#81

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 18:23
von HARZ69 | 107 Beiträge

Hallo alle miteinander!
Ich denke wenn man als Grenzer " denkt" versucht man sich auch ein wenig seiner Verantwortung zu entziehen oder zu begründen.
Gehöre selber zu der Sorte und spreche für mich selbst.Obwohl ich zu meiner Dienstzeit stehe und mich nicht schäme,so hätte ich doch Gewissensbisse wenn man ein zusammentreffen mit Angehörigen hätte,welche einen Mann,Vater,Bruder,Sohn an der Grenze verloren haben.
Letztlich muß das jeder vor sich selbst Verantworten.Gott sei dank mußte ich nicht schießen und brauche mir deshalb keine Gedanken machen.
Man kann sagen,schieß daneben und geht doch und schau weg.Nichts gesehen.!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Diese klugen sprüche können nur die machen die in dieser Situation nicht waren.Wie schon oft beschrieben sind das ja "Extrem Situationen"
die keiner üben konnte.Nicht der Grenzer,nicht der "Grenzverletzer"
So voller Adrinalin und doch Unentschlossenheit,sind schnell Fehler gemach.Ein Arme hoch reißen könnte auch ein Waffe ziehen sein!????
Und schon hat man aus Notwehr die Waffe im Anschlag und abgedrückt.
Ich spreche wie gesagt nur für mich,wie ich es mir vorstelle.

Ich weiß noch genau wie ich Alpträume hatte an den Tagen des November 89.Im DDR Fernsehen das und im Grenzdienst das.Wer hat recht???
Das konnten doch nicht alle Staatsfeinde sein die da selber auf die Straße gehen.Bürger wie Du und ich.
Was mache ich wenn Sie vor mir stehen.An der Grenze?????Werden Sie mich lünchen ?schieße ich auf alle?

Nein ich sage Euch das waren keine schönen Tage,auch wenn da heute keiner mehr fragt.Wie immer stand man zwischen 2 Fronten und egal was man macht,es kann immer falsch sein.
Deshalb noch einmal,nur das Gewissen des Einzelnen Grenzers kann im Kopf Freispruch oder Schuld entscheiden.Niemand anders.

Freundschaft


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#82

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 18:24
von Mike59 | 7.980 Beiträge

@ Augenzeuge

Kann dir zwar deine spezielle Frage nicht beantworten, bin aber gerade in Stimmung . An die "Schießereien" während meiner Dienstzeit, an die ich mich gut erinnern kann, es waren glaube ich drei. 1x Durchbruch West / Ost keine verletzten (auch keine toten) = Belobigung. Festnahme erfolgte ca. 3 Km weiter durch den ABV - der wartete schon zu Hause bei Mutter. Die anderen zwei Anwendungen der Schusswaffe zogen disziplinare Maßnahmen nach sich. 1x einfach Just for Fun auf einen Baum geschossen (5 Schuss), 1x eine Überprüfung Personen wegen Verletzung Grenzordnung, der Kontrolle entzogen (ca. 13 Schuss) - wurde durch den Vorgesetzten vertuscht und die verschossene Munition wurde aus Schwarzbeständen aufgefüllt. = Bestrafungen u.a. Herabsetzung im Dienstgrad.
Ein Posten der bei einem Grenzdurchbruch nicht geschossen hatte, hatten wir auch in meiner Dienstzeit auch - der wurde nicht belobigt, wurde allerdings auch nicht abgestraft. Obwohl, moralisch geohrfeigt wurde er schon. Aber das war ja ohne weitere Konsequenz.

Mike59


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#83

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:14
von skbw | 216 Beiträge

Die Fragestellung im Ausgangsbeitrag von EK 82/2 ist für mich insofern verwirrend, weil es,den Freispruch betreffend, doch nur ein „ganz“ oder ein „gar nicht“ geben kann. Alles andere klingt wie „ein bisschen schwanger“. Demzufolge heißt es für mich, welchem Grenzer steht der Freispruch zu?

Für mich hat diese Frage in erster Linie eine moralische und weniger eine juristische Seite. Obwohl es natürlich interessant scheint, dass es juristische Mittel gibt, der moralischen Seite ausweichen zu können.

