#21

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 24.11.2009 13:49
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Ach Wosch, mach nur deshalb sind wir ja hier. Ich fand es schon immer interessant die Gedanken und Beweggründe auch von anderen zu erfahren.

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Haben Dir zu Deinen "Glanzzeiten" aber nicht viel bedeutet, 0der?

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P.S. Nächste mal lass ich dich allein mit der Schlange



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Fühlst Du Dich etwa schon als "Siegried"?, Schild und Schwert vom Stalinone Rainer

Schönen Gruß aus Kassel


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#22

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 24.11.2009 14:01
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von wosch


Haben Dir zu Deinen "Glanzzeiten" aber nicht viel bedeutet, 0der?
Schönen Gruß aus Kassel



Sofern sie im betreffenden Ermittlungsverfahren strafrechtlich relevant waren schon. Aber wir kommen langsam OT, das Thema war ein anderes.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#23

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 24.11.2009 14:26
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.

Zitat von wosch


Haben Dir zu Deinen "Glanzzeiten" aber nicht viel bedeutet, 0der?
Schönen Gruß aus Kassel



Sofern sie im betreffenden Ermittlungsverfahren strafrechtlich relevant waren schon. Aber wir kommen langsam OT, das Thema war ein anderes.




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Ihre Gedanken werden sie Dir eh nicht offenbart haben, für die hätte es nämlich noch mal 3 Jahre extra gegeben. ´Ne schöne Arbeit hattest Du und damit wären wir auch schon wieder beim Thema!
Schönen Gruß aus Kassel


zuletzt bearbeitet 24.11.2009 14:27 | nach oben springen

#24

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 24.11.2009 14:29
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Wenn das geklärt wäre lieber Wosch, dann erzähl doch mal was über deine Arbeit in der DDR. Bisher weiß ich nur, dass du dort dann [Zwangs]verpflichtet werden solltest und deshalb dann auch Republikflucht begangen hast.

Mit dieser Antwort wären wir dann endgültig wieder beim Thema.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 24.11.2009 14:30 | nach oben springen

#25

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 24.11.2009 14:41
von wosch (gelöscht)
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Zitat von Feliks D.
Wenn das geklärt wäre lieber Wosch, dann erzähl doch mal was über deine Arbeit in der DDR. Bisher weiß ich nur, dass du dort dann [Zwangs]verpflichtet werden solltest und deshalb dann auch Republikflucht begangen hast.

Mit dieser Antwort wären wir dann endgültig wieder beim Thema.



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Du brauchst doch nur in mein Profil zu schauen. Obwohl ich schon mit 19 Jahren weg bin, steht da mehr drin, als in Deinem Profil.
Schönen Gruß aus Kassel


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#26

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 24.11.2009 19:18
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Drewitz und Spider, weil ihr so W-50, eventuell LA/A vernarrt seid, schaut mal in die Elbgrenze, steht unter Oberthema" Ich war ein DDR- Grenzsoldat/ Augenzeuge", dort findet ihr alles, was euer Herz begehrt.
Seite 7, vom 5.03.2009
Die Bilder sind wirklich....also wenn es die in der grünen Ausführung, die LA/A noch zu kaufen gebe, würde ich mir einen zulegen. Nur so zum einkaufen.

Gruß Rainer- Maria


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#27

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 24.11.2009 23:57
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Die Bilder sind wirklich....also wenn es die in der grünen Ausführung, die LA/A noch zu kaufen gebe, würde ich mir einen zulegen. Nur so zum einkaufen.
Gruß Rainer- Maria


Na, dem kann geholfen werden, kuck mal hier in diesem Link

"W50 LAK (LA/A/C) mit Kommandokoffer, Kevlar-isoliert, mit original Einrichtung (Kartentisch, Tafel, Sitzecke), im Zustand, wie frisch aus der Kaserne, wenig km, mit original Lack"

Garnicht so teuer, vielleicht started der Angelo eine Sammlung fuer dich, als Tantiemen fuer deine Geschichte. Waere doch ein schoenes Weihnachtsgeschenk!


Zum Einkaufen wuerde sich allerdings der "W50 LM" (Leipziger Modell) empfehlen. Mit Raeumschild, Wasserspritze und Megaphon, da braucht man sich dann nicht mit dem gemeinen Aldi- oder Karstadt Poebel zum Weihnachtseinkauf 'rumschlagen:

Leider sind die schon seit November 1989 ausverkauft, von daher etwas schwieriger zu beschaffen. Werd' mich bei echtem Interesse drum kuemmern...

