#41

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 18:34
von Affi976 (gelöscht)
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bei uns hatten einige Sekretärinnen ab mittags die Genehmigung zu lesen, manche haben auch gestrickt.
Einkaufen waren sie sowieso während der Arbeitszeit.
Das nennt man versteckte Arbeitslosigkeit, so konnte es nichts werden!
Andere wiederum haben gearbeitet wie die Kümmel....
Naja vorbei? Nein nur anders!
VG Affi


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#42

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 19:03
von Mongibella (gelöscht)
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Ja ihr beide....ich kenn es nur zugut, das arbeiten oft nur anwesend sein bedeutete.....

....so, ich bin fertig mit meiner Arbeit nun, und jetz geh ich mal rein in den Truckstopp, die andern Holländer haben grad geklopft....ab sieben gibbet hier ja wat zu essen.....hab heut auch nur sechs Stunden effectief gearbeitet....leider gibt's dann weniger Geld....in der DDR gab es dann den vollen Lohn....

Liebe Grüsse aus Carisio/Piemonte

Mara


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#43

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 19:38
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Mongibella
Hmmm arbeiten in Good Old GDR....????

Ja war irgendswie schon besser....

....ich hab ja auf einer Feldstation für ne Erdgasförderfirma gearbeitet.....sozusagen als Prozessoperator oder halt auf DDR-Deutsch, als BMSR-Mechanikus.....

.....ein ganz normaler Tagesablauf sah in etwa wie folgt aus:

Ich musste um 6:00 anwesend sein, bis sieben lief aber eh niks, mein Meister, die Schlosser und der Chef waren zur Frühbesprechung so wie jeden Tag.....danach trafen wir uns alle in der Kantine zum ausgiebigen Frühstück....dabei sachte mir mein Meister was den Tag so anstand.....meistens ging es um und um....ein Tag nen Schaltschrank bestücken und verkabeln, andern Tag diesen dann auf irgendeiner Sonde im Südfeld aufstellen, bzw auswechseln.....wir waren ja alle Sonden(Förderstellen) am umrüsten auf integrierte Schaltkreissteuerung, sozusagen am vorbereiten, das die Regelung dann mal ein Computer übernimmt....

....wenn ich nen Schaltschrank aufgebaut hab, war ich nen ganzen Tag damit beschäftigt, wenn wir diesen aufgestellt haben, waren wir meistens Mittags fertig, es konnte kommen was wolle, wir düsten mit unseren UAZ- und NIVA-Jeeps immer rechtzeitig los um das Mittagessen nich zu verpassen....nach dem Mittag haben wir eventuell mal irgendwo ne Störung behoben, bei schlechten Wetter keine Seltenheit, oft aber war von um eins bis um vier individuelle Dinge mehr im Vordergrund....mein Moppet zB, das hab ich oft weiter aufgemotzt oder mal wieder zerlegt in unserer Werkstatt und dem Chef hat es nich gestört und meinem Meister halt nur der Bezingeruch....Punkt vier standen wir frisch gedoucht abfahrbereit vor der Werkstatt, mittels Carpooling fanden wir alle nach Hause.....

....im Sommer sind wir oft in der Arbeitszeit schwimmen oder Eisessen gegangen....GPS-Tracering hatten unsere Jeeps noch nich und meinem Chef war nur wichtig, das wir das laue Pensum schaffen.....Zeit hatten wir oft für schöne Dinge.....zur Apfelernte zB brachten wir unser Obst immer in der Arbeitszeit mit den Jeeps und werkseigenem Klaufix dahinter zur Kelterei in Diesdorf und brachten die vollen Flaschen gleich mit.....für seinen regelmässigen Ungarnurlaub destellierte mein Meister in der Werkstatt immer seinen Kumpeltot, den Brandwein den wir als Deputat jeden Monat auf Marken bekamen.....er füllte dann diesen zu 95% konzentrierten Fusel immer in Seltersflaschen und krohnte diese fachmännisch zu um im Urlaub halt viel günstiger saufen zu können.....hahaha, das selbe tat er mit meinem Deputat, das nahm ich dann mit zur Asche...ich wurd nich erwischt, mein Meister auch nie.....