Meine Meinung dazu heute:

Als ehemaliger Grenzoffizier, verantwortlich für Sicherung eines kilometerlangen Abschnittes, fühle ich mich für die Existenz dieser ehemaligen Staatsgrenze nicht schuldig. Für Art und Weise des Auf- und Ausbaus der Grenzsicherungsanlagen, sowie der Arten der Grenzsicherung fühle ich mich nicht schuldig. Für die Aufrechterhaltung dieser Grenze, dafür , dass sie solange Bestand hatte, bin ich mitverantwortlich. Denn durch mein Handeln meine Entschlüsse und Befehle habe ich dazu beigetragen, dass der Niedergang verzögert wurde. Dass es in meinem Verantwortungsbereich zu keinen ernsthaften ( tödlichen ) Folgen kam, ist nur einem Umstand zu verdanken,- Glück-.
Für mich können alle Grundwehrdienst Leistenden nur einen Freispruch erhalten, weil sie ihrer Wehrpflicht nach kamen und deshalb kaum Ausweichmöglichkeiten hatten. Aber alle, die sich diese Aufgabe zum Beruf machten, tragen dafür Verantwortung und somit auch moralische Schuld.
Den Grad der Schuld muss jeder, entsprechend seiner damaligen Position, mit sich selbst ausmachen. Natürlich hat die damalige Politik die Hauptverantwortung. Aber die immer wieder festgelegte „ Einheit von politischer und militärischer Führung“, war nicht nur dem Polit vorbehalten.

Weiterhin bin ich nach wie vor der Meinung, dass es jedem Staat selbst überlassen ist, wie er seine Grenzen sichert. Auch bin ich immer noch der Meinung, dass im Gab und Grenzgebiet nur berechtigte Personen, nach damaliger Rechtslage, zu sein hatten. Alle anderen ( Grenzverletzer ) begingen eine Straftat, nach damaligen Recht. Aber heute sehe ich den Einsatz der Schusswaffe als völlig falsch an. Warum? Jeder Straftäter sollte die Möglichkeit seiner Verteidigung erhalten. Bei einem tödlichen Ausgang nicht realisierbar. Wie groß muss die Schwere dieser Straftat gewesen sein, dass ohne Verhandlung das Todesurteil einkalkuliert wurde? Diese Art der Grenzsicherung ist eines souveränen Staates unwürdig. Wie hoch wäre der Schaden gewesen, wenn der Grenzdurchbruch geglückt wäre? Die Verhältnismäßigkeit war einfach nicht gegeben.
Heute ist es mir egal, ob es diesen ominösen Schießbefehl irgendwo gab. Der Vergatterungstext war eindeutig „... Grenzverletzer festzunehmen oder zu vernichten ...“. Ich betrachte es heute als Augenwischerei den Begriff „vernichten“ militärisch mit „handlungsunfähig“ zu interpretieren. „Vernichten“ heißt auch „töten“. Schließlich kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ein Soldat, der „im Kampf gefallen“ ist, sich hoffentlich beim Sturz nur das Knie gestoßen hat.

Wo liegt nun eigentlich meine persönliche Schuld? Hätte ich die erhaltenen Befehle erst nach internationalen Rechtssprechung überprüfen müssen? Schwer möglich und wäre mir auch nicht gut bekommen. Als Soldat bin ich das ausführende Organ der Politik und die Politik muss mich vor rechtlichen Konsequenzen bewahren. Aber es gab die Einheit von politischer und militärischer Führung. Welch Dilemma!

Damals habe ich mich an geltenes Recht gehalten. War wohl falsch.
Heute mach ich das schon wieder. Ist das falsch?

Bis bald, skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
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#84

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:35
von Mike59 | 7.980 Beiträge

@ skbw

ich hoffe wir müssen diese Frage nicht noch einmal beantworten, die du dir (uns) am ende deines Beitrages stellst!

Mike59


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#85

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:43
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Mike59
@ skbw

ich hoffe wir müssen diese Frage nicht noch einmal beantworten, die du dir (uns) am ende deines Beitrages stellst!

Mike59




Warum nicht, sollten wir etwa die Endstufe der sozialen Gesellschaftsentwicklung mit diesem bundesrepublikanischen System schon erreicht haben?

Na dann gute Nacht Marie.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 19.11.2009 19:44 | nach oben springen

#86

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:45
von skbw | 216 Beiträge

@ mike59

nein, niemand muss.
Sind nur meine Gedanken.

bis bald, skbw


" Man kann nur zu einer eigenen Meinung gelangen, wenn man offen sein kann und sich auch irren darf. "

Maxie Wander
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#87

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:50
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von Feliks D.

Zitat von Mike59
@ skbw

ich hoffe wir müssen diese Frage nicht noch einmal beantworten, die du dir (uns) am ende deines Beitrages stellst!

Mike59




Warum nicht, sollten wir etwa die Endstufe der sozialen Gesellschaftsentwicklung mit diesem bundesrepublikanischen Systemschon erreicht haben?

