#1

Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 19:46
von Freedom (gelöscht)
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Gepäckschleuse - Agentenschleuse. Kann mir jemand das mal erklären was das bis ins Detail war? Und wozu Schleusen wenn die Agenten der Stasi eh ungehindert gen Westen konnten?!
Also warum musste alles noch geheimer geschehen?

Der Verfasser?


zuletzt bearbeitet 14.12.2009 20:16 | nach oben springen

#2

RE: Der Sinn von Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 20:21
von Heldrasteiner (gelöscht)
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Ich habe selbst zwei dieser "Bauwerke" bei meinen Exkursionen besucht (s. Spurensuche und Bildergalerie Exkursion Wendehausen - Katharinenberg und Kella - Volkerode).

Und dann hab ich noch nen Artikel aus dem Focus für Dich gefunden:
http://www.focus.de/politik/deutschland/...aid_165247.html

Hier noch ein Bericht von deutschland-radio mit mir bekannten Interviewten (Herr Dietzel ist inzwischen leider schon verstorben):
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/l...report/1018733/


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#3

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 20:42
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Freedom
Und wozu Schleusen wenn die Agenten der Stasi eh ungehindert gen Westen konnten?!
Also warum musste alles noch geheimer geschehen?



An den offiziellen GÜSt wurde ja auch von westlicher Seite (BGS) kontrolliert, zumindest die Ausweispapiere --- dort konnten östliche Agenten also nicht ungehindert reisen.


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#4

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 21:03
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Sonny


An den offiziellen GÜSt wurde ja auch von westlicher Seite (BGS) kontrolliert, zumindest die Ausweispapiere --- dort konnten östliche Agenten also nicht ungehindert reisen.




So einfach ist die Antwort. Ich wunderte mich sehr das man keine offiziellen Grenzübergänge benutzte.
Und was war die Gepäckschleuse am Bahnhof-Friedrichstr.? Stichwort-Werner Stiller.


zuletzt bearbeitet 14.12.2009 21:04 | nach oben springen

#5

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 21:12
von Merkur | 1.028 Beiträge

Zitat von Sonny

Zitat von Freedom
Und wozu Schleusen wenn die Agenten der Stasi eh ungehindert gen Westen konnten?!
Also warum musste alles noch geheimer geschehen?



An den offiziellen GÜSt wurde ja auch von westlicher Seite (BGS) kontrolliert, zumindest die Ausweispapiere --- dort konnten östliche Agenten also nicht ungehindert reisen.




Ich behaupte mal, dass die IM ungehindert reisen konnten, da die Ausweispapiere der Kontrolle des BGS standhielten.



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#6

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 21:24
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Merkur
Ich behaupte mal, dass die IM ungehindert reisen konnten, da die Ausweispapiere der Kontrolle des BGS standhielten.



In manchen Fällen ja, aber nicht in allen Fällen, und auch nicht mit "absoluter Sicherheit" --- BGS, BND & Co. waren ja auch nicht naiv...


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#7

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 21:24
von SCORN (gelöscht)
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zitat fokus:

Zitat
Nach FOCUS exklusiv vorliegenden Dokumenten der Gauck-Behörde konnten Spione über Erich Mielkes Dienstboteneingang an mindestens drei Stellen unerkannt die deutsch-deutsche Grenze in beiden Richtungen passieren: bei Schlutup (OGS „Nord-West“) im Norden, nahe Jahrstedt (OGS „Kreuz“) im mittleren Bereich sowie in der Nähe von Plauen (OGS „Süd“).



es wird hier zurecht von "mindestens" geschrieben. es gab mehr.


zuletzt bearbeitet 14.12.2009 21:27 | nach oben springen

#8

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 21:35
von Merkur | 1.028 Beiträge

Zitat von Sonny

Zitat von Merkur
Ich behaupte mal, dass die IM ungehindert reisen konnten, da die Ausweispapiere der Kontrolle des BGS standhielten.



In manchen Fällen ja, aber nicht in allen Fällen, und auch nicht mit "absoluter Sicherheit" --- BGS, BND & Co. waren ja auch nicht naiv...




Du kannst mir schon glauben, dass die Kontrollen der PKE und der Zollverwaltung der DDR hinsichtlich der Dekonspiration von IM relevanter waren als die des BGS.
Die operativen Dokumentationen, mit denen die IM reisten, waren von hoher Qualität, 1989 reisten die IM bereits mit dem neuen Bundespersonalausweis.
Der Sinn der Schleusen war ein anderer.



