig eingezogen. Als der besagte PKE-Mitarbeiter mit der Rolle in der Baracke verschwand, sah mein Verwandter wie zwei andere darauf mit den Köpfen schüttelten. Er hörte auch das der eine Kontrolleur, " der will sich wohl wieder wichtig machen", sagte.
Es gab im MfS so etwas wie die "Stasi der Stasi",dass war die Hauptabteilung Kader und Schulung. Sie wachte über die Mitarbeiter, damit diese auch ja nicht von der Linie abwichen. Vieleicht sollte man deren Akten verstärkt auswerten, damit sich zeigt das es durchaus auch im MfS nicht nur Fanatiker und blinde Befehlsausführer gab.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 22.01.2010 18:15 | nach oben springen

#35

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 18:55
von Alfred | 6.848 Beiträge

ABV,

und wer sagt denn nun, dass nicht wirklich Schulungsmaterial verbrannt wurde ?

Und das es im MfS eine Abt. Kader und Schulung gab, wo ist das Problem. Es gab auch eine Abteilung Kader im MdI oder in der NVA / Grenztruppen und auch BND, MAD und Co werden nicht ohne eine solche Abteilung auskommen.

Und "Stasi in der Stasi", da gab es ganz andere Truppenteile....


zuletzt bearbeitet 22.01.2010 18:56 | nach oben springen

#36

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 19:16
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

@Alfred
War das Schulungsmaterial so problematisch, dass man es verbrennen musste? Hatte man in diesen unruhigen Zeiten nichts Besseres, nichts Wichtigeres zu tun? War es üblich, das Akten oder Schulungsmaterial verbrannt wurden? Eigentlich kann ich mich erinnern, dass Akten geschreddert wurden und der Rohstoffverwertung dann zugeführt wurden, gerade in der DDR.
AZ


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#37

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 19:19
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Augenzeuge
@Alfred
War das Schulungsmaterial so problematisch, dass man es verbrennen musste? Hatte man in diesen unruhigen Zeiten nichts Besseres, nichts Wichtigeres zu tun? War es üblich, das Akten oder Schulungsmaterial verbrannt wurden? Eigentlich kann ich mich erinnern, dass Akten geschreddert wurden und der Rohstoffverwertung dann zugeführt wurden, gerade in der DDR.
AZ



az auch wir bei den gt haben unser zeugs verbrannt.wir hatten keine schredder


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#38

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 19:25
von ABV | 4.202 Beiträge

Das Schulungsmaterial muss dann auch sehr umfangreich gewesen sein, weil die Qualmwolken tagelang zu sehen waren.
Mensch Alfred versuche doch nicht immer etwas schön zu reden, was nicht schön zu reden ist! Das man damals versucht hatte Akten zu beseitigen, wird doch auch von den meisten MfS-Mitarbeitern nicht mehr bestritten. So war dan nun einmal in der Wende. Wir ABVs mussten damals übrigens auch Dokumente verbrennen. In meinen Dienstzimmer gab es eine Sammlung von Einsatzberichten, Kopien von Strafanzeigen und Rapporten die teilweise bis in die fünfziger Jahre zurückgingen. Jeder Historiker würde sich heute alle zehn Finger danach ablecken. Aber wir mussten diese Unterlagen, in denen natürlich auch einige Peinlichkeiten und Jugendsünden verzeichnet waren, vernichten. Ich könnte mich heute noch Ohrfeigen dafür. Aber Schulungsmaterial war nicht darunter.


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#39

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 19:36
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo pitti und abv. wenn sowas machen muß. akten verbrennen. dann denkt mann doch man ist im falschen film.lg glasi



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#40

RE: ein Staatsschutz DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.01.2010 19:45
von Alfred | 6.848 Beiträge

AZ,

Schulungsunterlagen des MfS unterlagen der Geheimhaltung. Aus diesen konnte man Rückschlüsse auf die Arbeitsweise ziehen. So wie dies auch beim BND und allen anderen Geheimdiensten der Welt üblich ist.

Das man diese nicht der Öffentlichkeit zeigt, ist wohl eine Selbstverständlichkeit.

ABV,

man hat aus meiner Sicht viel zu wenig verbrannt. Die Mitarbeiter trugen Verantwortung für ihre Quellen, unabhängig ob diese in Ost oder West tätig waren. Es gab nach 1989 eine Einteilung in gute Quelle West, böser IM – Ost.

Mit einer objektiven Betrachtung der Geschichte hat dies auf keinen Fall zu schaffen.


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