Na dann gute Nacht Marie.



------------------------------
Nun mit "Sicherheit" nicht - aber es wäre ja durch auch möglich das die allgemeingültigen Grundsätze des zwischenmenschlichen Zusammenlebens erhalten bleiben. Die Idee ist ja am Leben, sie muss nur menschlich umgesetzt werden. Der Letzte Versuch auf unserer Seite war jedenfalls nicht gelungen. Der Beweis der anderen Seite steht noch aus.

Mike59


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#88

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 19:54
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von EK 82/2
Ich habe da was verwechselt beim vielen lesen heute früh,ich meinte CaptnDelta,dachte er wird nebenbei mit th angesprochen.
Andy


Ja, sorry, ist ziemlich konfus, Thunderhorse unterschreibt mit TH, ich untersreib mit -Th. Wir sind aber nicht die gleichen .
-Th


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#89

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 20:06
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Zitat von CaptnDelta
Thunderhorse unterschreibt mit TH, ich untersreib mit -Th. Wir sind aber nicht die gleichen .
-Th



Schön!

quod erat demonstrandum.


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#90

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 21:37
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Drewitz
EK und Mike-sehe ich genauso.
Gab es eigentlich zu DDR Zeiten strafrechtliche Verfolgung des ungerechtfertigten Schußwaffengebrauchs an der Grenze seitens der Staatsanwaltschaft der DDR?
Schüsse in Richtung BRD oder Einsatz der Schußwaffe als unangemessenes Mittel?

Drewitz


Hallo Drewitz,

der Pionier Uwe Preußner flüchtete bei Pionierarbeiten kurzerhand über die Grenze. Bereits 10m auf bundesdeutschem Gebiet befindlich, wurde er von einem Hauptmann der GT erschossen. Wenn ich mich richtig erinnere, bekam der Hauptmann dafür einen "hohen" Orden aber keine Strafe. Evtl. kann Thunderhorse weitere Details ergänzen.

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#91

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 22:03
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von turtle

Zitat von ABV
Soldaten werden in ihrer Gesamtheit genauso positiv oder negativ wahrgenommen, wie der Staat dem sie dienen. Das jeder einzelne ein Mensch mit ganz individuellen Charakterzügen ist, spielt bei bei den Be oder sollte man besser sagen Verurteilungen, leider keine Rolle. Die Hauptschuld tragen nicht die ehemaligen Grenzsoldaten, sondern der Staat. Immerhin hat er es zugelassen, dass junge unfertige Menschen unter Umständen mit Situationen konfrontiert werden, denen sie nicht gewachsen sein konnten.

Gruß an alle
Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de


Hallo ABV,
Mit dem was Du geschrieben hast kann ich mich heute anfreunden!
Früher habe ich das nicht ganz so gesehen, aber ich brauchte wohl mein Feindbild.
Gruß Peter(turtle)

Hallo Peter!
Ich habe mich in den letzten zwanzig Jahren auch von so manchem " liebgewonnen Feindbild" trennen müssen. Über viele Dinge von denen ich früher einmal überzeugt war, könnte ich heute nur noch den Kopf schütteln. Das schließt auch mein eigenes Verhalten in früherer Zeit ein. Im Jahre 1988 hatte ich einmal einen Bürger der damaligen BRD, bei irgend einem Verkehrsvergehen ertappt. Ich konnte mir einfach den Satz, "die Gesetze der DDR gelten für alle, auch für Ausländer", nicht verkneifen. Ich sehe noch heute den schockierten Gesichtsausdruck des Mannes, der damals die sechzig schon weit überschritten hatte, vor mir. Er konnte es nicht fassen, dass ich ihn als Ausländer bezeichnet hatte. Damals kam ich mir super vor, heute schäme ich dafür.

Gruß an alle Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de




















www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


zuletzt bearbeitet 19.11.2009 22:04 | nach oben springen

#92

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 22:51
von Thunderhorse | 4.019 Beiträge

Zitat von CaptnDelta

Zitat von Thunderhorse
P.S.: Wo hat CaptDelta zurecht moniert?
Fehlt mir hier etwas?

Der Artikel von EK82/2 (20:26) wurde zum groessten Teil von hier geklaut.
-Th




Danke für den Hinweis.
Ziemlicher Mischmasch, der dort dargestellt wird.
Mal hier ein Teil, mal dort ein Brocken.
Forget it.

