#41

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 13:27
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von wosch


Nun Duane, wer sagt dann, daß Diejenigen, welche ihre Parteibücher zurück gegeben hatten Alle überzeugte "Genossen" waren, die es allerdings auch gegeben hatte. Letztere traten aus, weil ihnen in der Wendezeit die Augen geöffnet wurden, über den wahren Zustand der DDR, der ihnen bis dahin von ihrer Führung immer verschwiegen wurde. Sie fühlten sich von ihrer Führung zum großen Teil "Belogen und Betrogen" und jeden Tag gab es neue Enthüllungen, die im Gegensatz zu der ofiziellen Parteilinie standen und ein "Weiter so" wollten sie nicht mehr gutheißen!!
Ein Großteil Derjenigen welche aus der SED austraten, hatten erkannt daß die Allmacht der SED zu Ende ging und sie hatten einfach keine Angst mehr vor ihr und ihrem "Schwert und Schild" und traten nun "freiwillig" aus der Partei aus, in die man sie durch "Freiwilligem Zwang", bzw. erforderlichen Opportunismus reingepreßt hatte.
Zur Wendezeit war es sicher nicht ganz einfach für die ehemaligen Genossen sich parteilich sofort anders zu organisieren, denn 1. war die Parteienvielfalt erst im Aufbau, 2. wurde man schnell als "Wendehals" eingestuft und 3. sehr viele der Ehemaligen Parteimitglieder hatten auf Deutsch gesagt, erst mal die Schnauze voll von Parteien und die in PDS umbenannte SED war auch keine Alternative.
Schlicht unglaublich, aber wahr, wie die Partei die vorgab eine Partei des Volkes gewesen zu sein, sich innerhalb von so kurzer Zeit in Nichts aufgelöst hatte, wenn auch Teile von ihr unter neuer Führung ein Großteil des SED-Vermögens beiseite schaffen konnten.



es ist immer schön, wenn ein laie erzählt wie es denn gewesen war und sein wissen aus funk und presse entnahm. respekt wolfgang...
du musst doch nicht extra klimmzüge veranstalten, die die als erstes gingen, waren genau die ich beschrieben hatte...karrieristen und duckmäuser, nichts anderes menschen die oft nur auf ihren eigenen vorteil aus waren. ich hatte ganz bewusst in meinem teil 1 einen von ihnen beschrieben. solche menschen haben mich früher schon...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#42

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 13:58
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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Nachtrag:

- meine Bürgen zur Kandidatur SED (EOS bzw. Gymnasium):
1. der Lehrer für Wehrerziehung - Mj. d.R. Harald L.
2. mein Musiklehrer (Neulehrer) und Chorleiter Ernst K.

- meine Bürgen zur Mitgliedschaft SED (MfS, BV Dresden):
1. mein Stabschef Mj. Hans Sch.
2. der Kulturoffizier und Leiter d. Singegruppe Hptm. Lutz R.

Alles Leute, für die ich heute noch meine Hand ins Feuer legen würde - Musiklehrer (Neulehrer) und Chorleiter Ernst K. ist inzwischen verstorben.


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#43

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 14:25
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Gilbert Wolzow:
es ist immer schön, wenn ein laie erzählt wie es denn gewesen war und sein wissen aus funk und presse entnahm. respekt wolfgang...
du musst doch nicht extra klimmzüge veranstalten, die die als erstes gingen, waren genau die ich beschrieben hatte...karrieristen und duckmäuser, nichts anderes menschen die oft nur auf ihren eigenen vorteil aus waren. ich hatte ganz bewusst in meinem teil 1 einen von ihnen beschrieben. solche menschen haben mich früher schon... [/quote]