....ach dat Leben inne jute alte DDR war so schlimm jarnich.....nee, et war teilweise besser als mancher denkt....et war halt nur der blöde Zaun der immer gestört hatte....damit zu leben wusste man aber schon ganz gut.....ich habs wirklich gut getroffen mit der Arbeit, es wurde gut oder halt besser als Durchschnitt bezahlt, qua Karriere konnte ich in einigen Jahren zum Meister aufrutschen, mit Rotlicht wurden wir einigermassen verschont...mein Meister krichte mal den Auftrag ne FDJ-Gruppe zu gründen, aber ich hab ihm nur nen Vogel gezeigt...was soll das auch, wo ich doch die einzige war, die unter dreissig war...auch hab ich ihm zu verstehen gegeben, das sowas eh nich mit mir geht...er is ja schon bei der Gegenfragen(warum?) ins Stocken gekommen....da hab ich ihm gesagt, siehste, dat ham dir wohl deine Parteigenossen aufgetragen, se hätten aber mal vorher nachdenken sollen und nich pauschal allen diesen unmöglichen Gruppenzwang auflegen sollen....er hat's eingesehen und hat mich damit nie wieder belästigt....vielleicht kam deswegen ja mal die Stasi in die Firma, aber das glaub ich nich, so is mein Meister nich gewesen....die Stasi kam eh wegen was anderen...halt wegen meines *subversiven* Äusseren....

Mara



Hallo Mara,
wenn das Leben in der DDR besser gewesen sein soll, weil man da den ganzen lieben langen Tag nix. machen musste, so ist das einfach ein Riesenquatsch und unfair denen gegenüber, die damals schon arbeiten mußten.
Wenn man deine Zeilen so liest, ist es nat. auch kein Wunder, dass dies ganz oft auf alle Ossis verallgemeinert wird.
Also ich distanziere mich von dem was Mara geschriebenen hat.
Ich musste früher gut auf der Arbeit ran und muss es heute auch.
Der Wechsel zur Wende ist mir diesbezüglich auch überhaupt nicht schwer gefallen.

Gut - genug aufgeregt.
Jeder hat seine Meinung und darf sie heute auch sagen.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#44

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 19:39
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Mongibella
Ja ihr beide....ich kenn es nur zugut, das arbeiten oft nur anwesend sein bedeutete.....
....so, ich bin fertig mit meiner Arbeit nun, und jetz geh ich mal rein in den Truckstopp, die andern Holländer haben grad geklopft....ab sieben gibbet hier ja wat zu essen.....hab heut auch nur sechs Stunden effectief gearbeitet....leider gibt's dann weniger Geld....in der DDR gab es dann den vollen Lohn....

Liebe Grüsse aus Carisio/Piemonte

Mara




Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#45

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 19:42
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Ist denn nicht wenigstens einer hier, der früher auch schon arbeiten mußte !?

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#46

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 19:42
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

also ich hab 1970-1973 bei carl zeiß jena gearbeitet.aber gammeln gabs da nicht ganz im gegenteil.der meister hat uns ganz schön durch die gegend gescheucht.war ein ehrbarer beruf..werkzeugmacher


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#47

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 19:44
von Oss`n | 2.779 Beiträge

DANKE !

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
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#48

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 19:49
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Affi976
bei uns hatten einige Sekretärinnen ab mittags die Genehmigung zu lesen, manche haben auch gestrickt.
Einkaufen waren sie sowieso während der Arbeitszeit.
Das nennt man versteckte Arbeitslosigkeit, so konnte es nichts werden!
Andere wiederum haben gearbeitet wie die Kümmel....
Naja vorbei? Nein nur anders!
VG Affi




Das ist wohl wahr!

