#21

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2010 16:08
von VNRut | 1.486 Beiträge

Hallo Mannomann,

ein Fahrrad wurde vom Deserteur und Mörder E.B. zur Überwindung der Grenzmauer genutzt. Das Postenpaar war als Fahrradstreife im Grenzabschnitt unterwegs. Den Tag soll es sehr Neblig gewesen sein, was im Eiskeller ziemlich oft der Fall ist.

Nachzulesen unter:
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593913/page/0

Wolfram


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 27.04.2010 16:26 | nach oben springen

#22

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2010 18:23
von X-X-X (gelöscht)
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O jaaaaaa...... Ich wurde zwischen April 1983 und April 1984 mehrere Male in diesem Abschnitt geschleust. Meine Grenzer, wie ich die nannte, waren natuerlich "Schneewittchen" (drei Mann). Wir haben zwei verschiedene Ein- und Ausgaenge benutzt. Der erste Uebergang befand sich am "Ende" der Schoenwalder Allee. Die Bruecke wurde entweder zerstoert oder abgebaut. An dieser uberwachsenen Stelle haben wie die Staatsgrenze (Mauer) mit Alu-Leitern uberquert. Zweiter Ort war tatsaechlich im vorgelagerten Territorium. Wir mussten mit dem UaZ (ich hinten unterm Zeltplan versteckt) bis zur suedlichen Seite der Enklave ranfahren. Dann zu Fuss durch einen weiteren Zaun in die DDR-Enklave, die sich innerhalb der Enklave Eiskeller befand!

"Schneewittchen" hatte auch meinen Toten Briefkasten bedient.

Ja, mit dem Fahrrad (weisse Peugeot mit 10-Gangschaltung) waren wir auch unterwegs. Bei Tagesbesuchen in der KW in Falkensee blieb das Fahrrad auf westlicher Seite, jedoch auf DDR-Territorium. Bei laengeren Aufenthalten in der DDR schleppten wir das Ding einfach mit hinueber! Beide Schleusengsmoeglichkeiten haben wir sowohl zusammen als auch unabhaengig voneinander benutzt.

Ich war das letzte Mal im Mai 2009 vor Ort und habe natuerlich Bilder gemacht. Unser Schuetzengraben in der inneren Enklave ist genauso wie frueher. Der Tote briefkasten ist laengt weg, jedoch die Buechse (unsere Markierung) war noch da am Baumstamm! Unglaublich. Da wo die Ein-und Ausfahrt in er inneren Enklave war/ist, stehen heute Erinnerungssaeulen mit Bildern. Also der Ort laesst sich leicht finden.

@VNRut: danke fuer die Infos. ich habe mich oft gewundert, was die grenzer bei einer solchen Aktion dachten. Ihr habt wohl ein Paar Schleusungen von KID miterlebt. Mein letzte fand tatsaechlich waehrend an einem Abend statt. Das war ein langer Tag: Westberlin-Falkensee-Ostberlin-Falkensee-Westberlin...und dann ab nach Amerika!

Ich versuche meine Bilder hochzuladen...ich bin ja nicht sehr technisch begabt!

Jens


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#23

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2010 11:32
von VNRut | 1.486 Beiträge

Ich habe mal unter Google Earth nach der Agentenschleuse gesucht. Meinen Erinnerungen nach war der Standort:

Breite: 52.582044°, Länge: 13.150826°

Und der Grenzer Ulrich Steinhauer wurde ungefähr an diesen Standort (lt. Aussage meines Zugführers T.) ermordet:

Breite: 52.586912°, Länge: 13.131916°

Gruß Wolfram


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
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Gruß Wolle
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#24

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2010 14:47
von X-X-X (gelöscht)
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@Wolfram Kannst Du bitte ein Bild der Enklave einstellen? Ein zu DDR-Zeiten, ein von heute. Bei mir funktioniert Goodle Earth nicht mehr.... Ich arbeite noch dran. Wenn du die Koordinaten auf den Bildern zeigst, kann ich Dir genau zeigen, wo 'unsere' Schleuspunkte befanden.

Uebrigens wart Ihr nicht die einzigen, die uns beim Ueberqueren der Felder im vorgelagertem Territorium gesichetet hatten. Unser "Foerster" in dem Revier hat uns auch mal erwischt. Das wurde ganz schnell boese.

Ich freue mich, endlich makl einen aus der Ecke kennenlernen zu duerfen.