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Gilbert, bei Allem Verständnis für Deine unterschiedlichen Auffassungen solltest Du mal ruhig zur Kenntnis nehmen, daß mein Wissen nicht nur auf Funk und Fernsehen basiert, sondern auf die Tatsache, daß ich als ehemaliger DDR-Bürger auch nach meinem Weggang aus dieser, nie den Kontakt zu meinen Angehörigen und den Rest der Verwandschaft verloren hatte und das ich ab dem Jahre 1982 so oft in Deiner DDR war, daß ich es schon fast nicht mehr zählen kann. Mich als "Laie" hinzustellen und meine Ausführungen mit dem Smilie"Müde" zu versehen, kann mir Dir gegenüber keinen Respekt abringen. Nur weil Du Dich "Experte" nennst, fällt Dir nichts Besseres ein, als mich zum "Laien" degradieren und keine gegenteilige Ansichten neben Deinen zu dulden?
Du stempelst teilweise Leute als "Karrieristen" und "Duckmäuser" ab, weil sie die erste Gelegenheit nutzten um aus dieser SED zu verschwinden! In einem muß ich Dir da sogar Recht geben: Karrieristen und Duckmäuser hat es genug gegeben, aber zu Zeiten als sie in die Partei eintraten, bzw. eintreten mußten! Das war keine Schande, in der DDR sagte man dazu: "Wast willste machen, wenn Du mit dem Arsch an der Wand lang kommen willst"
Daß Dich bestimmte Leute damals schon immer.... haben habe ich mal zur Kenntnis genommen, bin mir aber auch ganz sicher, daß das bei Einigen von Denen auch auf Gegenseitigkeit beruhte. Hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wieso es in der DDemokratischenR überhaupt so viele "Duckmäuser" gegeben hatte? Ich kann es Dir sagen: Weil man das "Maul" nicht aufmachen durfte!! Und wieso durfte man das "Maul" nicht aufmachen? Genau Gilbert, und daran ist sie kaputtgegangen Deine DDR. Nicht weil Alles Frieden, Freude und Eierkuchen war!!
Schönen Gruß aus Kassel


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#44

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 14:41
von Drewitz | 356 Beiträge

Zitat von wosch

Nun Duane, wer sagt dann, daß Diejenigen, welche ihre Parteibücher zurück gegeben hatten Alle überzeugte "Genossen" waren, die es allerdings auch gegeben hatte. Letztere traten aus, weil ihnen in der Wendezeit die Augen geöffnet wurden, über den wahren Zustand der DDR, der ihnen bis dahin von ihrer Führung immer verschwiegen wurde. Sie fühlten sich von ihrer Führung zum großen Teil "Belogen und Betrogen" und jeden Tag gab es neue Enthüllungen, die im Gegensatz zu der ofiziellen Parteilinie standen und ein "Weiter so" wollten sie nicht mehr gutheißen!!
Ein Großteil Derjenigen welche aus der SED austraten, hatten erkannt daß die Allmacht der SED zu Ende ging und sie hatten einfach keine Angst mehr vor ihr und ihrem "Schwert und Schild" und traten nun "freiwillig" aus der Partei aus, in die man sie durch "Freiwilligem Zwang", bzw. erforderlichen Opportunismus reingepreßt hatte.
Zur Wendezeit war es sicher nicht ganz einfach für die ehemaligen Genossen sich parteilich sofort anders zu organisieren, denn 1. war die Parteienvielfalt erst im Aufbau, 2. wurde man schnell als "Wendehals" eingestuft und 3. sehr viele der Ehemaligen Parteimitglieder hatten auf Deutsch gesagt, erst mal die Schnauze voll von Parteien und die in PDS umbenannte SED war auch keine Alternative.
Schlicht unglaublich, aber wahr, wie die Partei die vorgab eine Partei des Volkes gewesen zu sein, sich innerhalb von so kurzer Zeit in Nichts aufgelöst hatte, wenn auch Teile von ihr unter neuer Führung ein Großteil des SED-Vermögens beiseite schaffen konnten.
Schönen Gruß nach El Paso aus Kassel.
Wosch



Normalerweise mag ich das zitieren kompletter Antworten ja nicht.
Gilbert-wo siehst Du denn im Beitrag des Kollegen Wosch eine Diskrepanz zu Deinem Bild von diesen Vorgängen?Kann das Statement eigentlich so mittragen.

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#45

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 15:43
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von wosch

Nur weil Du Dich "Experte" nennst, fällt Dir nichts Besseres ein, als mich zum "Laien" degradieren und keine gegenteilige Ansichten neben Deinen zu dulden?


@wosch, vorab, ich habe mich hier nicht zum experten erhoben oder ähnliches. titelgeil war ich noch nie. diesen "experte mfs" bekam ich hier ohne mein zutun.
als laie meinte ich in deinem fall ganz konkret, das du niemals sed- mitglied gewesen bist und deswegen auch nur erkenntnisse aus zweiter hand weitergeben kannst. wie war das nochmal mit der stillen post ?

