#61

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 07.12.2009 23:27
von ostler (gelöscht)
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@Rainer ich möchte das nicht vor allem als negativ darstellen, aus humaner Sicht vor allem positiv. Aber man sollte natürlich nicht vergessen das man in einem weltweiten Klassenkampf stand, in dem die Arbeitsproduktivität einen wichtigen Stellenwert hatte.

@Wolfgang

Die frühen Jahre der DDR waren natürlich kein Zucker schlecken. Aber auch in diesen Zeiten war schon klar, wer der eigentliche Herr im Hause war. Ich sehe auch nicht unbedingt, wie es heute oft dargestellt wird einen Gegensatz von Partei, Gewerkschaft und AK. Es waren eben die Prozesse einer Konfliktlösung in einer sozialistischen Wirtschaft in der die letztendlich AK die führende Stellung hatte.(Natürlich eingerahmt in der weltpoltischen Lage) War man 1950 noch Seitens der Partei bemüht Leistungslöhne und neue Normen radikal durch zusetzen, so ließ in den folgenden Jahren der Druck auf die Arbeiterschaft durch die Partei immens nach und man begann zu taktieren und konfliktscheu zu werden. Eigentlich ein Symptom der DDR bis zu ihrem Ende. Schon Ende der 50iger setzte die Arbeiterschaft wohlkalkuliert auf ihre Stärke und dosierte den Einsatz ihrer Arbeitskraft durch Ausnutzung ihrer Stellung in der Gesellschaft und die gegebenen Einflußmöglichkeiten auf die Politik. Gipfelpunkt war dann wohl die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik. Einige sehen heute darin eine fehlerhafte Politik der SED.


zuletzt bearbeitet 07.12.2009 23:30 | nach oben springen

#62

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 07.12.2009 23:33
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Wenn wir schon mal so vergleichen und sonst was hier aufzählen.Dann bleiben wir doch auch mal in der heutigen Zeit.Wie schaut es denn aus,Niedriglöhne-1 Euro Jops was die modernste Ausbeutung ist heut zu Tage---und was ganz ganz schlimm ist--die Armut nimmt immer mehr zu.Menschen sind auf die Tafel angewiesen,Kinder gehen in chrisliche Éinrichtungen um ein warmes Mittagessen zu bekommen.Ich sage nur armes Deutschland oder sollte ich sagen reiches Deutschland sagen für die wenigen die den anderen Teil Ausbeuten.Was hat denn Hartz4 gebracht--Armut,und was hat es den Herrn Hartz gebracht und den Herrn Politikern?Aber wie immer sind das in einer Demokratie nur Randerscheinungen,sagen wir es mal so--nicht die Demokratie ist schuld -sondern ihre Politiker die nicht nur im Reichstag sitzen sondern nebenbei auch in so manchen Aufsichtsrat.Ja in Sachen Soziales dreht sich das Rad etwas Rückwärts.


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#63

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 07.12.2009 23:34
von Sonny (gelöscht)
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Zitat
Aber man sollte natürlich nicht vergessen das man in einem weltweiten Klassenkampf stand, in dem die Arbeitsproduktivität einen wichtigen Stellenwert hatte.



Und das war dann ja auch einer der Hauptgründe für das Scheitern des Sozialismus


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#64

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 07.12.2009 23:45
von Sonny (gelöscht)
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@ Rostocker

Zitat
Wenn wir schon mal so vergleichen und sonst was hier aufzählen.Dann bleiben wir doch auch mal in der heutigen Zeit.Wie schaut es denn aus,Niedriglöhne-1 Euro Jops was die modernste Ausbeutung ist heut zu Tage



Niedriglöhne sind sicherlich ein Problem, lassen sich aber nie ganz vermeiden.

Ein-Euro-Jobs wiederum sind eine Möglichkeit für Arbeitslose, wieder ins Arbeitsleben einzusteigen, sich wieder an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen usw. --- also zumindest in der Theorie eine gute Sache für die Arbeitslosen.

Zitat
und was ganz ganz schlimm ist--die Armut nimmt immer mehr zu.Menschen sind auf die Tafel angewiesen,Kinder gehen in chrisliche Éinrichtungen um ein warmes Mittagessen zu bekommen.



Wenn Eltern ihre Kinder vernachlässigen (indem sie ihnen z.B. kein vernünftiges Essen geben), dann hat das nicht zwangsläufig mit Armut zu tun. Und daß die Armut immer mehr zunehmen würde, ist auch so eine oft kolportierte These, die so pauschal nicht stimmt. (Im Gegenteil, in den letzten Jahren ist z.B. die Arbeitslosigkeit eher zurückgegangen.)

