#21

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.11.2009 12:32
von Danny_1000 | 166 Beiträge

Zitat von LEGO
....ich möchte hier ganz bestimmt keinen Streit von Zaun brechen, aber war es nicht so?

Die Bevölkerung der DDR war doch nicht blöd und wußte schon, daß es an der Grenze nicht ganz ungefährlich war.
Und das nicht nur wegen Minen, Stacheldraht und SM 70, sondern auch wegen lebender Menschen, die dort mit Kalaschnikow rumspaziert sind.


LEGO, die „DDR- Bevölkerung“ als homogene Masse gab es damals (in den Siebzigern) genauso wenig wie heute „Die Deutschen“. Und ich bin mir heute gar nicht mal so sicher ob bei einer Umfrage damals – wenn es die denn gegeben hätte – eine deutliche Mehrheit der DDR- Bürger die innerdeutsche Grenze in Frage gestellt oder die sogar abgelehnt hätte.

Die Grenzer waren natürlich nicht die „Helden des Friedens“, zu denen sie die Parteipropaganda oft gemacht hat. Sie waren aber auch nicht die gehaßte Truppe, zu der sie einige Medien heute machen.

Zitat von LEGO
.Also, ich persönlich wäre mit der Info: "Ich bin Grenzsoldat" recht sparsam umgegangen...


Siehst du, so hätten das die meisten vermutlich in ihrem zivilen Umfeld gar nicht erzählt. Ich zum Beispiel habe gesagt, ich bin bei Nachrichten bei den Grenztruppen in Berlin.

Während meiner 3 Jahre hatte ich intensiven Briefkontakt mit meinen damaligen Arbeitskollegen und die interessierte natürlich, was ich denn da so treibe. Darüber durfte ich nun wirklich nicht schreiben oder später sprechen.

Gruß
Daniel aus Hamburg


Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Voltaire frz. Philosoph 1694 - 1778)
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#22

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.11.2009 15:34
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Also eine einheitliche Meinung scheint es nicht zu geben,es reicht von:

ja,reden war möglich,im kleinen Kreis,nur auf Anfrage-bis zu
lieber "Schnautze" halten,kein Wort zu viel sagen-reden ist silber und schweigen Gold.

Bis hierhin schon mal Danke.



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#23

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.11.2009 15:41
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Daran siehst du am Besten, Zermattone, wie unterschiedlich es in der DDR zuging, also mit IM im Bettkasten und Horchposten am Kneipentisch und Wuhlmaus bei der Post, nein, nein, so war das nicht, es war Anders, halt so wie da geschrieben steht.

Gruß Rainer- Maria


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#24

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 08:15
von sentry | 1.108 Beiträge

Zitat von Zermatt
Wie war das eigentlich über die Auskunftfreudigkeit des Grenzsoldaten was seine Tätigkeit betrifft ? Was und wieviel konnte man im privaten Bereich,also in der Familie,im Bekanntenkreis,im Freundeskreis usw erzählen.



Die erste Frage kann man sicher nicht pauschal beantworten. Jeder Mensch ist anders. Natürlich waren alle Grenzer strengstens belehrt, nichts über den Grenzdienst oder die Grenzsicherung weiterzutragen. Inwieweit sich der Einzelen daran gehalten hat, lässt sich wohl kaum allgemeingültig beantworten.

Die zweite Frage ist nicht ganz eindeutig. Erzählen können konnte man natürlich alles, erzählen dürfen durfte man nichts.
Und da man nichts erzählen durfte, musste man sich natürlich irgendwelcher Konsequenzen bewusst sein, wenn man gegen dieses Verbot verstieß. Wer einem dabei ein Bein stellte, konnte man natürlich nicht wissen - sonst wäre man wohl kaum so blöd gewesen, ausgerechnet dem was zu erzählen.

Wie war das bei mir? Natürlich wussten wir auch als Zivilisten eine Menge über die Grenze.

Dachten wir...