Zitat von wosch
Du stempelst teilweise Leute als "Karrieristen" und "Duckmäuser" ab, weil sie die erste Gelegenheit nutzten um aus dieser SED zu verschwinden! In einem muß ich Dir da sogar Recht geben: Karrieristen und Duckmäuser hat es genug gegeben, aber zu Zeiten als sie in die Partei eintraten, bzw. eintreten mußten! Das war keine Schande, in der DDR sagte man dazu: "Wast willste machen, wenn Du mit dem Arsch an der Wand lang kommen willst"


das bestätigt doch meine aussage mit den karrieristen und duckmäusern.

Zitat von wosch
Hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wieso es in der DDemokratischenR überhaupt so viele "Duckmäuser" gegeben hatte? Ich kann es Dir sagen: Weil man das "Maul" nicht aufmachen durfte!! Und wieso durfte man das "Maul" nicht aufmachen? Genau Gilbert, und daran ist sie kaputtgegangen Deine DDR.


ja, ja, alle hatten nen maulkorb... da ist es wieder dein sog. insiderwissen. genau das meine ich, jeder verschanzt sich heute gerne hinter diesen phrasen...ist doch so schön einfach...die anderen sind es gewesen... und man selbst war im widerstand



* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#46

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 15:53
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Drewitz

Normalerweise mag ich das zitieren kompletter Antworten ja nicht.
Gilbert-wo siehst Du denn im Beitrag des Kollegen Wosch eine Diskrepanz zu Deinem Bild von diesen Vorgängen?Kann das Statement eigentlich so mittragen.



@drewitz, lese mal alles in ruhe und du selbst wirst bemerken, dass man jede aussage mit "aber...." beantworten kann.

In Antwort auf:
wenn auch Teile von ihr unter neuer Führung ein Großteil des SED-Vermögens beiseite schaffen konnten.


alleine solche sätze lassen mich im nachhinein nur müde lächeln. die pds verschenkte z.t. als rechtsnachfolger sogar dinge (zeitungen, immobilien) nur um eine politische anerkennung zu erhalten. ich nannte es damals prostitution.

zum verschieben gab es mal nen interesssanten beitrag: "putnik"


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#47

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 15:56
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow


(Zitat Auszug)
nachdem man sich alles seelenruhig angehört hatte und mich immer wieder fragte, ob die aussage des lehrmeisters bzgl. meines verhaltens denn nun stimmt, wurde ich am wkk abgesetzt mit der aussage, das man nochmals erkundigungen darüber einholt und ich dann alles weitere dann schon bemerke...
tatsächlich wurde ich 2 monate später wieder zur praktischen fahrausbildung schriftlich vom betrieb eingeladen.




Gilbert, hoch interessant!

Guter Beitrag und ideal passend zum Thema!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#48

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 17:03
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Gilbert Wolzow:

ja, ja, alle hatten nen maulkorb... da ist es wieder dein sog. insiderwissen. genau das meine ich, jeder verschanzt sich heute gerne hinter diesen phrasen...ist doch so schön einfach...die anderen sind es gewesen... und man selbst war im widerstand

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Ausgerechnet Du, lieber Gilbert, mußt mein "sog. Insiderwissen" in Frage stellen. Willst Du denn im Ernst abstreiten, daß es keine Meinungsfreiheit in der DDR gab? Euer Verein war doch zuständig, deswegen hieß die Firma ja im Volksmund "Horch und Guck"! Was Du als "Phrasen" bezeichnest, hat vielen Menschen auf Zeit die Freiheit genommen. Paragraphen gab es dafür ja reichlich.
Daß Du meinen Abschnitt über die Karrieristen und die Duckmäuser als Bestätigung Deiner Aussage ansiehst, ist eine typische Verdrehung Deinerseits, denn ich bezog das auf den Eintritt in die Partei und nicht wie Du auf die Genossen, die zur Wendezeit Deine Partei verließen!!Also mach mich bitte nicht indirekt zu einem Befürworter Deiner Ansichten!!
Lese den Abschnitt noch mal durch, dann wirst Du den "kleinen" Unterschied schon bemerken!!
Daß Du Dir den Titel "Experte" nicht selbst gegeben hast, ist mir schon klar, aber dagen gewehrt hattest Du Dich auch nicht!
Schönen Gruß aus Kassel


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#49

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 17:34
von Bunkerkommandant (gelöscht)
avatar

Zitat von GilbertWolzow
@wosch, vorab, ich habe mich hier nicht zum experten erhoben oder ähnliches. titelgeil war ich noch nie. diesen "experte mfs" bekam ich hier ohne mein zutun.



