#1

Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 20.01.2010 19:32
von Sonne | 510 Beiträge

Welche Voraussetzungen mußte man als Hundeführer erfüllen ?


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#2

Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 20.01.2010 21:02
von S51 | 3.733 Beiträge

Ganz nüchtern? Vermutlich praktisch keine. Abgesehen von Dienststellung und Einschätzung des Hundechefs vom Bataillion. Wer einen Hund zu führen hatte, bekam einen "verpasst". Und so nach und nach kristallisierte sich dann heraus, ob das auch funktionierte. Allerdings hatte unser Hundechef, ein BU vom Bataillion, der die Hunde, das Futter, Unterbringung und ggf. Tierarzt verwaltete ein ausgesprochen gutes Auge für so etwas. Deshalb hat es eigentlich immer "gepasst".
Die Schulungen und die Ausbildung, das kam dann peu a peu und gewissermaßen nach dem Prinzip "Lernen durch Fehler machen und später vermeiden". Das konnte schon mal ganz schön weh tun. Einige Hundeführer wurden auch gebissen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#3

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 20.01.2010 21:40
von manudave (gelöscht)
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Übrigens:

Pille und Albatros aus dem Forum waren Hundeführer - vielleicht einfach mal per PM anschreiben, da sie momentan nicht so aktiv sind und den Thread evt. nicht mitbekommen.


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#4

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 20.01.2010 21:57
von Kosi (gelöscht)
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Hallo Sonne
Direkten Einfluss hatte man nicht ob man DHF wird oder nicht !
Ich war ebenfals ein DHF .In meiner Ausbildungszeit wurde ein Hundeführer 3x von seinem Diensthund
gebissen . Der Junge hatte mehr Zeit im Lazeret verbracht als mit dem Hund .
Wer schon mal gebissen wurde weiß wie schlecht Hundebisse heilen !Nach der Übergabe der Tiere
war die Eingewöhnungsphase sehr wichtig .Wir haben vor den Zwinger gesessen und den Hunden die
Zeitung vorgelesen ! So erstmal Gruß Kosi


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#5

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 20.01.2010 22:41
von 94 | 10.792 Beiträge

Hallo allerseits, bin schon einige Zeit stiller Beobachter des Forums.

Bei den DhF gab es zwei Sorten, welche die Interesse am Tier hatten und die anderen. Beide traf ich sowohl bei den UaZ als auch bei den GAkl. Bei den GAkls war der Hund oft ein Prestigesymbol. Ich kann mich noch an einen OFä erinnnern, der unbedingt einen Boxer haben mußte. Dafür wurde sein Altdeutscher an die HuLa abgeschoben.
@Kosi: die Sache mit dem Vorlesen habe ich auch gemacht.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 21.01.2010 00:50 | nach oben springen

#6

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 20.01.2010 23:13
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Kosi
Hallo Sonne
Direkten Einfluss hatte man nicht ob man DHF wird oder nicht !
Ich war ebenfals ein DHF .In meiner Ausbildungszeit wurde ein Hundeführer 3x von seinem Diensthund
gebissen . Der Junge hatte mehr Zeit im Lazeret verbracht als mit dem Hund .
Wer schon mal gebissen wurde weiß wie schlecht Hundebisse heilen !Nach der Übergabe der Tiere
war die Eingewöhnungsphase sehr wichtig .Wir haben vor den Zwinger gesessen und den Hunden die
Zeitung vorgelesen ! So erstmal Gruß Kosi



Vorlesen oder/und beim Füttern und sonst bei jeder Gelegenheit "miteinander" sprechen.

Angefügte Bilder:
Alka und Quinn-web.jpg

GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#7

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.01.2010 00:27
von DHF_GT (gelöscht)
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@Sonne: Das sage ich Dir heute Abend....;o) versprochen...
______
@S51: Vermute mal weiter, und fahre weiter S51, ganz nüchtern? Geiler Beirag dank Halbwissen,wa? Und wenn "Sonne" fragt: "Welche Voraussetzungen mußte man als Hundeführer erfüllen ?" sage ich nur: Frage hier im Forum wer in Potsdam-SAGO/Wilhelmshorst war. Ich war dort! Also Sonne, quatsche mit Diensthundeführern/Fachleuten und nicht mit Mopedschraubern...;o)
DHF_GT

[Edit: Über S51 seinen Beitrag bin ich richtig sauer, weil er jeglicher Grundlage entbehrt....;o(


zuletzt bearbeitet 21.01.2010 00:36 | nach oben springen

#8

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.01.2010 02:18
von 94 | 10.792 Beiträge

Vorweg @DHF_GT: Ich verstehen Deine Haltung.

