#81

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 28.08.2010 16:25
von Ludwig | 252 Beiträge

Diese Panzerhandgranate werfen und das Durchlaufen einer Feuerwand mit anschließendem Sprung über einen Graben waren in der
halbj. Ausbildung auf dem StÜP Ruppersdorf die Dinge, vor denen jeder etwas Schiß hatte. Beim Werfen der o.g. Granate (meines Wissens war die scharf) hatte selbst der Offz., der am Stand beaufsichtigt hatte, oft die Hosen voll, weil einige mit dem Ding derart rumgehampelt haben, daß einem wirklich Angst werden konnte Jedenfalls war ich froh, als das vorbei war.
In der GK selbst gab es außer Polit und einigen "Schaulaufen", wie Kfz-Kontrolle, kaum Ausbildung. Allerdings war einmal nachts Gefechtsalarm und es hieß "Ernstfall". Also mit Teil 1+2 und voller Bewaffnung incl. SPG-9-Geschütze auf die LKW. Wir wurden dann
in Bereitstellungsräume gekarrt, wo wir uns eingraben mußten und Ausbau der Stellungen durchführen. Das alles bei Novemberwetter.
Als wir aus der Waffenkammer auf den Hof kamen, stand da so ein Kontroll-Fuzzi mit Stoppuhr. Mein StZF, ein Fw., konnte sich nicht
verkneifen, zu sagen: "Ihr könnt wohl alle nicht schlafen ?" Der Offz. hatte das natürlich gehört und nach dem Wiedereinrücken ins Objekt
war die erste Handlung: Einrücken in den Klubraum für alle Offz und Uffz. Dort wurde mein Fw zum Uffz umgewandelt, so richtig mit
Schulterstücke abreißen.



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#82

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 28.08.2010 16:57
von moreau | 384 Beiträge

Mein StZF, ein Fw., konnte sich nicht
verkneifen, zu sagen: "Ihr könnt wohl alle nicht schlafen ?
"

Wo er Recht hat , hat er recht! Laß mich raten , der "Kontroll-Fuzzi" war ein Ungeflochtener, den nach meinen Erfahrungen waren die bei solchen Begebenheiten immer relexter. Die Anderen wollten halt noch was für ihre Karriere tun.

Gruß
moreau


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#83

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 28.08.2010 21:09
von Büdinger | 1.503 Beiträge

Hallo @ all ,

nochmal zu den Handgranaten und speziell zu den Panzerhandgranaten:

DV A 050/1/482

Handgranaten, Beschreibung und Nutzung

Im GAR-7 wurde zu meiner Zeit nur die Handhabung der Panzerhandgranate RKG-3 ausgebildet.
Geworfen wurde zuerst zum Training der Handhabung die Übungspanzerhandgranate UPG-8.
Die auf ein Panzerwrack geworfenen RKG-3 waren sämtlichst scharf!

Tschüß


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
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#84

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 29.08.2010 23:45
von Bärchen | 66 Beiträge

Hallo,

bei uns in der Bat.-Sicherung (85/86), soweit ich mich noch entsinne, hatten wir im Monat einmal eine Woche Ausbildung - mit Gefechtsalarm, Polit - also alles drum und dran. Einmal im Quartal gings auch für eine Woche zum Böller. Hier hatten wir dann gefechtsmäßige Ausbildung am SPG9.
Die x+90min beim Gefechtsalarm hatten wir nie geschafft. Darüber war unser KC jedesmal sauer darüber. Da sagte einer von uns, dass er eine Idee hätte. Wir verstacken uns im Ernstfall, lassen uns überennen und spielen dann Partisanen. Er war längste Zeit Gefreiter gewesen uns erhielt zusätzlich noch § Tage Arrest in Dermbach. Jedenfall hatte die die Lacher auf seiner Seite.


mfg
Bärchen

05/85 Eisenach
07/85 bis 10/86 Kaltenwestheim
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#85