Ich muss bestätigen, Gilbert hat um den Titel nicht gebeten, er wurde ihm vom Forum-Team verliehen.

Und bitte Jungs schlagt Euch nicht wieder gegenseitig die Köppe ein, seid so lieb...

Wir reden mit uns,
Thomas.


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#50

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 18:11
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

thomas hat recht.die ausgangsfrage von berliner ist zur genüge beantwortet.alles andere ufert nur wieder auf nebenschauplätze aus.also wenn wer mehr will dann neues thema


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#51

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 18:36
von Danny_1000 | 166 Beiträge

Zitat von Berliner
....Frage: was gab es normalerweise fuer eine Parteistrafe?
Was das eine Geldstrafe? Wurde man oeffentlich "gedemuetigt"?..,.


Hallo Berliner,

Wenn ich mich noch recht erinnere, gab es als Parteistrafen für kleinere Vergehen die „Kritik“, die „Missbilligung“ und die "Verwarnung“. Gröbere Verstöße wurden mit der „Rüge“, bzw. der „Strengen Rüge“ geahndet.
Die höchste Parteistrafe war der „Parteiausschluß“.
Eine Geldstrafe gab es nicht.

Eine „Rüge“ bekam man z.B. beim Verlust seines Parteibuches.

Die kleineren Parteistrafen wurden in den Grundorganisationen der Mitglieder (z.B. eines Betriebes) im Rahmen einer Mitgliederversammlung behandelt und ausgesprochen.
Wenn z.B. ein kleiner leitender Angestellter fahrlässig mit vertraulichen Unterlagen des Betriebes umging, so folgte der Disziplinarstrafe durch den Vorgesetzten die Parteistrafe. Wenn du so willst, war das schon eine öffentliche Kritik der betreffenden Person.
Demütigend war es für den Einzelnen dann, wenn man ihn durch Parteistrafen politisch disziplinieren wollte. Auch das gab es zur Genüge.

Um aus der SED ausgeschlossen zu werden, musste man schon parteischädigendes Verhalten an den Tag legen, beispielsweise die öffentliche Kritik an der Politik der SED- Führung.

Einen netten Gruß über den Teich
Daniel



Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Voltaire frz. Philosoph 1694 - 1778)
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#52

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 19:28
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von Danny_1000

Zitat von Berliner
....Frage: was gab es normalerweise fuer eine Parteistrafe?
Was das eine Geldstrafe? Wurde man oeffentlich "gedemuetigt"?..,.


Hallo Berliner,

Wenn ich mich noch recht erinnere, gab es als Parteistrafen für kleinere Vergehen die „Kritik“, die „Missbilligung“ und die "Verwarnung“. Gröbere Verstöße wurden mit der „Rüge“, bzw. der „Strengen Rüge“ geahndet.
Die höchste Parteistrafe war der „Parteiausschluß“.
Eine Geldstrafe gab es nicht.

Eine „Rüge“ bekam man z.B. beim Verlust seines Parteibuches.

Die kleineren Parteistrafen wurden in den Grundorganisationen der Mitglieder (z.B. eines Betriebes) im Rahmen einer Mitgliederversammlung behandelt und ausgesprochen.
Wenn z.B. ein kleiner leitender Angestellter fahrlässig mit vertraulichen Unterlagen des Betriebes umging, so folgte der Disziplinarstrafe durch den Vorgesetzten die Parteistrafe. Wenn du so willst, war das schon eine öffentliche Kritik der betreffenden Person.
Demütigend war es für den Einzelnen dann, wenn man ihn durch Parteistrafen politisch disziplinieren wollte. Auch das gab es zur Genüge.

Um aus der SED ausgeschlossen zu werden, musste man schon parteischädigendes Verhalten an den Tag legen, beispielsweise die öffentliche Kritik an der Politik der SED- Führung.

