#81

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 10:08
von Polter (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Ein Heldenepos?



Nun, dieses kann der Autor nur selber sagen. Der Möglichkeiten gibt es viele. Auch Drehbuch! Für das Casting der weiblichen
Darstellerinnen ( In einer med. Einrichtung gab es wohl auch Schwestern ) würde ich verantwortlich zeichnen. Freiwillig.


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#82

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 10:41
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Bei Kunstschaffenden bin immer sehr kritisch. Wahrheit und Dichtung vermischen sich in harmonischer Art. Das Beschaffungsamt der Grenztruppen hätte sich sich bei der Ausschreibung für die Grenze 2000 für "eine neue und schönere Grenzmauer" sicher für ein Design Produkt aus "hochfestem Beton" entschieden.
http://www.vision2.org/index.php?article_id=2
Theo


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#83

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 10:57
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat
...Alle Stellen darf ich hier nicht benennen....

Danach wurden noch andere Stellen konsultiert, die Teils im Verantwortungsbereich des BMVg liegen, andere nicht....



Welche Stellen dies sind kann sich nun jeder selbst ausmalen. Mich bestärkt dies in meiner Vermutung das es 1989 Kontakt (welcher Art auch immer) zur anderen Seite gab.


zuletzt bearbeitet 11.01.2012 10:58 | nach oben springen

#84

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 11:24
von Polter (gelöscht)
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Zitat von GZB1

Zitat
...Alle Stellen darf ich hier nicht benennen....

Danach wurden noch andere Stellen konsultiert, die Teils im Verantwortungsbereich des BMVg liegen, andere nicht....



Welche Stellen dies sind kann sich nun jeder selbst ausmalen. Mich bestärkt dies in meiner Vermutung das es 1989 Kontakt (welcher Art auch immer) zur anderen Seite gab.




Vermutung ist so eine Sache. Geoutet wäre schöner! Dann hätten wir ja welche von der Stasi - ich meine die "Geheimen Spitzel" - und
dann endlich einen Spitzel der anderen Seite. Ein derartiger Insider würde das Forum nun noch interessanter machen.


zuletzt bearbeitet 12.01.2012 20:11 | nach oben springen

#85

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 13:07
von S51 | 3.733 Beiträge

Dann wäre der Betreffende ein Diversant. Im günstigsten Fall. Weil sein Zielobjekt ein völkerrechtlich und kriegsrechtlich besonders geschützter Bereich war (Lazarett) könnte, müßte das Fazit auch ungleich härter ausfallen.
Nein, auch auf das Risiko hin, unhöflich zu erscheinen, es gibt meiner Auffassung nach Dinge die auch bei einem politischen oder eben militärischen Gegner nie und unter keinen Umständen angegriffen werden dürfen. Die aus allem herauszuhalten sind. Die mögliche ärztliche Versorgung Hilfloser ist so etwas. Sollten bundesdeutsche oder andere Dienste so etwas unterstützt haben, so wäre das ein Grund für mich über die Frage des staatlichen Unrechts hierzu gesondert nachzudenken.
Dadurch wird man für mich nicht zum Helden, nicht mal einfach zum "Helden", das zutreffende Wort fängt bei mir im Ernstfall mit "V" an.
Auch wenn du mir dies übel nimmst Sektor. Das ist schließlich dein Recht. Ich gestehe dir ja zu, dass nichts passiert ist. Du also hierdurch keine Schuld auf dich geladen hast. Das war, deiner Schilderung zufolge aber auch wieder nicht dein Verdienst. Man könnte es mit menschlicher Unerfahrenheit abtun. Du hast sicher keinen Eid des Hippokrates geschworen. Macht man das überhaupt noch? Würdest du heute auch wieder Hilfebedürftige im Stich lassen?
Sei froh, hast Glück gehabt. Doppelt Glück. Achtung erwarte hierfür von mir bitte nicht.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#86

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 13:22
von Gert | 12.354 Beiträge

Frage an @sektor:

Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht ganz das Ziel deiner Aktion ? Daher habe ich mal ein paar Fragen
1) Wolltest du eine Mobilmachung der Sanitätseinheiten behindern/verhindern und zwar
a) im Verteidigungsfall und/oder
b) bei inneren Unruhen oder bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen ?
2) welche Auswirkungen hätte diese Behinderung gehabt ? Insbesondere, hätten unschuldige Verletzte dadurch Nachteile gehabt?
3) wie hätte sich die Behinderung im Zeitablauf ausgewirkt ( Minuten oder Stunden oder gar Tage)
4) hattest du zum Zeitpunkt des Sabotageaktes schon Komplizen sowohl aus dem inneren Kreis als auch von auswärts ( du erwähntes den BND ?)

Eine Bitte habe ich noch an die selbsternannten "Helden" des Forums : kein Futterneid. Es muss noch geklärt werden, ob es eine Heldentat war.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#87

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 14:21
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Gert ich kenne hier erst 3 Personen die für ihre Überzeugung lange haben einsitzen müssen und selbst diese würden sich gegen den Begriff Held verwahren. Daher meine Frage, welche Helden kennst Du hier?

Die Antwort von Sektor auf Deine Fragen interessiert mich, mal sehen ob er nun mal konkret wird oder weiter im Halbseidenen bleibt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#88

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 14:31
von damals wars | 12.117 Beiträge

Zitat von GZB1
@sektor

Zitat
"...Das Hauptziel war, den Widerstand an der MMA zu formieren..."



Bei deiner absoluten Geheimhaltung in der Sache warst du also die Widerstandsformation, oder gab es Mitstreiter?




