#21

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 21:44
von Theo85/2 | 1.197 Beiträge

Zitat von maja64
EK 40,kenne das auch nicht mit dem Türenkontakt,kam erst nach meiner Zeit.
Aber das es eingeführt wurde genauso wie die Entriegelung des GSZ-Tores von der FÜST aus,daran waren wohl zwei ehem. Stedtlinger Soldaten auch mit Schuld,die sind mal kurz "rüber".
P.S. Ich habe das Sicherheitsschloß am GSZ-Tor öfters mit dem Taschenmesser geöffnet.

[q

Türkontakt und Torentriegelung waren Bestandteile der 80ziger Anlage. An den alten Gsz-Toren waren aber immer Endschalter. Mit Deinem Taschenmesser konntest Du nur das Vorängeschloss Öffnen,aber ausgelöst haben die trotzdem.




Gruß, Theo


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#22

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:01
von sentry | 1.077 Beiträge

An der GÜSt Marienborn gab's unter anderem auch einen BT-11, also einen von diesen ollen runden B-Türmen. Tatsächlich war die Tür alarmgesichert, d.h. beim nicht authorisierten Öffnen der Tür wäre beim DHO Alarm ausgelöst worden.
Überhaupt war das Tätigkeitsprofil auf dem Turm ganz anders, als hier aus anderen Abschnitten beschrieben - B-Turm war eben nicht gleich B-Turm.
Unser BT-11, der Postenpunkt A4, war rund um die Uhr besetzt. Er stand an einer Brücke über die Autobahn. Am südlichen Ende der Brücke war ein Gassentor, durch das Grenzer der benachbarten Einheit unseren Abschnitt betreten konnten, denn sie mussten auf ihren Streifen unseren Abschnitt kreuzen. Sie verließen den Abschnitt unterhalb der A4 wieder Richtung Norden nachdem sie über die Brücke gelaufen waren. Die Grenze zum Nachbarabschnitt war durch einen Grenzsignalzaun mit (in der Regel abgeschalteter) Lichtertrasse gekennzeichnet. Natürlich war diese Abschnittsgrenze an dem Kolonnenweg unterbrochen. Unterhalb der Brücke auf der Autobahn stand eine Reihe Sperrschlagbäume.
Warum schreibe ich den ganzen Kram? Weil sich daraus für den Posten aus dem Turm eine enorme Vielzahl an Aufgaben ableitete - rund um die Uhr, wie gesagt.
Er musste ständig die Aktivitäten auf dem kreuzenden Kolonnenweg und am Gassentor beobachten und natürlich melden (Streife am Tor, Streife durchs Tor, Streife über Brücke, Streife Abschnitt wieder verlassen - so was eben). Unauthorisiertes Verlassen unseres Abschnittes auf diesem Weg wurde schon als Fluchtversuch gewertet, obwohl der Westen noch weit war.
Er musste natürlich die Sperrschlagbäume im Blick haben, sowie alle ungewöhnlichen Aktivitäten auf der Autobahn (besonders schnelle und langsame Fahrzeuge, Anhalten, Wenden, Aussteigen, Fußgänger, eben alles was nicht auf der richtigen Spur war und mit etwa 30 km/h seinem Ziel entgegen rollte).
Er musste die Ein- und Ausreise von Ethylentransportern aufklären, melden und protokollieren, die als Gefahrguttransporter nur 24h im Land bleiben durften. Gefragt waren die Kfz-Kennzeichen. Genauso mussten Abschleppfahrzeuge der Firma Ulrichs aus Helmstedt aufgeklärt werden, denn diese hatten besondere Einreisebedingungen um havarierte Westfahrzeuge zurückholen zu können. Er musste auch alle Aktivitäten der eigenen Einheiten im Abschnitt sehen und melden (Kontrollstreifen, Postenkontrollen, was auch immer). Natürlich musste er den Westen beobachten und zur Gegneraufklärung beitragen. Neben Luftbewegungen waren das vor allem Fahrzeugbewegungen auf der parallel zur Grenze laufenden Bundesstraße B1.
Natürlich sollte er auch Fluchten verhindern, d.h. neben genauer Beobachtung der Aktivitäten auf der Autobahn musste er auch 360 Grad Landschaft beobachten, insbesondere den neben der Autobahn liegenden Sicherungsabschnitt. Er musste Flüchtlunge "zu Fuß" aufklären, auf Auslösung von Signalgeräten achten, den GSZ beobachten und und und.
Besonders problematisch war das, weil die meisten Aktivitäten (außer die Flüchtlinge) nicht gerade selten waren, weil auf der Autobahn enorm viel Verkehr war und weil die GÜSt so gewaltig war. Trotzdem war die Postendichte so hoch, dass im Grunde alle Vorkommnisse auch von anderen Posten gesehen werden konnten. Das mag ja für die Grenzsicherung toll gewesen sein. Für den Posten bedeutete es enormen Stress, denn er musste ALLES in seinem Umfeld sehen, am besten als erster, denn sonst meldeten möglicherweise entferntere Posten das Ereignis zu erst und der Posten setzte sich dem Verdacht aus, nicht ganz bei der Sache zu sein.
Natürlich wollten auch wir jungen Bengels rumgammeln, rauchen, bruzzeln, Schei*e bauen, lesen, schlafen und was man sonst noch so alles machen musste im Grenzdienst. Da bedurfte es schon einer ordentliche Routine und 'ner Menge Training bis man das alles auf die Reihe kriegte. Man glaubt gar nicht, wie lernfähig so ein Menschlein ist. Man glaubt es kaum, aber Beobachten kann man richtig lernen! Nach wenigen Wochen hat man nichts mehr übersehen und das Aufklären von Kfz-Kennzeichen, taktischen Kennzeichen, Dienstgraden, Bewaffnungen, Einheiten usw. in wenigen Sekunden war kein Problem mehr. Man hatte tatsächlich den Eindruck, dass sich das persönliche Sichtfeld enorm vergößert hatte. Man sah in den Augenwinkeln sich annähernde Fahrzeuge und spiegelnd in den Fenstern, was hinter einem passierte. Das geflügelte Wort ders Postenführers war dann immer: "Posten, siehst Du was?" wenn der PF wieder 'was im Beobachtungssektor des Postens zuerst gesehen hatte. Aber wie gesagt, nach wenigen Wochen konnte der das auch....musste er auch...denn wenn man tatsächlich mal wieder körperlich am Ende war und eine Mütze Schlaf brauchte, hat das so lange alles einer alleine gemacht.