Doch bevor dieser Tread übersäuert, erlaube ich mir als Neuer auch mal was zu vermuten:
1. Du warst als UaZ ein halbes Jahr in Sago und hast dort eine fundierte Kynologische Ausbildung erhalten
2. S51 war GAkl und hat sich erst am Kanten zum DhF qualifiziert

Nach über zwanzig Jahren erinnere ich mich plötzlich an die alte Rivalität zwischen den Zeit- und Berufssoldaten besonders bei den Hunden.
Entscheidend für mich ist (in diesem Zusamenhang) nur die Einstellung zum Tier.
Ich kann mich an einen UaZ mit Sago-Ausbildung erinnern, der seinen Hund versehentlich stranguliert hat. Das kam so:
Im Frühjahr/Sommer '88 wurde die Zwingeranlage in der Grenzkompanie um- und ausgebaut. Wohin mit den Hunden? Also einige Laufrollen am Sportplatz aufgebaut. Besagter UaZ war für diese Maßnahme zu faul und band seinen Hund mit der Fährtenleine an einen Baum, Hütte daneben gestellt. Nach einigen Runden um den Baum war die Leine zu Ende. Unglücklicherweise stand der Hund gerade auf seiner Hütte ...
Anderseits war die absolute (von beiden Seiten anerkannte) Kapazität für Hunde ein BU, der als StZF offiziell nichts mit Hunden zu tun haben durfte. Im Zivilberuf Schäfer stellte er dies erst nach der Verpflichtung fest. Der übernahm dann inoffiziell denn nächsten Hund von diesem UaZ. Dem Hauptfeld wars egal, der Batallionsdiensthund war sogar froh und dem UaZ war nur der Urlaub aller vier Wochen wichtig.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 21.01.2010 03:53 | nach oben springen

#9

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.01.2010 09:45
von exgakl (gelöscht)
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Zitat von DHF_GT
@Sonne: Das sage ich Dir heute Abend....;o) versprochen...
______
@S51: Vermute mal weiter, und fahre weiter S51, ganz nüchtern? Geiler Beirag dank Halbwissen,wa? Und wenn "Sonne" fragt: "Welche Voraussetzungen mußte man als Hundeführer erfüllen ?" sage ich nur: Frage hier im Forum wer in Potsdam-SAGO/Wilhelmshorst war. Ich war dort! Also Sonne, quatsche mit Diensthundeführern/Fachleuten und nicht mit Mopedschraubern...;o)
DHF_GT

[Edit: Über S51 seinen Beitrag bin ich richtig sauer, weil er jeglicher Grundlage entbehrt....;o(


______________________________________________________________

Hallo DHF,

gut, dass endlich mal ein Fachmann unter uns weilt. In einer Grenzkompanie (grüne Grenze) hatte in der Regel fast jeder Grenzaufklärer seinen Diensthund.
Verständlicherweise wurde aber nicht jeder als Hundeführer ausgebildet als er in die Dienststellung kam. Ursachen gab es dafür die verschiedensten. Einerseits waren Gakl auch ehemalige Gruppenführer oder hatten andere Dienststellungen sogar in Rückwärtigen Bereichen inne. Andererseits wurden z.B. Berufsunteroffiziere in den 6 Monaten Ausbildung im Bereich Grenzsicherung in Perleberg nicht am Diensthund ausgebildet.
Ich kann nur von meinen ehemaligen Dienststellen sprechen, und da war es durchaus normal, dass ein Diensthund zugeteilt wurde.
Ich finde daran auch nichts verwerfliches, denn natürlich war es die Pflicht des Hundeführers in die neue Aufgabe hineinzuwachsen und sich dementsprechend zu qualifizieren.... (wir nannten es Selbstudium)
Desweiteren gab es auch in den Grenzkompanien entsprechend vorgegebene und geplante Zeiten für die Diensthundeausbildung, die natürlich die Ausbildung des Hundeführers mit einschloss.
Was die Ausbildung in Potsdam Sago betrifft, an der habe ich auch teilgenommen, allerdings war ich da bestimmt schon 1 Jahr Hundeführer.
Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, wurde die Einrichtung allerdings auch erst so ca. 1985 als Hundeschule der GT eröffnet. Davor war das glaube ich eine Hundeschule der VP.

