#21

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 19:11
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow

Zitat
Die Soldaten der Confederacy durften nach der Kapitulation nach Hause marschieren und zwar mit Waffen und ohne Auflagen.



noch mal für laien, dies ist der höchste respekt, den man dem ehemaligen gegner und verlierer nur zollen kann...



Hallo @alle,

natuerlich konnten die Amerikaner die Deutschen nicht all ihrer Waffen behalten lassen, aber diese Szene aus dem Film "Band of Brothers" (Wir waren wir Brueder) stellt so in etwa da was Gilbert meint. Gehoert, uebrigens, zu meinen Lieblingsszenen der ganzen Serie.

Unten zuerst im O-Ton, dann ins Deutsch synchroniziert (unten).

Berliner

O-TON



synchronisiert



Quelle: Wir waren wie Brueder


zuletzt bearbeitet 11.12.2009 19:16 | nach oben springen

#22

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 20:14
von Musiker12 | 822 Beiträge

Zitat von Zermatt
Zwangsvereinigung,ist ja wohl stark übertrieben. Warum sollte die BRD Interesse daran gehabt haben einen morschen Staat aufzunehmen,was hätte das gebracht ? Reformen für einen bessere
DDR-klingt gut,kam nur leider viel zu spät,das Kind war schon in den Brunnen gefallen.
Da gab es doch den Spruch,genau weiss ich ihn nicht mehr-Kommt die D-Mark nicht zu uns,gehen
wir dorthin.
Gab es realistische Alternativen zum Beitritt der DDR in die BRD ?



Der Kohl wäre, wenn die Wiedervereinigung nicht gekommen wäre nicht mehr gewählt worden. Das steht schon mal ausser Frage. Und man hat die Chance damals genutzt und das völlig unüberlegt. Der Kohl wäre zu dieser Zeit mit dem Teufel in Bund gegangen.

Ich behaupte nochmal, man wollte Reformen, Reisefreiheit und eine andere Regierung. Aber ob alle ihr Land, ihren Staat aufgeben wollten wage ich zu bezweifeln. Die Frage nach realistischen Alternativen ist nach 20 Jahren rein akademisch. Aber wenn es beruhigt dann nenne ich es nicht Zwangsvereinigung sondern Einkauf durch die BRD und damit Ausverkauf der DDR. Klingt anders aber der Effekt bleibt der gleiche. Die Volkskammer unter der Kohlmarionette Lothar de Maizière hat den Beitritt beschlossen (pers. Anmerkung: Da war es völlig egal ob der IM war denn er war ja nützlich). Wurde da das Volk gefragt? Wohl kaum. Bei einer Entscheidung von solcher Tragweite hätte man eine Volksabstimmung herbei führen müssen. Aber wär diese so ausgegangen wie sich das die Herrn Kohl und de Maizière ausgemalt haben? Sicher ist auch diese Frage rein akademisch.

Tatsache ist, um auf das Ursprungsthema mal zurück zu kommen, dass sich einige im Rahmen der Wiedervereinigung oder wie ich es nenne im Rahmen des Ausverkaufs der DDR ganz gehörig die Taschen voll gestopft haben. In diesen Kreisen spielte die Widervereinigung des Volkes eine eher untergeordnete Rolle. Und selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, die Einheit war nicht das ürsprüngliche Ziel.



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#23

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 20:43
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Volksabstimmung, find ich gut!

Zur Unterstreichung dieser Forderung, Montagsdemos "Wir wollen unsere alte Republik wieder ham'n"
nach der Melodie "Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wieder ham'n"

Nur mal so in den Raum geworfen.


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#24

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 21:41
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Musiker12
Tatsache ist, um auf das Ursprungsthema mal zurück zu kommen, dass sich einige im Rahmen der Wiedervereinigung oder wie ich es nenne im Rahmen des Ausverkaufs der DDR ganz gehörig die Taschen voll gestopft haben. In diesen Kreisen spielte die Widervereinigung des Volkes eine eher untergeordnete Rolle. Und selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, die Einheit war nicht das ürsprüngliche Ziel.