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#23

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:02
von Grenzfuchs | 442 Beiträge

In Mödlareuth war zu meiner Zeit der Holzturm rund um die Uhr besetzt, es sei denn, dass es die Wetterverhältnisse nicht zuließen. Denn nur von dort konnte man "fast" den gesamten Mauerverlauf und den westlichen Teil von Mödlareut einsehen.

Als dann 74? der BT 11 etwas weiter östlich aufgestellt war, wurde auch dieser ständig besetzt. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir den jemals "verlassen haben, selbst bei richtigem Sauwetter und Sturm nicht. Ob jetzt nun andere Postenpaare abstiegen, weil es etwas "wackelig" war, weiß ich nicht. Der hatte eigentlich eine gute Standfestigkeit. - Er steht ja heute noch!

Einzige Ausnahme war starker Nebel, da hat man von unten Geräusche besser wahrgenommen.

Gruß - Euer Grenzfuchs


Wer mit dem Strom schwimmt, wird nie die Quelle sehen!

GT der DDR, 1972-1975, GKS Süd -> GR-10 "Ernst Grube", II. Bat. Göttengrün / 8.GK Juchhöh - Uffz. - FW. d. Res.
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#24

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:08
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Theo85/2

Zitat von maja64
EK 40,kenne das auch nicht mit dem Türenkontakt,kam erst nach meiner Zeit.
Aber das es eingeführt wurde genauso wie die Entriegelung des GSZ-Tores von der FÜST aus,daran waren wohl zwei ehem. Stedtlinger Soldaten auch mit Schuld,die sind mal kurz "rüber".
P.S. Ich habe das Sicherheitsschloß am GSZ-Tor öfters mit dem Taschenmesser geöffnet.