Bei uns bei der Reichsbahn gab es im Fahrdienst und speziell auf der Lok kein Kneifen, dann wär das Ding einfach stehen geblieben. Auf einer Dampflok geht es ja in dieser Hinsicht munter her. Das ist wahrlich kein Zuckerschlecken, besonders für einen Heizer, der in einer Schicht oft bis zu 10 Tonnen Kohle und teilweise auch noch mehr) in das Feuerloch befördert hat (natürlich nicht bei unserer Schmalspurbahn, da sind es in einer Schicht im Regelfall höchstens 3 - 3,5 t). Danach kam dann auch die körperlich schwere Arbeit des Ausschlackens...! Besonders schön im Sommer bei tropischen Temperaturen!
Nach dem Krieg und in den fünfziger und sechziger Jahren, aber auch teilweise noch danach, als Steinkohle als Importrohstoff in der DDR knapp war und/ oder nur in minderer Qualität eingekauft wurde, teilweise sogar mit vom Heizwert wesentlich minderwertiger Braunkohle geheizt wurde..., was da die älteren Kollegen so erzählt haben, na gute Nacht! Wegen der schweren körperlichen Arbeit, dem Schmutz und Dreck, ungünstigen Dienstzeiten usw. waren die Job`s bei der Reichsbahn auch nicht sonderlich begehrt, es war eine ekelhafte Schinderei! Dazu kam noch die sehr schlechte Bezahlung so bis etwa Ende der 70-er. Da hat man dann etwas getan, weil die Leute mehr als knapp wurden. In den 60-ern hat man ja mal einen großen Teil der Dampfloks auf die bequemere Art der Ölfeuerung umgebaut. War schon eine wesentliche Entlastung, vor vallem des Heizers. Da war dann Anfang der 80-er auch wieder mit Schluß, Rückbau auf Kohlefeuerung, da ging der Scheiß von vorne los. Hatte ja schon mal darüber geschrieben.
Gut, z. Bsp. beim Zugbegleitpersonal (Zugführer/ Schaffner) gab es eher schon mal Ausnahmen, die hatten dann die Bezeichnung "Reisende mit Gehalt" Auch in anderen Reichsbahndienststellen wie Werkstätten, Gleisbau fragte man sich auch als mehr oder weniger außenstehender oft, was da einige Leute so den ganzen Tag zu tun hatten... außer schlafen, dummes Zeug kakeln oder irgendwelchen Privatpfusch zu ereledigen...

Anfang der 80-er hat man unseren Lokschuppen in Wernigerode gesperrt, angeblich baufällig. Fortan fand alles nur noch im Freien statt, egal ob peitschender Regen oder klirrende Kälte. Und an so einer Lok ist ersteinmal eine Menge handwerkliche Tätigkeit erforderlich, s. g. Vorbereitungszeit, bevor man damit einen Zug fahren kann. Im Schnitt ist diese Vorbereitungs- zeit 1 Stunde. Da war man dann bei den entsprechenden Wetter entweder schon einmal naß bis af die Haut oder total durchgefroren. Kantine oder sowas..., Fehlanzeige. Unser s. g. Sozialgebäude war ein Zugluftpalast, da pfiff der Wind durch alle Ritzen. Klamotten (Schuhwerk) bis zum nächsten Tag, zur nächsten Schicht trocken kriegen... Luftnummer!

Und dann gab es sie eben, diese kleinen und großen nicht ausgelasteten Ars**löcher aus anderen Bereichen, aus Büros usw., die vor langer Weile neben ihrer obligatorischen Anwesenheit auf der Parteiversammlung nur nach irgendeiner Existenzberechtigung suchten und uns noch was besser wissen wollten.
Ja, so gut war sie eben organisiert, die Arbeit in der DDR!

josy95


josy


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#49

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 19:49
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guter Text,Oss´n, dem kann ich nur beipflichen. meine Freundin Bella die Schöne konnte bestimmt mit dem Wort " Arbeit" in jungen Jahren nicht viel anfangen, wir Beide schon und ich zum Beispiel wäre heute immer noch ein " Habenichts", wenn ich das Wort nicht ernstgenommen hätte.

