#21

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.11.2009 23:04
von Jameson | 759 Beiträge

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß das MfS die RAF bei Terrorakten unterstützte. Das hätte zwar wunderbar ins Bild gepasst und ich kann mir vorstellen daß danach bei Gauck & Birthler fieberhaft gesucht wurde und wird. Kleine "Tips" seitens des MfS, wie Augenzeuge zitierte, was aktuelle Erkenntnisse zu Fahndungen betraf sind wohl in der damaligen Zeit beim "sportlichen Wettstreit der Dienste" normal. Den RAF - Aussteigern Unterschlupf zu gewähren ist meiner persönlichen Meinung nach auch in Ordnung denn mann hatte sie damit unter Kontrolle. Ich kann mir auch durchaus vorstellen das bundesdeutsche Dienste bescheid wussten. Wie gesagt, meine persönliche Meinung.

Ahoi Jameson



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#22

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 03:12
von Sauerländer (gelöscht)
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RAF-Unterstützer unterhielten DDR-Kontakte

Udo Schulze 14.10.2009
Akten belegen: Reisen zum "kleinen Bruder" schon in den 70ern
Knapp zwanzig Jahre lang war die DDR in der offiziellen Geschichtsschreibung bezüglich der Rote Armee Fraktion (RAF) nichts anderes als ein ruhiger Hort für ausgestiegene Terroristen, womit sich der "Arbeiter- und Bauernstaat" zusätzlich Terroranschläge im eigenen Land vom Halse halten wollte. Noch heute werden ewig Gestrige nicht müde zu behaupten, dieses sei das einzige Motiv Honeckers und Co. gewesen, westdeutschen Terroristen hinter der Mauer Quartier zu geben. Doch inzwischen sprechen jüngst freigegebene Akten eine ganz andere Sprache. Demnach war die im Jargon der RAF "kleiner Bruder" genannte DDR viel mehr. Besondere Kontakte pflegte Ost-Berlin bereits in den 70er Jahren zur RAF-Unterstützerszene.



Die Fahnder in der britischen Hauptstadt London staunten am 15. September 1978 nicht schlecht, als sie die Papiere einer jungen Deutschen einsahen, die sie soeben festgenommen hatten. Es handelte sich um das RAF-Gründungsmitglied Astrid Proll. Die Frau hatte über Jahre hinweg unter falschem Namen als Autoschlosserin an der Themse gelebt und führte einen Pass mit, der es in sich hatte. Neben diversen Eintragungen prangten in dem Papier zahlreiche Ein- und Ausreisestempel der DDR. Warum sie den "kleinen Bruder" so oft bereist hatte, dazu schwieg die Proll indes.

Doch nicht nur sie besaß auffällige Affinitäten nach "drüben". Einen wahren Reiseboom dort hin hatte das Unterstützerfeld der RAF entwickelt. Zu diesen Erkenntnissen gelangten Verfassungsschutz, BKA und BND durch eine vor mehr als dreißig Jahren neu eingeführte und noch heute praktizierte Fahndungsmethode, der sogenannten beobachtenden Fahndung, in Fachkreisen auch "Befa" genannt. Dabei wurden "Zielpersonen" u. a. bei Ein- und Ausreisekontrollen - auch wenn sie gesucht wurden - nicht festgenommen. Vielmehr werden ihre Reisetätigkeiten notiert, um ein sogenanntes Bewegungsbild erstellen zu können.

Das lieferte auch ein gewisser Norbert M. aus Norddeutschland, der am 30. September 75 den der Mitgliedschaft in der RAF verdächtigen G. im Gefängnis besuchte. Die Geschichte M's. liest sich wie ein Kapitel aus einem Agentenroman. In den Jahren 1964 und 1966 galt der Mann zweimal als vermisst - und hielt sich nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes in der DDR auf. Angeblich von dort abgeschoben, leistete M. anschließend seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr, von der er sich 1968 absetzte, um über Dänemark und Schweden erneut in die DDR einzureisen.

In Saßnitz unterzog die Stasi ihn dann einer Vernehmung und steckte ihn angeblich wegen eines Passvergehens für sechs Monate ins Gefängnis. Nach seiner Haft reiste M. über den Bahnhof Friedrichstraße wieder von Ost nach West und nahm Kontakt zum Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS), der Keimzelle der damaligen Studentenunruhen, auf. Über diese Kontakte gelangte er schließlich in die RAF-Unterstützerszene.