TH


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#93

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 22:51
von maja64 (gelöscht)
avatar

Zitat von Ari@D187

Zitat von Drewitz
EK und Mike-sehe ich genauso.
Gab es eigentlich zu DDR Zeiten strafrechtliche Verfolgung des ungerechtfertigten Schußwaffengebrauchs an der Grenze seitens der Staatsanwaltschaft der DDR?
Schüsse in Richtung BRD oder Einsatz der Schußwaffe als unangemessenes Mittel?

Drewitz


Hallo Drewitz,

der Pionier Uwe Preußner flüchtete bei Pionierarbeiten kurzerhand über die Grenze. Bereits 10m auf bundesdeutschem Gebiet befindlich, wurde er von einem Hauptmann der GT erschossen. Wenn ich mich richtig erinnere, bekam der Hauptmann dafür einen "hohen" Orden aber keine Strafe. Evtl. kann Thunderhorse weitere Details ergänzen.

Gruß
Stefan













Stefan,schau mal hier,und besonders auf den letzten Absatz im angefügten Bild.


http://www.forum-ddr-grenze.de/topic-thr...5&message=15507


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#94

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 22:53
von ABV | 4.204 Beiträge

Zitat von CaptnDelta
Hallo ABV,

danke fuer Deine Antwort, ich hatte noch ein paar Zwischenfragen, nachdem dies hier doch ab- und zu angefuehrt wird:

Zitat von ABV
Hallo!
Es stimmt das viele ehemalige Offiziere in ihrem Dienstrang zunächst abgestuft wurden. Sie konnten sich aber sofort wieder für eine Tätigkeit im gehobenen Dienst ( entspricht der mittleren Offizierslaufbahn der DDR) bewerben. Dann ging es ab auf einen Schnelllehrgang, ca. ein halbes Jahr, und dann war man bald wieder im alten Dienstrang.


Weisst Du warum so vorgegangen wurde? Wurde dies zu einer 'ideologischen Ueberpruefung' benutzt? Ging es um's fachliche? Fuehrungsqualitaeten?

Zitat von ABV
Wirkliche Benachteilungen von VP-Angehörigen kann ich so nicht bestätigen, zu mindestens was Brandenburg betrifft. Unser Partnerland war NRW. Von dort kamen Lehrer und Polizisten um beim Aufbau der neuen Strukturen zu helfen. Es erfolgte auch ein reger Beamtenaustausch, dass heisst Polizisten aus NRW schoben für ein paar Wochen Dienst in Brandenburg und umgekehrt. Es entwickelten sich rege Kontakte und Freundschaften. So manche " Mauer im Kopf" stürzte damals ein.

Das ist schoen zu hoeren.

Zitat von ABV
Wenn heute ehemaligten Volkspolizisten in den Ruhestand gehen, wird grundsätzlich auch ihre polizeiliche Tätigkeit vor 1989 gewürdigt.

Diesem wird z.T. auch wiedersprochen. Ist das auch z.B. bei Mitarbeitern der K1 so?

Zitat von ABV
Und was die dauernde Benachteiligung von MfS-Mitarbeitern betrifft: Sicher da hat es sehr viele pauschale Ungerechtigkeiten gegeben. Manchmal hat man das Gefühl, dass das MfS alleine an dem ganzen Unrecht der DDR Schuld war.

Das die SED das MfS als billigen Suendenbock benutzt hat ist ziemlich klar, hat sich aber anscheinend nicht ueberall rumgesprochen. Vielleicht liegt's daran das die SED mit der Portokasse durchgebrannt ist: da kann man sich die entsprechende Propaganda leisten. Interessanterweise scheint's das man meist trotzdem noch sowas wie 'Loyalitaet' bei vielen Ex-MfS'lern bemerken kann, auch nach dem Verrat...

Zitat von ABV
Es gibt aber auch eine Reihe von ehemaligen MfS-Mitarbeitern, welche heute zum Beispiel Beamte bei der Bundespolizei sind. Also kann man auch hier nicht nur pauschal von Ausgrenzungen reden.

Mich wuerde auch mal interessieren, ob's denn wirklich so schlimm um die ganzen Koeche, Kraftfahrer und Kindergaertnerinnen bestellt ist. Ich glaub' manche gefallen sich auch einfach in der Rolle des Maertyrers...
-Th




Hallo!
Die fachliche Eignung spielte bei der Auswahl eine große Rolle. Wer bereits bei der Volkspolizei eine Führungsfunktion bekleidete, hatte gute Chancen in der neuen Polizei ebenfalls eine Führungsfunktion zu bekommen. Es wurden nicht nur ehemalige Offiziere der mittleren sondern auch der höheren Führungsebende ( ab Major) in der "höheren Beamtenlaufbahn" weiterverwendet. Aus dem Major der VP wurde dann ein Polizeirat. Es gab aber auch Fälle wo sich ehemalige VP-Offiziere bewußt nicht mehr für eine Führungsfunktion bewarben und sich in den "mittleren Dienst" =Wachtmeisterlaufbahn zurückstufen ließen. Das waren meist Offiziere welche befürchten mussten auf Grund ihrer Vergangenheit ( Politorgane etc) ohnehin nicht mehr als Führungskraft akzeptiert zu werden. Die ideologische Überprüfung, insbesondere die Überprüfung bei der Gauck-Behörde verlief analog zur fachlichen Überprüfung.