Jens


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#25

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2010 16:26
von VNRut | 1.486 Beiträge

Hallo Jens,

Da ich nur einfacher Grenzsoldat war, war es mir nicht gestattet Privat eine Kamera mit an die Staatsgrenze zu nehmen. Dies war nur unseren Grenzaufklärern unter Major(?) M. erlaubt.

Es gab aber bestimmte Postenbereiche (BT) auf denen "bestätigte" Grenzer unserer Kompanie saßen, die bekamen ab und zu Fototechnik mit um zivile und militärische Provokationen, Truppen- und Flugbewegungen zu fotografieren. Das Fotomaterial wurde im Stab ausgewertet. Selten oder höchstens zu Schulungszwecken (Feinderkennung) bekamen wir die Bilder zu sehen.

Ich hätte die Eiskeller-Standorte (52.582044°,13.150826° und 52.586912°,13.131916°) gerne als Maps. Google eingestellt, doch leider fehlt mir die technische Begabung.

Ich besitze auch keine privaten Bilder aus der heutigen Zeit des ehemaligen Grenzstreifens. Muss meinen nächsten Urlaub (Tagesausflug) doch mal in diese Gegend verlegen.

Gruß Wolfram


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#26

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2010 21:00
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von VNRut
Ich habe mal unter Google Earth nach der Agentenschleuse gesucht. Meinen Erinnerungen nach war der Standort:

Breite: 52.582044°, Länge: 13.150826°



hallo wofram,
kannst du mal die position überprüfen, die kann nicht stimmen.

gruss
SCORN


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#27

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2010 21:14
von SCORN (gelöscht)
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es dürfte sich um dieses gebiet handeln.

Angefügte Bilder:
eiskeller.jpg

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#28

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2010 21:41
von VNRut | 1.486 Beiträge

Es sind zwar schon paar Jahre (1983) her, aber die Position müsste stimmen. Direkt an ein Eingangstor zum 4. Abschnitt, wohin nur eine Straße führte (Wurde oft als Eingang zur Postenkontrolle genutzt). Im Ost- bzw. Westteil des besagten Standortes war großräumiger Waldbewuchs. Es waren mehrere Tore hinter einander. Schmaler Grenzstreifen mit großen eingezäunten vorgelagerten Territorium (Sandwüste). Wenn meine Erinnerungen nicht trüben, wurde der BT-Bereich als "Kuhlake" bezeichnet. ...ist aber auch schon lange her!!!

Gruß Wolfram


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Gruß Wolle
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#29

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2010 22:04
von VNRut | 1.486 Beiträge

Hallo Scorn,

mit Deinen Koordinaten komme ich südlich von Potsdam (Nahe Nuthetal) das ist aber ein ganzes Stück weg vom Berliner Eiskeller. Gut, für Agenten war die Mauer an mehren Stellen offen.

Hier zu Nachlesen über Exklave Eiskeller:

http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Eiskeller
http://www.denkmallandschaft-berliner-mauer.de
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43144031.html
http://www.berlin.de/mauer/mauerweg/staa...rf/index.de.php
http://home.pages.at/maxifant/Frames/Berlin-DDR.htm

Gruß Wolfram


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Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 29.04.2010 09:02 | nach oben springen

#30

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2010 09:12
von VNRut | 1.486 Beiträge

Hier noch mal ein Google Maps, nur die Standorte konnte ich nicht einzeichnen.

http://maps.google.de/maps?ll=52.581357,...&z=13&t=h&hl=de
http://www.denkmallandschaft-berliner-ma...&type=satellite

Gruß Wolfram


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Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 29.04.2010 10:38 | nach oben springen

#31

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2010 14:33
von X-X-X (gelöscht)
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Die Stellen sind bei dem Site Denkmallandschaft sehr gut zu erkennen. 1. Die Bruecke am "Ende" der Schoenwalder Allee und 2. der Tote Briefkasten und Schuetzengraben in der inneren Enklave. Wenn du vom Nordosten in Eiskeller reinfaehrst, biegst du links ab (auf dem Bild, wo die zwei braunen felder sind. Wenn du dann diesen aspahaltierten Weg weiter suedlich faehrst, stoesst du auf die Staatsgrenze (Wald). Als Westberliner, musstest du entweder rechts oder links abbiegen. Ich war immer geradeaus in den Wald gefahren ausgefahren. Wir waren auch uebert den Niederneuendorfer weg gefahren, um an den letzten Grenzzaun zu kommen (im vorgelagerten Gebiet).