Heisst das jetzt, dass es vor dem bei den GT keine vernünftigen Hundeführer gab?????
Ich kann Menschen 5 Jahre an was ausbilden (bzw. den Versuch unternehmen) und werde mitunter keinen Erfolg haben. Es gibt aber, wie bekannt sein dürfte, auch Menschen die sich mit einer Sache indentifieren und sich entsprechende Kenntnisse und Fähigkeiten selbst aneignen. Fachlich gesehen ist da mitunter wesentlich mehr Wissen vorhanden, als bei der reinen vorgegebenen Ausbildung.

VG

exgakl


zuletzt bearbeitet 12.12.2011 15:22 | nach oben springen

#10

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 21.01.2010 14:35
von werraglück | 679 Beiträge

HI,

ich bin auch einer von denen, die in Potsdam-Wilhelmshorst ausgebildet worden sind.

Ich muß dazu sagen, ich wußte vorher nicht, was auf mich zu kommt und hatte mit Hunden im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Dort hab ich sicherlich bestens erfahren, was es heißt mit einem Hund umzugehen. Es war in jedem Fall eine Erfahrung wert, das damals gemacht zu haben!
Also Vorraussetzungen waren bei mir gleich null...gut ok Mut zur Scheintäterschaft sollte man schon mitbringen..., denn ich konnte es nicht mehr zählen, wie oft ich mit den Klamotten und dem Helm los gerannt bin, bis es am Arm mörderlich zerrte und einer dran hing...

MfG


"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Ge­genwart nicht verstehen und die Zukunft nicht ge­stalten"

ROMAN HERZOG
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#11

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.01.2010 13:21
von 94 | 10.792 Beiträge

Was bedeutete eigentlich SAGO? War sicher eine Abkürzung, aber wofür? Und hat einer von den dort Ausgebildeten noch Ausbildungsunterlagen? Ein DhF aus meinem Zug hatte die mir auf der GK mal geliehen und so konnte ich mir etwas Grundlagenwissen anlesen. Als Ultn war ich bei unseren Hundeführern auch recht beliebt als Scheintäter, besonders für die lange Flucht. Hat 'ne Menge Spaß gemacht ;)


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#12

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.01.2010 13:33
von exgakl (gelöscht)
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Hallo 94,

mit Sago war nicht etwa die gleichnamige gekörnte Stärke gemeint sondern eine Ortsbezeichnung der Hundeschule.
Sa = Saarmund; go = Golm, jeweils 2 Orte in der Nähe von Potsdam "sago" befand sich in etwa zwischen beiden Orten, deshalb die Beschreibung.

VG
exgakl


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#13

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.01.2010 19:06
von HARZ69 | 107 Beiträge

Und noch einer ich war auch ein Diensthunde/Gruppenführer,der seine Ausbildung in Wilhelmshorst
genießen durfte.
Besondere Grundlagen oder Beziehungen zu Hunden hatte ich vorher auch nicht.Wollte eigentlich Musterungs-technisch
zu den Rückwertigen Diensten.Sprich ein wenig abducken.
Jedenfalls machte man mir die Überaschende Mitteilung das ich als Diensthundeführer an der Grenze geplant bin.
Obwohl die einen oder anderen West Verwanten bekannt gewesen seinen müssen.Habe mich sehr gewundert.
Kurz und gut um wieder das Thema zu greifen,war die Ausbildung mit den Hunden doch ziemlich umfassend,was wohl am Kanten oder der Grenzkompanie selbst nicht möglich gewesen wäre.
Das Wesen des Hundes,Trainings Praktiken und und und.Autodidakt in dem Rahmen zu agieren halte ich für eher schwierig.
Nicht das nur wir das konnten,doch es gehört eben nicht nur liebe zum Tier dazu.
Wurde an der Grünen Grenze und dann in Berlin eigesetzt.Sogar als Grenzaufkläreraber freundwerts.
Was gibt es schöneres als mit dem Hund einen Friedhof im Grenzgebiet zu bewachen.
Aber man konnte auch dann noch gehorsam und tricks über.Zur Belohnung gabs dann Herrchens Büchsen Gulasch Rest aus der Brotbuchse.Regelwiedrig auf dem Spiritus Kocher erwärmt.
Ja manchmal war´s Abenteuer Romantik pur,wenn nicht der Grund zur Sache so Absurd gewesen wäre