Er arbeitete doch nach seinen Aussagen in einem Hort des Widerstands!
"Das äußerte sich darin, dass sie sich in erster Linie als Ärzte fühlten und erst dann eventuell als Militär, die Uniform nur wenn unbedingt nötig trugen, die Vorteile in der beruflichen Entwicklung aber sonst gern in Anspruch nahmen. Dieser Personenkreis machte aber auch von einer größeren politischen Meinungsfreiheit rigoros Gebrauch. So hatten die personell stark vertretene Politabteilung sowie die Verwaltung 2000 oft größte Mühe die politischen Vorgaben und Leitlinien durchzusetzen. Da wurde schon mal die Anwesenheit der Sowjetarmee in Afghanistan als unrechtmäßig angesprochen, die Wahlen in der DDR als Farce bezeichnet und frisierte Krankenstatistiken des Gesundheitsministeriums als Lügenwerk enttarnt. "

Für solche "Widerstandskämpfer der letzten Stunde" gab es nach der Wende eine tolle ornitologische Bezeichnung: Jynx torquilla

Echt glaubwürdig!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#89

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 14:42
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Feliks D.
Gert ich kenne hier erst 3 Personen die für ihre Überzeugung lange haben einsitzen müssen und selbst diese würden sich gegen den Begriff Held verwahren. Daher meine Frage, welche Helden kennst Du hier?

Die Antwort von Sektor auf Deine Fragen interessiert mich, mal sehen ob er nun mal konkret wird oder weiter im Halbseidenen bleibt.




@Feliks, alle die sich in meiner schriftlich formulierten Bitte wiederfinden, würde ich sagen

Gruß Gert


.
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#90

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 14:48
von sektor | 54 Beiträge

Zitat von Gert
Frage an @sektor:

Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht ganz das Ziel deiner Aktion ? Daher habe ich mal ein paar Fragen
1) Wolltest du eine Mobilmachung der Sanitätseinheiten behindern/verhindern und zwar
a) im Verteidigungsfall und/oder
b) bei inneren Unruhen oder bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen ?
2) welche Auswirkungen hätte diese Behinderung gehabt ? Insbesondere, hätten unschuldige Verletzte dadurch Nachteile gehabt?
3) wie hätte sich die Behinderung im Zeitablauf ausgewirkt ( Minuten oder Stunden oder gar Tage)
4) hattest du zum Zeitpunkt des Sabotageaktes schon Komplizen sowohl aus dem inneren Kreis als auch von auswärts ( du erwähntes den BND ?)

Eine Bitte habe ich noch an die selbsternannten "Helden" des Forums : kein Futterneid. Es muss noch geklärt werden, ob es eine Heldentat war.

Gruß Gert


Hallo Gert,
zu 1. beeinflussen ist wohl das richtige Wort, gilt für a und b
zu 2. Jeder Beteilligte an einem möglichen miltärischen Konflikt sollte sich im Klaren darüber sein wofür er einstehen möchte und wofür nicht, und ggf. etwaige eingegangene Verpflichtungen (Fahneneid) unberücksichtigt lassen. Zum letzten Teil der Frage: nachweisbar NEIN.
zu 3. vermutlich wenige Stunden, hätte aber ausgereicht, um geeignete (gewaltfreie) Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
zu 4. Darüber gebe ich grundsätzlich keine Informationen - ich bitte um Verständnis. Danke!

Ich fühle mich nicht als Held - ich bin eher meiner staatsbürgerlichen Verantwortung nachgekommen, so wie ich sie in den letzten Jahren der DDR verstanden habe. Deshalb habe ich mit der Bezeichnung "Heldentat" so meine Probleme. Ich hatte kurz vor Beginn der Planungen zu "Operation Sperrfeuer" Kontakt zu Stefan Heym. Die Hinweise die er mir gab, haben mir sehr geholfen.

Beste Grüße
sektor


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#91

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 15:12
von S51 | 3.733 Beiträge

Das bestärkt mich in meiner Meinung.
"Staatsbürgerliche Verantwortung" heranzuziehen um verzögernden Einfluss auf die Bereitstellung von Sanitätsdiensten zu rechtfertigen ist gewagt. So etwas wie die umgekehrte Negation der Negation. Während es in der Theorie aber nur um Argumente gegangen wäre hättest du dich im Ernstfall auf staatsbürgerliche Verantwortung als (möglicherweise) Saboteur im Auftrag der Menschlichkeit (des Westens) berufen während du in Wahrnehmung dieser "Verantwortung" Hilflose hättest draufgehen lassen? Weil Hilfe Stunden, Tage zu spät gekommen wäre?
Ich habe vor Stefan Heym große Achtung. Seine Meinung hierzu wäre interessant gewesen. Leider ist er seit etwa 10 Jahren tot. Ich hoffe aber, du hättest im anderen Fall mit einer solchen Behauptung Probleme bekommen. Er stand für moralische Werte auch gegen offizielle Parteipolitik egal welcher Farbe. Ich kann mir nicht mal annähernd vorstellen, dass er so etwas toleriert hätte.
Unter Menschlichkeit stelle ich mir denn doch etwas anderes vor.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#92

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 15:14
von Gert | 12.354 Beiträge

Sektor da ergeben sich Zusatzfragen für mich aus deiner Antwort, für die ich mich bedanke:

Antwort zu 1) Beeinflussen ja, aber was war das Ziel der Einflussnahme konkret, welche Auswirkungen hätte es gehabt/sollte es haben ?
Antwort zu 2) Nun, wenn die Sanitätseinheiten gar nicht oder nur teilweise arbeiten, so hat das doch im Ernstfall zwangsläufig negative Auswirkungen für die Verwundeten/Verletzten allein durch die Tatsache, dass sie nicht versorgt werden. Wieso dann Antwort NEIN? Verstehe ich nicht.
Antwort zu 4) na ja, ich möchte keine Namen wissen, ist schon klar dass du diese Personen schützen willst. Ich möchte eher wissen, war es ein Alleingang oder ein abgestimmtes Szenario mit anderen Leuten, die genau so dachten, wie du-

Gruß Gert


.
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#93

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 15:35
von SFGA | 1.519 Beiträge

Zitat von sektor

Zitat von SFGA
@Feliks
Nun soll die Bundeswehr ihm scheinbar angeraten haben sich quasi als Held zu outen und dann kann @Marder uns, als mit der Materie vertrauter, sicher erläutern ob einem Soldaten der BW in dem Falle, dass er als politisches Signal gegen den Afghanistaneinsatz das Feldlazarett in Kundus sabotiert, die selbe Ehre zuteil werden würde?