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2010 00:02
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Die x+90min beim Gefechtsalarm hatten wir nie geschafft. Darüber war unser KC jedesmal sauer darüber. Da sagte einer von uns, dass er eine Idee hätte. Wir verstacken uns im Ernstfall, lassen uns überennen und spielen dann Partisanen. Er war längste Zeit Gefreiter gewesen uns erhielt zusätzlich noch § Tage Arrest in Dermbach. Jedenfall hatte die die Lacher auf seiner Seite.[/quote]

--------------

x+90 ??? hab ich nie erfahren. War das bis zum AKW Einschlag?
Nee, geht mir ja oft selber so das ich vieles vermische. Erhebliche Tage im Arrest. Darüber hat bei uns keiner gelacht. Habe da selber etwas Zeit verbracht - gelacht hat da keiner. Ich schon gar nicht.

Also erst einmal überlegen was man schreibt - besser ist das.
Mike59


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#86

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2010 00:04
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Bärchen
Hallo,

bei uns in der Bat.-Sicherung (85/86), soweit ich mich noch entsinne, hatten wir im Monat einmal eine Woche Ausbildung - mit Gefechtsalarm, Polit - also alles drum und dran. Einmal im Quartal gings auch für eine Woche zum Böller. Hier hatten wir dann gefechtsmäßige Ausbildung am SPG9.
Die x+90min beim Gefechtsalarm hatten wir nie geschafft. Darüber war unser KC jedesmal sauer darüber. Da sagte einer von uns, dass er eine Idee hätte. Wir verstacken uns im Ernstfall, lassen uns überennen und spielen dann Partisanen. Er war längste Zeit Gefreiter gewesen uns erhielt zusätzlich noch § Tage Arrest in Dermbach. Jedenfall hatte die die Lacher auf seiner Seite.



auf welcher grundlage soll da arrest verhängt worden sein?


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#87

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2010 00:36
von PP 141 (gelöscht)
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Zitat von Bärchen
,

bei uns in der Bat.-Sicherung (85/86)



85/86 gab es in KWH keine Bat.sicherung mehr.KWH war damals eine Kompanie für die Hinterlandssicherung, deshalb auch die SPG 9.

Gruß vom stolzen Grenzfuchs


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#88

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.08.2010 09:18
von Diskus303 (gelöscht)
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Hallo,
etwas Off Topic aber;

ich hatte in einem anderen Thread mal geschrieben, daß wir- allerdings während der Ausbildung in Rudolstadt - eine Schießübung unter sog Gefechtsmäßigen Bedingungen absolvieren mußten. (vor dem eigentlichen Schießscheibenplatz waren da mehrere (?) Schützengrabenlinien ausgehoben die von uns aus rückwärtiger Position besetzt werden mußten- also wir haben da irghendwo 50-100m hinter den "Schützengräben in Stellung gelegen und mußten dann "gefechtsmäßig" in die Schützengräben vordringen, alles mit viel Trara und Gefechtsgeräuschkulisse aus Lautsprechern).
Ich meine auch, daß unsee Panzerfaustschützen bei dieser Übung nicht (nur) mit der klassischen Version (Abschußrohr auf der Schulter), sondern mit einem Dreibeinrohr schießen mußten. Das Ding mußte dann bis an die Schützengräben geschleppt und aufgebaut werden. Dann wurde auf Befehl des Vorgesetzten auf die angewiesenen Ziele geschossen ...
An der Grenze hatte ich diese Teile aber nie wieder zu Gesicht bekommen...


zuletzt bearbeitet 31.08.2010 09:23 | nach oben springen

#89

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 14:30
von S51 | 3.733 Beiträge