Aber nicht nur Angehörige der zweiten Reihe fuhren hinter die Mauer, auch die "RAF-Promis" Christian Klar und Wolfgang Beer wurden dort mehrfach empfangen. Bei einem der Treffen offerierten die Beiden der DDR sogar "gewisse Hilfestellungen". Andere aus dem Umfeld der Terroristen boten den ostdeutschen Behörden Lagepläne von US-Kasernen oder den Generalschlüssel zu einer Bundeswehrkaserne sowie Erkenntnisse über das Kontrollsystem der Amerikaner in ihren deutschen Kasernen an.

Als kleines Dankeschön mag die DDR dann den Gefangenen aus der RAF die Zeitschrift "Deutsche Außenpolitik" in die Zellen geschickt haben. Dass es sich dabei um ein Stasi-Blatt handelte, war wohl nicht so wichtig.
http://www.heise.de


zuletzt bearbeitet 24.11.2009 03:13 | nach oben springen

#23

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 03:15
von Sauerländer (gelöscht)
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http://www.rafinfo.de/faq/geschichte/bez...nd_ddr.1087.php

Beziehung RAF und DDR
Frage:

Es ist bekannt, dass die DDR ausgesteigenden RAF-Mitgliedern Unterschlupf und neue Identität gewährt hat. Doch auf welche Art unterstützte die DDR-Führung bzw. das MfS die RAF bei ihren Aktionen in der BRD und wie sah diese Unterstützung aus?
Frage von anonym (05.08.2004)

Antwort: Siehe dazu Wurde die RAF durch UDSSR Unterstützt?.
Antwort von Kontakt:Andi (24.08.2004)

Antwort:

Die "Stasi" bat keine materielle und auch keine finanzielle Hilfe an, stattdessen jedoch eine Art Waffenbrüderschaft.
Man bildete sie in Camps aus, wo man ihnen das Schießen mit Gewehr und Raketenwerfer beibrachte. Diese Ausbildung war angelich sehr leger, halt guerillamäßig und doch sehr gut organisiert. Diese dort erlernten Fähigkeiten konnten sie dann für anschläge usw. verwenden.

Literatur: amazon Link: »Die Geschichte der RAF« von Willi Winkler erschienen im September 2007 im Rowohlt Verlag, Berlin


zuletzt bearbeitet 24.11.2009 03:17 | nach oben springen

#24

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 08:52
von Jameson | 759 Beiträge

Danke Sauerländer für die Infos. Das ist ganz normale Geheimdienstarbeit. Das MfS aber auch andere Stellen der DDR hatten selbstverständliche Kontakte zu linken Gruppierungen so auch zum SDS. "Keimzelle der Studentenunruhen" halte ich für ein wenig übertrieben. Das die RAF vom MfS auch, nennen wir es mal benutzt, wurde ist klar. Geheimdienste sammeln nunmal Informationen aus allen Quellen.
Naja, vielleicht findet sich ja noch der "Liquidierungsbefehl" für Buback, Ponto, Schleyer etc.

Dürfen wir gespannt bleiben? Ich denke nicht.

Ahoi Jameson



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#25

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 09:23
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Jameson
Danke Sauerländer für die Infos. Das ist ganz normale Geheimdienstarbeit. Das MfS aber auch andere Stellen der DDR hatten selbstverständliche Kontakte zu linken Gruppierungen so auch zum SDS. "Keimzelle der Studentenunruhen" halte ich für ein wenig übertrieben. Das die RAF vom MfS auch, nennen wir es mal benutzt, wurde ist klar. Geheimdienste sammeln nunmal Informationen aus allen Quellen.
Naja, vielleicht findet sich ja noch der "Liquidierungsbefehl" für Buback, Ponto, Schleyer etc.

Dürfen wir gespannt bleiben? Ich denke nicht.

Ahoi Jameson





Jameson, denke schon mal, das wir in gewisser Weise doch gespannt sein dürfen.

Obwohl ich der Meinung bin, die volle Wahrheit, die genauen Details dieser "Zusammenarbeit" werden wir in unserem Leben nicht mehr erfahren. Das wird noch einige Zeit dauern, bis da alle Archive ect. geöffnet werden/ Akten freigegeben werden. Und dann werden sich wohl auch auf Grund des Zeitvorlaufes einige Legenden, Halb- und Unwahrheiten einschleichen.
Die Hauptakteure des MfS, die es genau wissen müssen (Mielke, M. Wolf und andere), haben ihre Geheimnisse mit ins Grab genommen, andere, noch lebende (einflußreiche) Leute werden alles daran setzen, das so lange sie noch leben, nichts herauskommt, an die Öffentlichkeit gelangt.