Guß Rainer- Maria

Ps..ein Hoch auf Die, die in der DDR ihr Brot im Schweiße ihres Angesichts verdient haben...dem ist Nichts hinzuzufügen!


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#50

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 20:03
von Drewitz | 356 Beiträge

Habe während meiner Zeit im CvO Teltow beides erlebt.Gammel und Ackern wie...
Wir als Lehrlinge in der Widerstandsfertigung.Eine Produktionsstraße für uns alleine!Cool!1.Frühschicht...Ärmel hoch und losgeackert!Komische Blicke von den älteren Angehörigen der Arbeiterklasse...?He?Norm gegen 11.00 erfüllt-3 Stunden vorfristig!Mann sind wir Helden!Henecke isn Scheißdreck gegen uns!Kommt Besuch von der Arbeiterklasse.Lauter Besuch!Eindeutiger Besuch!Wir haben verstanden.Ab sofort waren wir auch erst gegen 13.55 mit der Arbeit fertig.
Später in der Faultierfarm (Abteilung Forschung und Entwicklung)-Werkzeugbau für die Bedampfung sogenannter Targets.Arbeit ohne Ende...

Drewitz


MfS,BV Potsdam,Abt.VI,PKE Drewitz 1.Zug,1.Gruppe 1988-1990 danach GR44 bis zum Ende


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#51

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 20:04
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Bei mir ging es nach der Schule in eine Lehre welche ich ohne Beziehungen nicht bekommen hätte.Mein Vater war Lehrmeister beim Wohnungsbau,somit bekam ich ohne Probleme eine Lehre als Baugeräteführer mit anschließender Möglichkeit zum Studium als Baumaschinening.was ich ablehnte,ich wollte nicht wie mein Vater enden.Arbeiter verdienten mehr als studierte.

Als Autokranfahrer im Baustrassenbau sowie Paletten-und Krangleisbau machte ich mich nicht kaput.Für Baustrassen hatten wir ein Soll per 8 Std. 120 Platten zu verlegen oder aufzunehmen.Meist wurden 140-150 geschrieben.Sonnabend machten wir so um 6-8 Überstunden und schrieben 12 mit 180 Platten.Dies war möglich, indem wir gegen alle Vorschriften arbeiteten es waren immer gleichzeitig 2 Platten am Kran.

Später wurde ich Berufskraftfahrer,da muste ich die Zeiten schon arbeiten die ich schrieb,denn ungefahrene Km schreiben geht nicht wenn man noch auf dem Hof steht.

Insoweit hatte ich keine Arbeitsprobleme in der DDR.Es gab ja das Recht und die Pflicht zur Arbeit.Ich kann mir aber vorstellen das Leute mit Ausreiseanträge erhebliche Schwierigkeiten mit Arbeitsplätzen hatten.

Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 25.11.2009 20:09 | nach oben springen

#52

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 20:28
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

sicher gab es bereiche in der ddr in denen man gammeln konnte.sicher meist in verwaltungen.aber es auch bereiche in denen es gar nicht ging...z.b. in der landwirtschaft.das vieh und das land mußte versorgt werden.da gabs kaum pausen genauso wie heute.wer ahnung von landwirtschaft hat wird das wissen


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#53

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 20:48
von P3 | 357 Beiträge

Gammelei gab es damals im Handwerk nicht. Die wenigen privaten Handwerksbetriebe waren fest in die Planwirtschaft integriert und die Aufträge wurden ohne Ausschreibung vergeben. Die Preise standen vorher fest, es gab Einheitspreisverordnungen. Auch das Werkeln im 2. AV war genehmigt, private Bauherren warteten sonst vergebens auf die Firmen. Die Materialvergabe war staatlich geregelt, es gab auf Baustoffe Zuweisungen, wie Fliesen, Bauholz, Ziegel, Zement etz.

Gruß P3


Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum, doch sicher ist der schmale Weg der Pflicht.