Einmal jährlich (oder war es halbjährlich? wurde die Kompanie herausgelöst und fuhr auf den Schießplatz (für Ilsenburg und Schierke war es Tanne) um die Gefechtsübungen im Schießen zu absolvieren.
Die Gruppenführer haben vorher Ausbildungsunterlagen gefertigt. Dort war vermerkt welche Ziele in welcher Entfernung für welche Zeit auftauchten und wie sie zu bekämpfen waren.
Ob also nur bestimmte Schützen (LMG = Schütze leichtes Maschinengewehr K, RPG = Schütze mit Panzerbüchse RPG-7) oder die ganze Gruppe darauf zu feuern hatten. Auch wieviel Munition hierfür gedacht war.
Der Gruppenführer war mit der Zielzuweisung beschäftigt und kam eher selten dazu, selbst zu feuern.
Auf dem beigefügten Bild ist so ein Plan für die Gruppengefechtsübung (GGÜ) zu sehen. Angefertigt von mir im Frühsommer 1983 für die erste Gruppe des zweiten Zuges der Grenzkompanie II / Marholzberg vor deren Umstruktuierung.
Irgendwo muss ich ein ähnliches Blatt noch für die Zugübung haben. Dafür war ebenfalls der Gruppenführer der ersten Gruppe zuständig.

Angefügte Bilder:
Gruppengefechtsuebung1.jpg

GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#90

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 15:30
von utkieker | 2.920 Beiträge

Eigentlich ging bei uns immer alles seinen gewohnten Trott. Alle 4 Wochen war Politunterricht dazu kam meistens ein ML- Lehrer vom Regiment. Zyklisch ein mal je Diensthalbjahr gab es Gefechtsalarm (mit Ansage durch die Gerüchteküche) ein mal im Halbjahr wurde die Kompanie zum Gefechtsschießen rausgelöst ein mal im Halbjahr gab es eine Übung "Rettung Verunglückter aus der Minensperre" (Ein allgemeines Gaudium im Batallionsstab) und ein mal im Halbjahr wurden die Normen der MKE abgenommen. Unberechenbar war der Sackstand, den Inspektoren höherer Ebenen ausgelöst haben (ab Regimentsebene aufwärts) davor hatte auch unser KC tierischen Bammel und den konnte sonst kaum jemand aus der Ruhe bringen...

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#91

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 16:00
von karlbär (gelöscht)
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Frühsport haben ab und zu auch gemacht Gymnastik
Oder 3000m bis hinterm Berg quer über den Acker und in der Kirschzeit auf die Bäume ( 3000m Zeit 40-60 Min.)
.
Außer Grenzalarm da ging es Rund,da hatten wir die Zeiten immer eingehalten.
Unsere A Gruppe hat ja immer auf einem Führungspunkt gepennt.
Konnte mich ja viel in der Fotokammer verpissen. Konnte mich dadurch auch ab und zu abtarnen.


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#92

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 16:08
von Adam | 145 Beiträge

ja die ausbildung!! war ganz schön hart,in halberstadt 5 komp.jüngster kc und immer beste kompanie,da war sackst... angesagt,da gebe es soviel aufzuzählen was die uns gestresst haben,vom ufz bis zum kc,aber das war bestimmt überall so,spannend war auch die zeit wo wir zur staatsjagt bei magdeburg waren,so was macht man nur einmal im leben mit !!! grüße Adam


Ausbildung:GAR.7 Halberstadt 02.11.1984-25.04.1985
Grenzdienst:GR1/GK1 Pfaffschwende 25.04.1985-29.04.1986
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#93

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 17:38
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Adam
ja die ausbildung!! war ganz schön hart,in halberstadt 5 komp.jüngster kc und immer beste kompanie,da war sackst... angesagt,da gebe es soviel aufzuzählen was die uns gestresst haben,vom ufz bis zum kc,aber das war bestimmt überall so,spannend war auch die zeit wo wir zur staatsjagt bei magdeburg waren,so was macht man nur einmal im leben mit !!! grüße Adam