Nein, denn er verstößt gegen zich DV sowie wird doppelt bestraft. Einmal als AA und ein 2x als Bürger. Erstens kommt er dann in den Knast und 2. muss er dann mind. in diesem Fall 40000EUR zahlen.



Warum schreiben/zitieren hier Sie so einen Quatsch? Das ergibt doch weder Sinn noch Zusammenhang. "Bundeswehr geraten, als Held zu outen" hat niemand behauptet! Außer vielleicht Feliks, der weiß immer alles ganz genau, sagt er.





Das ist kein Quatsch das wäre der Fall wenn es passieren würde. Ich habe lediglich eine Frage beantwortet!


JgRgt 1 Schwarzenborn / HFlgUstgStff 1 Holzdorf

Wenn einer von uns müde wird,der andere für ihn wacht.Wenn einer von uns zweifeln will,der andere gläubig lacht.Wenn einer von uns fallen sollt',der andere steht für zwei,denn jedem Kämpfer gibt ein Gott den Kameraden bei.
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#94

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 16:05
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Gert
Antwort zu 1) Beeinflussen ja, aber was war das Ziel der Einflussnahme konkret, welche Auswirkungen hätte es gehabt/sollte es haben ?
Antwort zu 2) Nun, wenn die Sanitätseinheiten gar nicht oder nur teilweise arbeiten, so hat das doch im Ernstfall zwangsläufig negative Auswirkungen für die Verwundeten/Verletzten allein durch die Tatsache, dass sie nicht versorgt werden. Wieso dann Antwort NEIN? Verstehe ich nicht.



Gert genau diese Punkte meine ich, dass ist die Sache deren Beantwortung er nicht nur hier schuldig bleibt und wo er nur vage im Nebel stochert.

Wenn man zwischen den Zeilen lesen kann hat er diese Antwort aber bereits selbst gegeben.

Zitat
Diese Lazarette sind üblicherweise den kämpfenden Truppen beigeordnet. Wenn das medizinische Personal sich aber bedingt und eingeschränkt sich nicht vor „politischen Karren“ spannen lässt, wird die kämpfende Truppe ebenfalls grundsätzliche Fragen stellen.


Es hätte also eine Beeinträchtigung der medizinischen Versorgung geben sollen, mit dem Ziel so die Moral der kämpfenden Truppe herabzusetzen! Jetzt zu schreiben diese hätte es nachweislich nicht gegeben ist schlicht gelogen, in dem Fall wäre die ganze Sache ja von Anfang an sinnlos gewesen.

Für mich steht so eine Person auf einer Stufe mit Terroristen die Krankenhäuser sprengen, vom Verrat und dem mutmaßlichen Kontakt zu gegnerischen Diensten einmal ganz abgesehen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 11.01.2012 16:13 | nach oben springen

#95

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 19:28
von 94 | 10.792 Beiträge

Da das Thema durch eine mMn sehr sinnvolle Maßnahme der Forumshoheit (Abtrennung der Vorstellung und Zusammenlegung mit einem alten Thread) nun öffentlich ist, trudeln nun auch die ersten Reaktionen ein. Unkommentiert möchte ich eine leider nicht zitierfähige Quelle (gabs denn eigentlich eine VS-Entpflichtung nach '89?) zu Wort kommen lassen.

Die Kennwörter für die Auslösung einer höheren Stufe der Gefechtsbereitschaft wurden in einem mit Hartsiegel versehenen Briefumschlag in einer extra petschierten Kassette oder VS-Tasche beim jeweiligen Diensthabenen der Einheit aufbewahrt. Die Umschläge waren innen mit einer dunklen Schicht versehen um ein Durchleuchten zu verhindern. Ein Öffnen dieser Umschläge hätte zumindest eine Beschädigung der Verschlussklappe bedeutet. Die Hartsiegel wären bei Manipulation beschädigt. Der Inhalt selber bestand aus einem Blatt Schreibmaschinenpapier (für Durchschläge). Die leicht bläuliche Schrift sah aus wie mit Ormeg vervielfältigt.
Die Codierschlüssel im SAS System waren in zwei getrennten Umschlägen, welche jedoch nicht versiegelt waren. Die Codierkarten waren s.g. Schlüsselkarten. Die Karten an sich waren nutzlos, sofern nicht der Funktionsschlüssel mit "erbeutet" wurde. Die Auswahl des jeweiligen Codierschlüssel wurde mittels Zahlenfolge i.d.R. 10 Minuten vor Umstellung auf den neuen Schlüssel über eine geschützte Leitung per Fernschreiber mitgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt mußte der alte Schlüsselcode noch gespeichert sein. Wenn nicht, gab es nur unsinnige Zahlenkolonnen. Nachdem der neue Code in die Chiffriermaschinen eingegeben war, erfolgte mit dem neuen Schlüssel eine Quittung an die Sendestelle, welche den Codewechsel und die aktuelle Schlüsselzahl mitgeteilt hat.
Die Kontrolle der Umschläge erfolgte innerhalb von 12 Stunden zu unregelmäßigen Zeiten durch einen Berechtigten.
_____

Um noch einmal auf den Sanni aus Bad Sarrow zurück zu kommen. ich habe da mal ein interessantes Urteil gefunden:
http://www.bundesverfassungsgericht.de/e...2bvr124701.html
In diesem Urteil geht - so die Präambel - geht es um die Verjährung von Straftaten bzw. von der Verfolgung von Straftaten, welche vor dem 03. Oktober 1990 in der damaligen DDR begangen wurden. Zu berücksichtigen waren 1. die Verjährungsfristen sowie 2. die Schwere der Straftat.
So war eine Schwächung der Landesverteidigung sowohl vor als auch nach der Novelierung des Strafrecht der DDR VERBRECHEN. Nachfolgend mal aus der Endfassung des StGB i.V.m. dem EStGB.