Als ich nach Marienborn kam, war das überwältigend für mich...diese unglaublich gewaltige Anlage, das ausgeklügelte Sicherungssystem und dann hatte ich nun auch die Gelegenheit, live zu sehen, was es für offene und versteckte Sperreinrichtungen gegen Fahrzeugdurchbrüche gab. In der zivilen Welt erzählte man sich ja die dollsten Dinger. Es gab Mythen von aus dem Boden hochschnellenden Betonwänden, per Sprengladung ausgefahrene Riesenbolzen, die Fahrzeuge von der Straße schleuderten und und und. Immerhin wohnte ich in Checkpoint-Nähe, da war das natürlich ein spannendes Thema unter uns Teenie-Pimpfen.
Was glaubt man nun, was ein kleiner Bengel so für sich behalten kann, wenn er z.B. einen kaum älteren, genauso technisch interessierten Bruder hat?
Natürlich habe ich recht freimütig von dem ganzen System berichtet - war ja auch 'ne unglaublich coole Sache - rein technisch gesehen. Natürlich wussten wir, dass unsere Briefe gelesen werden könnten, aber keiner glaubte tatsächlich an eine lückenlose Mitlese.

Dennoch muss ich Rainer-Maria bei diesen Zitaten widersprechen:

In Antwort auf:
Deswegen bin ich auch sehr im Zweifel, das es eine Briefkontrolle gab?
...
Deswegen bin ich auch heute noch skeptisch, was die ganze Problematik " IM" angeht



Die Abwesenheit persönlicher Erfahrungen ist kein Beweis für die Abwesenheit dieser Sachverhalte, während die Anwesenheit solcher Erfahrungen sehr wohl ein Beweis ist - nicht für die Lückenlosigkeit, aber für die Sache an sich.
Ich habe in meiner Akte neben den angeordneten IM-Einsätzen auch jede Menge Briefe gefunden, die ich verschickt habe, teils mühselig mit der Schreibmaschine abgeschrieben, teils fotokopiert einschließlich Umschlag. Ein Umschlag ist sogar handschriftlich mit dem Wort "Geheimnisverrat" versehen.

Ergibt sich also die ebenfalls von Rainer-Maria aufgeworfene Schwedt-Frage. Hierzu kann ich berichten, dass das MfS seinem damaligen Mythos, einer der besten Geheimdienste der Welt zu sein, alle Ehre machte. Heute wird das gern vergessen - sie werden gern mit den alten Männern des Politbüros in eine Reihe gestellt und als paranoide Truppe dargestellt, die nichts besseres zu tun hatten, als Nachbarn und Verwandte auszuspionieren.
Mit Informationen, die man auf konspirativem Wege erlangte (und dazu muss man wohl auch IM-Berichte und Postkontrolle zählen), ging das Organ sehr sensibel um. Wem hätte es denn genützt, Rainer-Maria einzuschwedten, weil er irgendjemandem über die 501 erzählte? Die meisten dachten doch sowieso, das is' ne Hose oder so. Für das MfS war viel wichtiger, wie sensibel die Information tatsächlich war und (ganz wichtig!) die Quelle nicht zu gefährden. Einen Mann wegen einer kaum verwertbaren Information einzuknasten und damit die Postkontrolle oder gar einen IM zu offenbaren, kam wohl kaum in Frage.
Bei mir war es tatsächlich so, dass in der Folge durch die 2000er angewiesen wurde, die gesamte Truppe (auf keinen Fall nur mich alleine) nochmal eindringlichst zu belehren, dass keine Geheimnisse über das Grenzregime weiterzutragen sind. Auch diese Anordnung findet sich in meiner Akte.
Letztendlich waren zwar die weitergegebenen Informationen geheim, aber wohl eher nicht geeignet (und schon gar nicht dazu gedacht), eine Flucht zu erleichtern oder gar vorzubereiten. Dass hat das MfS auch erkannt und deshalb eher lasch reagiert. Ich wurde weder bestraft noch persönlich darauf angesprochen - nicht einmal hintergründig. Ich vermute allerdings, das ich zeitweise meine "Blutgruppen"-Einsortierung verloren habe, denn ich hatte durchaus auch Phasen, wo ich nur hässliche Posten, wie Objektwache oder am östlichsten Ende der Eisenbahn-GÜSt bezog.
Ähnlich sind die Führungsoffiziere übrigens auch mit IM-Berichten umgegangen. Kleingeistige, übermotivierte Berichte, die den Beschatteten manchmal schon in die "konterrevolutionäre" Ecke drängten, wurden dennoch oft von den Führungsoffizieren ignoriert oder nur stark gekürzt weiterverwendet. Es ging anscheinend doch nicht darum, jeden Polit-Witze-Reisser einzusacken, sondern das mühselig gestrickte Überwachungssystem für das Erhalten echt wichtiger Informationen zu nutzen. Nur so konnte man eben auch die Gefahr der Enttarnung gering halten, die jede Nutzung einer gewonnenen Information mit sich brachte.

