#1

Das Aidsvirus als Geschöpf des Klassenfeinds

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.01.2010 19:35
von Augenzeuge (gelöscht)
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In den 80er Jahren verbreitete ein DDR-Mediziner das Gerücht, das Aids-Virus sei in amerikanischen Labors gezüchtet worden. Dazu gab es ein Interview in der „tageszeitung“. Stefan Heym interviewte den Mediziner. Heute behauptet die Zeitung, es habe sich um eine gezielte Kampagne der Stasi gehandelt.

Der ganze Artikel zur Verschwörungstheorie:

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wisse...;art304,3001352


zuletzt bearbeitet 14.01.2010 19:35 | nach oben springen

#2

Das Aidsvirus als Geschöpf des Klassenfeinds

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.01.2010 22:04
von X-X-X (gelöscht)
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Gekaufte indische Aerzte liessen dieses im KGB-Labor erfundenem Geruecht in linksradikalen Zeitungen verbreiten. Halb-wahrheit mit zwei Portionen Wahrheit gemischt...und voila! Keiner merkt es... Aids-Forschung gab es aber tatsaechlich im Fort Detrick. Dies war 100%-ig eine Desinformationskampagne, ob KGB oder KGB/MfS. Hat doch bis heute angehalten, oder?


Jens


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#3

Das Aidsvirus als Geschöpf des Klassenfeinds

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.01.2010 22:12
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hier mal ein Artikel plus Antwort.

Zitat
Lange Inkubationszeit

Eine Desinformationskampagne der SED wirkt bis heute in Afrika nach

Von Jochen Staadt

BERLIN, 14. Oktober. Die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai behauptete am Tag nach der Bekanntgabe der Ehrung, die HIV-Seuche, der bislang über 25 Millionen Afrikaner zum Opfer gefallen sind, sei ein Produkt der biologischen Kriegsführung des Westens. Diese Behauptung geisterte in der Vergangenheit schon mehrfach durch afrikanische Medien. Der eigentliche Ursprung des Märchens geht allerdings auf eine deutsche Überlieferung zurück. Sie stammt aus dem Jahr 1986 und wird im Berliner Bundesarchiv aufbewahrt.

Demnach traf am 17. September 1986 Karl Seidel, der Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik im Zentralkomitee der SED, mit dem emeritierten Biologieprofessor Jakob Segal zu einer Unterredung zusammen. Seidel hielt das Ergebnis des Gesprächs in einer Notiz fest, die er dem für Gesundheitsfragen zuständigen Politbüromitglied Kurt Hager übermittelte. "Genosse Segal teilte mit, daß er sich seit einigen Jahren intensiv in Form von Literaturstudien und Gesprächen sowie von Kongreßbesuchen zusammen mit seiner Frau, die Immunologin ist, mit der Aids-Problematik befasse."

Er vertrete die Auffassung, daß Aids nicht auf natürliche Weise von Afrika nach Amerika gelangt sei. "Vielmehr gäbe es viele Gründe anzunehmen, daß das Aids-Virus ein künstlich geschaffenes Produkt der US-amerikanischen biologischen Kriegsvorbereitung sei, worüber in Fort Detrick gearbeitet worden ist." Segal vermute, "daß man, wie das in den USA nicht unüblich sei, zu lebenslanger Haft verurteilte Strafgefangene mit dem Versprechen als Experimentierobjekte gewonnen habe, sie würden begnadigt, wenn sie den Versuch überlebten. Nachdem (zufolge der längeren Inkubationszeit des ,neu entstandenen' Virus!) nach einem Jahr keine klinischen Zeichen einer Erkrankung zustande gekommen seien, habe man offensichtlich angenommen, der Versuch sei fehlgeschlagen, und habe die zumeist homosexuellen Strafgefangenen dem Versprechen gemäß entlassen". Die Häftlinge hätten sich nach New York, "einem bekannten Zentrum der Unterwelt einschließlich der Möglichkeit homosexueller Betätigung, begeben", von dort aus habe sich die Infektion dann "explosionsartig" verbreitet. Segal halte seine Hypothese für eine "sehr wahrscheinliche".

Seidel unterbreitete in seinem Schreiben Kurt Hager sodann einen Vorschlag, der letztlich zur Verbreitung von Segals abenteuerlicher Hypothese in Afrika geführt haben mag.

In dem Schreiben Seidels an Hager heißt es: "Die von Gen. Prof. Segal vorgetragene Auffassung zur Entstehung und Ausbreitung von Aids wäre, wenn sie sich bestätigt oder wenn sie auch nur z. T. eine Bestätigung findet, einer Entlarvung von Schritten der biologischen Kriegsvorbereitung seitens des USA-Imperialismus gleichzusetzen, die von hoher politischer Brisanz ist."