So ein Schnäppchen wie die DDR kam der Bundesrepublik gerade recht, eine wahre Goldgrube...
Was war das eigentliche Ziel, wenn nicht die Wiedervereinigung laut Grundgesetz Artikel 23a und 146?

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#25

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 21:49
von Augenzeuge (gelöscht)
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Die Teilung war auf Dauer unrealistisch, die Wiedervereinigung nicht.


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#26

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 21:50
von freifalli (gelöscht)
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Oder vieleicht meine Denke : großangelegte schlau eingefädelte geheimdienstliche Aktion zur Erlangung neuer Märkte im Sinne des Großkapitals !
Mal darüber nachdenken : wem nützt es !
freifalli


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#27

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 21:54
von Musiker12 | 822 Beiträge

Wessen Ziel war denn die Wiedervereinigung? Wollte die BRD das oder die Bevölkerung der DDR?

Zitat
So ein Schnäppchen wie die DDR kam der Bundesrepublik gerade recht, eine wahre Goldgrube...



Für manch einen war es das Superschnäppchen.



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#28

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 21:56
von Musiker12 | 822 Beiträge

Zitat von freifalli
Oder vieleicht meine Denke : großangelegte schlau eingefädelte geheimdienstliche Aktion zur Erlangung neuer Märkte im Sinne des Großkapitals !
Mal darüber nachdenken : wem nützt es !
freifalli



Am Ende war auch hier wie sonst auch die Stasi schuld



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#29

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 21:59
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von freifalli
Oder vieleicht meine Denke : großangelegte schlau eingefädelte geheimdienstliche Aktion zur Erlangung neuer Märkte im Sinne des Großkapitals !


Letztens habe ich hier im Forum gelesen, daß der Westen, die BRD, den kalten Krieg gewonnen hat, im Kampf der Geheimdienste jedoch zweiter Sieger war. Wenn die Wiedervereinigung nun aber eine geschickt eingefädelte, geheimdienstliche Aktion war, dann wäre der Westen auch auf dem Gebiet erster Sieger gewesen.

Zitat von Musiker12
Am Ende war auch hier wie sonst auch die Stasi schuld


Genau, die "Stasi" hat die Zwangs-Wiedervereinigung arrangiert.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 11.12.2009 22:01 | nach oben springen

#30

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 22:22
von Augenzeuge (gelöscht)
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Und die Übernahme läuft schon in der Vorbereitung.......


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#31

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 22:28
von Augenzeuge (gelöscht)
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Gerade gefunden, nicht unbedingt ernst nehmen....:
Mich beschäftigt aber noch eine andere Frage. Was steckte wirklich hinter der merkwürdigen Verkündung der Reisefreiheit von Schabowski. Fakt ist, seit der Wiedervereinigung sitzen über 17.000 ehemalige Stasi-Agenten in Politik/Wirtschaft/Behörden und regieren unser Land. War das vielleicht bereits so von der SED geplant? War es deshalb 1989 eine unblutige Demonstration? Unser Grundgesetz wäre jedenfalls dafür empfänglich. "Eine Machtübernahme des Westens". Damit ging der Traum der SED im Nachhinein doch noch im Erfüllung.

http://www.lehrfilme.eu/ddr/stasi-mfs.html#stasi-mitarbeiter


zuletzt bearbeitet 11.12.2009 22:29 | nach oben springen

#32

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 22:54
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Jörg, bei aller Spekulation kann ich mir nicht vorstellen, das es damals so helle Köpfe gab, die genau diesen Weg als ihre Lösung sahen.
Dafür überschlugen sich die Ereignisse viel zu sehr, als das da ein paar Weise saßen, und meinten" so müssen wir es machen, das wir in 30 Jahren wieder das Zepter fest in der Hand halten".
Aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen, das würde bestimmt ganz lustig werden, aus dem tumpen deutschen Michel die entwickelde sozialistische Persönlichkeit zu formen, ihn umzuformen.