Vielleicht nochmal abschließend: Ich habe da nicht wirklich Ahnung von, aber so habe ich das aus meinen eigenen Erfahrungen und eben dem Inhalt meiner Personenakte 'rausinterpretiert.


zuletzt bearbeitet 23.11.2009 08:19 | nach oben springen

#25

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 09:44
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von sentry

Vielleicht nochmal abschließend: Ich habe da nicht wirklich Ahnung von, aber so habe ich das aus meinen eigenen Erfahrungen und eben dem Inhalt meiner Personenakte 'rausinterpretiert.



respekt sentry, sehr gute analyse.
ganz, ganz oben stand der schutz der im´s, der dann 1989 kläglich versagte und der umgang mit den gewonnenen informationen. selbst bei befragungen beim untersuchungsorgan (ha/ abt IX) mussten erst konspirativ erlangte informationen, offiziell gemacht werden. gelang dies nicht, war dies für ein gerichtsverfahren wertlos und nicht zu verwenden.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#26

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 11:27
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von EK 82/2
Ich glaube die wenigsten haben direkt etwas über den Grenzdienst erzählt.Das mag auch ein Grund sein das man sich keine Gedanken machte als es hieß:Eingezogen zur Grenze.

Auch ich habe es vorgezogen über direkte Dinge an der Grenze,selbst nach der Entlassung,lieber nicht zu reden.Wenn ich mich richtig entsinne wurde uns bei der Entlassung gesagt das wir über Vorgänge an der Grenze,deren Aufbau,Ablösungen usw. Schweigepflicht haben und bis 6 Monate nach der Enlassung noch der Militästaatsanwalt zuständig ist.Also hieße das Schwedt.

Hätte man was gesagt und es wäre rausgekommen oder noch schlimmer jemand hätte sich aus dem gehörten Aufzeichnungen gemacht und die wären gefunden worden,da kannste aber Fässer aufmachen.Ein Bayriches Bierzelt wäre zu klein für den Ärger.

Andy




War zwar nicht an der Grenze, aber bei der NVA `war`s nicht anders, wie EK 82/2 hier schreibt.
Hab es selbst genauso gehalten. Man hat schon mal über Erlebnisse erzählt, aber Details was Fahrzeugpark, Bewaffnung, Gefechtsstärke ect. anbelangte, lieber Klappe halten. Die Belehrungen (mit Unterschrift) waren ja da und wurden im "Entlassungsgespräch" nochmals erneuert, u. a. mit dem schon erwähnten Hinweis auf die Verantwortung vor der Militärstaatsanwaltschaft für min. 6 Monate, d. h. das wurde offiziell so mitgeteilt, das man 6 Monate noch (nur) der Gerichtsbarkeit der Militärstaatsanwaltschaft unterliegt. Kann ich mir zwar nicht mehr so recht vorstellen, das man bei einer zivielrechtlichen oder (normal) strafrechtlichen Verfehlung vor dem Militärstaatsanwalt gelandet wär, ist ja auch egal. Anderseits war auch da der Hinweis, das man als Reservist entlassen ist und damit immer noch, wenn auch indirekt, Angehöhriger der NVA war.

Die Kammeraden, die in Schwedt gelandet waren, mußten wohl noch ein Extra- Papier zur Verschwiegenheit unterschreiben. Zumindest bei denen, die von Schwedt während meiner Dienstzeit in unsere Einheit zurückkamen, hätte ich an deren Verschwiegenheit keinerlei Zweifel gehabt!

Wir waren auch belehrt/ angewiesen, wenn wir auf Urlaub fuhren und unvorhergesehener Weise auf Besuch/ Verwandte aus dem NSW- Ausland (NSW = nicht sozialistisches Wirtschaftsgebiet) trafen, sofort zurück zur Einheit zu kommen und dies dem Vorgesetzten sofort zu melden.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 23.11.2009 11:29 | nach oben springen

#27

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 12:54
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Guter aussagekräftiger Text, Sentry, da muss ich Feliks beipflichten.
Manchmal denke ich, ich war ein Glückspilz und irgendeiner, vielleicht Cousine Susanne beim Verein,die Schreibtischfrau, über sie hatte ich in der Elbgrenze schon zwei, drei Texte eingestellt, hielt ihre schützende Hand über mich.
Ich habe keine Ahnung? Will es auch nicht wissen.
Und ich bin auch der Letzte, der sich diese "Akte" holt, eventuell um anschließend damit meinen Grill anzuzünden, wenn wir Sonnabends die Freunde zum Bratwurstessen vereinen.