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#54

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 20:52
von Pommer | 16 Beiträge

Zitat von Francis
Wie lief das früher ab? Konnte man sich aussuchen welchen Beruf man erlernen möchte oder wurde das vorgeschrieben? Gab es für jeden Arbeit bzw. gab es Arbeitslose? Wie wurde mit diesen Verfahren? Gab es für diese Geld vom Staat in Form von Arbeitslosengeld usw.? Vielleicht klingen die Fragen doof, ich möchte damit auch nicht provozieren, sondern lernen!


Liest Du eigentlich noch mit Francis, oder läuft Dir das jetzt schon alles aus dem Ruder?

Folgende Geschichte:
Mein Frau -damals in Stralsund- wollte Buchhändlerin werden, ihr wurde der Berufswunsch verweigert, weil sie nicht systemkonform war wegen ihrer häuslichen Herkunft (Eltern kirchlich engagiert).
Dann war ein Wunsch Goldschmiedin zu werden, ging nicht, weil es kein Gold gab, allenfalls noch Silberschmiedin!
Ihr Bruder wollte Tierpfleger werden, ihm wurde eine Lehrstelle als Fleischer(Metzger) angeboten!

Ich wollte arbeiten konnte es aber vielfach nicht, weil kein Material ausreichend zur Verfügung stand weil die Planwirtschaft es so vorsah!
Das zu Deiner 1.Frage.

Arbeitslose gab`s offiziell nicht, wie hier schon erläutert, aber viele Stellen waren doppelt und dreifach besetzt: in einer Pförtnerhütte vor größeren Betrieben saßen vier bis fünf Leute rum, wo einer oder zwei gereicht hätten!
Diese Leute wurden aber bezahlt!!!

3. Ich habe meine Fahrerlaubnis damals über Genex spendiert bekommen. Als die 400 DM eingetroffen waren und ich einen entsprechenden Schrieb vorweisen konnte wurde ich in der Fahrschule gefragt: Wann wollen Sie anfangen? Ich habe mit PKW- und Kradschein 175.- OSTMARK! bezahlt, weil ich in nullkommanichts damit fertig war.

Auch wegen dieser Ungerechtigkeiten bin ich abgehauen, trotzdem es mir nicht schlecht ging, wie viele hier auch im Forum sagen.

Ich frage hier alle: War das ein korruptes System? War das ein gerechter Staat?

Nun Francis kannst Du Dir vielleicht ein Urteil bilden!


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#55

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 21:02
von Pommer | 16 Beiträge

Und dann noch der Spruch(wer kennt ihn nicht):

Freitag um eins macht jeder seins!

Und das wollen so viele im Osten Deutschlands wiederhaben?
Ich verstehe solche Menschen nicht, denn:

WER SOLL DAS BEZAHLEN????


zuletzt bearbeitet 25.11.2009 21:04 | nach oben springen

#56

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 21:29
von Mongibella (gelöscht)
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Nou Oss'n und die anderen....gearbeitet hab ich inna Zone auch ordendlich....aber was ich halt sagen will ist, das es oft viel Zeit für individuelle Dinge gab....und keiner sollte vergessen, das die richtige Arbeit zu Hause erst begann.....wir hatten ne Nutriafarm mit immer so um die 100 Tiere.....und dann halt noch das ganze andere Viehzeug und der riesen Garten um sie dann auch alle versorgen zu können.....ja, ich hab schon ordendlich rangeklotzt.....auch hab ich bevor ich Facharbeiter war sehr oft in den Ferien irgendwo gearbeitet....Strohballen stapeln, als Heizer und Pförtner gearbeitet...Steine, Kartoffeln sammeln usw....

....aber kaum sagt mal einer, das in der DDR der Leistungsdruck nich so hoch war, kricht man Gegenfeuer.....ich kenn genug Menschen die damals kaum Leistung gebracht haben, rausgeschmissen wurden die aber nich....es stimmt alles so wie ich es schreibe, so hab ich es erlebt....ja und klar, das es einigen nich passt....das Misstrauen hier im Forum is eh gross mir gegenüber....aber egal, damit kann ich leben...macht nichts.....ihr werd aber niemals erleben, das ich pauschal jemanden seine Erlebnisse so dermassen in den Dreck ziehe.....ich hab meine Dinge erlebt....ihr habt eure Dinge erlebt.....ich sprech echt nich für jeden.....wenn jemand andere Dinge erlebt hat, find ich es gut....aber ich werde es sicher nich mit tausend lachender Smilies lächerlich machen, halt so wie einige hier es manchmal mit meinen Schilderungen tun....