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#9

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 21:55
von Thunderhorse | 4.027 Beiträge

Zitat von SCORN
zitat fokus:

Zitat
Nach FOCUS exklusiv vorliegenden Dokumenten der Gauck-Behörde konnten Spione über Erich Mielkes Dienstboteneingang an mindestens drei Stellen unerkannt die deutsch-deutsche Grenze in beiden Richtungen passieren: bei Schlutup (OGS „Nord-West“) im Norden, nahe Jahrstedt (OGS „Kreuz“) im mittleren Bereich sowie in der Nähe von Plauen (OGS „Süd“).


es wird hier zurecht von "mindestens" geschrieben. es gab mehr.




Wenns nur 3 gewesen wären.

Vom Grundsatz her gab es in jedem Grenzregiment mehrere Schleusen der verschiedensten Verwendungsmöglichkeiten.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#10

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 21:56
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Merkur
Du kannst mir schon glauben, dass die Kontrollen der PKE und der Zollverwaltung der DDR hinsichtlich der Dekonspiration von IM relevanter waren als die des BGS.



Das mag schon sein --- bedeutet aber nicht, daß die Kontrollen der westlichen Seite völlig irrelevant gewesen wären.

Zitat
Der Sinn der Schleusen war ein anderer.



Und der wäre?


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#11

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.12.2009 21:59
von Freedom (gelöscht)
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Und dann wurde ein Grenzabschnitt zur Schleusung vorübergehend geräumt? Bis der Spuk vorbei war!


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#12

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 00:34
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von Merkur
Ich behaupte mal, dass die IM ungehindert reisen konnten, da die Ausweispapiere der Kontrolle des BGS standhielten.

Du kannst mir schon glauben, dass die Kontrollen der PKE und der Zollverwaltung der DDR hinsichtlich der Dekonspiration von IM relevanter waren als die des BGS.
Die operativen Dokumentationen, mit denen die IM reisten, waren von hoher Qualität, 1989 reisten die IM bereits mit dem neuen Bundespersonalausweis.
Der Sinn der Schleusen war ein anderer.


@ Merkur,
zumindest in den Jahren 1977 und 78 war das garantiert nicht so. Und du darfst nicht immer nur von der schnellen Kontrolle auf einer voll ausgelasteten GKSt. ausgehen. Wenn der Agent das Pech hatte, und kam zu einer Zeit in eine Vollkontrolle, dann wärs aus gewesen. Und was hat das für ne Bedeutung, ob er nun einen neuen oder alten Ausweis hatte. Du mußt nicht immer davon ausgehen, das hier alle geschlafen haben und naiv waren.


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#13

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 14:51
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von Merkur

Zitat von Sonny

Zitat von Merkur
Ich behaupte mal, dass die IM ungehindert reisen konnten, da die Ausweispapiere der Kontrolle des BGS standhielten.



In manchen Fällen ja, aber nicht in allen Fällen, und auch nicht mit "absoluter Sicherheit" --- BGS, BND & Co. waren ja auch nicht naiv...




Du kannst mir schon glauben, dass die Kontrollen der PKE und der Zollverwaltung der DDR hinsichtlich der Dekonspiration von IM relevanter waren als die des BGS.
Die operativen Dokumentationen, mit denen die IM reisten, waren von hoher Qualität, 1989 reisten die IM bereits mit dem neuen Bundespersonalausweis.
Der Sinn der Schleusen war ein anderer.




@merkur,
wie immer, nur einen Satz raushauen und dann schweigen, was soll man davon halten, ich glaub in der Mehrheit aller Beiträge reicht dein
-WISSEN- einfach nicht für eine fundierte Antwort, oder bist Du "Zwerg-Allwissend" und hebst Dir deine Antworten für Jauch auf ?
Gruß aus Berlin


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#14

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 16:09
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Freedom
Und dann wurde ein Grenzabschnitt zur Schleusung vorübergehend geräumt? Bis der Spuk vorbei war!



Jein, ganz eindeutig. Meist nur teilweise. So ein GA hatte je nach Gelände eine Länge von 5 bis rund 20 Kilometern. Schierke betreffend waren es etwa 7 Kilometer.
Die regulären GT zogen sich so weit zurück, dass rein theoretisch von ihnen nicht mehr erkennbar war, was da so ablief.
Theorie und Praxis waren aber keineswegs immer identisch. Wenn ein Posten sich sowieso ohne zu melden in die Pampa verdünnisieren sollte, was konnte die Leute gegebenenfalls daran hindern, mal zu schmulen?
Grob gepeilt war in solchen Fällen etwa die Hälfte bis ein Drittel zeitweise von uns geräumt, mitunter jedoch auch nur Teilbereiche, wie ab GSZ feindwärts.
Auch war der übrige Abschnitt in dieser Zeit nicht etwa ungesichert. Meist beginnend vom Hinterland her bezogen III. GB und auf die regulären Postenpunkte dann SIK den GA. Dies so, dass Anfahrten und Sammelpunkte bereits Stunden vor der eigentlichen Aktion und noch länger danach in den Händen der SIK waren (damit meine ich nicht unbedingt die SIK der GT).
Dazwischen wir GAK, je nach Auftrag (und abhängig von der Fähigkeit und Neugierde, sich in dieser Zeit relativ unkontrolliert im Abschnitt zu bewegen) mal näher, mal weiter weg.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#15