Die fragtest ob auch die Arbeit ehemaliger K1-er gewürdigt wird? Warum nicht? Die K 1 war in der Gesdamtheit ihrer Aufgabenfülle auf die Bekämpfung schwerer Kriminalität ausgerichtet. Es gab zum Beispiel eine Observationstruppe, welche nur an Schwerpunkten der Kriminalität eingesetzt war. Die Mitarbeiter durften selbst in keinem Falle eingreifen, da sie sonst "verbrannt" wären. Aber wie gesagt, es wurden keine oppositionellen Kräfte, sondern "schwere Jungs" observiert. Die K 1 besaß das Privileg in der Volkspolizei, mit " Inoffiziellen Mitarbeitern" arbeiten zu dürfen. Diese wirkten ebenfalls vorwiegend bei der Bekämpfung der Kriminalität mit. Es gab Ähnlichkeiten mit der Arbeit des MfS und auch eine engere Zusammenarbeit mit dem "Bruderorgan" als in anderen Dienstzweigen üblich. Aber trotzdem wäre es falsch die K1 pauschal als " politische Polizei" einzustufen.

Die Ausgrenzung von MfS-Mitarbeitern begann nicht erst ab dem 03.10. 1990, sondern bereits im November 1989, in der DDR.
Hier mal ein Beispiel aus der Polizei: Im September 1989 beschwor der Leiter unserer Dienststelle Angesichts der immer brisanter werdenden Lage, den " engen Schulterschluss mit den Genossen des MfS". Anfang Dezember hatten Bürgerrechtler in der Bezirksverwaltung des MfS in den dortigen Diensträumen eine Vielzahl von Blanko-Dienstausweisen der VP gefunden. Plötzlich waren die einstigen "Kampfgenossen" für unseren Leiter nur noch " die Schweinebuckel von der Stasi", welche doch so einfach unsere Dienstausweise widerrechtlich benutzt hätten. Das vom MfS aus Tarnungsgründen auch die Dienstausweise der anderen bewaffneten Organe und auch deren Uniformen genutzt wurden, war ein offenes Geheimnis. Die Empörung war also pure Heuchelei. Die Kröung des Ganzen erfolgte, als sich einige MfS-Mitarbeiter nach der Möglichkeit einer eventuellen Einstellung bei der VP erkundigten. Der Dienststellenleiter kanzelte sie mit der Bemerkung " ich lasse mir doch nicht die Polizei versauen" ab. Das die Einstellung von MfS-Leuten, welche obendrein noch als solche bekannt sind, in einer kleinen Kreisstadt im Wendeherbst tödlich für die Polizei gewesen wäre, versteht sich von selbst. Aber eine solche Antwort aus dem Munde des Dienststellenleiters, hinterlässt trotzdem einen schalen Geschmack. Mancher Funktionär wollte mit der Behandlung von früheren MfS-Mitarbeitern anscheinend ihre Demokratiefähigkeit unter Beweis stellen. Mit den Worten, " Ihr habt vierundzwanzig Stunden Zeit das Objekt zu verlassen, danach will ich keinen mehr von euch sehen", will ein NVA-Regimentskommandeur die Mitarbeiter der Militärbawehr aus seiner Kaserne geworfen haben. So zu mindestens kann man das noch heute nachlesen.
Was die Busfahrer, Köche, Kindergärterinnen aus dem MfS betrifft, kann icht nicht viel sagen. Nicht überall wurde bei der Übernahme dieser Leute in den öffentlichen Dienst die gleichen Entscheidungen getroffen. Während in Berlin eine frühere Küchenkraft aus der Politbürosiedlung für den öffentlichen Dienst untragbar erschien, konnte das in anderen Bundesländern wieder anders sein. Das kam auf den Einzelfall an. Meiner persönlichen Meinung nach hatten diese Leute das große Pech zwar beim MfS zu arbeiten, aber keine Spezialisten zu sein. Kindergärtner, Köche und Busfahrer gibt es wie Sand am Meer. Aber geheimdienstlich geschulte Expperten nur wenige, was diese ja im Endeffekt gefragt macht.