Hallo Adam,

dann wart ihr sicherlich in der Magdeburger Börde in der Nähe von Wanzleben,oder?
Hier haben die Bonzen ihre Staatsjagd öfters abgehalten und insbesondere dem Lepus europaeus nachgestellt,ja,ja,damals gab es noch genug.

http://www.google.de/search?q=lepus+euro...iw=1440&bih=768

Zu diesen Staatsjagden wurden wir als Schüler auch immer "hindelegiert" und "durften" Treiber spielen.
Wir fanden das damals als Schüler nicht so toll,war es doch oft kalt (Winter) ,neblig und äußerst langweilig,über gefrorenen Acker zu latschen.
Nachfolgend mal ein sehr interessanter Link zum Thema.

http://www.bundesarchiv.de/oeffentlichke...ndex-13.html.de

Gruß ek40


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#94

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.08.2011 20:24
von VNRut | 1.486 Beiträge

Auf diesem "bewaldeten Flecken" an der B71 in der Nähe von Welsleben (Richtung Schönebeck) schlug Erich H. auch immer seine "Jagd-zelte" auf.

http://maps.google.de/maps?ll=51.991909,...&z=15&t=h&hl=de


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#95

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 08:17
von GeMi | 556 Beiträge

Hallo,
es ist zwar nicht im Grenzdienst passiert, aber eine Zeile wert.
Unsere Kompanie war von Halberstadt aus zum Scharfschießen in Tanne. Wir waren ziemlich zeitig zum Schießen auf die Klappkameraden dran. Alle Ziele sollten mit kurzen Feuerstößen bekämpft werden. Natürlich wurde im Modus "Dauerfeuer" versucht, Einzelschüsse abzugeben und den Kameraden schön im Rhythmus wippen zu lassen.
Wenn alles niedergemacht war, wurde das Schießen sofort beendet. Die Uffze haben die Restmunition eingesammelt und ganz zum Schluss mit der Waffe ihrer "Lieblinge" im Stile von Rambo verballert.
Die Ausbildung ging den ganzen Tag und kurz vor dem Aufsitzen auf die W50 (wir standen in Marschordnung) griff einer seinem Vordermann in den Abzug der geschulterten MPi. Ein Mordsknall und alles stob auseinander.
Der arme Soldat stand leichenblass ganz allein da. Er war den ganzen Tag mit einem Schuss im Lauf und ungesicherter MPi auf dem Acker rumgerannt.

Gott sei Dank ist nichts passiert.


Die Menschheit besteht aus einigen wenigen Vorläufern, sehr vielen Mitläufern und einer unübersehbaren Zahl von Nachläufern.

Jean Cocteau
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#96

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 08:49
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat von GeMi
Hallo,
es ist zwar nicht im Grenzdienst passiert, aber eine Zeile wert.
Unsere Kompanie war von Halberstadt aus zum Scharfschießen in Tanne. Wir waren ziemlich zeitig zum Schießen auf die Klappkameraden dran. Alle Ziele sollten mit kurzen Feuerstößen bekämpft werden. Natürlich wurde im Modus "Dauerfeuer" versucht, Einzelschüsse abzugeben und den Kameraden schön im Rhythmus wippen zu lassen.
Wenn alles niedergemacht war, wurde das Schießen sofort beendet. Die Uffze haben die Restmunition eingesammelt und ganz zum Schluss mit der Waffe ihrer "Lieblinge" im Stile von Rambo verballert.
Die Ausbildung ging den ganzen Tag und kurz vor dem Aufsitzen auf die W50 (wir standen in Marschordnung) griff einer seinem Vordermann in den Abzug der geschulterten MPi. Ein Mordsknall und alles stob auseinander.
Der arme Soldat stand leichenblass ganz allein da. Er war den ganzen Tag mit einem Schuss im Lauf und ungesicherter MPi auf dem Acker rumgerannt.

Gott sei Dank ist nichts passiert.