Einen netten Gruß über den Teich
Daniel





und nicht zu vergessen:es folgte die "befreiung"von orden und beförderungen und prämien wärend der laufenden parteistrafe


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#53

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 19:33
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Danny_1000
Um aus der SED ausgeschlossen zu werden, musste man schon parteischädigendes Verhalten an den Tag legen, beispielsweise die öffentliche Kritik an der Politik der SED- Führung.



Also konnte man nur immer alles befürworten....ansonsten gabs Repressalien und man war kein gutes Mitglied mehr....

....oder anders gesagt, wenn einem was nich gefiel, hat man dadrübber besser den Mund gehalten und hats runtergschluckt.....hmmm naja....so konnte es ja auch nichts werden....ich kann mir vorstellen, das es darum sehr viele unzufriedene Mitglieder gab und das wirkliche Probleme garnich aufm Tisch kamen....oder....!!???

Mara


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#54

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 19:40
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

die letzten jahre war es so mara.muß ich ehrlich zugeben


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#55

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 20:00
von wosch (gelöscht)
avatar

Zitat von Pitti53
die letzten jahre war es so mara.muß ich ehrlich zugeben



;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Pitti, daß hört sich ja so an, als ob es irgendwann mal anders gewesen wäre. Also vor 62 kann ich bestätigen, war es keinen Deut besser und nach der Mauer konntest Du es Dir auch nicht erlauben, Kritik an der Führung zu üben. Mag ja sein, daß Du das anders wahrgenommen hattest, so wie etwa eine Fata Morgana!
Schönen Gruß aus Kassel und zu Dir Mara: Tot Ziens!
Wosch


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#56

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 20:14
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von wosch

Zitat von Pitti53
die letzten jahre war es so mara.muß ich ehrlich zugeben



;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;

Pitti, daß hört sich ja so an, als ob es irgendwann mal anders gewesen wäre. Also vor 62 kann ich bestätigen, war es keinen Deut besser und nach der Mauer konntest Du es Dir auch nicht erlauben, Kritik an der Führung zu üben. Mag ja sein, daß Du das anders wahrgenommen hattest, so wie etwa eine Fata Morgana!
Schönen Gruß aus Kassel und zu Dir Mara: Tot Ziens!
Wosch




wosch es gab andere zeiten.und wie gilbert schon bemerkte,du kannst es nicht beurteilen.warst ja nie in der partei.nur aus dritter hand geht nicht.das steht dir nicht zuund nun kannste wieder rummotzen


zuletzt bearbeitet 03.12.2009 20:19 | nach oben springen

#57

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 20:33
von Danny_1000 | 166 Beiträge

Zitat von Mongibella
....oder anders gesagt, wenn einem was nich gefiel, hat man dadrübber besser den Mund gehalten und hats runtergschluckt.....hmmm naja....so konnte es ja auch nichts werden....ich kann mir vorstellen, das es darum sehr viele unzufriedene Mitglieder gab und das wirkliche Probleme garnich aufm Tisch kamen....oder....!!???Mara


stimmt schon so Mara, mit der Einschränkung, dass wir in unserer Betriebsparteiorganisation in den siebziger und achtziger Jahren schon die ökonomischen Probleme (ich schreibe hier mal nur über diese.) kannten, in den Versammlungen auch benannten und nach Lösungen suchten. Das Korsett aber war viel zu eng. Irgendwann aber gibst du als „Einzelkämpfer“ auf, weil du merkst:
1. Es ändert sich kaum etwas und die ökonomische Situation wurde immer schlimmer.
2. Die wirklichen Probleme wollten viele Entscheidungsträger überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen, geschweige denn etwas verändern, denn das hätte die Systemfrage aufgeworfen…

Gruß
Daniel


Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Voltaire frz. Philosoph 1694 - 1778)
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#58

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 21:06
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Pitti53
die letzten jahre war es so mara.muß ich ehrlich zugeben



Pitti...unser Meister aufa Feldstation hat das auch gewaltig genervt....er wollte sogerne das die Partei soeine is, wo man offen sagen konnte was schief lief....wir hatten et da ziemlich oft drübber....ich mit Sticheleien, so wir ihr mich hier all gewöhnt seid und er mit nem langen Gesicht, weil er mir resegniert zustimmen musste....