Zitat
Ich sage nur armes Deutschland oder sollte ich sagen reiches Deutschland sagen für die wenigen die den anderen Teil Ausbeuten.Was hat denn Hartz4 gebracht--Armut,und was hat es den Herrn Hartz gebracht und den Herrn Politikern?



Wer beutet denn wen aus? Der Arbeitgeber, indem er Arbeitsplätze schafft?

Und durch Hartz IV ist keine Armut geschaffen worden, die es vorher nicht auch schon gegeben hätte. Hartz IV ist eine staatliche Unterstützung, die nicht zu üppig ausfallen darf --- denn der Regelfall sollte ja sein, daß jemand von Arbeit lebt und nicht von staatlicher Stütze.

Zitat
Aber wie immer sind das in einer Demokratie nur Randerscheinungen,sagen wir es mal so--nicht die Demokratie ist schuld -sondern ihre Politiker die nicht nur im Reichstag sitzen sondern nebenbei auch in so manchen Aufsichtsrat.Ja in Sachen Soziales dreht sich das Rad etwas Rückwärts.



Randerscheinungen insofern, als es nur eine Minderheit dauerhaft betrifft.

Und "schuld" daran ist nicht die Demokratie, sondern die Ökonomie --- also quasi ein Naturgesetz.


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#65

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 07.12.2009 23:57
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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sonny, der Spieler mit dem Wort, du gibst mir Spass...hast doch auf alles eine Antwort.
Weißt du an was dieser schöne Staat scheitern wird...an seiner Gier...Überproduktion...zuvielen Ausländern...zuvielen Moscheen...zuwenigen deutschen Kindern...an seiner Unfähigkeit Klartext zu reden....weil, er steckt den Kopf in den Sand...wenns ernst wird.
So, jetzt du, mein Freund

Gruß Rainer- Maria


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#66

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 00:13
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Sonny,dann ist es auch ganz Normal,das diese Randerscheinung auch mal den Knüppel nimmt oder was anderes um sich Luft zu machen statt immer einen Diener.Ist ja nur ein Naturgesetzund zu rechtfertigen.


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#67

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 00:18
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Dem Sonny hat es die Sprache verschlagen, der Spieler mit dem Wort schluckte...dachte...oh, das Thema entgleitet...ups.
Bis morgen früh; Männer...gute Nacht...nein...guten Morgen

Gruß Rainer- Maria


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#68

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 00:25
von Sonny (gelöscht)
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@ RMR

Zitat
sonny, der Spieler mit dem Wort, du gibst mir Spass...hast doch auf alles eine Antwort.



Klar doch

Zitat
Weißt du an was dieser schöne Staat scheitern wird...an seiner Gier...Überproduktion...zuvielen Ausländern...zuvielen Moscheen...zuwenigen deutschen Kindern...an seiner Unfähigkeit Klartext zu reden....weil, er steckt den Kopf in den Sand...wenns ernst wird.



"Gier" ist sicherlich nichts Schönes, aber in gewissem Maße (als Streben nach Gewinn, Profit) völlig normal und notwendig zum Funktionieren einer Wirtschaft. (Ich bestreite nicht, daß ein Übermaß davon, also Gier, maßgeblich zur gegenwärtigen Wirtschaftskreise beigetragen hat --- aber Krisen sind bekanntlich systemimmanent und entsprechend überwindbar.)

Überproduktion kann eigentlich in einer funktionierenden Marktwirtschaft auch nicht zum Dauerzustand werden, wenn sie nicht (was ja dann schon in Richtung Sozialismus geht) staatlich subventioniert wird.

Zu viele Ausländer sehe ich in Deutschland nicht. Inwiefern sollte dies der Fall sein? Allenfalls gibt es zu viele Ausländer, die zu wenig integriert sind --- aber auch da sehe ich die Realität nicht so dramatisch, wie von einigen Medien und Politikern dargestellt.

Mit Moscheen, Kopftüchern usw. habe ich persönlich überhaupt keine Probleme --- im Gegenteil, ich bin hier gegen allgemeine Verbote (wie z.B. aktuell in der Schweiz beschlossen), weil ich Freiheit und Toleranz für ausgesprochen wichtige Werte halte.

Zu wenige deutsche Kinder, das ist ein Thema für sich. Hier kann man in der Tat so argumentieren im Hinblick auf Rente usw., das kann ich akzeptieren (auch wenn ich es etwas anders sehe).