Gruß Rainer- Maria


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#28

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 13:21
von sentry | 1.108 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Und ich bin auch der Letzte, der sich diese "Akte" holt...



...was in Ordnung geht. Ich hatte eben tausend Fragen, die sich aus meiner DDR-Vergangenheit ergeben haben, von denen ich vielleicht bis heute 800 beantwortet habe. Für 600 davon war der Umstand hilfreich, dass mir durch diese einmalige Möglichkeit in der Geschichte meine Akten aus der Welt der Geheimdienste per Post ins Haus gebracht wurden.
Fuc* the IM, aber wann hat man schon 'mal die Gelegenheit einen Krimi über sich selbst zu lesen


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#29

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 13:38
von josy95 | 4.915 Beiträge

An ein Ding kann ich mich noch gut erinnern es war im Frühjahr (Mai 1979). Die ersten "Spritzer" nach uns hatten ihre (öffentliche) Vereidigung. Wie es so war, Papa, Mama, Onkel und Tantchen & Co kamen bei denen, denen es gefiel, die es wollten... .

Da war einer, der lag noch bei uns auf der Bude, schon ca. 25 und ein kleiner geistiger Tiefflieger. Der hat Dinger gucken lassen, Leute! War auch nur ein halbes Jahr dabei, dann hat man ihn wieder nach Haus geschickt, s. g. "Spritzer mit Bandmaß". Neben seinen geistig- naiven Tiefflugmanövern hatte er auch irgendwelche anderen körperlichen Gebrechen, wofür er hätte eigentlich schon vorher ausgemustert werden müssen. Aber bei der NVA nahm man das ja nicht so genau.

Jedenfalls, es war Vereidigung und danach war ja für die Spruze Ausgang angesagt, hauptsächlich für die, die Besuch hatten.
Der Typ hat es doch tatsächlich fertig gebracht, sich zum Ausgangsende bis vor`s KDP (KDP = Kontrolldurchlaßposten, zu gut deutsch Kasernenwache) von seiner Westverwandtschaft (BRD) mit einem Mercedes forfahren zu lassen!

Ihr glaubt gar nicht, was da los war!!! Sackstand vom Feinsten. Unser Batallionskommandeur ist ausgeflippt, aber total. Obwohl das sonst im allgemeinen eher ein ruhiger, sachlicher Mensch war. Der Typ hat dann noch so wie ein Unschuldslamm getan als wenn das das normalste von der Welt wär!
Herrlich!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 23.11.2009 13:38 | nach oben springen

#30

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 15:46
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Guter aussagekräftiger Text, Sentry, da muss ich Feliks beipflichten


hüstel @rainer-maria... das wir auch immer verwechselt werden...

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Manchmal denke ich, ich war ein Glückspilz und irgendeiner, vielleicht Cousine Susanne beim Verein,die Schreibtischfrau, über sie hatte ich in der Elbgrenze schon zwei, drei Texte eingestellt, hielt ihre schützende Hand über mich.


hättest du dazu bitte mal nen link ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#31

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 15:48
von Theo85/2 | 1.202 Beiträge

Zitat von EK 82/2
Ich glaube die wenigsten haben direkt etwas über den Grenzdienst erzählt.Das mag auch ein Grund sein das man sich keine Gedanken machte als es hieß:Eingezogen zur Grenze.

Auch ich habe es vorgezogen über direkte Dinge an der Grenze,selbst nach der Entlassung,lieber nicht zu reden.Wenn ich mich richtig entsinne wurde uns bei der Entlassung gesagt das wir über Vorgänge an der Grenze,deren Aufbau,Ablösungen usw. Schweigepflicht haben und bis 6 Monate nach der Enlassung noch der Militästaatsanwalt zuständig ist.Also hieße das Schwedt.

Hätte man was gesagt und es wäre rausgekommen oder noch schlimmer jemand hätte sich aus dem gehörten Aufzeichnungen gemacht und die wären gefunden worden,da kannste aber Fässer aufmachen.Ein Bayriches Bierzelt wäre zu klein für den Ärger.

