#21

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2010 20:55
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Oss`n
Hallo ek40,
bei uns wurden (86-87) die Seitengewehre immer mitgenommen, sie waren ja Teil deiner Waffe.
Übrigens ist ein Seitengewehr kein Bajonett.
Ist aber nicht weiter schlimm.

Oss`n

Danke für die Richtigstellung @Oss'n,

hab das so nicht beachtet.Aber jetzt wo du es sagst.Das Seitengewehr war kürzer und mit Sägeblatt sowie als Schere nutzbar,oder?Und das Bajonett ist quasi ein langer schmaler Dolch oben am Lauf?
---------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wundern tut mich auch hier die unterschiedliche Handhabe dieser Sache.Also hat es wahrscheinlich nie eine einheitliche Regelung gegeben und jede Kompanie konnte das so regeln,wie sie es wollte.
Demzufolge hatte dann das eine mit dem anderen vielleicht gar nichts zu tun gehabt.
Es wurde uns aber auch nie erklärt.Wir dachten immer,der Grenzdurchbruch mit Tötung des Grenzers E.Knospe sei der Grund gewesen.Denn es machte das Gerücht die Runde,das E.Knospe mit einem Seitengewehr durch Decker umgebracht wurde.
Aber Danke euch allen schon mal für die Antworten.
Ich hätte wirklich gedacht,dass solche Befehle konform bei den GT abliefen und nicht jede Kompanie selbst entscheiden konnte,wie sie das händelt.
Und das auch noch zu so unterschiedlichen Zeiten.

ek40


zuletzt bearbeitet 18.01.2010 14:00 | nach oben springen

#22

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2010 21:09
von Roland 87 | 215 Beiträge

Bei uns war das Seitengewehr ein gewöhnlicher Ausrüstungsgegenstand und mit zuführen(1986/87).



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#23

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2010 21:23
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von glasi
soory. wenn ich mich hier einmische. ich war ja bei der bw. für das g3 gab es eine halterung für ein seitengewehr. ich glaube aber das es nie in einen truppenteil in der bw ausgegeben worden ist. ich finde die waffe auch unmenschlich. mich würde es auch nicht wundern wenn die nva auch noch flammenwerfer hätte.lg glasi



Hallo Glasi,

über die Verwendung des Seitengewehrs wurde schon einiges gesagt. Im Wesentlichen wurde es als Allzweckwerkzeug angesehen. Mit Riesenmühe hätte man sich mit dem Ding auch durch das Streckmetall an den Grenzzäunen kämpfen können. Im Einsatz habe ich es nur einmal gesehen, als wir ein, wie sich später herausstellte durch Lungenwurm, sehr lethargisch gewordenes Wildschwein von der Straße scheuchen mussten, damit die A-Gruppe weiterfahren kann. Es wurde übrigens nicht erstochen, es gab nur auf die Distanz einer Waffe ein paar Piekser in den Schinken. Daraufhin schlich es von der Straße weg. Das A-Gruppen-Fahrzeug war übrigens ein Trabi. Da war nicht ganz klar, wer Sieger bleibt. Für den Einsatz gegenüber Grenzverletzern gab es keine Regelung. Ich kenne keine Ausbildung und keinen Befehl, der das Aufsetzen des Seitengewehrs im Grenzdienst vorgesehen hätte. Insofern wurde es tatsächlich nur mitgeführt, weil es als "Teil der Waffe" galt.

Dass die Mitführung zeitweilig untersagt wurde, kann die verschiedensten Ursachen gehabt haben. Oft wurden solche "Maßnahmen" nach Vorkommnissen oder sich häufenden Schäden ergriffen. Praktisch und Durchschnittspsychologisch war da nichts weiter passiert, als das ein Vorgesetzter vor einem seiner Vorgesetzten Rechenschaft ablegen musste, z.B. weil im Bericht des Offiziers für Bewaffnung eine sich häufende Anzahl von Beschädigungen von Seitengewehren erwähnt war. "Welche Maßnahmen gedenken Sie, zu ergreifen?", lautete dann die oft nicht gerade sanft gestellte Frage. Der noch verbliebene Hirnrest des Offiziers musste nun eine schnelle Antwort finden. "Die Seitengewehre nicht mehr mit zum Grenzdienst mitzuführen", war dann eine der möglichen Antworten. Kam dann das "Bestätigt", hatte man seine "Regionallösung".