Strafgesetzbuch i.d.V. vom 29. Juni 1990
"§ 97. Landesverrat. (1) Wer Staatsgeheimnisse an einen Geheimdienst oder eine andere Einrichtung einer fremden Macht verrät, für sie beschafft oder wer sie der Öffentlichkeit zugänglich macht und 'dadurch die Gefahr eines schweren Nachteils für die Deutsche Demokratische Republik herbeiführt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.
(2) Vorbereitung und Versuch sind strafbar.
(3) In schweren Fällen kann auf lebenslängliche Freiheitsstrafe erkannt werden.
(4) Staatsgeheimnisse im Sinne dieses Gesetzes sind Tatsachen, Gegenstände oder Erkenntnisse, die nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich sind und vor einer fremden Macht geheim gehalten werden müssen, um die Gefahr eines schweren Nachteils für die äußere Sicherheit der Deutschen Demokratischen Republik abzuwenden.
Anmerkung: hier wäre festzustellen, ob das Entwenden der zur Rede stehenden Dokumente für eine fremde Macht gewesen wäre. Hypothetisch bestand jedoch die Möglichkeit.
Durch Gesetz vom 29. Juni 1990 erhielt der § 98 folgende Fassung:
"§ 98. Landesverräterische Agententätigkeit. (1) Wer zum Nachteil der Deutschen Demokratischen Republik für einen Geheimdienst einer fremden Macht eine geheimdienstliche Tätigkeit ausübt, sich für eine solche Tätigkeit anwerben läßt oder zur Mitarbeit anbietet, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu acht Jahren bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Durch Gesetz vom 29. Juni 1990 wurde der § 101 zum § 99 und erhielt folgende Fassung:
"§ 99. Terror und Sabotage. (1) Wer
1. bewaffnete Anschläge oder Geiselnahmen oder Sprengungen durchführt, Brände legt oder schwere Zerstörungen oder Havarien herbeiführt oder andere Gewaltakte begeht;
2. Einrichtungen oder Anlagen der Landesverteidigung zerstört, vernichtet, schwerwiegend beschädigt, un-brauchbar macht oder dem bestimmungsgemäßen Gebrauch entzieht;
3. unter Mißbrauch seiner Funktion oder beruflichen Stellung die Post, öffentlichen Zwecken dienende Fernmeldeanlagen, dem öffentlichen Verkehr dienende Unternehmen oder Anlagen, für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtige Unternehmen oder Dienststellen, Anlagen, Einrichtungen oder Gegenstände, die der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung dienen, ganz oder zum Teil außer Tätigkeit setzt oder den bestimmungsmäßigen Zwecken entzieht,
um die verfassungsmäßige Ordnung der, Deutschen Demokratischen Republik anzugreifen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.
(2) Vorbereitung und Versuch sind strafbar.
(3) In schweren Fällen kann auf lebenslängliche Freiheitsstrafe erkannt werden."
Anmerkung: hier würde ggf. § 99 Ziffer 3 greifen
Durch Gesetz vom 28. Juni 1979 wurde der § 103 wie folgt geändert:
- der Abs. 1 erhielt folgende Fassung:
"(1) Wer Maschinen, volkswirtschaftliche oder militärische Anlagen oder Ausrüstungen, Gebäude, Transport- oder Verkehrseinrichtungen, Rohstoffe, Erzeugnisse oder Reserven, Unterlagen der Forschung oder Wissenschaft oder andere für die Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft, die Volkswirtschaft oder die Landesverteidigung wichtige Gegenstände, Materialien oder Einrichtungen zerstört, unbrauchbar macht, beschädigt oder in anderer Weise dem bestimmungsgemäßen Gebrauch entzieht, um die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung der Deutschen Demokratischen Republik zu schädigen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren bestraft.""
- folgender Abs. 2 wurde eingefügt:
"(2) Vorbereitung und Versuch sind strafbar."
____

Ach und noch eins.................habe mir mal auf spiegel.de die Umschläge angesehen und fand meine Erkenntnisse bestätigt, dass ein Öffnen der Umschläge nur durch Zerstören der Hartsiegelmasse oder der Siegelschnüre möglich gewesen wäre. In dem Fall wurden die Siegelschnüre beschädigt.

____

Soweit die anonyme Quelle, welche (mMn leider) auch anonym bleiben möchte.

P.S. Ich hab mich übrigens schon aus dieser Posse ausgeklinkt *nicht_grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.01.2012 19:53 | nach oben springen

#96

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 21:48
von werner | 1.591 Beiträge

Womit wir nochmal zurück zu #75 gehen können und festzustellen wäre, dass die Fragen erwartungsgmäß beantwortet sind, ohne Erhellung zu bringen.

Zitat
1. Konnte sich der von mir geschilderte Vorgang tatsächlich so zugetragen haben (Plausilitätsprüfung)? Antwort: ja



1. Wenn die Plausiprüfung nur die Möglichkeit beleuchtete, ob es so gewesen sein kann, bestätigt die Antwort auch nur, dass sich der Vorgang so zugetragen haben kann. Kann also auch sein, dass es nicht so war und der Autor die Unterlagen in den Wirren der Zeit einfach als Andenken hat mitgehen lassen.

