#21

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 21:47
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von chucky
Naja Feliks, das wissen nur die dabei gewesen sind.



Nee, Chucky, die müssen nicht dabei gewesen sein. Wer da gewohnt hatte, war eben informiert.

AZ


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#22

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 21:49
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Augenzeuge
Weißt du Felix, die in der BRD nicht zur Fahne wollten, die studierten einfach in Westberlin- einfacher ging es kaum. Das war sogar legal. Warum erst zur Fahne und dann abhauen?
AZ


Diese Option eröffnete sich zwangsweise nur Abiturienten, heute ist sie gänzlich unmöglich. Bei der BW finden pro Jahr ca. 60 Fahnenfluchten statt.




Unerlaubtes Entfernen von der Truppe kommt da eher zum Tragen.

Als Unerlaubte Entfernung bezeichnet man im Militärwesen die ungerechtfertigte bzw. befehlswidrige Entfernung von der Truppe mit der zeitweiligen Absicht, sich dem Wehr- oder Kriegsdienst zu entziehen.
Sie ist nicht gleichbedeutend mit der Fahnenflucht (Desertion), da bei jener die Absicht vorliegt, sich dauerhaft zu entfernen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 19.01.2010 21:49 | nach oben springen

#23

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 21:49
von chucky | 1.213 Beiträge

Danke ek40 für die Antwort
gruß chucky
p.s. dafür gibt es ja Euch um einen wie mir das zu beantworten und ich bin froh das es Euch gibt
also mal danke an alle


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#24

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 21:51
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Thunderhorse

Zitat von Feliks D.

Zitat von Augenzeuge
Weißt du Felix, die in der BRD nicht zur Fahne wollten, die studierten einfach in Westberlin- einfacher ging es kaum. Das war sogar legal. Warum erst zur Fahne und dann abhauen?
AZ


Diese Option eröffnete sich zwangsweise nur Abiturienten, heute ist sie gänzlich unmöglich. Bei der BW finden pro Jahr ca. 60 Fahnenfluchten statt.




Unerlaubtes Entfernen von der Truppe kommt da eher zum Tragen.

Als Unerlaubte Entfernung bezeichnet man im Militärwesen die ungerechtfertigte bzw. befehlswidrige Entfernung von der Truppe mit der zeitweiligen Absicht, sich dem Wehr- oder Kriegsdienst zu entziehen.
Sie ist nicht gleichbedeutend mit der Fahnenflucht (Desertion), da bei jener die Absicht vorliegt, sich dauerhaft zu entfernen.




Richtig, Unerlaubtes Entfernen gibt es aber mehrere hunderte Fälle pro Jahr; richtige Fahnenfluchten ca. 60. Wiki spricht hier von 50, wird also irgendwo dazwischen liegen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 19.01.2010 21:54 | nach oben springen

#25

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 21:53
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Was Wiki so alles spricht!


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#26

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 21:57
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von Thunderhorse
Was Wiki so alles spricht!



Ähm, wer meinte immer, dass wiki eine schlechte Quelle ist.....aber in dem Fall kann man sicher eine Ausnahme machen...

AZ


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#27

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 22:03
von Mongibella (gelöscht)
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Nen Bekannter von mir hat sich mal ne Woche oder so nich zurück gemeldet aus dem Urlaub bei der Bundeswehr....er hat nen riesen Anschiss bekommen nachdem ihm die Feldjäger gefunden haben....nach Schwedt oder einem Äquivalent ist er allerdings nicht gekommen....irgendwie lief es nachher auf unehrenhaft entlassen raus....er durfte sozusagen früher nach Hause weil se ihn eh nich mehr gebrauen konnten....ganz genau kenn ich die Geschichte aber nich....er hat wohl ne Drogenabhängikeit oder so simuliert....hat sich wohl Tagelang mit irgendeinem Scheiss zugeknallt und hat wohl gesagt, er kommt da nich mehr von runter....

....dat is aber schon sehr lange her, war wohl Anfang der 90er und so genau kenn ich ihn halt auch nich....


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#28

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 22:36
von maja64 (gelöscht)
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Zitat von ek40

Zitat von Feliks D.

Zitat von chucky
Nur ne Frage, 50 Meter, die anderen Grenzer haben wohl geschlafen oder warum hat das keiner gesehen?
chucky


Das hab ich mir auch gedacht. Der PF hätte hier doch wachsam sein und den Weg seines Postens visuell verfolgen müssen, dann hätte er auch dessen Vorhaben realisiert und dieses in letzter Konsequenz auch verhindern können bzw. müssen.


@chucky,ich schrieb es schon mal,

tatsächlich wurde oft im GD geschlafen,jedenfalls bei uns.
Wird von Kompanie zu Kompanie anders gewesen sein.
Und zwar wenn man Pech hatte und in einer "Sackstandkompanie" diente,die immer und überall Beste sein sollten/wollten.
Eben eine Vorzeigekompanie.