Das muss ja wirklich ein ganz Neuer gewesen sein, hat denn keiner der Aufsichtshabenden die Waffe kontrolliert, spätestens jedoch beim antreten hätte der Kommandierende dies machen müssen. Absolute Schlamperei.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
zuletzt bearbeitet 31.08.2011 08:50 | nach oben springen

#97

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 14:14
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von utkieker
Eigentlich ging bei uns immer alles seinen gewohnten Trott. Alle 4 Wochen war Politunterricht dazu kam meistens ein ML- Lehrer vom Regiment. Zyklisch ein mal je Diensthalbjahr gab es Gefechtsalarm (mit Ansage durch die Gerüchteküche) ...


Hallo Hartmut,
Zum Politunterricht extra jemand aus dem Regiment? Dunnerlittchen! Die Soldaten wurden doch in der Regel durch den Polit bestrahlt und die Unteroffiziere vom KC. Hatte man zu Eurer Führung kein Vertrauen?

Das mit dem Gefechtsalarm habe ich aus der GK nicht mehr so in Erinnerung. Das ging im Tagesgeschäft eher unter. In der Stabskompanie des Regiments war das schon lustiger. Die dortige Geheimhaltung wurde regelmäßig durch Stabsoffiziere unterlaufen, die in Sorge ob schlechter Bewertungen der eher als lustlos in diesen Dingen eingeschätzten Stabseinheiten waren. Als es einmal durchsickerte, war ich OvD im Stab. Normalerweise hätte ich von 02:00 bis 06:00 Uhr Ruhe gehabt, als der Regimentskommandeur jedoch "überraschend" gegen 04:30 Uhr eintraf, machte ich ihm Meldung. Seine Gesichtszüge entgleisten vor Enttäuschung. "Wat machst'n Du jetzt hiea? Du hast doch Ruhe! Lech Dir wieda hin!" Sprach's und verzog sich ins Stabsgebäude, um missmutig am Alarmknopf zu spielen. In einigen anderen Fällen war das "Durchsickern" durchaus gewollt. Am Besten noch mit dem Hinweis auf diverse Kontrollen. So hatte man die Gewähr, dass das Sturmgepäck zumindest nach bestem Wissen und Gewissen der Träger in Ordnung war.

Zitat von utkieker
... ein mal im Halbjahr ab es eine Übung "Rettung Verunglückter aus der Minensperre" (Ein allgemeines Gaudium im Batallionsstab) ...


Dass das Üben des Bergens Verletzter aus einer Minensperre ein Gaudi sein kann, könnte für Außenstehende merkwürdig klingen. Da ich selber an solchen Ausbildungen teilgenommen habe, denke ich mal, das mit dem Gaudi bezieht sich auf den Einsatz der Bergebrücke, was nun eigentlich kein wirkliches Gaudi darstellte, aber bei einer Horde von Auszubildenden und nur einer Bergebrücke zum Üben konnte so ein Ausbildungstag schonmal recht entspannt sein. Ich denke mal, so war das gemeint?

Ciao Rainman2


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#98

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 15:01
von Adam | 145 Beiträge

hallo ek40 !!!! ja stimmt alles ganz genau was du schreibst!! auch das im bundesarchiv ist hargenau so von uns hergerichtet worden,und das im winter 84 (-20°) im 60 mann zelt!!! grüß2 Adam


Ausbildung:GAR.7 Halberstadt 02.11.1984-25.04.1985
Grenzdienst:GR1/GK1 Pfaffschwende 25.04.1985-29.04.1986
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#99

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 15:09
von Adam | 145 Beiträge

Zitat von VNRut
Auf diesem "bewaldeten Flecken" an der B71 in der Nähe von Welsleben (Richtung Schönebeck) schlug Erich H. auch immer seine "Jagd-zelte" auf.