Zitat
2.Besteht in Kenntnis des Gesamtzuhangs Ermittlungsbedarf bezüglich etwaiger Strafverfolgungen oder strafrechtlichen Ahndungen? Anwort: Nein



2. Klar, wenn alle Verjährungsfristen abgelaufen sind. Würde wohl auch das lange Schweigen erklären, denn es ist durchaus vorstellbar, dass ein Richter die Kinkelsche Delegitimierungsaufforderung nicht auf den Diebstahl geheimer militärischer Dokumente der NVA angewendet hätte und dazu das Risiko der Verzögerung der medizinischen Versorgung hart ausgelegt hätte.

Ob und was also der Wahrheit entspricht, weiss nur der Autor.

Dann einerseits die Aussage hier in #42, dass er das Ding allein durchgezogen hat, ein paar Beiträge weiter will man sich aber nicht über Beteiligte äußern und andererseits die Selbstdarstellung auf seiner Hompaitsch, "Leiter der Operation" gewesen zu sein. Früher hätte man "Aufschneider" gesagt, heute läuft das wohl unter Selbstmarketing.

Mal unterstellt, dass das Unterfangen tatsächlich im August ´89 stattfand, bin ich schon darüber verwundert, dass es bis zur Auflösung nicht festgestellt wurde. Denn die Unversehrtheit der Umschläge wurde ja nicht nur kontrolliert, die Kennwörter wurden auch "gelegentlich" gewechselt. Und so schlampig war die MMA beileibe nicht.

Für einen Film im Nachmittagsprogramm für die, die die Story glauben möchten, wird es wohl reichen.

Der Aufhänger - die medizinische Sicherstellung der Armee zu sabotieren - ist aber das Allerletzte.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#97

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 22:11
von sektor | 54 Beiträge

Zitat von Gert
Sektor da ergeben sich Zusatzfragen für mich aus deiner Antwort, für die ich mich bedanke:

Antwort zu 1) Beeinflussen ja, aber was war das Ziel der Einflussnahme konkret, welche Auswirkungen hätte es gehabt/sollte es haben ?
Antwort zu 2) Nun, wenn die Sanitätseinheiten gar nicht oder nur teilweise arbeiten, so hat das doch im Ernstfall zwangsläufig negative Auswirkungen für die Verwundeten/Verletzten allein durch die Tatsache, dass sie nicht versorgt werden. Wieso dann Antwort NEIN? Verstehe ich nicht.
Antwort zu 4) na ja, ich möchte keine Namen wissen, ist schon klar dass du diese Personen schützen willst. Ich möchte eher wissen, war es ein Alleingang oder ein abgestimmtes Szenario mit anderen Leuten, die genau so dachten, wie du-

Gruß Gert



Hallo Gert,
zu 1.Die ohnehin schon vorhandene kritische Grundstimmung gegenüber Staat, Partei und Regierung sollte gestärkt werden. Das musste nicht zwangsläufig in Arbeits-oder Befehlsverweigerung münden. Es würde schon für manchen ausreichen, frei seine Meinung sagen zu dürfen, ohne ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen - das war noch im Sommer 1989 keineswegs selbstverständlich (siehe chinesische Lösung - vom Staat organisiertes Denuziantentum u.ä.)! Es würde auch ausreichen, Bedingungen stellen zu dürfen, damals aus Sicht der Herrschenden eine bodenlose Unverschämtheit und Vertrauensbruch. Die Botschaftsflüchtige und die Friedensbewegung haben es doch vorgemacht: Zugeständnisse waren auf friedlichem Wege erreichbar - doch wie weit und wie lange noch? Honecker war krank, der Ruf nach einem Starken Mann wurde laut, der mal richtig aufräumt! Bitte haltet die Ärzte nicht für so naiv, dass sie der geschworenen Eid des Hippokrates leichtfertig brechen würden - dann hätten sie ja neben der Stellung auch noch den Beruf verloren.
Die Fahnenflüchtigen zu dieser Zeit (AA und ZB) war dieses Grundvertrauen, es könnte sich in der DDR noch was zum Guten wenden, schon gänzlich abhandengekommen. Aus meiner Sicht trotzdem die falsche Entscheidung: die Probleme mussten hier im Land geklärt werden.
Zu 2. Es gab in der MMA in Friedenszeiten keine Sanitätseinheiten. Dafür aber ein voll funktionierendes Uni-Klinikum - dies sollte auch so bleiben. Die Aufstellung mobiler Lazarette hätte im Ernstfall Tage bis Wochen gebraucht. Dazu hätte man mittleres und höheres med. Personal verpflichten müssen, bei den AA mit Befehl - bei den ZB schwieriger bis unmöglich. Es sollte damals wie heute kein Verbrechen sein, sein eigenes Gewissen zu fragen, wofür, unter welchen Prämissen man zur Verfügung steht. Dabei nicht zu vergessen: die DDR ist ein Unrechtsstaat gewesen, der durch Manipulation sich an der Macht halten konnte, OHNE Legitimierung durch das Volk.
Es gebe es aber zu: es ist eine Gratwanderung gewesen: für alle Beteiligten in dieser Zeit.

Die medizinische Versorgung war in jeglicher Richtung gesichert (sieht man mal von den fahnenflüchtigen Med. Personal ab - war zahlenmäßig verkraftbar) - eine Beeinträchtigung hätte keiner verantworten können.

Zu 4. Ich war und ich bin teamfähig.