Nicht akzeptabel finde ich solche Aussagen im Sinne von "Erhaltung des deutschen Volkskörpers" o.ä. --- aber ich gehe mal davon aus, daß du das so auch nicht gemeint hast.

Was die Unfähigkeit, Klartext zu reden angeht, stimme ich dir z.T. zu, da könnte die öffentliche Diskussionskultur in der Tat noch etwas freier und offener werden, anstatt eben, wie du schreibst, den Kopf in den Sand zu stecken.

Zitat
So, jetzt du, mein Freund



Bitte, gerne


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#69

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 00:30
von icke46 | 2.593 Beiträge

Hallo,

ohne das nun vertiefen zu wollen - ich habe den Thread hier nur quer gelesen, aber irgendwie spukt mir da ein Zitat im Hinterkopf herum. Das stammt von Fritz Teufel - für die, denen der Name nichts sagt: in den 60ern Kommunarde bei der Studentenbewegung, wohl auch Mitglied der Bewegung 2. Juni- sass auf der Anklagebank - alle Beweise wasserdicht - bis ziemlich weit drin im Prozess sein Alibi herauskam. Dies aber nur zur Personenerläuterung, für die, die ihn nicht kennen.

Jedenfalls wurde von irgendeiner Zeitschrift mit ihm in den 90ern mal eine seinerzeit (und wohl auch heute noch) beliebte Befragung veranstaltet nach dem Motto - Interviewer gibt ersten Halbsatz vor - der Interviewte ergänzt wie aus der Pistole geschossen:

Die Frage - bzw. der erste Halbsatz - lautete:

Das Ende des real existierenden Sozialismus ist für mich...

darauf Teufel:

der Anfang vom Ende des real existierenden Kapitalismus!

Ich hatte und habe mit Herrn Teufel politisch wenig am Hut - achte ihn allerdings dafür, dass er die U-Haft seinerzeit mitgemacht hat, obwohl es ihm ein leichtes gewesen wäre, zu sagen: Ihr müsst wohl weiter suchen, ich habe ein Alibi;-).

Aber an dem obigen Satz ist für mich durchaus etwas dran. Globalisierung hin oder her - mit dem Ende des real existierenden Sozialismus ist auch in der damaligen BRD ein Gegenmodell zu Ende gegangen, das man ja durchaus mit Absicht aufgebaut hatte - nur, ob dass, was man jetzt hat, überlebensfähig ist, dass ist die Frage.

Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen - ich spreche hier nicht von Demokratie - die ist eine Errungenschaft, die es zu bewahren gilt - sondern speziell von der Ökonomie, und die wird mit Sicherheit für mich irgendwann den Bach runter gehen.

Gruss

icke



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#70

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 00:30
von Sonny (gelöscht)
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@ Rostocker

Zitat
Sonny,dann ist es auch ganz Normal,das diese Randerscheinung auch mal den Knüppel nimmt oder was anderes um sich Luft zu machen statt immer einen Diener.Ist ja nur ein Naturgesetzund zu rechtfertigen.



Diese Gefahr besteht prinzipiell dann, wenn die Lebensverhältnisse zu vieler Menschen zu schlecht sind --- auf diese Weise sind schon Revolutionen entstanden, und auch die Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert geht darauf zurück.

Aber die soziale Marktwirtschaft ist wohl die beste Antwort darauf, die man sich vorstellen kann --- eine bessere hat es bislang jedenfalls nicht gegeben.


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#71

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 00:34
von icke46 | 2.593 Beiträge

@ Sonny:

unsere Texte haben sich nun gerade überschnitten, deshalb nur noch mal zur Ergänzung: Nach meiner Ansicht gab es die soziale Marktwirtschaft, wie sie Ludwig Erhard sicher auch als Gegenmodell zum Ostblock definiert hat, seit spätestens 1993 nur noch marginal - und seit dem immer weniger.

Gruss

icke



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#72

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 00:37
von Sonny (gelöscht)
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@ RMR

Zitat
Dem Sonny hat es die Sprache verschlagen, der Spieler mit dem Wort schluckte...dachte...oh, das Thema entgleitet...ups.



Keine Sorge, mein Freund: Das wird nicht so schnell passieren, daß es mir die Sprache verschlägt

Daß das Thema entgleiten würde, konnte ich auch nicht feststellen --- ich habe versucht, auf deinen Beitrag sachlich einzugehen, wie dies in einem Forum immer möglich sein sollte.