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#14

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.01.2010 20:14
von Pille | 71 Beiträge

Wie manchem bekannt sein dürfte,war ich auch Diensthundeführer,der seine Ausbildung in Potsdam-Sago erhalten hat.
Bei mir war es ähnlich:ich hatte zuvor (und auch danach) nie etwas mit Hunden zu tun gehabt.Habe bei der Musterung nur gesagt,daß ich etwas "Spezielles" machen wollte-also nicht blos Mucker.
Und so kam ich auch nach Potsdam-Wilhmshorst.Der Grenzdienst danach war mit Hund eigentlich gar nicht so schlecht;schließlich konnte man so relativ in Ruhe sein Nickerchen machen.Der Hund (meiner hieß "Liss vom Gamsethal") hat schon aufgepaßt und notfalls Alarm geschlagen;falls eine KS im Anmarsch war!!!


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#15

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 22.01.2010 20:31
von Luchs (gelöscht)
avatar

Zitat von exgakl
Hallo 94,

mit Sago war nicht etwa die gleichnamige gekörnte Stärke gemeint sondern eine Ortsbezeichnung der Hundeschule.
Sa = Saarmund; go = Golm, jeweils 2 Orte in der Nähe von Potsdam "sago" befand sich in etwa zwischen beiden Orten, deshalb die Beschreibung.

VG
exgakl


In folgender .zip Datei ist der genaue Standort von Potsdam SaGo in GoogleEarth.


Dateianlage:
zuletzt bearbeitet 22.01.2010 20:31 | nach oben springen

#16

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 24.01.2010 16:05
von Rotti | 83 Beiträge

Hallo alle zusammen:
Dies ist genau einer der Beiträge über die ich mich aufgeregt habe.
Zwei streiten und dabei haben beide recht.

Bei den Unteroffizieren (ob 3 oder 10 Jahre) muss man eben trennen zwischen denen die gleich als Hundeführer ausgebildet wurden und denen die irgendwann zu einem Hund gekommen sind, weil die Nornen sie zufällig z.B. als GAK in Schierke haben landen lassen.

Wie allerdings diese Auswahl zur Ausbildung zum Unteroffizier/Hundeführer genau erfolgt ist, weiß hier nur DHF-GT, er war ja selbst dabei. Allerdings sagt er dazu nichts.
Mir ist diese Auswahl bis heute schleierhaft. Denn unser dritter Unteroffizier kam wie ich aus Berlin, hatte meines Wissens auch einen Metallberuf, ein Bezug zum Hund war kaum ausgeprägt.

Der von S51 benannte Hundechef des 2GB, also mein Staffelführer, hatte richtig Ahnung. Die insgesamt 3 Unteroffiziere meiner Staffel hatten auch eine Ausbildung zum Hundeführer. 2 waren richtig gut, über den dritten kann ich nicht viel sagen. Ihn habe ich nur kurz erlebt.


Wie wurden denn nun Soldaten Hundeführer, welche Vorrausetzungen brauchten diese?

Meine Vorrausetzungen für einen Dienst als Hundeführer waren folgende:
Berufsausbildung: Metallberuf / Energieanlagen, Schweisserpass, GST-> Militärkraftfahrer, Berliner.
In der Ausbildung beim GAB 07 wurde ich von den zukünftigen Kraftfahrern zur allgemeinen Hinterlandausbildung geschickt. Für mich als Brillenträger fiel LMG- und RPG-Schütze aus. Zum Koch fehlte mir die Grundausbildung. Ein Fußleiden verhinderte den sofortigen Einsatz als Postenführer bei den Hobbyfichten. Und Funken fand ich doof.

Da sagt doch jeder bei der Einteilung – ja eindeutig: Hundestaffel – der Mann braucht einen Hund, besser mehrere Hunde.