Es ist doch schon erstaunlich, wie eine doch stark im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehende prominente Person wie der Sohn des ermordeten Bundesanwaltes Buback sich müht und vergeblich abstrampelt, Licht in dieses megafinstere Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte zu bringen.

Ich will mal bei der ganzen Sache eine gewisse Parallele zum Kennedy- Mord in den 60-ern ziehen...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#26

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 09:39
von Spider (gelöscht)
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Zitat von wosch
Eine Stalinorgel ist auf einem Fahrzeug installierter Raketenwerfer, mit nen ganzen Haufen von Abschußrohren drauf
Schönen Gruß aus Kassel



Hallo Angelo, diese Raketenwerfer wurden im 2. WK von den Russen benutzt, waren Fahrzeuge mit
einer Abschussrampe für ungelenkte Raketen mit hoher Schussintensität und waren bei der Wehrmacht sehr berüchtigt, weiss ich von Zeitzeugen.

Gruss Spider


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#27

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 09:44
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Sauerländer


Die Fahnder in der britischen Hauptstadt London staunten am 15. September 1978 nicht schlecht, als sie die Papiere einer jungen Deutschen einsahen, die sie soeben festgenommen hatten. Es handelte sich um das RAF-Gründungsmitglied Astrid Proll. Die Frau hatte über Jahre hinweg unter falschem Namen als Autoschlosserin an der Themse gelebt und führte einen Pass mit, der es in sich hatte. Neben diversen Eintragungen prangten in dem Papier zahlreiche Ein- und Ausreisestempel der DDR. Warum sie den "kleinen Bruder" so oft bereist hatte, dazu schwieg die Proll indes.


warum sollte sie, wenn sie eine aussteigerin wäre und sich in der ddr zurückgezogen hätte bzw. im auftrag des mfs tätig gewesen wäre, ein- und ausreisestempel im pass haben ???
hier hinkt die geschichte offensichtlich...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#28

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 15:31
von Onkel Hu (gelöscht)
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Wir hatten jeden Tag die Fahndungsfotos der RAF-Spitzenleute vor der Nase, die hingen in jedem Abferigungstrakt der PKE aus. Es war dann schon erstaunlich, als Inge Viett in Magdeburg festgenommen wurde, wohnten doch etliche Kollegen in der Nähe dieser Tante. Die Fotos haben also nichts genützt. Ich stelle mir vor, dass Mitarbeiter x zum Chef gegengen wäre und gesagt hätte: "Die Tante an der Fahndungswand habe ich gestern im Konsum gesehen, hat nach Apfelsinen angestanden".

Ich kann mir gut vorstellen, was hier schon angeklungen ist. Prinzipiell stand man dem Terror abgeneigt gegenüber. Aber alles was dem westlichen System schadet, wurde von der DDR-Seite mindestens hingenommen oder eben gefördert. Man munkelt ja auch, dass der Anschlag auf die Berliner Diskothek dem MfS bekannt war, aber das ist Hörensagen meinerseits.

OH


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#29

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 15:34
von Drewitz | 356 Beiträge

Klar hatten wir die Fotos vor der Nase.Aber ersten waren die so schön,das hätte jeder sein können.Zweitens hat man die nicht in seinem Umfeld "gedanklich angewandt" und drittens-die Aufmerksamkeit richtete sich doch mehr auf die Herrschaften mit 3 Susi oder mehr...

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#30

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 15:37
von Onkel Hu (gelöscht)
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Zitat von wosch
Eine Stalinorgel ist auf einem Fahrzeug installierter Raketenwerfer, mit nen ganzen Haufen von Abschußrohren drauf



Zu Zeiten an der OHS Plauen hat man uns mal zum Truppenübungsplatz nach Nochten gekarrt, um die Landstreitkräfte im Einsatz zu sehen. Da standen einige dieser Höllenmaschinen aufgereiht und ballerten dann auf Kommando die Geschosse ab. Milde gesagt, bekommt man gewaltigen Respekt vor diesen Dingern.

OH


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#31

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 15:40
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Onkel Hu
Wir hatten jeden Tag die Fahndungsfotos der RAF-Spitzenleute vor der Nase, die hingen in jedem Abferigungstrakt der PKE aus. Es war dann schon erstaunlich, als Inge Viett in Magdeburg festgenommen wurde, wohnten doch etliche Kollegen in der Nähe dieser Tante. Die Fotos haben also nichts genützt. Ich stelle mir vor, dass Mitarbeiter x zum Chef gegengen wäre und gesagt hätte: "Die Tante an der Fahndungswand habe ich gestern im Konsum gesehen, hat nach Apfelsinen angestanden".