Jens


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#32

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 29.04.2010 15:03
von SCORN (gelöscht)
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Zitat von KID
...Wenn du dann diesen aspahaltierten Weg weiter suedlich faehrst, stoesst du auf die Staatsgrenze (Wald). Als Westberliner, musstest du entweder rechts oder links abbiegen. Ich war immer geradeaus in den Wald gefahren ausgefahren.

Jens



dann müsste hier(roter pfeil) der Übertritt auf DDR Gebiet erfolgt sein.

Angefügte Bilder:
eiskeller.jpg

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#33

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2010 12:05
von VNRut | 1.486 Beiträge

Ich habe mal etwas aus den Bericht "Agentenschleuse in Eichsfeld" hierher gezogen

[URL]@AZ - Meine Schleusungen fanden 1983-84 statt, als ich noch In West Berlin stationiert war. Die Benutzung der Ubergangsstelle Friedrichstrasse war strengstens verboten. Wir (Grenzer und ich) wurden tatsaechlich einmal bei einer Ausschleusung erwischt. Ein Foerster, der sich unweit unseres Laufpfades aufhielt, hat uns mit dem Fernglas erkannt. Er hatte daraufhin die Briten alarmiert -4 'Grenzer' auf der westlichen Seite der Mauer. Die kamen gleich mit zwei Landrover voll Irish rangers an. Kaemen sie nur eine Minute frueher, haetten sie mich in Zivil in einem Schuetzengraben neben drei bewaffneten Grenzern erwischt. Das war aber nicht der Fall. Als ich auf meinem Rennrad aus der Enklave rauswollte, fuhren sie mir ploetzlich entgegen. Ich wusste, dass meine Begleiter noch nicht weg waren und hatte mich deswegen entschlossen, die Rangers ein paar Sekunden aufzuhalten. Ich tat so, als waere ich auf dem glatten Asphalt gestuertzt (so einfach ist es nicht!). Sie hielten an, beschimpften mich auf Englisch, verlangten, dass ich schnell zur Seite stehe. Ich liess mir natuerlich Zeit! Dieses Schauspiel hatten meine Begleiter beobachten koennen, durften aber erst nach einigen Stunden den inneren Teil der Enklave wieder verlassen. Stundenlang im fallenden Schneeregen sassen die Briten und Grenzer ein paar Meter voneinander entfernt- Waffen bereit. Nur die unsichtbare Grenze der DDR hat sie gerettet.

Jens [/URL]

Hallo Jens, da habt ihr großes Glück gehabt. Ich kann mich an Situationen erinnern (z.B. Grenzalarm/Auslösung Signalgeräte/A-Gruppen Einsatz etc.) sofort wurden wir von Hubschrauber Marke "Gazelle" http://de.wikipedia.org/wiki/A%C3%A9rospatiale_SA_341/342 oder den großen Brummer Marke "Bell Helicopters - UH-1N/1H/1D" http://de.wikipedia.org/wiki/Bell_UH-1 sowie von Chipmunk-Flugzeuge http://de.wikipedia.org/wiki/De_Havilland_Canada_DHC-1 überflogen. Der Flugplatz Gatow war nicht weit entfernt. Die Lufttruppen hingen dann wie "Schmalzfliegen" über unseren Luftraum. Dazu kam eine ganze Flotte Landrover, Ferret-Radpanzer http://de.wikipedia.org/wiki/Ferret_(Radpanzer) oder Fox-Aufklärer. Nicht zu vergessen die Leute vom BGS mit ihren VW-Transporter (Bullis). Der Eiskeller gehörte zwar zum britischer Sektor wurde aber im Wechsel von Franzosen und Amerikaner abgefahren.

Gruß Wolfram


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Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 30.04.2010 12:11 | nach oben springen

#34

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2010 12:38
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von VNRut
Hallo Jens, da habt ihr großes Glück gehabt. Ich kann mich an Situationen erinnern (z.B. Grenzalarm/Auslösung Signalgeräte/A-Gruppen Einsatz etc.) sofort wurden wir von Hubschrauber Marke "Gazelle" http://de.wikipedia.org/wiki/A%C3%A9rospatiale_SA_341/342 oder den großen Brummer Marke "Bell Helicopters - UH-1N/1H/1D" http://de.wikipedia.org/wiki/Bell_UH-1 sowie von Chipmunk-Flugzeuge http://de.wikipedia.org/wiki/De_Havilland_Canada_DHC-1 überflogen. Der Flugplatz Gatow war nicht weit entfernt. Die Lufttruppen hingen dann wie "Schmalzfliegen" über unseren Luftraum. Dazu kam eine ganze Flotte Landrover, Ferret-Radpanzer http://de.wikipedia.org/wiki/Ferret_(Radpanzer) oder Fox-Aufklärer. Nicht zu vergessen die Leute vom BGS mit ihren VW-Transporter (Bullis). Der Eiskeller gehörte zwar zum britischer Sektor wurde aber im Wechsel von Franzosen und Amerikaner abgefahren.