Happy Thanksgiving, und nix fuer Ungut
-Th


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#28

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 10:07
von Klaus K (gelöscht)
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Zitat von Spider
Hallo Drewitz, haste auch auf dem W50 gelernt? Damals 1983 war im Sommer brütende Hitze,
das Ding hatte keine Servolenkung. Zum Glück hatte ich nicht die Ausbildung zum Militärkraftfahrer machen müssen bei der GST. Mein Fahrlehrer war ein Hauptmann der Vopo.

Gruss Spider

Hab heute noch den "Lappen" der DDR!


Spider, ich muss dir leider wiedersprechen. Der W 50 hatte zwar keine Servolenkung wie wir sie heute kennen aber ne Lenkhilfe hatte er schon. Frag mich jetzt aber nich wie die funktionierte aber hilfreich war sie schon. Der LKW Führerschein hat damals bei der GST 60 Mark gekostet. Wenn ich bedenke was das Ding heute kostet man man.


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#29

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 10:50
von Spider (gelöscht)
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Hallo erstmal, das mit der Lenkhilfe hab ich damals beim Fahren garnicht so bemerkt.
Aber ich lass mich da gern eines besseren belehren. Heute zahlste für LKW-Berechtigung um die 2.000,- €. Stimmt das? Nach W50 bin ich nur nochmal 1986 URAL gefahren, im Gelände. Die Kiste war echt geil.

Gruss Spider


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#30

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 11:04
von Klaus K (gelöscht)
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Zitat von Spider
Hallo erstmal, das mit der Lenkhilfe hab ich damals beim Fahren garnicht so bemerkt.
Aber ich lass mich da gern eines besseren belehren. Heute zahlste für LKW-Berechtigung um die 2.000,- €. Stimmt das? Nach W50 bin ich nur nochmal 1986 URAL gefahren, im Gelände. Die Kiste war echt geil.

Gruss Spider


Ja, ich glaub so um die 2000 Euro dürften es sein. Stimmt n Ural iss n geiles Teil. Ich habe am Kanten nen UAZ gefahren, das ding iss auch nich schlecht. Man musste ihn nur richtig kennen und es gab kaum einen Weg wo man nich durchkam. Oh ich glaub das gehört hier aber nicht zum Thema. So jetzt gehe ich Arbeiten.


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#31

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 11:17
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Hallo Spider und Klaus,

einige Modelle des W50 waren mit Servo-Lenkung ausgestattet. Vor allem die Allrader und die Dreiseitenkipper. Realisiert war das über eine Kugelumlauflenkung. Aus Sicht heutiger Servo-Lenkungen wirkt das zwar eher wie eine Lenkhilfe, aber das Ding galt damals als vollwertige Servolenkung.

Und da bin ich beim Thema: Ich war ja Offizier, habe also im eigentlichen Sinne des Wortes "nicht gearbeitet". Aber mein erster gelernter Beruf war Kfz.-Schlosser - am W50 und am Ikarus.

Zu der Frage, ob es half, wenn die Eltern Parteifunktionäre waren. Entscheidend war nicht, ob sie Funktionen hatten, entscheidend war, wie hier von anderen schon gesagt, ob sie in dieser Funktion Beziehungen hatten. Meine Mutter zum Beispiel hätte mich wunderbar in einem Ballettensemble unterbringen können. Ihre Beziehung zu Handwerk, Produktion und, noch schlimmer, zum Handel würde ich eher als "äußerst mäßig" bezeichnen. Und sie war lange Zeit Parteifunktionärin. Auch der erste Sekretär einer Kreisleitung bekam nur etwas, wenn er etwas dafür geben konnte. Das war das grundlegende Funktionsprinzip.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#32

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 12:08
von Spider (gelöscht)
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Bei mir war es so, dass beruflich meine Eltern wenig Einfluss auf mich hatten. Habe ja hier schon mal geschrieben, dass mit meiner Verpflichtung, Offz der NVA zu werden, ab da fast alles von selbst lief. Und das merkwürdige daran war: Ich sollte zu den GT, da wir aber intensive West-Kontakte hatten, ging das nicht. So kam ich zur NVA. Meine Eltern waren beide nicht in der Partei, ich auch als NVA-Soldat dann nicht. Ich hatte aber auch keine spürbaren Nachteile, weil ich nicht eingetreten bin. Man hat mich zwar mal angesprochen, ob ich denn wöllte, aber ich wollte nicht und dabei bliebs. Vielleicht war unser Polit nicht so aktiv wie veilleicht andere.

Und Rainman2, du weisst doch, wir haben doch als Soldaten geschworen, treu zu "dienen", von "arbeiten" stand da nichts!