....das sagt nämlich einiges über die Person und sein Verhalten, sicher nichts über mich....denkt da mal drübber nach....

Ich hätte im ersten Beitrag ja noch erzählen können, wie die Schlosser und mein Chef Kompressoren gebaut haben in der Schlosserwerkstatt....jaja, mit Mitteln der Firma.....die Schlosser haben die Arbeit gehabt, mein Chef den Vertrieb......aber ich erzähl es mal besser nich.....es is für viele hier schlicht zu unglaubwürdig.....nachher glaubt noch einer von den Zweiflern hier, das das in jeder Firma so war....

....ich hab mich ein wenig zurückgehalten die letzte Zeit, ich hab wohl viel mitgelesen.....und naja, um so länger ich hier bin, beschleicht mich das Gefühl, das einige hier kaum gegen Kritik können oder die Wahrheit über die Zustände in der DDR wissen....oder se wollen garnich sehen, wie es wirklich war....oder se wollen sich als Ehrenretter dieser vergangenen Diktatur aufspielen.....

....is ja nich verkehrt....jeder darf seine Meinung kundtun.....aber mir gefällt es nich, wenn pauschal meine Sachen immer gleich so in den Dreck gezogen werden....das mach ich auch nich mit anderen.....ich hab ne feste Meinung, aber jemand anders seine Meinung und dessen Erlebtes kann und will ich garnich angreifen....geschweige denn in den Dreck ziehen.....

Ich bin ein Kind der DDR und ich bin hier sicher nich her gekommen um Ammenmärchen zu erzählen!

groetjes

Mara


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#57

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 21:41
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Pommer, ich habe einmal einen herlichen Leserbrief....., da schreibt ein geborener Westdeutscher, wie er sich in Dresden vor einem Monat angemeldet, umgemeldet hatte.
Der war echt überrascht, wie er die Situation mit seinem alten Bundesland verglich....so mit dem " Freitag um Eins macht jeder....seins"
Die in Dresden waren da noch da, um Eins!...ha, ha, ha

Gruß Rainer- Maria


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#58

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 22:17
von Francis | 168 Beiträge

Zitat von Pommer
Liest Du eigentlich noch mit Francis, oder läuft Dir das jetzt schon alles aus dem Ruder?


Klar lese ich noch mit! Finde eure Geschichten sehr interessant!!


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#59

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 22:25
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Mongibella
Nou Oss'n und die anderen....gearbeitet hab ich inna Zone auch ordendlich....aber was ich halt sagen will ist, das es oft viel Zeit für individuelle Dinge gab....und keiner sollte vergessen, das die richtige Arbeit zu Hause erst begann.....wir hatten ne Nutriafarm mit immer so um die 100 Tiere.....und dann halt noch das ganze andere Viehzeug und der riesen Garten um sie dann auch alle versorgen zu können.....ja, ich hab schon ordendlich rangeklotzt.....auch hab ich bevor ich Facharbeiter war sehr oft in den Ferien irgendwo gearbeitet....Strohballen stapeln, als Heizer und Pförtner gearbeitet...Steine, Kartoffeln sammeln usw....

....aber kaum sagt mal einer, das in der DDR der Leistungsdruck nich so hoch war, kricht man Gegenfeuer.....ich kenn genug Menschen die damals kaum Leistung gebracht haben, rausgeschmissen wurden die aber nich....es stimmt alles so wie ich es schreibe, so hab ich es erlebt....ja und klar, das es einigen nich passt....das Misstrauen hier im Forum is eh gross mir gegenüber....aber egal, damit kann ich leben...macht nichts.....ihr werd aber niemals erleben, das ich pauschal jemanden seine Erlebnisse so dermassen in den Dreck ziehe.....ich hab meine Dinge erlebt....ihr habt eure Dinge erlebt.....ich sprech echt nich für jeden.....wenn jemand andere Dinge erlebt hat, find ich es gut....aber ich werde es sicher nich mit tausend lachender Smilies lächerlich machen, halt so wie einige hier es manchmal mit meinen Schilderungen tun....