[q
Türkontakt und Torentriegelung waren Bestandteile der 80ziger Anlage. An den alten Gsz-Toren waren aber immer Endschalter. Mit Deinem Taschenmesser konntest Du nur das Vorängeschloss Öffnen,aber ausgelöst haben die trotzdem.
Gruß, Theo


Also Theo,

ich kann dir versichern,dass bis Frühjahr 83' in unserem Abschnitt nicht ein Turm Türkontaktschalter hatte.
Die Türen waren nicht mal abgeschlossen!!!
Was am Gassentor für Technik installiert war,weiß ich nicht.
Aber irgend eine Meldung wurde immer noch zur Führungsstelle abgesetzt.
Zur Ablösung kam der Posten zum Tor,dann wurde die Parole vorgetragen und das Schloss geöffnet.

Gruß ek40


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#25

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:10
von Grenzfuchs | 442 Beiträge

@manudave - Gab es da überhaupt mal ein wenig Abwechslung von außen?
Meinetwegen eine Streife des BGS oder sowas?
Ich stelle mir das unglaublich langweilig vor...

Hallo "manudave",

in Mödlareuth ist es uns kaum langweilig geworden! Erstens war auf bayrischer Seite immer was los, entweder BGS, Zoll, LaPo oder die Amis. Da war Bewegung eigentlich "fast rund um die Uhr" angesagt und wir hatten ja auch den Auftrag die "gegnerischen Bewegungen" aufzuklären und entsprechend weiter zu melden.

Und wenn mal wirklich nichts los war, lag es an jedem Postenpaar selber, wie die Zeit abgesessen wurde. Also mir war nie langweilig!
Wer natürlich nur gelangweilt und dumm in die Prärie geschaut hat, dem kann es schon langweilig gewesen sein.

Gruß vom Grenzfuchs.


Wer mit dem Strom schwimmt, wird nie die Quelle sehen!

GT der DDR, 1972-1975, GKS Süd -> GR-10 "Ernst Grube", II. Bat. Göttengrün / 8.GK Juchhöh - Uffz. - FW. d. Res.
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#26

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:26
von maja64 (gelöscht)
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Zitat von Theo85/2

Zitat von maja64
EK 40,kenne das auch nicht mit dem Türenkontakt,kam erst nach meiner Zeit.
Aber das es eingeführt wurde genauso wie die Entriegelung des GSZ-Tores von der FÜST aus,daran waren wohl zwei ehem. Stedtlinger Soldaten auch mit Schuld,die sind mal kurz "rüber".
P.S. Ich habe das Sicherheitsschloß am GSZ-Tor öfters mit dem Taschenmesser geöffnet.

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Türkontakt und Torentriegelung waren Bestandteile der 80ziger Anlage. An den alten Gsz-Toren waren aber immer Endschalter. Mit Deinem Taschenmesser konntest Du nur das Vorängeschloss Öffnen,aber ausgelöst haben die trotzdem.




Gruß, Theo








Iss natürlich klar Theo, das die ausgelöst haben(die GSZ-Tore,wenn ich mich nicht beim KGSi angemeldet habe),wollte nur damit sagen das diese Sicherheitsschlösser eigentlich für den Hund waren,wenn ich sie mit nen Taschenmesser öffnen konnte.


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#27

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:32
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Grenzfuchs
@manudave - Gab es da überhaupt mal ein wenig Abwechslung von außen?
Meinetwegen eine Streife des BGS oder sowas?
Ich stelle mir das unglaublich langweilig vor...
Hallo "manudave",
in Mödlareuth ist es uns kaum langweilig geworden! Erstens war auf bayrischer Seite immer was los, entweder BGS, Zoll, LaPo oder die Amis. Da war Bewegung eigentlich "fast rund um die Uhr" angesagt und wir hatten ja auch den Auftrag die "gegnerischen Bewegungen" aufzuklären und entsprechend weiter zu melden.
Und wenn mal wirklich nichts los war, lag es an jedem Postenpaar selber, wie die Zeit abgesessen wurde. Also mir war nie langweilig!
Wer natürlich nur gelangweilt und dumm in die Prärie geschaut hat, dem kann es schon langweilig gewesen sein.
Gruß vom Grenzfuchs.