Insbesondere könne Segals Hypothese in Afrika, von wo aus sich nach der bislang vorherrschenden Auffassung das Virus verbreitet habe, Empfindungen der "Beleidigung und Verunglimpfung durch Machenschaften des USA-Imperialismus" wecken und "antiimperialistische Gefühle und Aktivitäten verstärken". Deswegen sollte man hinsichtlich der von Segal vorgetragenen Hypothese keine Zurückhaltung bei der Veröffentlichung üben. Die DDR sei in einer ausgezeichneten Lage, da es dort bisher noch keinen klinischen Fall von Aids gebe.

Hager antwortete am 25. September 1986 auf Seidels Vorschlag, "da Genosse Segal selbst von einer Hypothese spricht, müßten eventuelle Veröffentlichungen in offiziellen Publikationen der DDR vermieden werden. Wie weit seine Vermutungen in entsprechenden Zeitschriften des Auslandes veröffentlicht werden können, weiß ich nicht. Sie müßten selbstredend von Gen. Segal selbst verantwortet werden." So wurde verfahren.

Die West-Berliner Zeitung "taz" brachte im Februar 1987 ein Interview des DDR-Schriftstellers Stefan Heym mit Jakob Segal, in dem Segals Hypothesen, freilich in Formulierungen der Gewißheit verpackt, unter die Zeitgenossen kam. Wie nach dem Ende der DDR zwei ehemalige MfS-Offiziere der Abteilung Desinformation enthüllten, verbreiteten der DDR-Staatssicherheitsdienst und der KGB über geheimdienstliche und diplomatische Kanäle die Behauptung, das Aids-Virus sei "man-made in USA" auf dem schwarzen Kontinent. Michail Gorbatschow entschuldigte sich noch zu seiner Zeit als sowjetischer Präsident bei den Vereinigten Staaten für die Schmutzkampagne.

FAZ vom 15.10.2004



Leserbrief einige Tage später..

Zitat
Welche Desinformationskampagne?

Da Professor Dr. Jakob Segal nicht mehr lebt, möchte ich als sein langjähriger Mitarbeiter und Mitverfasser seines letzten Buchs "Aids ist besiegbar" (derzeit in englischer Fassung erhältlich: Segal/Klug, "Aids can be conquered", Essen 2001) ich zwei Aussagen Ihres Artikels "Lange Inkubationszeit" (F.A.Z. vom 15. Oktober) richtigstellen. Sie kennzeichnen die Aussage Segals aus dem Jahr 1986, daß Aids ein (mißlungenes) Produkt der US-Biowaffenforschung in Fort Detrick sei, als ein "Märchen". Ob das zutrifft oder nicht, muß mit Hilfe einer wissenschaftlichen Analyse beurteilt werden, und doch wohl nicht mit Hilfe dubioser MfS-Mitarbeiter. Obengenanntem Buch liegen mehr als 5000 fachwissenschaftliche Arbeiten zugrunde, unter anderem aus der Epidemiologie, Genetik oder Immunologie. Darunter fallen Fachleute wie der Epidemiologe Jonathan Mann, damaliger Leiter der Aids-Abteilung bei der WHO, der nach Analyse der epidemiologischen Daten einen afrikanischen Ursprung der Seuche ausschloß. Zum selben Ergebnis kamen Untersuchungen Tausender afrikanischer Seren: kein HIV vor 1981 in Afrika. Und: HIV entstand im Westen und wurde von dort nach Afrika exportiert. Völlig sicher belegt (und dokumentiert) ist darin auch, daß das Pentagon im Jahr 1970 die Herstellung eines künstlichen Mikroorganismus in Auftrag gab, welcher das Immunsystem des Menschen zerstören könne und deshalb als eine gute, weil tödliche Waffe galt. Allein ein solcher Auftrag ist doch schon ein riesiges Verbrechen!

Im übrigen hat die falsche Spur nach Afrika auch die Forschung fälschlich auf den Affen als HIV-Ursprung und damit in eine Sackgasse gelenkt - ein wesentlicher Grund dafür, weshalb bis heute noch kein Impfstoff zur Verfügung steht. Segals vorgeschlagene Konsequenzen zur Entwicklung eines Impfstoffes wie einer passiven Immunisierung wurden im übrigen von seiten Professor Meinrad Kochs vom Bundesgesundheitsamt oder dem Karolinska-Institut Stockholm für sehr überprüfenswert gehalten. Nachlesen kann man das auch in: C. Klug, Aids in Afrika - ein Sofortprogramm für Millionen (Essen 1991), das nunmehr weltweit in vier Sprachen Verbreitung gefunden hat.

Daß all das keine Desinformationskampagne der SED-Staatssicherheit sein kann, geht aus Ihrem Artikel selbst hervor. SED und Staatssicherheit hatten kein Interesse an einer breiten öffentlichen Diskussion und hatten Segal deshalb mit Publikationseinschränkungen beziehungsweise -verbot belegt. Alles in allem bleibt der Artikel Jochen Staadts doch weit unter dem wissenschaftlichen Niveau, das hier zur Klärung erforderlich ist.

Christoph Klug, Recklinghausen

FAZ vom 25.10.2004


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 14.01.2010 22:13 | nach oben springen



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