#41

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2011 18:07
von Polter (gelöscht)
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Hallo Kalubke!

Von denen hier "ein Undercover-Agent, des westlichen Grenzmeldenetzes" hab ich noch nie etwas gehört oder gelesen. Kannst Du
mir dazu weiteres mitteilen?


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#42

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2011 21:40
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Kalubke
[...]
Die beschriebenen Fakten, Deine Angaben und das, was ich dort auf Spaziergängen sah, habe ich in einer Karte dargestellt. Ich hoffe, ich habe alles richtig interpretiert. Für Korrekturhinweise bin ich jederzeit dankbar. Vielleicht fällt Dir beim Betrachten noch das eine oder andere Detail zum Thema Schleusungen ein.
[...]


Hallo Kalubke,

Deine Karte mit den Markierungen würde mich sehr interessieren.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#43

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2011 01:36
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Hi Polter, hi Stefan,

das mit dem Meldenetz habe ich in verschiedenen Veröffentlichungen gelesen und das die Stasi es aufklären wollte um über die Aktivitäten der Gegenseite an der Grenze stets im Bilde zu sein. Wie das in Berlin lief kann ich nur vermuten. Auf jeden Fall sind auch dort, wie bei KID Vorkommnisse weitergemeldet worden, sonst hätten sie bei der Schleusung auch nicht so netten Besuch gehabt. Die Karten wollte ich hochladen….es brach aber ständig ab und auch aus der Seite wurde ich ständig rausgeworfen. Frage an den Admin: Was läuft da schief?


Gruß Kalubke

Angefügte Bilder:


zuletzt bearbeitet 11.11.2011 20:14 | nach oben springen

#44

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2011 17:45
von brummitga (gelöscht)
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Zitat von

Zitat von Merkur

Zitat von dein1945

Na dann Merkur,
nur mal rüber mit deinem WISSEN, würde mich schon interressieren was so in Eiskeller ablief,



Was im Eiskeller ablief kann KID, wenn er mag, selbst schreiben.
Ich werde mich mit ihm und ehem. Beteiligten dazu im Detail unterhalten.




Hallo Merkur,
bleib auf deinem WISSEN sitzen, deine Antworten sind zum kotz.., könnt euch gern im STASI-KUSCHELCLUB unterhalten, mir ist es langsam Schei..egal was da ablief, schade nur, dass damals unsere Sicherheitsorganne gepennt haben,
Gruß aus der ehemaligen Frontstadt




1945, nimmst Du irgenwas, was Dir nicht ganz bekommt ?


zuletzt bearbeitet 11.11.2011 18:07 | nach oben springen

#45

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2011 17:49
von Pitti53 | 8.786 Beiträge

den User mit diesen Bemerkungen gibt es hier nicht mehr


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#46

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.11.2011 21:17
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Kalubke
[...]
Die Karten wollte ich hochladen….es brach aber ständig ab und auch aus der Seite wurde ich ständig rausgeworfen. Frage an den Admin: Was läuft da schief?


Gruß Kalubke


Hallo Kalubke,

nun hat es ja geklappt. Vielen Dank für das Einstellen. Werde mich jetzt etwas in die Karte hineindenken müssen. Da hat sich ja im Laufe der Jahre einiges getan.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#47

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.11.2011 10:50
von VNRut | 1.483 Beiträge

Hallo Kalubke,

Vielen Dank für die Einstellung der Karte. Ich musste oft in diesen Abschnitt Grenzdienst schieben und darum kannte ich die POP sehr genau. So habe ich auch einige Male einen "Schneewittchen-Einsatz" indirekt am Niederneuendorfer Weg mitbekommen. Durch ein großes Tor im Streckmetallzaun (für uns vorderes Sperrelement) verschwanden die Geländewagen und kamen meist erst nach Stunden zurück. Erst durch deine Karte, die ich vorher noch nie gesehen habe, ist ersichtlich wie es dahinter weiter ging.

PS: Mein am häufigsten besetzter (12er) BT stand in der Ecke am Neuendorfer Kanal, wo in deiner Karte ..."ab 1971 zu Westberlin" zu lesen ist. Ganz in der Nähe wurde der PF U.Steinhauer von seinen Posten ermordet.

Gruß Wolfram


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
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#48

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2011 17:16
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Hi VNRut,

Dann scheinen nach Deinen Beobachtungen die „Schneewittchen“ im Abschnitt Eiskeller tatsächlich mit mehreren Trupps die Schleusungen organisiert zu haben.

Das mit dem Mord an dem Grenzer Steinhauer ist wirklich furchtbar und tragisch. Passierte es während Deiner Dienstzeit? Ich habe die Erinnerungstafeln gesehen, die an der Stelle stehen. Er stand kurz vor der Entlassung. Bei allem Verständnis dafür, dass viele damals rüber wollten und sich bietende Gelegenheiten nutzten. Aber dafür jemanden umzulegen? Das ist schon sehr extrem.