Zitat
Bis morgen früh; Männer...gute Nacht...nein...guten Morgen



Ja, dann wünsche ich dir, eine gute Nacht gehabt zu haben


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#73

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 00:52
von Sonny (gelöscht)
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@ Icke

Fritz Teufel spricht undifferenziert vom "Kapitalismus" und stellt damit die Soziale Marktwirtschaft auf eine Stufe mit dem Manchester-Kapitalismus des frühen 19. Jahrundert --- allein schon deswegen kann ich seiner These wenig abgewinnen.

Die Soziale Marktwirtschaft war auch weniger als Gegenmodell zum Zwangssozialismus im Ostblock gedacht (zum Schutz davor waren statt dessen die Wiederbewaffnung und der NATO-Beitritt erforderlich), sondern als Gegenentwurf zu sozialistischen Programmen im demokratischen Rahmen, wie sie Anfang der fünfziger Jahre noch von der SPD, aber auch Teilen der CDU/CSU (Ahlener Programm) vertreten wurden --- und der Erfolg zeigte sich dann in den Wahlergebnissen und im Endeffekt darin, daß der politische Gegner (die SPD) im Godesberger Programm die Soziale Marktwirtschaft im Prinzip anerkannte.

Einen Zusammenhang zwischen dem Zusammenbruch des Ostblocks und der Globalisierung sehe ich nicht, dazu habe ich vorhin in einem anderen Thread schon etwas geschrieben.

Daß die Soziale Marktwirtschaft heutzutage nicht mehr haargenau so aussehen kann wie vor einem halben Jahrhundert, ist natürlich klar --- aber gerade diese Reform- und Wandlungsfähigkeit, ohne ihre Grundprinzipien aufzugeben, ist ja ihre große Stärke.


zuletzt bearbeitet 08.12.2009 01:01 | nach oben springen

#74

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 01:27
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

@wosch

Zitat

Nein, diePartei war seinerzeit gefürchtet und für den Großteil der Bevölkerung galt nur: immer schön die Schnauze halten, damit Du nicht mit denen in Berührung kommen tust, und auch nicht mit ihrem Schild und Schwert. Ja, lieber Klaus-Peter, ich erzähle Dir was Anderes, als Du es auf Deiner OHS gelernt hast und ich erzähle Dir auch was Anderes, als Du es dann später als Polit. weiter gegeben hast, aber warum soll es falsch sein, wenn ich aus meinem erlebten Leben, aus einer Zeit, die Du nur subjektiv kennen kannst, von dem was man Dir erzählt hatte. Du magst ja der Meinung sein, daß das alles stimmte, hast Du aber schon mal selbst darüber nachgedacht, daß man Dir vielleicht nicht immer die ganze Wahrheit erzählt hatte??
Jetzt soll es für´s Erste reichen, vielleicht kommt ja noch mehr zu diesem Thema von mir, aber erwarte dann nicht, daß ich Unwahrheiten erzähle indem ich schreibe, wie es nicht war.



Hallo wosch,

Ich habe sehr lange und sehr intensiv darüber nachgedacht, dass und warum man uns nicht die Wahrheit erzählt hat. Ich habe sehr lange und sehr intensiv darüber nachgedacht, wer mir welche Wahrheiten gesagt hat. Unsere Erfahrungswelten sind unterschiedlich. Also müssen auch unsere Wertungen unterschiedlich ausfallen. Mich stört es, dass hier Mehrheiten herbeigeredet werden. Mich stört es, dass so über die Menschen, die sich in dieser Sache engagiert haben einfach so hinweggestrichen wird - schließlich waren sie in der Minderheit. Nein wosch, so einfach war die Geschichte denn doch nicht.

Man muss mir nichts erzählen über die Ablehnung, die uns Parteimitgliedern und noch mehr uns Parteifunktionären entgegengebracht wurde. Ich habe sie gespürt, manchesmal als sehr schmerzhaft empfunden. Ich habe auch vieles von den Halbwahrheiten, dem Verbergen oder dem Verdrehen von offenkundigen Tatsachen mitbekommen und dennoch weiter verbreitet, im Glauben, es diene einem gute Zweck. Man hat uns nicht viel geglaubt, aus gutem Grund. Und wenn es nicht zur Anfeindung reichte, dann wurden wir wenigstens ignoriert. Das hatte nichts mit dem zu tun, was mir an der OHS erzählt wurde.