Gruss Spider


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#33

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 12:38
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Spider
... Und Rainman2, du weisst doch, wir haben doch als Soldaten geschworen, treu zu "dienen", von "arbeiten" stand da nichts! ...


Hallo Spider,

gut beobachtet. Die Schlüsselverben im Offiziersgelöbnis stehen dem ja auch nicht nach:
- Kraft einsetzen
- nach Vorbild handeln
- Klassenauftrag erfüllen
- Soldaten erziehen
- Vaterland schützen
- Liebe anerziehen
- Hass entfachen
- Grenzsoldaten entwickeln
- Kampfkollektive schmieden
- Sieg erringen
- Vorbild sein
- Pflichten und Aufgaben erfüllen
- Einheit * verwirklichen (* von politischer und militärischer Führung)
- Forderungen stellen
- um Wissen und Können ringen

Also nüscht von den ostdeutschen Leistungsproduktionsgrundsätzen:

Gibbe raus!
Kene Feddbemmen fressen!
Glozzn off !
Orbeidn!


ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#34

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 12:49
von Spider (gelöscht)
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Ja Rainman, das haste richtig gut geschrieben. Mal richtig was zum ablachen. Vor allem
"Sieg erringen", das hat vielleicht nicht so geklappt!
Aber ansonsten kommt mir das Vokabular doch recht bekannt vor.

Gruss Spider


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#35

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 15:33
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Rainman2

Zitat von Spider
... Und Rainman2, du weisst doch, wir haben doch als Soldaten geschworen, treu zu "dienen", von "arbeiten" stand da nichts! ...


Hallo Spider,

gut beobachtet. Die Schlüsselverben im Offiziersgelöbnis stehen dem ja auch nicht nach:
- Kraft einsetzen
- nach Vorbild handeln
- Klassenauftrag erfüllen
- Soldaten erziehen
- Vaterland schützen
- Liebe anerziehen
- Hass entfachen
- Grenzsoldaten entwickeln
- Kampfkollektive schmieden
- Sieg erringen
- Vorbild sein
- Pflichten und Aufgaben erfüllen
- Einheit * verwirklichen (* von politischer und militärischer Führung)
- Forderungen stellen
- um Wissen und Können ringen

Also nüscht von den ostdeutschen Leistungsproduktionsgrundsätzen:

[b]Gibbe raus!
Kene Feddbemmen fressen!
Glozzn off !
Orbeidn![/b]

ciao Rainman



Kann das mal einer für einen eingefleischten Rheinländer übersetzten. ? Danke



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#36

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 15:40
von westsachse | 464 Beiträge



hatten wir schon mal - aber für Rheinländer

un mach de glozzn off Du A....krampe



nicht übel nehmen

westsachse


zuletzt bearbeitet 25.11.2009 15:50 | nach oben springen

#37

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 16:59
von Mongibella (gelöscht)
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Hmmm arbeiten in Good Old GDR....????

Ja war irgendswie schon besser....

....ich hab ja auf einer Feldstation für ne Erdgasförderfirma gearbeitet.....sozusagen als Prozessoperator oder halt auf DDR-Deutsch, als BMSR-Mechanikus.....

.....ein ganz normaler Tagesablauf sah in etwa wie folgt aus:

Ich musste um 6:00 anwesend sein, bis sieben lief aber eh niks, mein Meister, die Schlosser und der Chef waren zur Frühbesprechung so wie jeden Tag.....danach trafen wir uns alle in der Kantine zum ausgiebigen Frühstück....dabei sachte mir mein Meister was den Tag so anstand.....meistens ging es um und um....ein Tag nen Schaltschrank bestücken und verkabeln, andern Tag diesen dann auf irgendeiner Sonde im Südfeld aufstellen, bzw auswechseln.....wir waren ja alle Sonden(Förderstellen) am umrüsten auf integrierte Schaltkreissteuerung, sozusagen am vorbereiten, das die Regelung dann mal ein Computer übernimmt....

....wenn ich nen Schaltschrank aufgebaut hab, war ich nen ganzen Tag damit beschäftigt, wenn wir diesen aufgestellt haben, waren wir meistens Mittags fertig, es konnte kommen was wolle, wir düsten mit unseren UAZ- und NIVA-Jeeps immer rechtzeitig los um das Mittagessen nich zu verpassen....nach dem Mittag haben wir eventuell mal irgendwo ne Störung behoben, bei schlechten Wetter keine Seltenheit, oft aber war von um eins bis um vier individuelle Dinge mehr im Vordergrund....mein Moppet zB, das hab ich oft weiter aufgemotzt oder mal wieder zerlegt in unserer Werkstatt und dem Chef hat es nich gestört und meinem Meister halt nur der Bezingeruch....Punkt vier standen wir frisch gedoucht abfahrbereit vor der Werkstatt, mittels Carpooling fanden wir alle nach Hause.....