Gruß Wolfram



Na Wolfram,
tolle Geschichte, wenn war denn der BGS in Berlin (West)?
Gruß aus Berlin, damals zum Glück West !


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#35

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2010 13:24
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von dein1945

Zitat von VNRut
...Radpanzer) oder Fox-Aufklärer. Nicht zu vergessen die Leute vom BGS mit ihren VW-Transporter (Bullis). Der Eiskeller gehörte zwar zum britischer Sektor wurde aber im Wechsel von Franzosen und Amerikaner abgefahren.

Gruß Wolfram



Na Wolfram,
tolle Geschichte, wenn war denn der BGS in Berlin (West)?
Gruß aus Berlin, damals zum Glück West !




Vielleicht meint er die Berliner Polizei? Die hatten auch VW-Busse als Fustrw.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#36

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2010 20:40
von VNRut | 1.486 Beiträge

Sorry @dein1945,

ich meinte natürlich den WEST-BERLINER ZOLL mit Personentransporter (Bulli) (Aufschrift Zoll) sowie die WEST-BERLINER POLIZEI. Wenn ich mich nicht irre ist Sie 1982/83 sogar noch mit einen VW Käfer Steife gefahren. Und Fahrräder.

Gruß Wolfram


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
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https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 30.04.2010 20:44 | nach oben springen

#37

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2010 21:09
von VNRut | 1.486 Beiträge

Zitat von dein1945
Da ja keine Antworten kommen, die hier direkt einen Bezug zu der Frage von KID sind, hier mal etwas zur Enklave Eiskeller,
Gruß aus Berlin

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/b...-der-Mauer.html



Hallo dein1945,

Zitat von dein1945
(11.12.2009)... bin es gewohnt nicht nur irgentein -GESCHWAFEL- in den Raum zu stellen, wenn ich -A- sage, sage ich auch -B- und ziehe mich nicht zurück, wenn ich zu diesem Thema etwas beitragen will, mache ich nicht nur Andeutungen und dann Sendepause...bleib auf deinem WISSEN sitzen, deine Antworten sind zum kotz.., könnt euch gern im KUSCHELCLUB unterhalten, mir ist es langsam Schei..egal was da ablief, schade nur, dass damals unsere Sicherheitsorganne gepennt haben.



Da haste Deine Frage selbst beantwortet.

Gruß aus Magdeburg
Wolfram


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

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https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 30.04.2010 21:14 | nach oben springen

#38

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 30.04.2010 22:21
von seaman | 3.487 Beiträge

Danke Wolfram,
für Deine Erläuterungen zum Thema.

seaman


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#39

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2011 16:20
von Kalubke | 2.294 Beiträge

