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Die Grenze durch Deutschland: Eine Chronik von 1945 bis 1990

in DDR Grenze Literatur 13.10.2008 06:50
von Angelo | 12.396 Beiträge

Hier einige Meinungen der Leser zu diesem Buch
Herr Grafe legt mit dieser Dokumentation ein sehr umfangreiches, sehr detailgenaues und zudem noch unterhaltsam zu lesendes Werk vor. Wer - wie ich - den Alltag in der 5-KM-Sperrzone selbst kennengelernt hat, findet hier viel Bekanntes wieder. Wer damals ausserhalb der Sperrzone wohnte, kann hier Informationen finden, wie es dort "zuging", man erfährt z. B., warum es in der Nähe schon riskant sein konnte, zu fragen, wo denn die Grenze nun genau sei. Der Befragte konnte Grenzpolizeihelfer sein und die Bevölkerung allgemein war zur Wachsamkeit aufgerufen.
Mir selbst gelang es, 1963 aus der DDR - aus Probstzella - in die Bundesrepublik zu flüchten. Bücher wie die des Herrn Grafe helfen dabei, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen bzw. zu verstehen, warum Manches damals eben so war, wie es leider war. Wichtig finde ich, daß nichts vergessen wird, deswegen meine uneingeschränkte Hochachtung vor der Arbeit, die in diesem Buch steckt.

Roman Grafe, selbst DDR-Flüchtlinbg, gibt ein äußerst genaues Bild von der deutschen Teilung an einem bestimmten Grenzabschnitt (Thüringen-Bayern). Das Besondere an dem Buch ist, dass Grafe eine Vielzahl von Einzelschicksalen schildert. Dabei geraten auch relativ ungekannte Opfer in sein Blickfeld, nämlich die zahlreichen Familien, die wegen der Grenznähe zwangsumgesiedelt wurden. Äußerst beeindruckend sind die lebensgeschichtlichen Interviews mit Menschen, die die Flucht wagten. Aber Grafe widmet sich auch den Tätern. Die Lektüre dieser Rechtfertigungsversuche bringt den Leser auch 16 Jahre nach Öffnung der Grenze noch in fassungslose Wut. Das Gleiche gilt für die Richtersprüche, die weit von einem allgemeinen Rechtsverständis entfernt sind. Dass ehemalige DDR-Ankläger heute als Rechtsanwälte tätig sind, ist wenig bekannt. Für die Aufdeckung solcher Skandale gebührt Roman Grafe ein aufrichtiger Dank. Besonders die Lebensgeschichten im "Anhang" sollten zur Pflichtlektüre in den Schulen gehören, damit die ehemalige DDR nicht so schnell als "Geschichte" abgelegt wird.

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