#41

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.01.2010 15:22
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von ek40
Hallo zusammen,

ich kann hier auch nur anfügen,dass in unserer Grenzkompanie vielleicht 2-3 mal Grenzalarm in den 12 Monaten ausgelöst wurde.1 x davon war es ein "Echter".
Jedes Halbjahr halt ein mal,wenn die Neuen kamen.Danach war Ruhe.
Genauso verhielt es sich mit dem Frühsport.Der fand quasi nicht statt.Oder halt nur auf dem Papier.
Warum es eine Sturmbahn in der Kompanie gab war auch fraglich.
Bei uns hatte sie wahrscheinlich auch nur eine "Alibifunktion",denn mit der schlossen wir auch nur 1-2 x "Bekanntschaft".
Fazit:In unserer Kompanie war so gut wie nix mit Ausbildung.......zum Glück!
Es gab aber Kompanien,da ging es auch anders.....

Gruß ek40


hallo ek 40. ich denke mal ihr hattet auch wenig zeit dafür? lg glasi



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#42

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.01.2010 16:17
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat glasi: hallo ek 40. ich denke mal ihr hattet auch wenig zeit dafür? lg glasi

Hallo glasi,

sicherlich hatten wir nicht viel Zeit und waren froh über jede Minute,die man uns in Ruhe lies und "Freizeit" nannte.
(Täglich wechselnde Grenzdienstschichten:Nacht,Spät,Frühschicht)
Aber laut Vorschriften hätten die da einiges durchziehen müssen/können,was sie aber nicht taten.
Das hatten wir unserer Kompanieführung,allem voran dem KC aus Halle zu verdanken.
Das es auch anders ging,schrieb ich woanders schon mal.
Die Nachbarkompanien hatten jede Minute "Freizeit" Sackstand.Da mussten die EK's sogar die Garagen bohnern.
Da gab es viel Sturmbahn,Gefechtslarm,Rotlicht etc.
Wie durften sogar Fußball spielen,hatten einen Fußballplatz direkt neben der Kompanie.
Davon träumten die anderen nur immer und ich war froh,dass ich wenigstens in dieser doch recht lockeren Kompanie gelandet bin.

Gruß ek40


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#43

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.01.2010 16:37
von maja64 (gelöscht)
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Zitat von ek40
Hallo zusammen,

ich kann hier auch nur anfügen,dass in unserer Grenzkompanie vielleicht 2-3 mal Grenzalarm in den 12 Monaten ausgelöst wurde.1 x davon war es ein "Echter".
Jedes Halbjahr halt ein mal,wenn die Neuen kamen.Danach war Ruhe.
Genauso verhielt es sich mit dem Frühsport.Der fand quasi nicht statt.Oder halt nur auf dem Papier.
Warum es eine Sturmbahn in der Kompanie gab war auch fraglich.
Bei uns hatte sie wahrscheinlich auch nur eine "Alibifunktion",denn mit der schlossen wir auch nur 1-2 x "Bekanntschaft".
Fazit:In unserer Kompanie war so gut wie nix mit Ausbildung.......zum Glück!
Es gab aber Kompanien,da ging es auch anders.....

Gruß ek40





Da warst Du aber wirklich in einer sehr ruhigen Ecke.Ich könnte meine Grenzalarme nicht mehr zählen die ich in einem Jahr am Kanten hatte.Meistens waren das Auslösungen (von GSZ u. Anlage 501/701)die durch Wild oder Wetter erfolgten,aber ich hatte auch zwei gelungene Grenzdurchbrüche mit dabei.




maja


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#44

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.01.2010 17:43
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat maja64:Da warst Du aber wirklich in einer sehr ruhigen Ecke.Ich könnte meine Grenzalarme nicht mehr zählen die ich in einem Jahr am Kanten hatte.Meistens waren das Auslösungen (von GSZ u. Anlage 501/701)die durch Wild oder Wetter erfolgten,aber ich hatte auch zwei gelungene Grenzdurchbrüche mit dabei.
maja