Flammenwerfer: Die Grenztruppen hatten im Bereich des Grenzkommandos Mitte leichte Flammenwerfer im Bestand. Genau wie die Schützenpanzer PSH waren diese allerdings nur für den Gefechtseinsatz innerhalb eines Krieges vorgesehen. Eine Gefechtsladung dieses Flammenwerfers war auf drei Flammenstöße bis zu einer Entfernung von ca. 75 Meter ausgelegt. Der Schütze trug drei kleine Druckflaschen mit Napalm auf dem Rücken. Ein Flammenstoß wurde wie folgt ausgelöst: Der Druck auf den Abzugshebel brachte eine kleine Sprengladung in der Druckflasche zur Explosion, deren Druck das Napalm durch einen Druckschlauch und durch den Lauf des Flammenwerfers drückte. Am Laufende wurde die Ladung durch ein Piezoelement gezündet (oder nicht = "ein Kalter"). Ich bin an der Offiziershochschule an diesen Dingern noch eingewiesen worden und habe sie in der Lehrvorführung im scharfen Schuss erlebt.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#24

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2010 22:43
von negativ 1 bei 590 (gelöscht)
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servus

wärend meiner dienstzeit von 1982 bis 1988 hatte ich das seitengewehr 1 mal in der hand, zum putzen wegen kontrolle durch das mfnv! sonst nie! es wurde auch nicht ausgegeben, weder zum schiessen noch sonst irgenwann!
allerdings bei den luftstreitkräften!


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#25

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 10:36
von grenzgänger86 | 375 Beiträge

Hallo zusammen,

als ich an der Grenze war 04/86-04/87 in Schierke,haben wir das Seitengewehr nicht mit zum Grenzdienst genommen.Ich kann mich nur dran erinnern das wir es einmal mitnehmen mußten bei einer Lage im Abschnitt,da wurden zwei Russen gesucht,ansonsten aber nicht.


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#26

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 11:34
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von ek40

Zitat von Oss`n
Hallo ek40,
bei uns wurden (86-87) die Seitengewehre immer mitgenommen, sie waren ja Teil deiner Waffe.
Übrigens ist ein Seitengewehr kein Bajonett.
Ist aber nicht weiter schlimm.

Oss`n

Danke für die Richtigstellung @Oss'n,

hab das so nicht beachtet.Aber jetzt wo du es sagst.Das Seitengewehr war kürzer und mit Sägeblatt sowie als Schere nutzbar,oder?Und das Bajonett ist quasi ein langer schmaler Dolch oben am Lauf?
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Wundern tut mich auch hier die unterschiedliche Handhabe dieser Sache.Also hat es wahrscheinlich nie eine einheitliche Regelung gegeben und jede Kompanie konnte das so regeln,wie sie es wollte.Demzufolge hatte dann das eine mit dem anderen vielleicht gar nichts zu tun gehabt.
Es wurde uns aber auch nie erklärt.Wir dachten immer,der Grenzdurchbruch mit Tötung des Grenzers E.Knospe sei der Grund gewesen.Denn es machte das Gerücht die Runde,das E.Knospe mit einem Seitengewehr durch Decker umgebracht wurde.
Aber Danke euch allen schon mal für die Antworten.
Ich hätte wirklich gedacht,dass solche Befehle konform bei den GT abliefen und nicht jede Kompanie selbst entscheiden konnte,wie sie das händelt.
Und das auch noch zu so unterschiedlichen Zeiten.