Ich kann mir gut vorstellen, was hier schon angeklungen ist. Prinzipiell stand man dem Terror abgeneigt gegenüber. Aber alles was dem westlichen System schadet, wurde von der DDR-Seite mindestens hingenommen oder eben gefördert. Man munkelt ja auch, dass der Anschlag auf die Berliner Diskothek dem MfS bekannt war, aber das ist Hörensagen meinerseits.

OH



Im Voraus bekannt? Davon weiß ich nichts. Doch nach dem Anschlag wurden z.B. in Berlin-Lichtenberg die Wohnungen der betr. Botschaftsangehörigen extra noch mal durch die Polizei und jeweils einen Trupp des MfS bewacht. Und nicht nur bewacht.
Das weiß ich, weil ich zu jenen Polizisten gehörte, die danach für Wochen dafür eingesetzt waren.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#32

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 16:51
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zum Anschlag auf La Belle:

Die amerikanischen Geheimdienste wußten schon am 25. März 1986, daß die Libyer über ihr Ostberliner Volksbüro einen Anschlag gegen US-Bürger planten. Vertreter der Mission Westberlin wandten sich zwei Tage später an ihre russischen Kollegen und baten um Amtshilfe. Der DDR-Botschafter in Washington wurde in das State Department bestellt, und der amerikanische Botschafter in Ostberlin erschien im DDR-Außenministerium. Die DDR-Offiziellen erklärten wider besseres Wissen, daß ihnen über bösartige Absichten des libyschen Volksbüros nichts bekannt sei. Damit war eine echte Chance vertan, das Attentat noch zu verhindern.

Der gesamte Artikel: http://www.labelletrial.de/specials/r_digest.htm

Quelle: Auszug aus: © 2001 Verlag Das Beste Reader's Digest


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#33

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 16:56
von Augenzeuge (gelöscht)
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Ergänzung zum vorhergehenden Beitrag:

Im Mai 1990 packte der Stasi-Hauptmann Frank Wiegand beim Bundesnachrichtendienst aus. Monate später konnten die Akten mit den Beobachtungen der Stasi, die in dem Operativvorgang "Box" zusammengefaßt waren, gesichtet werden. 42 Kisten an Material brachten die Ermittlungen ins Rollen. Die Stasi wurde so unfreiwilliger Helfer der Staatsanwaltschaft.

Quelle: berlinonline.de, 1997


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#34

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 17:20
von S51 | 3.733 Beiträge

Allerdings geht auch aus diesen Akten nicht hervor, dass die DDR konkrete Angaben über Zeitpunkt und Ziel des Anschlages hatte. Es wurden zwar Notizen abgefangen, deren Bedeutung jedoch nicht erkannt.
Herr Mehlis hatte zumindest noch bis Juni 2009 ein Problem mit der französischen Justiz, weil ihm im übertragenen Sinne Rechtsbeugung (Fälschen von Ermittlungen, einberufen unechter Zeugen) vorgeworfen wurde.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#35

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 24.11.2009 19:16
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von josy95

Jameson, denke schon mal, das wir in gewisser Weise doch gespannt sein dürfen.

Obwohl ich der Meinung bin, die volle Wahrheit, die genauen Details dieser "Zusammenarbeit" werden wir in unserem Leben nicht mehr erfahren. Das wird noch einige Zeit dauern, bis da alle Archive ect. geöffnet werden/ Akten freigegeben werden. Und dann werden sich wohl auch auf Grund des Zeitvorlaufes einige Legenden, Halb- und Unwahrheiten einschleichen.
Die Hauptakteure des MfS, die es genau wissen müssen (Mielke, M. Wolf und andere), haben ihre Geheimnisse mit ins Grab genommen, andere, noch lebende (einflußreiche) Leute werden alles daran setzen, das so lange sie noch leben, nichts herauskommt, an die Öffentlichkeit gelangt.




Ich denke auch, dass die Öffentlichkeit insgesamt nicht mehr als bisher erfahren wird. Vielleicht sind die Erwartungen dahingehend auch zu hoch. Ein Mischa Wolf beispielsweise war in die "Stern I und II"-Thematik überhaupt nicht involviert bzw. informiert. Auch er hat erst 1990 erfahren, dass es in der DDR Aussteiger gab.
Es gibt ein Buch, "Die RAF und das MfS", in dem seitens der Verantwortlichen des MfS gesagt wurde, was zu sagen ist. Der Rest wird offen bleiben.