Gruß Rainer- Maria


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#33

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 23:26
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Zitat von Musiker12

Zitat von Zermatt
Zwangsvereinigung,ist ja wohl stark übertrieben. Warum sollte die BRD Interesse daran gehabt haben einen morschen Staat aufzunehmen,was hätte das gebracht ? Reformen für einen bessere
DDR-klingt gut,kam nur leider viel zu spät,das Kind war schon in den Brunnen gefallen.
Da gab es doch den Spruch,genau weiss ich ihn nicht mehr-Kommt die D-Mark nicht zu uns,gehen
wir dorthin.
Gab es realistische Alternativen zum Beitritt der DDR in die BRD ?


Der Kohl wäre, wenn die Wiedervereinigung nicht gekommen wäre nicht mehr gewählt worden. Das steht schon mal ausser Frage. Und man hat die Chance damals genutzt und das völlig unüberlegt. Der Kohl wäre zu dieser Zeit mit dem Teufel in Bund gegangen.
Ich behaupte nochmal, man wollte Reformen, Reisefreiheit und eine andere Regierung. Aber ob alle ihr Land, ihren Staat aufgeben wollten wage ich zu bezweifeln. Die Frage nach realistischen Alternativen ist nach 20 Jahren rein akademisch. Aber wenn es beruhigt dann nenne ich es nicht Zwangsvereinigung sondern Einkauf durch die BRD und damit Ausverkauf der DDR. Klingt anders aber der Effekt bleibt der gleiche. Die Volkskammer unter der Kohlmarionette Lothar de Maizière hat den Beitritt beschlossen (pers. Anmerkung: Da war es völlig egal ob der IM war denn er war ja nützlich). Wurde da das Volk gefragt? Wohl kaum. Bei einer Entscheidung von solcher Tragweite hätte man eine Volksabstimmung herbei führen müssen. Aber wär diese so ausgegangen wie sich das die Herrn Kohl und de Maizière ausgemalt haben? Sicher ist auch diese Frage rein akademisch.
Tatsache ist, um auf das Ursprungsthema mal zurück zu kommen, dass sich einige im Rahmen der Wiedervereinigung oder wie ich es nenne im Rahmen des Ausverkaufs der DDR ganz gehörig die Taschen voll gestopft haben. In diesen Kreisen spielte die Widervereinigung des Volkes eine eher untergeordnete Rolle. Und selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, die Einheit war nicht das ürsprüngliche Ziel.




Dieser Überlegung kann man nur Zustimmen.

Gruß Theo


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#34

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 23:45
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Musiker12
[...]Die Volkskammer unter der Kohlmarionette Lothar de Maizière hat den Beitritt beschlossen (pers. Anmerkung: Da war es völlig egal ob der IM war denn er war ja nützlich). Wurde da das Volk gefragt? Wohl kaum. Bei einer Entscheidung von solcher Tragweite hätte man eine Volksabstimmung herbei führen müssen. Aber wär diese so ausgegangen wie sich das die Herrn Kohl und de Maizière ausgemalt haben? Sicher ist auch diese Frage rein akademisch.


Die Frage der Volksabstimmung stellte sich doch zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr, da große Teile des Volkes in den Wendemonaten, in Form von demonstrierenden Massen, schon abgestimmt hatten:

"Deutschland, einig Vaterland" oder auch "Wir sind ein Volk" waren die unmissverständlichen Losungen.

Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#35

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 11.12.2009 23:54
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von Ari@D187

Zitat von Musiker12
[...]Die Volkskammer unter der Kohlmarionette Lothar de Maizière hat den Beitritt beschlossen (pers. Anmerkung: Da war es völlig egal ob der IM war denn er war ja nützlich). Wurde da das Volk gefragt? Wohl kaum. Bei einer Entscheidung von solcher Tragweite hätte man eine Volksabstimmung herbei führen müssen. Aber wär diese so ausgegangen wie sich das die Herrn Kohl und de Maizière ausgemalt haben? Sicher ist auch diese Frage rein akademisch.