Hi Kid,
ich bin zwar kein unmittelbarer Augenzeuge der konspirativen Vorgänge vom Eiskeller und auch Details zum Grenzregime waren für mich als „gelernter“ DDR-Bürger (Ost-redewendung ;-)) damals absolut tabu. Umso mehr interessiere ich mich heute für diese „weißen Flecken“ in der DDR-Geschichte, zu denen u.a. auch Deine ehemaligen Tätigkeiten gehören. Zum Thema Eiskeller kann ich folgende historischen und geographischen Fakten beisteuern, die Dich vielleicht auch interessieren könnten:
Der Eiskeller war einer der skurrilsten Orte an der deutsch-deutschen Grenze. Ursprünglich waren die zu Westberlin gehörenden Teufelsbruchwiesen und der Eiskeller zwei vollständig von DDR-Gebiet umschlossene Westberliner Enklaven. Nach dem Mauerbau 1961 entstanden dadurch verschiedene Probleme. Unter anderem mussten die Einwohner dort durch DDR-Gebiet, um in den Westberliner Stadtbezirk Spandau zu gelangen. Deshalb wurden zunächst Anfang der 60’er Jahre die zur DDR gehörenden Abschnitte der Zufahrtsstraßen gegen ein Gebiet westlich des „Kienhorstes“ ausgetauscht. Das westliche Ende der nun zu Westberlin gehörenden Straße um den „Kienhorst“ ragte dadurch wie ein Schnabel in das DDR-Gebiet südlich des Kienhorstes hinein. Die Briten erhielten so ca. 170 m weit in die DDR vorgeschobenes Territorium, das sie während ihrer Kontrollfahrten mit Sicherheit zur Beobachtung des Geschehens im „Kienhorst“ nutzten. Meines Erachtens hat ein mittlerweile umgestürzter 2 m hoher Betonpfahl das Ende der Straße im DDR-Gebiet markiert.
Am 20.12.1971 kam es zu einer weiteren Vereinbarung zwischen dem Senat von Westberlin und der Regierung der DDR über die Regelung der Frage von Enklaven durch Gebietstausch. Die „Große Kuhlake“ (8,0 ha) im Forst Falkenhagen und ein Stück Straße im DDR-Gebiet westlich der Teufelsbruchwiesen (0,3 ha) gingen an die DDR. Im Gegenzug erhielt Westberlin die ehemals trennenden Flurstücke im Gebiet Eiskeller/Teufelsbruchwiesen (10,7 ha). Dadurch wurde das im Zentrum des Gebietes liegende DDR-Waldstück „Kienhorst“ nun selbst fast zur Enklave und konnte von da an nur noch über einen DDR-Gebietsstreifen im Süden betreten werden, der ihn zwar mit dem Forst Falkenhagen verband, aber am „Schnabel“ auf ca. 150 m eingeengt war (siehe Karte). Durch dieses „Nadelöhr“ verlief auch die Wegstrecke, die Du für Deine Schleusungen benutzt hast. Als Grenzmarkierungen wurden in den 70’er Jahren ca. 1 m hohe Betonsäulen mit einer in Richtung Ost weisenden Abschrägung am oberen Ende errichtet. Sie sind heute noch größtenteils erhalten und Dir sicherlich von damals noch bekannt.
Dieses waldreiche, leicht hügelige z.T schlecht einsehbare Terrain und die guten Straßenanbindungen in West und Ost waren offensichtlich trotz der beschriebenen komplizierten Grenzverhältnisse für die Stasi ein geeigneter Ort für Personen- und Materialschleusungen. Ich vermute aber, dass wegen der Risiken ein ziemlich hoher Aufwand betrieben werden musste um die Schleusungen abzusichern. Vielleicht war u.a. neben Deinem Schleusertrupp regelmäßig auch eine GAKL-Vorhut dort unterwegs. An mehreren kritischen Punkten des Schleusungsweges sind heute noch Erdlöcher sichtbar, in denen die Grenzaufklärer anscheinend während einer Schleusung Stellung beziehen konnten, um ihrerseits die vorgeschobenen westlichen Beobachtungspunkte zu überwachen.
Hast Du eigentlich damals gewusst, wie brisant der Weg durch dieses Gebiet auch für Dich war? Der Westberliner „Förster“ (vielleicht war es auch ein Undercover-Agent, des westlichen Grenzmeldenetzes) muss Euch entweder vom „Schnabel“ oder vom Spandauer Forst aus gesehen haben, denn der Schleusungsweg zum „Kienhorst“ führt dort z.T. über von Westberlin aus einsehbares Wiesengelände. Wenn die Sicherheitskräfte der westlichen Seite erstmal von allen Seiten angerückt waren, dann saß man auf dem „Kienhorst“ in der Falle. Am „Schnabel“ kam man nicht unerkannt vorbei. Deshalb mussten Deine Schleuser nach der von Dir beschriebenen Panne wohl auch stundenlang abwarten ehe sie den Rückweg antreten konnten.