Na du mußt es ja wissen @ grenzfuchs.

Schön das bei dir immer Bewegung war und du fleißig aufklären konntest und das auch noch gern.
Es hatte eben nicht jeder solch großes Kino vor Augen wie du.......Grenzfuchs.
Es gab bei uns welche ,die standen fast jeden Tag,12 Monate lang ,nur in der "Walachei".
Und wie wir unseren Grenzdienst Nachts verbrachten,hab ich ja geschrieben.
Kannst doch lesen,oder?
Bevor du von dumm und Prärie sprichst,solltest du mal überlegen,wie das bei denen ankommt.
Die haben auch versucht,ihre Zeit so gut wie möglich über die Runde zu bekommen.
12 Monate am Zaun ohne niemals Langeweile gehabt zu haben ist schon ne Leistung.........bist eben ein Fuchs.

Gruß ek40


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#28

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:40
von Theo85/2 | 1.197 Beiträge

Zitat von ek40

Zitat von Theo85/2

Zitat von maja64
EK 40,kenne das auch nicht mit dem Türenkontakt,kam erst nach meiner Zeit.
Aber das es eingeführt wurde genauso wie die Entriegelung des GSZ-Tores von der FÜST aus,daran waren wohl zwei ehem. Stedtlinger Soldaten auch mit Schuld,die sind mal kurz "rüber".
P.S. Ich habe das Sicherheitsschloß am GSZ-Tor öfters mit dem Taschenmesser geöffnet.

[q
Türkontakt und Torentriegelung waren Bestandteile der 80ziger Anlage. An den alten Gsz-Toren waren aber immer Endschalter. Mit Deinem Taschenmesser konntest Du nur das Vorängeschloss Öffnen,aber ausgelöst haben die trotzdem.
Gruß, Theo


Also Theo,
ich kann dir versichern,dass bis Frühjahr 83' in unserem Abschnitt nicht ein Turm Türkontaktschalter hatte.
Die Türen waren nicht mal abgeschlossen!!!
Was am Gassentor für Technik installiert war,weiß ich nicht.
Aber irgend eine Meldung wurde immer noch zur Führungsstelle abgesetzt.
Zur Ablösung kam der Posten zum Tor,dann wurde die Parole vorgetragen und das Schloss geöffnet.
Gruß ek40




Das ist ein Missverständniss. Die 80ziger Anlage wurde zB im GR 15 1985 errichtet. Bis dahin gabs da die 55er und die 70er Anlage. Das sind die, die Du wahrscheinlich meinst. Die "80er" Anlage wurde zu verschiedenen Zeiten in den Grenzregimentern errichtet und war die "Modernste" und somit letzte GSZ- Anlage.Als GSZ.ler hatten wir einen eigenen Schlüssel für die Tore. Anmelden mussten wir uns selbstverständlich auch und nur die letzten Tore "80ziger" konnten von der Führungstelle entriegelt werden, An den "älteren" Toren waren gewöhnliche Endschalter montiert, wie an den Wassersperren z.B. auch.Pt-s mit Türkontakt kenne ich auch nur von den Führungstellen Neuer Art(80ziger).Verschlossen waren die PT11 bei uns auch nicht.

Gruß Theo


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#29

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:43
von Theo85/2 | 1.197 Beiträge

Zitat von maja64

Zitat von Theo85/2

Zitat von maja64
EK 40,kenne das auch nicht mit dem Türenkontakt,kam erst nach meiner Zeit.
Aber das es eingeführt wurde genauso wie die Entriegelung des GSZ-Tores von der FÜST aus,daran waren wohl zwei ehem. Stedtlinger Soldaten auch mit Schuld,die sind mal kurz "rüber".
P.S. Ich habe das Sicherheitsschloß am GSZ-Tor öfters mit dem Taschenmesser geöffnet.