Hallo Maja,

ich kann mich ehrlich gesagt an keinen Fall erinnern,dass wir mit der Kompanie rausflogen,weil der GSZ auslöste oder die "Anlage".
Der GSZ wurde abgelaufen,keine Spur?Also wurde Wildauslösung gemeldet und das immer relativ schnell.
Wenn mal ne Mine hochging,während unseres Dienstes,mussten wir zwar die Schicht solange schieben,bis die vom Mumpeltrupp wieder ihr Zeugs neu angebaut hatten,aber dann war es gut.
Ein versuchten Grenzdurchbruch gab es in meiner Zeit,aber halt einen erfolglosen.
Das war z.B.der einzigste "Echte" Grenzalarm.

Gruß ek40


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#45

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.01.2010 18:02
von maja64 (gelöscht)
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War wahrscheinlich wieder überall anders.
Wenn bei uns auf der FÜST irgendein Kasten klingelte wurde erst mal Grenzalarm ausgelöst,das hieß die A-Gruppe kam zum Einsatz vor Ort im Bereich Kolonnenweg.Bei Auslösung GSZ kam eine Streife zum Einsatz die im betreffenden Abschnitt nach Ursachen der Auslösung suchte.Bei Auslösung Anlage 501/701 wurde entweder von der A-Gruppe oder dem jeweiligen Posten der dort gerade eingesetzt war nach den Ursachen geschaut.Bei größeren Sachen flog sogar der A-Zug raus (auch ein paar mal erlebt).
Das die ganze Kompanie raus flog habe ich nicht in Erinnerung,aber Rainman schrieb glaube ich mal hier über so einen Fall.
Oder meintest Du anstelle des Grenzalarms einen Gefechtsalarm?Den kenne ich nur noch von der "Keimschmiede" (hieß bei Dir wohl Knollenburg).
Über die Sturmbahn auf der Kompanie bin ich einmal aus Jux rüber,dachte mir wenigens einmal das Ding nutzen.


maja


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#46

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.01.2010 18:07
von Eddy1364 (gelöscht)
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Hallo, Du hast einen super Kommentar abgegeben.
Hast alles auf den Punkt gebracht. Danke


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#47

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.01.2010 18:45
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von maja64
War wahrscheinlich wieder überall anders.
Wenn bei uns auf der FÜST irgendein Kasten klingelte wurde erst mal Grenzalarm ausgelöst,das hieß die A-Gruppe kam zum Einsatz vor Ort im Bereich Kolonnenweg.Bei Auslösung GSZ kam eine Streife zum Einsatz die im betreffenden Abschnitt nach Ursachen der Auslösung suchte.Bei Auslösung Anlage 501/701 wurde entweder von der A-Gruppe oder dem jeweiligen Posten der dort gerade eingesetzt war nach den Ursachen geschaut.Bei größeren Sachen flog sogar der A-Zug raus (auch ein paar mal erlebt).
Das die ganze Kompanie raus flog habe ich nicht in Erinnerung,aber Rainman schrieb glaube ich mal hier über so einen Fall.
Oder meintest Du anstelle des Grenzalarms einen Gefechtsalarm?Den kenne ich nur noch von der "Keimschmiede" (hieß bei Dir wohl Knollenburg).
Über die Sturmbahn auf der Kompanie bin ich einmal aus Jux rüber,dachte mir wenigens einmal das Ding nutzen.
maja