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 17:33
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von karl143
@ Merkur,
zumindest in den Jahren 1977 und 78 war das garantiert nicht so. Und du darfst nicht immer nur von der schnellen Kontrolle auf einer voll ausgelasteten GKSt. ausgehen. Wenn der Agent das Pech hatte, und kam zu einer Zeit in eine Vollkontrolle, dann wärs aus gewesen. Und was hat das für ne Bedeutung, ob er nun einen neuen oder alten Ausweis hatte. Du mußt nicht immer davon ausgehen, das hier alle geschlafen haben und naiv waren.


Hallo Karl,

im Zweifel musstet ihr ja nur nach der Schuhgröße fragen.
So (u.A.) sollen ja einige Kundschafter überführt worden sein.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 15.12.2009 17:34 | nach oben springen

#16

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 17:37
von dein1945 (gelöscht)
avatar

Zitat von Ari@D187

Hallo Karl,

im Zweifel musstet ihr ja nur nach der Schuhgröße fragen.
So (u.A.) sollen ja einige Kundschafter überführt worden sein.

Gruß
Stefan




Hat nicht ausgereicht sich die Schuhe anzusehen ?
Gruß aus Berlin


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#17

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 17:39
von karl143 (gelöscht)
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@ Stefan,
davon weiß ich jetzt nichts. Aber Merkur erweckt den Eindruck, als wäre bei der Stasi immer alles bestens gelaufen, und hier im Westen wären nur Trottel gewesen. Man muß mal berücksichtigen das in einem freien Land diese Möglichkeiten der Kontrollen in diesem Umfang garnicht möglich waren. Allein die Rasterfahndung und die daraus erfolgenden Befas waren vom personellen Aufwand am obersten Limit.


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#18

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 17:43
von S51 | 3.733 Beiträge

Wieviel weiß man denn?
Aber recht hast du trotzdem irgendwie schon. Jede Seite war (und ist) überzeugt, immer die absolut Beste zu sein. Thunderhorse auf der Seinen sicher auch und er könnte hier bei diesem Thema auch ordentlich vom Leder ziehen. Die Wahrheit lügt wie immer recht genau von der Mitte.
Mal ging es hü, mal hott.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#19

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 17:50
von karl143 (gelöscht)
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@ S51,
mir ging es nur darum festzustellen, das in der Bundesrepublik die Voraussetzungen für manche Möglichkeiten einfach nicht gegeben waren. So traf ja der Terrorismus den Staat eigentlich von der Gesetzgebung aber auch von der StPO her vollkommen unvorbereitet. Darum wurden in dieser Zeit viele Gesetze, die mit der heißen Nadel gestrickt waren erlassen, und sind zum Teil heute noch gültig. Viele polizeiliche Methoden wie die Rasterfahndung, die Befa ist ja ein Teil davon, waren ja eigentlich in dieser Art garnicht rechtlich zu diesem Zeitpunkt abgedeckt. Ich will nicht abstreiten, das viele Politiker in diesen Jahren zu blauäugig waren.


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#20

RE: Der Sinn des Schleusen?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2009 18:14
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo,

um noch einmal auf das eigentliche Thema zurückzukommen (es ging ja nun nicht darum, auf welcher Seite damals die Volltrottel und auf welcher die Genies sassen - ich sage jetzt einfach mal, es gab beides auf beiden Seiten, wobei nun womöglich der Streit losgehen würde, wer von welcher Sorte mehr hatte): Das Argument von Merkur, dass die Kontrollen auf DDR-Seite die Gefahr der Dekonspiration erhöhten, ist nicht von der Hand zu weisen. Bestes Beispiel ist ja für mich der Bahnhof Friedrichstraße, in dem es ausweislich des Buches von W. Stiller auch eine Agentenschleuse gab, und die diente sicherlich nicht dazu, die Kontrollen auf westlicher Seite zu umgehen.

Gruss

icke



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