Und dennoch habe ich eine Reihe von Auseinandersetzungen unter Parteimitgliedern erlebt, Parteiversammlungen, in denen es zu Sache ging, Parteiverfahren, in denen die offene Auseinandersetzung gesucht und gefunden wurde. Ich habe viele Gespräche geführt, damals und heute. Ich war in dieser Partei, wosch, und ich behaupte, dass Deine Behauptung vielleicht für viele, aber nicht für die meisten Parteimitglieder gegolten hat. Das widerspräche meiner Erfahrung. Vielleicht bin ich auch nur ein verbohrter alter Betonkopf, aber ich kann solche Wertungen nicht einfach hinnehmen. Du hast eine andere Zeit erlebt, als ich. Aber Du warst selbst nicht in dieser Partei und hast nicht in ihr gearbeitet. Das ist kein Vorwurf, es ist ein Hinweis, wie ich Dein "Insider"-Wissen dazu bewerte. Und um das nochmal ganz klar zu sagen, es geht mir nicht um die Geschichte, die Du erlebt hast und die Du hier erzählst. Ich habe keinen Grund daran zu zweifeln. Es geht mir einzig um die Wertung zu den "meisten" unter den Parteimitgliedern. Geschichtliche Aufarbeitung kann und wird nicht dadurch geschehen, dass man einfach über die Menschen hinwegbügelt und einfach so war es sagt. Es ging wesentlich differenzierter zu, wosch.

Grüße nach Kassel!
ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 08.12.2009 01:28 | nach oben springen

#75

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 01:39
von wosch (gelöscht)
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[quote="ostler"]@Rainer ich möchte das nicht vor allem als negativ darstellen, aus humaner Sicht vor allem positiv. Aber man sollte natürlich nicht vergessen das man in einem weltweiten Klassenkampf stand, in dem die Arbeitsproduktivität einen wichtigen Stellenwert hatte.

@Wolfgang

Die frühen Jahre der DDR waren natürlich kein Zucker schlecken. Aber auch in diesen Zeiten war schon klar, wer der eigentliche Herr im Hause war. Ich sehe auch nicht unbedingt, wie es heute oft dargestellt wird einen Gegensatz von Partei, Gewerkschaft und AK. Es waren eben die Prozesse einer Konfliktlösung in einer sozialistischen Wirtschaft in der die letztendlich AK die führende Stellung hatte.(Natürlich eingerahmt in der weltpoltischen Lage) War man 1950 noch Seitens der Partei bemüht Leistungslöhne und neue Normen radikal durch zusetzen, so ließ in den folgenden Jahren der Druck auf die Arbeiterschaft durch die Partei immens nach und man begann zu taktieren und konfliktscheu zu werden. Eigentlich ein Symptom der DDR bis zu ihrem Ende. Schon Ende der 50iger setzte die Arbeiterschaft wohlkalkuliert auf ihre Stärke und dosierte den Einsatz ihrer Arbeitskraft durch Ausnutzung ihrer Stellung in der Gesellschaft und die gegebenen Einflußmöglichkeiten auf die Politik. Gipfelpunkt war dann wohl die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik. Einige sehen heute darin eine fehlerhafte Politik der SED. [/quote]