Gruß an alle
Uwe
http://www.Oderbruchfotograf.de


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#95

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 19.11.2009 22:57
von Thunderhorse | 4.019 Beiträge

Zitat von Ari@D187

Zitat von Drewitz
EK und Mike-sehe ich genauso.
Gab es eigentlich zu DDR Zeiten strafrechtliche Verfolgung des ungerechtfertigten Schußwaffengebrauchs an der Grenze seitens der Staatsanwaltschaft der DDR?
Schüsse in Richtung BRD oder Einsatz der Schußwaffe als unangemessenes Mittel?
Drewitz


Hallo Drewitz,
der Pionier Uwe Preußner flüchtete bei Pionierarbeiten kurzerhand über die Grenze. Bereits 10m auf bundesdeutschem Gebiet befindlich, wurde er von einem Hauptmann der GT erschossen. Wenn ich mich richtig erinnere, bekam der Hauptmann dafür einen "hohen" Orden aber keine Strafe. Evtl. kann Thunderhorse weitere Details ergänzen.
Gruß
Stefan




In der ersten Verhandlung vor dem LG Schweinfurt gab es eine Freiheitsstrafe für den Politoffizier, von 5 Jahren und 6 Monaten wegen Totschlag.

In der zweiten Verhandlung vor einer anderen Kammer des LG Schweinfurt wurde das Urteil reduziert.
Es ging auf minderschweren Fall des Totschlages.

Das erste Urteil wurde durch den ersten Strafsenat des BGH aufgehoben.

In der zweiten Verhandlung vor dem LG Schweinfurt wurde das Urteil auf 2 Jahre und vier Monate reduziert.
Totschlag in einem minder schweren Fall.

Der Schütze saß zuvor bereits 15 Monate in U-Haft.


Hier kann etwas zu dem Fall nachgelesen werden. Nur Auszüge.
http://books.google.de/books?id=Sc1U7c0U...einfurt&f=false


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 19.11.2009 22:59 | nach oben springen

#96

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.11.2009 01:06
von beyelec (gelöscht)
avatar

Hallo!

.....ich wurde zur Musterung bestellt. Dann zur Einberufungsüberprüfung. Dort wurde mir meine bevorstehende Verwendung bei GT mitgeteilt. Bei meinen vielen Verwandten und Bekannten im Westen war das für mich eine totale Überraschung.
OK. Ich bekam den grünen Ärmelstreifen. 18 Monate. Und seit dem ich wußte, wohin ich eingezogen werde....machte ich mir Gedanken über das Schießen. Ich kam dann nach Potsdam (8.ABK bei Majar Sch.) und nach nem halben Jahr gings nach Kalbe/Milde in die Sabskompanie. War dort Schreiber und als der Spieß mal den Tresor offen ließ...las ich meine Akte. Man traute mir zu Recht keinen Grenzdienst zu...! AAAAAABER: Wenn ich an den Kanten gemußt hätte: Ich hätte in letzter Konsequenz geschossen. Nach meiner Kenntniss wußte jeder in der Ostzone über die Grenze Bescheid und wußte was dort los war. Ich wäre nicht nach Schwedt gegangen!
Und ich kenne Kameraden, die bei Shitwetter unter dem "Misthaufen" gehockt haben. Die hatten auch keine Lust auf Stress. Und ich kenne selbst auch die Geräusche von z.B. einem Igel. ja, wir hatten Angst. Ein Kamerad kam aus der Grenzkompanie zurück zu uns in die StK. Er hatte echte mentale Probleme, weil er ein Wildschwein erschossen hatte. Er wiederholte immer wieder: "Es hätte auch ein Mensch sein können.....ich habe geschossen!" Er trug nie wieder eine Waffe. Hatte nicht mal mehr eine Waffenkarte.
Aber jetzt mal paar ironische Fragen: Darf man heute einfach so, wo und wann man will, über Staatsgrenzen gehen? Warum trägt die Bundespolizei Waffen? Warum haben die Amis und die Israelis Grenzzäune??? Krabbeln da die Palästinenzer jeden Tag rüber und nüber?
Bin froh, diese Zeit bei GT erlebt zu haben. Bin froh sie hinter mir zu haben. Bin im Oktober 89 über Ungarn nach Bayern gegangen. Habe damals dem BGS alles erzählt, was ich übers GR23 wußte.
Es gibt Pro und Kontra....die zeit war eben so.
Ach und ein Kamerad zeigte aus dem Wachturm dem BGS sein Metermaß. Damit machten die Grenzer wohl schon ihre Abneigung gegen ihren Dienst und die freude über die nahe Entlassung deutlich. Aber was machten die Herren vom BGS???? Sie gaben das Foto dieser "TAT" an die Bildzeitung weiter.......! :-((( das bekam den beiden Grenzern überhaupt nicht!!!!!!! Also lächelte keiner von ihnen in Richtung Westen......denn das konnte ungeahnte Folgen haben! Die Abt.2000 laß auch BILD!!!!