ek40





Hallo ek40,
genau so ist das.
Offiziell gab es sogar Regeln und Verordnungen welche Abstände die Dienstgradsterne haben durften.
Dies wurde penibel in mm angegeben.
In Wahrheit hat das niemanden interessiert.
Offiziell musste die Mpi mit dem Lauf nach oben und mit ausgeklappter Schulterstütze getragen werden.
In Wahrheit habe ich nie jemanden so gesehen.
Bei und wahren die Flinten immer auf Hüfthöhe und nat. mit eingeklappter Schulterstütze und nat. auch den Lauf nach unten.
Im Sommer fast immer die Ärmel der FDU hochgekrempelt.
Klar haben wir uns auch wieder schick gemacht, wenn jemand auf der anderen Seite unbedingt ein Bild von uns haben wollte.
Ansonsten lief das an der Grenze oft recht leger und abweichend von allen Regeln ab.
So lange sich keiner vom Batt. oder Reg. auf die Füße getreten fühlte, machte jeder sein eigenes Ding.
Diese 100%tige Genauigkeit bei der Einhaltung von DV gab es bei uns nicht.
Ganz eindeutig wird das doch auch bei mehreren Beantwortungen zu einer Frage.
Deshalb sollte man auch bei vielen Sachen nicht gleich sagen, hat es nicht gegeben.
Wie gesagt bei vielen.
So viel erst einmal.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 18.01.2010 14:00 | nach oben springen

#27

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 12:29
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von glasi
soory. wenn ich mich hier einmische. ich war ja bei der bw. für das g3 gab es eine halterung für ein seitengewehr. ich glaube aber das es nie in einen truppenteil in der bw ausgegeben worden ist. ich finde die waffe auch unmenschlich. mich würde es auch nicht wundern wenn die nva auch noch flammenwerfer hätte.lg glasi



Hallo Glasi, die Halterung wird nicht umsonst am G3 gewesen sein. Im K-Fall hättet ihr dann sicher auch das passende Gegenstück dafür bekommen.

Der bei der NVA verwendete Falmmenwerfer war der LPO-50. Jedoch halte ich dein Statement in dieser Form für falsch, da es vermitteln soll, dass die NVA unmenschlich war bzw. als einzige unmenschliche Waffen nutzte.
Flammenwerfer wurden auch durch westliche Staaten eingesetzt! Heute wurde jedoch verstärkt dazu übergegangen, statt dem normalen Flammenwerfer schultergestützte Raketenwerfer mit termobarischen- bzw. FAE Gefechtsladungen zu verwenden. Weiterhin gibt es auch ausreichend Gefechtsköpfe für mobile Raketenwerfer und Bomben für die Luftwaffe.

Der momentan letzte Einsatz dieser von dir angeprangerten unmenschlichen Brandwaffen erfolgte übrigens während des Irakkriegs 2003, als die USA durch die USAF reichlich Mk-77 abwerfen lies.

Nun aber wieder zurück zum eigentlichen Thema...


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 18.01.2010 12:42 | nach oben springen

#28

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 13:31
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Old Willy
Laut Waffenordnung der NVA war das Seitengewehr ein Teil der Waffe und wurde immer zum Dienst mitgeführt,auch als Objektwache oder am Munibunker,nur als Satandortstreife in Havelberg oder in der Innenstadt von Erfurt hatten wir keins als KD bei,zu meiner zeit 69 -72




Hallo Old Willy, was lese ich da? Standortstreife in Havelberg. Wenn ich in Dein Profil schaue, kann ich mir da auf den ersten Blick keinen rechten Reim drauf machen, es sei denn, Du warst als Resi dort?
Wenn ja, wann war denn das?

Die bisherigen Äußerungen zum Seitengewehr, fälschlicher Weise und verm. durch den historischen Hintergrund auch als Bajonett bezeichnet, kann ich so nur bestätigen, zumindest was NVA anbelangt.