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Türkontakt und Torentriegelung waren Bestandteile der 80ziger Anlage. An den alten Gsz-Toren waren aber immer Endschalter. Mit Deinem Taschenmesser konntest Du nur das Vorängeschloss Öffnen,aber ausgelöst haben die trotzdem.
Gruß, Theo



Iss natürlich klar Theo, das die ausgelöst haben(die GSZ-Tore,wenn ich mich nicht beim KGSi angemeldet habe),wollte nur damit sagen das diese Sicherheitsschlösser eigentlich für den Hund waren,wenn ich sie mit nen Taschenmesser öffnen konnte.





Das stimmt, die Schlösser waren sinnlos, die Schwierigkeit war die Auslösung!!!


Gruß, Theo


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#30

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:45
von maja64 (gelöscht)
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Also manudave,ich will es mal erzählen,nachts war der Aufenthalt auf dem BT eigentlich verboten.
Aber da gab es Sachen,ja mein lieber,da riefen irgendwelche aus Fulda (iss das nicht bei Dir in der Nähe) in Dermbach an.Die sagten,auf westlichen Gebiet iss irgend ein Verrückter unterwegs,der die Absicht hat auf Grenzposten zu schießen.Also ob mich damals (wer auch immer) verar... wollte,ich weiß es nicht nach all den Jahren.
Aber sicherheitshalber habe ich den Rest meiner Schicht in der Kanzel des B-Turmes verbracht.






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#31

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:45
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von Grenzfuchs

Hallo "manudave",

in Mödlareuth ist es uns kaum langweilig geworden! Erstens war auf bayrischer Seite immer was los, entweder BGS, Zoll, LaPo oder die Amis. Da war Bewegung eigentlich "fast rund um die Uhr" angesagt und wir hatten ja auch den Auftrag die "gegnerischen Bewegungen" aufzuklären und entsprechend weiter zu melden.




So hatte ich das noch nie gesehen, das wir damals für eure Unterhaltung zuständig waren.
Wenn man das gewußt hätte, was hätte da die Streife alles veranstalten können....


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#32

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 22:49
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Also im Nachhinein kann ich sagen,wenn ich das so sehe.War der Grundwehrdienst bei den GT angenehmer wie bei den Muckern oder der Arri.Mir selber hat schon in den 6 Monaten Grenzdienstausbildung so manches angekotzt,aber das letzte Jahr verlief einigermaßen ruhig.Wenn man es so sagen darf.Bei den Muckern haste die sch,2mal von vorne mitgemacht,jedes mal wenn die Glatten einrückten.
Also lange Weile ist mir am Kanten auch nicht aufgekommen und wenn es mal öde wurde hat man innerhalb des Schutzstreifen die Gegend durchforstet.Grund dafür fand man immer und ich nehme an ,es war gerne gesehen wenn der Grenzer in Bewegung war.


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#33

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 23:00
von JensB (gelöscht)
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Im Grenzabschnitt Teistungen waren 1988 die Türme nur sehr selten bestezt. Einige waren baufällig, da durfte keiner mehr hoch. Die meisten waren auch mit Türkontakt versehen. Offen war eigendlich nur einer, von dem hatte man aber keine Gute Aussicht, der stand in einem Gebiet wo nichts los war, nur Felder und Wälder. Nachts waren die Türme sowieso tabu, es hätte zu lange gedauert im Ernstfall runter zu kommen. Heizungen waren auch abgebaut, es wurde damals schon gespart....