Aber es hat sich nichts geändert. Wir schicken unsere Jungs nach Afghanistan. Mit Waffen. Wenn sie sie einsetzen....werden sie hier vor den Kadi gezerrt. Wenn ihnen ein Tanklaster gestohlen wird......sollen sie sich freuen aber ja nicht die Jabos anfordern!!!

Ach und mein Opa.......der war wo ganz anders eingesetzt.....hat überlebt....war im Kaukasus ewig lang in sowjetischer Gefangenschaft......er hat auch geschossen. Bestimmt hat er auch nicht immer vorbeigeziehlt. Er ist für mich kein MÖRDER!!!!!

Bewaffnete Truppen sind nie ok! Wer Waffen hat, wird sie früher oder später benutzen.

Eine Welt in Frieden und ohne Waffen......wäre wunderschön. Aber wir Menschen bekommen das nicht hin.
Lieber Gott.....hilf!


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#97

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.11.2009 02:25
von Sonny (gelöscht)
avatar

Zitat von S51

Zitat von Luchs

Zitat von Feliks D.
...
Stell dir vor du stehst am Kanten, es ist dunkel und vor dir (ca. 50-100m) im Bewuchs ein Geräusch und ein Schatten.
Der GV bemerkt dich und bückt sich nun in der Hoffnung unbemerkt zu bleiben.
Du rufst ihn gemäß den Vorschriften an und daraufhin macht er sich noch kleiner und kauert nieder.
Jetzt ziehlst du auf die Beine und drückst ab.

Wo triffst du ihn dann???


Hallo Feliks,

wer in diesem Fall auf den Grenzverletzer schießt, ist ganz schlicht und ergreifend ein Mörder. Indem der Grenzverletzer nicht wegläuft, gibt es keinen Grund, ihn anzuschießen. Somit auch keine Möglichkeit, ihn zu erschießen.
Viele Grüße
Micha




Nein, kein Mörder weil:
- Es fehlt immer noch an dem Vorsatz die Person zu töten = ggf. Totschlag.
- Aus militärischem Standpunkt ist das In-Stellung-gehen des Gegenüber im Alltag der bewaffneten Auseinandersetzung eben auch die Vorbereitung einer Feuereröffnung. Das als zutreffend oder eben unzutreffend zu erkennen dürfte in einer solchen Streßsituation kaum möglich sein = Handlung im Irrtum einer Notwehrsituation = straffrei, allenfalls Totschlag.
Un nu = volle Deckung!




Nur kurz (eher ein Randaspekt):

Vorsätzliche Tötung ist zunächst einmal Totschlag (§ 212 StGB). Kommen bestimmte Merkmale (Mordmerkmale) hinzu, dann ist es Mord (§ 211 StGB).

Nicht vorsätzliche Tötung ist dann fahrlässig, somit fahrlässige Tötung (ggf. auch Körperverletzung mit Todesfolge).


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#98

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.11.2009 12:12
von Luchs (gelöscht)
avatar

Zitat von Sonny

Zitat von S51

Zitat von Luchs

Zitat von Feliks D.
...
Stell dir vor du stehst am Kanten, es ist dunkel und vor dir (ca. 50-100m) im Bewuchs ein Geräusch und ein Schatten.
Der GV bemerkt dich und bückt sich nun in der Hoffnung unbemerkt zu bleiben.
Du rufst ihn gemäß den Vorschriften an und daraufhin macht er sich noch kleiner und kauert nieder.
Jetzt ziehlst du auf die Beine und drückst ab.

Wo triffst du ihn dann???


Hallo Feliks,

wer in diesem Fall auf den Grenzverletzer schießt, ist ganz schlicht und ergreifend ein Mörder. Indem der Grenzverletzer nicht wegläuft, gibt es keinen Grund, ihn anzuschießen. Somit auch keine Möglichkeit, ihn zu erschießen.
Viele Grüße
Micha




Nein, kein Mörder weil:
- Es fehlt immer noch an dem Vorsatz die Person zu töten = ggf. Totschlag.
- Aus militärischem Standpunkt ist das In-Stellung-gehen des Gegenüber im Alltag der bewaffneten Auseinandersetzung eben auch die Vorbereitung einer Feuereröffnung. Das als zutreffend oder eben unzutreffend zu erkennen dürfte in einer solchen Streßsituation kaum möglich sein = Handlung im Irrtum einer Notwehrsituation = straffrei, allenfalls Totschlag.
Un nu = volle Deckung!