....irgendwie tut es mir schon leid für diejenigen, die ihre ganze Hoffnung und Initiative in die Partei gesteckt haben und so gewaltig übers Ohr gehauen wurden....aber im Grunde war et doch ne ziemliche Klüngelei und Arschkriecherei immer unter dem Deckmantel doch alles fürs Volk zu tun ne....

....bei uns in der Familie hatten wir mal einen Parteigenossen.....jaja, meine Tante kann auch Fehler begehen....zu ihrer Verteidigung muss ich aber sagen, das sie sich irgendwann wieder scheiden liess und die ganze Familie dann hinter ihr stand.....nun ja dieser Mann hatte echt nich alle Latten am Zaun und der war nich nur inna Partei...nee der war auch bei der Firma....und naja, wir hatten et irgendwann durch und da hat er wirklich die falsche Familie getroffen....alle warn froh, das meine Tante sich dann gegen ihn entschieden hatte....am meisten sie selber....

Hatte ich schon gesagt, das wir ziemlich viel Westverwante hatten...??? Ein Onkel kam sogar ausm Westen und seine Eltern warn sehr oft da, so mit dem kleinen Grenzverkehr sozusagen....se wohnten unweit des Zauns, nur halt anner annern Seite....aber glaub ma nich, das für uns der Westen nur golden war, nee wir hatten ja aus erster Hand wie der Westen wirklich war....und trotzdem war keiner in der Familie jemals auf die Idee gekommen in die Partei einzutreten und sich stark zu machen, das es mal besser wird an unserer Seite vom Zaun....daran hat echt niemand geglaubt, das das möglich sein könnte....zu sehr wussten wir das das in der DDR alles nur Schein war......zugemüllt mit Phrasen und keine echte Demokratie....über Missstände durfteste dich nich äussern und du musst nur immer alles schlucken.....unerträglich.....

Grüsse aus Civitavecchia

Mara


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#59

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 21:13
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Danny_1000
stimmt schon so Mara, mit der Einschränkung, dass wir in unserer Betriebsparteiorganisation in den siebziger und achtziger Jahren schon die ökonomischen Probleme (ich schreibe hier mal nur über diese.) kannten, in den Versammlungen auch benannten und nach Lösungen suchten. Das Korsett aber war viel zu eng. Irgendwann aber gibst du als „Einzelkämpfer“ auf, weil du merkst:
1. Es ändert sich kaum etwas und die ökonomische Situation wurde immer schlimmer.
2. Die wirklichen Probleme wollten viele Entscheidungsträger überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen, geschweige denn etwas verändern, denn das hätte die Systemfrage aufgeworfen…



Berliner




Quelle: Das war die DDR, Teil 3: In Fuersorge fuer das Volk


zuletzt bearbeitet 03.12.2009 21:14 | nach oben springen

#60

RE: Was hiess das, "in der Partei" zu sein?

in Leben in der DDR 03.12.2009 21:15
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Danny_1000
stimmt schon so Mara, mit der Einschränkung, dass wir in unserer Betriebsparteiorganisation in den siebziger und achtziger Jahren schon die ökonomischen Probleme (ich schreibe hier mal nur über diese.) kannten, in den Versammlungen auch benannten und nach Lösungen suchten. Das Korsett aber war viel zu eng. Irgendwann aber gibst du als „Einzelkämpfer“ auf, weil du merkst:
1. Es ändert sich kaum etwas und die ökonomische Situation wurde immer schlimmer.
2. Die wirklichen Probleme wollten viele Entscheidungsträger überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen, geschweige denn etwas verändern, denn das hätte die Systemfrage aufgeworfen…

Gruß
Daniel




Wie gesagt....es war alles nur Schein....Hauptsache es gibt ne rege Massenbewegung ala Partei, FDJ und ähnlichem....aber das wars dann auch schon....richtig genutzt hattet nich.....aber die Mitglieder waren zahlreich erschienen und man konnte sich trotz das es bergab geht immer schön gegenseitig kräftig auf die Schulter klopfen.....je höher in der Parteihirachie umso mehr wurd von Erfolgen berichtet und dem Volk schamlos in die Tasche gelogen.....

Auch schöne Grüsse aussa Provinz Lazio

Mara


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