@Feliks,visuell wurde bei uns so gut wie gar nicht der 2.Mann verfolgt.
Wenn man ins Gebüsch ging um sein Geschäft zu verrichten schon überhaupt nicht.
Bei der "Darmentleerung" stand niemand mit einem Gewehr neben uns.
Es wurde sich größtenteils vertraut.
Wer wollte sich so etwas auch antun?
Fakt ist natürlich,dass genau diese Situationen zu einer Flucht genutzt werden konnten.
Einer von uns hat es nicht geschafft,weil er den 2m Zaun nicht bezwingen konnte.
Darüber schrieb ich schon mal in einem anderen Beitrag.
Und @Feliks,solch Vorhaben in letzter Konsequenz zu verhindern hätte ja bedeutet,den eigenen Kameraden zu erschießen.
Wer hätte das getan?Ich nicht,meine Konsequenzen hätten anders ausgesehen,hab ich aber auch schon mal erklärt.

ek40








Dem rot markierten Aussagen von EK40 kann ich nur voll zustimmen.
Mir ist es selber einmal passiert das mein Postenführer zur Notdurft vom BT herunter ging(auf dem wir Nachts uns verbotener Weise befanden),und erst als er wieder hoch kam und die letzte Luke schloß,wachte ich auf.Anschließend kam der Spruch von Ihm "Jetzt hätte ich Dir eine Ansichtskarte aus Hamburg schicken können".
Für mich stand auch damals fest,wenn durch irgendeine dumme Begebenheit dein Posten von der westlichen Seite Dir zuruft "Alter machs Gut",hätte ich zurück gerufen "Warte ich komm mit"(war aber nur zum Ende meiner Dienstzeit möglich ,da damals am GZ 1 keine SM-70 mehr vorhanden waren).



maja


zuletzt bearbeitet 19.01.2010 22:38 | nach oben springen

#29

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2010 22:58
von chucky | 1.213 Beiträge

danke maja, aber man sieht, so einfach wars nicht sich aus dem Staub zu machen, es sei denn der andere hat geschlafen.

gruß chucky


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#30

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 08:39
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von ek40

Es wurde sich größtenteils vertraut.
Wer wollte sich so etwas auch antun?Fakt ist natürlich,dass genau diese Situationen zu einer Flucht genutzt werden konnten.


Und @Feliks,solch Vorhaben in letzter Konsequenz zu verhindern hätte ja bedeutet,den eigenen Kameraden zu erschießen.
Wer hätte das getan?Ich nicht,meine Konsequenzen hätten anders ausgesehen,hab ich aber auch schon mal erklärt.

ek40



Moin EK,

Wer hätte das getan, wer wollte sich sowas antun? Es gab genug die genau diese Situation genutzt haben und ihrem Kameranden dies angetan haben.

Letzte Konsequenz heißt nicht zwangsläufig erschießen, hätte passieren können aber nicht müssen, der Mensch hat ja auch Beine. Wobei ich weiß, dass hier das treffen vom BT sehr schwierig gewesen wäre.
Ist der Kamerad im Moment seiner Flucht noch dein Kamerad, oder zeigt er nicht genau in diesem Moment welchen Geistes Kind er wirklich ist? Ein Kamerad würde dich nicht einer solchen Situation und den damit für dich verbundenen negativen Folgen aussetzen. In Moment des Verrats an dir, an seinem Staat und auch an seinem Eid, schließt er sich aus dem Kreis der Kameraden aus.

Trotzdem teile ich deine Meinung, dass dies eine verdammt beschissene Situation dargestellt hätte und jeder froh sein durfte wenn er diese nicht erleben mußte.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#31

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 14:33
von Bergmensch (gelöscht)
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Zitat von Mongibella

Zitat von Augenzeuge
Weißt du Felix, die in der BRD nicht zur Fahne wollten, die studierten einfach in Westberlin- einfacher ging es kaum. Das war sogar legal. Warum erst zur Fahne und dann abhauen?

AZ



Ich frag mich schon sehr lange warum Ostberliner eigendlich zur Fahne mussten.....und warum da überhaupt deutsches Millitär rumgerannt ist.....war das nicht gegen das Viermächteabkommen.....????

Is halt nur ne Zwischenfrage an alle hier....

Mara




Die Westmächte hatten eben auch nicht den Arsch in die Hose um sich gegen die Russen durchzusetzen.
Wenn aber der Westen(BRD) Militär in Westberlin stationiert hätte, wäre das Geschrei aber groß gewesen.


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#32

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 17:10
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat

Zitat von Bergmensch
Schön für jeden der dieses ziel erreichte.