....im Sommer sind wir oft in der Arbeitszeit schwimmen oder Eisessen gegangen....GPS-Tracering hatten unsere Jeeps noch nich und meinem Chef war nur wichtig, das wir das laue Pensum schaffen.....Zeit hatten wir oft für schöne Dinge.....zur Apfelernte zB brachten wir unser Obst immer in der Arbeitszeit mit den Jeeps und werkseigenem Klaufix dahinter zur Kelterei in Diesdorf und brachten die vollen Flaschen gleich mit.....für seinen regelmässigen Ungarnurlaub destellierte mein Meister in der Werkstatt immer seinen Kumpeltot, den Brandwein den wir als Deputat jeden Monat auf Marken bekamen.....er füllte dann diesen zu 95% konzentrierten Fusel immer in Seltersflaschen und krohnte diese fachmännisch zu um im Urlaub halt viel günstiger saufen zu können.....hahaha, das selbe tat er mit meinem Deputat, das nahm ich dann mit zur Asche...ich wurd nich erwischt, mein Meister auch nie.....

....ach dat Leben inne jute alte DDR war so schlimm jarnich.....nee, et war teilweise besser als mancher denkt....et war halt nur der blöde Zaun der immer gestört hatte....damit zu leben wusste man aber schon ganz gut.....ich habs wirklich gut getroffen mit der Arbeit, es wurde gut oder halt besser als Durchschnitt bezahlt, qua Karriere konnte ich in einigen Jahren zum Meister aufrutschen, mit Rotlicht wurden wir einigermassen verschont...mein Meister krichte mal den Auftrag ne FDJ-Gruppe zu gründen, aber ich hab ihm nur nen Vogel gezeigt...was soll das auch, wo ich doch die einzige war, die unter dreissig war...auch hab ich ihm zu verstehen gegeben, das sowas eh nich mit mir geht...er is ja schon bei der Gegenfragen(warum?) ins Stocken gekommen....da hab ich ihm gesagt, siehste, dat ham dir wohl deine Parteigenossen aufgetragen, se hätten aber mal vorher nachdenken sollen und nich pauschal allen diesen unmöglichen Gruppenzwang auflegen sollen....er hat's eingesehen und hat mich damit nie wieder belästigt....vielleicht kam deswegen ja mal die Stasi in die Firma, aber das glaub ich nich, so is mein Meister nich gewesen....die Stasi kam eh wegen was anderen...halt wegen meines *subversiven* Äusseren....

Mara


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#38

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 17:17
von josy95 | 4.915 Beiträge

Was die Berufswahl/ Wunschberuf anbelangt hing auch ein wenig von der Region ab und ob es ausgefallene Wünsche waren. Ich will auch mal sagen, das es für den männlichen Teil etwas einfacher war, weil einfach die Auswahl größer war. Meine Ex wollte unbedingt Schneiderin werden, da führte kein Weg hin, sie mußte wiederwillig im Chemikombinat Bitterfeld eine Lehre als "Anlagentechnikerin der Chemieindustrie" lernen, zu gut deutsch Fließbandarbeiterin.
In der Schule wurde ab der 9. Klasse Einfluß darauf genommen und es gab da speziell einen beauftragten Lehrer dafür, der sich vor allem um die Schüler kümmerte, die noch keine Lehrstelle hatten. Soetwas wie heute, berufsvorbereitendes Jahr (BVJ, BGJ), freiwilliges soziales Jahr oder ähnliches zur Überbrückung bis zum Erhalt einer Lehrstelle gab es nicht. Wer keine Lehrstelle fand, aus was für Gründen auch immer, bekam (zwangsweise) eine "verpaßt". Das waren eben dann die Berufe, die damals auf der Begehrtenliste ganz unten standen wie z. Bsp. einige Berufe in der Landwirtschaft, bei der Reichsbahn oder in eben der Chemieindustrie, ohne jetzt hier jemanden diskriminieren zu wollen, der so einen Beruf als Wunschberuf erlernt hat. Es hat eben jeder seine eigenen Vorstellungen und Interessen. Ich für meine Person hätte mir z. Bsp. nie vorstellen können, Rinder- oder Schweinezüchter oder Bürohengst (kaufm. Beruf) oder soetwas zu werden. Andere rümpften die Nase, wenn sie Deutsche Reichsbahn hörten. Ist nun mal so, Geschmäcker sind verschieden.
Begehrte Berufe bei den Jungs waren Kfz- Schlosser, Elektroinstallateur, Förster ect., bei den Mädchen eher Kindergärtnerin, Frisöse, Krankenschwester. Militärische Berufe setzen von vornherein eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. EOS oder Studium voraus. Zum Ende meiner Schulzeit waren militärische Berufe bei Mädchen weitestgehend unbekannt.
Die begehrten Berufe bei den Jungs führten oft nur über den Weg von Beziehungen und der Verpflichtung des freiwillig länger dienen bei NVA, GT & Co.
Das wurde auch damit untermauert, das diese Jugendlichen in ein s. g. Bewerberkollektiv" aufgenommen wurden, d Reisen ect. machten, also schon etwas gesondert, bevorzugt behandelt wurden. So zumindest kam es rüber und sollte wohl auch so rüber kommen, um die anderen auf eine gewisse Art neidisch zu machen und den einen oder anderen doch noch zu überzeugen.
- Das ist aber hier rein meine persönliche Meinung! -