Andy


Ich glaube schon, das sich das Interesse über solche Dinge in Grenzen hielt.Viele meiner Generation (61 geboren) in meiner Heimat wussten nicht einmal, das der "Westen" ziemlich gleich hinter dem nächsten Berg anfing. Bekannte welche an der Grenze dienten hatte man schon, aber ihre Erzählungen waren oft verklärt von den "guten" Erinnerungen, welche sie zum Besten gaben. Man hatte keinen Bezug dazu.Später, als Reservist ging es einem dann auch nicht anders. keiner, außer ehemaligen Soldaten, hörte überhaupt richtig zu. Nur aus reiner Prahlsucht über Die Dinge zu erzählen, welche man während seiner Dienstzeit erfahren hat, liegt mir persöhnlich sowieso nicht. Wem, außer einem Fluchtwilligen interessiert,wie man einen GSZ lahmlegt, was das überhaupt ist, wo Hundelaufanlagen sind, Wasserdurchlässe, Minenfelder,etc. Nein ,nur für das bisschen Aufmerksamkeit den falschen Leuten aufzufallen, war die Sache nicht wert. Das mit dem Militärstaatsanwalt noch 6 Monate nach der Entlassung weis ich nicht mehr, wohl aber, das wir belehrt wurden. Vor der Ausbildung an den M700
wurden wir im Regiment VS belehrt.Dann gab es noch den M-Befehl, da durfte man auch nichts rumerzählen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, daß es über mich eine Akte gibt,habe es aber noch nicht hinbekommen, sie einzusehen. Alles in Allem, fand ich es für mich besser, nicht viel über das Thema Grenzdienst verlauten zu lassen. Theo


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#32

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 16:00
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
avatar

Entschuldige Gilbert, die Männer vom Verein, ich nenn euch mal so und ein Anderer wird ein Problem damit haben, ihr seht für mich alle gleich aus in den schicken Uniformen.
Aber Spass beiseit, es sind eigentlich mehr zwei Geschichten, realistische Geschichten, weil der...aber du weißt...ich erzähl sie so gern.
Sie stehen unter Oberthema " Ich war ein DDR- Grenzsoldat- Augenzeuge/ Unterthema Elbgrenze...Seite 3 oder 4 vom 24.09.und 1.10.2008.
Also nichts mit Hausnummer und Klarnamen.

Gruß Rainer- Maria


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#33

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 16:07
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Entschuldige Gilbert, die Männer vom Verein, ich nenn euch mal so und ein Anderer wird ein Problem damit haben, ihr seht für mich alle gleich aus in den schicken Uniformen.

ja sicher @rainer-maria, der grösste teil kann auch keine wachregimentsuniform von einer dienstuniform des mfs unterscheiden. diesbezüglich werde ich in einem extra- thema nochmal die unterschiede zeigen.

In Antwort auf:
Aber Spass beiseit, es sind eigentlich mehr zwei Geschichten, realistische Geschichten, weil der...aber du weißt...ich erzähl sie so gern.
Sie stehen unter Oberthema " Ich war ein DDR- Grenzsoldat- Augenzeuge/ Unterthema Elbgrenze...Seite 3 oder 4 vom 24.09.und 1.10.2008.


danke für den hinweis. nen link hätte mir die arbeit erleichtert...

In Antwort auf:
Also nichts mit Hausnummer und Klarnamen.


ich wollte nen link und nicht deine kontonummer


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#34

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 17:29
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Daran siehst du am Besten, Zermattone, wie unterschiedlich es in der DDR zuging, also mit IM im Bettkasten und Horchposten am Kneipentisch und Wuhlmaus bei der Post, nein, nein, so war das nicht, es war Anders, halt so wie da geschrieben steht.

Gruß Rainer- Maria


So ist es Rainerone-Mariaone,deine Meinung zu diesem Thema hast du mir ja kundgetan,schon mal
Danke sagt Zermattone,auf eine Meinung eines Kollegen warte ich noch...



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#35

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 17:50
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Das Schöne ist heute, das man sich ganz unkompliziert über die alte Zeit, ich nenn sie mal am Ende der DDR" etwas bleierne Zeit" unterhalten kann.
Jeder hat es anders erlebt, hier fließt Alles zusammen und der Interessierte so wie du Zermatt erweitert seinen Horizont.
Wir natürlich ebenfalls, die einmal die graue Uniform anhatten.Ich persönlich war froh, wo der ganze Mist zuende war, konnte wieder Geld verdienen für meine kleine Familie und innerhalb kurzer Zeit war alles vergessen.
Da bringt mich doch mein Schwiegersohn auf so ein Forum.....
Es ist ein Kreislauf, Zermatt, und wenn du den nicht im Griff hast, wird er zur Zentrifuge...aber ich weiß, Zermatt, wie Beide haben ihn im Griff.