Der Forst Falkenhagen ist wahrscheinlich im Zuge der Perfektionierung des Grenzausbaus wegen der bis 1971 darin befindlichen Enklave „Große Kuhlake“ ebenfalls zum „vorgelagerten Gebiet“ geworden. Die dort in den 60’er Jahren direkt an der Grenze zu Spandau errichteten Stacheldrahtzäune, welche auch damals schon den „Kienhorst“ nicht mit einschlossen, wurden aufgegeben und durch neue Sperranlagen westlich des Forstes Falkenhagen ersetzt. Die zuerst genannten gehörten zu dem von Dir beschriebenen „dritten Zaun“ vor dem Euer Geländewagen geparkt wurde und hinter dem die Schleusung nach Deinen Angaben zu Fuß weiterging.
Auch am Ende der Schönwalder Allee gab es westlich des Neuendorfer Kanals noch zur DDR gehörendes, den Grenzanlagen vorgelagertes Gelände in dem sich der 2. von Dir angegebene OGS-Standort befand. In der Nähe von Ortschaften wurden aus Sichtschutzgründen Betonmauern errichtet. Die DDR-Bürger, die ja von ihrem eigenen Staat größtenteils als potentiell fluchtverdächtig angesehen wurden, sollten möglichst wenige Gelegenheiten bekommen, das „Treiben“ im Grenzstreifen zu beobachten. So also auch in dem kurz vor Schönwalde verlaufenden Abschnitt. Dadurch bot sich dort keine Möglichkeit des Abschraubens von Zaunelementen, wie es sonst bei Streckmetallzäunen üblich war. Dies scheint der wesentliche Grund dafür gewesen zu sein, dass Du bei Deinen Schleusungen über Leitern steigen musstest.
Kennst Du noch die MfS-Tarnbezeichnungen der beiden OGS am Niederneuendorfer Weg und an der Schönwalder Allee bzw. die des TBK auf dem „Kienhorst“?
1988 sind die beiden OGS und der TBK vermutlich ganz aufgegeben oder grundlegend verändert worden, weil es am 31.03.1988 wieder zu einem Gebietstausch kam. Der „Kienhorst“ (32,6 ha) als letztes DDR-Gebiet im Eiskeller und die vorgelagerten Flächen an der Schönwalder Allee (5,5 ha) wurden zusammen mit weiteren Territorien in anderen Grenzabschnitten (Gesamtfläche: 96,7 ha) an Westberlin abgegeben. Der Osten bekam dafür 87,3 ha und als „Wertausgleich“ für die restlichen 9,4 ha die stolze Summe von 76 Mio DM-West. Da haben die damaligen DDR-Verantwortlichen für Devisengeschäfte (Schalck-Golodkowski & Co) einen traumhaften Grundstücksdeal machen können, mit einem sensationellen Quadratmeterpreis von 785 DM-West für Brachland, Wald- und Wiesenflächen. Er stellt den schon recht üppigen Wertausgleichspreis von 1971 (267 DM-West/m2) absolut in den Schatten. Geld regierte wohl auch die sozialistische Welt und wog bei der SED sehr viel schwerer als die operativen Interessen ihres Auslandsnachrichtendienstes. Die ehemaligen privaten Besitzer solcher Flächen, die 1961 wegen des Mauerbaus enteignet wurden, haben mit Sicherheit nur einen Bruchteil als Entschädigung erhalten, in DM-Ost natürlich.
Die beschriebenen Fakten, Deine Angaben und das, was ich dort auf Spaziergängen sah, habe ich in einer Karte dargestellt. Ich hoffe, ich habe alles richtig interpretiert. Für Korrekturhinweise bin ich jederzeit dankbar. Vielleicht fällt Dir beim Betrachten noch das eine oder andere Detail zum Thema Schleusungen ein.
Übrigens unter www.bstu.de findest Du auf der Archivseite das file „ausgangsinformationen-hva.pdf“. In ihm befinden sich unter der Rubrik Militärpolitische Informationsübersichten u.a Verweise auf Dokumente, die möglicherweise auf der Grundlage der von Dir beschafften Unterlagen erarbeitet worden sind (z.B.: MPUE 1982/008, 03.08.1982, „Simulation von Maßnahmen des funkelektronischen Kampfes“). Es könnte sich hier um Auswertungen des legendären „Canopy Wing“ handeln, das laut einschlägiger Veröffentlichungen die HV A von Dir und von James W. Hall (ehem. Mitarbeiter des US-ND NSA) erhalten haben soll. Es gehörte, wie ich las, wohl auch zu dem TOP-Spionagematerial das HV A-Chef Wolf oder vielleicht sogar Mielke höchstpersönlich bei verschiedenen Anlässen mit großem feierlichem Ritual in einer roten Ledermappe seinen sowjetischen Amtskollegen übergab. Die Mächtigen lieben ja bekanntlich den Verrat, aber eben leider nicht den Verräter.
Viele Grüße Kalubke



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#40

RE: Grenzschleuse Eiskeller

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.11.2011 16:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Jens ist leider nicht mehr im Forum, aber wer weiß vielleicht überlegt er es sich noch einmal.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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