Klar Maja,

so war das bei uns auch,die A-Gruppe befand sich in der FÜST.
Ich hatte verdammt viele A-Gruppen,zur "Belobigung"
Ich meinte natürlich den zusätzlichen Gefechtsalarm.
Den gab es sozusagen nicht am Kanten.
Aber wir hatten auch wie gesagt nur einmal einen echten Grenzalarm mit der ganzen Kompanie.
Doch,einmal hatten wir noch Alarm,aber da ging es um ein Feuer.
Es war ein Unwetter aufgezogen und ein schweres Gewitter tobte über Riebau und Umgebung.
Im Nachbarort Jeebel schlug ein Blitz in ein Gebäude/Bauernhof ein und wir waren defacto die Feuerwehr.
Wir konnten viele Tiere retten,(Schweine,Hühner etc.)Aber einiges an Vieh verendete auch.
Ein Wartburg ging glaub ich auch flöten,also viel dem Feuer zum Opfer.Das war schlimm für die Besitzer.
Der Stall stand lichterloh in Flammen und wir räumten das Wohnhaus so weit es ging aus,da die Gefahr eines übergreifens des Feuers bestand.Letztendlich konnte das Wohngebäude gerettet werden.
In Sachen Grenzdurchbrüche hatte ich zum Glück wirklich eine ruhige Ecke erwischt.

Gruß ek40


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#48

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 30.01.2010 19:01
von maja64 (gelöscht)
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Hatte auch ein paar Grenzalarme die mit der Sache ansich gar nichts zutun hatten.Beispiel: Löschen eines Lagerfeuers von Waldarbeitern außerhalb des Schutzstreifens,das hatten die nämlich vergessen.
Und das zu einer Zeit wo ich drei 12 Stunden Nachtschichten hinter mir hatte (Heimgang unserer E`s),und mich eigentlich in der Nachtruhe befand.


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#49

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.01.2010 00:13
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Rotti

...
Zu VG - Stellungen und Gefechte ? Mit wem denn und womit und warum ?
Bei Nukleareinsatz wäre eh alles erledigt !
Nicht Nuklear - Meinst Du ernsthaft die Ami's und die Briten hätten sich noch einmal auf Gefechte im Hochharz eingelassen ? Nach den Kämpfen 45 im Harz und Hürtgenwald. Die sind doch nicht blöd. Die wären eiskalt drumherum. Wir wären eine Insel geworden. Oder andersherum wir wären ganz schnell Hinterland gewesen (Ost oder West). Die Grenztruppen rechts und links vom Harz wären einfach überrannt worden. Entweder von Osten oder von Westen.
Wir hatten maximal 20 Minuten, danach hätten wir uns anderen Einheiten anschließen können, dürfen oder müssen.
Dazu kommt wir waren eine Beobachter- und Wachtruppe, wir hatten gar keine richtige Infanterieausbildung.
Im Kriegsfall wären wir sofort abgeschrieben gewesen.

Soweit meine Meinung -> heute nicht anders als früher -> Ergebniss: 1 Woche GUvD und oberer Waschraum.
Du kennst Erich Kuby ? -> Ich habe Hunde versorgt, weil ich musste. Für Grabenkämpfe im Wald stehe ich nicht zur Verfügung.
...



Zitat von Rotti
Hallo Rainman2,
ich möchte Dich mit meinem Kommentar weder anmachen, noch runterputzen noch in Deiner Person angreifen.
Vielmehr möchte ich auf den Widerspruch zwischen Anspruch (siehe Dein Zitat) und den praktischen Möglichkeiten Hinweisen.
Der Witz bei den Grenztruppen war doch gerade Ihre kompanieweise Verteilung (bei Kompaniesicherung). Damit waren für jeden Beteiligten die Kommunikationpartner einfach weit weg. Selbst wenn alle mitgemacht hätten, wäre im Spannungsfall die Truppe weitverteilt gewesen. Es wäre von den Fähigkeiten der unteren Befehlsebene abhängig gewesen ob ein Zusammenhalt sowohl im Kleinen wie auch im Großen geschaffen und gehalten worden wäre.