http://maps.google.de/maps?ll=51.991909,...&z=15&t=h&hl=de



ja genau dort war das jagtlager, waren pappeln darum,und tarnnetze !! wahnsinn was wir dort alles machen mußten,kann man garnicht alles aufzählen !!! gruß Adam


Ausbildung:GAR.7 Halberstadt 02.11.1984-25.04.1985
Grenzdienst:GR1/GK1 Pfaffschwende 25.04.1985-29.04.1986
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#100

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.08.2011 16:22
von utkieker | 2.920 Beiträge

Zitat von Rainman2

Zitat von utkieker
Eigentlich ging bei uns immer alles seinen gewohnten Trott. Alle 4 Wochen war Politunterricht dazu kam meistens ein ML- Lehrer vom Regiment. Zyklisch ein mal je Diensthalbjahr gab es Gefechtsalarm (mit Ansage durch die Gerüchteküche) ...


Hallo Hartmut,
Zum Politunterricht extra jemand aus dem Regiment? Dunnerlittchen! Die Soldaten wurden doch in der Regel durch den Polit bestrahlt und die Unteroffiziere vom KC. Hatte man zu Eurer Führung kein Vertrauen?

Hallo Rainman

Ehrlich gesagt kann ich mich nicht genau daran erinnern, daß der Polit den Politunterricht abgehalten hat, aber es kann sein wie du es sagst. Ja die API, das Partei/ FDJ- Lehrjahr geht wohl auf seine Kappe und eines lag unseren Polit besonders am Herzen die Klubarbeit in der Kaserne. Unser Polit war ein begnadeter Gitarrist Country & Westernmusic war seine Welt, so daß ich mich immer wieder gefragt habe warum er die millitärische Laufbahn eingeschlagen hat, bei seinen künstlerischen Ambitionen.

Das mit dem Gefechtsalarm habe ich aus der GK nicht mehr so in Erinnerung. Das ging im Tagesgeschäft eher unter. In der Stabskompanie des Regiments war das schon lustiger. Die dortige Geheimhaltung wurde regelmäßig durch Stabsoffiziere unterlaufen, die in Sorge ob schlechter Bewertungen der eher als lustlos in diesen Dingen eingeschätzten Stabseinheiten waren. Als es einmal durchsickerte, war ich OvD im Stab. Normalerweise hätte ich von 02:00 bis 06:00 Uhr Ruhe gehabt, als der Regimentskommandeur jedoch "überraschend" gegen 04:30 Uhr eintraf, machte ich ihm Meldung. Seine Gesichtszüge entgleisten vor Enttäuschung. "Wat machst'n Du jetzt hiea? Du hast doch Ruhe! Lech Dir wieda hin!" Sprach's und verzog sich ins Stabsgebäude, um missmutig am Alarmknopf zu spielen. In einigen anderen Fällen war das "Durchsickern" durchaus gewollt. Am Besten noch mit dem Hinweis auf diverse Kontrollen. So hatte man die Gewähr, dass das Sturmgepäck zumindest nach bestem Wissen und Gewissen der Träger in Ordnung war.

Zitat von utkieker
... ein mal im Halbjahr ab es eine Übung "Rettung Verunglückter aus der Minensperre" (Ein allgemeines Gaudium im Batallionsstab) ...


Dass das Üben des Bergens Verletzter aus einer Minensperre ein Gaudi sein kann, könnte für Außenstehende merkwürdig klingen. Da ich selber an solchen Ausbildungen teilgenommen habe, denke ich mal, das mit dem Gaudi bezieht sich auf den Einsatz der Bergebrücke, was nun eigentlich kein wirkliches Gaudi darstellte, aber bei einer Horde von Auszubildenden und nur einer Bergebrücke zum Üben konnte so ein Ausbildungstag schonmal recht entspannt sein. Ich denke mal, so war das gemeint?

Genauso ist es gemeint!

Ciao Rainman2




Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
zuletzt bearbeitet 31.08.2011 16:30 | nach oben springen



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