Wir waren gerade EK´s geworden und zu einer Ausbildungsmaßnahme im Gelände. Ein Sprilli hat dort sein Seitengewehr nach dem Frühstück vergessen. Bemerkt wurde es natürlich erst nachmittags bei der Waffenrückgabe. Seitengewehrhüüle war noch vorhanden, der Inhalt weg...! Sackstand hoch 20! Wie schon gesagt, es war als Teil der Waffe benannt/ einklassifiziert und wurde auch streng nach Vorschrift so behandelt. Also großangelegte Suchaktion mit der gesamten Kompanie. Die Stimmung kann sich sicher jeder vorstellen, der mal bei NVA oder GT gedient hat! Zumal der größte Teil der Manschaft schon zur Freizeit abgerüstet hatte..., also Waffenreingen, Herstellen Kleiderordnung ect. hinter sich hatte und sich auf die Freizeit freute. Die Kutscher hatten ihre Fahrzeuge gereinigt, ich meinen SPW auch. Wir durften alle nochmal mit raus! Gefunden wurde das Teil dann nach längerer Suche und schon einsetzender Dämmerung eher zufällig in einem Baumstuken steckend.
Der besagte Sprilli hatte dann natürlich für die nächste Zeit ersteinmal keinen gnädigen Gott mehr!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#29

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 14:40
von dein1945 (gelöscht)
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Mensch Leute,
wozu Standortstreife ? Kenne Havelberg als Pferdemarkt !
Gruß aus Berlin


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#30

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 16:25
von EK76/1 | 84 Beiträge

Auch wir hatten kein Seitengewehr dabei. 1975-76/Dedeleben. Auch Berlin 81`nicht.
Es gab genug zu schleppen:
Kaschi,MagazinTasche mit Inhalt. Regenumhang.
Als Knolle kamen noch die Leuchtzeichen, Postentabelle und natürlich die "leckere" Postentasche dazu.Oft ging die Thermosflasche schon beim Aufsitzen auf den LKW zu Bruch. Das bedeutete Extra-Revierreinigen. Ist aber schon wieder ein anderes Thema.
Viele Grüsse



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#31

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 16:31
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von dein1945
Mensch Leute,
wozu Standortstreife ? Kenne Havelberg als Pferdemarkt !
Gruß aus Berlin




Standortstreife war in allen Orten üblich, wo kasaniertes Militär oder Grenztruppen stationiert waren. Der s. g. Standortbereich war örtlich begrenzt. Untere, kaserniert untergebrachte Mannschaftsdienstgrade (Soldaten, bestimmte Unteroffiziersgruppen) durften z. Bsp. bei einem genehmigten (Standort-) Ausgang diesen Standortbereich nicht verlassen. Der Standortbereich konnte z. Bsp. nur eine Stadt umfassen aber auch mehrere Ortschaften, je nach Lage und anderer örtlicher Besonderheiten. Der Standortbereich Havelberg umfaßte die Stadt Havelberg (damals noch Kreisstadt), die Nachbarorte Sandau, Toppel, Nitzow und glaub ich noch Groß Wulkau.
Die Standortstreife kann man als eine Art Militärpolizei betrachten, die speziell für die Einhaltung der Dienstvorschriften, für die Ruhe und Ordnung unter den Militärangehöhrigen außerhalb des Kasernenbereiches zu sorgen hatte, die bei Disziplinverstößen durch Militärangehöhrige herangezogen wurden/ zuständig war und z. Bsp. auch nach Fahnenflüchtigen, Deserteuren zu suchen hatte, fahndete.
Aufgabenbereich war u. a. auch, bei Einberufungen und Entlassungen die meißtens per Bahn stattfindende geordnete (Heim-) reise zu überwachen, zu begleiten. Schwerpunkt und Hauptproblem wie heutzutage bei Fußballspielen auch, war der übermäßige Alkoholkonsum...

Zu Zeiten des 3. Reiches nannte man das Wehrmachtsstreife (auch als "Kettenhunde" bekannt), heute nennt man es wohl Feldjäger.

Gegenüber Zivilpersonen hatten und haben diese Art Militärstreifen keine großen Befugnisse, es sei denn, es gilt der Grundsatz der Abwendung einer Allgemeingefahr bzw. Eingreifen bei einer akuten Gefahrensituation.

An "normalen" Tagen sind wir in der s. g. Paradeuniform und mit weißem Koppelzeug sowie Mpi Kalaschnikow mit leerem Magazin auf Streife gegangen (gefahren), nur der Streifenführer hatte seine aufmunitioierte Makarovpistole dabei. Die Standard- Sollstärke war ein Streifenführer (meißt Offizier oder Fähnrichdienstgrad), zwei Soldaten/ Gefreite oder Unteroffiziere und ein Fahrer, also 4 Personen.
An großen Militärstandorten hat man auch mehrere Streifen eingesetzt.