Mir persönlich war die Ehrlichkeit einzelner lieber. Ich habe max. 20 Minuten. Danach sehen wir weiter. Wichtigste Aufgabe nach den 20 Minuten -> Der Anschluss an die eigene Truppe. Das ist eine Aussage mit der ich als Soldat arbeiten kann.

Gruß
Rotti


Hallo Rotti,

entschuldige bitte, dass ich in den letzten Tagen durch etwas Aufregung in anderen Threads Deine Antworten bis dato übersehen hatte. Nun also noch ein paar Bemerkungen zu der Sache. Übrigens keine Sorge, es gehört 'ne Menge dazu, mich anzumachen oder runterzuputzen. Jeder hat die Zeit aus seiner Sicht erlebt und kam bzw. kommt daher auch zu unterschiedlichen Geschichten oder Ansichten. Hier mal ein kleines Erlebnis aus meiner Ausbidlungszeit (ich hatte es schon vor längerer Zeit an anderer Stelle hier schon mal erzählt, aber was solls):

Herbst 1981 - Ausbildung im Fach Taktik an der Offiziershochschule der Grenztruppen. Wir, inzwischen Offiziersschüler des 3. Lehrjahrs, stehen irgendwo im Gelände und erhalten die Aufgabenstellung von unserem Ausbildungsoffizier, einem Oberstleutnant. Es soll ein Befehl des Bataillonskommandeurs an den Kompaniechef einer Grenzkompanie zum Beziehen einer Stellung im Rahmen der gefechtsmäßigen Grenzsicherung sein. Uns steht dann bevor, in dem konkreten Gelände den Entschluss zum Einsatz der eigenen Kräfte zu fassen, den Gefechtsbefehl für die Kompanie zu erarbeiten und das Schlimmste: Das Verteidigungsschema der Kompanie zu zeichnen. Vor der Befehlserteilung dreht sich der OSL nochmal zu unserem Zugführer um und fragt ihn: "Genosse D., wer aus ihrem Zug kann besonders gut Russisch?" Jedem von uns, der etwas besser Russisch konnte, stockte das Herz, auch mir. Und der Blick unseres Zugführers glitt über den Zug und blieb an mir hängen. Kaum sichtbar schüttelte ich den Kopf, den Blick flehentlich an den Zugführer geklammert, der ja einer von uns Offiziersschülern war. Aber er sagte bereits: "Das wäre der Genosse R, Genosse Oberstleutnant!" Der OSL blickte zu mir und befahl: "Genosse R. sie können erstmal wegtreten. Der nachfolgende Befehl gilt nicht für sie. Ich habe eine extra Aufgabe für sie."

Nachdem er den Befehl an die anderen erteilt hatte und die sich im Gelände verteilten um die Aufgabe zu erfüllen, rief er mich zu sich. Er drückte mir ein Din A4 Blatt in die Hand und sagte: "Ich erwarte lediglich ihre Entschlussfassung, eine entsprechende Skizze und die Befehlserteilung. Zeit: Eine Stunde! Wegtreten!"

Das Blatt Papier war mit kyrillischen Buchstaben bedeckt. Und ich hatte kein Wörterbuch dabei. Ich entnahm dem Schreiben, dass wir im Rahmen der gefechtsmäßigen Grenzsicherung als die Gefechtssicherung eines Mot.-Schützen-Regiments der Sowjetarmee gehandelt hatten, eine erste Feindberührung hinter uns lag und er uns für unsere Standhaftigkeit lobte. Dann kam der Befehl: Die kompanie hatte die Stellung zu verlassen, sich hinter die Linie des sowjetischen Regiments zurückzuziehen und dort eine zugewiesene Wartestellung zu beziehen. Das Schreiben nannte noch einige Details. Ich schwitzte Blut und Wasser. Also los: Eine Marschskizze anfertigen, Vorhut, Nachhut und Flankensicherung festlegen, Marschordnung und deren Einnahme befehlen, Organisation des Zusammenwirkens, Nachrichtenverbindungen, Parolen und Signale. Die Zeit dafür war sehr knapp, aber ich schaffte es. Ich erteilte den Befehl an meine fiktiven Zugführer, alle gespielt vom OSL. Das Ergebnis war etwas ernüchternd für mich:
- Entschlussfassung sehr gut
- Befehlserteilung sehr gut
- Marschskizze sehr gut
Allerdings wurde die Note dann doch nur "befriedigend". Ich hätte wahrscheinlich meine Vorhut geopfert in einem Minenfeld, von dem in dem Text auch die Rede war. Dass es kein ungenügend wurde, verdankte ich dem Umstand, dass ich mir bei der Meldung über den Ausfall meiner Vorhut, oder von Teilen davon, den Text vielleicht nochmal genauer angesehen hätte.