Was ich aber auch nach der Wende mitbekommen habe, ist dass damals Fahnenfluchten sehr rigide mit allen Mitteln bekämpft wurden. Beim MfS (vermutlich HA I, Abteilungen Abwehr GKN, GKM, GKS, bzw. Abteilung I BV) gab es z.B. Einsatzkompanien, die legendiert in den Grenzkompanien operierten. Die hatten die klare Anweisung das mit Waffengewalt egal ob mit oder ohne Todesfolge zu verhindern (siehe Seite 2 der Anlage). Das heißt für jemanden, der während seines Armeedienstes flüchten wollte stand alles auf dem Spiel und er dementsprechend unter Stress. Der Bruder eines Bekannten von mir diente in einer Hubschraubereinheit, die mussten damals den fahnenflüchtigen Weinhold jagen, der sich dicht an der Grenze in einem Waldstück versteckt hatte und bereits von allen Seiten umzingelt war. Sie waren voll aufmunitioniert und hatten die Order sofort draufzuhalten, wenn sich da drin was bewegt. Weinhold ist nachts rausgeschlichen und hat dabei die schlafenden Grenzer entdeckt, die vor dem Wald in Stellung lagen. Vermutlich waren ihm durch die fast ausweglose Lage, in der er sich seit Stunden befand und dem Bewusstsein, dass sein Leben nur noch an einem seidenen Faden hing, längst alle Sicherungen durchgebrannt. Dadurch war er sicherlich fähig auf die beiden Schlafenden zu schießen. In der DDR-Presse wurde er völlig anders dargestellt, als kaltblütiger Doppelmörder, was ich in Anbetracht seiner Fluchtumstände für nicht sehr wahrscheinlich halte.

Aber von Außenstehenden, die noch nie in einer solchen Situation waren (und da bin ich, was mich betrifft, weiß Gott froh drüber) kann das sowieso kaum objektiv beurteilt werden. Es soll keine pauschale Rechfertigung für das Verhalten dieser Täter sein, eher eine Anregung zum Nachdenken über die „2. Seite der Münze“. In jedem Fall sind die fatalen Folgen, dass dabei Menschen, obwohl Frieden ist, ihr Leben verlieren sehr bedrückend und es sei die Frage erlaubt, ob es das wirklich wert war, sowohl für den der geflüchtet ist als auch für die, die das unbedingt verhindern wollten?

Grüße aus Berlin Kalubke

Angefügte Bilder:


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#49

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2011 17:24
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von Kalubke

.. In der DDR-Presse wurde er völlig anders dargestellt, als kaltblütiger Doppelmörder, was ich in Anbetracht seiner Fluchtumstände für nicht sehr wahrscheinlich halte....

Grüße aus Berlin Kalubke



War er dies etwa nicht, wenn er zwei Schlafende vorsätzlich erschießt??


zuletzt bearbeitet 14.11.2011 17:41 | nach oben springen

#50

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2011 17:52
von SCORN | 1.455 Beiträge

Zitat von Kalubke
.....Dadurch war er sicherlich fähig auf die beiden Schlafenden zu schießen. In der DDR-Presse wurde er völlig anders dargestellt, als kaltblütiger Doppelmörder, was ich in Anbetracht seiner Fluchtumstände für nicht sehr wahrscheinlich halte.
Grüße aus Berlin Kalubke



Weinhold handelte nicht wie einer dem alle Sicherungen durchgebrant sind sondern äusserst kaltblütig, zielgerichtet und effektiv.
Sehr umfangreich und detailiert behandelt auch hier:
---> http://www.nva-forum.de/nva-board/index....weinhold&st=825

SCORN


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#51

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2011 17:56
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Hi GZB1,

unter kaltblütig verstehe ich nüchtern, rational überlegt, ohne größere Emotionen. Bei Weinhold vermute ich aufgrund der Umstände, dass er selbst extreme Todesangst hatte und deshalb zu keiner rationalen Handlung fähig war. Wie schon gesagt, keine Rechtfertigung der Tat Weinholds. (jemanden zu töten, egal aus welchen Umständen heraus ist schlimm genug) sondern ein Versuch des Verstehens der Handlungen von Personen in derartigen extremen Situationen. Im Prinzip ist es sehr ähnlich wie im Krieg während eines Gefechtes. Dort ist auch damit rechnen, dass der Gegner zu allem bereit ist und das Leben nicht geschont wird.