Diese Standortstreifen kontrollierten u. a. in Gaststätten das Benehmen der Millitärangehöhrigen z. Bsp. auf Einhaltung der Uniformordnung, den korrekt gehehmigten Ausgang (Ausgangskarte), den (übermäßigen) Alkoholgenuß usw.. Einfach das ordentliche Benehmen der Militärangehöhrigen in der Öffentlichkeit. Der reguläre Ausgang für die unteren Manschaftsdienstgrade endete ja auch um 24 Uhr!

Wenn s. g. Sicherheitsbefehl war (z. Bsp. Feiertage wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, aber auch Jahrestag der DDR bzw. bei besonderer Anordnung wie z. Bsp. das Volksfest Pferdemarkt in Havelberg!) wurde für die beiden Streifensoldaten und den Fahrer 30 Schuß scharfe Munition ausgegeben, das Magazin steckte in der Waffe. Das Patronenlager war jedoch frei (leer), die Waffe selbstverständlich gesichert. Betraten wir Gaststätten oder andere öffentliche Gebäude, mußte vorher das Magazin (egal ob leer oder aufmunitioniert) aus der Waffe entnommen werden und in einer Uniformtasche verstaut werden.


(Hinweis: Hatte erst vor kurzem einen Erlebnisbericht zu einem Streifengang im nächtlichen Havelberg und einem unfreiwilligem Bad in der Havel dazu geschrieben)

josy95


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zuletzt bearbeitet 18.01.2010 16:37 | nach oben springen

#32

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 16:38
von Old Willy (gelöscht)
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Habe ab den 2.Mai 1969 meinen Grundwehrdienst in Glöwen gemacht,auf Grund meiner Größe kam ich zum Streifendienst 4 Soldaten im ersten Diesthalbjahr und ein Offz,Oberleutnant nach Havelberg zur Standortstreife beim betretten der Gaststätte mußte das Magazin entfernt werden.Haben so manche derben Sprüche einstecken müssen,auch war ich als Zugstreife von Worbis ,Heiligenstadt,Leinefelde eingesetzt mit Waffe aber ohne Seitegewehr.In Erfurt und Mühlhausen waren wir beim KD mit Waffe und weissen Koppelzeug eingesetzt.Nur Kontrolle von Soldaten in Uniform oder Personen die kein Zivil im Ausgang tragen durften,man hatte einen Blick dafür schon am Haarschnitt zu erkennen zu meiner Zeit


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#33

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 17:33
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von Feliks D.

Zitat von glasi
soory. wenn ich mich hier einmische. ich war ja bei der bw. für das g3 gab es eine halterung für ein seitengewehr. ich glaube aber das es nie in einen truppenteil in der bw ausgegeben worden ist. ich finde die waffe auch unmenschlich. mich würde es auch nicht wundern wenn die nva auch noch flammenwerfer hätte.lg glasi



Hallo Glasi, die Halterung wird nicht umsonst am G3 gewesen sein. Im K-Fall hättet ihr dann sicher auch das passende Gegenstück dafür bekommen.

Der bei der NVA verwendete Falmmenwerfer war der LPO-50. Jedoch halte ich dein Statement in dieser Form für falsch, da es vermitteln soll, dass die NVA unmenschlich war bzw. als einzige unmenschliche Waffen nutzte.
Flammenwerfer wurden auch durch westliche Staaten eingesetzt! Heute wurde jedoch verstärkt dazu übergegangen, statt dem normalen Flammenwerfer schultergestützte Raketenwerfer mit termobarischen- bzw. FAE Gefechtsladungen zu verwenden. Weiterhin gibt es auch ausreichend Gefechtsköpfe für mobile Raketenwerfer und Bomben für die Luftwaffe.

Der momentan letzte Einsatz dieser von dir angeprangerten unmenschlichen Brandwaffen erfolgte übrigens während des Irakkriegs 2003, als die USA durch die USAF reichlich Mk-77 abwerfen lies.