Das also war eines der Ausbildungsszenarien, über die wir an der Offiziershochschule sprachen. Die Praxis eines Krieges war eigentlich für uns alle undenkbar. Dass aber im Rahmen des Warschauer Vertrages solche Handlungen von den Grenztruppen erwartet wurden, zeigte die Umstrukturierung der 3. Bataillone Anfang der 80-er Jahre und deren Ausrüstung mit den Rückstoßfreien Geschützen SPG-9 auf UAZ-Geländewagen lafettierbar und mit dem Maschinengranatwerfer AGS-17. Das ging schon stärker in eine Orientierung auf Gefechtshandlungen. Und die Stellung für den Übergang zur Gefechtsmäßigen Grenzsicherung stand in den Kompanien auch schon fest. Bei uns in der Stedtlinger Kompanie hätte diese Stellung im Bereich der Straße Ruppers-Völkershausen gelegen. Was auch immer wir da gemacht hätten ...

ciao Rainman


PS: Erich Kuby sagt mir im Moment nichts.


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#50

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.01.2010 00:21
von S51 | 3.733 Beiträge

Und die Stellung der Grenzkompanie Schierke hätte hinter dem Winterberg oberhalb von Schierke gelegen. Wir GAK hätten, soweit übrig geblieben, die Wege gesichert. Wären nicht mehr in die Kompanie gekommen.
Gab das einen Ärger, als wir im Zuge einer Übung dann doch tatsächlich Bäume über den gelben Weg gepackt hatten und der UAZ von Kontroller aus dem Bataillion nicht mehr durchkam!


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#51

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.01.2010 09:22
von Rotti | 83 Beiträge

Hallo Rainman2,

na dann bin ich ja beruhigt.
Das Ihr soetwas auf der O-Schule lernt setze ich einfach mal vorraus.

Dann wurde aber reichlich spät umgeschwenkt auf Truppenteil der NVA. Mir kam die Ausrüstung des 3. GB schon immer eigenartig vor. Obwohl ich glaube, auch damit wäre es sehr schwer geworden im nördlichen Harzvorland auch nur Teile einer Angriffsarmee in ihrem Vormarsch zu stören. Ich habe als Vergleich immer das Buch "Zeitzeugen - Der Harz im April 45" vor Augen. Ich weiß der Vergleich hinkt gewaltig. Hier werden allerdings reale Gefechte im Harz und Harzvorland beschrieben. Und auch wenn GT motivierter gewesen wäre, hier wären wir auch gegen eine stärkere und besser ausgerüstete Truppe angetreten. Bloß gut, daß es dazu nicht gekommen ist.

Erich Kuby --> Wikipedia - Journalist und Publizist in der BRD -> ganz bekanntes Buch "Mein Krieg" - Sein Tagebuch im zweiten Weltkrieg. Passte so gar nicht in die Vorstellung der unpolitischen Soldaten in der BRD.

Was S51 schreibt habe ich entweder glücklich vergessen oder gar nicht gewußt Dann hätten wir also mitten im Wald gelegen und gehofft das uns keiner findet.