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#36

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.11.2009 16:00
von X-X-X (gelöscht)
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Meinerseits kann ich nur bestaetigen, dass seitens der HA III keine Informationen zu dem Anschlag auf laBelle vorlagen. Mein Auftrag war es, saemtliche Informationen zu sammeln und diese unaufhoerlich auszuwerten. Die Abteilungen des MfS, die meine Arbeiy zu lesen bekamen, wussten nichts von diesem Anschlag. Wir bezogen uns prinzipiell auf Information der US Army, Botschaft und US Mission in WB, da sie sich in erster Linie mit dem Anschlag beschaeftigten. Meines Erachtens galt es, der DDR von einer Verstrickung in dieser Angelegenheit zu schuetzen. Egal ob dies oder jener Offizier spaeter behauptet, die 'DDR' haette davon gewusst oder gar diese Aktion unterstuetzt, tatsache ist, viele Abteilungen des MfS bzw der Regierung der DDR von diesem Anschlag nichts wussten. Uebrigens waren es Palaestinenser, die diesen Terrorakt durchgefuehrt hatten. Diese hatten regelmaessig den Flughafen SFX fuer die Ein- und Ausreise gebraucht. Diese 'Tatsache' sollte, u.a. die DDR direkt damit verbunden haben, was natuerlich Schwachsinn ist. Im Nachinein ist es natuerlich leicht, die DDR mit einer Verstrickung zu beschuldigen. Das entspricht aber nicht den Tatsachen. Ich sass tagelang an einem Schreibtisch und hoerte diese Gespraeche meiner Landleute ab. Ich weiss aus erster Hand, wie das in den Tagen abspielte. Was die 'Offenbarungen' ehemaliger MfS-Offiziere betrifft, wuerde ich nun Folgendes sagen: Spitzel, die fuer Informationen BEZAHLT werden, erzaehlen OFT und GERN. Deswegen ist im Gerichtssaal die Aussage eines Spitzels von geringem Wert....wenigstens hierzulande. Was die RAF betrifft...tja, das finde ich nicht so gut als souveraener Staat. Banderisten und Exilkubaner finden Unterschlupf (und Renten) bei uns in den USA. Die Contras sind eben so gut aufgebhoben, waehrend agentinische Offiziere, die ihr eigenes Volk 'verschwinden liessen', geniessen sonniges Miami. Terroristen sind eben Werkzeuge.


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#37

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.11.2009 16:54
von karl143 (gelöscht)
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Mir kommt bei diesem Thema echt die Galle hoch. Wenn ich daran denke, wieviel Wochenenden mit Einsätzen wegen B&M drauf gegangen sind, wie oft man im Regen gestanden hat - und die sind mit Segen der Regierungen und Geheimdienste durch den gesamten Ostblock gereist. Tiefer können Staaten wirklich nicht sinken.


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#38

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.11.2009 17:02
von Angelo | 12.392 Beiträge

Zitat von karl143
Mir kommt bei diesem Thema echt die Galle hoch. Wenn ich daran denke, wieviel Wochenenden mit Einsätzen wegen B&M drauf gegangen sind, wie oft man im Regen gestanden hat - und die sind mit Segen der Regierungen und Geheimdienste durch den gesamten Ostblock gereist. Tiefer können Staaten wirklich nicht sinken.




Sag mal Karl das war doch in deiner Zeit beim BGS oder ? Da nußt du doch eigentlich ein bisschen was mit bekommen haben. Wenn ich mal zurück denke war die Glanzzeit von 1970 bis 1977 danach war die 1.Generation der RAF ja ausgelöscht. Was mich an dem Film allerdings ein bisschen gestört hat das die Polizei Macht als Prügelnde etwas hin gestellt worden sind. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen das es so gewesen ist....als gerade was jetzt das Verhör von Holger Mainz angeht.


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#39

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.11.2009 17:06
von Angelo | 12.392 Beiträge

Das Ministerium für Staatssicherheit und der Terrorismus in Deutschland

http://www.extremismus.com/texte/rafmfs.htm


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#40

RE: RAF Baader Meinhoff ein Werkzeug der DDR ?

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 25.11.2009 17:29
von Augenzeuge (gelöscht)
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Ist ja ein aufschlussreicher Artikel, Angelo. Hatten wir doch neulich die Auslieferung Weinholds diskutiert, so wurden diese Mörder von der DDR sogar noch besser behandelt. Nicht mal ein Verfahren gab es hier.



"Am 27. Juni 1978 wurden die Viett, Siepmann und Nicolai in Prag durch tschechische Sicherheitsorgane festgenommen und dem MfS übergeben. In der Zeit vom 28. Juni bis 12. Juli 1978 waren sie in der DDR in einem konspirativen Objekt untergebracht und wurden anschließend unter operativer Kontrolle nach Bagdad/Irak ausgeflogen."


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