Nun aber wieder zurück zum eigentlichen Thema...



hallo felixs. ich wollte die nva nicht als unmenschlich darstellen.nur die waffe. ich habe das alles nochmal selber nachgelesen.lg glasi



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#34

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 17:35
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von S51
Wir haben 1983-1985 kein Seitengewehr mitgenommen. Weniger, weil es nicht erlaubt gewesen wäre, sondern, weil es einfach zum Grenzdienst nicht mehr ausgegeben wurde, nachdem im Winter davor einige Klingen den Kampf mit den Dosen (bei der Zubereitung von Essen im Dienst) nicht überlebt haben.
Ich habe aber andererseits noch 1985 Kollegen vom III. Bataillion im Hinterland gesehen, die mit diesem Gerät bei uns in der Hinterlandsicherung eingesetzt waren.
Als GAK haben wir eine Art Taschenjagdmesser mit feststellbarer Klinge gehabt. Das mussten wir allerdings privat kaufen, was auch nicht jeder getan hat. Außerdem gab es als "Kampfmesser" ein nicht allzu großes Tauchermesser (das war es wohl ursprünglich) in einer schwarzen Plastikscheide. Wir trugen es in einer Beintasche verdeckt aber bestimmt auch wieder nicht alle.




Hallo S51,
wenn ich deine Zeilen so lese......!
Bitte nachfolgendes nicht übel nehmen!

Ihr hattet also als Gakl ein "Taschenjagdmesser" wo man die Klinge auch noch feststellen konnte?
Als "Kampfmesser" gab es ein "Tauchermesser“?
Das klingt für mich wie Kampftaucher ohne Wasser.
Laut deiner Biographie hast du 3 Jahre gedient!
Hast 304 besondere Vorkommnisse!
Hast die Verdienstm. und die Med. für vorb. GD erhalten!

Hut ab !
Marcus Wolf und GO Baumgarten haben wahrscheinlich in 3 Jahren zusammen nicht so viel auf zu weisen.

Ich war 1987 als A-Gruppenführer mal (sagen wir inndireckt) an einer Festnahme beteiligt.

Wer das Gebiet der 7.GK des 2. Bat. des 4. Reg kennt.

Rechte Trennungslinie - Mädchenwald - angrenzend 6. GK Freienhagen.
Auslösung GSZ.......
Abriegelung durch die AGG.
Das ganze bei stock finsterer Nacht - keine Lichtertrasse etc.
Hätte man den Mann nicht vor uns schon fest genommen, wäre er genau in unsere Arme gelaufen.
Richtige Positionierung der AG in diesem Fall durch mich.
Was hab ich bekommen???

Das Grenzerei kann ich mir heute auch kaufen, aber mal ein Ausgang außer der Reihe für uns 4 währe schon angemessen gewesen, dafür das es in strömen geregnet hat, und wir uns vor Angst fast in die Hosen geschissen haben.

Na ja nix für ungut.
Ich wollte damit nur sagen, dass ich es zum Glück nicht auf 304 Vorkommnisse gebracht habe, aber dafür auch nicht die ganzen Messer mit rumschleppen musste.
Nix für ungut.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 18.01.2010 17:36 | nach oben springen

#35

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2010 18:34
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Na ja nix für ungut.
Ich wollte damit nur sagen, dass ich es zum Glück nicht auf 304 Vorkommnisse gebracht habe, aber dafür auch nicht die ganzen Messer mit rumschleppen musste.
Nix für ungut.
------------------------

Hallo Oss'n,
der war gut, der war wirklich gut.