Für mich und andere Soldaten kann ich im nachhinein sagen, dass die Hundestaffeln oft eher ein Auffangbecken, sagen wir mal höflich und freundlich, von in der Ausbildung irgendwie aufgefallenen, aussortierten, irgendwie dorthin geratenen Soldaten waren. Das ist mein Eindruck.
Bei uns kamen Leute an, die Angst vor Hunden hatten!!!
Ich selber wollte zur Hundestaffel.


Also gehe ich davon aus, dass keine besonderen Vorraussetzungen erforderlich waren, notfalls konnte man ja versetzt werden.

Wenn allerdings jemand offensiv genug gesagt, ja Hundeführer, ja Unteroffizier bei den Grenztruppen dann wird es oft genug geklappt haben. Nur die meisten sind bei der Musterung oder bei Befragungen eher zurückhaltend und unsicher.

Also zusammengefasst:
Soldaten:
Besondere Vorraussetzungen braucht man nicht. Wenn man Tiere mag, findet man auch Kontakt zu den Hunden. Wenn nicht, auch gut. Nicht alle hatten soviel Kontakt mit den Hunden wie ich. Und wenn es gar nicht geht, wird man versetzt.

Längerdienende: Im Prinzip genau dasselbe, nur das diese eher auch selber direkt aktiv werden konnten. Wer mit Hunden nicht kann, konnte dies entweder lernen oder sich etwas anderes suchen. Unser dritter Uffz. hat dann auch lieber die Trasse versorgt. Seinen eigenen Hund hatte er ja in guter Obhut im Zwinger.

Hundeführer wie ich Sie kennengelernt habe
1. Staffelführer mit Verantwortung für einen Zug sowie die Hunde im GB
2. Unteroffiziere der Hundestaffel -> meistens ausgebildete Hundeführer
3. Soldaten in der Hundestaffel -> siehe oben
4. Hundeführer in den Grenzkompanien
- Soldaten (gab es zu meiner Zeit noch – Auswahl siehe oben)
- Unteroffiziere
- Unteroffiziere / Grenzaufklärer siehe S51

Gab es eigentlich auch Fähnriche mit Hund?

DHF-GT wie bist Du Hundeführer geworden?

Gruß
Rotti


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#17

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 24.01.2010 16:14
von exgakl (gelöscht)
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Gab es eigentlich auch Fähnriche mit Hund?

Hallo Rotti,

natürlich gab es Fähnriche mit Hund. Die Dienststellung "Grenzaufklärer" war eine Fähnrichplanstelle, demzufolge waren viele Fähnriche auch Hundeführer.

VG exgakl


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#18

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 24.01.2010 17:38
von Mike59 | 7.969 Beiträge

Wir hatten hier im Forum schon mal einen ähnlichen Tread "Hunde an der Grenze....."
Ich war auch auf den Hund gekommen, natürlich nicht freiwillig. Ich war auch einer von 2 oder 3 Fähnrichen in unserer GK.

Mike59
Hier mein Betrag von damals
Servus,
endlich mal wieder ein Thema wo ich meinen Senf dazu geben kann. Als GAK durfte ich ja auch Hundeführer und Militärkraftfahrer sein. Allerdings nur Krad. Das ist nicht abwertend gemeint mit dem Krad, war nur schlecht wegen dem Hund.
Also mal tacheles. Irgendwann sind unsere Oberen auf den Trichter gekommen das ein Hund doch eine tolle Sache ist und dadurch ein Posten (Eigensicherung) eingespart werden kann. Da bei uns ja auch die Jahreszeiten (sprich Sommer/Winter) befohlen wurden, wurde auch das Führen der Hunde für GAK befohlen. Egal ob du damit konntest oder nicht DV ist DV. Ich hatte jedenfalls Glück im Unglück, ich hatte einen echt feinen Hund, einen altdeutschen (natürlich von Adel) leider einen Alpha Rüden ( so wie ich ) Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung was und wie ein Hund zu halten ist. Aber Mensch und Hund sind ja lernfähig. Es war schon sehr gut wenn ich mit meinem Schutzhund auf Streife war. Alles sehr entspannt, nur schlecht wenn ich den mal in eine USM schickte und er eine Reh oder einen Hasen aufspürt. - da war er dann mal für ein paar Stunden weg.