Gruß Rainer- Maria


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#36

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 19:38
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff

Aber Spass beiseit, es sind eigentlich mehr zwei Geschichten, realistische Geschichten, weil der...aber du weißt...ich erzähl sie so gern.
Sie stehen unter Oberthema " Ich war ein DDR- Grenzsoldat- Augenzeuge/ Unterthema Elbgrenze...Seite 3 oder 4 vom 24.09.und 1.10.2008.


soooo @rainer-maria, habe alle von dir bezeichneten beträge gelesen. der entscheidende war der vom 24.09.2008.
wolltest du deiner cousine susanne wirklich so ein geburtstagsgeschenk bereiten? ich glaube aber auch, dass dieses geschenk nicht gut angekommen wäre, denn über 90 % aller deutschen stehen nicht zu ihrer vergangenheit oder sind sowieso schon immer helden gewesen.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#37

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 20:06
von Augenzeuge (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow
....denn über 90 % aller deutschen stehen nicht zu ihrer vergangenheit oder sind sowieso schon immer helden gewesen.




Wer sagt das denn, Gilbert? Wir zwei und rainer schon mal nicht...


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#38

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 20:23
von Sonny (gelöscht)
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Zitat von josy95
Jedenfalls, es war Vereidigung und danach war ja für die Spruze Ausgang angesagt, hauptsächlich für die, die Besuch hatten.
Der Typ hat es doch tatsächlich fertig gebracht, sich zum Ausgangsende bis vor`s KDP (KDP = Kontrolldurchlaßposten, zu gut deutsch Kasernenwache) von seiner Westverwandtschaft (BRD) mit einem Mercedes forfahren zu lassen!

Ihr glaubt gar nicht, was da los war!!! Sackstand vom Feinsten. Unser Batallionskommandeur ist ausgeflippt, aber total. Obwohl das sonst im allgemeinen eher ein ruhiger, sachlicher Mensch war. Der Typ hat dann noch so wie ein Unschuldslamm getan als wenn das das normalste von der Welt wär!



Ich verstehe das auch nicht. Was soll daran so schlimm gewesen sein?


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#39

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 23.11.2009 20:23
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Gilbert, nicht einmal ihr Sohn ist über die Vergangenheit seiner Mutter informiert.
Ich habe sie einmal gefragt, wann sie ihm über diese Zeit reinen Wein einschenken will, da meinte sie" Es hätte noch Zeit".
Der Junge ist mittlerweile 27 Jahre alt.
Aber es ist ihre Entscheidung,und so ist das Leben.
Manche meiner Entscheidungen sind sehr impulsiv, so die mit dem Bild, und ich nahm an, die Sache ist gegessen, aber ich musste mich eines besseren belehren lassen.

Gruß Rainer- Maria


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#40

RE: Verschwiegenheit über Grenztätigkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 24.11.2009 08:15
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Sonny

Zitat von josy95
Jedenfalls, es war Vereidigung und danach war ja für die Spruze Ausgang angesagt, hauptsächlich für die, die Besuch hatten.
Der Typ hat es doch tatsächlich fertig gebracht, sich zum Ausgangsende bis vor`s KDP (KDP = Kontrolldurchlaßposten, zu gut deutsch Kasernenwache) von seiner Westverwandtschaft (BRD) mit einem Mercedes forfahren zu lassen!

Ihr glaubt gar nicht, was da los war!!! Sackstand vom Feinsten. Unser Batallionskommandeur ist ausgeflippt, aber total. Obwohl das sonst im allgemeinen eher ein ruhiger, sachlicher Mensch war. Der Typ hat dann noch so wie ein Unschuldslamm getan als wenn das das normalste von der Welt wär!



Ich verstehe das auch nicht. Was soll daran so schlimm gewesen sein?





Ja, Sonny, so war es, das pure Leben live in der DDR! Heute schmunzelt oder lacht unser eins darüber, auch über den kleinen Deppen, der diesen Korken hat knallen lassen. Und darum werde ich nie die verstehen und aktzeptieren, das die, die heute eine große Lippe riskieren, nicht dabei waren oder besser, zu der Zeit noch gar nicht auf der Welt waren! Die entweder alles schlecht oder gut reden...! Für mich eben die lebensunerfahrene, realitätsfernen Klug***eißer! Es ist schon ein Unterschied, was heute vielen das Selbstverständlichste, das Normalste von der Welt ist war damals eben nicht so selbstverständlich.

Viele Grüße aus dem stürmischen Harz


josy95


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