Die Frage der Volksabstimmung stellte sich doch zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr, da große Teile des Volkes in den Wendemonaten, in Form von demonstrierenden Massen, schon abgestimmt hatten:

"Deutschland, einig Vaterland" oder auch "Wir sind ein Volk" waren die unmissverständlichen Losungen.




Trotzdem gab es diese "Volksabstimmung" in Form der Volkskammerwahl vom März 1990 --- mit eindeutigem Ergebnis.

"Wiedervereinigung" ist in der Tat kein idealer Begriff --- rein rechtlich war es nichts weiter als ein Beitritt der ehem. DDR und Ost-Berlins zum Geltungsbereich des Grundgesetzes.

An ein Überleben der DDR mit Reformen konnten nur diejenigen glauben, die die ökonomische Situation völlig ausblendeten --- zum Glück war das Volk der DDR vernünftiger und unterstützte mehrheitlich die politischen Kräfte, die die schnelle Einheit anstrebten.

Auch zu einzelnen Punkten, die hier unkorrekt dargestellt wurden, könnte man noch etwas anmerken (etwa daß ehem. NVA-Dienstgrade von der Bundeswehr übernommen wurden) --- aber auf solche Details kommt es dann gar nicht so sehr an.


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#36

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 12.12.2009 00:22
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat

Zitat von Feliks D.

Zitat von Merkur

Zitat von glasi

das grenztuppen und nva wie der letzte d....... behandelt worden sind fand ich auch nicht toll. das müßt ihr mir glauben.



Und wie sieht Deine Meinung zu den anderen bewaffneten Organen aus ?






Zitat


hallo merkur und feliks. das ist schwer zu sagen. ich will nicht richten über mitarbeiter des mfs. die haben halt an ihr land und an denn sozialismus geglaubt.



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#37

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 12.12.2009 10:22
von Freedom (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Anfangs war die geistige Einheit sicher von einigen Politikern gewollt.

Diese Meinung hat sich jedoch ganz schnell geändert und man begann eine Hexenjagd, gegen die DDR und ihre bewaffneten Organe im besonderem dem MfS, um von den aktuellen Problemen und eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken.

So wurde ein Feindbild geschaffen um hier die Schuld abladen zu können.




Fakten die nach dem Ende der "DDR" an die Öffentlichkeit gekommen sind, sprechen eine belegbare andere gefährliche Sprache.
Die Brisant ihrer Entschlossenheit wird schon allein durch den geplanten Überfall auf Westberlin dokumentiert.


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#38

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 12.12.2009 11:07
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Freedom


Fakten die nach dem Ende der "DDR" an die Öffentlichkeit gekommen sind, sprechen eine belegbare andere gefährliche Sprache.
Die Brisant ihrer Entschlossenheit wird schon allein durch den geplanten Überfall auf Westberlin dokumentiert.



na @freedom, offensichtlich hast du nie als soldat gedient, sonst würdest du nicht einen solchen unsinn von dir geben. ansonsten wäre verstehendes lesen von quellen für dich sehr angebracht.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#39

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 12.12.2009 11:12
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

sorry @ all, leider sind bisher sehr wenige antworten gekommen zu meiner ursprünglichen frage. darf ich euch bitten, auf diese zurück zukommen?
danke


p.s. @berliner, auch wenn es leicht ot wird, ich habe den film "wir waren wie brüder" verschlungen und ebenso von einigen szenen (wie von dir eingestellt) berührt. ansonsten erschreckte mich der film durch die aneinanderreihung von dargestellten kriegsverbrechen. zumindest waren die macher der serie hier sehr ehrlich und korrekt.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#40

RE: Deutsche Einheit - War eine Einheit der Deutschen wirklich das Ziel für die Zukunft ?

in Das Ende der DDR 12.12.2009 11:22
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Musiker12

Zitat von Zermatt
Zwangsvereinigung,ist ja wohl stark übertrieben. Warum sollte die BRD Interesse daran gehabt haben einen morschen Staat aufzunehmen,was hätte das gebracht ? Reformen für einen bessere
DDR-klingt gut,kam nur leider viel zu spät,das Kind war schon in den Brunnen gefallen.
Da gab es doch den Spruch,genau weiss ich ihn nicht mehr-Kommt die D-Mark nicht zu uns,gehen
wir dorthin.
Gab es realistische Alternativen zum Beitritt der DDR in die BRD ?


