#41

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 31.08.2015 19:22
von coff | 700 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #38
Meinen ersten Trabbi habe ich mir 1972 erkämpft. Mit Hilfe meiner Eltern hatte ich ca. 10000,- MdN





Mark der Deutschen Notenbank (MDN) 1. August 1964 bis 31. Dezember 1967
Mark (M) der Deutschen Demokratischen Republik (auch: Mark der DDR) 1. Januar 1968 bis 30. Juni 1990


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#42

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 08:20
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #36
War auch nicht so wichtig, ob er ein paar Schrammen abbekam. Rollen mußte er, betriebs- und verkehrssicher sein, mehr nicht.

Also da warst Du aber die ganz große Ausnahme, noch dazu bei einem Neuen, den wolltest Du doch wohl mindestens zum Neupreis wieder verkaufen, solltest Du noch mal einen bekommen.
Wenn es eine deutsch-deutsche Eigenheit gab war es doch wohl das wochenendliche WAAgenwaschen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 01.09.2015 08:50 | nach oben springen

#43

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 21:41
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #42
Zitat von DoreHolm im Beitrag #36
War auch nicht so wichtig, ob er ein paar Schrammen abbekam. Rollen mußte er, betriebs- und verkehrssicher sein, mehr nicht.

Also da warst Du aber die ganz große Ausnahme, noch dazu bei einem Neuen, den wolltest Du doch wohl mindestens zum Neupreis wieder verkaufen, solltest Du noch mal einen bekommen.
Wenn es eine deutsch-deutsche Eigenheit gab war es doch wohl das wochenendliche WAAgenwaschen.


Ja, da war ich sicherlich eine Ausnahme. Bin ich auch heute noch in dieser Beziehung. Als Außendienster hatte ich das dreckigste Firmenauto aller 14 ADM. Geputz, vor allem innen, nur wenn mal ein Kollege oder die Chefin mitfuhr oder ich alle 2 - 3 Monate mal in der Firmenzentrale zu tun hatte. Ein ähnlich gerümpeltes Firmenfahrzeug hatte ich nur bei einem Mitarbeiter unserer polnischen Filiale gesehen, was mich ungemein beruhigte. Und natürlich, wenn die Ehefrau mal anfing drüber rumzumosern, daß sie sich gar nicht traut, sich mit hellen Klamotten reinzusetzen. Naja, die beim Vogtlandtreffen im Frühjahr mal einen Blick in meinen Hundefänger geworfen haben, werden´s schon gemerkt haben, obwohl ich davorher etwas saubergemacht hatte. Ich mußte über einen Meister in unserer Firma nur lachen, der seinen Lada NIE aus der Garage rausholte, wenn die Straßen nass waren. Baumaterialien, Steinbruchmaterial (sehr staubig), Kies und Betonbrocken, Mist, es gab fast nichts, was ich nicht transportiert habe (außer echte Leichen natürlich). Diese Woche werde ich wieder das Auto voll Mörteleimer und Mörtelwannen stellen und Tiermist holen, der schon zwei Jahre liegt und deshalb schon etwas suppt. Paar Pappen drunter und es müßte gehen. Und was den Wiederverkaufswert eines Trabis betraf. Ich fuhr ihn sowieso bis zur nächsten fälligen Anmeldung und dann kamen immer noch ein paar Tausender raus.
Einmal hatte ich Spätschicht, saß im Büro, als mein damaliger Vorgesetzter hereinstürzte. "Ich habe dein Auto in Klump gefahren !" Ich habe erst mal laut aufgelacht. Was war passiert ? Auf dem Firmenparkplatz nur zwei Trabis. Seiner und meiner. Er war beim rückwärts wenden von der Kupplung gerutscht und mir von der Seite in die Vordertür gefahren. Die Pappe war natürlich sofort auf etwa 50 cm an zwei nebeneinanderliegenden Stellen eingrissen. Also Schraubzwingen her, etwas zum gegenhalten gebastelt und Epoxidharz reingeschmiert. nach dem Aushärten abgeschliffen und gut war´s. Lackieren ! Wieso ? Etwas hellgrauen Lack drauf und alles war in Butter. Ich kann nicht mal mit Sicherheit sagen, ob ich von meinem Chef damals was als Entschädigung bekommen habe, aber es wird wohl so gewesen sein.



zuletzt bearbeitet 01.09.2015 21:43 | nach oben springen

#44

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 21:53
von bürger der ddr | 3.582 Beiträge

@DoreHolm , Deine Methode finde ich nicht so gut. damals war zum Teil schon Rost unter der Tauchgrundierung, diese Rostnester wurden nur konserviert. ich habe damals mit Elaskon gearbeitet und später mit Graphitöl nachkonserviert. das Elaskon war nicht schlecht, es wurde für die Kalischächte zur Seilpflege der Fördereinrichtungen entwickelt. es sollte salzbeständig sein, elastisch und abriebfest. Leider war das Elaskon auf Wachsbasis mit Lösungsmittel versehen. Um die Schrumpfung durch das Ablüften zu kompensieren habe ich mit Graphitöl nachkonserviert.

Ich bekam meinen Trabant damals aus dem Kontingent für die Staatliche Versicherung, bei Unfällen mit wirtschaftlichen Totalschaden (damals ab 75% Schadenshöhe) über den IFA Vertrieb.