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Ja Ostler, wer in den frühen 50er Jahren in der DDR der Herr im Hause war ist aus meiner Sicht sonnenklar, nämlich die, die im ostdeutschen Volksmund immer nur als "die Freunde" bezeichnet wurden. Ihre Ostdeutschen Stadthalter gaben sich die größte Mühe ihnen hinten rein zu kriechen und lieferten deutsche Landsleute, zum größten Teil für "Nichts und Wiedernichts" zumindestens bis ca Mitte der 50 Jahre an das neugewonnene Bruderland, wo sie dann zum Beispiel in der Moskauer Butyrka kurz und schmerzlos um die Ecke gebracht wurden.
Also, wer der Herr im Hause war, dürfte für die frühen 50er hiermit klar sein. Später dann, als alle Einrichtungen auch wieder in (OST)deutscher Hand war, saß der Kopf nicht mehr ganz so locker, denn ein toter Mann konnte im "Volkseigenen Knast" ja nicht mehr für die Volkswirtschaft seinen Beitrag leisten uns statt die Leute in die Butyrka zu schicken, nahm man lieber bei der Strafzumessung die "Große Kelle" und hatte damit zumindestens einen wirtschaftlichen Nutzen, in späteren Jahren gab es für so einen, sagen wir mal für einen zu 5 Jahren Verurteilten, schon mal locker nach einem Jahr Haftzeit, bis zu 100000 Westmark und man hatte wieder Platz für einen neuen Kandidaten!!Dieses war übrigens so ziemlich das einzigste "Wirtschaftswunder" was in der DDR wirklich funktionierte! Ohne eigene Arbeitsleistung auf diese Art und Weise ein paar Millarden einsecken, das soll mir erst malhier Einer nachmachen, Ackermann und ein paar Andere ausgeschlossen.
Das Du es heute nicht so siehst, wie ich es darstelle ist klar, Heute kannst Du es nicht sehen, Du hättest damals die Augen aufmachen müssen!!Von der Partei hab ich hier und vorher schon genug berichtet, deswegen kommen wir mal zur Gewerkschaft. Alleine der Begriff "Freier Deutscher Gewerkschaftsbund" ist doch genau so eine Augenwischerei wie das "Demokratische" in der DDR. Von Anfang bis Ende ein aufgezwungens Etwas, in dem man als Werktätiger drin sein mußte, ohne das man was zu sagen hatte, Harry Tisch, der große Arbeitersohn mit den vielen Auszeichnungen, die er dafür bekommen hatte, daß er als Mitglied des Politbüros sich mehr um seine Hobbys gekümmert hatte, als um die Probleme seiner Mitglieder, vorbildlich im persönlichen Vernichten von Alkoholica; wie vorbildlich dieser große Führer des FDGB´s wirklich war hatte man in den Enthüllungen nach der Wende ja gesehen. Urlaub gab es über die Gewerkschaft, mal eíne verbilligte Eisenbahnfahrt, dann gab es die "Völkerfreundschaft" und die "Fritz Heckert", von der übrigens ein guter Bekannter in einem norwegische Fjord von Bord gesprungen war und von einem norwegischen Lotsenboot aufgenommen wurde. Die Passagier waren alle ausgesucht, delegiert, als zuverlässig eingestuft und trotzdem durften sie nicht in einem norwegischen Hafen anlanden, er mußte also cirka 5 Kilometer vom Ufer ins kalte Wasser springen und hatte das Glück, daß der Lotse ihn bemerkt hatte. Schönen Dank an das FDGB-Schiff und an Harry Tisch. Später sind diese Fahrten auch eingestellt worden , ratet mal wieso? Mit der Abkürzung "AK" kann ich leider nichts anfangen, muß man dafür in irgend einem "Dienst" eingebunden gewesen sein, um diese Abkürzung zu verstehen? Also meine Ausführungen kann ich mit Hilfe meines Gedächtnisses bis zum 6. Januar 1962 belegen. Für die Zeit danach müßte ich als Schützenhilfe in Anspruch nehmen, was ich von meiner Familie weiß, was ich aus Presse, Funk und Fernsehen mitbekommen habe und betone ausdrücklich, daß ich hier in Kassel auch das DDR-Fernsehen empfangen konnt und auch habe!! Ab 1982 kann ich dann auch wieder aus eigenem Erleben berichten, denn ab diesem Zeitpunkt habe ich jede Gelegenheit genutzt, die Schikanen beim Hin und Her reisen haben mich nie abhalten können. Ich hatte in meiner aktiven DDR-Zeit auch noch im Jahre 1961 nicht den Eindruck, daß der Druck auf den Arbeiter groß nachgelassen hatte, Wenn wir nicht von alleine auf die Idee kamen, dann wurde solange Druck auf die Brigade gemacht, bis wir uns zu einer "Freiwilligen" Aufbauschicht
verpflichtet hatten. Eine Weigerung war im Grunde nicht möglich. Federführend war in so einem Falle immer die Parteiorganisation des Betriebes, Hand in Hand mit der BGL-Betriebsguppe. Natürlich war so eine Veranstaltung gebührenfrei, das hieß der Sonntag wurde umsonst gearbeitet! Von wegen, ich zitiere Ostler:Schon Ende der 50iger setzte die Arbeiterschaft wohlkalkuliert auf ihre Stärke und dosierte den Einsatz ihrer Arbeitskraft durch Ausnutzung ihrer Stellung in der Gesellschaft und die gegebenen Einflußmöglichkeiten auf die Politik Ja Ostler, wo hast Du das denn her, um diese Zeit herum steckte dem Werktätigen noch der Schock vom 17. Juni 1953 in den Knochen, bei den ja die Staatsführung nach Deiner Aussage mit Wattebällchen" den Konflikt lösen konnte. Die Geburtsstunde der Kampfgruppen und jeder gute Genosse, FDGBler stellte sich sofort freiwillig zur Verfügung, ja war das so? Nein mein lieber, dieser Tag hätte damals schon das Ende der DDR bedeutet, wenn die Freunde nicht sofort "Erste Hilfe" geleistet hätten und danach wurde erst mal aufgeräumt und der Vorfall wurde so hingestellt, als ob die "Anstifter" vom Westen und den Amis gekommen waren. Es wurde aufgerüstet, die Grenze "gesichert", der Druck wurde größer und das schikanierte und eingeschüchterte Volk mußte all diese Maßnahmen noch selber beklatschen und hatte erst mal die Schnauze voll, "um mit der Faust auf den Tisch zu hauen". Es versankte für´s Erste in die Aussichtslosigkeit seiner Lage und es entwickelten sich angepaßte Wesen, ja bis dann in der Udssr ein neuer Stern aufstieg und es Grund dafür gab, vor den "Freunden" plötzlich keine Angst mehr haben zu müssen. Aber das ist dann schon wieder ein anderes Kapitel, worüber man auch reden könnte, wäre aber schon fast ein neues Thema.
So, es ist ein bischen länger geworde, Rainer Maria, ich kann das auch wenn ich will!
Wer will kann es lesen, wer es nicht will läßt es bleiben, wer will kann auch seinen "Senf" dazugeben, wer will kann mich auch indirekt als Lügner histellen, Klaus-Peter, vielleicht findest Du ein Haar in der Suppe, Ansonsten man schreibt sich.
Schönen Gruß aus Kassel