Der Kohl wäre, wenn die Wiedervereinigung nicht gekommen wäre nicht mehr gewählt worden. Das steht schon mal ausser Frage. Und man hat die Chance damals genutzt und das völlig unüberlegt. Der Kohl wäre zu dieser Zeit mit dem Teufel in Bund gegangen.



Naja, das mit dem Wiederwaehlen von Kohl ist wiedermal Kristallkugelei, es haette auch noch mindestens zwei Jahre gedauert bis diese Frage (ohne die Wiedervereinigung) angestanden haette. Ausser Frage stehts auf jeden Fall nicht. Es stimmt das in der damaligen Bundesrepublik (vor der Wiedervereinigung) recht wenig zu 'loesen' war, Kohl hatte wenig zu tun, und man war ihm ueberdruessig.

Das es anders gekommen ist (obwohl die damaligen Prognosen anders aussahen) ist allerdings ein Faktum. Die wirkliche Frage ist, ob sich ein theoretischer Sieg der SDP im Maerz 1990 auf irgendeine Art anders ausgewirkt haette. Bis dahin hatte sich die SDP sowohl den Weg ueber 146GG als auch 23GG freigehalten. So zwischen den Stuehlen zu sitzen wurde, meiner Meinung nach, der SDP zum Verhaengnis (neben einigen Wahlkampfauftritten, in welchem mancher SPD-Helfer aus dem Westen zu stark an die ehemalige SED-Elite erinnerte)

Zitat von Musiker12
Ich behaupte nochmal, man wollte Reformen, Reisefreiheit und eine andere Regierung. Aber ob alle ihr Land, ihren Staat aufgeben wollten wage ich zu bezweifeln.

Und ich behaupte: Da liegst Du falsch, und genau das hat Kohl in Dresden und in Erfurt erkannt. Das ging nicht wenigen Wessies so, anscheinend.

Zitat von Musiker12
Die Frage nach realistischen Alternativen ist nach 20 Jahren rein akademisch.


Die Frage hat sich nie richtig gestellt. Es war einfach zu diesem Zeitpunkt fast niemand auf diesem Planeten, der die entsprechenden Mittel (Zeit, Leben, Geld, Arbeit)in ein solches Experiment mit ungewissem Ausgang investiert haette. Wenn es das je gegeben haette: Die Leute dort hatten, ums einfach zu sagen, die Schnauze voll von irgendwelchen Experimenten, und haetten ihr Buendel gepackt (“Kommt die D-Mark bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr” ). Mag sein das das fuer einen gelangweilten Westler mit ein paar Ruecklagen interessant geklungen hat. Fuer die Ossie's die noch nicht in Paris oder Rom waren, die vielleicht mal ein Auto wollten ohne Angst das die Bremsen oder Reifen oder Auspuff versagen mit den Kindern hinten drin, die wollten diese 'realistischen Alternativen' einfach nicht. Ausser man probiert das auf jeden Fall erst mal an ein paar Wessies.

Zitat von Musiker12
Aber wenn es beruhigt dann nenne ich es nicht Zwangsvereinigung sondern Einkauf durch die BRD und damit Ausverkauf der DDR. Klingt anders aber der Effekt bleibt der gleiche.


Ich glaub die Wahlergebnisse vom Maerz 1990 widersprechen da deinen Ansichten. Klar, wir im Westen konnten nix tun, nur zuschauen. Da war's nicht nur Dir unwohl dabei. Aber so war's nun mal, unser Grundgesetz. Das haette man eben vorher aendern muessen. Aus (meiner Meinung nach) sehr guten Gruenden hat man das aber nicht gemacht.
Allerdings Einkauf? Da bekommt man normalerweise ein Produkt. Was waere das Produkt denn gewesen?