Grüße sektor


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#98

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 22:24
von Polter (gelöscht)
avatar

Zitat von sektor

Zitat von Gert
Sektor da ergeben sich Zusatzfragen für mich aus deiner Antwort, für die ich mich bedanke:

Antwort zu 1) Beeinflussen ja, aber was war das Ziel der Einflussnahme konkret, welche Auswirkungen hätte es gehabt/sollte es haben ?
Antwort zu 2) Nun, wenn die Sanitätseinheiten gar nicht oder nur teilweise arbeiten, so hat das doch im Ernstfall zwangsläufig negative Auswirkungen für die Verwundeten/Verletzten allein durch die Tatsache, dass sie nicht versorgt werden. Wieso dann Antwort NEIN? Verstehe ich nicht.
Antwort zu 4) na ja, ich möchte keine Namen wissen, ist schon klar dass du diese Personen schützen willst. Ich möchte eher wissen, war es ein Alleingang oder ein abgestimmtes Szenario mit anderen Leuten, die genau so dachten, wie du-

Gruß Gert



Hallo Gert,
zu 1.Die ohnehin schon vorhandene kritische Grundstimmung gegenüber Staat, Partei und Regierung sollte gestärkt werden. Das musste nicht zwangsläufig in Arbeits-oder Befehlsverweigerung münden. Es würde schon für manchen ausreichen, frei seine Meinung sagen zu dürfen, ohne ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen - das war noch im Sommer 1989 keineswegs selbstverständlich (siehe chinesische Lösung - vom Staat organisiertes Denuziantentum u.ä.)! Es würde auch ausreichen, Bedingungen stellen zu dürfen, damals aus Sicht der Herrschenden eine bodenlose Unverschämtheit und Vertrauensbruch. Die Botschaftsflüchtige und die Friedensbewegung haben es doch vorgemacht: Zugeständnisse waren auf friedlichem Wege erreichbar - doch wie weit und wie lange noch? Honecker war krank, der Ruf nach einem Starken Mann wurde laut, der mal richtig aufräumt! Bitte haltet die Ärzte nicht für so naiv, dass sie der geschworenen Eid des Hippokrates leichtfertig brechen würden - dann hätten sie ja neben der Stellung auch noch den Beruf verloren.
Die Fahnenflüchtigen zu dieser Zeit (AA und ZB) war dieses Grundvertrauen, es könnte sich in der DDR noch was zum Guten wenden, schon gänzlich abhandengekommen. Aus meiner Sicht trotzdem die falsche Entscheidung: die Probleme mussten hier im Land geklärt werden.
Zu 2. Es gab in der MMA in Friedenszeiten keine Sanitätseinheiten. Dafür aber ein voll funktionierendes Uni-Klinikum - dies sollte auch so bleiben. Die Aufstellung mobiler Lazarette hätte im Ernstfall Tage bis Wochen gebraucht. Dazu hätte man mittleres und höheres med. Personal verpflichten müssen, bei den AA mit Befehl - bei den ZB schwieriger bis unmöglich. Es sollte damals wie heute kein Verbrechen sein, sein eigenes Gewissen zu fragen, wofür, unter welchen Prämissen man zur Verfügung steht. Dabei nicht zu vergessen: die DDR ist ein Unrechtsstaat gewesen, der durch Manipulation sich an der Macht halten konnte, OHNE Legitimierung durch das Volk.
Es gebe es aber zu: es ist eine Gratwanderung gewesen: für alle Beteiligten in dieser Zeit.

Die medizinische Versorgung war in jeglicher Richtung gesichert (sieht man mal von den fahnenflüchtigen Med. Personal ab - war zahlenmäßig verkraftbar) - eine Beeinträchtigung hätte keiner verantworten können.

Zu 4. Ich war und ich bin teamfähig.

Grüße sektor




Nu klar! Gegen Honecker, Stasi und Co haste heute immer Recht! Aber die Ehre....ist sicher eine andere Frage!


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#99

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 22:32
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von sektor

Zitat von Gert
Sektor da ergeben sich Zusatzfragen für mich aus deiner Antwort, für die ich mich bedanke:

Antwort zu 1) Beeinflussen ja, aber was war das Ziel der Einflussnahme konkret, welche Auswirkungen hätte es gehabt/sollte es haben ?
Antwort zu 2) Nun, wenn die Sanitätseinheiten gar nicht oder nur teilweise arbeiten, so hat das doch im Ernstfall zwangsläufig negative Auswirkungen für die Verwundeten/Verletzten allein durch die Tatsache, dass sie nicht versorgt werden. Wieso dann Antwort NEIN? Verstehe ich nicht.
Antwort zu 4) na ja, ich möchte keine Namen wissen, ist schon klar dass du diese Personen schützen willst. Ich möchte eher wissen, war es ein Alleingang oder ein abgestimmtes Szenario mit anderen Leuten, die genau so dachten, wie du-