PS: Rainman, dieses war keine Antwort auf Dein letztes Posting, dazu äüßere ich mich wohl erst morgen.
Alles Gute.
Wosch


zuletzt bearbeitet 08.12.2009 01:52 | nach oben springen

#76

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 04:49
von wosch (gelöscht)
avatar

[quote="Affi976"] Was sagt ihr denn zu folgendem:
Meine Tochter wollte 1998 den Beruf der Krankenschwester erlernen. Zuvor hatte sie schon ein Fachschulstudium als Sozialassistent abgeschlossen.
Die Ausbildungstätte, ein kirchliches Krankenhaus, hat sie mit Kusshand, auf Grund schon eines Berufs und wirklich dufter Noten, genommen.
Als sie dann aber verkündet hat, unsere Familie ist nicht kirchlich gebunden und sie würde auch nicht in die Kirche eintreten, wurde trotz guter Leistungen, der Ausbildungsvertrag nach einem halben Jahr gekündigt. Ihre Freundin hatte sogar "VIEREN", war aber kirchlich engagiert und durfte bleiben. Und das in einem freiheitlich demokratischen Staat!!!!
VG Affi[/quote]

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Ja Affi, ich kann das gut nachvollziehen, denn ich könnte über die Heuchelei in den kirchlichen Institutionen auch so einiges zum Bestengeben, jedoch nicht in diesem Forum.
Schönen Gruß aus Kassel


zuletzt bearbeitet 08.12.2009 08:02 | nach oben springen

#77

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 07:15
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

[quote="Affi976"]Was sagt ihr denn zu folgendem:
Meine Tochter wollte 1998 den Beruf der Krankenschwester erlernen. Zuvor hatte sie schon ein Fachschulstudium als Sozialassistent abgeschlossen.
Die Ausbildungstätte, ein kirchliches Krankenhaus, hat sie mit Kusshand, auf Grund schon eines Berufs und wirklich dufter Noten, genommen.
Als sie dann aber verkündet hat, unsere Familie ist nicht kirchlich gebunden und sie würde auch nicht in die Kirche eintreten, wurde trotz guter Leistungen, der Ausbildungsvertrag nach einem halben Jahr gekündigt. Ihre Freundin hatte sogar "VIEREN", war aber kirchlich engagiert und durfte bleiben. Und das in einem freiheitlich demokratischen Staat!!!!
VG Affi[/quote]



Tja Affi, das ist das Problem die Kirche ist halt nicht freiheitlich demokratische. Du könntest jetzt den von vielen hochgelobten Rechtsstaat bemühen und versuchen auf dem Klageweg etwas zu erreichen. Schließlich wird hier doch eindeutig wegen (mangelnder) Religionszugehörigkeit benachteiligt, aber dieser Rechtsstaat wird dir dann erklären, dass diese Behandlung nach § 9 AGG in seinem Sinne gewünscht bzw. zulässig ist.

Sollten dir jetzt zweifel an diesem Rechtsstaat aufkommen, bitte ich dich mir nicht die Schuld daran zu geben.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 08.12.2009 07:16 | nach oben springen

#78

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 07:20
von Freedom (gelöscht)
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@Rainer-Maria-Rohloff

Die unzähligen Gebärmaschinen die wie am Fließband neue Kopftuchmädchen (Thilo Sarrazin)produzieren wurde noch nicht erwähnt.
Längst haben sie unsere Deutsche Kultur im großen Stil unterwandert.