Gruß
Rotti


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#52

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.01.2010 17:53
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von ek40
Hallo zusammen,

ich kann hier auch nur anfügen,dass in unserer Grenzkompanie vielleicht 2-3 mal Grenzalarm in den 12 Monaten ausgelöst wurde.1 x davon war es ein "Echter".
Jedes Halbjahr halt ein mal,wenn die Neuen kamen.Danach war Ruhe.
Genauso verhielt es sich mit dem Frühsport.Der fand quasi nicht statt.Oder halt nur auf dem Papier.
Warum es eine Sturmbahn in der Kompanie gab war auch fraglich.
Bei uns hatte sie wahrscheinlich auch nur eine "Alibifunktion",denn mit der schlossen wir auch nur 1-2 x "Bekanntschaft".
Fazit:In unserer Kompanie war so gut wie nix mit Ausbildung.......zum Glück!
Es gab aber Kompanien,da ging es auch anders.....

Gruß ek40


hallo ek 40. du schreibst von einem echten grenzarlarm. was ist genau pasiert? vieleicht magst du davon erzählen. lg nach magdeburg.



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#53

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.01.2010 18:18
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat glasi:hallo ek 40. du schreibst von einem echten grenzarlarm. was ist genau pasiert? vieleicht magst du davon erzählen. lg nach magdeburg.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Hallo glasi,
werde über diesen Vorfall noch berichten,wenn es meine Zeit zulässt,versprochen.

Gruß ek40


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#54

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.01.2010 18:40
von maja64 (gelöscht)
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@ek40 meinst Du die Sache hier:topic-threaded.php?forum=76&threaded=1&id=2143&message=38197

@glasi hier mal meine beiden Fälle: Stedtlingen Grenzdurchbruch 04.09.1984 ,falls noch nicht gelesen



maja


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#55

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 31.01.2010 19:07
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von maja64
@ek40 meinst Du die Sache hier:topic-threaded.php?forum=76&threaded=1&id=2143&message=38197
@glasi hier mal meine beiden Fälle: Stedtlingen Grenzdurchbruch 04.09.1984 ,falls noch nicht gelesen
maja


Hallo maja,

nein,diese Sache meinte ich nicht.
In diesem Beitrag von mir ging es ja um eine versuchte Fahnenflucht.
Ich hatte noch ein anderes Erlebnis,welches aber nicht in unserem Abschnitt statt fand sondern im Nachbarabschnitt,Richtung Arendsee.
Wir lagen gerade in den Betten,nach einer sehr ungemütlichen (nassen,kalten) Nachtschicht.
Dann der besagte Grenzalarm und wir flogen als komplette Kompanie raus.
Aber das war nicht alles,was sich dort abspielte kann sich ein aussenstehender nicht vorstellen.
Welch immense Maschinerie anlief um den zivilen Flüchtling zu jagen,ja es war eine Jagd und nichts anderes.
Aber darüber schreibe ich noch.Welch wahnsinniger Aufwand da betrieben wurde,um den Mann an der Flucht zu hindern.
Nur soviel,ich dachte die kompletten Grenztruppen der DDR befinden sich zwischen GSZ und dem Kolonnenweg.

Gruß ek40


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#56

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 15.08.2010 22:05
von Boelleronkel (gelöscht)
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Frage an alle die ESA Wartenberg kennen.
In der Grundausbildung(frühes Anfangsstadium) gab es auf dem Wartenberg einen "Dichtheitstest" für TSM
Wer kann sich daran erinnern und was wurde dazu verwendet?
Dankee


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#57

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 15.08.2010 23:47
von westsachse | 464 Beiträge

Der Dichtheitstest fand zu meiner Zeit auf dem Gelände des GAR11 statt. Nicht auf dem Wartenberg. Verwendet wurde Tränengas. Wir mussten unter Vollschutz gruppenweise in eine Art Baracke. Dort stand in der Mitte ein Uffz. in Schwarzkombi mit Schnuffi und einer Gasflasche. Wir im Laufschritt einige Runden um den rum während er aus der Flasche Gas entströmen lies. Anschliesend raus und noch eine Runde an der frischen Luft. Im offenen Karree antreten und gegenseitig abklopfen. Dann Schutzausrüstung ablegen. Uns haben immer noch die Augen getränt. Noch besser ging es dem Uffz. als er seine Maske abgenommen hat und die Schwarzkombi ausdünstete.