Mike59


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#36

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.01.2010 22:44
von Greso | 2.377 Beiträge

Hallo Leute,unsere Ausrüstung zum Grenzdienst.Kampfanzug,Koppel,Tragegestel,AK47.Magazintasche 3Magaz.
Regenumhang,Postenbrote,(Postenführer: Leuchtpistole Fernglas,und Telefonhörer(war aus Blech und zum aufklappen9
zum Kampfanzug(Flecktarn)Leder oder Gummistiefel.Winter;Watteanzug,Filzstiefelund Tache mitWarmes Essen und Tee mit Rum.Unter den Kampfanzug Dienstuniform,oder Sommeruniform.wir hatten Fahrräder,Schneehemden,Nachtsichtgeräte,
zum Seitengewehr gab es keine Pflicht,ich habe einmal einen Grenzer damit gesehen.Privat, Sitzkissen ganz klein
wurde genehmigt,radio nicht.Zum Rum im Tee,de gab es nicht immer leider nur wenn die Temperatur richtig imKeller war.Aber Alkohol war bei uns kein Problem denn wir konnte ja nach Dienstschluss raus und wir hatten auch in der Caroline eine Frau die auch Nachts auf Klopftöne was rausgegeben hat. Das war1966-67 ,also nicht hingehen.

Gruß Greso


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#37

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.01.2010 07:00
von manudave (gelöscht)
avatar

Die diejenigen, welche nicht an der Grenze waren...

...äh, Seitengewehr?

Vielleicht ein Bild...

Danke


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#38

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.01.2010 08:10
von exgakl (gelöscht)
avatar

Hallo manudave,

hier mal die Abbildung des Seitengewehres der AK 47.

Angefügte Bilder:
images.jpg

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#39

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.01.2010 19:16
von S51 | 3.733 Beiträge

[quote="Oss`nHallo S51,
wenn ich deine Zeilen so lese......!
Bitte nachfolgendes nicht übel nehmen!

...
Das Grenzerei kann ich mir heute auch kaufen, aber mal ein Ausgang außer der Reihe für uns 4 währe schon angemessen gewesen, dafür das es in strömen geregnet hat, und wir uns vor Angst fast in die Hosen geschissen haben.

Na ja nix für ungut.
Ich wollte damit nur sagen, dass ich es zum Glück nicht auf 304 Vorkommnisse gebracht habe, aber dafür auch nicht die ganzen Messer mit rumschleppen musste.
Nix für ungut.

Oss`n
[/quote]

Hallo Oss´n,

Och, kein Problem. Nein, meine Auszeichnungen musste ich nicht kaufen. Die habe ich ganz regulär bekommen. Da steckt schon ein bischen was dahinter. Ich wusste schon, warum ich nicht aufgekohlt habe. Und ich habe ja auch nicht behauptet, ein Held der Wende gewesen zu sein.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#40

RE: Nach Grenzermord ohne Seitengewehr in den Grenzdienst

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.01.2010 19:36
von S51 | 3.733 Beiträge

Und was "die Messer" betrifft. Das Taschenmesser war relativ klein. Mal sehen, ich habe es noch, vielleicht kann ich ein Foto machen und es reinstellen. Die Klinge (bis zu dem Moment, als sie den "Kampf" mit der Schutzhütte an der Bobbahn/Bahnparrallelweg heldenhaft verlor) war etwa 10 cm lang. Das ganze Teil passte gut in den Einschub für die Pistolenmunition der Uniformjacke am Ärmel oben links und war eigentlich ein sehr praktisches Werkzeug.
Das andere Messer habe vor Jahren irgendwo mal wieder gesehen. Da wurde es als "GST-Tauchermesser" bezeichnet. Es war etwa 15 cm lang und hatte einen angegossenen schwarzen Kunststoffgriff. Die Klinge war rostfrei und ließ sich sehr scharf schleifen, war auch mit rund drei Milimetern recht stabil. Dafür gab es eine schwarze Kunststoffscheide. Das Ganze passte sehr gut komplett in die Beintasche, so dass man es nicht sehen aber gut greifen konnte.
Als GAK im Hinterland musste man immer mal bei Personenkontrollen mit einem plötzlichen Angriff rechnen (ist mir aber nicht passiert). Sicherung (allenfalls den Hund) gab es nicht, die Pistole war nur unterladen und gesichert in der Tasche und wäre kaum sofort einsatzbereit gewesen. Mit dem Messer hätte man eine Chance gehabt, erst mal Distanz herzustellen. Wir wurden damit ausgebildet.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


zuletzt bearbeitet 20.01.2010 19:37 | nach oben springen


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