Natürlich konnte man auch nach einem ausgeprägtem Saufgelage sich mal in der Frühschicht in den Wald legen um auszunüchtern (Naja wir waren ja alle mal jung)
Die Versorgung mit Futter war zu Beginn nicht kontinuierlich, da haben wir Hundeführer viel zugesteuert, später ist es wirklich besser gewesen. Der Chef der Hundetruppe im Batt. hat gesagt die Hunde machen Dienst also bekommen die auch jeden Tag zu fressen. So war es dann auch. Das galt auch für unsere Trassenhunde arme Hunde, aber wie schon beschrieben, die hätten keinen zerfleischt. Das knistern von Butterbrotpapier hat alle gezähmt. Wichtig war, die haben gebellt. Mit Krawall und Licht machen wir den Abschnitt dicht!

Leider musste ich sehr oft auf die FüSt oder war mit dem Krad unterwegs und mein Hund hatte schon Liegeschwielen, das hat mir wirklich weh getan. Dazu kommt, dass unsere Vorgesetzten - Nicht Alle - es nicht ab konnten, das der Hundeführer nur 7 h Grenzdienst machen sollten und 1 h für ihren Hund nutzen sollten. Ich wurde mal nach einem Nachtdienst von meinem Stabschef aus der Nachtruhe geholt weil mein Hund es nach dem Dienst nicht verhindern konnte seinem Stoffwechsel folge zu leisten. (Ich hatte es schon mal geschrieben) Ein Zwinger hat eben sauber zu sein. BEFEHL !!
Aber wie soll ich mit Fam. (2 Kindern) und Hund in einer 65 qm Wohnung leben. Das ging einfach nicht, zumal ich den Hund nicht zu jedem Dienst einsetzten konnte. Was für eine Scheiße- ich habe gerade pipi in meinen Augen. Geht mir echt en die Nieren.

Gruß


zuletzt bearbeitet 24.01.2010 17:50 | nach oben springen

#19

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 24.01.2010 18:54
von DHF_GT (gelöscht)
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@All: Ich wollte 10ender werden als Militärmusiker. Leider habe ich beim Vorspielen nach Ansicht der "Jury" (zwei Offiziere) nicht die an mich geforderten Leistungen gebracht (2 Tage Prora, die richtig jut waren). Danach habe ich mich nur noch für drei Jahre verpflichtet. Da ich Zootechniker gelernt hatte, schlug man mir auf dem WKK eine Laufbahn als DHF bei den GT vor. Ich hatte seinerzeit dieses Angebot angenommen. Ich war also - was Tiere betrifft -"vorbelastet". Warum auch immer ich zu den GT gezogen wurde weiß ich bis heute nicht, da mütterlicherseits 3 Geschwister zu DDR - Zeiten in den "Westen" ausgereist sind. Ich will damit sagen, ich war ein Grenzer mit viel Westverwandtschaft, und weiß bis heute nicht warum. Ich war Grenzer, und bin froh, dass im Dienst nie etwas passiert ist. Aber jut, da haben wir sicherlich die gleichen Gefühle...
Beste Grüße,
DHF_GT


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#20

RE: Hundeführer

in Grenzbilder innerdeutsche Grenze 24.01.2010 19:26
von DHF_GT (gelöscht)
avatar

@Sonne: Sorry, hat dann doch etwas länger gedauert...;o) Man hat dann doch schon etwas auf die Ausbildung des DHF geschaut, so denke ich. Ich war z.B. gelernter Zootechnker, und ich hatte Erfahrung mit Tieren dem Grunde nach. Jut, eine Kuh ist kein Diensthund. Aber das Verständnis für ein Lebewesen war da. In Wilhelmshorst bekamen wir die Grundlagen gelehrt. Kynologie und vieles weitere mehr. Was allerding die (Hunde-) Admistration vertikal und horizontal betraf, na jut, besch.......

@S51: Nach mir neuen vorliegenden Infos, entschuldige ich mich für meinen Beitrag der Dich betraf. Das die GT Zweigleisig gefahren sind war mir nicht bekannt. Also sollte auch Deine Meinung gelten. Aber auf alle Fälle hatten die GT ausgebildete DHF (aus meiner Uffz. - Sicht), wie es bei den Gakl´s gelaufeb ist weiß ich nicht, Sorry dafür.
Beste Grüße,
DHF_GT


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