Gruß Gert



Hallo Gert,
zu 1.Die ohnehin schon vorhandene kritische Grundstimmung gegenüber Staat, Partei und Regierung sollte gestärkt werden. Das musste nicht zwangsläufig in Arbeits-oder Befehlsverweigerung münden. Es würde schon für manchen ausreichen, frei seine Meinung sagen zu dürfen, ohne ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen - das war noch im Sommer 1989 keineswegs selbstverständlich (siehe chinesische Lösung - vom Staat organisiertes Denuziantentum u.ä.)! Es würde auch ausreichen, Bedingungen stellen zu dürfen, damals aus Sicht der Herrschenden eine bodenlose Unverschämtheit und Vertrauensbruch. Die Botschaftsflüchtige und die Friedensbewegung haben es doch vorgemacht: Zugeständnisse waren auf friedlichem Wege erreichbar - doch wie weit und wie lange noch? Honecker war krank, der Ruf nach einem Starken Mann wurde laut, der mal richtig aufräumt! Bitte haltet die Ärzte nicht für so naiv, dass sie der geschworenen Eid des Hippokrates leichtfertig brechen würden - dann hätten sie ja neben der Stellung auch noch den Beruf verloren.
Die Fahnenflüchtigen zu dieser Zeit (AA und ZB) war dieses Grundvertrauen, es könnte sich in der DDR noch was zum Guten wenden, schon gänzlich abhandengekommen. Aus meiner Sicht trotzdem die falsche Entscheidung: die Probleme mussten hier im Land geklärt werden.
Zu 2. Es gab in der MMA in Friedenszeiten keine Sanitätseinheiten. Dafür aber ein voll funktionierendes Uni-Klinikum - dies sollte auch so bleiben. Die Aufstellung mobiler Lazarette hätte im Ernstfall Tage bis Wochen gebraucht. Dazu hätte man mittleres und höheres med. Personal verpflichten müssen, bei den AA mit Befehl - bei den ZB schwieriger bis unmöglich. Es sollte damals wie heute kein Verbrechen sein, sein eigenes Gewissen zu fragen, wofür, unter welchen Prämissen man zur Verfügung steht. Dabei nicht zu vergessen: die DDR ist ein Unrechtsstaat gewesen, der durch Manipulation sich an der Macht halten konnte, OHNE Legitimierung durch das Volk.
Es gebe es aber zu: es ist eine Gratwanderung gewesen: für alle Beteiligten in dieser Zeit.

Die medizinische Versorgung war in jeglicher Richtung gesichert (sieht man mal von den fahnenflüchtigen Med. Personal ab - war zahlenmäßig verkraftbar) - eine Beeinträchtigung hätte keiner verantworten können.

Zu 4. Ich war und ich bin teamfähig.

Grüße sektor




Hallo sektor, ich habe mir deine Erklärungen aufmerksam durchgelesen. Was du da schreibst ist überwiegend auch meine Überzeugung.Ich war und bin kein Freund dieses Staates gewesen

Aber, ich finde in deiner Antwort keinen logischen Gedankengang, was die Motivlage betrifft, die du angibst, mit der Öffnung der geheimen, versiegelten Umschläge zu tun haben.?? Bin ich schwer von Begriff ? Wo führt dieser Sabotageakt zur Stärkung der kritischen Grundhaltung gegenüber Partei.... usw., wenn kein Mensch außer dir von diesem Vorgang Kenntnis hatte, oder habe ich etwas überlesen/übersehen? Ich kann das rein funktional nicht zusammenbringen, also den Siegelbruch und die Ergebnisse die du erzielen wolltest.

zu 2) Hätte dieser Siegelbruch dazu geführt, dass diese Klinik nicht mehr arbeiten konnte ? Auch das ist mir nicht klar.

zu 4) ist O.K.

Gruß Gert


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#100

RE: Vorstellung sektor

in Presse Artikel Grenze 11.01.2012 22:39
von sektor | 54 Beiträge

Zitat von 94
Da das Thema durch eine mMn sehr sinnvolle Maßnahme der Forumshoheit (Abtrennung der Vorstellung und Zusammenlegung mit einem alten Thread) nun öffentlich ist, trudeln nun auch die ersten Reaktionen ein. Unkommentiert möchte ich eine leider nicht zitierfähige Quelle (gabs denn eigentlich eine VS-Entpflichtung nach '89?) zu Wort kommen lassen.

Die Kennwörter für die Auslösung einer höheren Stufe der Gefechtsbereitschaft wurden in einem mit Hartsiegel versehenen Briefumschlag in einer extra petschierten Kassette oder VS-Tasche beim jeweiligen Diensthabenen der Einheit aufbewahrt. Die Umschläge waren innen mit einer dunklen Schicht versehen um ein Durchleuchten zu verhindern. Ein Öffnen dieser Umschläge hätte zumindest eine Beschädigung der Verschlussklappe bedeutet. Die Hartsiegel wären bei Manipulation beschädigt. Der Inhalt selber bestand aus einem Blatt Schreibmaschinenpapier (für Durchschläge). Die leicht bläuliche Schrift sah aus wie mit Ormeg vervielfältigt.
Die Codierschlüssel im SAS System waren in zwei getrennten Umschlägen, welche jedoch nicht versiegelt waren. Die Codierkarten waren s.g. Schlüsselkarten. Die Karten an sich waren nutzlos, sofern nicht der Funktionsschlüssel mit "erbeutet" wurde. Die Auswahl des jeweiligen Codierschlüssel wurde mittels Zahlenfolge i.d.R. 10 Minuten vor Umstellung auf den neuen Schlüssel über eine geschützte Leitung per Fernschreiber mitgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt mußte der alte Schlüsselcode noch gespeichert sein. Wenn nicht, gab es nur unsinnige Zahlenkolonnen. Nachdem der neue Code in die Chiffriermaschinen eingegeben war, erfolgte mit dem neuen Schlüssel eine Quittung an die Sendestelle, welche den Codewechsel und die aktuelle Schlüsselzahl mitgeteilt hat.
Die Kontrolle der Umschläge erfolgte innerhalb von 12 Stunden zu unregelmäßigen Zeiten durch einen Berechtigten.
_____

Um noch einmal auf den Sanni aus Bad Sarrow zurück zu kommen. ich habe da mal ein interessantes Urteil gefunden:
http://www.bundesverfassungsgericht.de/e...2bvr124701.html
In diesem Urteil geht - so die Präambel - geht es um die Verjährung von Straftaten bzw. von der Verfolgung von Straftaten, welche vor dem 03. Oktober 1990 in der damaligen DDR begangen wurden. Zu berücksichtigen waren 1. die Verjährungsfristen sowie 2. die Schwere der Straftat.
So war eine Schwächung der Landesverteidigung sowohl vor als auch nach der Novelierung des Strafrecht der DDR VERBRECHEN. Nachfolgend mal aus der Endfassung des StGB i.V.m. dem EStGB.