Auch gab es speziell Berufe für lernschwache Schüler wie Abgänger der 8. Klasse (heute Hauptschulabschluß) oder noch tieferer Klassenstufen bzw. Sonderschule. Diese Berufe waren speziell ausgewiesen/ gekennzeichnet mit "...für Jugendliche, die das Ziel der .. Klasse nicht erreicht haben.") Diese Berufe wurden auch meißten nur mit einen s. g. Teilabschluß, d. h. Teilfacharbeiter beendet.

Die (normale) Lehrzeit betrug in den meißten Berufen mit 10.- Klasse- Abschluß (Realschulabschluß) 2 Jahre, in einigen ausgewählten Berufen mit Spezialkenntnissen 3 Jahre, ebenso dort, wo über die Berufsausbildung noch das Abitur gemacht wurde auch 3 Jahre. Zumindest hatte man dann erst einmal den Facharbeiterbrief in der Tasche.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 25.11.2009 17:18 | nach oben springen

#39

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 17:35
von Focking | 178 Beiträge

Äh wie war das Thema?Ach so,arbeiten in der DDR.
Na dann will ich mal berichten.

Ich hatte das Glück eine Lehre als Schrauber zu absolvieren.
Das war in einer Vereinigung von Kfz-Werstätten ähnlich wie
später die Kombinate.Grundausbildung erfuhr ich in den Pum-
penwerken.Da waren die Arbeitsbedingungen optimal.Danach ka-
men wir Lehrlinge in die einzelnen Ausbildungsbetriebe.Ich in
die " AURESA" sprich Autoreparaturwerk Sachsen Anhalt.Die Werk-
statt befnd sich in einer ehemaligen Kraftwerkshalle.Heizung
gleich Null,Hebebühnen Fehlanzeige,Kran ebenso.Das hieß wir
wechselten Karossen mit der Hand,damals hatten die Karossen
noch richtig Körner.Ringschlüssel zum Anlasser wechseln gabs
nur einen in der ganzen Werstatt.Spezialwerkzeug so wie Heute
gab es kaum,wir stellten viele Hilfsmittel selber her.Das war
nur ein kurzer Abriß der Umstände damals.Würde mir wünschen,daß
einige neunmalkluge diese Zeiten mit erlebt hätten.Nun meine
Schilderung zur Fahrschule.Unser Betrieb hatte eine eigene Fahr-
schule,da brauchte ich nicht warten und konnte,als ich die Mone-
ten zusammen hatte sofort mit der Ausbildung beginnen.Die Fahr-
zeuge 125 er RT,Framo und H3A.Servolenkung,damals habe ich schon
mal was von gehört,das wars aber auch schon.Framo und H3A hatten
unsyncronisierte Getriebe,wer die kennt weiß wie Klammern schmek-
ken,3Wochen gekocht und immer noch nach Holz.Soviel zum Komfort.
Ich habe mich damals erregt,daß mir mein Betrieb Die vollen Gebüh-
ren abknöpfte,immerhin 196,-Mark,damals ein Vermögen.Wenn ich aber
die heutigen Preise mitkriege,...na reden wir nicht drüber.Heute
ist eben alles ein bischen anders.

Gruß aus der Lausitz

Werner



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#40

RE: Arbeiten in der DDR

in Leben in der DDR 25.11.2009 17:47
von Focking | 178 Beiträge

@Mongibella, treffender hättest Du die Zustände in der
"GOOD OLD GDR"nicht beschreiben können.Wir hatten die
Arbeislosen hinter dem Werktor,wen wunderts da,daß die
DDR Pleite gegangen ist.


Gruß aus der Lausitz

Werner



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