Zitat von Musiker12
Die Volkskammer unter der Kohlmarionette Lothar de Maizière hat den Beitritt beschlossen (pers. Anmerkung: Da war es völlig egal ob der IM war denn er war ja nützlich). Wurde da das Volk gefragt? Wohl kaum.


Na, wie waere denn LdM ueberhaupt dahingekommen? Sicher wurde das Volk gefragt, es gab da eine Wahl im Maerz 1990. Ziemlich krasse UNO-Wahlbeobachtung, uebrigens. Der Ausgang war alles andere als klar. Was allerdings klar war ist das die Wiedervereinigung kommt. Das lag schon vor der Wahl fest. Dazu hatte weder LdM noch Kohl was zu sagen.

Zitat von Musiker12
Bei einer Entscheidung von solcher Tragweite hätte man eine Volksabstimmung herbei führen müssen. Aber wär diese so ausgegangen wie sich das die Herrn Kohl und de Maizière ausgemalt haben? Sicher ist auch diese Frage rein akademisch.


Wie gesagt, die Abstimmung gabs im Maerz 1990 (ausser Du nimmst an es war nicht das Volk in der damals noch existierenden DDR, welches da zur Wahl ging). Eben dieses DDR-Volk bestimmte das man, pro Bundesland, zum Bundesgebiet beitritt (Art 23GG), und keine Volksabstimmung durchfuehrt (Art 146 GG). Spekulationen zum Ausgang einer Wahl gemaess Artikel 146 mag ich mir hier echt verkneifen, ich glaub da waeren wir in noch groesseren und (warscheinlich sogar blutigeren) Diskussionen verstrickt. Allerdings, im Osten waere die Wahl sicher nicht anders ausgegangen.

Zitat von Musiker12
Tatsache ist, um auf das Ursprungsthema mal zurück zu kommen, dass sich einige im Rahmen der Wiedervereinigung oder wie ich es nenne im Rahmen des Ausverkaufs der DDR ganz gehörig die Taschen voll gestopft haben. In diesen Kreisen spielte die Widervereinigung des Volkes eine eher untergeordnete Rolle.

Das mit den Taschen vollstopfen mag richtig sein. Es wurden damals wirtschaftlich sinnlose Zugestaendnisse gemacht (z.B. bezueglich des Umtauschkurses), welches einige Kreise im Osten bevorteilte die das nicht verdient hatten. Diese Geld haette sinnvoller eingesetzt werden koennen. Gleichzeitig haette man von der damaligen DDR-Regierung verlangen sollen, das Problem der Treuhand-Gesellschaft (von der Modrow-Regierung eingesetzt) vor der Wiedervereinigung zu loesen, und diese Gesellschaft aufzuloesen und die betreuten Firmen in die entsprechenden Unternehmens-Rechtsformen umzustellen. Das ist gescheitert, dafuer gibts viele Gruende. Allerdings wird jetzt, im nachhinein, dem Westen oft die verantwortung fuer das scheitern dieser seit Jahren ineffektiven und heruntergewirtschafteten Betriebe zugeschoben, welche ohne den frei verfuegbaren Billiglohn-Arbeitsmarkt des Ostens, die Ausbeutung der Umwelt und der Betriebsmittel, nie haetten existieren koennen.

Zitat von Musiker12
Und selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, die Einheit war nicht das ürsprüngliche Ziel.


Fuer einige wenige - vor allem ehemalige DDR-Eliten, und einige was hier die Kollegen der Firma 'Buergerbewegte' nennen- war das nicht das Ziel, das stimmt. Fuer die grosse Mehrheit (~80%) der DDR-Bevoelkerung - und vielleicht auch der Bundesrepublik (fuer diese laeest sich das nicht genau beantworten) war es das Ziel.
-Th


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