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#45

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 22:25
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #44
@DoreHolm , Deine Methode finde ich nicht so gut. damals war zum Teil schon Rost unter der Tauchgrundierung, diese Rostnester wurden nur konserviert. ich habe damals mit Elaskon gearbeitet und später mit Graphitöl nachkonserviert. das Elaskon war nicht schlecht, es wurde für die Kalischächte zur Seilpflege der Fördereinrichtungen entwickelt. es sollte salzbeständig sein, elastisch und abriebfest. Leider war das Elaskon auf Wachsbasis mit Lösungsmittel versehen. Um die Schrumpfung durch das Ablüften zu kompensieren habe ich mit Graphitöl nachkonserviert.

Ich bekam meinen Trabant damals aus dem Kontingent für die Staatliche Versicherung, bei Unfällen mit wirtschaftlichen Totalschaden (damals ab 75% Schadenshöhe) über den IFA Vertrieb.


Ich schrieb ja, daß ich kein Elaskon verwendet habe. Meine selbst angemischte Brühe hatte eine ganz andere Grundlage. Absolut wasserdiffusionsdicht und höchste Haftung auch auf schwierigen Materialen, dabei mind. drei Jahrzehnte Garantie für Stabilität. Wenn keine Feuchtigkeit mehr rankommt, kann auch eine mögliche Unterrostung nicht weiter fortschreiten. Der Klumpen Kitt von damals, den ich hier noch habe, ist noch flexibel wie damals, ohne Anzeichen von Versprödungen. Grundlage: Butylkauschuk.



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#46

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 22:26
von Häuptling | 77 Beiträge

Mein Vater hatte einen Polski FIAT 125p. 1973 ist uns einer Hinten drauf gefahren--->Totalschaden (das kaputte Auto musste damals nach Teltow gebracht werden, denn zu jener Zeit durfte man den polnischen oder russischen Lizenz-Fiat nicht direkt weiterverkaufen, sondern musste diesen in solch einem Lager zurückverkaufen an eine staatliche Handelsfirma). Wir haben dann über die staatliche Versicherung einen neuen FIAT bekommen. Dafür sollte die "Anmeldung" meiner Mutter auf einen FIAT - später Lada, daran glauben. Wunder gibt es immer wieder. 1988 erhielt meine Mutter die Nachricht, dass Sie in Brandenburg einen Lada Samara abholen darf. Da war die Anmeldung doch noch da. An der Ausfahrt haben die Leute gestanden und Ihr u.a. 100.000 M für den Lada geboten. Mein Vater hatte sich nach der Wende in den Ars... gebissen, dass Sie den Lada nicht gleich verkauft haben.


zuletzt bearbeitet 01.09.2015 22:29 | nach oben springen

#47

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 22:37
von Lutze | 8.030 Beiträge

Der Klebstoff der bei der Trabbi-Beplankung ab Werk verwendet wurde taugte nicht viel,
dieser riss oft schon recht schnell,besonders wenn die Türen zugeknallt wurden,bildete
sich schnell Rost unter den Klebeflächen,da half Elaskon auch recht wenig
Lutze


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#48

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 22:39
von bürger der ddr | 3.582 Beiträge

Bestimmte fahrzeuge mußten an die Firma "Maschinen und Materialreserven" abgegeben werden. Darunter vielen Fahrzeuge aus VEB und Fahrzeuge aus dem NSW. das der "Polski Fiat 125 p" auch dort abgegeben werden mußte wußte ich nicht, oder es lag daran das die versicherung über die "Restverwertung" der Fahrzeuge entscheiden konnte.
Die Totalschadenregelung hatte auch mit der Bindung von Ersatzteilen für die Rep. der Fahrzeuge zu tun. Darum mußten die Fahrzeuge aus "dem Verkehr" gezogen werden. Ein Privatverkauf hätte mit den Papieren einen Neuaufbau ermöglicht



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#49

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 22:42
von bürger der ddr | 3.582 Beiträge

@Lutze , stimmt die Schwachstellen waren an der B-Säule und unter den Dichtplatten der Heckleuchten. Anfällig waren auch der Bereich in der Bodengruppe, am "Geweih" zum Übergang der Verstärkung in der Bodengruppe (Richtung Handbremse). Ich habe dort Knotenbleche eingeschweißt.



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#50

RE: Wie war das mit dem Empfang eines Kraftfahrzeuges ?

in Leben in der DDR 01.09.2015 22:53
von Lutze | 8.030 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #49
@Lutze , stimmt die Schwachstellen waren an der B-Säule und unter den Dichtplatten der Heckleuchten. Anfällig waren auch der Bereich in der Bodengruppe, am "Geweih" zum Übergang der Verstärkung in der Bodengruppe (Richtung Handbremse). Ich habe dort Knotenbleche eingeschweißt.

Die Rostanfälligkeit lag auch an den verwendeten Tiefziehblechen,
bei den Modellen P500/600 und P601 bis etwa 1970 war noch recht gutes
Blech verwendet worden,zu erkennen waren die 601zer an den noch fehlenden
Lüftungsgittern an der C-Säule
Lutze


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