Gruß Jens


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#34

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 23:04
von JensB (gelöscht)
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Zitat von Rostocker
Also im Nachhinein kann ich sagen,wenn ich das so sehe.War der Grundwehrdienst bei den GT angenehmer wie bei den Muckern oder der Arri.Mir selber hat schon in den 6 Monaten Grenzdienstausbildung so manches angekotzt,aber das letzte Jahr verlief einigermaßen ruhig.Wenn man es so sagen darf.Bei den Muckern haste die sch,2mal von vorne mitgemacht,jedes mal wenn die Glatten einrückten.
Also lange Weile ist mir am Kanten auch nicht aufgekommen und wenn es mal öde wurde hat man innerhalb des Schutzstreifen die Gegend durchforstet.Grund dafür fand man immer und ich nehme an ,es war gerne gesehen wenn der Grenzer in Bewegung war.



Hallo Rostocker, da hast du glück gehabt, es gab auch andere Zeiten. Bei mir wurde es ab Sommer 88 richtig lustig. Es gab mehrere Durchbrüche in den Nachbarkompanien. Dannach gabs dann vermehrt kurze Wechsel. Ich kann mich an 5 Wochen im Sommer erinnern mit Ausgangssperre und in jeder Nachtruhe mit der A-Gruppe rausgeflogen. Zum schlafen kam man nur so nebenbei.
Da war der LO noch nicht vom Hof runter, da hat man auf dem Notsitz hinter dem Fahrer schon wieder gepennt....
Der K2 wurde dann jede Nacht in bestimmten Bereichen abgelaufen. Mit Handlampen, wo man froh war, wenn der Akku durchhielt. Wer in den Urlaub wollte musste meist vorher noch in der Nacht den K2 ablaufen. Dann schaffte man früh den Bus noch der einen nach Leinefelde brachte. Wenn man dann aus dem Urlaub Mittags dann wieder zurück war, kam der K6 dran. Man hatte sich ja im Urlaub ausgeruht.... Da war unser Hauptfeld dann voll in seinem Element....

Wenn der Signalzaun zu bestimmten Zeiten auslöste, ist die ganze Kompanie rausgeflogen.... Das konnte dann Stunden dauern, bis wir wieder drinnen waren. Der normale Schichtdienst ging dannach trotzdem weiter.


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#35

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 23:05
von maja64 (gelöscht)
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@Rostocker,man merkt Du bist vom Fach.
Wüßte auch nicht wo damals Langeweile aufgekommen wäre,wir hatten schon unsere Unterhaltungsmöglichkeiten.






P.S. Mein lieber Jürgen,bevor Du jetzt antwortest.Möchte Dir meinen Glückwunsch zu deinem 1000ten aussprechen.Solche Leute wie Dich lese ich hier gerne.



LG maja


zuletzt bearbeitet 14.01.2010 23:06 | nach oben springen

#36

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 23:29
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Jens ich möchte nicht sagen,das der Grenzdienst leicht war,er war mit Stress verbunden und nervendaufreibend.Ich kenn das aus meiner Zeit und viele Kmeraden werden mir hier beipflichten.Wir hatten Bat.Sicherung also jeden Tag ne andere Schicht und es gab Nächte wo man im Nebel draußen war und Geräusche wahr nahm.Man sah in der Nebelwand sonst was für Gestalten und es gab den Winter mit starken Minusgrade,wo man nicht wusste was zieht man sich alles an.Man hatte die Schnauze voll von K2 laufen und war froh wenn man nicht auf diesen Postenplatz kam. Ja es war schon stressig und nicht leicht Grenzsoldat zu sein.Aber wie sagt man,der Mensch behält meist nur das gute in Erinnerung was er erlebt hat.


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#37

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 23:38
von Rostocker | 7.715 Beiträge

Zitat von maja64
@Rostocker,man merkt Du bist vom Fach.
Wüßte auch nicht wo damals Langeweile aufgekommen wäre,wir hatten schon unsere Unterhaltungsmöglichkeiten.






P.S. Mein lieber Jürgen,bevor Du jetzt antwortest.Möchte Dir meinen Glückwunsch zu deinem 1000ten aussprechen.Solche Leute wie Dich lese ich hier gerne.
......................................................................................
Danke Maja--aber ich nehme es nicht so genau mit der Anzahl von Beiträgen die ich hier schreibe.Für mich zählt,was in diesen Forum beizutragen.Auch wenn man nicht immer in Recht ist,aber Diskussionen und das Reden und Schreiben bringt einen weiter.Wie sagt man--man lernt nie aus.