....das sagt nämlich einiges über die Person und sein Verhalten, sicher nichts über mich....denkt da mal drübber nach....

Ich hätte im ersten Beitrag ja noch erzählen können, wie die Schlosser und mein Chef Kompressoren gebaut haben in der Schlosserwerkstatt....jaja, mit Mitteln der Firma.....die Schlosser haben die Arbeit gehabt, mein Chef den Vertrieb......aber ich erzähl es mal besser nich.....es is für viele hier schlicht zu unglaubwürdig.....nachher glaubt noch einer von den Zweiflern hier, das das in jeder Firma so war....

....ich hab mich ein wenig zurückgehalten die letzte Zeit, ich hab wohl viel mitgelesen.....und naja, um so länger ich hier bin, beschleicht mich das Gefühl, das einige hier kaum gegen Kritik können oder die Wahrheit über die Zustände in der DDR wissen....oder se wollen garnich sehen, wie es wirklich war....oder se wollen sich als Ehrenretter dieser vergangenen Diktatur aufspielen.....

....is ja nich verkehrt....jeder darf seine Meinung kundtun.....aber mir gefällt es nich, wenn pauschal meine Sachen immer gleich so in den Dreck gezogen werden....das mach ich auch nich mit anderen.....ich hab ne feste Meinung, aber jemand anders seine Meinung und dessen Erlebtes kann und will ich garnich angreifen....geschweige denn in den Dreck ziehen.....

Ich bin ein Kind der DDR und ich bin hier sicher nich her gekommen um Ammenmärchen zu erzählen!

groetjes

Mara




Mara, keiner will deine Aussagen in den Dreck ziehen und den Ehrenretter will schon garkeiner spielen.
Nur laß sich dein Beitrag ja wirklich genau so, als wäre die Arbeit bei uns ein bezahlter Urlaub gewesen.
Nat. hast du in dem was du geschrieben hast viel Recht - gar keine Frage.
Klar gab es auch Faulpelze.
Klar wurde aus den Betrieben alles raus geholt (für privat ).
Auch ein Grund für das sterben der DDR.
Faulpelze gibt es auch heute - nur werden die heute Gott sei Dank nicht mehr mit durchgeschleift. (oder vielleicht doch - nur anders )

Was mich geärgert hat war nur, das du nur von der einen Seite geschrieben haßt.
Man hätte denken können, bei uns hat überhaupt niemand gearbeitet und das stimmte nicht.
Genau das ist es nämlich - das Bild was viele immer noch so gerne sehen.

Die "Ossis" müssen erst einmal das arbeiten lernen.
Dann noch das Theater mit dem Solibeitrag.

Egal jetzt.
Hättest du die Hälfte von den Faulpelzen und die andere Hälfte von deiner vielen Arbeit geschrieben hätte ich bestimmt garnix dazu geschrieben.

Ach mal anderer Meinung sein zu dürfen und das zu schreiben macht ein gutes Forum aus.

Ich denke damit ist unsere kleine Meinungsverschiedenheit aus der Welt.

Oss`n


Spucke nie in einen Brunnen - es könnte sein, du mußt mal daraus trinken !
zuletzt bearbeitet 25.11.2009 22:26 | nach oben springen

#60

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 22:30
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Freitag ab eins macht jeder seins, ist nicht nur im Ostraum gehandhabt worden.Nach der Wende hörte ich als Kraftfahrer auf und ging als Baggerfahrer zu einer Namenhaften großen Baufirma im Westteil Berlins.
Was meint ihr welche Arbeitsmoral es dort gab?
Freitag ab eins macht jeder seins!Hier bestand schon mal Einigkeit.

Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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