Nur kurz (eher ein Randaspekt):

Vorsätzliche Tötung ist zunächst einmal Totschlag (§ 212 StGB). Kommen bestimmte Merkmale (Mordmerkmale) hinzu, dann ist es Mord (§ 211 StGB).

Nicht vorsätzliche Tötung ist dann fahrlässig, somit fahrlässige Tötung (ggf. auch Körperverletzung mit Todesfolge).



Wow sonny, Hut ab.

Da ich kein Jurist bin, kann ich nur auf Grundlage dessen schreiben, was ich so gehört habe. Das dürfte aber so ziemlich allen hier so gehen, so dass ich mich ja in bester Gesellschaft hier befinde.

Ich denke aber, dass ich, wenn ich irgendwie ungezielt in die Büsche "ballere" die tötliche Verletzung meines Opfers billigend in Kauf nehme. Somit sehe ich das nicht als Fahrlässigkeit sondern als Vorsatz.

Ob das Mordmerkmal Heimtücke auszuschließen ist, weiß ich nicht. Der Grenzverletzer hatte ja gewusst, auf was er sich einlässt. Wenn er sich aber versteckt, um vor einem evtl. Angriff in Deckung zu gehen, keine Waffe bei sich trägt (was der Posten nicht wissen muss), sehe ich das Schießen in diesem Falle als nicht zwingend und heimtückisch an.
Viele Grüße
Micha


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#99

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.11.2009 12:19
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Thunderhorse
In der ersten Verhandlung vor dem LG Schweinfurt gab es eine Freiheitsstrafe für den Politoffizier, von 5 Jahren und 6 Monaten wegen Totschlag.

In der zweiten Verhandlung vor einer anderen Kammer des LG Schweinfurt wurde das Urteil reduziert.
Es ging auf minderschweren Fall des Totschlages.

Das erste Urteil wurde durch den ersten Strafsenat des BGH aufgehoben.

In der zweiten Verhandlung vor dem LG Schweinfurt wurde das Urteil auf 2 Jahre und vier Monate reduziert.
Totschlag in einem minder schweren Fall.

Der Schütze saß zuvor bereits 15 Monate in U-Haft.


Hier kann etwas zu dem Fall nachgelesen werden. Nur Auszüge.
http://books.google.de/books?id=Sc1U7c0U...einfurt&f=false


Hi Thunderhorse,

besten Dank für die Details in dem Fall!

Wenn ich das richtig verstanden habe, gab es in der DDR jedoch keinerlei Strafverfolgung gegen den Politoffizier, welcher Schüsse auf das Gebiet der Bundesrepublik abgab noch gegen die Grenzsoldaten, welche die Grenze überschritten und den angeschossenen Pionier auf DDR-Gebiet zurückholten?

Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#100

RE: Wieviel freispruch steht einem Grenzer der DDR eigentlich zu?

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.11.2009 12:20
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge

Zitat von EK 82/2


Wenn sich der GV schon duckt,zeigt er offentsich überlegungen zur Aufgabe,ein weiteres Handeln von ihm würde man grade Nachts deutlich hören.Erst recht wenn er eine Waffe unterlädt.Also ran gehen würde ich an ihn auch nicht,aber mehrfach zum rauskommen mit erhobenen Händen auffordern.Eigentlich müßte ihm klar sein das jede Seite blind schießt,nur das der GV gegen 2 handelt die in Deckung bleiben wogegen er ja mal weiter muß.Denn bei einem Schußwechsel wäre er schnell von anderen Kräften umstellt.

Alles nur Theoretische Gedankenspiele da mir zum Glück die Überlegungen in die Praxis umsetzen zu müßen erspart blieben.

MfG,Andy



Ich Zitiere mich mal selber,weil ich es schon schrieb.Ob Mord oder Todschlag,egal für mich da ich kein Richter bin und Tod ist Tod.
Wenn der Fall so verläuft ist ein Schießen aus meiner Sicht generell unnötig,ausnahme wäre nur wenn der GV ansätze macht zu schießen wie eine Waffe zu laden.Dies wäre aber totaler Selbstmord und unvorstellbar.

Andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
zuletzt bearbeitet 20.11.2009 12:35 | nach oben springen



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