Gruß Kalubke



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#52

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2011 18:00
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Hi Scorn,
danke für diesen Link. habe aber keine berechtigung um ihn lesen zu können. Könntest Du ihn oder die wichtigsten Teile davon hier ins Grenzforum schieben. Dank im Voraus kalubke



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#53

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2011 18:04
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von Kalubke
Hi GZB1,
... Bei Weinhold vermute ich aufgrund der Umstände, dass er selbst extreme Todesangst hatte und deshalb zu keiner rationalen Handlung fähig war....
Gruß Kalubke



Da du offenbar nähere Informationen über seinen damalige Gemütszustand hast, wäre das evtl. eine weitere Diskussion in einem anderen neuen Treath wert.


zuletzt bearbeitet 14.11.2011 18:10 | nach oben springen

#54

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2011 18:19
von SCORN | 1.455 Beiträge

Zitat von Kalubke
Hi Scorn,
danke für diesen Link. habe aber keine berechtigung um ihn lesen zu können. Könntest Du ihn oder die wichtigsten Teile davon hier ins Grenzforum schieben. Dank im Voraus kalubke



Hi Kalubke,
der thread dort ist sehr umfangreich, über 800 beiträge zum thema, bis in alle abläufe des geschehens. leider kann ich dort nichts kopieren und hier einstellen, das wird nicht gerne gesehen, verständlicherweise. daher kannst du nur eins machen, dich dort anmelden. lohnt auch so, da das umfangreichste fachforum um die bewaffneten organe der DDR.

gruss
SCORN


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#55

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 14.11.2011 19:39
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Hi GZB1, habe auch nur die bereits genannte Info aus 2. Hand und den von dieser Person geschilderten persönlichen Eindruck. und würde mich zunächst erst selbst in den von SCORN beschriebenen Forum überweitere Details informieren.

Gruß Kalubke



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#56

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 15.11.2011 18:52
von Historiker84 | 49 Beiträge

Im NVA-Forum findet sich auch einiges zur "Einsatzkompanie". Es gab nur zeitweilig eine Einsatzkompanie. "Schneewittchen" war
der zeitweilige Tarnanme einer Sicherungskompanie der GT, die nichts mit den Schleusungen zu tun hatten.
Angehörige der Einsatzkompanie wurden zeitweilig in Grenzkompanien eingesetzt, wo sich bestimmte Vorkommnisse häuften (Grenzdurchbrüche und Fahnenfluchten). Es waren vermutlich niemals mehr als 30 Personen gleichzeitig im Einsatz (Westgrenze),
umgerechnet auf Grenzkompanien, Güst-Sicherungskompanien, Bootseinheiten, Pionierkompanien... also verschwindend gering.
Anfang der achtziger Jahre war ein Zug für solche Einsätze in den GT aber auch bei der NVA vorgesehen (ca. 20 Personen).
Historiker84


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#57

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.11.2011 09:26
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Hi Historiker84,

Dank für die Info. Kennst Du Details über den Einsatz? Operierten sie als geschlossene Kompanie im sog. "RdH" (Raum der Hauptanstrengngen) oder als in die GK eingeschleuste Einzelpersonen? Auf letzteres deuten ja einige Passagen im Einsatzauftrag hin. Krass fand ich darin auch die Legalisierung des Waffeneinsatzes gegen Frauen und Kinder. Dies steht m.E. völlig im Gegensatz zu den allgemeinen Vorschriften zum Schusswaffeneinsatz an der Grenze. Dort sollte das Leben von Frauen und Kindern möglichst geschont werden.

Gruß Kalubke

Gruß Jörg



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#58

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.11.2011 10:14
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Habe Deinen Beitrag nochmal genau gelesen. Fage hat sich erledigt.
Gruß Kalubke



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#59

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.11.2011 10:30
von GZB1 | 3.286 Beiträge

@Historiker 84

ist dies das "berühmte Dokument" von dem Frau Birthler damals behauptete, sie hätte den ""Schießbefehl"" gefunden?

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...,500123,00.html


zuletzt bearbeitet 16.11.2011 10:33 | nach oben springen

#60

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 16.11.2011 11:37
von Historiker84 | 49 Beiträge

Das ist der berühmte "Schießbefehl" von Frau Birthler. Das Dokument, was im Museum der Behörde sich befindet und bereits vorher
von der Behörde publiziert wurde. Übrigens gibt es ein weiteres Buch (Ulf Mann, Tunnelfluchten, Transitverlag), das schon vorher darauf hingewiesen hatte.
Für mich der typische Komplexauftrag in der Zeit von KC Singer. Es gab vorher und später andere Komplexaufträge, die diese missverständlichen Formulierungen nicht aufwiesen.
Wobei ich ergänze möchte, dass Einsätze mit 30 Personen bei den Aktionen "Herbst I" und "Herbst II" (Minenräumung 1985)
erfolgten. Der vermutlich größte Einsatz, was die Anzahl der Personen betrifft, war 1984 die Aktion "Nordlicht" mit 42 eingesetzten
HIME und 15 Kursanten von der Zentralschule Stintenburg. Hier ging es um Absicherungsmaßnahmen mit Zusammenhang mit
der Stationierung von Raketen (GSSD).


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