Fahnenflucht ist nie eine schöne Sache!




Du musst einfach das positive an der Sachen sehen. Die Flucht ist perfekt gelungen
und niemand ist zu schaden gekommen. Ist das nichts ?



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#33

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 17:30
von karl143 (gelöscht)
avatar

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Augenzeuge
Weißt du Felix, die in der BRD nicht zur Fahne wollten, die studierten einfach in Westberlin- einfacher ging es kaum. Das war sogar legal. Warum erst zur Fahne und dann abhauen?

AZ



Diese Option eröffnete sich zwangsweise nur Abiturienten, .......




Da bist du aber im Irrtum. Ein Studium z.B. an der Technikerschule reichte aus. Dazu musste man nur eine Facharbeiterausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung haben. Und das hatten viele.

AZ




Das Problem war aber folgendes. Ab dem April 1965 waren die jungen Männer ab dem 18 Lebensjahr wehrpflichtig. Mit 18 hatte noch keiner ne Facharbeiterausbildung und anschließend 3 Jahre Berufserfahrung. Hinzu kam, mit der Zustellung der Musterung war die Chance vertan, sich nach Berlin umzumelden. Das hätte davor passieren müssen. So leicht wie es sich heute anhört, war die ganze Angelegenheit nun doch nicht.


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#34

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 17:31
von karl143 (gelöscht)
avatar

Zitat von karl143

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Augenzeuge
Weißt du Felix, die in der BRD nicht zur Fahne wollten, die studierten einfach in Westberlin- einfacher ging es kaum. Das war sogar legal. Warum erst zur Fahne und dann abhauen?

AZ



Diese Option eröffnete sich zwangsweise nur Abiturienten, .......




Da bist du aber im Irrtum. Ein Studium z.B. an der Technikerschule reichte aus. Dazu musste man nur eine Facharbeiterausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung haben. Und das hatten viele.

AZ




Das Problem war aber folgendes. Ab dem April 1965 waren die jungen Männer ab dem 18 Lebensjahr wehrpflichtig. Mit 18 hatte noch keiner ne Facharbeiterausbildung und anschließend 3 Jahre Berufserfahrung. Hinzu kam, mit der Zustellung der Musterung war die Chance vertan, sich nach Berlin umzumelden. Das hätte davor passieren müssen. So leicht wie es sich heute anhört, war die ganze Angelegenheit nun doch nicht. Andererseits sind gerade viele Westberliner freiwillig zur Bundeswehr gegangen. Beim BGS kenne ich allein 5 die zu meiner Zeit aus Berlin kamen.



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#35

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 18:02
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von karl143

Zitat von Augenzeuge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Augenzeuge
Weißt du Felix, die in der BRD nicht zur Fahne wollten, die studierten einfach in Westberlin- einfacher ging es kaum. Das war sogar legal. Warum erst zur Fahne und dann abhauen?

AZ



Diese Option eröffnete sich zwangsweise nur Abiturienten, .......




Da bist du aber im Irrtum. Ein Studium z.B. an der Technikerschule reichte aus. Dazu musste man nur eine Facharbeiterausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung haben. Und das hatten viele.

AZ




Das Problem war aber folgendes. Ab dem April 1965 waren die jungen Männer ab dem 18 Lebensjahr wehrpflichtig. Mit 18 hatte noch keiner ne Facharbeiterausbildung und anschließend 3 Jahre Berufserfahrung. Hinzu kam, mit der Zustellung der Musterung war die Chance vertan, sich nach Berlin umzumelden. Das hätte davor passieren müssen. So leicht wie es sich heute anhört, war die ganze Angelegenheit nun doch nicht.




@Karl,
genau das war der Punkt, der bei vielen jungen Bundesbürgern nicht beachtet wurde, daher kam es in Berlin immer wieder zu Festnahmen und Überstellungen von Wehrpflichtigen nach Westdeutschland, ich selbst sollte wegen meines Zweitwohnsitz in Aachen 1966 zur Musterung erscheinen, erst als ich erklärte mein Hauptwohnsitz ist Berlin, wurde davon Abstand genommen, man wollte mir sogar den Flug bis Köln bezahlen,

siehe hier:

http://www.swr.de/swr1/bw/programm/-/id=...nf5q/index.html

Nur der erste Teil,
Gruß aus Berlin


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#36

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 18:23
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Hallo Achim und Karl,
alles was ihr schreibt ist zwar richtig, die Praxis sah doch manchmal anders aus. Sehr viele gingen nach ihrer Einberufung nach Berlin. Das war zwar rechtswidrig, aber Festnahmen und Abschiebungen waren wirklich die grosse Ausnahme. Ich kannte sehr viele, die den von mir beschriebenen Weg gewählt hatten, auch sie bekamen zwar die Post sich zu melden, aber die Ämter in Berlin setzten das Recht kaum um. Nicht von einem habe ich gehört, dass er abgeschoben wurde. Es gab noch weitere Tricks um sich zu entziehen. Tätigkeiten bei der Feuerwehr, ein Studium in Theologie...Wer heiratete und Kinder bekam, war schon mal aus dem engeren Umfeld raus.
Schaut mal was der Spiegel 1983 geschrieben hat...aber die grossen Abschiebungen gab es danch nie.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14023511.html