PS: Auch ein Verdienst der DDR das der Zustrom (Schlupfloch Berlin-Schönefeld) von heutigen "Migrationshintergründen", zu viel geworden ist.
Ich glaube dass das gezielt gewollt war, via Zentralflughafen-Berlin Schönefeld, Westberlin mit Türken und sonst woher sie alle kamen zu fluten.


zuletzt bearbeitet 08.12.2009 07:33 | nach oben springen

#79

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 08.12.2009 07:41
von Freedom (gelöscht)
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Wer Westkohle oder gute Beziehungen zum VEB Taxi zu DDR-Zeiten hatte, konnte fast immer ein Taxi ordern.


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#80

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 10.12.2009 17:06
von wosch (gelöscht)
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Ich war in dieser Partei, wosch, und ich behaupte, dass Deine Behauptung vielleicht für viele, aber nicht für die meisten Parteimitglieder gegolten hat. Das widerspräche meiner Erfahrung. Vielleicht bin ich auch nur ein verbohrter alter Betonkopf, aber ich kann solche Wertungen nicht einfach hinnehmen. Du hast eine andere Zeit erlebt, als ich. Aber Du warst selbst nicht in dieser Partei und hast nicht in ihr gearbeitet. Das ist kein Vorwurf, es ist ein Hinweis, wie ich Dein "Insider"-Wissen dazu bewerte. Und um das nochmal ganz klar zu sagen, es geht mir nicht um die Geschichte, die Du erlebt hast und die Du hier erzählst. Ich habe keinen Grund daran zu zweifeln. Es geht mir einzig um die Wertung zu den "meisten" unter den Parteimitgliedern. Geschichtliche Aufarbeitung kann und wird nicht dadurch geschehen, dass man einfach über die Menschen hinwegbügelt und einfach so war es sagt. Es ging wesentlich differenzierter zu, wosch.

Grüße nach Kassel!
ciao Rainman
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Hallo Klaus-Peter!

Da wir in vielen Punkten noch nicht mal so große Meinungsverschiedenheiten haben und es Dir letztendlich nur um die Wertung in Bezug auf den Anteil der Mitglieder, welche ich mit dem Begriff "die meisten" bezeichne, geht, will ich es hier kurz machen und dazu folgendes ausführen: Auch wenn ich selber nicht in dieser Partei gewesen bin, hatte ich doch in meinem Umfeld viele Verwandte und Bekannte, die in dieser Partei gewesen waren. Vor 1962 konnte ich mir über diese Mitglieder in meinem Umfeld selbst ein Bild machen und das Ergebnis war zum größten Teil nicht sehr schmeichelhaft, ich will hier nicht weiter darauf eingehen, denn meine Einstellung hatt sich seit meinem letzten Posting hierrüber nicht geändert. Klaus -Peter, Wenn ich von den "meisten" schrieb, dann heißt das doch automatisch, daß es nicht "Alle" waren!! Das heißt aber auch, daß sich nicht "Alle" angesprochen fühlen müssen. Daß es unter den Parteigenossen großen Anteil von sagen wir mal, ehrlich Überzeugten gegeben hatte wird ja von mir gar nicht bestritten. Fakt ist aber auch, daß bei der ersten Gelegenheit ca. 2 Millionen ihr Parteibuch zurück gegeben hatten, oder auf einem anderen Weg ihren Austritt aus der SED vollzogen hatten, in jedem Falle aber waren dies die "meisten". Gewisse Leute, auch hier im Forum behaupten, daß es sich bei diesen Leuten um alles Mögliche, als um gute Parteimitglieder gehandelt hatte, sei es wie es will, an den Zahlen läßt sich jedoch nicht rütteln. Diese große Anzahl der Ausgetretenen ist in jedem Falle ein Beleg dafür, daß es sich nicht um überzeugte Genossen gehandelt haben kann und läßt doch die Frage aufkommen, warum sie überhaupt in dieser Partei eingetreten waren. So, Klaus-Peter, jetzt sind wir wieder da, wo ich angefangen hatte mit meiner Behauptung, daß beim Eintritt in diese Partei alle möglichen Faktoren eine Rolle mitgespielt hatten, die mit Überzeugung und Freiwilligkeit sehr oft keine Rolle gespielt hatten!
Ich kann sehr wohl unterscheiden, wer ehrlichem Herzen einer Sache gedient hatte, im Glauben sie sei etwas Gutes, auch wenn am Ende nicht das herausgekommen ist was er erhofft hatte.
Schöne Grüße nach Berlin aus Kassel.
Wosch


zuletzt bearbeitet 10.12.2009 17:21 | nach oben springen


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