Gruß

westsachse


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#58

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 16.08.2010 00:56
von Nomex | 254 Beiträge

Ich kann mich auch nur erinnern das der Test auf dem Gelände des GAR stattfand. Der Raum befand sich im Freilagers etwas unterhalb der Sturmbahn in dem Bereich des Tores wo es zum Moseberg ging. Das war so ziemlich der einzige Termin im Ausbildungshalbjahr an dem ich eine Schwarzkombi tragen musste. Dafür hatte ich dann auch die "ehremvolle" Aufgabe die ganze Kompanie da zu bespassen. Danach war dann aber auch der hartnäckigste Schnupfen beseitigt und wenn die anderen Uffze zu sehr gelästert haben dann hat man seine Unterwäsche (natürlich lang) nicht gewechselt und sich dan in FDU in den Uffz.-Clubraum gesetzt

Gruß Ralf


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Günther Zieschong: "Mir hätten das System erst mal leasen solln...."
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#59

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 16.08.2010 13:35
von Greso | 2.377 Beiträge

Den Dichtheitstest,gab es auch zu meiner Zeit 1965 in Dingelstedt und wir mußten in einen Bunker 15 Min.Der Uffz hatte so einen
grünen Feuerlöscher mit Tränengas und alle die den Filter ab hatten,fummelten rum und das Ding rein.Einen hatte es umgehauen,aber aus Angst.Beim abklopfen kamen Tränen und der Schnupfen war weg.Wir haben es überstanden.
Greso


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#60

RE: Ausbildung in der Grenzkompanie

in Grenztruppen der DDR 17.08.2010 21:34
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Danke für Eure Ausführungen,selbst haben wir das auf dem Wartenberg in Schwarzkombi erleben dürfen:
Dort muss es eine Art Gebäude gegeben haben,Abmasse etwa 20/25Quadratmeter und einen etwas tiefer liegenden Eingangsbereich.
Es wurde ausgeführt,das es etwas kitzeln und dann auch etwas pieken kann auf der Haut,was aber völlignormal sei und keine Gefahr bedeuten würde.
Also den Kragen der Kombi auch noch hochgeschlagen.
Alle Schlauchverschlüsse wurden nochmal besonders geprüft,weil ja immer einige Schlaumeier die Verschraubungen wegen leichterer Atmung geöffnet hatten.
Schnuffi auf und rein in die Bude.
Dann wurde die "Blechtür"geschlossen und wir sind in Gruppenstärke wie angesagt erst einmal ganz normal in der Runde gegangen.
Aus Erinnerung ein paar Minuten,dann imLaufschritt,der Gruppenführer war mit im Raum und dann scherte der Erste und Einzigste aus
und hämmerte mit den Fäusten von innen ander Tür(das war das vereibarteSignal zum Öffnen )und schon war der draussen.
Er hat eine schöne Spur durch die "Wartenden Truppen zum Dichtheitstest"gezogen.
Kurz darauf war der Test beendet und wir verliessen den Raum und zogen eine Wolke in der Schwarzkombi hinter uns her.
Wie schon beschrieben,erst eine passende"Windrichtung"gucken(wo sitzt der Rest der Truppe) und dann Klamotten gegenseitig abklopfen,dann Schutzmaske runter und ein feines windgeschütztes Plätzchen suchen.
Dies war 79 auf dem Wartenberg ESA,nach Aufmarsch durch die Gartenkolonie.


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