Gruss, Jörg


zuletzt bearbeitet 20.01.2010 22:26 | nach oben springen

#37

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 18:34
von glasi | 2.815 Beiträge

wie war das denn nach der wiedervereinigung? wurden dann alle jungen männer nachträglich zum wehrdienst verdonnert? ich habe nie was davon gehört. lg glasi



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#38

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 19:09
von karl143 (gelöscht)
avatar

Zitat von Augenzeuge
Hallo Achim und Karl,
alles was ihr schreibt ist zwar richtig, die Praxis sah doch manchmal anders aus. Sehr viele gingen nach ihrer Einberufung nach Berlin. Das war zwar rechtswidrig, aber Festnahmen und Abschiebungen waren wirklich die grosse Ausnahme. Ich kannte sehr viele, die den von mir beschriebenen Weg gewählt hatten, auch sie bekamen zwar die Post sich zu melden, aber die Ämter in Berlin setzten das Recht kaum um. Nicht von einem habe ich gehört, dass er abgeschoben wurde. Es gab noch weitere Tricks um sich zu entziehen. Tätigkeiten bei der Feuerwehr, ein Studium in Theologie...Wer heiratete und Kinder bekam, war schon mal aus dem engeren Umfeld raus.
Schaut mal was der Spiegel 1983 geschrieben hat...aber die grossen Abschiebungen gab es danch nie.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14023511.html

Gruss, Jörg



@ Jörg,
Berlin konnte ja schlecht jemanden abschieben. Die konnten aber festnehmen. Das diese Praxis anders aussah, lag aber am damaligen Senat.Diejenigen, welche sich gesetzeswidrig der Einberufung entzogen hatten, waren aber zur Fahndung ausgeschrieben. Ab und zu wurden sie dann auch in Helmstedt mal festgenommen, wenn sie in die Kontrolle gerieten. Wer clever war, flog. Aber das Geld hatten die meißten ja nicht. Also über die Autobahn, mit vollem Risiko einer Kontrolle. Aus dem Schneider war, wer vor dem Musterungsbescheid (das war der Stichtag) einen Hauptwohnsitz in Westberlin hatte. Die Berliner Polizei hatte seinerzeit nicht den besten Ruf.


zuletzt bearbeitet 20.01.2010 22:27 | nach oben springen

#39

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 19:12
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Nun, glasi, ich weiss nur, dass praktisch in Berlin-West ab 1990 keine Wehrpflicht mehr für 24-jährige bzw. älter mehr bestand bzw. praktisch umgesetzt wurde. Allerdings gab es da noch Unterschiede, ledig, verh. etc. Ich war damals eh schon zu alt.... Ob das in Ostberlin anderes lief- keine Ahnung.....


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#40

RE: Flucht eines Grenzsoldaten in Zwinge

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2010 19:40
von Anton | 156 Beiträge

Zitat von glasi
wie war das denn nach der wiedervereinigung? wurden dann alle jungen männer nachträglich zum wehrdienst verdonnert? ich habe nie was davon gehört. lg glasi



Zitat von Augenzeuge
Nun, glasi, ich weiss nur, dass praktisch in Berlin-West ab 1990 keine Wehrpflicht mehr für 24-jährige bzw. älter mehr bestand bzw. praktisch umgesetzt wurde. Allerdings gab es da noch Unterschiede, ledig, verh. etc. Ich war damals eh schon zu alt.... Ob das in Ostberlin anderes lief- keine Ahnung.....




Also ich kann mich noch sehr genau erinnern, auch weil es mich persönlich betraf, daß nach der Wiedervereinigung im Oktober oder November 1990 ein kleiner Artikel in jeder Tageszeitung stand, den mit Sicherheit viele überlesen haben. Sinngemäß hatte dieser Artikel zum Inhalt, daß ab sofort (Nov. 1990) lt. Bundesverteidigungsministerium die Wehrpflichtigen der Jahrgänge 1967/68 und älter nicht mehr zum Wehrdienst einberufen werden. Begründet wurde das im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung, der zwei-plus-vier Verhandlungen und der allgemeinen Truppenreduzierung nach Beendigung des kalten Krieges.

Viele Grüße - Anton



zuletzt bearbeitet 20.01.2010 19:48 | nach oben springen


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