LG maja


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#38

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 14.01.2010 23:57
von Grenzfuchs | 442 Beiträge

Sorry "ek40",

wusste gar nicht, dass du soooooo empfindlich bist und meine Worte persönlich nimmst und auf die Goldwaage legst!

Außerdem war doch wohl das Thema: "Nachtdienst im Wachturm an der Grenze" - nun frage ich mich kannst du nicht lesen oder hab ich im falschen Thread geschrieben.

1. Ich kann sehr wohl lesen und wenn ich dann lese wie du und dein Posten oder wie auch immer die Nachtschichten so verbracht habt, dann sagt mir das einiges über deine damalige persönliche Einstellung! War ja aber jedem sein Bier.
Kannst aber beruhigt sein, auch bei uns gab es solche Grenzer.

2. Auch wir bzw. unsere Grenzer hatten im Abschnitt der 8. GK Juchhöh Bereiche, wo es absolut zum ko... war. Aber wie gesagt, es lag an jedem Postenpaar, wie sie ihre Zeit dort ausgefüllt haben und an Ideen hat es nicht gemangelt!

Ich hatte auch nicht die Absicht mit meinem Beitrag den einen oder anderen Grenzer in irgend einer Form persönlich anzugreifen oder gar zu "beleidigen". Wir haben alle unseren Dienst gemacht, egal wo er "hingestellt" wurde.

Also bitte, krieg dich wieder ein und sei lieb!


@karl143 - nur kurz - war schon manchmal lustig und interessant wenn euere Einsatzkräfte ggü. in Mödlareuth aufgetaucht sind, denn so viele "Kontaktstellen gab es ja nicht. Wir haben uns oft gewundert über die Art und Weise wie ihr in Erscheinung getreten seid.
Aber na ja - ist länger wie lang her.

Heute schmunzel ich darüber! War eine andere Zeit.

Tschü... der Grenzfuchs


Wer mit dem Strom schwimmt, wird nie die Quelle sehen!

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#39

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 15.01.2010 07:57
von member (gelöscht)
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Hallo alle miteinander, was kann ich euch erzahlen, Nachts auf dem Wachturm Bornholmer Strasse Berlin, ich hoerte mein radio, was nicht erlaubt war, ich kochte mein essen mit dem kleinen kocher, nur nicht erwischen lassen, und ich beschuetzte die Grenze nebenbei.Wir hatten alle Stunde unserem Diensthabenden, der vorbeikam, unser Maennchen zu machen und Rapport ablegen muessen, immer das gleiche Geplapper.
Bis auf eine wunderschoene Nacht, ich erinnere mich ganz besoners daran. Ich als Gefreiter, mit nem Fahrer unterwegs, der Fahrer mein Pate, und im Abschnitt GR 35 hatteeine Flasche Goldkrone an sich. Er Hey Alter, kannst du mich zum Vize schlagen? Ich darauf, weisst du was, du kannst im Objekt spezielle Dienste leiisten. Er war so sauer, aber Trinken im Grenzdienst.... War bei mir nicht drinne. Ich habe Ihn dann 3 Tage nachdem alle seines Jahrganges bereits Vize waren, befoerdert. Danach hat mein williger MKF immer genug zum Trinken gehabt, Im Objekt, was sich versteht.
Silvio GR 35 Niederschoenhausen


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#40

RE: Nachtdienst im Wachturm an der Grenze

in Grenztruppen der DDR 15.01.2010 09:25
von Schreiberer | 210 Beiträge

Hatte einmal Nachtdienst auf der Führungsstelle und musste aufpassen,das ich nicht einschlafe vor langer Weile.Das Nachtsichtgerät konnte man voll vergessen.Man hat mit dem blossen Auge mehr erkennen können.Und mit dem Offz.war fast nur Funkstille,außer wenn er fragte warum ich immer abnickeBis bald


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