Strafgesetzbuch i.d.V. vom 29. Juni 1990
"§ 97. Landesverrat. (1) Wer Staatsgeheimnisse an einen Geheimdienst oder eine andere Einrichtung einer fremden Macht verrät, für sie beschafft oder wer sie der Öffentlichkeit zugänglich macht und 'dadurch die Gefahr eines schweren Nachteils für die Deutsche Demokratische Republik herbeiführt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.
(2) Vorbereitung und Versuch sind strafbar.
(3) In schweren Fällen kann auf lebenslängliche Freiheitsstrafe erkannt werden.
(4) Staatsgeheimnisse im Sinne dieses Gesetzes sind Tatsachen, Gegenstände oder Erkenntnisse, die nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich sind und vor einer fremden Macht geheim gehalten werden müssen, um die Gefahr eines schweren Nachteils für die äußere Sicherheit der Deutschen Demokratischen Republik abzuwenden.
Anmerkung: hier wäre festzustellen, ob das Entwenden der zur Rede stehenden Dokumente für eine fremde Macht gewesen wäre. Hypothetisch bestand jedoch die Möglichkeit.
Durch Gesetz vom 29. Juni 1990 erhielt der § 98 folgende Fassung:
"§ 98. Landesverräterische Agententätigkeit. (1) Wer zum Nachteil der Deutschen Demokratischen Republik für einen Geheimdienst einer fremden Macht eine geheimdienstliche Tätigkeit ausübt, sich für eine solche Tätigkeit anwerben läßt oder zur Mitarbeit anbietet, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu acht Jahren bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Durch Gesetz vom 29. Juni 1990 wurde der § 101 zum § 99 und erhielt folgende Fassung:
"§ 99. Terror und Sabotage. (1) Wer
1. bewaffnete Anschläge oder Geiselnahmen oder Sprengungen durchführt, Brände legt oder schwere Zerstörungen oder Havarien herbeiführt oder andere Gewaltakte begeht;
2. Einrichtungen oder Anlagen der Landesverteidigung zerstört, vernichtet, schwerwiegend beschädigt, un-brauchbar macht oder dem bestimmungsgemäßen Gebrauch entzieht;
3. unter Mißbrauch seiner Funktion oder beruflichen Stellung die Post, öffentlichen Zwecken dienende Fernmeldeanlagen, dem öffentlichen Verkehr dienende Unternehmen oder Anlagen, für die Versorgung der Bevölkerung lebenswichtige Unternehmen oder Dienststellen, Anlagen, Einrichtungen oder Gegenstände, die der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung dienen, ganz oder zum Teil außer Tätigkeit setzt oder den bestimmungsmäßigen Zwecken entzieht,
um die verfassungsmäßige Ordnung der, Deutschen Demokratischen Republik anzugreifen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.
(2) Vorbereitung und Versuch sind strafbar.
(3) In schweren Fällen kann auf lebenslängliche Freiheitsstrafe erkannt werden."
Anmerkung: hier würde ggf. § 99 Ziffer 3 greifen
Durch Gesetz vom 28. Juni 1979 wurde der § 103 wie folgt geändert:
- der Abs. 1 erhielt folgende Fassung:
"(1) Wer Maschinen, volkswirtschaftliche oder militärische Anlagen oder Ausrüstungen, Gebäude, Transport- oder Verkehrseinrichtungen, Rohstoffe, Erzeugnisse oder Reserven, Unterlagen der Forschung oder Wissenschaft oder andere für die Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft, die Volkswirtschaft oder die Landesverteidigung wichtige Gegenstände, Materialien oder Einrichtungen zerstört, unbrauchbar macht, beschädigt oder in anderer Weise dem bestimmungsgemäßen Gebrauch entzieht, um die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung der Deutschen Demokratischen Republik zu schädigen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren bestraft.""
- folgender Abs. 2 wurde eingefügt:
"(2) Vorbereitung und Versuch sind strafbar."
____

Ach und noch eins.................habe mir mal auf spiegel.de die Umschläge angesehen und fand meine Erkenntnisse bestätigt, dass ein Öffnen der Umschläge nur durch Zerstören der Hartsiegelmasse oder der Siegelschnüre möglich gewesen wäre. In dem Fall wurden die Siegelschnüre beschädigt.

____

Soweit die anonyme Quelle, welche (mMn leider) auch anonym bleiben möchte.

P.S. Ich hab mich übrigens schon aus dieser Posse ausgeklinkt *nicht_grins*



Hallo 94,

hier einige Erklärungen:

1. Es handelt sich hier nicht um SAS!
2. Der im Spiegel abgebildete Umschlag ist einer der inneren Umschläge gewesen! Die inneren Umschläge wurden komplett entnommen und durch Dummies ersetzt. Danach wurde der äußere Umschlag wieder verschlossen. Während der äußere Umschlag ohne Siegelbruch und Beschädigung der kreuzweise angebrachten Siegelschnur verschlossen wurde, habe ich mir die gleiche Mühe bei den inneren Umschlägen nicht gemacht - wozu auch, die habe ich ja dem Dienstgebrauch entzogen - sprich mitgenommen.
Keine Sorge, ich kann nicht zaubern. Diesen Vorgang habe ich vor einem Gremium der Bundeswehr nachgestellt. Das, was Du da freundlicherweise zusammengestellt hast zum Thema Umschläge, Siegel etc. ist die Theorie, die Praxis sieht anders aus.
Und falls die Frage auch noch kommt: Nein, ich habe keinen Kernspintomographen nachts um 2 Uhr ins OpD-Zimmer geschafft.

Trotzdem danke für die Mühe.
sektor


zuletzt bearbeitet 11.01.2012 22:49 | nach oben springen



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